Rohrbach (hei) Wer stiehlt Wasser in Rohrbach? Diese Frage stellte Ortsvorsteher Karl Wehrle in der jüngsten Ortschaftsratssitzung. Wie er von Herbert Dold von den technischen Diensten informiert wurde, verschwinden seit längerem regelmäßig größere Mengen Wasser aus dem Rohrbacher Netz. Wie man anhand der Aufzeichnungen feststellen konnte, wird jeweils nachts in unregelmäßigen Abständen eine Wassermenge von rund acht Kubikmetern entnommen, die nicht auf dem Rohrbacher Wasseruhren auftaucht.
Auffällig ist auch, dass diese Menge im Sommer höher ist als im Winter. Offensichtlich werde hier ein größerer Behälter wie eine Zisterne gefüllt. Das Wasser muss aus der Leitung vor der Wasseruhr abgezweigt oder eventuell auch aus einem Hydranten entnommen werden. Über diese Unverfrorenheit ist Ortvorsteher Karl Wehrle ebenso wie die Ortschaftsräte sehr verärgert. Zwar sei der Schaden mit rund 20 Euro je Entnahme nicht sehr groß. Aber es könne nicht angehen, dass die anderen Bürger …mehr unter:
Dieb stiehlt Wasser
Auf den Spuren der geheimnisvollen Nitrospira-Bakterien
Die meisten Menschen nutzen täglich sanitäre Anlagen, ohne darüber nachzudenken, was anschließend in den Kläranlagen mit dem Abwasser passiert. Holger Daims und sein Team vom Department für Mikrobielle Ökologie der Universität Wien untersuchen in ihrem aktuellen WWTF-Projekt Nitrospira-Bakterien, die maßgeblich an der Abwasserreinigung beteiligt sind. Diese Nitrospira sind noch weitestgehend unerforscht, da sie nicht als Reinkulturen im Labor gezüchtet werden können. Mit den modernsten molekularbiologischen Mitteln soll dieses Geheimnis nun gelöst werden.
Harnstoff enthält viel Stickstoff. Würde dieser ungefiltert in einen Fluss wie die Donau gelangen, käme es zu einer Eutrophierung des Gewässers, d.h. es könnte „umkippen“. Um das zu verhindern, wird Abwasser in Kläranlagen von Stickstoff gesäubert. Einen wichtigen Teil dieser Aufgabe übernehmen nitrit-oxidierende Bakterien, die im Klärschlamm leben, sogenannte NOB. Je nach Anlage gehören rund zwei bis zehn Prozent aller Bakterien im Klärschlamm zur Gattung Nitrospira. Bisher ist allerdings nur sehr wenig über diese „fleißigen Stickstofffresser“ bekannt. Da sie nicht in künstlichen Nährmedien im Labor gezüchtet werden können, wurden sie lange Zeit einfach übersehen.
Das wollen Holger Daims und sein Team vom Department für Mikrobielle Ökologie nun ändern: Die ForscherInnen sind bereits seit Jahren den Geheimnissen der Nitrospira auf der Spur. Der Schlüssel liegt in der Biologie der Bakterien. Nachdem die MikrobiologInnen bereits in einem ersten WWTF-Projekt ein Genom eines Nitrospira-Stammes sequenzieren konnten, sollen in dem aktuellen Projekt weitere Informationen per Genomik, Transkriptomik, Proteomik und Metabolomik gewonnen werden. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit dem Department für Molekulare Systembiologie der Universität Wien um Wolfram Weckwerth und MikrobiologInnen der Universität Hamburg.
Komplizierte Bakterien als Herausforderung
Die Untersuchung von unkultivierten Bakterien ist eine besondere Herausforderung. Die ForscherInnen müssen mit Belebtschlamm direkt aus der Kläranlage oder mit Anreicherungen arbeiten, die neben Nitrospira noch andere Bakterien enthalten. Um die Mikroorganismen in der Probe voneinander unterscheiden zu können, werden sie zunächst mittels „Fluoreszenz in situ Hybridisierung“ eingefärbt. Im Anschluss können die MikrobiologInnen durch Isotopentechniken die Stoffwechselaktivitäten der Bakterien in ihrer natürlichen Umgebung verfolgen.
„Je mehr wir über die Organismen lernen, desto höher ist auch die Chance, dass wir es irgendwann schaffen, sie als Reinkultur zu züchten. Dann wären zusätzliche Experimente möglich, die ohne solche Kulturen heute noch nicht durchführbar sind.“
Nitrospira haben einen schwierigen „Job“
Nitrospira kommen nicht nur in Kläranlagen, sondern auch in der Natur vor. Ihre Lebensräume reichen dabei von arktischen Böden bis hin zu heißen Quellen. Die Aufgabe bleibt jedoch stets die gleiche: Als NOB wandeln sie das beim Stickstoffrecycling freigewordene Nitrit zu Nitrat um. „Die Nitrit-Oxidation ist ein karges Brot. Daraus kann man nicht viel Energie gewinnen. Es ist in etwa so, als würde sich ein Mensch nur von Wasser und Brot ernähren.“
Trotz dieser eher schwierigen Nische gehören Nitrospira zu den am weitesten verbreiteten Bakterien. Diese Anpassung …mehr unter:
Energieeffiziente Kläranlagen
Kläranlage in Schwerzen
Kläranlagen entfernen organische Inhaltsstoffe aus dem Abwasser. Verfault der dabei anfallende Schlamm, entsteht als Produkt Biogas. Allerdings verfügen nur 1156 der 10 200 Kläranlagen in Deutschland über einen Faulturm. Vor allem kleinere Betreiber scheuen die Kosten, die durch den Neubau eines Faulturms entstehen. Stattdessen reichern sie den Klärschlamm im ohnehin vorhandenen Belebungsbecken mit Sauerstoff an und stabilisieren ihn. „Die Belebungsbecken benötigen sehr viel Strom. Gleichzeitig geht ein enormes Potenzial an Energie verloren, da bei diesem Verfahren kein Biogas entsteht“, sagt Dr. Brigitte Kempter-Regel vom Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart. „In Kommunen ist die Kläranlage der größte Stromverbraucher, noch vor Krankenhäusern.“
In einer Kosten-Nutzen-Studie hat die Wissenschaftlerin jetzt nachgewiesen, dass es sich auch für kleine Klärwerke lohnt, auf energieeffizientere Verfahren umzusteigen – selbst wenn sie dafür in eine Schlammfaulung investieren müssen. „Am Beispiel einer Kläranlage für 28 000 Einwohner haben wir berechnet, dass die Anlage ihre jährlichen Entsorgungskosten von 225 000 Euro um bis zu 170 000 Euro reduzieren kann, wenn sie den Schlamm nicht aerob, sondern in einer Hochlastfaulung mit Mikrofiltration abbaut“, sagt Kempter-Regel.
