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Wirksamkeit der Ausgaben im Rahmen von Strukturmassnahmen für die Abwasserbehandlung während der Programmplanungszeiträume 1994-1999 Uund 2000-2006

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Unter: http://eca.europa.eu/portal/pls/portal/docs/1/2588314.PDF kann die EU-Studie heruntergeladen werden.

Nachfolgend einige Auszüge als Leseprobe:

Die Abwässer und der Klärschlamm aus städtischen
Ballungsräumen können die Qualität
der Seen, Flüsse und Küstengewässer
Europas sowie die Qualität seiner Böden
und seines Grundwassers beeinträchtigen.
Deshalb hat die EU eine Reihe von Richtlinien
verabschiedet und den Bau von kommunalen
Abwasserbehandlungsanlagen mit
Kohäsionsfonds- und EFRE-Mitteln kofinanziert.
Dadurch wurde die Anschlussdichte
der städtischen Haushalte, die Zugang
zur Abwasserbehandlung haben, deutlich
verbessert.
II.
Die Prüfung des Hofes konzentrierte sich
auf Anlagen, die während der Programmplanungszeiträume
1994-1999 und 2000-2006
in Irland, Griechenland, Spanien und Portugal
aus dem Kohäsionsfonds und dem EFRE
gefördert wurden. Auf diese Länder entfiel
der größte Teil der Ausgaben in diesem
Bereich. Die in diesem Bericht vorgelegten
Prüfungsschlussfolgerungen stützen sich
auf eine Untersuchung der Verwaltungsund
Kontrollsysteme bei der Kommission
und auf die Bewertung der Leistung von
73 Behandlungsanlagen. Außerdem wurden
die Beseitigung von Klärschlamm als Nebenprodukt
der Abwasserbehandlung und die
Rolle der Kommission im Abwasserbereich
untersucht.
III.
Der Hof gelangte zu der Schlussfolgerung,
dass die Strukturmaßnahmen in den vier
geprüften Mitgliedstaaten im Allgemeinen
zur Verbesserung der Abwasserbehandlung
beigetragen haben.
IV.
Insgesamt war die Leistung der im Rahmen
von Strukturmaßnahmen kofinanzierten
Behandlungsanlagen angemessen. Allerdings
wurde auch festgestellt, dass …

Wenn Kanäle zum Himmel stinken

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TU-Wissenschaftler entwickeln Versuchsanlage für die Berliner Wasserbetriebe

Viele Berliner kennen das Problem: Wenn es lange heiß ist und kein Regen fällt, beginnen viele Gullis unangenehm zu riechen. Aufgrund des sinkenden Wasserverbrauchs erhöht sich die Aufenthaltszeit des Abwassers in den Kanälen. „Wenn in den Druckrohrleitungen des Berliner Kanalnetzes das Abwasser über längere Strecken transportiert wird, bildet sich unter anaeroben Bedingungen häufig Schwefelwasserstoff, und an der Einmündung der Druckrohrleitung in einen Freigefälleabschnitt kann es dadurch zu Geruchsbelästigungen kommen“, erläutert Dipl.-Ing. Stefan Rettig, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft der TU Berlin. Dieses nach faulen Eiern riechende giftige Gas wird an den Wänden der Rohre zu Schwefelsäure umgewandelt und führt dort zu Korrosion, vornehmlich an Betonbauteilen.
Unter dem Titel „ODOCO-2“ finanzieren die Berliner Wasserbetriebe seit November 2008 ein Forschungsprojekt, an dem neben der TU Berlin auch die Materialprüfungsanstalt MPA Berlin-Brandenburg GmbH beteiligt ist. „Wir wollen herausfinden, was genau unangenehme Gerüche entstehen lässt und was man am sinnvollsten dagegen unternehmen kann“, beschreibt Stefan Rettig sein Projektziel. Das Vorläuferprojekt „ODOCO-1“ hatte bereits ermittelt, dass geeignete Messtechnik möglichst unter genau definierten Bedingungen in einer Versuchsanlage untersucht werden sollte. „Wir haben bereits eine Versuchsanlage konzipiert, deren Bau nun ausgeschrieben wird“, erläutert der Ingenieur. Das System wird aus zwei je 25 Meter langen Röhren bestehen, die einen Freigefällekanal nachbilden. In vorgeschalteten Fermentoren sollen die Bedingungen in den kritischen Druckrohrleitungen nachgestellt werden. An einem Betonschacht und zusätzlichen Materialproben werden die Experten der MPA Korrosionsuntersuchungen anstellen, dort wird auch die Abluft entnommen und behandelt.
„Wir werden flüssige und gasförmige Phasen mit Onlinetechnik messen, Proben entnehmen und im Labor untersuchen“, erläutert Stefan Rettig. Bei dem Projekt ginge es außerdem darum zu überprüfen, welche Dosierungen verschiedener Produkte tatsächlich nötig sind, die zur Geruchsbindung an kritischen Stellen eingesetzt werden können. „Da gibt es zum Beispiel Aluminium- und Kalzium-Nitrate verschiedener Hersteller oder geruchsbindende Gelmatten, die in die Kanäle gehängt werden“, sagt er. Für die Wasserbetriebe können die Ergebnisse der Arbeit, die vorerst bis zum März 2010 finanziert wird, Erkenntnisse für ein Konzept künftiger Kanalisationsentwürfe liefern. Vielleicht lässt sich durch eine Kombination verschiedener Maßnahmen, sowohl planerisch, baulich als auch betrieblich, künftig auch der unangenehme sommerliche Geruch vermeiden.
Andrea Puppe

Weitere Informationen erteilen Ihnen gern: Dipl.-Ing. Stefan Rettig, Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft, Institut für Bauingenieurwesen der TU Berlin, Gustav-Meyer-Allee 25 (TIB 13B), 13355 Berlin, Tel.: 030/314-72305, E-Mail: stefan.rettig@tu-berlin.de und Prof. Dr.-Ing. Matthias Barjenbruch, Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft, Institut für Bauingenieur-wesen der TU Berlin, Gustav-Meyer-Allee 25, 13355 Berlin, Tel.: 030/314-72246, Fax. 030/314-72248, E-Mail: matthias.barjenbruch@tu-berlin.de www.siwawi.tu-berlin.de
Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.pressestelle.tu-berlin.de/medieninformationen/ http://www.pressestelle.tu-berlin.de/?id=4608
http://www.siwawi.tu-berlin.de
Technische Universität Berlin

Quelle: http://www.schattenblick.de/infopool/umwelt/abfall/uabab210.html

Jobsuche im Internet

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Prof. Dr. Carsten Steinert von der Fachhochschule Osnabrück erforscht wie Jobbörsen im Internet genutzt werden und wie zufrieden die Nutzer mit den Angeboten sind.

