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Unternehmen schickt Projekt „Kanalnetzsteuerung“ ins Rennen / Senkung der Gewässerbelastung aus Kanalnetz um 50 Prozent

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KWL bewirbt sich um den Sächsischen Umweltpreis 2008

Leipzig. Mit ihrem Projekt „Kanalnetzsteuerung – zum Wohle der Umwelt“ bewirbt sich die KWL – Kommunale Wasserwerke Leipzig GmbH um den Sächsischen Umweltpreis 2008. Die Kanalnetzsteuerung ermöglicht der KWL, gezielt Einfluss auf die Mischwasserströme im Kanalnetz zu nehmen und so die Schmutzbelastung der Leipziger Gewässer deutlich zu reduzieren. Über sogenannte Steuerbauwerke kann das Unternehmen große Mengen Mischwasser, also Schmutz- und Regenwasser, in der Kanalisation zwischenspeichern und dann schritt­weise in Richtung Klärwerk leiten, wo es umweltgerecht gereinigt wird. Damit vermeidet die KWL, dass in Zeiten hoher Niederschläge Misch­wasser ohne biologische Reinigung in die Leipziger Flüsse eingeleitet werden muss. Konkret bedeutet das eine Entlastung der Gewässer um rund 70.000 Kubikmeter Mischwasser pro Jahr.

Ökologisch und ökonomisch richtungweisend
„Wir reichen die Kanalnetzsteuerung mit großem Selbstbewusstsein beim Sächsischen Umweltpreis 2008 ein“, konstatiert Dr. Andreas Schirmer, technischer Geschäftsführer der KWL. „Das Projekt ist richtungweisend: Wir senken die Belastung der Leipziger Gewässer aus dem Kanalnetz um rund 50 Prozent und agieren dabei gleichzeitig wirtschaftlich effizient“, so der Geschäftsführer weiter. Bislang inves­tierte die KWL rund 12 Millionen Euro in die Kanalnetzsteuerung. So errichtete das Unternehmen vier Steuerbauwerke und schaffte die nötigen baulichen Voraussetzungen im Klärwerk Rosental. Zusätzlich modernisierte die KWL zahlreiche Hauptsammler, also große, dem Klärwerk vorgelagerte Abwasserkanäle, in denen das Mischwasser zwischen­gespeichert werden kann. Neben den extrem positiven Effekten für die Umwelt, zahlen sich die Investitionen auch wirtschaftlich aus: Um den gleichen Effekt mit einem konventionellen Ansatz zu erzielen, hätte die KWL rund 50 Millionen Euro zusätzlich in den Bau von Regenrückhaltebecken investieren müssen.

Funktionsweise der Kanalnetzsteuerung
Unter Leipzigs Straßen liegt ein weit verzweigtes Netz von Abwasser­kanälen. Es ist zu großen Teilen als Mischkanalisation angelegt. Über­steigt die anfallende Mischwassermenge in Zeiten starker Niederschläge die Kapazitäten des Klärwerks, muss der Überschuss in die Leipziger Flüsse eingeleitet werden. Aus diesem Grund gibt es bei der KWL das Projekt Kanalnetz­steuerung, das sich speziell mit der Optimierung des Zusammenspiels von Ka­nalnetz, Klärwerk und Gewässern beschäftigt.
Herzstück der Kanalnetzsteuerung sind die Steuerbauwerke, die sich in den Abwasserhauptsammlern befinden und den Zufluss zum Klärwerk regeln. Dabei wird die Menge des Misch­wassers automatisch ermittelt. Übersteigt sie ein festgelegtes Maß, wird ein sogenannter Schieber gedrosselt und das Wasser im Hauptsammler angestaut. Später wird das Wasser dann nach und nach ins Klärwerk geleitet und umweltgerecht gereinigt. Dieses Vorgehen wird sich künftig besonders dann auszahlen, wenn es, wie häufig im Sommer, in verschiedenen Stadtgebieten unterschiedlich stark regnet. Dann kann die KWL mit der Verbundsteuerung die Kanäle aus denjenigen Gebieten als Stauraum nutzen, in denen weniger Niederschlag fällt. Damit gewähr­leistet das Unternehmen auch bei Starkregen die volle Reinigungs­leis­tung für das anfallende Mischwasser aus den betroffenen Stadtgebieten.

Hintergrund Sächsischer Umweltpreis 2008
Der Sächsische Umweltpreis 2008 wird vom Sächsischen Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) vergeben und ist mit insgesamt 50.000 Euro dotiert, die unter mehreren Preisträgern aufgeteilt werden können. Mit dem Preis sollen herausragende Leistungen für den Schutz der Umwelt und der natürlichen Ressourcen sowie für den Naturschutz gewürdigt werden. Folgende Kriterien werden dabei von einer Jury aus Persönlichkeiten der sächsischen Wirtschaft und Politik sowie aus Wissenschaft und Verwaltung bewertet: Umwelt­wirkung, Innovation, Modellcharakter, Strategie/Konzept, Synergiewirkung und Nachhaltig­keit. Auf Empfehlung der Jury entscheidet das SMUL über die Vergabe des Sächsischen Umweltpreises 2008.

Effiziente Biogaserzeugung

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Messen-, Steuern- und Regeln auf Biogasanlagen

Dr.-Ing. Jürgen Wiese

Die Optimierung von landwirtschaftlichen und industriellen Biogasanlagen gewinnt in jüngster Zeit zunehmend an Bedeutung, u.a. aufgrund der steigenden Rohstoffpreise für nachwachsende Rohstoffe bzw. fallender Entsorgungserlöse für organische Reststoffe. Der Einsatz moderner Mess- und Automationstechnik ist ein wesentlicher Ansatzpunkt für die Effizienzsteigerung von Biogasanlagen. 

Was ist Messen, Steuern und Regeln?

Messen
Aufgabe des Messens ist die experimentelle Bestimmung quantitativ erfassbarer Größen zur Beurteilung der Eigenschaften, Funktion, Qualität und Zuverlässigkeit bestimmter Stoffe.

online = Messen direkt im Prozess
  = quasi in Echtzeit
  = (quasi-)kontinuierlich
offline = Messen im Labor o.ä.
  = mit (erheblicher) Zeitverzögerung
  = nur (un-)regelmäßi

Steuern und Regeln
Die gezielte Beeinflussung eines Prozesses mit dem Ziel, eine oder mehrere chemisch-physikalische und biologische Größen (z.B. pH, Temperatur) auf einen gezielten Sollwert zu bringen.

Warum Messen, Steuern und Regeln auf Biogasanlagen? 
Die meisten Biogasanlagen sind intransparente Systeme! 

Bild FW-Gas-Wiese-1.jpg 

Konsequenz: Blackbox-Systeme lassen sich nur schwer analysieren und optimieren!

• Für jeden der vier Teilschritte der Biogaserzeugung sind unterschiedliche Bakterienstämme verantwortlich.

• Der Anaerobprozess wurde von der Natur über viele Hundert Millionen Jahre optimiert. Wie viele spezialisierte Organismen reagieren auch anaerobe Bakterien oft sensibel auf Milieu-Änderungen:

  • Änderung des pH-Wertes
  • Änderung der Temperatur
  • Zu hohe Konzentrationen bestimmter Stoffe (z.B. organische Säuren)
  • Suboptimale Nährstoffverhältnisse
  • Zu niedrige Konzentration bestimmter Stoffe (z.B. Spurenelemente)
  • Starke Belastungsschwankungen

• Das Wachstum anaerober Mikroorganismen ist relativ langsam. D.h. im Falle einer ernsthaften biologischen Störung kann es 2 bis 3 Monate dauern, bis der Prozess wieder auf voller Leistung ist.