Dieses Verfahren wurde am IGB entwickelt und ist wesentlich effektiver als die konventionelle Faulung. Statt der üblichen 30 bis 50 Tage befindet sich der Schlamm nur noch fünf bis sieben Tage im Turm. Rund 60 Prozent der Organik werden dabei zu Biogas umgesetzt – damit ist die Ausbeute etwa ein Drittel höher als beim herkömmlichen Faulungsprozess. Das gewonnene Biogas lässt sich für den Betrieb der Anlage nutzen. Im Fallbeispiel aus der Studie sinken die Energiekosten dadurch um mindestens 70 000 Euro jährlich. Weiterer Vorteil: Bei der Hochlastfaulung fallen geringere Mengen Restschlamm an, die entsorgt werden müssen. „Dadurch spart der Betreiber nochmals 100 000 Euro ein“, sagt Kempter-Regel. Denn neben den hohen Energiepreisen schlagen vor allem die steigenden Entsorgungskosten zu Buche. Die Verwertung von Restschlamm in der Landwirtschaft ist umstritten, in Baden-Württemberg beispielsweise wird bereits häufig darauf verzichtet. Schlämme dürfen auch nicht mehr deponiert werden. Die Alternative, den Schlamm zu verbrennen, ist jedoch sehr teuer. Eine effektive Schlammreduzierung durch Faulung lohnt sich daher. Auch kleine Kläranlagen sind der Empfehlung des Stuttgarter Instituts bereits gefolgt und haben auf das Verfahren der Hochlastfaulung umgerüstet.
Quelle: Fraunhofer IGB
Quelle: http://www.vdi.de/7750.0.html?&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=48049
Zukunftsweisender Umgang mit Regenwasser
Projektstart Regeninfrastrukturanpassung (RISA) –
Infolge des Klimawandels werden sich die Niederschlagsverhältnisse deutlich ändern. Andererseits hält der Trend zur Versiegelung von Flächen ungebremst an. Die Konsequenzen sind erhöhte Abflussmengen und überlastete Ableitungssysteme. Mit dieser Problematik befasst sich das Projekt RegenInfraStrukturAnpassung (RISA), das die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt und HAMBURG WASSER initiiert haben und am 29. September 2009 bei einer Kick-Off-Veranstaltung vorstellen. Umweltstaatsrat Christian Maaß und Dr. Michael Beckereit, Geschäftsführer von HAMBURG WASSER, erwarten hierzu zahlreiche Gäste im Kongresszentrum Rothenburgsort.
Das Projekt RISA strebt danach, frühzeitig geeignete Lösungsansätze zu entwickeln, damit Überflutungen von Kellern, Straßen und Grundstücken sowie zusätzliche Gewässerbelastungen verhindert werden können. Inhaltlich konzentriert sich RISA darauf, die technischen Grundlagen zu ermitteln und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass ein zukunftsweisender und nachhaltiger Umgang mit Regenwasser ermöglicht wird. Ziel ist es, den Entwässerungskomfort beizubehalten, Gewässer- und Binnenhochwasserschutz zu wahren und zu verbessern. Weiterhin sieht das Projekt vor, wasserwirtschaftliche Maßnahmen in die Stadt- und Raumplanung zu integrieren und institutionelle Rahmenbedingungen an die gegebenen Veränderungen anzupassen.
Die Ergebnisse sollen in einen „Strukturplan Regenwasser“ einfließen, der für die kommenden Jahre Leitlinie für das Handeln von Verwaltung, Fachleuten und Grundstückseigentümern für ein neues Regenwassermanagements in Hamburg sein wird. Damit wird das Projekt RISA auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutzkonzept und zur Anpassungsstrategie an den Klimawandel des Hamburger Senats leisten.
Ihre Anprechpartner
HAMBURG WASSER
Carsten Roth
Pressesprecher
Telefon 040 / 78 88 – 23 31
carsten.roth@hamburgwasser.de
Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt
Volker Dumann
040-428 40 32 49
Change Management in der Wasserwirtschaft
Gemeinsames berufsbegleitendes Weiterbildungsangebot „Change Management in der Wasserwirtschaft“ der HTWK Leipzig und Universität Leipzig Zertifikatsweiterbildung mit der Option der Anerkennung in einem künftigen postgradualen berufsbegleitenden Fernstudiengang mit Abschluss Master of Science
Die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) und
die Universität Leipzig bieten ab dem Sommersemester 2010 eine Zertifikatsweiterbildung „Change
Management in der Wasserwirtschaft“ – kurz CMW-Leipzig – an. Das zweijährige Weiterbildungsangebot
richtet sich an Hochschulabsolventen der Ingenieur- und Naturwissenschaften mit Berufserfahrung.
Gefördert mit über 600.000 Euro durch den Europäischen Sozialfonds und den Freistaat Sachsen ist der
erste Jahrgang für die Teilnehmer kostenfrei. Mit dem neuen gemeinsamen Weiterbildungsprogramm
vertiefen und erweitern die HTWK Leipzig und die Universität Leipzig ihre Zusammenarbeit auf diesem
Gebiet, die sie bereits im Masterstudiengang Crossmedia Publishing erfolgreich gestaltet.
In den kommenden Jahren wird die europäische Wasserwirtschaft infolge Veränderungen in der
Bevölkerungsstruktur und der Umweltsituation einem zunehmenden Druck unterworfen sein, bestehende
technische Systeme und die Gestaltung von Organisationsstrukturen den neuen Erfordernissen anzupassen.
Darüber hinaus ändern sich die Anforderungen an das Management von Ressourcen, die Bewirtschaftung
von wasser- und siedlungswasserwirtschaftlichen Anlagen.
Als Folge dessen wird mit einer gesteigerten Nachfrage nach Weiterbildungsangeboten gerechnet. Genau
hier setzt das neue Programm an: Es bereitet die Teilnehmer gezielt auf Veränderungen in der
Wasserwirtschaft durch neue Strategien, Systeme und Prozesse vor. Dabei verknüpft die
bereichsübergreifende Weiterbildung technisches Know-how mit wirtschaftlichen Aspekten.