Monster, FAZjob.net, stepstone – drei von etwa Hunderten von Jobbörsen, die ihre Leistungen im Internet anbieten. Bei der Stellensuche sind diese Dienste inzwischen sehr gefragt. Aber welche Jobbörse führt den Arbeitssuchenden wirklich schnell zum Ziel? Das hat Prof. Dr. Carsten Steinert in einer Onlineumfrage gemeinsam mit der Profilo rating GmbH und Crosswater Systems Ltd. untersucht. An der Umfrage haben sich dabei mehr als 3.000 User beteiligt.

Jobbörsen funktionieren wie der Stellenmarkt in einer Zeitung. Hier können potenzielle Arbeitgeber ihre Stellen ausschreiben. Jobsuchmaschinen hingegen durchsuchen das Internet nach Stellenangeboten, das funktioniert ähnlich wie bei Google. Die Ergebnisse der Untersuchung unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Steinert zeigen, dass Jobbörsen mit einem Anteil von 63% deutlich stärker genutzt werden als Jobsuchmaschinen. Auch die Zufriedenheit der Nutzer wurde allgemein positiver bewertet. Auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 4 (überhaupt nicht zufrieden) erreichten Jobsuchmaschinen eine Durchschnittsnote von 2,1 und Jobbörsen eine 1,9. Bei der Qualität der Suchergebnisse und der Treffergenauigkeit schneiden die bewerteten Jobbörsen mit 2,1 eher durchschnittlich ab.

Bei der Frage wer die Jobbörsen überwiegend zur Stellensuche nutzt, ergab sich dass die Altersgruppe von 31-50 Jahren mit 53,8% besonders stark vertreten ist. Das Nutzerverhalten ist sehr unterschiedlich: Mehr als zwei Drittel der Teilnehmer geben an, dass sie in Jobbörsen und Jobsuchmaschinen aktiv nach Stellenanzeigen recherchieren, während 33% der Jobsuchenden eher auf eine passive Suchstrategie vertrauen; sie nutzen überwiegend Bewerberdatenbanken oder lassen sich über neue Jobangebote per E-Mail informieren. Andere Funktionen wie Gehaltsanalysen, Bewerbungsunterlagen-Check und Informationen zu Arbeitgebern und Branchen werden weniger nachgefragt.

Die Mehrzahl der Befragten (58,7%) bevorzugt die Bewerbung via E-Mail, mit Lebenslauf und Zeugnissen im Anhang. Die klassische Bewerbung in Papierform bevorzugen rund 20%. Ein Drittel aller Umfrageteilnehmer empfindet es als lästig, Online-Bewerbungsformulare auszufüllen. Rund 20% der Kandidaten geben an, dass ein vorgeschaltetes Online-Bewebungsformular oder -Assessmentcenter sie gegebenfalls von einer Bewerbung abhält.

Interessierte Arbeitgeber und Betreiber von Jobbörsen können die Umfrage-Ergebnisse per Online-Recherche im Abonnement buchen und erhalten dadurch auch Einblick in die Ergebnisse jeder bewerteten Jobbörse. Ein halbjährlicher Ergebnisbericht wird ebenfalls bereitgestellt. Nähere Informationen unter http://www.crosspro-research.com

Miriam Riemann, Presse- und Informationsstelle
Fachhochschule Osnabrück

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news321440


 

 

Vor der UN-Naturschutzkonferenz: Öko-Institut fordert Nachbesserung beim geplanten Umweltgesetzbuch

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Vor Beginn der Bonner UN-Naturschutzkonferenz weist das Öko-Institut auf die Bedeutung des Umweltrechts für die Artenvielfalt hin. „Die Gründe für den Artenschwund sind auch darin zu sehen, dass es im Umweltrecht an Erfolg versprechenden, verbindlich vorgeschriebenen Strategien und Maßnahmen mangelt“, kritisiert Umweltrechts-Experte Falk Schulze vom Öko-Institut.

Deshalb fordert der Wissenschaftler: Gerade im geplanten, neuen Umweltgesetzbuch – dem umfassendsten umweltrechtlichen Gesetzgebungsverfahren der letzten Jahre in Deutschland – müssen Regelungen geschaffen werden, um dem immer schneller und massiver voranschreitenden Verlust an biologischer Vielfalt zu begegnen.

Der bisherige Referentenentwurf zum Umweltgesetzbuch beschreibt die Sicherung der biologischen Vielfalt als „vorrangiges Ziel“. „Dies allein genügt jedoch nicht“, sagt der Jurist Falk Schulze. Die Regelungsinstrumente des Naturschutzes und – sehr wichtig – auch der anderen Umweltbereiche wie insbesondere Anlagen- und Wasserrecht müssen die Sicherung der Biodiversität einbeziehen und so ausgestaltet werden, dass die Durchsetzung dieses Ziels gewährleistet ist. Eine wichtige Rolle spielen hierbei Instrumente wie die Eingriffsregelung, die Landschaftsplanung und die gute fachliche Praxis in der Landwirtschaft.

„Vom Umweltgesetzbuch müssen klare Signale für die überragende Bedeutung der biologischen Vielfalt ausgehen und daraus sollten dann angemessene Standards folgen“, fordert der Öko-Instituts-Experte.       

Weitere Informationen zu dem Projekt „Umweltgesetzbuch“ des Öko-Instituts: www.umweltgesetzbuch.org

Ansprechpartner

Falk Schulze
wissenschaftlicher Mitarbeiter am Öko-Institut e.V. Büro Darmstadt
Institutsbereich Umweltrecht & Governance
Telefon 06151/81 91-15

Interviewvermittlung

Pressesprecherin Christiane Rathmann
Telefon 0761/452 95-22, Mobil 0160-5 33 33 55

http://www.oeko.de/pressepool/pressemitteilungen/dok/781.php

Erfahrungen zum Betrieb von Abwasserfilteranlagen

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DWA-Themen KA 8.3 – Mai 2009

Titel: Erfahrungen zum Betrieb von Abwasserfilteranlagen

Ausgabe: Mai 2009
Verlag: DWA
ISBN: 978-3-941089-59-4
Format: DIN A4
Seitenzahl: 26
Preis: 21,00 € *

