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Energiekosten von Kläranlagen und Kanalnetzen

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Dr.-Ing. G. Seibert-Erling/T. Etges 

1. Einleitung

Die gestiegenen Energiekosten zwingen die Verantwortlichen im privaten, kommunalen und industriellen Bereich zum Handeln. Trotz oder gerade wegen der schwierigen wirtschaftlichen Situation und knapper Kassen wächst der Entscheidungsdruck für energetische Investitionen, die sich bei steigenden Preisen wieder lohnen. Besondere Aufmerksamkeit gilt den anteilig größten Verbrauchern. Im Kommunalen Bereich sind das üblicherweise die Abwasserreinigung (ca. 35%), die Schulen (25%) und die Straßenbeleuchtung (25%). Eine in mehrfacher Weise herausgehobene Stellung hat dabei die Kläranlage:

•  Sie ist oft der größte Einzelverbraucher und somit das von den Energieversorgern begehrte „Sahnestück“ im Stromliefervertrag einer Kommune. 
Ideen zur Verbesserung der Energieeffizienz haben finanziell und ökologisch eine große Wirkung. 
Das anfallende Klärgas ist regenerative Energie, welche bei Nutzung mit einem Blockheizkraftwerk (BHKW) den Wärmebedarf der Anlage fast vollständig und den Strombedarf zu etwa 25 – 40 % deckt. 
Bei einem Anteil der Energiekosten von etwa 30 – 40 % an den Betriebskosten bleibt die erste Pflicht des Betriebsleiters zwar die Einhaltung der Überwachungswerte. Der verantwortliche Umgang mit der Energie ist aber nicht weniger wichtig als Personal, Entsorgung und Abwasserabgabe.

Die Erkennung und Abschätzung von Optimierungspotenzialen ist in den letzten Jahren wegen der kaum kalkulierbaren Preissteigerungen und der energierechtlichen und steuerlichen Randbedingungen schwieriger geworden. In dem vorliegenden Beitrag soll die energetische Situation der Kläranlagen und Sonderbauwerke beleuchtet werden. Betreiber sollen motiviert werden, sich ihre eigene Situation transparent zu machen und eine Strategie zur Optimierung der Energiekosten zu entwickeln.

2. Entstehung, Ziele und Auswirkungen des neuen Energierechts

Die sich zuspitzende Situation bei den Energiekosten ist das vorläufige Ergebnis der Anfang der 90er Jahre eingeleiteten Neugestaltung des Energierechts [1]. Die wesentlichen energiepolitischen Ziele waren eine europaweite Liberalisierung des Energiemarktes und die Förderung des Einsatzes regenerativer Energien. In der Bevölkerung stieß dieses Vorhaben in Erwartung günstiger Preise und angesichts der nicht länger bestreitbaren Auswirkungen der Klimaveränderungen auf breite Zustimmung. Nun war das neue Energierecht keinesfalls zu einem bestimmten Zeitpunkt einheitlich verfügbar, sondern die einzelnen Gesetze sind auf europäischer und nationaler Ebene sukzessive, teilweise parallel und ohne gegenseitige Abstimmung beschlossen und in Kraft gesetzt worden. In Deutschland wurde zusätzlich die sog. ökologische Steuerreform eingeleitet mit dem Ziel, durch eine künstliche Verteuerung der Energie Anreize zum sparsamen Umgang damit zu schaffen. Mit den zusätzlichen Steuereinnahmen sollte die Arbeitslosigkeit eingedämmt werden. Die praktische Umsetzung dieses politischen Großprojektes in Gesetze, Rechtsverordnungen und Verwaltungsvorschriften verlief jedoch schleppend. Zudem machten Lücken, Widersprüche und missverständliche Auslegungen häufige Revisionen und Überarbeitungen erforderlich. Die aktuell gültigen gesetzlichen Regelungen sind im Bild 1 dargestellt. Die letzte auch für den Abwasserbereich interessante Neuerung ist das zum 01.08.2006 in Kraft getretene Energiesteuergesetz, welches u. a. das bisherige Mineralölsteuergesetz ablöst. Mit dem heute erreichten Zwischenstand sind die großen politischen Ziele der Liberalisierung und des Einsatzes regenerativer Energien zwar formal durchgesetzt; es ist aber nicht zu übersehen, dass bei der Umsetzung zu blauäugig an das Thema herangegangen wurde und entstandene Fehlentwicklungen auf politischer Ebene spät erkannt wurden. Am Ende hält sich auch die Begeisterung der Verbraucher angesichts galoppierender Preise für Strom und Gas in Grenzen.

Bild 1: Übersicht Energierecht heute
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Zusammenfassend hat das neue Energierecht folgende Veränderungen mit den nachfolgend aufgeführten Vor- und Nachteilen gebracht:

•  Die alte monopolistische Versorgungsstruktur wurde formal aufgebrochen und in die Bereiche Erzeugung (Kraftwerke), Transport (Netzzugang, Durchleitung) und Lieferung (Verbrauch) aufgeteilt. 
  (+)  Nach einigen turbulenten Jahren des Umbruchs hat sich der Markt neu geordnet. Jeder kann grundsätzlich seine Energie frei am Markt kaufen. Öffentliche Auftraggeber sind grundsätzlich zur Ausschreibung verpflichtet. 
  (-)  Es existiert zwar eine dezentrale Versorgungsstruktur mit einer größeren Zahl von Anbietern. Der Markt wird aber nach wie vor von den ehemaligen großen Konzernen beherrscht. Die Verbraucher tragen die Lasten hoher und fast einheitlicher Preise.
Die ökologische Steuerreform ist umgesetzt und entfaltet die ihr zugedachte energiepolitisch lenkende Wirkung. 
  (+) Die Strom- bzw. Ökosteuer und die Umlagen (EEG und KWK) verteuern die Energie und regen zum sparsamen Umgang mit dieser sowie zu Investitionen in energieeffiziente Geräte und Anlagen an. 
  (+) Unbestreitbar hat sich unter den geschaffenen langfristig günstigen Voraussetzungen die Wirtschaft im Bereich der regenerativen Energien, vor allem die Windkraft und Bioenergie, positiv entwickelt und zahlreiche Arbeitsplätze mit guten Exportchancen geschaffen. 
  (-) Die Gesetze sind nicht wie vorgesehen der Leitfaden für energiebewusstes Handeln im Sinne der energiepolitischen Ziele, sondern die Einsparungen ergeben sich in vielen Fällen aus lückenhaften Formulierungen oder nicht berücksichtigten Sonderfällen. Juristische oder steuerliche Spitzfindigkeiten sparen teilweise mehr Geld als energieeffiziente Technik. 