Die HTWK Leipzig, Fakultät Bauwesen, und die Universität Leipzig, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät,
kooperieren, um mit dem neuen Weiterbildungsangebot auf dem Sektor Wasser den Hochschulstandort
Leipzig und den Beschäftigungsstandort Mitteldeutschland gemeinsam zu stärken. Die
Weiterbildungsmodule festigen die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften und der praxisorientierten Lehrangebote im Ingenieurwesen. Durch die intensive Einbindung externer Referenten aus der Wirtschaft wird ein enger Praxisbezug sichergestellt.
Alle Teilnehmer erhalten für die erfolgreich abgeschlossenen Module einen Zertifikatsabschluss beider
Hochschulen. Perspektivisch wird beabsichtigt, das Weiterbildungsangebot zu einem Masterstudiengang
auszubauen. Für Akademiker besteht dann die Möglichkeit, nach Abschluss der Masterarbeit den
akademischen Grad Master of Science zu erlangen.
Weitere Informationen:
http://www.iws.htwk-leipzig.de
http://www.htwk-leipzig.de
Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. Gabriele Rödel
Fakultät Bauwesen
HTWK Leipzig
Telefon: +49 (0)3 41/3076 6628
Dipl.-Ing. Enrico Thomas
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Universität Leipzig
Telefon: 49 (0)3 41/97 33 875
Jetzt Wetterpatenschaft für 2010 sichern – Meteorologen der Freien Universität Berlin vergeben Namen für Hochs und Tiefs 2010
Auch für das nächste Jahr vergeben die Meteorologen der Freien Universität Berlin unter www.wetterpate.de wieder Wetterpatenschaften, um die studentische Wetterbeobachtung an der Station Berlin-Dahlem fortführen zu können. Die Hochdruckgebiete werden im Jahr 2010 männliche und die Tiefdruckgebiete weibliche Vornamen tragen, die Preise bleiben unverändert bei 299 Euro für Hochs und bei 199 Euro für Tiefs.
Bereits seit 1954 taufen die Meteorologen der Berliner Wetterkarte am Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin Hoch- und Tiefdruckgebiete. Seit 2002 können die Bürger im Rahmen der „Aktion Wetterpate“ Namen für die die Druckgebiete wählen. Damit wird die Wetterbeobachtung in Berlin-Dahlem so erfolgreich unterstützt, dass auch in diesem Jahr das Ziel erreicht wurde, eine der weltweit längsten Klimareihen aufrecht zu erhalten.
Eine Patenschaft gilt als beliebtes und originelles Geschenk zu Weihnachten, Geburtstagen oder zu besonderen Anlässen. Einige nutzen diese Möglichkeit, um ihre interessanten, aber wenig verbreiteten Vornamen bekannter zu machen. Sicher wird das Orkantief mit dem Namen „Kyrill“ vielen lange in Erinnerung bleiben. Dies gilt auch für das Kältehoch „Angelika“, welches Anfang 2009 für Temperaturen von unter minus 20 Grad sorgte. Mehr als 1400 Menschen aus 13 europäischen Ländern sowie Japan und den USA konnten bereits als Wetterpaten begrüßt werden.
In vielen Medien finden die Namen der Paten in den Wetterberichten Verwendung. Die Studenten und Mitarbeiter des Instituts wünschen sich dies auch für die Zukunft, denn nur eine aktive Beteiligung der Öffentlichkeit und die Präsentation in den Medien kann die Finanzierung der Wetterbeobachtung auch in den nächsten Jahren sichern.
Carsten Wette, Kommunikations- und Informationsstelle
Freie Universität Berlin
28.09.2009 14:40
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
o Gera Rohlfing, Katrin Krüger, Telefon: 030 /838-71226
E-Mail wetterpate@met.fu-berlin.de
o Petra Grasse, Thomas Dümmel, Telefon: 030 / 838-71222
Meldungen zu Phosphor-Rückgewinnung aus Klärschlamm 2012
Novelle der Klärschlammverordnung und neue Verordnung zur Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm
Im Laufe des Herbstes 2012 will das Bundesumweltministerium den neuen Entwurf der Klärschlammverordnung vorlegen. Das kündigte der Leiter der Abteilung „Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft, Bodenschutz“ im Bundesumweltministerium, MinDir Dr. Helge Wendenburg, auf der DWA-Bundestagung in Magdeburg am 26. September 2012 an. Im Wesentlichen soll der neue Entwurf dem zweiten Arbeitsentwurf vom August 2010 entsprechen. Das Konzept der Verordnung bleibe erhalten, insbesondere die Grenzwerte würden gegenüber dem älteren Entwurf nicht geändert. Sollten für die Landwirtschaft und den Umweltbereich unterschiedliche Anforderungen an die Klärschlammverwertung bestehen, sollten künftig die Grenzwerte der Landwirtschaft allgemein gelten. Kernstück der Novelle der Klärschlammverordnung sei die Qualitätssicherung mit 13 Paragrafen. Die Novelle werde auch der Einstieg in Regelungen zur „technischen Phosphorrückgewinnung“ sein. Hierzu sei eine „Verordnung zur Nutzung wertgebender Bestandteile von Klärschlämmen bei nicht bodenbezogener Verwertung“ (vorläufiger Titel) (Phosphatgewinnungsverordnung – AbfPhosV) in Vorbereitung. Danach soll die Rückgewinnung von Pflanzennährstoffen Vorrang haben. Konkret bedeutet dies, dass keine Mitverbrennung von Klärschlämmen, die bestimmte Nährstoffgehalte überschreiten, mehr stattfinden soll. Das „Verbrennungsverbot“ solle nicht für Schlämme gelten, die in Monoverbrennungsanlagen eingesetzt werden. Hier soll eine Pflicht zur Separatlagerung der Aschen eingeführt werden.
Minister Untersteller forciert Phosphor-Rückgewinnungsstrategie
OFFENBURG. Am 17. + 18. Okober 2012 fand die ABWASSER.PRAXIS – expo & congress zum zweiten Mal bei der Messe Offenburg statt. Neben der Kanalinstandsetzung, der Grundstücksentwässerung sowie der Abwasserreinigung wird am 17. Oktober ein Fokus auf die Phosphorrückgewinnung gelegt.
Fachleute schätzten, dass die mit vertretbarem wirtschaftlichem Aufwand abbaubaren natürlichen Phosphor-Lagerstätten in der Erde schon in weniger als einhundert Jahren erschöpft sind. Darüber hinaus sind die Gewinnung der Rohphosphate und ihre Verarbeitung zu Mineraldüngern mit erheblichen und immer weiter zunehmenden Umweltbelastungen verbunden. Phosphor wird deshalb nicht nur langfristig zu einer knappen Ressource. Schon jetzt machen die hektischen Preissprünge auf dem Weltmarkt die Verknappung dieses wichtigen Rohstoffes deutlich.