In dem vorliegenden Themenband werden die Betriebserfahrungen der letzten 20 Jahre mit rund 120 Abwasserfilteranlagen ausgewertet. Es geht dabei im Wesentlichen um nachgeschaltete Raumfilter nach Arbeitsblatt ATV-A 203 „Abwasserfiltration durch Raumfilter nach biologischer Reinigung“, die der Suspensaelimination und der damit verbundenen P-Elimination dienen. Aus den Erfahrungen werden Hinweise für Planung, Bau und Betrieb zukünftiger Anlagen abgeleitet. Die Konzeption der gesamten Filteranlage ist ein entscheidendes Kriterium für den leistungsfähigen Betrieb und die Bedienbarkeit der Anlage. Folgende wichtige Aspekte sind zu beachten und werden imThemenband erläutert:
• Die Anzahl der Filterkammern ist nach wirtschaftlichen und betrieblichen Kriterien zu optimieren.
• Die richtige Anordnung und Betriebsweise der Schlammwasserklappen bei Klappenfilteranlagen sind zu beachten, um frühzeitigen Verschleiß zu vermeiden.
• Bei diskontinuierlich betriebenen Anlagen mit Düsenboden muss einem unkontrolliertem Druckaufbau durch Verstopfung der Düsen entgegengewirkt werden.
• Für den Reparaturfall oder notwendigen Austausch von Aggregaten müssen diese auch ohne Hilfskonstruktionen gut zugänglich sein.
• Offene Abwasserflächen innerhalb von Gebäuden sind wegen der Ungezieferproblematik zu vermeiden. • Bei Rohrleitungen ist abhängig von den verwendeten Materialien besonders auf dichte Montage und Korrosionsschutz an den Schweißnähten zu achten.
• Beim Nachfüllen von Filtermaterial ist darauf zu achten, dass altes und neues Material nicht gemischt werden.
• Bei der Auslösung der Spülung über den Klappenöffnungsgrad ist die aktuelle Durchflussmenge zu berücksichtigen.
• Es ist zu berücksichtigen, dass bis zum Errreichen der notwendigen Spülgeschwindigkeit lange Anlaufphasen in Abhängigkeitvon der Spülwasserpumpe und der Leitungsführung entstehen können.
• Die Rückführung des bei der Filterspülung entstehenden Schlammwassers in den Hauptstrom der Kläranlage kann im Mischwasserfall zu einer hydraulischen Überlastung führen. 

Schadstoffe in meiner Nachbarschaft

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Neues Register gibt Bürgerinnen und Bürgern schnelle Auskunft

Wie viel Kohlendioxid bläst der Industriebetrieb in der Nachbarschaft in die Luft? Welche Schwermetalle leitet er in Flüsse ein? Und in welche Länder exportiert der Betrieb seine Abfälle? Wer aus privatem oder beruflichem Interesse Informationen über Freisetzungen von Schadstoffen sucht, findet diese ab sofort im neuen Schadstoffregister PRTR-Deutschland (Pollutant Release and Transfer Register). Der Zugriff erfolgt online unter www.prtr.bund.de und ist für alle Nutzerinnen und Nutzer völlig kostenlos.

Der parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium (BMU), Michael Müller, schaltete das neue Umweltinformationsportal heute in Berlin frei: „Das neue PRTR-Portal wird einen bedeutenden Beitrag zu mehr Transparenz bei Umweltinformationen für die Öffentlichkeit schaffen. Nie war der Blick hinter die Werkstore bequemer als heute.“ Dr. Thomas Holzmann, Vizepräsident des Umweltbundesamtes (UBA) sagte: „Bürgerinnen und Bürger können mit wenigen Mausklicks kostenlos und uneingeschränkt Informationen zu Schadstofffreisetzungen und Abfällen aus großen Industriebetrieben erhalten. Ab Ende September sind mit der Eröffnung der EU Register dann auch endlich internationale Vergleiche von Maßnahmen zu Emissionsminderung möglich“. Der Beauftrage der Bundesregierung für Informationstechnik und Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, Dr. Hans-Bernhard Beus, lobte das elektronische PRTR als eines der erfolgreichsten E-Government 2.0 Projekte im Handlungsfeld Prozessketten: „Die frühe Einbeziehung der Wirtschaft und die konsequente Umsetzung von Anforderungen an die Datensicherheit sind nur zwei Aspekte, die das elektronische PRTR umsetzt. Das PRTR gehört seit 2008 zu den Leuchtturm-Projekten der neuen IT-Strategie der Bundesregierung und wird durch das BMI bzw. die Bundesregierung auch finanziell gefördert.“

Für das neue Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregister PRTR berichten über 4.000 Unternehmen ab sofort jährlich ihre Daten zu Schadstoffemissionen in Luft, Wasser und Boden sowie über den Verbleib des Abfalls und des Abwassers. Verpflichtet dazu sind große Industriebetriebe und andere Organisationen, etwa aus der Energiewirtschaft, der chemischen Industrie, aber auch die Intensivtierhaltungen und große Kläranlagen. Die berichtspflichtigen Unternehmen übermitteln jährlich ihre Daten online in der neuen Erfassungssoftware BUBE-Online (Betriebliche Umweltdatenbericht­erstattung) an die zuständigen Behörden. Die Länder prüfen diese Daten, leiten sie an das UBA weiter, das die Informationen aufbereitet und in der neuen Internetplattform www.prtr.bund.de aktualisiert.

Der Aufbau und Betrieb des Schadstoffregisters basiert auf einem internationalen Abkommen der UN-Wirtschaftskommission für Europa (UN-ECE), das Deutschland und 35 weiteren Staaten unterzeichnet haben, sowie der EU-Verordnung über die Schaffung eines Europäischen Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregisters (E-PRTR-Verordnung) vom 18. Januar 2006. Deutschland hat diese Verordnung mit dem Gesetz zur Ausführung des Protokolls über Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregister vom 21. Mai 2003 sowie zur Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 166/2006 (SchadRegProtAG) am 6. Juni 2007 in nationales Recht umgesetzt.

Weitere Informationen unter www.prtr.bund.de

Quelle: http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/2009/pd09-031_schadstoffe_in_meiner_nachbarschaft.htm

Neue Homepage der Gewässer-Nachbarschaften in Hessen und Rheinland-Pfalz

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Die Gemeinnützige Fortbildungsgesellschaft für Wasserwirtschaft und Landschaftsentwicklung (GFG) mbH, Mainz, organisiert seit mehr als 13 Jahren im Auftrag der Umweltministerien der Länder Hessen und Rheinland-Pfalz regionale Fortbildungsveranstaltungen (die sogenannten Gewässer-Nachbarschaften) für die unterhaltungspflichtigen Gebietskörperschaften in der ökologisch orientierten Gewässerunterhaltung und leistet damit einen Beitrag zur einer modernen und nachhaltigen Gewässerentwickung. Ab sofort stellt die GFG ihre Leistungen auf einer eigenen Internetplattform allen Interessierten kostenlos zur Verfügung. Die Homepage kann unter www.gfg-fortbildung.de eingesehen werden. Sie präsentiert allgemeine Informationen zur GFG und den regionalen Gewässer-Nachbarschaften. Die verschiedenen Schulungseinheiten der GFG werden mittels Broschüren, Faltblättern und Postern veranschaulicht. Zudem werden verschiedene Vorträge zu aktuellen Themen veröffentlicht.

Wie süß ist unser Grundwasser?