Beispiel: Vergleich einer 500 kW-NaWaRo-Biogasanlage mit 70 bzw. 90 % Wirkungsgrad

  Einheit  Anlage A
(suboptimal) 
Anlage B
(Beispiel) 
Auslastungsgrad  70  90 
Energieproduktion pro Jahr  kWh  3.066.000  3.942.000 
Einnahmen (Strom) pro Jahr  EUR/a  487.500  627.000 
Differenz = Mindererlös  EUR/a    + 139.500 

Fehlende Prozessüberwachung kann teuer werden, besonders wenn es zum Versagensfall kommt und die Biogasanlage längere Zeit still steht!

Antriebskräfte für den Einsatz von MSR-Technik

1. Immer mehr größere Biogasanlagen werden gebaut.
2. Zunehmender Druck durch Finanzinstitute und Versicherungen
3. Zunehmender Kostendruck wegen steigender Substratkosten (NaWaRo) bzw. sinkender Entsorgungserlöse (Kofermente)
4. Probleme werden zunehmend komplex:
• Maximierung der Energieproduktion → Erhöhung Einnahmen
• Minimierung der Eingangsstoffen → Reduzierung Ausgaben
• Viele verschiedene Inputstoffe → Nutzung von Marktchancen
• Minimierung der Betriebsrisiken → Hohe Anlagenverfügbarkeit 

Was kann auf Biogasanlagen zurzeit gemessen werden?

Flüssig-/Festphase

Füllstand (Behälter, Reaktionsräume) → online möglich
Durchfluss (Beschickung, Reaktionsräume) → online möglich
Temperatur (Reaktionsräume)  → online möglich
pH-Wert (Beschickung, Reaktionsräume) → online möglich
LF-Wert (Beschickung, Reaktionsräume) → online möglich
Redox (Reaktionsräume) → online möglich
TS-Konz. (Beschickung, Reaktionsräume) → online möglich
Konz. org. Säuren (Reaktionsräume) → offline
NH4-N-Konz. (Reaktionsräume) → offline
Säurekapazität (Reaktionsräume) → offline

Gasphase (Biogas)

Zusammensetzung (CH4, CO2, O2, H2S + ggf. H2, NH3)  → online mögl. 
Volumenstrom  → online mögl.
Gasfüllstand  → online mögl.
Gasdruck  → online mögl.

Beschickung

Art (Substrattyp)  →  offline/online
Volumen / Gewicht  →  offline/online

Maschinen und Apparate 

Betriebszustand (Betriebsstatus, Wartungsintervalle)  → online mögl.
Energieverbrauch / Leistungsaufnahme  → online mögl.

Was ist bei der Auswahl von Messgeräten zu beachten? 

Problematische Messbedingungen
• inhomogene Vielstoffgemische → prinzipiell schwierig zu messen
• Schmutzstoffe (z.B. Fette) → ggf. kurze Reinigungsintervalle
• Zopfende und verstopfende Inhaltsstoffe → ggf. kurze Reinigungsintervalle
• Störstoffe → Querempfindlichkeiten
• Schadstoffe → z.B. H2S-Elektrodenvergiftung von pH-Sonden
• Ggf. Ex-Schutz-Problematik 

Konsequenz: robuste Messtechnik auswählen! 

Online- versus Offline-Messtechnik
• Welche Messintervalle benötige ich, um den Prozessverlauf adäquat nachbilden zu können?
• Welche Messgenauigkeit benötige ich, um den Prozessverlauf adäquat nachbilden zu können?
• Wie ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis zwischen online- und offline-Messtechnik (Investitions- und Betriebskosten)?
• Lassen sich online-Messgeräte (problemlos) nachrüsten?
• „Nur“ Messgerät oder Grundlage für Steuerungs- und Regelungsstrategien? 

Mögliche andere Entscheidungskriterien
• Ist eine einfache Anbindung an die Automationsebene der Biogasanlage möglich?
• Sind ausreichende Reserven auf der Automationsebene vorhanden?
• Digitalisierung der Messtechnik:
• Digitale Messgeräte bieten andere Möglichkeiten bezüglich vorausschauender Wartungskonzepte, Fehleranalyse etc. als analoge Messgeräte.
• Durch digitale Messkonzepte lassen sich ggf. Investitionskostenvorteile erzielen (z.B. nur noch eine Controllerplattform) 

Was ist bei der Auswahl von Messpunkten zu beachten? 

Mögliche Kriterien
• Wie aufwändig ist die Wartung der Messgeräte an der entsprechenden Stelle? (z.B. Zugänglichkeit)
• Wie (finanziell und technisch) aufwändig/riskant ist der Einbau eines Messgerätes an einer bestimmten Stelle? (z.B. Spannbeton)
• Ist die Messstelle repräsentativ für den Prozess?
• Ex-Schutz-Problematik? (ggf. deutlich höhere Kosten)
• Kann ich es mir finanziell und vom Personalaufwand her leisten, in jedem Reaktionsraum zu messen oder kann ich mit einem Messgerät mehrere Reaktionsräume beproben?
• Art des Messverfahrens: in-situ, on-site, berührungslos … 

Was ist auf der Automationsebene zu beachten? 

• Der intensive Einsatz von Steuerungs- und Regelungstechnik setzt das Vorhandensein automatisch manipulierbarer Maschinen und Apparate voraus! (z.B. Automatikschieber)
• Beim Bau einer Biogasanlage sollten bereits Reserven auf der Automationsebene eingeplant werden, sodass Messgeräte ohne größeren Aufwand nachgerüstet bzw. Steuerungs- und Regelungskonzepte implementiert werden können!
• Nach Möglichkeit sollten auf der Automatisierungs- und Visualisierungsebene Standardschnittstellen vorhanden sein! 

Wie hoch sind die Kosten für Messtechnik? 

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pH/Redox (≈ 1.000 €)
Bild FW-Gas-Wiese-2-2.jpg
TS-Sensor
(ab 3.000 €)
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Biogasanalyse
(≈ 6.000 €)
Bild FW-Gas-Wiese-2-5.jpg
Gasfüllstand,
Füllstand
(je < 1.000 €)
Bild FW-Gas-Wiese-2-4.jpg
Biogasdurchfluss
(≈ 2.500 €)
Bild FW-Gas-Wiese-2-6.jpg
IDM (≈ 2.000 €)
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Autom. Titrator
(≈ 4.000 €)
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TS-Labor (< 2.000 €)
Bild FW-Gas-Wiese-2-9.jpg
Leitsystem(Softw.)
(< 15.000 €)
 

Praxisbeispiel: SBW Biogas Lelbach
Bild FW-Gas-Wiese-3.jpg

Beispiel: BGA Lelbach (Lageplan) 
Bild FW-Gas-Wiese-4.jpg

Beispiel: BGA Lelbach (Lageplan)
Bild FW-Gas-Wiese-5.jpg


Beispiel: BGA Lelbach (Eingangsstoffe)

Bild FW-Gas-Wiese-6-1.jpg
Fahrsilo
Bild FW-Gas-Wiese-6-2.jpg
Lagertank für Gülle
Die Anlage wurde konzipiert zu Verwertung verschiedener Nachwachsender Rohstoffe:

• Rindergülle (≈ 15 t/d)
• Maissilage und GPS (25 – 30 t/d) (TS = 28 %)
• Sudangras (< 1 t/d)
• Hühnertrockenkot (< 1 t/d)
• Getreide (Roggen, CCM, Raps) (<< 1 t/d)
• Zuckerrüben (1)
• Futterrüben (1)

(1)saisonaler Ersatz für Getreide und Maissilage

Beispiel: BGA Lelbach (Prozessleitsystem)

Bild FW-Gas-Wiese-7-1.jpg  • Modernes Prozessleitsystem (WinCC 6.0)
• Programmierschnittstellen (VBA, C-Script)
• Standardschnittstellen (Active-X, OLE, OPC)
• Datenbankschnittst. (SQL, ODBC, OLE-DB)
• Leistungsfähige Speicherprogrammierbare Steuerung (S7)
• Digitaler Prozessbus (PROFIBUS-DP)
• Fernwirktechnik (mobil und drahtgebunden) und Störmeldekonzepte 
Bild FW-Gas-Wiese-7-2.jpg 

Beispiel: BGA Lelbach (Pumpstation) 

Bild FW-Gas-Wiese-8-1.jpg  • voll automatisiert
• Messgeräte:
• Durchfluss (MID)
• pH-Sonde
• Redox-Sonde
• TS-Sonde
• …

  „Spinne“: Durch Nutzung dieser Konstruktion kann jeder Reaktionsraum mit nur einem Satz Messgeräte mehrmals am Tag überwacht werden.

Bild FW-Gas-Wiese-8-3.jpg

Bild FW-Gas-Wiese-8-2.jpg 

Beispiel: pH, Redox und Gasdurchfluss 
Bild FW-Gas-Wiese-9.jpg

Beispiel: TS-Messung 
Bild FW-Gas-Wiese-10.jpg 

Beispiel: BGA Lelbach (Feststoffdosierer 1)

Bild FW-Gas-Wiese-11-1.jpg  • Container (68 m3) mit Schubboden und
Auflösewalze
• Vertikale und horizontale Schnecken
• Erprobtes System für Maissilagen, Gras,
Sudangras, Hühnertrockenkot und Getreide
• Quasi-kontinuierliche bedarfsgerechte Fütterung von Fermenter und Nachgärer möglich
• Messgeräte (Auswahl):
• Wägezellen
• Energieverbrauch
• Nah-Infrarot-Spektrometer (NIRS)

Bild FW-Gas-Wiese-11-3.jpg

Bild FW-Gas-Wiese-11-2.jpg 

 

Beispiel: BGA Lelbach (Feststoffdosierer 1) 

Bild FW-Gas-Wiese-12.jpg

Beispiel: BGA Lelbach (Feststoffdosierer 2)

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Bild FW-Gas-Wiese-13-2.jpg

• Maschine zum Waschen/Zerkleinern (Ø < 2 cm) von
größeren Feststoffen
• Anwendung: Zucker-/Futterrüben, Kartoffeln o.ä. 
Bild FW-Gas-Wiese-13-3.jpg

Beispiel: BGA Lelbach (Fermenter/Nachgärer)

Bild FW-Gas-Wiese-14-1.jpg

Bild FW-Gas-Wiese-14-2.jpg

• 1 x Tauchmotorrührwerk
• 1 x Großflügelrührwerk
• Messgeräte:
• Füllstand (Flüssigkeit)
• Füllstand (Gas)
• Überfüll-/Schaumwächter
• Temperaturmessungen
• Energieverbrauch 
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Beispiel: BGA Lelbach (Biogas)

Bild FW-Gas-Wiese-15-1.jpg

Bild FW-Gas-Wiese-15-2.jpg

• Durchflussmessung
• Gaszusammensetzung
• Methan (CH4) (IR)
• Kohlenstoffdioxid (CO2) (IR)
• Sauerstoff (O2) (EC)
• Schwefelwasserstoff (H2S) (EC)
• Überwachung der Ex-Zone im Gebäude

Bild FW-Gas-Wiese-15-3.jpg

EC = Elektrochemisch
IR = Infrarot-Absorption 

Beispiel: BGA Lelbach (Sonstige Messdaten)

• Zahlreiche Daten über das BHKW: Drehzahl, Gastemperatur, Temperatur in jedem einzelnen Zylinderkopf, …
• Zahlreiche Daten über die Stromerzeugung: Blindarbeit, Wirkarbeit, cos φ, …
• Zahlreiche Daten über Stromverbrauch: Rührwerke, Antriebe, Frequenzumformer, …
• Zahlreiche Temperaturdaten: Heizkreisläufe, Wärmetauscher, Fermenter, Nachgärer, Wärmemengenzähler
• Lückenlose Dokumentation: Status, Laufzeiten, Schaltzahlen etc. für Pumpen, Rührwerke, Antriebe, Schieber etc. 

Beispiel: BGA Lelbach – Betriebsergebnisse
Bild FW-Gas-Wiese-16.jpg

Tabelle: Betriebsdaten der BGA Lelbach (Vergleichswerte nach FNR, 2005 bzw. Hessen, 2006)
(M = Medianwert, MW = Mittelwert, B = Bandbreite) 

Betriebskenngröße  Einheit  Lelbach  Vergleichswert 
Stromproduktion zu Eingangsstoffen  kWh/tinput   251  M: 150 
Eigenenergieverbrauch (Biogasanlage)  7,7 B: 3-14 r, MW: 8 
Stromproduktion pro m3 Biogas  kWh/m3Biogas  2,08  B: 1,4-2,4 
Methanproduktion zu Reaktorvolumen  m3CH4/(m3R×d)  1,21  B: 0,3-1,1;
MW: 0,74 
Motor-Auslastungsgrad (bezogen auf 530 kW)  95,1 MW: 62,0 
Abbaugrad der Eingangsstoffe  76,9  MW: 61,5 

Anmerkungen: Berechnungen und Vergleichsdaten analog den Studien „Ergebnisse des Biogas-Messprogramms“ (FNR-Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, 2005) bzw. „Biogas in Hessen“ (HMUlRV, 2006)

 
Beispiel: Photometrische Schnelltests

Bild FW-Gas-Wiese-17-1.jpg Bild FW-Gas-Wiese-17-2.jpg
Messplatz
Investkosten: < 10.000 €
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Eingabe der offline-Messwerte als Führungsgröße für Leitsystem möglich!

Beispiel: Automatische Titratoren

Bild FW-Gas-Wiese-18-1.jpg Autom. Titrator(ca. 4.000 €)
Bild FW-Gas-Wiese-18-2.jpg
Eingabe des offline-Messwertes als Führungsgröße für Leitsystem möglich!

MSR-Anwendungen
• Bilanzen für Energie (Strom, Wärme) und feste, flüssige und gasförmige Stoffe sind möglich.
• Automatisierung und Anlagensteuerung sind auf einem sehr hohen Niveau möglich.
• Lückenlose Dokumentation des Anlagenbetriebs (inkl. der Störungen).
• (Quasi-)kontinuierliche Überwachung wichtiger Betriebs- und Prozessparameter.
• Andere wichtige Betriebsparameter (z.B. hydraulische Verweilzeit) können automatisch kalkuliert werden.