Umweltminister Franz Untersteller wies im Vorfeld des am 17. Oktober beginnenden Kongresses auf die große Bedeutung der Phosphorrückgewinnung hin: „Phosphor ist nicht durch andere Elemente zu ersetzen und ohne Phosphor kein Leben. Wir müssen daher die im Land vorhandenen Potenziale nutzen, um uns von teuren Phosphorimporten unabhängig zu machen.“ Schon jetzt gehöre Baden-Württemberg in Forschung und Entwicklung von Verfahren zur Rückgewinnung von Phosphor bundesweit zu den führenden Ländern. „Um dies weiter zu forcieren, haben wir eine Phosphor-Rückgewinnungsstrategie entwickelt“, erklärte der Umweltminister.
Das größte Potenzial bei der Phosphor-Rückgewinnung sehe er dabei im Klärschlamm:“Der gesamte Bedarf an Phosphor im Land ließe sich theoretisch zu rund 50 Prozent von aus Klärschlamm gewonnenem Phosphor decken. Diese wertvolle Sekundärrohstoffquelle gilt es zu erschließen.“
Technische Voraussetzungen sind mittlerweile gegeben, um in die Rückgewinnung von Phosphor einzusteigen. Die erste großtechnische Anlage im Land auf der Kläranlage ‚Raum Offenburg‘ ist hierbei wegweisend.
Wissenschaftliche Begleitung der großtechnischen Anwendung der Seaborne-Technologie auf der KA Gifhorn aktualisiert 30.08.2012
Ziel des Forschungsvorhabens
Da die Deponierung von Klärschlamm gemäß TA Siedlungsabfall ab Juni 2005 wegen des hohen Gehaltes an organischer Trockensubstanz nicht mehr zulässig ist und zudem auch die landwirtschaftliche Verwertung von Klärschlämmen aufgrund des Schwermetallgehaltes kon-trovers diskutiert wird, wird derzeit nach alternativen Behandlungs- und Verwertungspfaden für Klärschlamm an Stelle der bekannten Wege der Klärschlammentsorgung gesucht.
Das Seaborne-Verfahren stellt eine Möglichkeit zur Behandlung und Verwertung von Klärschlämmen dar. Es hat eine Ausschleusung von Schadstoffen (Schwermetalle) einerseits sowie primär die Rückgewinnung der Wertstoffe Stickstoff und Phosphor zum Ziel. Insbesondere der letztgenannte Aspekt ist von besonderer Bedeutung, da hiermit die Möglichkeit besteht, die Wertstoffe aus dem Klärschlamm in Form eines vermarktbaren Dünger-Produktes zu recyceln.
Ziel dieses Projektes ist die Überprüfung der Leistungsfähigkeit des Seaborne Verfahrens auf kommunalen Kläranlagen. Dazu gehören die Erfassung des Ressourcenverbrauchs sowie die Überprüfung der Produktqualität und -mengen. Weiterhin sind die Einflüsse auf den Betrieb der Kläranlage zu klären. Auf Basis dieser Daten soll die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens und die Möglichkeit der Übertragbarkeit auf andere Kläranlagenstandorte überprüft werden.
https://www.tu-braunschweig.de/isww/forschung/seaborne
Europäisches Verbundforschungsvorhaben zum Phosphorrecycling aus Abwasser
Mit einer neuen europäischen Forschungsinitiative [„Nachhaltiges Klärschlammmanagement zur Förderung des Phosphorrecyclings und der Energieeffizienz (P-REX)] soll die Entwicklung von effizienten technischen Lösungen des Phosphorrecyclings aus Abwasser beschleunigt werden. Die Leitung dieses Verbundforschungsvorhabens liegt beim Kompetenzzentrum Wasser Berlin. In enger Zusammenarbeit von Wissenschaft, Unternehmen und Fachleuten aus der Landwirtschaft sollen die besten verfügbaren Recycling-Verfahren bewertet werden. Dazu zählt neben verfahrenstechnischen Lösungen explizit auch die Option der direkten landwirtschaftlichen Verwertung. Ziel ist es, die bisher unter 10 % liegende Recyclingquote von Phosphor aus Abwasser auf 80 % zu erhöhen. Die Phosphor-Ausbeute ist aber nicht das einzige Bewertungskriterium. Mit auf dem Prüfstand steht die tatsächliche Wirksamkeit der Recyclingprodukte als Düngemittel. Weiterhin soll das Markpotenzial von einzelnen Recycling-Verfahren und Recycling-Produkten untersucht werden. Das Projekt bearbeiten 15 Partner aus sieben europäischen Ländern, darunter sind neun mittelständische Unternehmen, Das Projektvolumen beträgt 4,4 Millionen Euro über drei Jahre Projektdauer; die EU-Förderung beträgt 2,9 Millionen Euro.
Dr. Christian Kabbe
christian.kabbe@kompetenz-wasser.de
Phosphor-Rückgewinnung aus Schlammkonzentrat
Phosphor ist ein lebenswichtiges Element, endlich und nicht ersetzbar. Die weltweit wirtschaftlich erschließbaren Reserven reichen noch circa 100 Jahre. Wissenschaftler des KIT haben ein Verfahren zur Rückgewinnung von Phosphor entwickelt, das derzeit auf der Kläranlage Neuburg an der Donau eingesetzt wird. In Zusammenarbeit mit der Firma MSE aus Karlsbad-Ittersbach will das KIT nun eine mobile Anlage zur Schlammentwässerung so um dieses Verfahren ergänzen, dass aus dem entstehenden Schlammkonzentrat Phosphor zurückgewonnen werden kann.
Derzeit laufen mit der MSE (Mobile Schlammentwässerungs GmbH), einer Tochter der EnBW Kraftwerke AG, Versuche zur Charakterisierung der verschiedenen Abwässer, die sich unter Zentrifugalkraft von den Feststoffen abgetrennt haben. Dies sei „ein wichtiger Schritt vor den Kurz- und Langzeitexperimenten, die anschließend folgen werden“, erklärt Dr. Rainer Schuhmann, der Leiter des Kompetenzzentrums für Materialfeuchte (CMM) am KIT.