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Der künstliche Süssstoff Acesulfam ist in zahlreichen Light-Produkten enthalten. Die Substanz wird weder im menschlichen Körper noch später in den Kläranlagen abgebaut. Wissenschafter der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW konnten Acesulfam erstmals in zwei Dritteln der unter-suchten Grundwasserproben nachweisen. Anhand von Acesulfam ist es daher möglich, den Weg von häuslichem Abwasser über Kläranlagen und Flüsse bis ins Grundwasser zu verfolgen und die Qualität des Grundwassers zu überprü-fen.

Kalorienarme Ernährung liegt im Trend, künstliche Süssstoffe ersetzen den Zucker. Der Süssstoff Acesulfam beispielsweise wird in beträchtlichen Mengen konsumiert und vom menschlichen Körper fast vollständig wieder ausgeschieden. Aus den Haushalten gelangt Acesulfam über die Kanalisation in die Kläranlagen. Doch was geschieht dann mit dem Süssstoff?

Die Experten der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW wollten es genau wissen und haben erstmals eine Methode zum Nachweis von Acesulfam in Abwasser und Gewässern entwickelt. Wasserproben wurden im Kanton Zürich von kommunalen Kläranlagen, vom Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL), vom kantonalen Labor und von der Wasserversorgung Zürich zur Verfügung gestellt.

Vom Abwasser in den Fluss, dann ins Grundwasser

Die ACW-Fachleute fanden heraus, dass der Süssstoff in den Kläranlagen nicht ab-gebaut wird und somit in Flüsse und Seen gelangt. In dicht besiedelten Gebieten fin-det man erwartungsgemäss mehr Acesulfam als in ländlichen Regionen. Der Süss-stoff geht aber noch weiter: In zwei Dritteln der untersuchten Grundwasserproben war er nachzuweisen. Die Daten zeigen, dass Acesulfam hauptsächlich durch Versi-ckern von Flusswasser ins Grundwasser gelangt. Acesulfam könnte aber auch auf eine lecke Kanalisationsleitung hinweisen.

Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement EVD Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW Mediendienst Medienmitteilung

Mehr unter:

http://www.acw.admin.ch/dokumentation/00438/index.html?lang=de

Wasserflöhe vertreiben Stechmücken

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Nahrungskonkurrenten als natürliches Insektizid

Dessau-Roßlau/Leipzig. Mückenlarven und die mit ihnen konkurrierenden Krebstierchen können nicht gleichzeitig denselben Lebensraum besiedeln. Wassertümpel, in denen Kleinkrebse wie beispielsweise Wasserflöhe vorkommen, enthalten wesentlich weniger Mückenlarven als Tümpel ohne solche Kleinkrebse. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung in einer Studie im Biosphärenreservat Mittelelbe bei Dessau. Dazu wurden im Roßlauer Oberluch 15 Wasserstellen eine Saison lang beobachtet. Ziel der Untersuchungen ist es, natürliche Mechanismen zu erforschen, um potenziellen Mückenplagen begegnen zu können. Dabei sollen in Zukunft Krebstierchen als natürliche Nahrungskonkurrenten der Mückenlarven eingesetzt werden, um die Mückenpopulationen zu kontrollieren. Auf diese Weise könnte der Einsatz giftiger Insektizide reduziert werden. Das Verfahren befindet sich in der Patentierung.
Mückenweibchen können schneller neue Lebensräume besiedeln als ihre Nahrungskonkurrenten, die auf Transportunterstützung durch andere Tiere oder den Wind angewiesen sind. Mückenweibchen suchen dagegen zielgerichtet nach neuen Brutplätzen, wo sie zahllose Eier ablegen. „Mücken profitieren von solchen kurzlebigen Wasseransammlungen, denn sie verlassen bereits nach ein bis zwei Wochen das Wasser als flugfähige Insekten“, erläutert Dr. Sabine Duquesne vom UFZ. „Kleinkrebse benötigen hingegen benötigen mehr Zeit, um solche Lebensräume zu besiedeln. Somit bekämpfen die Wissenschaftler, Mückenplagen nachhaltig mit Wasserflöhen. „Wenn man die Krebstierchen gezielt in potenzielle Mückenbrutplätze ausbringt, kann man ihren Entwicklungsnachteil ausgleichen.“ Die Methode wurde inzwischen erfolgreich in Deutschland von der Doktorandin Iris Kröger und auch Afrika von der Doktorandin Alvine Meyabeme eingesetzt. Sie befindet sich derzeit in der Patentierung.
Das Roßlauer Oberluch bietet mit seinen Feuchtgebieten günstige Brutbedingungen für verschiedene Stechmückenarten. Die Larven der Mücken können sich nur im Wasser entwickeln und bevorzugen daher flache Tümpel, in denen keine Fraßfeinde wie Fische leben. Durch die erwartete Klimaveränderung werden sich die Brutbedingungen für Stechmücken weiter verbessern, denn starke Regenfälle, Überschwemmungen und hohe Temperaturen begünstigen ihre Fortpflanzung. Zudem steigt durch höhere Temperaturen die Gefahr der Ausbreitung von Krankheiten wie Blauzungenkrankheit, West-Nil-Virus und viele andere. So hat sich die in den Tropen und Subtropen als Dengue-Überträger gefürchtete Tigermücke (Aedes albopictus) bereits in mehren Ländern Südeuropas bis hin zur Schweiz und auch Deutschland etabliert. Am Oberrhein werden Stechmücken seit vielen Jahren mit den Bakterium Bti (Bacillus thuringiensis israelensis) beispielsweise von der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) bekämpft. In den wenig zugänglichen Auenwäldern der Elbe wäre eine solche Bekämpfungsstrategie schwer durchzuführen und würde den Zielen des Biosphärenreservates widersprechen.
Das Roßlauer Oberluch ist am 12. Mai 2009 als ein „Ausgewählter Ort“ im Land der Ideen ausgezeichnet worden. Dabei handelt es sich um die erste großflächig umgesetzte Deichrückverlegung an der Mittleren Elbe. Durch diese Verlegung ist seit 2006 eine 140 Hektar große Altaue wieder an das Hochwassergeschehen angebunden. Das Projekt in Roßlau hat Modellcharakter für ganz Deutschland. Entlang der Mittleren Elbe sind derzeit 15 Deichrückverlegungen mit einer Gesamtfläche von etwa 2.600 Hektar geplant. Das Hochwasser im Frühjahr 2009 sorgte zum ersten Mal seit der Deichöffnung dafür, dass die Auenwiesen im Rückdeichungsgebiet der Stadt Dessau-Roßlau überflutet wurden. Dieses Renaturierungsprojekt im UNESCO-Biosphärenreservat Mittelelbe verbessert nicht nur den Hochwasserschutz. Es bietet auch der Forschung eine bisher einmalige Möglichkeit, die Auswirkungen auf Natur und Mensch zu untersuchen. Dazu wurde eine Forschungsplattform innerhalb des TERENO-Observatoriums Mitteldeutschland der Helmholtz-Gemeinschaft eingerichtet. Über 40 Wissenschaftler des Helmholz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) und vieler anderer Institute arbeiten hier gemeinsam, um das Wissen über Ökologie, Funktionen und Wirkungen von Renaturierungsmaßnahmen in Auen zu verbessern.