(Zukünftige) MSR-Anwendungen
• Zahlreiche wichtige Daten für
• ein technisches, ökonomisches und ökologisches Controlling and Benchmarking,
• Entscheidungsunterstützende Systeme,
• (anlagenweite) Echtzeitsteuerung/-regelung,
• Künstliche Intelligenz-Anwendungen und
• (anlagenweite) Computermodellierung.
• „Virtuelle Kraftwerke“: virtuelle Kombination von Biogasanlagen und ggf. anderen Erneuerbaren Energien (z.B. Wind) ® Bündelung von Energieproduktionskapazitäten

Zusammenfassung und Fazit
• Der Einsatz umfangreicher Messtechnik macht aus dem „Black-Box-System“ Biogasanlage ein „Gray-Box-System“.
• Ziel: die Anlagenverfügbarkeit und den Auslastungsgrad auf einem möglichst hohen Niveau zu halten.
• Der Stand der Mess- und Prozessleittechnik erlaubt bereits heute eine high-level Automation. Es sind technisch nahezu beliebig komplexe MSR-Konzepte realisierbar.
• Messgeräte müssen gewartet und kontrolliert werden!
• Eine Analytische Qualitätssicherung der online-/offline- Messgeräte ist wichtig, besonders wenn die Messtechnik die Grundlage für Steuerungen und Regelungen ist.
• Die Betreiber von Biogasanlagen müssen entsprechend geschult bzw. für mögliche Probleme sensibilisiert werden!

Autor:
Dr.-Ing. Jürgen Wiese
GKU
Gesellschaft für kommunale Umwelttechnik mbH
Heinrichstraße 17/19
36037 Fulda

Tel.: 0661/12-408
Fax: 0661/12-409
URL: http://www.gku-fulda.de
E-Mail: juergen.wiese@uewag.de

Warum wir immer länger jung bleiben

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Sozialwissenschaftler der Universität Osnabrück starten Langzeitstudie über die Generation 50plus – 200.000 Befragungen im Internet – Mitwirkung der Bevölkerung erwünscht
Dr. Utz Lederbogen, Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universität Osnabrück

Seit Jahrzehnten liefern die Shell-Jugendstudien eine aktuelle Sicht auf die junge Generation. Nun wendet sich Prof. Dr. Dieter Otten und sein Team von der Universität Osnabrück mit einer vergleichbaren Studie den Mitbürgern über 50 zu. Ob Lifestyle, Fitness, Aussehen, Partnerschaft, Konsum oder Freizeit: die Generation der über 50-Jährigen fühlt und gibt sich vital wie nie. Otten: „Alle versuchen, sie als Zielgruppe zu vermarkten. Wir erforschen, was sie wirklich will“. „Die 50+ Studie“ ist bundesweit die größte universitäre Online-Untersuchung dieser Generation. 200.000 Männer und Frauen werden angeschrieben und online befragt. In den kommenden Jahren wird die Studie regelmäßig wiederholt, um so Trends aufdecken zu können. Die Befragung läuft im Internet unter der Adresse: http://www.die50plusstudie.de. Otten: „Wir laden alle Menschen über 50 herzlich ein, sich auch direkt an der Studie zu beteiligen.“
Die demografischen Fakten sind unbestritten für jedermann erkennbar: Die Altersstruktur der Gesellschaft verändert sich in den meisten Industrienationen dramatisch. Die Experten sehen darin sogar einen globalen Wandel. Sinkende Geburtenraten und steigende Lebenserwartung führen zu völlig neuen Strukturen in der Bevölkerung. Diese Statistiken sind seit vielen Jahren bekannt. Doch wie gehen die Menschen selbst damit um, wie passen sich die sozialen Systeme dem Wandel an? Wie sehen die gesellschaftspolitischen Herausforderungen aus?

Ziel der Osnabrücker Soziologen ist es, Mythen und Fakten zu trennen und durch Langzeituntersuchungen die Entwicklungen in der Generation 50+ zukünftig besser und genauer erkennen zu können. „Das Osnabrücker 50+ Panel ist so angelegt, dass es zum Standard der empirischen 50+ Forschung wird“, so der Sozialwissenschaftler. Dazu trägt auch bei, dass die Soziologen einen langfristigen Forschungspartner gewonnen haben, die KarstadtQuelle Versicherungs AG.

Der Forschungsbericht wird im Herbst im Internet (www.uni-osnabrueck.de/50+) veröffentlicht. Zur Frankfurter Buchmesse erscheint unter dem Titel „Die 50+ Studie“ das Buch zur Studie (Rowohlt-Verlag). Otten wird in diesem populären Sachbuch einen spannenden Überblick die wissenschaftliche Debatte über das Älterwerden geben und Schlussfolgerungen ziehen, die aus den Ergebnissen der Studie resultieren.

Alle Teilnehmer an der Studie haben überdies die Möglichkeit, Mitglied im „Das 50+ Netzwerk“ im Internet zu werden. „Dort können sie sich ein Profil anlegen, alte und neue Freunde finden und gemeinsam auch konkrete politische oder soziale Projekte planen“, berichten Nina Melsheimer und Wassja Weiß, die als Mitarbeiter von Prof. Otten die Studie durchführen. Die empirischen Arbeiten betreut Prof. Dr. Reiner Niketta, Lehrstuhl für empirische Sozialforschung und Statistik am Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Osnabrück.

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Weitere Informationen:
Prof. Dr. Dieter Otten, Nina Melsheimer
Fachbereich Sozialwissenschaften
Seminarstraße 33, 49074 Osnabrück
Tel: +49 541 969 4042
Fax: +49 541 969 4600
Email: dotten@uni-osnabrueck.de
Weitere Informationen:
http://www.die50plusstudie.de

 

Gemeinschaftsklärwerk Verl-Sende

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Vorstellung des Gemeinschaftsklärwerks Verl-Sende

Bild KLA-Verl-004.jpg  Bild KLA-Verl-003.jpg

Organisation: 

Werkleitung:  Frau Koch (kaufmännisch) 
  Herr Meißner (technisch) 
Betrieb:  Herr Hötte 
Kläranlage:  Abwassermeister Herr Kaiser 
  Elektriker / Ver- und Entsorger Herr Prasse 
  Schlosser Herr Vormbrock 
  Ver- und Entsorger Herr Hülshorst 
Telefon:  05246/8557  
E-Mail:  ka-verl-sende@freenet.de 

Einzugsgebiet: 

Stadt Oerlinghausen:  süd-westliches Stadtgebiet 
Stadt Bielefeld:  Ortsteile Dalbke und Heideblümchen 
Stadt Schloß Holte-Stukenbrock:  nord-westliches Stadtgebiet 
Gemeinde Verl:  Ortsteil Sende 

Entwicklung: 

1966 – 1968:  Bau des Gemeinschaftsklärwerkes und Anschluss der Ortsteile der vier Kommunen über eine Sammelkanalisation 
    Ausbaugröße (nach Stand 1966):   25.000 EW 
    Ausbaugröße (nach Stand 1986):   10.000 EW 
  Aufbau der Anlage: 
  Abwasserbehandlung: Bogenrechen   
    Rundsandfang   
    Zulaufpumpwerk mit 2 Schnecken   
    Vorklärbecken   
    Belebungsbecken mit 3 Kreiselbelüftern   
    Nachklärbecken   
    Ablauf   
  Schlammbehandlung:  Voreindicker   
    Faulbehälter   
    Nacheindicker   
    Schlammtrockenbeete   
    Gasfackel   
1986 – 1992:  Umbau und Erweiterung des Gemeinschaftsklärwerkes 
    Ausbaugröße (nach Stand 1992):  30.000 EW 
    Ausbaugröße (nach heutigem Stand):  30.000 EW für
Parameter CSB und P 
      21.500 EW für Parameter N 
  Aufbau der Anlage 
  Abwasserbehandlung: Feinrechen mit Rechengutwäsche und -presse 
    belüfteter Langsandfang mit Sandklassierer 
    Venturimengenmessung   
    Zulaufpumpwerk mit 3 Schnecken   
    Vorklärbecken   
    vorgeschaltetes Denitrifikationsbecken   
    2 Kombibecken / Belebungsbecken mit innenliegenden Nachklärungen 
    Rücklaufschlamm- und Rezirkulationspumpwerk mit jeweils 2 Schnecken 
    Mischbecken für Phosphatfällung   
    Absetzbecken   
    Schönungsteich   
    Ablaufmengenmessung   
  Schlammbehandlung: 2 Voreindicker   
    2 Faulbehälter   
    2 Nacheindicker   
    Entwässerung mit Kammerfilterpresse 
    Schlammlagerplatz   
    Gasspeicher   
    2 Blockheizkraftwerke   
    Gasfackel   