Mit dem Einsatz der neuen Technik „könnten auch Kläranlagen ihren Verpflichtungen nachkommen, deren Schlammrückstand mobil entwässert wird“, so der Projektleiter der MSE, Dr. Rudolf Turek. Und diese Anforderungen werden drängender: Der Bund diskutiert derzeit eine prozentuale Rückgewinnungsverpflichtung auf der Grundlage eines Arbeitsentwurfs des Bundesumweltministeriums vom April 2011. Darin verlangt dieses von Wissenschaftlern wie auch von der Industrie und Kläranlagenbetrieben, nach Möglichkeiten der Rückgewinnung zu suchen.
Der Phosphor wird in einem am KIT entwickelten Verfahren zurückgewonnen. Die Wissenschaftler des Fachbereiches Umwelttechnologie des CMM gewinnen mittels Kristallisation in der Abwasserphase gelöstes Phosphat zurück. Dieses einfache und effektive Prinzip, so erklärt Rainer Schuhmann, „liefert ein hochwertiges Düngemittel, das neben Phosphor noch weitere Pflanzennährstoffe enthält und hervorragend pflanzenverfügbar ist“.
Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts nach den Gesetzen des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung – Lehre – Innovation.
Diese Presseinformation ist im Internet abrufbar unter: http://www.kit.edu
ASH DEC: Phosphor-Dünger aus Klärschlamm-Asche
• Klärschlamm ist ein Abfallprodukt der Abwasserreinigung. Er besteht vorwiegend aus organischer Substanz, die aufgrund ihres hohen Anteils an Phosphor gute Dünger-Eigenschaften aufweist. Doch je nach Herkunft des Klärschlammes enthält dieser meist auch Schwermetalle und andere Chemikalien, die eine direkte Verwendung als Dünger nicht erlauben. Daher wird Klärschlamm oft verbrannt und die Asche dann auf Deponien verbracht.
• Mit einem intelligenten Verfahren kann nun der Schwermetall-Anteil von Klärschlamm-Asche wirkungsvoll getrennt und einer späteren Verarbeitung zugeführt werden. Als „Reststoff“ verbleibt ein Phosphor-Dünger, der sich hervorragend für die Landwirtschaft eignet.
• Bei dem patentierten Verfahren werden die unerwünschten Schwermetalle über die Rauchgasreinigung abgeschieden und die Nährstoffe für Pflanzen verfügbar gemacht. Wiederverwertbare Nährstoffe sind vor allem Phosphor, Magnesium, und Kalium, wobei Phosphor in der Klärschlammasche in einer sehr hohen Konzentration vorliegt (entspricht etwa 30-60% des Gehaltes von natürlichen Phosphor-Rohstoffen).
• Auf diese Weise wird mit der Umwandlung von Klärschlammasche zu hochwertigem Düngemittel einerseits das Problem der Entsorgung von Klärschlamm gelöst. Andererseits wird dabei – fast nebenbei – ein wertvoller Phosphor-Dünger gewonnen, was eine ökointelligente Schonung der weltweit begrenzten Phosphorvorkommen bedeutet.
Details über den -> Phosphor-Dünger PhosKraft®:
Quellen: http://www.ecodesign-beispiele.at/data/art/34_4.php
und
ASH DEC Umwelt AG
Donaufelderstraße 101/4/5
A – 1210 Wien
Produktpalette:
Tel.: +43 (0) 1 7344640 10
Fax: +43 (0) 1 7344640 20
E-Mail: w.hermann@ashdec.com
WWW: http://www.ashdec.com
Modellvorhaben zur großtechnischen Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlämmen
Umweltministerin Tanja Gönner gab grünes Licht für ein Modellvorhaben zur großtechnischen Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlämmen. Das Land bezuschusst die Modellanlage in der Kläranlage Offenburg mit 645.000 Euro. Die Gesamtkosten betragen rund 743.000 Euro.
„Klärschlamm ist eine Schadstoffsenke für Schwermetalle und andere ökotoxische Substanzen wie Wirkstoffe aus Arzneimitteln, Kunststoffweichmacher oder Flammschutzmittel. Es macht deshalb keinen Sinn, die Schadstoffe mühsam mit hohem finanziellem und technischem Aufwand aus dem Abwasser zu reinigen und danach großflächig auf den Böden wieder zu verteilen“, sagte die Umweltministerin. Der Verzicht auf eine landwirtschaftliche Klärschlammverwertung habe andererseits zur Folge, dass der Nährstoffkreislauf unterbrochen werde. Klärschlamm enthalte wichtige Nährstoffe und stelle damit eine wichtige Sekundärrohstoffquelle dar. „Der im Klärschlamm enthaltene Phosphor ist ein wichtiger Ausgangsstoff für die Herstellung von Düngemitteln und kann wieder verwertet werden. Zur Schonung der natürlichen Phosphorlagerstätten liegt es daher nahe, ein Verfahren zu entwickeln, mit dessen Hilfe das im Klärschlamm enthaltene Phosphor zurück gewonnen und als Dünger verwendet werden kann“, erklärte Gönner.
Fachleute schätzten, dass die mit vertretbarem wirtschaftlichem Aufwand abbaubaren natürlichen Phosphor-Lagerstätten in der Erde schon in weniger als hundert Jahren erschöpft seien. Täglich gelangten über Waschmittel, menschliche Ausscheidungen und ähnlichem pro Person rund zwei Gramm Phosphor in das Abwasser, die zur Vermeidung von Umweltschäden in den Kläranlagen herausgefiltert werden müssten.
Am Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte und Abfallwirtschaft (ISWA) der Universität Stuttgart sei das sogenannte Stuttgarter Verfahren zur Phosphorrückgewinnung aus Klärschlämmen entwickelt und im Labormaßstab erprobt worden. Bis zu 70 Prozent der zugeführten Phosphorfracht habe dabei zurückgewonnen werden können. „Die Frage ist, ob das, was im Labormaßstab vielversprechend funktioniert auch im großen Maßstab noch geht. Das ist die Nagelprobe“, sagte die Ministerin.
„Es wäre ein Durchbruch, wenn es gelänge, im Kläranlagenbetrieb das im Klärschlamm enthaltene Phosphor zurückzugewinnen. Der Zuschuss zu dem Projekt ist deshalb gut angelegtes Geld. Hinzu kommt, dass die Preise für Düngemittel in den kommenden Jahren außerdem deutlich steigen, wenn die Phosphorvorkommen zunehmend knapper werden“, so Ministerin Gönner.