Tilo Arnhold
Weitere Informationen:
PD Dr. Matthias Liess/ Dr. Sabine Duquesne
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Telefon: 0341-235-1578, -1495
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Pressestelle
Tilo Arnhold
Telefon: (0341) 235 1269

Betriebssicherheit, Nachhaltigkeit und Langlebigkeit von kommunalen Kläranlagen mittels Dolomitreaktor

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Carl Wassermann KRONOS ecochem, Leverkusen
Dr. Friederike Krey Schöndorfer GmbH, Schneitzlreuth
Arno Kremer AZV Bühl u. Umgebung, Bühl-Vimbuch

1 Einleitung

Bläh- und Schwimmschlamm ist noch immer eines der gravierendsten Probleme
beim Betrieb kommunaler Kläranlagen. Durch Schlammabtrieb können Ablaufwerte
erheblich verschlechtert werden. CSB, abfiltrierbare Stoffe oder Phosphat können die
Grenzwerte überschreiten.

Die Bekämpfung hat sich als aufwändig und teuer herausgestellt, ist aber nicht dauerhaft.
Inzwischen hat man erkannt, dass die Symptome, aber nicht die Ursachen
bekämpft werden.

Beobachtet man über einen längeren Zeitraum verschiedene Anlagen, stellt man
fest, dass direkt nach dem Neubau einer Anlage die Probleme noch sehr gering sind,
zum großen Teil noch nicht vorhanden. Erst nach etwa zwei Jahren treten die ersten
Phasen von Bläh- und Schwimmschlamm auf. Ohne entsprechende Maßnahmen
verlängern sich diese Phasen von Jahr zu Jahr, bis das Problem ganzjährig auftritt.

Was sind die aktuellen Gegenmaßnahmen? Die Veränderung der verfahrenstechnischen
Randbedingungen, wie z.B. die Erhöhung der Schlammbelastung durch vermehrten
Abzug von Überschussschlamm, hat sich ebenso als hilfreich erwiesen wie
die Erhöhung der Sauerstoffkonzentration in der Biologie. Neben der Auswahl spezieller
Fällmittel, hauptsächlich auf Aluminiumbasis mit entsprechender Erhöhung der
Dosiermenge, wird auch die Zugabe von Chemikalien wie Chlor in Form von Eau de
Javel beispielsweise in Frankreich regelmäßig praktiziert. Auch die Zugabe von beschwerenden
Stoffen wie z.B. Braunkohlekoks oder Steinmehl haben auf manchen
Anlagen Erfolge gebracht, zumindest zeitweise.

Bekämpfungsmaßnahmen der Niedriglastbakterien haben aber Folgen: Eine höhere
Sauerstoff-Konzentration ist energieaufwändig. Das Schlammalter reduzieren bzw.
Schlammbelastung erhöhen ist problematisch hinsichtlich des Stickstoffabbaus, besonders
bei niedrigen Temperaturen. Dazu erhöht es die Überschussschlammmenge.
Durch die zusätzliche überstöchiometrische Zugabe von speziellen Fällmitteln
handelt man sich zum Teil eine Verdreifachung der Fällmittel-Kosten, Schlammmehranfall
und sehr häufig schlechtere Entwässerbarkeit ein. Manchmal müssen Polymere
zugegeben werden, um die Flockung sicherzustellen. Besonders extrem ist
die Zugabe von Chlor in Form von Eau de Javel hinsichtlich des generellen Betriebs
der Anlage. Große Teile der Biologie werden abgetötet. Die Folgen sind klar: Überschreitung
sämtlicher Ablaufgrenzwerte. Die Erholung der Anlage kann Monate dauern.
Glücklicherweise ist das nur in wenigen Ländern Europas überhaupt erlaubt.

Abbildung 1:
Bild FW-AWT-Dolomit-Juni-09-01-W.jpg
Ganzjährige Schwimmschlammdecke mit herkömmlichen Bekämpfungsversuchen
im September 2008

Man kann also sagen, dass mit der Unterdrückung der Fäden billigend andere Probleme
in Kauf genommen werden und kostenaufwändig ist. Bei zahlreichen Kläranlagen
ist die Problematik trotz hohen finanziellen und personellen Aufwands nicht sicher
unter Kontrolle. Auf einigen Anlagen treten verstärkt auch Microthrix und Nocardia
unabhängig von der Anwendung von Bekämpfungsmaßnahmen auf, d.h. es gibt
Anlagen, bei denen alle Faktoren wie Sauerstoffkonzentration, Fällmittelart und –
menge, Schlammalter etc. optimal eingestellt sind und dennoch große Probleme mit
Fäden bestehen.

Zusätzlich zu den betrieblichen Störungen tauchen verstärkt Betonkorrosionen auf,
die zum Teil schon im Gewährleistungszeitraum auftreten und in 10 Jahren schon bis
zu 2 cm Beton gekostet haben. (1)

2 Ursachen

Um die wirklichen Ursachen zu finden, muss ein Bild aus vielen Mosaiksteinen zusammengesetzt
werden, das aus den unterschiedlichsten Fachbereichen besteht.
Diese Mosaiksteine reichen zum Beispiel vom Henry-Dalton-Gesetz von 1803 bis zu
den Veröffentlichungen verschiedener Universitäten über die Betonkorrosion durch
Kohlensäure auf Kläranlagen im Jahre 2006. Aus den Fachbereichen Biologie, Biochemie,
Chemie, Physik, Thermodynamik, Bauingenieurwesen, Siedlungswasserwirtschaft,
Werkstoffkunde, Geologie, Meteorologie und Klimatologie sind Bausteine
nötig, die Zusammenhänge zu verstehen.