Daten des Betriebsjahres 2004 

Anschlusssituation:  angeschlossene Einwohnerwerte:  22.000 EW   
  davon Einwohner  16.000 E   
  bzw. Industrie   6.000 EGW   
Reinigungsleistung: Abwassermenge:  1.000.000 m³   

Parameter: Ablaufwerte gemäß Erlaubnisbescheid  erklärte Ablaufwerte gemäß §4 Abs. 5 AbwAG erreichte Ablaufmittelwerte im Betriebsjahr 2004 
CSB  45 mg/l  32 mg/l  24 mg/l 
1,2 mg/l  1,2 mg/l  0,72 mg/l 
18 mg/l  7 mg/l  4,9 mg/l 
JSM  1.289.000 m³  1.289.000 m³  1.231.732 m³ 

Rest- bzw. Abfallstoffe:  Rechengut:   59 t 
  Sandfanggut:   56 t 
  Klärschlamm:  1.089 t 
Energiemengen:  Strombezug:  430.000 kWh 
  Leistungsbezug:  132 KW 
  Erdgasbezug:   339.000 kWh 
  Faulgas:  1.006.000 kWh 
  BHKW (Strom):  300.000 kWh 
  (Wärme):   keine Messungen 
Hilfsstoffe:  Flockungsmittel:  625 kg 
  Fällmittel:  72 t Polyaluminiumsalz 
    96 t Eisen-III-chlorid 
    162 t Kalk 

Maschinelle Ausrüstung Abwasserbehandlung 

Mechanische Stufe: 
Bild KLA-Verl-006.jpg 1 Filterstufenrechen, Stababstand 6 mm
Fa. MEWA, Baujahr 2002
Bild KLA-Verl-008.jpg 1 Rechengutwäsche und -presse
Fa. MEWA, Baujahr 2004
  1 belüfteter Langsandfang mit Räumer Volumen 43 m³ Räumer Fa. Steinmann & Ittig, Baujahr 1992 
  1 Sandklassierer Fa. Steinmann & Ittig, Baujahr 1992 
  Venturimengenmessung Fa. Endress & Hauser, Baujahr 1992 
  Zulaufpumpwerk mit 3 Schneckenpumpen
• Schneckenpumpe 1, 100 l/s (Fa. Spaans, Baujahr 1968)
• Schneckenpumpe 2, 160 l/s (Fa. Spaans, Baujahr 1968)
• Schneckenpumpe 3, 160 l/s (Fa. Spaans, Baujahr 1992) 
  1 Vorklärbecken mit Räumer
Beckenvolumen 690 m³
Räumer Fa. Steinmann & Ittig, Baujahr 1992 
Biologische Stufe mit Nitrifikation / Denitrifikation: 
  1 Denitrifikationsbecken mit Rührwerken
Beckenvolumen 900 m³
3 Rührwerke Fa. Flygt, Baujahr 1992 
  2 Kombibecken mit Räumer

Belebung:
Belebungsvolumen 2.360 m³ (2×1.180 m³)
2 Rührwerke Fa. Flygt, Baujahr 1992
28 Belüftergitter mit jeweils 22 Belüfterkerzen

Nachklärung:
Nachklärbeckenvolumen 2.900 m³ (2x 1.450 m³)
Räumer mit Schwimmschlammabzug
Fa. Steinmann & Ittig, Baujahr 1992

  Gebläsestation:
3 polumschaltbare Gebläse mit jeweils 50 KW
Fa. RKR, Baujahr 1992 
  Rücklauf- und Rezirkulationspumpwerk
• Schneckenpumpe 1, 100 l/s (Fa. Spaans, Baujahr 1992)
• Schneckenpumpe 2, 100 l/s (Fa. Spaans, Baujahr 1992)
• Schneckenpumpe 3, 100 l/s (Fa. Spaans, Baujahr 1992)
• Schneckenpumpe 4, 100 l/s (Fa. Spaans, Baujahr 1992)
Chemische Stufe für die Phosphatfällung : 
  1 Misch- und Flockungsbecken mit Rührwerk
Beckenvolumen 175 m³
1 Rührwerk Fa. Flygt, Baujahr 1992 
  1 Absetzbecken mit Räumer
Beckenvolumen 900 m³ Räumer
Fa. Steinmann & Ittig, Baujahr 1992 
Bild KLA-Verl-017.jpg Fällmitteldosierstation 2 Lagertanks,
Volumen 20 m³, Baujahr 1992
2 Dosierpumpen, Fa. Grundfos Baujahr 2000 
  Schlammpumpwerk mit Excenterschneckenpumpen
2 Schneckenpumpen Fa. Allweiler, Baujahr 1992 
Ablauf 
  Schönungsteich mit Rechen
Teichvolumen 6.000 m³, Baujahr 1992
Rechen Fa. , Baujahr 1992 
  Ablaufmengenmessung
2 MID Fa. Krohne, Baujahr 1992 / 1999 

Maschinelle Ausrüstung Schlammbehandlung 

  Primärschlammpumpwerk
2 Excenterschneckenpumpen, Fa. Allweiler, Baujahr 1992 
  Voreindickung
1 Voreindicker Volumen 57 m³, Baujahr 1968
1 Voreindicker Volumen 134 m³, Baujahr 1992 
Bild KLA-Verl-019.jpg Faulung
1 Faulbehälter Volumen 1.000 m³, Baujahr 1968
1 Faulbehälter Volumen 600 m³, Baujahr 1992 
  Eindickung
1 Nacheindicker Volumen 293 m³, Baujahr 1992
1 Nacheindicker Volumen 382 m³, Baujahr 1992 
  Entwässerung
Kammerfilterpresse, Fa. Passavant, Baujahr 1992
86 Platten á 120cm x120 cm
1 Konditionierungsbecken, Volumen 30 m³
1 Filtratspeicherbecken, Volumen 80 m³
1 Kalksilo, Volumen m³
2 Lagertanks für Fe³-CL, Volumen 20 m³ 
  Schlammlagerplatz
Lagerkapazität 700 t, Baujahr 1992 

Maschinelle Ausrüstung Faulgasbehandlung 

Bild KLA-Verl-021.jpg Niederdruckgasspeicher
Fa. Schreiber, Volumen 400 m³, Baujahr 1992 
Bild KLA-Verl-023.jpg BHKW-Anlage
Fa. Kuntschar & Schlüter
2 BHKW-Module, Baujahr 2004
Leistung jeweils 55 kW elektrisch
Leistung jeweils 108 kW thermisch 
  Heizungsanlage
Fa. Buderus, thermische Leistung 100 kW
Baujahr 1992 
Bild KLA-Verl-027.jpg Gasfackel
Fa. Schreiber, Baujahr 1992

Bereitstellung der Daten und Bilder durch Hr. Harry Kaiser.

Am 1. April öffnet die Analytica und Analytica Conference – Nano- und Bioanalytik herausragend vertreten

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Bild Akt-Analytika-F.jpg Zur weltgrößten Fachmesse für Analytik und Labortechnik in der Chemie, Biochemie, Lebensmittelchemie, Klinischen Chemie und den Life Sciences wird in diesem Jahr in München mit 30.000 Fachbesuchern gerechnet. Die Messegäste erwartet jedoch nicht nur eine interessante Firmenausstellung mit den neuesten Entwicklungen für analytische Labors, sondern auch der bedeutendste Analytiker-Kongress Europas, die Analytica Conference, die an den ersten drei Messetagen vom 1. bis 3. April stattfindet. Von der Analytik in der Materialforschung, beispielsweise für moderne Brennstoffzellen oder Batterien, über neue Sensoren bis zur Aufklärung zellbiologischer Vorgänge reicht das Spektrum der Themen. Drei wissenschaftliche Gesellschaften, die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), die Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) und die Deutsche Vereinte Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL), zeichnen für das Programm verantwortlich.

Highlights der Konferenz sind die sechs Plenarvorträge, zwei davon werden von den Preisträgern des neu geschaffenen Analytica Forschungspreises gehalten, der von der Firma Roche gestiftet und von der GBM verliehen wird. Die Preisträger werden zur Analytica bekannt gegeben.

Ein weiterer Plenarvortrag befasst sich mit einem Schwerpunktthema der Konferenz, mit der Nanoanalytik. Professor Dr. Harald Fuchs, Direktor des Physikalischen Instituts der Universität Münster, Mitbegründer sowie wissenschaftlicher Leiter des Center of Nanotechnology (CeNTech) in Münster sowie Mitglied des Instituts für Nanotechnologie (INT) am Forschungszentrum Karlsruhe, gilt als einer der führenden Nanowissenschaftler Europas. Der mehrfach Ausgezeichnete erhielt bereits 1994 den hochdotierten Philip-Morris-Forschungspreis für seine Arbeiten zur Nanotechnologie. Über 300 wissenschaftliche Beiträge haben Fuchs und seine Mitarbeiter bereits veröffentlicht und ihre Arbeiten in rund 500 Vorträgen auf Tagungen vorgestellt. Die anwendungsrelevanten Arbeiten wurden durch über 30 Patentanmeldungen geschützt. Auf der Analytica Conference wird er über seine Materialuntersuchungen auf atomarer Ebene sprechen, die er u.a. mit der Rasterkraft- und der Rasterelektronenmikroskopie durchführt. Er untersucht vor allem dünne organische Schichten und biologische Materialien. Aus diesen Untersuchungen ergeben sich entscheidende Informationen über die Struktur-Eigenschaftsbeziehungen organisch/anorganischer Grenzflächen, die für die Praxis von großer Bedeutung sind, um beispielsweise die Haftungseigenschaften unterschiedlicher Materialien oder die Stabilität von molekularen Schichten auf Oberflächen besser zu verstehen. Darüber hinaus wird die Analytik weiter entwickelt beispielsweise auch für neue optimierte nanoanalytische Messmethoden für die Nanomedizin, in der die Nanotechnologie neue Therapie- und Diagnoseverfahren ermöglichen soll.

Mit der der Kopplung von modernen, hochselektiven massenspektrometrischen Analyseverfahren und der Nutzung für die Systembiologie und Medizin befasst sich Professor Dr. Jan van der Greef in seinem Plenarvortrag auf der Analytica Conference. Den Chemiker van der Greef, Professor für Analytische Biowissenschaften an der Universität Leiden und Direktor der Abteilung Systembiologie, TNO Pharma, Zeist, Niederlande, fasziniert der Rhythmus des Lebens von der zellulären Ebene bis hin zum gesamten Organismus. Sein wichtigstes Forschungsthema ist daher, den komplexen und dynamischen Ablauf der Lebensvorgänge mit analytischen Methoden (Massenspektrometrie) und mit Hilfe der Bioinformatik zu untersuchen. Man nennt diese wissenschaftliche Disziplin Systembiologie. Seine Forschungsergebnisse sind für die Medizin und Biopharmazie von großem Nutzen, kann er doch auf der Ebene der Gene, Proteine und Stoffwechselprodukte Unterschiede bei gesunden und kranken Menschen erkennen. Umgesetzt werden seine Forschungsergebnisse beispielsweise in den Startup-Unternehmen SU BioMedicine, BG Medicine und Kiadis, deren Mitbegründer er war. Van der Greef wurde wegen seiner richtungsweisenden Arbeiten, über die er in über 300 wissenschaftlichen Publikationen und in mehr als 200 Vorträgen berichtet hat, mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit der Ehrendoktorwürde der Universität Ghent, mit einer Honorarprofessur von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und mit dem Scheele-Preis der Schwedischen Akademie für Pharmazeutische Wissenschaften.

Professor Dr. Ryszard Lobinski, der sich an der Technischen Universität Warschau habilitierte, wurde nach Stationen am Institut für Spektroskopie und Angewandte Spektrometrie (ISAS) in Dortmund und an der Universität Antwerpen Forscher beim Centre National de la Recherche Scientifique. Am CNRS in Pau leitet er als Forschungsdirektor die Gruppe für Bioanorganische Analytische Chemie. Außerdem lehrt er Analytische Chemie an der TU Warschau, ist Co-Direktor der UltraTrace Analyses Aquitaine, ein Startup-Unternehmen an der Universität Pau, und Vorsitzender der IUPAC-Kommission für Mikro- und Spurenanalyse. Mit seinem Plenarvortrag über seine Arbeiten zur Spurenelementanalyse und zur chemischen Bindungsform (Spezies) dieser Elemente in den Life-Sciences stellt er in München die neuesten Fortschritte bei der Kopplung von chromatographischen und elektrophoretischen Trennverfahren mit der Element- und Molekularmassenspektrometrie vor und spricht über die neuesten Entwicklungen auf den Gebieten der Metalloproteomics, Metallometabolomics und Metallomics – so nennt man die wissenschaftlichen Disziplinen, die der Bestimmung von Metallionenenkonzentrationen und Metallspezies in Proteinen, Stoffwechselprodukten und in der Zelle zu Grunde liegen.

Der von der DGKL eingeladene Plenarvortragende ist Professor Dr. Carl Borrebaeck, Vorsitzender der Abteilung Immuntechnologie der Universität Lund in Schweden. Er ist nicht nur Mitglied der Königlichen Akademie der Ingenieurwissenschaften sowie verschiedener wissenschaftlicher Gremien, sondern auch Mitbegründer der BioInvent International AB und der Alligator Bioscience AB. Sein wissenschaftliches Interesse gilt hauptsächlich der Immuntherapie von Krebserkrankungen. Seine über 250 Beiträge in internationalen Zeitschriften befassen sich vorwiegend mit humanen rekombinanten Antikörpern sowie mit der Funktion von B-Lymphozyten im normalen und erkrankten Immunsystem. Borrebaeck faszinierte schon früh, dass Leben durch leblose Moleküle ermöglicht wird. Und so begann er mit Studien über die molekularen Mechanismen des Immunsystems. Sein Wissen versucht er nun für die Biomedizin zu nutzen – für neue Medikamente und in der Krankheitsvorsorge. In seinem Plenarvortrag „Affinitäts-basierte Protein Chips: diagnostische Anwendungen in der Onkologie“ wird er sich auf diagnostische Einsatzmöglichkeiten dieser neuen Technologie konzentrieren.

Aktuelles Programm zur Analytica Conference unter www.gdch.de/analytica2008 .
Pressemitteilung
Dr. Renate Hoer, Abteilung Öffentlichkeitsarbeit
Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.
04.03.2008
Ansprechpartner für die Presse:

Analytica Conference
Dr. Renater Hoer
Gesellschaft Deutscher Chemiker
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 069/7917-493
E-Mail: r.hoer@gdch.de

Analytica
Ellen Richter-Maierhofer
Pressereferat analytica
Tel.: 089/949-20650
E-Mail: ellen.richter-maierhofer@messe-muenchen.de

12. Internationaler Papierschiff Wettbewerb

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Universität Rostock sucht wieder Schiffe aus Papier
Neun Gummibärchen tragen mehr als 19 Pakete Butter?

Zum 12. Mal veranstaltet die Universität Rostock den Internationalen Papierschiff Wettbewerb. Es werden wieder Schiffe gesucht, die nur aus Papier gebaut sind und möglichst viele Bleikugeln tragen können. „Wir sind gespannt, ob dieses Jahr der bestehende Weltrekord mit einer Zuladung von über 4750 Gramm bei einem Eigengewicht des Schiffchens von nur zehn Gramm überboten werden kann“, so Prof. Robert Bronsart, der Initiator des Wettbewerbes, „diese Zuladung entspricht beinahe fünf Literpackungen Milch oder mehr als 19 Paketen Butter, getragen von einem Schiff, das selbst nur so viel wiegt wie neun Gummibärchen!“
Die Teilnahmebedingungen sind wieder ganz einfach, jeder kann mitmachen und sein Schiffchen bis zum 4. April an die Veranstalter schicken. Der Wettbewerb findet wieder im Rahmen der „Langen Nacht der Wissenschaften“ der Universität Rostock am 24. April in der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik in der Albert-Einstein-Straße statt. Bereits ab 16:00 Uhr sind alle Konstrukteure und Interessierte herzlich eingeladen um mitzuerleben, wie viel das eigene Schiffchen und die der anderen Teilnehmer tragen kann bevor es versenkt wird. Papierschiffe und Wissenschaft, wie passt das zusammen mag man sich fragen, Prof. Bronsart: „Wenn man sieht, mit wie viel Einsatz sich gerade die vielen teilnehmenden Schüler mit dem Thema beschäftigen, kann man durchaus von Wissenschaft sprechen“ und ergänzt schmunzelnd: „der Beitrag aus der Sendung mit der Maus über den Wettbewerb ist hervorragend geeignet, unseren Studierenden das Problem mit dem Schwimmen und dem Untergehen zu erklären“.
Zunächst gilt es aber wieder, sich eine raffinierte Konstruktion auszudenken und diese unter Beachtung der sehr einfachen Teilnahmebedingungen zu bauen.
Viele Unternehmen der Schiffbauindustrie, die händeringend qualifizierte Schiff-bauingenieure suchen, unterstützen diesen Wettbewerb um damit bei den Teilneh-mern das Interesse an der faszinierenden Schiffstechnik zu befördern. Damit wird es wieder möglich sein, in mehreren Kategorien Preise gewinnen zu können. Der Gewinner erhält mindestens 500 €, wenn ein neuer Weltrekord aufgestellt wird, gibt es zusätzlich noch einmal 500 €!
Wer mehr wissen möchte, findet alles weitere und dazu noch interessante Informa-tionen zu den Wettbewerben der letzten Jahre unter: www.paperboat.de. Fragen können gerne an paperboat@uni-rostock.de gerichtet werden.

Ansprechpartner:
Kersten Ziesemer
Tel.: 0381 498 9276
FAX: 0381 498 9272
kersten.ziesemer@uni-rostock.de

Pressemitteilung
Ingrid Rieck, Presse- und Kommunikationsstelle
Universität Rostock

Profitiert unsere Gesundheit von Umweltzonen?

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„Umweltzonen können für die menschliche Gesundheit weit mehr nützen, als sich aus den routinemäßigen Feinstaubmessungen ablesen lässt. Sie sind umso effektiver, je stringenter sie die Hauptübeltäter aus der Stadt heraus halten, und das sind Diesel-Pkws und Diesel-Lkws ohne Partikelfilter“.

Zu diesem Ergebnis kommt Professor H. Erich Wichmann vom Helmholtz Zentrum München nach der Auswertung von Studien aus Deutschland und anderen europäischen Ländern.

Derzeit wird in Deutschland eine heftige Diskussion über den Sinn von Umweltzonen geführt. Diese Diskussion ist geprägt vom Blick auf die gemessenen Feinstaubkonzentrationen, übersieht aber völlig, dass Feinstaub eine komplexe Mischung von hoch toxischen bis hin zu harmlosen Komponenten ist. Die Reduktion der hoch toxischen Komponenten wäre in Hinblick auf die menschliche Gesundheit sehr relevant, während eine Reduktion der harmlosen Komponenten nichts bringt.

Verkehrslenkende Maßnahmen sind dann sinnvoll, so Wichmann, wenn dadurch die Exposition der Menschen reduziert wird. Bedenkt man, dass die Konzentration von Partikeln, die durch den Straßenverkehr erzeugt werden, 100 Meter von der Strasse entfernt bereits auf ein Drittel abnimmt, dann spielt es eine wichtige Rolle, ob der Verkehr durch enge Straßen in dicht besiedelten Innenstädten fließt oder über Umgehungsstraßen, die relativ weit von der Wohnbebauung entfernt sind.

Irrelevant sind demgegenüber Maßnahmen, die harmlose Feinstaubpartikel reduzieren. Hierzu zählt z.B. die verstärkte Straßenreinigung, denn Erdkrustenmaterial, das den Hauptanteil des aufgewirbelten Staubes ausmacht, zeigt keine gesundheitlichen Einflüsse.

Die Errichtung von Umweltzonen befindet sich noch im Anfangsstadium. Deshalb konnten positive gesundheitliche Auswirkungen naturgemäß noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden. Vorhandene epidemiologische Daten zeigen aber deutlich, dass Feinstaub eine erhebliche Auswirkung auf die menschliche Gesundheit hat. So ist Feinstaub aus den Abgasen des Kfz-Verkehrs und insbesondere aus Dieselfahrzeugen ohne Partikelfilter toxikologisch erheblich relevanter als Feinstaub aus anderen Quellen.

Positive Auswirkungen der Verkehrsreduktion in Städten auf die Gesundheit waren selbst bei zeitlich begrenzten Maßnahmen direkt nachweisbar. Während der olympischen Sommerspiele 1996 in Atlanta wurden Verkehrsbeschränkungen veranlasst und deren Einfluss auf die Luftqualität analysiert. Die Verbesserung der Luft führte zu einem zeitweisen Rückgang der Schwere von bestehenden Asthmaerkrankungen. 2002 wurde während der Asien-Spiele in Korea der Straßenverkehr eingeschränkt. Alle verkehrsabhängigen Schadstoffe wurden dadurch um 25 Prozent reduziert und die Zahl der Krankenhausaufnahmen für Kinder mit Asthma war in der Folge um 27 Prozent geringer.