Information:
Am Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft (ISWA) der Universität Stuttgart wurde in Zusammenarbeit mit der iat-Ingenieur-beratung, das sogenannte Stuttgarter Verfahren zur Phosphorrückgewinnung aus anaerob stabilisierten Klärschlämmen entwickelt. Dabei entsteht als Produkt Magnesium-Ammonium-Phosphat (MAP). Das Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass kommunaler Klärschlamm von Kläranlagen mit simultaner Phosphat-Elimination mit Eisensalzen verwendet werden kann und keine Verfahrensumstellungen seitens der Abwasserreinigung erforderlich sind. Das erzeugte Produkt Magnesium-Ammonium-Phosphat (MAP) kann direkt als Mehrnährstoffdünger in der Landwirtschaft verwendet werden.
Das Verfahren wurde in den Jahren 2003 und 2004 entwickelt und im Labormaßstab erprobt. Aufbauend auf diesen Erfahrungen wurde inzwischen eine halbtechnische Versuchsanlage mit einem Reaktorvolumen von circa einem Kubikmeter nach dem Stuttgarter Verfahren zur Phosphorrückgewinnung betrieben. Dabei konnte nachgewiesen werden, dass das Verfahren auch im halbtechnischen Maßstab stabil betrieben werden kann. Rund 70 Prozent Phosphor konnten bezogen auf die der Anlage zugeführte Phosphorfracht so zurückgewonnen werden. Als Fortsetzung des Betriebs der halbtechnischen Anlage soll nun ein Modellvorhaben zur Phosphorrückgewinnung nach dem Stuttgarter Verfahren umgesetzt werden.
Geplant ist eine Anlage mit einem Reaktorvolumen von 20 Kubikmetern. Damit kann der Klärschlamm von ca. 5.000 bis 10.000 Einwohnerwerten behandelt werden. Die Ausbeute wird dabei auf circa 50 Kilogramm MAP pro Tag geschätzt.
Im Abwasserzweckverband „Raum Offenburg“ sind die Stadt Offenburg sowie die Gemeinden Durbach, Hohberg, Ohlsbach und Ortenberg zusammengeschlossen.
Quelle: Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Baden-Württemberg
Rückgewinnung von Phosphor aus der Abwasserreinigung
Eine Bestandsaufnahme
Das Schweizer Bundesamt für Umwelt kommt in einer umfangreichen Studie zu dem Schluss, dass der Rückgewinnung von Phosphor große Bedeutung zukommt.
Auszug aus dem Vorwort:„Klärschlamm wird heute in der Schweiz in Monoverbrennungsanlagen, Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) und Zementwerken verbrannt, da er wegen der Gefahr
der Verbreitung von Kranksheitserregern und problematischen organischen Verbindungen
in der Landwirtschaft nicht mehr zur Düngung ausgebracht werden darf. Die
thermische Behandlung von Klärschlamm bedeutet aber so lange einen unwiederbringlichen
Verlust des Nährstoffs Phosphor, als Phosphate mit den Aschen und Schlacken
aus den Verbrennungsanlagen abgelagert oder nach der Verbrennung im Zementwerk
in Baustoffen eingelagert werden. Hier setzen die Phosphorrecycling-Verfahren an, die
in der vorliegenden Studie umfassend beschrieben werden. Die Studie gibt einen Überblick
über das Angebot und den Stand der Technik von Verfahren zur Rückgewinnung
von Phosphor aus der Abwasserreinigung. Sie liefert nicht nur die technischen Verfahrensbeschreibungen,
sondern auch Angaben zum Entwicklungsstand 2009, zur wahrscheinlichen
Verfügbarkeit und zur Wirtschaftlichkeit der Verfahren. Von den mehr als
30 Verfahrensentwicklungen, über die Informationen zusammengetragen wurden,
Die umfangreiche Studie liegt als download bereit unter:
www.bafu.admin.ch/publikationen/publikation/01517/index.html?…
Herausgeber
Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Das BAFU ist ein Amt des Eidg. Departements für Umwelt, Verkehr,
Energie und Kommunikation (UVEK).
Autor
Ludwig Hermann, proman management GmbH, A-1210 Wien
Begleitung BAFU
Kaarina Schenk, Abteilung Abfall und Rohstoffe
Klärgas: Mehr in Niedersachsen, weniger in Sachsen-Anhalt
Wie der Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen mitteilt, ist die Stromerzeugung aus Klärgas in dem Land im Jahr 2008 im Vergleich zu 2004 um elf Prozent gestiegen. Dabei nutzen die Kläranlagen die erzeugten Strommengen zunehmend für den Eigenbedarf. In 94 von 649 Anlagen zur öffentlichen Abwasserbehandlung werden jährlich rund 63 Millionen Kubikmeter Rohgas gewonnen, zehn Prozent davon gehen ohne Nutzung verloren.
In Sachsen-Anhalt hingegen ist die Gewinnung von Klärgas im Jahr 2008 gegenüber dem Vorjahr um rund 13 Prozent zurückgegangen. Von den insgesamt gewonnenen 260 000 GJ Klärgas wurden 232 000 GJ zur Stromerzeugung und 17 000 GJ für die Wärmeerzeugung eingesetzt. Die Verluste beliefen sich bei 11 000 GJ. Im Berichtsjahr 2008 wurde diese Gewinnung von erneuerbarer Energie in 13 Kläranlagen des Landes Sachsen-Anhalt genutzt. Der Rückgang der Klärgasproduktion schlug sich insbesondere bei der Stromproduktion nieder. Hier erfolgte ein Rückgang von 20,2 Millionen kWh im Jahr 2007auf 18,4 Millionen kWh im Jahr 2008. Die Gewinnung von Wärme aus Klärgas stieg gegenüber dem Jahr 2007 wieder an. Im Jahr 2008 wurden rund 7000 GJ Klärgas mehr zur Wärmeerzeugung eingesetzt als noch im Jahr 2007. Damit war eine Steigerung von etwa 78 Prozent zu verzeichnen. Die Anzahl der Kläranlagen mit Klärgasgewinnung hat sich in Sachsen-Anhalt gegenüber dem Vorjahr reduziert. Hierin ist auch im Wesentlichen der deutliche Rückgang der Klärgaserzeugung begründet.
http://cdl.niedersachsen.de/blob/images/C56269165_L20.pdf
www.statistik.sachsen-anhalt.de
Suchwort „Klärgas“
Schweinegrippe: Informationen für Beschäftigte im Abwasserbereich
der DWA-Infostelle: Schweinegrippe und Abwasser
Im Zusammenhang mit einer befürchteten weltweiten Epidemie („Pandemie“) durch das „Schweinegrippe“-Virus H1N1 erreichen die DWA-Infostelle als technische Auskunftsstelle der DWA verstärkt Anfragen. Wir haben uns deshalb an das Informationszentrum der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) gewandt und informieren nun initiativ die Fachkreise der Abwassertechnik.