Diese Vorstellung der Ursachen zeigt nun, dass die Veratmung von Kohlenstoff zu
Kohlendioxid in der Biologie wesentlich für die ganzen Probleme in Zusammenhang
gebracht werden kann. Bei den Karlsruher Flockungstagen wurde schon mehrfach
darüber berichtet, wie beispielweise im Band 108 bei den 16. Karlsruher Flockungstagen
2002, wo der Komplex Bläh- und Schwimmschlamm noch einmal aufgegriffen
wurde um neue Erkenntnisse zu beleuchten, die sich in der Zwischenzeit ergeben
hatten. Im Beitrag von Dr. Kühl: Symptom- und Ursachenbekämpfung bei Blähschlammereignissen
wird schon auf die Zusammenhänge des gestörten Kalk-
Kohlensäure-Gleichgewichtes, dem Calcium-Mangel und der Stabilität der Flocken
hingewiesen. (2)

Setzt man das Mosaik zusammen, ergibt sich das Bild einer Kettenreaktion, die von
der Kohlenstoffveratmung über Regenereignisse und Calcium-Unterversorgung die
Bläh- und Schwimmschlammproblematik auslöst. Die Versäuerung der Biologie
durch die Bio-P und die Nitrifikation kann durch die Denitrifikation immer nur zum Teil
ausgeglichen werden.(3) Zu dieser Grundversäuerung kommen noch enthärtetes Wasser
aus den Haushalten und die gesammelten weichen Regenwässer, die inzwischen
in großen Regenrückhaltebecken gespeichert werden, um die noch vorhandene Resthärte weiter zu verdünnen. Tiefe Becken und niedrige Wassertemperaturen
im Winter erhöhen zusätzlich noch die CO2-Löslichkeit.(4)

Grafik 1:
Bild FW-AWT-Dolomit-Juni-09-05-W.jpg

Ein Teil der gebildeten Kohlensäure ist kalkaggressiv. Das Kalk-Kohlensäure-
Gleichgewicht bzw. die Calcit-Sättigung wie das Gleichgewicht inzwischen bezeichnet
wird, kann nach DIN 38404 Teil 10 R 2 bestimmt werden. Trinkwasser soll gemäß
den Bestimmungen der Trinkwasserverordnung nicht calcitlösend sein, da sonst
Werkstoffe, die kalkhaltig sind wie eben Beton, angegriffen werden können. Für Abwasser
und Kläranlagen gibt es diesbezüglich keine Bestimmungen. Bei neuen Kläranlagen
kann der frische Beton den Calcium-Mangel noch decken(5), aber diese Calcium-
Quelle nimmt ab, so dass aus den Belebtschlammflocken nach und nach auch
die Calciumvernetzungen(6) herausgelöst werden. Daraufhin zerbrechen die Flocken
und fadenförmige Niedriglastbakterien gewinnen die Oberhand; Blähschlamm entsteht.
Es gibt eine Theorie, dass mit dem Aufkommen der Fäden sich eine Verseifung
einstellt, die bei härterem Wasser noch ausflocken könnte.(7) Ist die Wasserhärte
zu niedrig, kommt es zur Schwimmschlammbildung.

Grafik 2:
Bild FW-AWT-Dolomit-Juni-09-06-W.jpg

Dies ist das Bild, das sich aus den erwähnten Mosaiksteinen und noch vielen weiteren
ergibt. Wissenschaftlich ist das bisher in einzelnen Aspekten schon untersucht.
Ganzheitlich fehlen dafür noch die wissenschaftlichen Beweise. Die Praxis aber
zeigt, dass dieses Bild, auf die Probleme angewendet, nachhaltige Lösungen erfordert.

3 Entsäuerung mittels eines Dolomitreaktors

Die Ursachenanalyse zeigt, dass es hauptsächlich zwei Werte sind, die verändert
werden müssen. Zum Einen ist es die Versäuerung durch die Kohlensäure und zum
Zweiten der Calcium-Mangel. Aus der Trinkwasseraufbereitung ist die Lösung dieser
Aufgabe bekannt. Hier hat man es aber mit sauberem Wasser zu tun, das über ein
Filterbett von Calcit oder Dolomit geleitet werden kann. Die Konzentration von Kohlensäure
kann genau bestimmt und das Calcitlösevermögen eingestellt werden.

In der Kläranlage besteht die Biologie aber aus Belebtschlamm und unzähligen weiteren
Inhaltsstoffen, die jede genaue Messung erschweren. Auch würde ein Neutralisationsfilter
wie im Trinkwasser schon wegen des Feststoffgehaltes nicht funktionieren.

Mit Hilfe des Dolomitwerks Jettenberg der Firma Schöndorfer GmbH hat die Firma
KRONOS nun ein Verfahren entwickelt, das Abwasser, wie in der Trinkwasseraufbereitung
entsäuert und gleichzeitig den Calciumgehalt erhöht. Das Verfahren ist für die
Biologie in Kläranlagen entwickelt worden und für den Belebtschlammbetrieb geeignet.
Dafür wurde das Produkt ÖKODOL von der Firma Schöndorfer entwickelt, ein
behandelter Dolomit.

Das Verfahren hat sich als eine sichere und effektive Methode bewährt, die kalkaggressive
Kohlensäure zu binden, um für die Nitrifikation ausreichend Säurekapazität
zur Verfügung zu stellen. Verwendet wird dazu ein Dolomitreaktor. In ihm wird Ökodol
– das behandelte Calcium-Magnesiumcarbonat – mit Hilfe von CO2 in Calcium-
/Magnesiumionen und in Hydrogencarbonationen aufgelöst. Mit Hilfe des Verfahrens
wird der Gehalt an CaCO3 der Belebtschlammflocke gezielt erhöht und damit Ihre
Struktur stabilisiert. Das Magnesium wird weitgehend von den Organismen direkt
aufgenommen.

3.1 Ausreichender Kontakt
Es ist darauf zu achten, dass im Dolomitreaktor Belebtschlamm ausreichend gut mit
dem Ökodol vermischt wird, da sonst der pH-Wert im Reaktor gleich bleibt, ohne
dass Calcium und Karbonathärte in nennenswerten Mengen zugeführt werden. Das
Ökodol neigt dazu, besonders in Kombination mit Belebtschlamm, Trichter zu bilden,
die dann den Belebtschlamm in einer Kurzschlussströmung durch den Reaktor leiten
ohne ausreichenden Kontakt mit dem Ökodol zu haben. Weiterhin kann Ökodol Brücken
bilden zwischen den einzelnen Körnern, so dass mit der Zeit Bereiche im Reaktor
entstehen, die nicht mehr aufgelockert, bzw. durchströmt werden können. Dazu
wurde in den Reaktor ein Rührwerk integriert, damit der Betrieb dauerhaft und über
das ganze Jahr gewährleistet ist.

3.2 Teilstromverfahren
Durch den Dolomitreaktor wird ein Teilstrom Belebtschlamm geleitet. Die Durchflussmenge
ist abhängig vom Gesamtvolumen der biologischen Stufen, dem
Schlammalter und dem pH-Wert. Das Volumen der Biologie liegt fest. Das Schlammalter
variiert je nach Fahrweise und Möglichkeit des Überschussschlammabzuges.
Der pH-Wert wird beeinflusst durch die gegebenen Abwasserqualitäten und die Höhe
der Stickstoffbelastung. Die Versuche haben gezeigt, dass anfangs der Reaktor mit
einem höheren Durchfluss betrieben werden sollte, um möglichst schnell den gewünschten
pH-Wert von 7,1 bis 7,4 zu erreichen.