Durch Umweltzonen wird der Kfz-Verkehr in dicht bebauten Innenstadtbereichen reduziert. Dadurch wird die verkehrsnahe Exposition einer großen Zahl von Menschen verringert. Deren inhalierte Dosis von gesundheitsrelevantem Feinstaub sinkt erheblich stärker, als sich dies an der Veränderung der gemessenen Feinstaubkonzentrationen ablesen lässt

Schließlich haben noch andere verkehrsabhängige Schadstoffe wie Stickstoffdioxid oder Verkehrlärm Auswirkungen auf die Gesundheit. Wenn auch nach heutigem Wissensstand die Feinstaubproblematik im Vordergrund steht, sollten diese Aspekte nicht vernachlässigt werden.

Redaktion:
Heinz-Jörg Haury, Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt
Ingolstädter Landstraße 1, 85764 Neuherberg
Telefon: 089/ 3187-2460, Fax: 089/ 3187-3324
Email: presse@helmholtz-muenchen.de

Neuherberg, 5. März 2008
Michael van den Heuvel, Kommunikation
Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

05.03.2008

Weitere Informationen:

www.helmholtz-muenchen.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen-2008/pressemitteilung-2008-detail/article/774/9/index.html

Fische sterben nach Gülleunfall

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An der Biogasanlage in Lichtenau-Henglarn sind 400 bis 500 Kubikmeter Gülle-Silage-Gemisch an der Biogasanlage ausgelaufen und haben ein großes Fischsterben ausgelöst. Es wird von 2500-3000 kg toter Fische ausgegangen.
Ein Gutachter soll jetzt die genaue Ursache ermitteln. Bekannt wurde zunächst, dass sich die Steuerungsanlage der Biogasanlage selbstständig gemacht hatte. Der Landrat Manfred Müller erklärte, dass die Anlage sofort stillgelegt wurde und meinte, „angesichts dieses verheerenden Umweltschadens muss vor allem geprüft werden, ob und wie man solche Unglücke verhindern kann, beispielsweise durch erhöhte Auflagen oder die Verschärfung der Genehmigungsverfahren. “ Dies sei jedoch Aufgabe des Gesetzgebers.
Der Bürgermeister Wange aus Lichtenau erklärte, dass wegen der nicht unumstrittenen Akzeptanz der Biogasanlage im Alternautal, alles “ für eine uneingeschränkte Aufklärung des Falles “ getan werde.

Schwarzer Tod im Wattenmeer

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WWF kritisiert schleichende Ölverschmutzung im Nationalpark Wattenmeer

Hamburg – Mehr als 1000 verölte Trauerenten und andere Seevögel wurden auf den Nordseeinseln Föhr und Amrum gesichtet. „Die Ölverschmutzung geht wahrscheinlich auf die illegale Reinigung von Tanks auf hoher See zurück“, vermutet Hans-Ulrich Rösner vom WWF Wattenmeerbüro. Die Überlebenschancen für die verölten Vögel sind gering. Das Öl verklebt das Gefieder und es verliert seine Isolationswirkung gegenüber dem kalten Wasser. Hinzu kommt die Wirkung der Giftstoffe, die die Vögel beim Putzen des Gefieders in den Magen aufnehmen. Die Erfahrung zeige, dass die Tiere nach Reinigungsversuchen sehr selten zu einem normalen Vogelleben zurückfinden können. Viele von ihnen seien bereits tot.
Die Untersuchungen des an den Stränden von Amrum und Föhr gefundenen Öls sind nicht abgeschlossen. Ein Schiffsunfall ist aktuell dort nicht bekannt geworden. In der Vergangenheit handelte es sich bei solchen Ölfunden fast immer um die Rückstände von Tankreinigungen bei Schiffen. Die sind in der Nordsee illegal. „ Noch immer gibt es in der Schifffahrt zu viele schwarze Schafe, die auf Kosten anderer ihren Dreck beseitigen“, so Rösner.
Der WWF begrüßt die Überwachung der deutschen Meeresgewässer aus der Luft, um Ölkriminelle bei ihren Taten zu entdecken. Auch wenn es im aktuellen Fall anscheinend nicht gelungen sei, die Täter ausfindig zu machen, würde man ohne diese Überwachungsflüge noch häufiger Öl und tote Vögel im Nationalpark und an den Stränden der Inseln beklagen müssen.
WWF Pressemitteilung vom 5.2.08 

2006: 9,5 Millionen Liter wasserge­fährdende Stoffe bei Unfällen freigesetzt

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WIESBADEN – Im Jahr 2006 ereigneten sich nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) insgesamt 2 175 Unfälle beim Umgang mit und bei der Beförderung von wassergefährdenden Stoffen. Dabei gelangten rund 9,5 Millionen Liter wassergefährdende Substanzen in die Umwelt – das entspricht etwa 730 befüllten Tanklastern. Während die Zahl der Unfälle gegenüber dem Vorjahr leicht zurückging (- 5,1%), stieg 2006 die freigesetzte Stoffmenge um 32,3%. Zu berücksichtigen ist dabei jedoch die Zufälligkeit des Unfallge­schehens und die damit freigesetzte Stoffmenge, die in den einzelnen Berichtsjahren stark schwankt.

Bei den gemeldeten Unfällen konnten 2006 mehr als 3,9 Millionen Liter wassergefährdende Stoffe durch Maßnahmen wie Abdichten schadhafter Behälter, Aufbringen von Bindemitteln, Einbringen von Sperren in Gewässern oder Löschen etwaiger Brände wiedergewonnen werden. Das ergab eine Wiedergewinnungsquote von 41% (2005: 49%). Bei den insgesamt 2 175 Unfällen wurden 744 600 Liter verunreinigte Substanzen der Wassergefährdungsklasse 2 (wassergefährdend) und 777 600 Liter der höchsten Wassergefährdungsklasse 3 (stark wassergefährdend) freigesetzt. Die Mengen führten hauptsächlich zu Verunreinigungen des Bodens und teilweise zu Mehrfach­belastungen des Wasserhaushaltes, aber auch zu Verschmutzungen von Kanalnetzen sowie von Oberflächengewässern.

Beim Umgang mit wassergefährdenden Stoffen ereigneten sich insgesamt 790 Unfälle, davon 545 Unfälle in Lageranlagen. Hierbei gelangten 5,5 Millionen Liter Schadstoffe wie Jauche, Gülle und Silagesickersaft von den Lageranlagen in die Umwelt. Etwa die Hälfte der freigesetzten Menge konnte wiedergewonnen werden. Diese Stoffe sind nicht in Wassergefähr­dungsklassen eingestuft, bergen jedoch wegen ihrer großen Mengen ein beträchtliches Gefährdungspotenzial für Grundwasser oder Gewässer.

Bei der Beförderung von wassergefährdenden Stoffen ereigneten sich 1 385 Unfälle und hier in erster Linie beim Transport mit Straßenfahrzeugen (94%). Dabei wurden 534 200 Liter wassergefährdende Substanzen freigesetzt. Überwiegend handelte es sich um Mineralölprodukte (320 100 Liter). Davon konnte knapp ein Drittel weder wiedergewonnen noch geordnet entsorgt werden und belastet somit dauerhaft den Wasserhaushalt. Besonders häufig tritt als Unfallursache menschliches Fehlverhalten bei der Beförderung von wassergefährdenden Stoffen auf. So wurden 576 Unfälle, knapp 42%, durch Verhaltensfehler verursacht

Statistisches Bundesamt
Pressemitteilung Nr. 052 vom 12.02.2008