Zuletzt waren Grippeviren im Abwasser im Jahr 2006 ein Thema, als das Vogelgrippe-Virus H5N1 Anlass zur Besorgnis gab. BAuA und DWA sind derzeit keine Erkenntnisse zur Infektionsgefahr mit Schweinegrippe durch Abwasser im Vergleich zur „aviären Influenza“ (von lat.: aves – Vogel und med.: influenza – Grippe) bekannt. Bezüglich der aviären Influenza und der Verbreitung durch bzw. der Persistenz im Wasser/Abwasser gibt es Papiere des Umweltbundesamtes und der WHO:
UBA-Hinweis „Trinkwasser und aviäre Influenza A/H5N1T – Hinweise für Wasserversorger“ (pdf, 3 Seiten, 62 kB)
WHO-Hintergrundpapier zur Vogelgrippe (pdf, 311 kB, 37 Seiten, englisch)
Das Betriebspersonal in Abwasserbehandlungsanlagen ist gegenüber einer ganzen Reihe von Erregern exponiert. Influenzaviren können dabei ebenfalls vorkommen.
In der gegenwärtigen Situation ist wahrscheinlich noch von einem Verdünnungseffekt im Abwasser auszugehen. Das könnte sich ändern, wenn die Anzahl erkrankter Personen im Einzugsgebiet einer Abwasseranlage erheblich zunimmt.
Übertragen wird die Erkrankung durch Tröpfcheninfektion oder kontaminierte Gegenstände, auch über kontaminierte Hände. Daher sind die üblichen Hygienemaßnahmen einzuhalten.
Bezüglich des Arbeitsschutzes in Bezug auf Infektionserreger im Abwasserbereich hat der Ausschuss für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) die Technische Regel für biologische Arbeitsstoffe (TRBA) 220 (pdf, 84 KB, 18 Seiten) erlassen.
Dort sind die Schutzmaßnahmen für alle im Abwasserbereich zu berücksichtigenden Übertragungswege dargestellt. In der gegenwärtigen Situation ist aus unserer Sicht die Einhaltung der dort beschriebenen Schutzmaßnahmen ausreichend.
Wie bei „gewöhnlichen“ Influenza-Viren ist eine Infektion z.B. bei der Inhalation oder dem Verschlucken größerer (Abwasser-)Aerosolmengen durchaus möglich.
Für Beschäftigte im Kanalbetrieb kann nach unserem derzeitigem Erkenntnisstand eine erhöhte Gefährdung dann angenommen werden, wenn z.B. in oder nahe an Abwassersystemen von Großkliniken gearbeitet wird, wobei auch hier die Einhaltung der einschlägigen Vorschriften grundsätzlich hinlänglich sein sollte.
Persistenz des Virus in kommunalem Abwasser
Bei Viren versteht man unter „Persistenz“ die Fähigkeit eines Virus, in einem bestimmten Umfeld zu „überleben“, also aktiv – vereinfacht ausgedrückt: ansteckend – zu bleiben. Nach dem derzeitigen Erkenntnisstand ist das „Schweinegrippe“-Virus im Medium Abwasser nicht persistenter als bereits bekannte Influenza-Viren. Von einer erhöhten Infektionsgefahr durch das neue Virus ist daher zunächst nicht auszugehen. Das kann sich im Falle einer Pandemie dadurch ändern, dass sich – vergleichbar mit jeder anderen Influenza-Epidemie – mehr Viren im Abwasser finden. In diesem Zusammenhang könnte also von einer insgesamt größeren Gefährdung gesprochen werden. Es gibt zwar Medienberichte über tödlich verlaufene „Schweinegrippe“-Infektionen, aber es ist unklar, ob die betroffenen Personen besonders empfindlich waren, z.B. durch Vorerkrenkungen oder hohes Alter – in solchen Fällen kann auch eine „normale“ Influenza fatal sein.
Dennoch ist nach dem derzeitigen Erkenntnisstand (Mitte August 2009) davon auszugehen, dass die im Abwasserbereich üblichen (und ohnehin vorgeschriebenen!) Hygienemaßnahmen ausreichend sind, um einer Infektion vorzubeugen.
Somit kann die drohende „Schweinegrippe“-Pandemie zum Anlass genommen werden, das Betriebspersonal für die Einhaltung der bekannten Schutzmaßnahmen zu sensibilisieren und einer möglichen Verunsicherung oder Beunruhigung entgegenzuwirken.
Die Betreiber selbst können den Anlass nutzen, um nochmals sicherzustellen, dass sie
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ihre Verpflichtungen in Bezug auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz kennen und
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ihren Verpflichtungen nachkommen, um
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ihren Beschäftigten alle notwendigen Vorkehrungen des Arbeitsschutzes zur Verfügung zu stellen und
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funktionierende Prozesse existieren, um mögliche Missstände schnell zu beseitigen.
Wir gehen zwar davon aus, dass die einschlägigen Maßnahmen allen Betroffenen bekannt sind, weisen aber auf die wichtigsten Maßnahmen zur persönlichen Hygiene hier nochmals hin (Quelle: TRBA 220).
Folgende grundsätzliche Forderungen (siehe auch TRBA 500 „Allgemeine Hygienemaßnahmen: Mindestanforderungen“) sind in abwassertechnischen Anlagen einzuhalten:
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Nach Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen und vor dem Verlassen der Betriebsräume und -bereiche müssen die Hände gewaschen und ggf. vorher desinfiziert werden. Einmalhandtücher, Hautreinigungs-, Hautschutz- und Hautpflegemittel sowie Desinfektionsmittel sind entsprechend dem Hautschutzplan, der vom Arbeitgeber nach Beratung durch den Betriebsarzt zu erstellen ist, anzuwenden.
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An Arbeitsplätzen darf nicht gegessen, getrunken und geraucht werden.
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Lebensmittel dürfen nur in speziell für diesen Zweck vorgesehenen Schränken oder Kühlschränken aufbewahrt werden. Diese Schränke sind regelmäßig zu reinigen.
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Pausen- und Bereitschaftsräume dürfen nicht mit stark verschmutzter Arbeitskleidung betreten werden.
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Zur Körperreinigung nach Arbeitsende sollen Duschen benutzt werden.