3. Die Auswirkungen auf die Abwasserbranche

An erster Stelle der Auswirkungen steht natürlich der Strompreis, weil er den monatlichen Abrechnungsbetrag bestimmt. Erfreulicherweise war dieser Betrag zwischen 1995 und 1999 für fast alle Betreiber zunächst stark gesunken. Danach setzte infolge der in Stufen eingeführten Ökosteuer und der neuen Umlagen für EEG und KWK wieder ein allmählicher Preisanstieg ein. Etwa 2005 war hinsichtlich der zu zahlenden Endsumme das alte Preisniveau wieder erreicht. Für viele unbemerkt geblieben war jedoch die völlig veränderte Aufteilung der Kosten. Vor der Liberalisierung war die Mehrwertsteuer die einzige Steuer; nach der energiepolitischen Wende sind ca. 35 – 40% des Endbetrages Steuern und Umlagen (Bild 2). An dieser Stelle sei noch einmal kritisch angemerkt, dass mit der Erhebung der Mehrwertsteuer auf die zu zahlende Ökosteuer und sämtliche Umlagen eine Doppelbesteuerung vorliegt.

Bild 2: Liberalisierung und Ökologische Steuerreform
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Eine ebenfalls spürbare Auswirkung ergab sich auf die Situation der Eigenstromerzeugung aus Klärgas und Erdgas. Für Kläranlagen verschlechterte sich infolge der sinkenden Strompreise die Wirtschaftlichkeit soweit, dass einige mit Erdgas betriebene BHKWs vorübergehend stillgelegt wurden. An einen weiteren Ausbau der Klärgasnutzung bei den erst in geringem Umfang ausgerüsteten Anlagen mit einer Ausbaugröße von 20.000 – 100.000 EW war Mitte der 90er Jahre nicht zu denken. Aber solange die schädlichste aller Varianten der Klärgasnutzung, nämlich das Abfackeln oder gar das unmittelbar die Ozonschicht schädigende Ablassen des Methangases steuerfrei blieben, gab es für die Betreiber weder eine Veranlassung noch einen finanziellen Anreiz, über eine sinnvollere Nutzung nachzudenken. Daran änderten auch die politischen Appelle für den verstärkten Einsatz regenerativer Energien und die nach dem EEG garantierte Vergütung von 7,67 ct/kWh nichts. Der BHKW-Markt in Deutschland brach bei den niedrigen Strompreisen zusammen.

Erst mit der Einführung der Ökosteuer 1999 belebte sich der Markt wieder langsam. Der erhoffte Boom bei den Kläranlagen blieb jedoch aus, weil durch die Preiserhöhung zwar die Klärgasverstromung für den Eigenbedarf interessant wurde. Für die Einspeisung nach dem EEG war bei der Gesetzgebung jedoch übersehen worden, dass bei einem Verkauf des aus Klärgas erzeugten Stroms und der im Gegenzug zu erhöhenden Fremdbezugsmenge weder die Ökosteuer und die Umlagen noch die Mehrwertsteuer kompensiert wurden [2]. Somit brachte ein Verkauf des aus Klärgas erzeugten Stroms nur für wenige größere Betreiber einen finanziellen Vorteil auf Zeit, der mit jeder Erhöhung des Strompreises weiter zusammenschmolz. Spätestens seit der letzten größeren Strompreiserhöhung in diesem Jahr ist für alle Kläranlagen bei den aktuellen steuerlichen Randbedingungen eine EEGEinspeisung uninteressant. Allerdings kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Einspeisung nach dem KWKModG einen finanziellen Vorteil bringen. Obwohl es um eine finanziell und ökologisch nicht zu vernachlässigende Größenordnung geht, sieht die Abwasserbranche bis heute nicht die Notwendigkeit einer Lobby oder einer inhaltlichen Einflussnahme auf die Gesetzgebungsverfahren – ganz im Gegenteil zu den Vertretern der Windkraft, Biomasse, Wasserkraft, Flughäfen und Chemiewerke. Den Betreibern von Kläranlagen bleibt am Ende, sich aus den Gesetzen für sie passende Teilstücke her auszusuchen und daraus mit gerade noch rechtlich vertretbaren Interpretationen ein für sie finanziell möglichst günstiges Vertragswerk zu schmieden.

4. Ansätze zur Optimierung

Die Methoden und Instrumente für eine energetische Optimierung von Kläranlagen sind vorhanden. Mit dem Handbuch „Energie in Kläranlagen NRW“ [3] steht ein umfassendes Nachschlagewerk für die Optimierung des Energieverbrauchs zur Verfügung. Die dort beschriebenen Instrumente der energetischen Grob- und Feinanalyse haben sich in der Praxis bewährt (Bild 3). 

Bild 3: Energiesparende Belüftung
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Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Anleitungen, Veröffentlichungen und Hinweise zum Thema Energie sparen [4,5,6]. Rückblickend fällt die Entstehung dieser Werke und die in NRW mit öffentlichen Mitteln geförderte Durchführung von Energieanalysen gerade in die Zeit (1999 – 2004), als der Strompreis am niedrigsten und folglich die Wirtschaftlichkeit energetischer Investitionen ungünstig war. An diejenigen Betreiber, die schon eine Energieanalyse durchgeführt haben, geht daher die dringende Empfehlung, diese mit den heutigen Energiepreisen und unter Einbeziehung zwischenzeitlich noch vorgenommener Umbauten zu aktualisieren. Viele Maßnahmen, allen voran der Einsatz von BHKWs zur Klärgasnutzung, die seinerzeit an der Schwelle zur Wirtschaftlichkeit standen, sind nach einem Anstieg der Strompreise um ca. 30% rentabel. Betreiber von Kläranlagen müssen sich bei weiter steigenden Energiepreisen aktiv mit dem Thema Energie auseinandersetzen. Der trügerischen Sicherheit einer Fortschreibung der bisherigen Energielieferverträge und einer Beibehaltung bewährter Fahrweisen sollte man sich nicht hingeben.

Die größten Kostenpotenziale liegen erfahrungsgemäß in folgenden Bereichen:

•  Stromliefervertrag und Abrechnung
Bedingt durch die Änderungen des Energierechts, häufige Tarifanpassungen und die Flexibilisierung der Vertragsgestaltung kommt es nicht selten zu Abrechnungsfehlern. Es wird deshalb empfohlen, die Basisdaten der Verträge (Bezugsleistung, Mindestleistung, Abrechnungsperiode, Maximalleistung, etc.) nicht nur rechnerisch nachzuvollziehen, sondern auch ihre fachtechnische Richtigkeit zu prüfen. Bei Kläranlagen kann der Unterschied zwischen einem Monats- und einem Jahresleistungspreis leicht 10% der jährlichen Gesamtkosten ausmachen. Bei Pumpwerken ist Aufmerksamkeit geboten, wenn die Betriebsweise geändert oder die Förderleistung nach unten korrigiert worden ist. Versäumt man dabei die Anpassung der elektrischen Bezugsleistung, wird infolge der üblichen Klausel für die Mindestleistung (i. d. R. 60% der Bezugsleistung) oft jahrelang ein viel zu hoher Leistungspreis abgerechnet.

Verbrauchsreduzierung und Verbesserung der energetischen Effizienz von Kläranlagen
Besondere Aufmerksamkeit gilt den größeren und im Dauerbetrieb laufenden Aggregaten wie Verdichtern und Pumpen. Die Wirtschaftlichkeit der Erneuerung einer Verdichtergruppe kann man leicht torpedieren, indem ein kompletter Austausch der erfahrungsgemäß zu groß dimensionierten alten Verdichter durch neue und energetisch hocheffiziente, aber auch teurere Aggregate angesetzt wird. Hier gilt jedoch die Regel: „Auch der beste Motor spart keine Energie, wenn er nicht läuft!“ Die Maßnahme wird sofort rentabel, wenn die Erneuerung auf den Umfang der nach Erfahrungswerten tatsächlich benötigten Luftmenge beschränkt wird. Es ist also durchaus eine Alternative, von 5 alten Drehkolbengebläsen, von denen vielleicht 2-3 bei normaler Belastung den Luftbedarf decken, nur 2 Stück zu erneuern oder sogar durch Turboverdichter zu ersetzen. Die alte These, dass Drehkolbenverdichter und Turboverdichter nicht gemeinsam betrieben werden sollen, war nicht mehr als ein Marketing-Argument der Hersteller und ist heute durch praktische Erfahrungen widerlegt (Bild 4). 

Bild 4: Gebläsestation Bergisch Gladbach
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Ebenfalls interessant ist eine Betrachtung der Lebenszykluskosten für eine Aggregategruppe oder einen Anlagenbereich [7]. Bleibt man bei der Belüftung, dann kann man überschlägig annehmen, dass auf der Basis heutiger Energiekosten die Drucklufterzeugung für eine Kläranlage mit 100.000 EW über 10 Jahre rd. 1,45 Mio. EUR kostet (Tabelle 1). Davon entfallen 200.000 EUR auf die Beschaffung der Verdichter, die restlichen 1,25 Mio EUR sind Energiekosten. Investiert man nach dem zuvor dargestellten Vorschlag vielleicht 100.000 EUR mehr für die Beschaffung energieeffizienter Aggregate und spart dadurch 25% der Energiekosten, dann ergibt sich bereits ein finanzieller Vorteil von 200.000 EUR zugunsten der besseren Aggregate. Steigt der Strompreis in den folgenden 10 Jahren im Mittel um 30%, dann beträgt die Einsparung 275.000 EUR – das ist mehr als der die zu tätigenden Investitionskosten. Wichtig ist allerdings, nur in die Maschinen zu investieren, dieauch tatsächlich im Dauerbetrieb laufen (Bilder 5 und 6).

Bild 5: Turboverdichter Düsseldorf
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Bild 6: Veralteter Energiefresser
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Die ohnehin fragwürdigen Argumente der einheitlichen Ausrüstung und Ersatzteilhaltung oder der gleichmäßigen Maschinenauslastung sind bei weiter steigenden Energiepreisen nicht mehr vertretbar. 

Technische Ausrüstung von Pumpstationen
In Pumpstationen sind oftmals elektrische Heizungen eingebaut, um die Ausrüstungsteile und Schaltschränke vor Frost und Feuchtigkeit zu schützen. Eine Investition in klimatische verbesserte Schränke kann eine erhebliche Senkung der Energiekosten bewirken. Nicht selten verursachen defekte oder falsch eingestellte Thermostate einen Dauerbetrieb der Heizungen. Bei nur 2 Heizungen mit einer Leistung von je 3 kW sind das jährliche Energiekosten von 5.000 EUR, die oft nicht bemerkt werden. 
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Fahrweise von BHKW-Anlagen
Beim Betrieb von Heizungen und BHKW-Anlagen mit Klärgas und Erdgas, was auf vielen Kläranlagen schon aus Verfügbarkeits- und Redundanzgründen möglich ist, muss bei der Festlegung der Fahrweise neben der energetischen auch die finanzielle und steuerliche Seite gesehen werden. Nach dem neuen Energiesteuergesetz (früher nach dem Mineralölsteuergesetz) wird die Steuer auf Erdgas beim Einsatz zur Kraft-Wärme-Kopplung komplett erstattet, hingegen beim Verfeuern in der Heizung nicht. Dies ist vielen Klärmeistern oder Anlagenfahrern nicht unbedingt geläufig. Es kommt daher öfter vor, dass vornehmlich in der kalten Jahreszeit nach wie vor Klärgas mit den BHKWs verstromt wird und zusätzlich Erdgas in den Heizungen verfeuert wird. Durch ein einfaches Umstellen der Gasart lassen sich bei einer mittelgroßen Anlage schnell einige 10.000 EUR Steuern einsparen. Die Erstattung in Höhe von 5,50 EUR/MWh Erdgas erfolgt auf Antrag beim örtlich zuständigen Hauptzollamt. 

5. Ausblick

Die Bereiche Abwasser und Energie werden zukünftig stärker verschmelzen. Die steigenden Energiepreise wirken sich nicht nur auf die Strom- und Gasrechnung aus, sondern das Abwasser und die Kläranlage werden neuerdings als energiewirtschaftliche Faktoren interessant. Beim Abwasser bzw. Schlamm reichen die Gedanken von der schon in einigen Projekten umgesetzten Nutzung der Abwasserwärme bis hin zur Aufbereitung und Abgabe in Form von Wasserstoff als Energie für die zukünftigen Antriebstechnologien [8]. Die Kläranlage wird unter infrastrukturellen Gesichtspunkten zunehmend interessant als Standort für energetische Prozesse. Kläranlagen liegen traditionell außerhalb von Wohngebieten, sind aber hinsichtlich Gasund Stromversorgung als Großverbraucher sehr gut angebunden und auch verkehrstechnisch wegen der notwendigen Transporte für Schlamm, Fällmittel, etc. meist gut erschlossen. Das häufig bestehende energetische Ungleichgewicht in der Energiebilanz, im Wesentlichen gekennzeichnet durch permanent hohen Strombedarf, hohen Wärmeüberschuss im Sommer und noch unerschlossenen Energiequellen (Abwasserwärme, etc.) ließe sich durch Aufstellung oder Ansiedlung von weiteren Erzeugern oder Verbrauchern sehr kostengünstig ausgleichen. Kläranlagen als Standorte für Windkraftanlagen, Biogaserzeugung, Gewächshäuser, Trocknungsanlagen für Industrieprodukte oder Gastankstellen sind längst nicht nur energiepolitische Sandkastenspiele oder ökologische Visionen energieautarker Betriebsführung [9]. Bei den zu erwartenden Preissteigerungen rückt die Kläranlage aus energetischer Sicht immer stärker in den Focus wirtschaftlich interessanter Nutzungsmöglichkeiten. Genauso wie sich viele Landwirte plötzlich in einer neuen Rolle als „Energiewirt“ wieder finden, wird sich auch der eine oder andere Klärmeister oder Betriebsleiter zukünftig vermehrt mit energetischen Fragestellungen auseinandersetzen müssen, die über die reine Verbrauchs- und Kostenoptimierung des Abwasserreinigungsprozesses hinausgehen.

Literatur 

 

[1]  Rayermann, M., Loibl, H. (Hrsg.): 
  Energierecht, Handbuch 
  Erich Schmidt Verlag, Berlin, 2003 
[2]  Seibert-Erling, G.: 
  Neue Energiepolitik und niedrige Strompreise Fluch oder Segen für die Kläranlagen ? 
  Beitrag zum Seminar „Die transparente Kläranlage“ am 10.5.1999 in München, erschienen im gleichnamigen Tagungsband, Hrsg. Fa. Dr. Lange, Düsseldorf, 1999 
[3]  Müller, E.A., Kobel, B., Pinnekamp, J., Seibert- Erling, G., Schaab, R., Böcker, K.: 
  Handbuch Energie in Kläranlagen NRW 
  Hrsg.: Ministerium für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft des Landes Nordrhein- Westfalen, Düsseldorf, 1999 
[4]  Schmitt, F., Weil, Chr., Seibert-Erling, G., Brandenburg, H.: 
  Energieanalyse als Instrument der Betriebskosten und Verfahrensoptimierung 
  Korrespondenz Abwasser 46 (1999), S. 399- 409 
[5]  Roth, M., Baumann, P.: 
  Senkung des Stromverbrauchs auf Kläranlagen – Leitfaden für das Betriebspersonal, 
  Hrsg.: ATV Landesgruppe Baden- Württemberg, Stuttgart, Nov.99 
[6]  Pinnekamp, J., Kobel, B.: 
  Vorgehensweise bei der Erstellung von Energiekonzepten für Kläranlagen, 
  erschienen in : Gewässerschutz, Wasser, Abwasser, Bd. 172, 32. Essener Tagung für Wasser- und Abfallwirtschaft vom 17.3. – 19.3.99 in Aachen 
[7]  Kopf, U.: 
  Lebenszykluskosten von Pumpen 
  Vortragsmanuskript zum Firmenseminar der Fa. EGGER, Schweiz, 2001 
[8]  Gredigk-Hoffmann, S., Vogt, R.: 
  Technische und ökologische Bewertung verschiedener Produktions- und Nutzungswege von Wasserstoff als Energieträger auf Kläranlagen 
  erschienen in : Gewässerschutz, Wasser, Abwasser, Bd. 198, 38. Essener Tagung für Wasser- und Abfallwirtschaft vom 9.3. – 11.3.2005 in Aachen 
[9]  Kraft, A., Rossol, D., Meyer, H.: 
  Energetische Optimierung einer Kläranlage unter besonderer Berücksichtigung der Energieträger Erdgas und Wasserstoff 
  erschienen in : Gewässerschutz, Wasser, Abwasser, Bd. 198, 38. Essener Tagung für Wasser- und Abfallwirtschaft vom 9.3. – 11.3.2005 in Aachen 

Anschrift der Verfasser

Dr.-Ing. G. Seibert-Erling
Tanja Etges

setacon GmbH
Augustinusstraße 9b
50226 Frechen

Tel: 02234-988 095-0
Fax: 02234-988 095-11
Mail: info@setacon.de
Web: www.setacon.de

Co-Vergärung – neue Biogasquelle?

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Die Mitbehandlung von Bio-Abfällen im Faulbehälter zur Erhöhung der Gasausbeute scheint auch für KA eine attraktive Quelle zusätzlicher Energiegewinnung zu sein. Doch wie sind die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Co- Vergärung?

Der Bericht der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord, Koblenz gibt einen Überblick, an welche Vorschriften zu denken ist:

Zu finden in der Rubrik Fachwissen/Biogaserzeugung:
https://klaerwerk.info/Biogaserzeugung/Wissenschaftliche-Berichte-zur-Biogaserzeugung

TOSU im Trinkwasser

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Sauberes Trinkwasser für vier Millionen Menschen

Keine Kompromisse beim Gesundheitsschutz: Regierungspräsident Helmut Diegel wird die in den letzten Tagen bekannt gewordene Belastung der Ruhr durch die Industrie-Chemikalie Tetraoxaspiro(5.5)-undecan, kurz „Tosu“, nicht hinnehmen. Die Bezirksregierung hat am Freitag verfügt, dass das Arnsberger Chemieunternehmen Perstorp ab sofort sicher stellen muss, dass der von der Trinkwasserkommission beim Bundesumweltamt festgesetzte „lebenslang gesundheitlich duldbare Orientierungswert“ (GOW) von 0,3 Mikrogramm pro Liter Wasser auch in der Ruhr nicht mehr überschritten werden darf. „Auch wenn es bislang noch keine toxikologische Bewertung dieser Chemikalie gibt, ist eben nicht auszuschließen, dass ,Tosu‘ die Gesundheit von Menschen beeinträchtigen kann. Ich sehe zum Schutz der vier Millionen Menschen, die ihr Trinkwasser aus der Ruhr beziehen, keinen anderen Weg, als die Einleitung durch die Firma Perstorp nachhaltig zu beschränken“, so Regierungspräsident Helmut Diegel.

In sechs Wasserwerken an der Ruhr war „Tosu“ bei Messungen im März in Konzentrationen deutlich jenseits des GOW nachgewiesen worden. Als Einleiter der Chemikalie kommt ausschließlich die Firma Perstorp in Frage – „Tosu“ fällt dort bei der Produktion von Pentaerythrit an, einem Grundstoff u.a. für die Lackherstellung und für Schmierstoffe.

Der Hochsauerlandkreis als damals zuständige Behörde hatte im Februar 2000 die Einleitung von „Tosu“ in die Ruhr genehmigt. Diese Genehmigung wurde am 11. April 2008 seitens der – seit dem 1. Januar 2008 zuständigen – Bezirksregierung mit strengen Auflagen modifiziert. Danach darf die Firma ab sofort nur noch 1,2 Milligramm Tetraoxaspiro(5.5)-undecan statt 42 Milligramm pro Liter in die Ruhr einleiten. Des Weiteren wurde dem Unternehmen aufgetragen, wöchentlich Abwasseruntersuchungen an der Einleitungsstelle vorzunehmen – statt bislang acht Untersuchungen pro Jahr. Gleichzeitig ist die sofortige Vollziehung des Änderungsbescheides angeordnet worden.

„Die Bezirksregierung setzt damit ein klares Zeichen für sauberes Wasser für vier Millionen Menschen. Dies besitzt für mich höchste Priorität“, so Helmut Diegel.

Sonderpublikationen

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Zu den Sonderpublikationen 2012 bis 2023:
https://klaerwerk.info/archiv/sonderpublikationen/


2025


DWA-Themen T5/2025 – Rückbau von Wasserbauwerken – Dezember 2025

Dieser Themenband bietet einen umfassenden Überblick über Chancen, Herausforderungen und Rahmenbedingungen beim Rückbau von Wasserbauwerken. Ziel ist es, fundierte Entscheidungsgrundlagen sowie praktische Hinweise für Planung, Umsetzung und Nachbereitung bereitzustellen.

mehr: https://shop.dwa.de/DWA-Themen-T5-2025-Rueckbau-von-Wasserbauwerken-Dezember-2025/TH-WW-6.3-Hauptprodukt-25-main

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DWA-Themen T1/2025 – Entwässerungspass – Beurteilung und Dokumentation des ordnungsgemäßen Zustandes von Anschlusskanälen und Grundstücksentwässerungsanlagen – November 2025

Eigentümer, Betreiber und Fachplanende von Grundstücksentwässerungen sehen sich gegenwärtig mit einer Vielzahl unterschiedlichster Themen und Aufgabenstellungen hinsichtlich ihrer Grundstücksentwässerung konfrontiert. Während die einschlägigen technischen Regelwerke allgemeine Gültigkeit besitzen, gibt es aufgrund der unterschiedlichen Landeswassergesetze, den dazugehörigen Verordnungen und verschiedensten Vorgaben kommunaler Abwassersatzungen keine bundesweit einheitlichen Regelungen bezüglich der Nachweispflicht und Dokumentation neu erstellter beziehungsweise auf ihren ordnungsgemäßen Zustand geprüfter und gegebenenfalls sanierter Grundstücksentwässerungen. Eine überregionale vergleichbare Bewertung von Grundstücksentwässerungen ist daher zurzeit nur schwer möglich. Hinzu kommt, dass, neben dem baulichen Zustand der Entwässerungsanlage und dem Nachweis der Dichtheit der Leitungen, in den letzten Jahren weitere Themen zum häuslichen Objektschutz stärker in den Fokus geraten sind. Ein weiterer Aspekt, welcher aktuell mehr in den Blickpunkt gerückt ist, ist der Umgang mit Dränagewasser. Für viele Industrie- und Gewerbebetriebe kommen neben den zuvor genannten Aufgabenstellungen oftmals noch die Unterhaltung, der Betrieb und die Dokumentation von privaten Abwasserbehandlungsanlagen, wie zum Beispiel Fettabscheidern, hinzu. Zur Zusammenführung der verschiedenen fachtechnischen Aspekte in einem Dokument wird mit diesem Themenband ein Muster-Entwässerungspass zur Verfügung gestellt, der aufgrund seines modularen Aufbaus nach den jeweiligen Anforderungen, Bedürfnissen und Schwerpunkten zusammengestellt werden kann. Dazu wurden einheitliche Standards auf Grundlage der bestehenden technischen Regelwerke entwickelt. Acht Checklisten aus den Bereichen Erfassung der Grundstücksentwässerung, Rückstau, Sanierung, Versickerung, Überflutungsnachweis, Oberflächenwasser, Abscheider sowie Kleinkläranlagen inklusive Abwassergruben dienen als Beurteilungshilfe für die Erstellung des Entwässerungspasses.

mehr: https://shop.dwa.de/DWA-Themen-T1-2025-Entwaesserungspass-Beurteilung-und-Dokumentation-des-ordnungsgemaessen-Zustandes-von-Anschlusskanaelen-und-Grundstuecksentwaesserungsanlagen-November-2025/TH-ES-6.6-Hauptprodukt-25-main

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DWA-Themen T1/2025 „Entwässerungspass – Beurteilung und Dokumentation des ordnungsgemäßen Zustands von Anschlusskanälen und Grundstücksentwässerungsanlagen“

Die DWA hat in der Reihe DWA-Themen den Band T1/2025 „Entwässerungspass – Beurteilung und Dokumentation des ordnungsgemäßen Zustands von Anschlusskanälen und Grundstücksentwässerungsanlagen“ veröffentlicht. Eigentümer, Betreiber und Fachplanende von Grundstücksentwässerungen sehen sich gegenwärtig mit einer Vielzahl unterschiedlichster Themen und Aufgabenstellungen hinsichtlich ihrer Grundstücksentwässerung konfrontiert. Während die einschlägigen technischen Regelwerke allgemeine Gültigkeit besitzen, gibt es aufgrund der unterschiedlichen Landeswassergesetze, den dazugehörigen Verordnungen und verschiedensten Vorgaben kommunaler Abwassersatzungen keine bundesweit einheitlichen Regelungen bezüglich der Nachweispflicht und Dokumentation neu erstellter beziehungsweise auf ihren ordnungsgemäßen Zustand geprüfter und gegebenenfalls sanierter Grundstücksentwässerungen.
Eine überregionale vergleichbare Bewertung von Grundstücksentwässerungen ist daher zurzeit nur schwer möglich. Hinzu kommt, dass, neben dem baulichen Zustand der Entwässerungsanlage und dem Nachweis der Dichtheit der Leitungen, in den letzten Jahren weitere Themen zum häuslichen Objektschutz stärker in den Fokus geraten sind. Hierzu zählen beispielsweise die Auswirkungen immer häufiger auftretender Starkregenereignisse auf das Grundstück. Deshalb fordern immer mehr Kommunen dezentrale Rückhalteanlagen in Form von Stauräumen oder Versickerungsanlagen auf den Grundstücken. Darüber hinaus wird der Nachweis zum Überflutungsschutz verlangt.
Eigen tümer, deren Grundstücksentwässerung keine fachgerechte Rückstausicherung besitzt, sehen sich vermehrt mit dem Thema Rückstau aus dem öffentlichen Abwasserkanal konfrontiert.

Ein weiterer Aspekt, welcher aktuell mehr in den Blickpunkt gerückt ist, ist der Umgang mit Dränagewasser. Hier bleiben bei den Betreibern von Grundstücksentwässerungen häufig viele Fragen offen. Darf die Dränageleitung an den öffentlichen Abwasserkanal angeschlossen werden? Muss der Anschluss gegen Rückstau gesichert werden? Für viele Industrie- und Gewerbebetriebe kommen neben den zuvor genannten Aufgabenstellungen oftmals noch die Unterhaltung, der Betrieb und die Dokumentation von privaten Abwasserbehandlungsanlagen, wie zum Beispiel Fettabscheidern, hinzu.
Zur Zusammenführung der verschiedenen fachtechnischen Aspekte in einem Dokument wird mit diesem Themenband ein Muster Entwässerungspass zur Verfügung gestellt, der aufgrund seines modularen Aufbaus nach den jeweiligen Anforderungen, Bedürfnissen und Schwerpunkten zusammengestellt werden kann.
Dazu wurden einheitliche Standards auf Grundlage der bestehenden technischen Regelwerke entwickelt.
Acht Checklisten aus den Bereichen Erfassung der Grundstücksentwässerung, Rückstau, Sanierung, Versickerung, Überflutungsnachweis, Oberflächenwasser, Abscheider sowie Kleinkläranlagen inklusive Abwassergruben dienen als Beurteilungshilfe für die Erstellung des Entwässerungspasses. Die Checklisten werden zusätzlich unter DWAdirekt (www.dwadirekt.de, dort: Zusatzdateien) als digital auszufüllende Formulare zur Verfügung gestellt. Es ist vorgesehen, den Themenband zum Entwässerungspass nach ersten Erfahrungen in der Anwendung fortzuschreiben. Anregungen diesbezüglich werden gerne aufgenommen.
Dieser Themenband wurde von der DWA-Arbeitsgruppe ES-6.6 „Dokumentation von Grundstücksentwässerungen“ (Sprecher: Dipl.-Ing. Tobias Rottmann) im Auftrag des DWA-Hauptausschusses „Entwässerungssysteme“ im DWA-Fachausschuss ES-6 „Grundstücksentwässerung“ erarbeitet. Er richtet sich vorrangig an Kommunen sowie Ingenieur- und Planungsbüros, die beabsichtigen, für ordnungsgemäße Grundstücksentwässerungen einen Entwässerungspass auszustellen.

DWA-Themen T1/2025 „Entwässerungspass – Beurteilung und Dokumentation des ordnungsgemäßen Zustands von Anschlusskanälen und Grundstücksentwässerungsanlagen“, März 2025

Herausgeberin und Vertrieb
DWA-Bundesgeschäftsstelle
Theodor-Heuss-Allee 17, 53773 Hennef
Tel. 0 22 42/872-333
E-Mail: info@dwa.de
DWA-Shop: www.dwa.info/shop

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Ausschreibung des IKT-Preises Goldener Kanaldeckel 2008

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Das IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur schreibt bereits zum siebten Mal den Preis „Goldener Kanaldeckel“ aus.

Ausgezeichnet werden einzelne Mitarbeiter aus Stadtentwässerungen, Tiefbauämtern oder Stadtwerken für herausragende Leistungen beim Bau, Sanierung oder Betrieb einer modernen Kanalisationsinfrastruktur.
Der „Oscar“ der Kanalbranche wird im gesamten Bundesgebiet öffentlich ausgelobt und für die drei Schwerpunkte Neubau, Sanierung und Betrieb verliehen. Für den 1. Preis werden 3.000,00 Euro ausgelobt, für den 2. Preis 2.000,00 Euro und 1.000,00 Euro für den 3. Preis.
Auswahlkriterien

Preisträger haben die Projekte entweder initiiert oder umgesetzt. Ihre Projekte zeichnen sich aus durch ein besonderes Maß an:
technischer Innovation,
Wirtschaftlichkeit und Qualitätsbewusstsein,
Umweltschutz und
Bürgerfreundlichkeit.

Wie bewerbe ich mich richtig?
Vorschläge zu Kandidaten können von jedermann eingereicht werden. Übrigens: Es ist keine Schande, sich selbst zu bewerben. Worauf es den fünf Jurymitgliedern ankommt und wie eine Bewerbung zielgerichtet und Erfolg versprechend gestaltet werden kann, verraten sieben Tipps: Lesen Sie mehr …
Vorschläge müssen einen Bezug zu einem bestimmten Projekt haben und mit den besonderen Leistungen des möglichen Preisträgers begründet sein. Für eine erste Kurzbewerbung finden Sie ein Formular im Internet: Download Kurzbewerbung

Dieses muss zunächst bis zum 29. August 2008 ausgefüllt an das IKT gesendet werden. Nach einer Vorauswahl durch die Jury erhalten ausgewählte Bewerber die Möglichkeit, sich bis zum 29. September 2008 ausführlicher vorzustellen.
Die Mitglieder der Jury sind:
Artur Graf zu Eulenburg, bi-UmweltBau
Dr. Helmuth Friede, Güteschutz Kanalbau
Volkmar Holzhausen, DWA
Dr. Eckhart Treunert, IKT-Förderverein der Netzbetreiber e.V.
Roland W. Waniek, IKT

Bekannt gegeben werden die Preisträger auf dem IKT-Forum „Betrieb und Sanierung“ am 29. Oktober 2008 in Gelsenkirchen.

Reform des kommunalen Finanzausgleichs könnte Naturschutz honorieren

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Neue Chancen für Kommunen in strukturschwachen Regionen

Leipzig. Eine Reform des kommunalen Finanzausgleichs könnte dafür sorgen, dass Kommunen belohnt würden, die Ressourcen schützen. Gerade Gemeinden in strukturschwachen Regionen mit ökologisch wertvollen Gebieten könnten von einer solchen Reform profitieren. Das geht aus Forschungsergebnissen des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) hervor. Dabei wurde anhand des kommunalen Finanzausgleichs in Sachsen durchgerechnet, wie sich die Finanzzuweisungen des Freistaates für die Kommunen verändern, wenn Naturschutzflächen berücksichtigt würden.

In Deutschland würden zum Beispiel Großschutzgebiete häufig als Störfaktoren in der Entwicklung gesehen, sagt die Ökonomin Dr. Irene Ring vom UFZ. Und dies gelte besonders für die Kommunen: Denn wenn die Nutzung von Land eingeschränkt ist, wird dies vor Ort sehr direkt als Bedrohung erlebt. Da die Kommunen einen großen Teil ihrer Einnahmen aus dem kommunalen Finanzausgleich beziehen, könnten hier Anreize geschaffen werden, den Naturschutz stärker zu berücksichtigen. Anhand des kommunalen Finanzausgleichs, wie er 2002 in Sachsen durchgeführt wurde, hat sie durchgerechnet, wie die Zuweisungen für Kommunen gesteigert werden könnten, die sich dem Naturschutz intensiv widmen.

Dazu ermittelte sie zunächst die Schutzgebietsflächen, die den Kommunen zuzuordnen sind. Dabei hat sie die Strenge des Schutzes abgestuft berücksichtigt: Für den höchsten Schutzgrad, den Nationalpark, setzte sie den Faktor 1 an, während das Landschaftsschutzgebiet als niedrigste Schutzstufe mit dem Faktor 0,3 bewertet wurde. Dann setzte Ring einen Hektar Schutzgebietsfläche als Einheit mit einem Einwohner gleich, da die Zahl der Einwohner beim kommunalen Finanzausgleich einer der Hauptindikatoren für die Schlüsselzuweisungen an die Kommunen ist. „Im Ergebnis zeigte sich, dass nur wenige Kommunen tatsächlich Einschränkungen hätten hinnehmen müssen, eine ganze Reihe aber davon deutlich profitiert hätte“, fasst die Ökonomin ihre Ergebnisse zusammen.

Dass eine solche Finanzierungsform auch wirklich funktioniert, macht Ring am Beispiel von Brasilien deutlich. Im dortigen Bundesstaat Paraná wurden bereits im Jahr 1992 Schutzgebiete als Indikatoren für den kommunalen Finanzausgleich eingeführt. Mit großem Erfolg: Nicht nur nahm die Anzahl der Schutzgebiete insgesamt zu, auch deren Qualität konnte gesteigert werden. Dies hat seinen Grund darin, dass Qualitätsindikatoren aufgenommen wurden, die zum Beispiel berücksichtigen, welche Schutzziele erreicht worden sind. Inzwischen haben 12 der 27 brasilianischen Bundesstaaten ähnliche Modelle entwickelt, andere diskutieren aktuell die Einführung. In Europa ist Portugal Vorreiter bei der Idee, Natura-2000-Gebiete, die der Fauna-Flora-Habitat- und der Vogelschutz-Richtlinie der Europäischen Union entsprechen, durch Zahlungen aus dem kommunalen Finanzausgleich zu fördern.

Durch verstärkte Anstrengungen für den Naturschutz könnten in Deutschland etliche Kommunen das kompensieren, was ihnen gegenüber anderen an wirtschaftlicher Kraft fehlt. Zugleich könnten sie ihre eigene Position auch ökonomisch stärken, indem sie beispielsweise im Tourismus mit dem Pfund ausgedehnter Schutzgebiete wuchern. Und nicht zuletzt hätten sie damit auch ein Instrument in der Hand, um Abwanderung zu stoppen.
Jörg Aberger / Tilo Arnhold

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Pressemitteilung vom 8. April 2008

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Pressestelle
Tilo Arnhold / Doris Böhme
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Unberührter Regenwald reinigt die Atmosphäre

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Natürliche chemische Prozesse regenerieren Hydroxylradikale, die verunreinigende Gase aus der Luft entfernen

Dass die Tropen die Atmosphäre reinigen und das Klima regeln, ist schon lange bekannt. Doch nach welchen Mechanismen funktioniert dies? Um die Atmosphärenchemie über dem Regenwald Amazoniens genauer zu untersuchen, haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Chemie im Oktober 2005 ein Forschungsflugzeug eingesetzt und zusätzlich Messungen in der Bodenstation Brownsberg in Surinam durchgeführt. Die jetzt publizierten Ergebnisse verblüffen die Wissenschaftler: Denn die Reinigungskraft der natürlichen Atmosphäre ist viel größer als bisher angenommen (Nature, 10 April 2008).
Die Messkampagne fand größtenteils über unberührtem Regenwald statt, in dem lokale Emissionen, die von den Menschen verursacht werden, vernachlässigbar gering sind. Die Flugdaten zeigten eine bemerkenswert hohe Konzentration von Hydroxylradikalen. Diese äußerst reaktiven Moleküle entfernen verunreinigende Gase aus der Atmosphäre. Computermodelle beruhten bislang darauf, dass der Regenwald große Mengen an Kohlenwasserstoffgasen freisetzt, die diese Hydroxylradikale verbrauchen und dadurch die Reinigungskraft der Atmosphäre vermindern. Die jetzt durchgeführten Messungen bestätigen, dass der Regenwald tatsächlich eine gewaltige Kohlenwasserstoffquelle ist, zeigen jedoch auch, dass natürliche chemische Prozesse die Hydroxylradikale – das „Reinigungsmittel“ der Atmosphäre – regenerieren.

Um diese komplexe Kohlenwasserstoffchemie besser zu verstehen, führten Atmosphärenforscher um Jos Lelieveld zusätzlich Laboruntersuchungen im Max-Planck-Institut in Mainz und eingehende Computermodellrechnungen auf einem Supercomputer des Max-Planck-Rechenzentrums in Garching durch. Mithilfe der neuen Ergebnisse können sie nun erklären, wie die Atmosphäre ihren Reinigungsmechanismus über geologische Zeiträume hinweg aufrechterhalten konnte, insbesondere auch während Wärmeperioden, als die Vegetation der Erde noch viel üppiger war als heute.

Pflanzen und Bäume emittieren jährlich mehr als eine Gigatonne flüchtiger organischer Verbindungen. Davon sind etwa 40 Prozent Isopren. Diese gasförmige chemische Verbindung, die zu den Terpenen zählt, schützt die Pflanzen vermutlich vor dem Austrocknen. Die Menge an Kohlenwasserstoffen, die von Pflanzen stammt, übersteigt um ein Vielfaches die Menge, die von anthropogenen Quellen herrührt. Die Max-Planck-Forscher nehmen an, dass in unberührter Atmosphäre die natürliche Oxidation des Isoprens Hydroxylradikale sehr effizient recycelt. „Die gemessene hohe Hydroxylkonzentration lässt sich mit einer Recycling-Effizienz von 40 bis 80 Prozent erklären“, so Lelieveld. In verschmutzter Luft mit höheren Gehalten an Stickoxiden führt diese Oxidation dagegen zum photochemischen Smog unter Bildung von Ozon und anderen Schadstoffen.

Die Ergebnisse geben somit auch Anlass zur Beunruhigung: Da die Zerstörung des Ökosystems durch die Abholzung des Amazonasregenwaldes und die landwirtschaftliche, städtische und industrielle Entwicklung in den Tropen weiter fortschreitet, verändert dies auch die äußerst wirksame natürliche Selbstreinigungskraft der Luft, die Verunreinigungen steigen und tragen damit zum Klimawandel bei. „Ohne den Einfluss des Menschen jedoch hält der Wald in bemerkenswerter Weise das Gleichgewicht mit seiner atmosphärischen Umgebung aufrecht“, ist der Max-Planck-Wissenschaftler überzeugt.

Originalveröffentlichung:

J. Lelieveld, T. M. Butler, J. N. Crowley, T. J. Dillon, H. Fischer, L. Ganzeveld, H. Harder, M. G. Lawrence, M. Martinez, D. Taraborrelli and J. Williams
Atmospheric oxidation capacity sustained by a forest.
Nature 10. April, 2008
Dr. Mirjana Kotowski, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für Chemie
09.04.2008
Kontaktinformationen:

Prof. Dr. Jos Lelieveld
Max-Planck-Institut für Chemie, Mainz
Tel.: 06131 305 – 459
Fax: 06131 305 – 511
E-Mail: lelieveld@mpch-mainz.mpg.de

Dr. Mirjana Kotowski, Presse- und Öffentlichkeitsreferat
Max-Planck-Institut für Chemie, Mainz
Tel. +49 6131 305-465
Fax +49 6131 305-487
kotowski@mpch-mainz.mpg.de

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news254013

 

 

 

 

Schlaf und Gedächtnis: Schon ein kurzer Schlaf hat positive Auswirkungen

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Warum Menschen schlafen müssen, das ist nach wie vor nicht ganz geklärt. Die Hypothese, dass Schlaf dazu dient, Informationen besser zu speichern, wurde nun von Wissenschaftlern der Heinrich-Heine-Universität untersucht. Dr. Olaf Lahl, Christiane Wispel, Bernadette Willigens und Prof. Dr. Reinhard Pietrowsky vom Institut für Experimentelle Psychologie haben in der Zeitschrift „Journal of Sleep Research“ die viel beachteten Ergebnisse zweier Experimente veröffentlicht.

Nur erwachsene Menschen haben diesen monolithischen Schlafblock“, erklärt Olaf Lahl, „Aber das ist die Ausnahme. Die meisten Tiere, und zum Beispiel auch Säuglinge, sind polyphasische Schläfer, d.h. sie schlafen öfter und kürzer.“ Die Aufnahme und die Speicherung von neuem Wissen sind dabei gerade im Säuglingsalter enorm hoch. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass sich kurze Schlafphasen auch positiv auf die Gedächtnisbildung und die Verknüpfung bestehender Informationen mit neuen auswirken.
In zwei Experimenten untersuchten Lahl und seine Kollegen, wie sich Perioden des Schlafs und des ruhigen Wachseins auf das Behalten von Wortlisten auswirkt. Dazu wurden 26 Probanden untersucht. Alle waren zwischen 20 und 29 Jahren alt, Nichtraucher, hatten einen regelmäßigen Schlaf in der Nacht und litten nicht an psychisch bedingten Schlafstörungen. Keiner wusste die genauen Untersuchungsfragen oder das Ziel der Studie.
Die Probanden sollten in zwei Minuten eine Liste mit 30 Adjektiven auswendig lernen, danach folgte eine Ruhe- oder Schlafphase, nach der die gelernten Vokabeln wieder gegeben werden sollten.

Im ersten Experiment dauerte die Ruhephase 60 Minuten, bei der die Probanden entweder ein Nickerchen hielten oder wach waren. Dabei wurde festgestellt, dass die Erinnerung der Probanden, die schliefen, deutlich besser war als die derjenigen, die in der Ruhezeit wach waren. Außerdem stellte sich heraus, dass die individuelle Abrufleistung, das Erinnerungsvermögen, weder mit der Schlafdauer noch mit der Schlaftiefe der Probanden zusammenhing.

Um die genaue Rolle der Schlafdauer zu klären wurde im zweiten Experiment eine dritte Bedingung hinzugefügt, unter der die Probanden nur sechs Minuten lang schlafen durften. Es stellte sich heraus, dass auch bereits diese kurze Schlafdauer zu einer deutlichen Steigerung der Abrufleistung gegenüber der Wachbedingung führte.

Vergleicht man nun die Ergebnisse der beiden Experimente, so wird deutlich, dass sich der Schlaf unter allen Bedingungen positiv auf das Gedächtnis auswirkte. „Möglicherweise werden direkt zu Schlafbeginn Prozesse der aktiven Gedächtniskonsolidierung in Gang gesetzt, die im weiteren Verlauf selbst dann wirksam bleiben, wenn der Schlaf kurze Zeit später wieder abgebrochen wird“, erklärt Lahl.

Kontakt: Dr. Olaf Lahl (0211) 81-12146, E-Mail: olaf.lahl@uni-duesseldorf.de
Dr. Victoria Meinschäfer, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Karriereberatung auf der IFAT 2008

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In der Eingangshalle West des Münchner Messegeländes wird die DWA gemeinsam mit den Partnern European Water Association e. V. (EWA) und Gesellschaft zur Förderung der Abwassertechnik e.V. (GFA) an prägnanter Stelle ihren Verbändestand einrichten und Besucher aus aller Welt begrüßen. Im Laufe der Messe-Woche werden verschiedene Präsentationen, Vorträge und Diskussionsrunden angeboten.

Der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) GmbH und die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH bieten für Ingenieure und qualifizierte Fachkräfte der Wasserwirtschaft eine individuelle Karriereberatung für internationale Einsätze in Schwellen- und Entwicklungsländern. Für interessierte Bewerber werden Dr. Brigitta Meier (DED) und Frau Anne Ramp (GTZ) nach vorheriger Terminabstimmung am 7. und 8. Mai von 14:00 bis 16:00 Uhr für Gespräche am DWA-Verbändestand zur Verfügung stehen. Vorgesehen sind Einzelgespräche sowie Gesprächsrunden an reservierten Tischen für DED und GTZ.

Sie können sich schon heute zu einem Gesprächstermin anmelden. Bitte senden Sie eine E-Mail mit Name, Interesse, E-Mail-Adresse, Mobilnummer und Wunschtermin an Knitschky@dwa.de. Während der Messetage pflegen die Mitarbeiter/innen am DWA-Verbändestand eine Liste, über die noch freie Termine auch kurzfristig vergeben werden können.

Aktuelle Stellenangebote finden Sie unter www.ded.de und www.gtz.de.

Weltneuheit im Klärwerk Schwelm: Schlammentwässerung mit Presse aus der Saftindustrie.

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Wupperverband nimmt neue Anlage in Betrieb.

Der Wupperverband hat heute im Klärwerk Schwelm eine neue Anlage zur Entwässerung von Klärschlamm offiziell in Betrieb genommen. Dabei handelt es sich um eine Hydraulikpresse wie sie bei der Herstellung von Frucht- und Gemüsesäften bereits seit Jahrzehnten eingesetzt wird. Im Klärwerk Schwelm wird eine solche Presse weltweit erstmals im vollautomatischen Betrieb zur Klärschlammentwässerung genutzt.

Die Schweizer Firma Bucher, die das Hydraulikpresssystem entwickelt hat, der Wupperverband und seine Tochtergesellschaft WiW haben das in der Saftherstellung seit den 1960er Jahren etablierte System gemeinsam für die Schlammentwässerung weiterentwickelt und zur Marktreife gebracht. Hinter dem gemeinsamen Projekt stand die Idee, das Rad nicht neu zu erfinden, sondern zur Optimierung des Entwässerungsprozesses auch Ideen und Technologien aus anderen Industriebereichen aufzugreifen.

Nach ersten Kontakten der beteiligten Partner in 2001 wurde der Einsatz der Hydraulikpresse im Klärwerk Schwelm in 2003 zunächst mit einer mobilen Pilotanlage getestet, ab 2005 dann mit einer technischen Presse.
Da Früchte und Klärschlamm sehr unterschiedliche Materialien sind, wurde die Technik im Laufe des Testbetriebs angepasst. So wurden z. B. das Filtergewebe in der Filterkammer sowie das Dichtungssystem speziell auf die Anforderungen zur Entwässerung von Klärschlamm zugeschnitten.
In 2006 wurde diese Maschine nach den guten Erfahrungen im Testbetrieb dauerhaft installiert und wird nun anstelle der alten Entwässerungszentrifuge betrieben. Der letzte Schritt war der Umbau der Entwässerungsanlage für den voll automatisierten Dauerbetrieb, der jetzt abgeschlossen ist.

Der im Klärwerk Schwelm anfallende Schlamm, der mit mehr als 95 % aus Wasser besteht, wird in der zentralen Verbrennungsanlage des Wupperverbandes in Wuppertal-Buchenhofen thermisch entsorgt. Um die Transport- und Verbrennungskosten möglichst gering zu halten, muss der Schlamm zunächst entwässert werden. Wie bei der Saftherstellung lautet daher auch im Klärwerk die Devise, möglichst viel Flüssigkeit aus dem Rohsubstrat herauszuholen. Mit der neuen Hydraulikpresse wird im Klärwerk Schwelm mit bis zu 35 % Feststoffgehalt im entwässerten Schlamm ein höherer Entwässerungsgrad erreicht als mit der alten Zentrifuge. Diese erreichte nur Feststoffgehalte von 22 bis 25 %.
Der erhöhte Feststoffgehalt ermöglicht es, dass die Container für den Transport zur Schlammverbrennungsanlage nun vollständig gefüllt werden können, während dies aufgrund der nasseren Konsistenz des Schlamms früher nicht möglich war. Dadurch sind heute deutlich weniger Containertransporte erforderlich: die Zahl hat sich von rund 500 auf ca. 300 Containerladungen (Hochrechnung für 2008) deutlich reduziert.
Ein weiterer Vorteil ist der reduzierte Personalaufwand, da die Presse vollautomatisch im 24-Stunden-Betrieb bei geringem Wartungsaufwand laufen kann. Die Lebensdauer der Presse liegt bei bis zu 30 Jahren.

Der Wupperverband hat im Klärwerk Schwelm mit der Hydraulikpresse sehr gute Erfahrungen gemacht. Inzwischen wird diese Entwässerungstechnologie auch auf den Klärwerken Radolfzell am Bodensee und Zwillikon (Schweiz) eingesetzt.
Die WiW mbH wird die neue Technik zur Schlammentwässerung auch auf der Internationalen Fachmesse für Wasser-Abwasser-Abfall-Recycling (IFAT) vom 5. bis zum 9. Mai 2008 in München vorstellen (Halle B1, Stand 227/328).