Das Gesamtvolumen der biologischen Stufe sollte je nach Stickstoffbelastung 2 bis 3
mal während einer Schlammalters durch den Reaktor geleitet werden.

Durch das Teilstromverfahren können die Kläranlagen nachträglich mit dem Verfahren
ausgerüstet werden. Die Dimensionierung wird durch die Anlagengröße bestimmt.
Für jede Straße (Nitri/Deni) ist ein Reaktor sinnvoll. 

3.3 Verweilzeit
Die Aufenthaltszeit im Reaktor sollte 5 bis 10 Minuten betragen, je nach Effektivität
des Reaktors. Ziel sollte sein, den pH-Wert während der Verweilzeit um 0,2 bis
0,5 zu erhöhen.
Damit kann mit einem einfachen pH-Meter die Funktionskontrolle
des Dolomitreaktors durchgeführt werden, ohne aufwendige Labormessungen.

3.4 Standort
Der Standort am Ablauf der Denitrifikation hat sich für den Einsatz des Dolomitreaktors
bewährt. Prinzipiell liegt in der Denitrifikation und in der Nitrifikation kalkaggressive
Kohlensäure vor. Wird die Basenkapazität (kb -Wert) in der filtrierten Probe bestimmt,
findet sich in der gesamten Biologie etwa die gleiche Konzentration. Da der
Reaktor den Belebtschlamm entsäuert und gleichzeitig den Calcium-Mangel auf der
Flocke beheben soll, ist es günstiger, wenn der Belebtschlamm aus der Denitrifikation
entnommen wird, denn für der Nitrifikation ist eine erhöhte Säurekapazität hilfreich.
Weiterhin hat sich gezeigt, dass jeglicher Lufteintrag in den Reaktor unterbunden
werden muss. Dies konnte bei dem auf der Kläranlage Bühl-Vimbuch im laufenden
Betrieb auch praktisch festgestellt werden, wo der Reaktor seit Juni 2005 betrieben
wird.

Aus anlagenspezifischen Gründen ist dieser Standort aber nicht immer möglich. Besonders
wenn es sich um intermittierende Anlagen handelt, gibt es keinen Ablauf
Denitrifikation . Grundsätzlich gilt: Die Stelle mit der höchsten Basenkapazität
(kb -Wert) auf der Flocke ist als Ansaugstelle zu wählen, da hier die größte Konzentration
von Kohlensäure auf der Flocke vorliegt.

3.5 Reaktorfüllmaterial
Im Kontakt mit dem wässrigen Belebtschlamm wandeln sich die Inhaltsstoffe des
Reaktorfüllmaterials langsam um zu Ca(OH)2, Mg(OH)2, Ca(HCO3)2, Mg(HCO3)2 sowie
verwandten Verbindungen. Das im Reaktor befindliche Ökodol löst sich im Laufe
der Zeit komplett auf. Die Körner werden immer kleiner. Durch regelmäßiges Auffüllen
stellt sich eine Sieblinie ein, die 2-3 Monaten nach Inbetriebnahme die größte
Oberfläche für die Reaktion bildet. Ökodol ist mit Korngröße 2,5 4,5 mm verfügbar.

Abbildung 2:
Bild FW-AWT-Dolomit-Juni-09-02-W.jpg
Prozessschema am Beispiel einer vorgeschalteten Denitrifikation

3.6 Vergleich zu Kalkmilchdosierung / Trockenkalkdosierung
Es hat sich gezeigt, dass die Ergebnisse aus der Kalkmilchdosierung und der Trockenkalkdosierung
mit dem Einsatz des Dolomitreaktors vergleichbar sind. Je nach
Wasserhärte erfolgt die Anreicherung von CaCO3 auf der Flocke über mehrere
Schlammalter. Auch die verzögerte Verbesserung des Schlammindex, nachdem bereits
alle negativen Erscheinungen auf der Anlage verschwunden sind, ist vergleichbar.
Nicht vergleichbar ist allerdings der Verbrauch. Liegen die Verbrauchszahlen bei
Kalkmilchdosierung bei 35 – 50 g/ m³ Zulauf und bei Trockenkalkdosierung noch
deutlich darüber, haben alle Versuche bisher einen durchschnittlichen Verbrauch von
ca 3 g Ökodol /m³ Trockenwetterzulauf ergeben. In den ersten Monaten nach der
Inbetriebnahme liegt dieser Wert noch höher, bis sich das Gleichgewicht einstellt. 

Auf die Kläranlagengröße umgerechnet kann man von einem ungefähren Verbrauch
von 1 Tonne Ökodol / 10 000 EW im Jahr ausgehen.

4 Sicherheitsbetrachtung

Für den Einsatz eines Dolomitreaktors gibt es keine Sicherheitsbedenken. Dazu ein
Zitat eines Betriebsleiters einer der Versuchsanlagen: Damit kann man nichts falsch
machen, durch die Inhaltsstoffe kann keine Verschlechterung eintreten. Es kann sich
nur verbessern.

4.1. Selbststeuerndes System
Der Reaktor steuert sich selbst durch das chemische Kalk-Kohlensäure-
Gleichgewicht. Dadurch ist eine Überdosierung ausgeschlossen. Da es keine Steuerung
gibt, gibt es auch keine Sensoren, die ausfallen können. 

4.2. Selbstreinigendes System
Verstopfungen und Verzapfungen im Behälter durch den Belebtschlamm werden
konstruktionsbedingt vermieden. Das Durchströmen von unten nach oben spült auch
größere Inhaltstoffe im Belebtschlamm durch den Reaktor. Die dadurch eingehandelten
Nachteile der Trichterbildung werden durch langsam laufende Rührer unterbunden.
Diese sind wegen der Neigung zur Brückenbildung nötig und übernehmen somit
zwei Funktionen. 

Abbildung 3:
Bild FW-AWT-Dolomit-Juni-09-03-W.jpg
Nachfüllen des Dolomitreaktors in Bühl-Vimbuch

4.3. Kalkablagerungen
Kalkablagerungen konnten bisher nicht beobachtet werden und kann
ausgeschlossen werden, da maximal das Kalk-Kohlensäure- Gleichgewicht erreicht werden
kann und eine Überkonzentration von Kalk und damit eine Verschiebung der Calcit-Sättigung in
Richtung calcitabscheidend ausgeschlossen ist. Auch der niedrige Verbrauch weist darauf hin. 

4.4. Ökologische Betrachtung
Ökologisch gibt es keine Bedenken, da es sich bei dem Verbrauchmaterial um ein
Naturprodukt handelt und nur 99% reiner Dolomit für die Herstellung von Ökodol verwendet
wird. Das CO2, das bei der Behandlung des Dolomit entsteht, wird in der Anlage
wieder gebunden.

5 Auswirkungen auf den Betrieb

5.1 Kein Schlammabtrieb
Normalerweise wirken sich Schwimm- und Blähschlammprobleme nicht auf die Ablaufwerte
aus. Die Fäden, die diese Probleme verursachen, sind gute Reiniger. Problematisch
wird es, wenn durch Regenereignisse der Schlamm nicht mehr in der
Nachklärung gehalten werden kann und die Schlammbehandlung einen weiteren
Schlammabzug nicht mehr zulässt. Wenn dies der Fall ist, sind Nachtschichten und
Wochenendeinsätze zwingend. Mit dem Dolomitreaktor ergibt sich aus der Verbesserung
der Flockenstruktur eine deutliche Zunahme der Sichttiefe in der Nachklärung,
auch bei Regenwetter. 

5.2 Zurückführung auf ursprüngliche Kostenniveaus
Die Ausgaben für Reaktor und Verbrauchmaterial sind im Vergleich zu den bestehenden
Kosten zur Bläh- und Schwimmschlammbekämpfung gering.
Ausfall der Energiegewinnung durch Faulgas, Einsatz von Saugwagen, Verwendung
von Entschäumern, zusätzliche Dosierung von Polymer- und Aluminiumprodukten
können die Betriebskosten einer Kläranlage erhöhen. In einigen Fällen sind sechsstellige
Eurobeträge eingespart worden durch den Betrieb eines Dolomitreaktors.
Eine Erhöhung der Abwassergebühren konnte dadurch verhindert werden.
Die Kombination von Dolomitreaktor und Eisensalzen als Fällmittel ergänzen sich
nicht nur bei Flockenaufbau und Flockenstabilität, (8) sondern hat sich auch als die
kostengünstigste Lösung erwiesen. Die zusätzliche Sulfidbindung und die bessere
Entwässerbarkeit vom Schlamm halten die Betriebskosten zusätzlich niedrig. 

6 Zusammenfassung

6.1. Betriebssicherheit
Durch Verbesserung der Schlammstruktur und des besseren Absetzverhaltens in der
Nachklärung wird die Gefahr von Schlammabtrieb und damit Grenzwertüberschreitungen
drastisch reduziert. 

Abbildung 4:
Bild FW-AWT-Dolomit-Juni-09-04-W.jpg
300 000EW Anlage mit 4 Strassen und 4 Reaktoren

6.2 Langlebigkeit
Durch die Entsäuerung ist die Kalkaggressivität der Kohlensäure gemindert. Der Dolomitreaktor
wirkt wie eine nachfüllbare Opferanode . Erste Messungen zeigen bereits
einen Stopp bei der Korrosion. Die Messungen sind noch nicht abgeschlossen,
aber die ersten Ergebnisse klingen schon vielversprechend. Damit kann die geplante
Nutzungsdauer der zementgebundenen Bauwerke in Kläranlagen ohne Sanierung
erreicht werden. Auf ca 25 Kläranlagen, wird ein Dolomitreaktor bis jetzt betrieben.
2005 haben die ersten Kläranlagen mit dem Einsatz begonnen. Im Frühjahr 2008
wurde der Reaktor in Bühl entleert, um ihn auf einen etwaigen Verschleiß zu untersuchen.
Es hat sich bestätigt, dass der Reaktor für den langjährigen Einsatz gebaut
wurde und noch viele weitere Jahre in Betrieb bleiben kann. Viele Betriebsleiter haben
der Möglichkeit von Besuchen der Versuchsanlagen zugestimmt. Die Anlagengrößen
reichen von 5 000 Einwohnerwerten bis bisher 300 000 EW.

6.3. Nachhaltigkeit
Dieses Verfahren kann zur Nachhaltigkeitsdefinition der UN-Weltkommission von
1987 im Brundland-Report gezählt werden: Deckung der heutigen Bedürfnisse, ohne
die Möglichkeit künftiger Generationen zu beeinträchtigen. Dazu wird die Nachhaltigkeit
auf kommunalen Kläranlagen unterstützt.

 

Weitere Informationen
http://www.dolomitreaktor.de

Literatur:
(1) Prof. Dipl.-Ing Dr. N. Matsché, Erhebung zu Betonschäden auf Kläranlagen in Österreich, Institut für
Wassergüte und Abfallwirtschaft, Technische Universität Wien 2006

(2) Kühl, T. (2002): Symptom- und Ursachenbekämpfung bei Blähschlammereignissen, in Hahn H,H.;
Kraus, J. (Hrsg): . Bläh- und Schwimmschlamm. Schriftenreihe des ISWW, Universität Karlsruhe (TH),
Band 108

(3) Sölter, K., Weber, N. (2000): Die Bedeutung der Säurekapazität auf Kläranlagen, DR LANGE Anwendungsbericht Ch. No 77, August 2000

(4) Maier-Reimer, E.; Hasselmann, K (1987): Transport and Storage of CO2 in the ocean an inorganic
ocean-circulation carbon cycle model. Climate Dynamics, 2 (1978) nr. 2, S. 63 – 90

(5) Thienel, K.-Ch (2006): Werkstoffe des Bauwesens Dauerhaftigkeit von Beton, Institut für Werkstoffe
des Bauwesens Universität der Bundeswehr München Frühjahr 2006
www.unibw.de/bauv3/lehre/skripten/dauerhaftigkeitvonbeton.pdf

(6) Rode, A. (2004): Isolierung und Charakterisierung von bakteriellen extrazellulären polymeren Substanzen aus Biofilmen, Dissertation Universität Duisburg-Essen, Institut für Grenzflächen-
Biotechnologie, September 2004

(7) Ott, P. (2008): Betrieb von Abwasseranlagen mit Nitrifikation, Denitrifikation und biologischer PElimination unter Winterbedingungen, http://www.Dr.Ott-de.com, zuletzt aktualisiert Mai 2008 

(8) Wingender, J, Flemming, H. C. (1999) Autoaggregation of Microorganisms: Flocs and Biofilms, ) in J.
Winter (Hrsg.) Biotechnology Vol. 11a, Wiley-VCH, Weinheim Germany 

Anschrift des Verfassers:

KRONOS INTERNATIONAL, INC.
KRONOS ecochem
Carl Wassermann
Peschstraße 5
D-51373 Leverkusen
Tel.: (0214) 356 – 0
Fax: (0214) 44117
E-Mail: Carl.Wassermann@Kronosww.com

Dolomitwerk Jettenberg, Schöndorfer GmbH
Dr. Frederike Krey
Oberjettenberg 8
83458 Schneizlreuth
Tel (08651) 9682 0
Fax: (08651) 9682 26
mail: schoendorfer@dolomitwerk.de

AZV Bühl u. Umgebung
Arno Kremer
Am alten Römerpfad
77815 Bühl/Vimbuch
Tel: (07223) 24243
Fax: (07223) 942930
mail: KA-Buehl@gmx.de