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Schutzkleidung, die der Arbeitskleidung in diesem Bereich entspricht, und persönliche Schutzausrüstungen sind nach Bedarf zu wechseln und durch den Arbeitgeber zu reinigen. Ein wöchentlicher Wechsel der Schutzkleidung sollte aber mindestens eingehalten werden. Die Reinigung der Wäsche ist sowohl im Unternehmen als auch durch Dritte möglich. Das Reinigungspersonal muss auf die Infektionsgefahr hingewiesen werden. Die betriebseigene Waschmaschine darf nur für diesen Zweck benutzt werden. Dem Wäschereipersonal ist mitzuteilen, dass die zu reinigende Kleidung wie infektionsverdächtige Wäsche zu behandeln ist. Sie darf nur in ausreichend widerstandsfähigen, dichten und verschlossenen Behältnissen, wie z. B. in für diesen Zweck bestimmten Textil- oder Polyethylensäcken, gekennzeichnet in die Wäscherei gegeben werden.
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Straßenkleidung ist getrennt von Arbeitskleidung und persönlichen Schutzausrüstungen aufzubewahren.
Im Übrigen sei darauf hingewiesen, dass die „Schweinegrippe“ zwar in einigen Fällen, aber längst nicht immer dramatisch verläuft. Grundsätzlich sind die Anzeichen und der Verlauf einer Infektion die einer „normalen“ Grippe – und damit nicht zu unterschätzen. Wer den Verdacht hat, sich mit dem Influenza-Virus infiziert zu haben, sollte – im Interesse seiner Kolleginnen und Kollegen, aber auch im Interesse der eigenen Gesundheit – lieber nicht zur Arbeit gehen, sondern einen Arzt aufsuchen.
Da nicht auszuschließen ist, dass Mitarbeiter sich anstecken …
den ganzen Bericht incl. Linksammlung und Downloads lesen Sie im Oktoberheft der Korrespondenz Abwasser
Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA, www.dwa.de ):
Infoblatt „Schweinegrippe und Abwasser“ (dieses Dokument als pdf, 100 kB)
KIKOs abenteuerliche Reise vom Entwurf zum Markt
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin stellt Film zur Produktsicherheit vor
„Wie geht es KIKO?“ lautet auch der Titel des Films zur Produktsicherheit, den die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in Dortmund veröffentlicht hat. In knapp 15 Minuten beleuchtet der Film die Regeln und Überwachungsmaßnahmen auf dem Gebiet der Sicherheit technischer Geräte und Produkte in Deutschland. „Wie geht es KIKO?“ gibt es als kostenlosen Download auf dem neuen Portal zur Produktsicherheit der BAuA http://www.portal-produktsicherheit.de oder unter http://www.wie-geht-es-kiko.de im Internet.
Rückrufaktionen, Mängelmeldungen oder Verbraucherwarnungen geistern immer wieder durch die Medien, wenn beispielsweise die heißen Reifen in Spielzeugautos gefährliche Stoffe enthalten oder die Isolierung von Kabeln nicht hält, was sie verspricht. Produkte und Geräte sollen aber sicher sein, fordert das Geräte- und Produktsicherheitsgesetz. Hier kommt der BAuA eine wichtige Aufgabe zu. Als zentrale Meldestelle des Bundes fasst sie die Bemühungen aller Bundesländer im Bereich gefährlicher technischer Produkte zusammen. Dabei wertet sie die Erkenntnisse zu mangelhaften oder gefährlichen technischen Produkten aus und stellt die Erkenntnisse über schnelle Datenaustausch-Systeme den anderen Mitgliedstaaten der EU zur Verfügung. In gleicher Weise ist die BAuA auch für den umgekehrten Weg zuständig. Aufgrund dieser Arbeit entstand die Idee, Informationen zum Thema Produktsicherheit durch einen unterhaltsamen Film zu vermitteln.
Gemeinsam mit der nordisch Filmproduktion, Hamburg, entwickelten die Experten der BAuA einen Plot, der die Ziele der Produktsicherheit und Arbeit der Aufsichtsbehörden spannend erzählt. In „Wie geht es KIKO?“ hält ein Universitätsprofessor, dargestellt durch den Schauspieler Jürgen Uter, eine Vorlesung zum Thema Produktsicherheit. Anhand Entwicklung, Produktion und Vermarktung des Spielzeugs KIKO erläutert er seinen „Studenten“ Erfordernisse und Stolperstellen für eine sichere Konstruktion. Dabei macht er deutlich, dass alle Beteiligten innerhalb der Kette Verantwortung tragen, angefangen beim Entwickler, über den Hersteller und Händler bis hin zum Verbraucher.
Aber der Film vermittelt nicht nur Hinweise zu den Grundprinzipien des sicherheitsgerechten Konstruierens, sondern gibt auch Informationen zu den gesetzlichen Anforderungen im Bereich der Geräte- und Produktsicherheit in Deutschland und Tipps im Umgang mit den für technische Produkte zuständigen Behörden. So richtet sich der Film nicht nur an Händler, Hersteller und Konstrukteure, sondern ebenso an Auszubildende und Studierende technischer, kaufmännischer oder juristischer Fächer. Auch der interessierte Verbraucher erfährt auf unterhaltsame Weise, worauf er bei Auswahl und Kauf sicherer Produkte achten muss und an wen er sich „im Falle eines Falles“ wenden kann.
Der Film „Wie geht es KIKO?“ (86,6 MB) sowie ein Trailer (9,6 MB) befinden sich zum kostenlosen Download auf der neuen Internetplattform der BAuA für Rückrufmanagement, Missbrauch von Zertifikaten und Verbraucherinformationen unter der Internetadresse http://www.portal-produktsicherheit.de. Hier haben auch aktuelle Informationen über die von der BAuA wahrgenommenen Aufgaben im Bereich der Sicherheit von Produkten eine neue Heimat gefunden. Links zu anderen Institutionen und Angeboten zur Produktsicherheit runden das Portal ab, das sich zurzeit im Aufbau befindet. Über die Adresse http://www.wie-geht-es-kiko.de gelangt man direkt zum Film.
Zudem hat die BAuA für Träger von Bildungsmaßnahmen und Schulungszwecke eine DVD in hoher Auflösung in geringer Auflage produziert, die bei der BAuA angefordert werden kann.
Weitere Informationen:
http://www.wie-geht-es-kiko.de Direkter Link zum Film „Wie geht es Kiko?“
Jörg Feldmann, Pressestelle
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin










