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Berechnung der Abwassertemperatur in der Kanalisation

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Einführung in das Simulationsprogramm TEMPEST

Umweltingenieurstudenten der ETH haben an einem Kanalabschnitt in der Nähe von Rümlang
Messungen und Simulationsrechnungen durchgeführt, mit dem Ziel, den Wärmehaushalt
in der Kanalisation zu erfassen und den Einfluss einer geplanten Wärmeentnahme
auf die Abwassertemperatur zu untersuchen [1]. Diese Arbeit wird hier benutzt für eine Einführung
in das Simulationsprogramm TEMPEST, mit dem der Verlauf der Abwassertemperatur
in Kanalsystemen berechnet werden kann. Die Übung verlangt keine speziellen Vorkenntnisse. Sie basiert auf einem bereits kalibrierten
Modell, mit dem die Eigenschaften und Möglichkeiten von TEMPEST kennen gelernt und ein
paar einfache Fragen im Zusammenhang mit Abwasserwärmenutzung beantwortet werden
sollen .Mehr unter:

http://www.tempest.eawag.ch/downloads/Aufgabenblatt_PEAK_Kurs.pdf

Den Hetlingern stinkt das Klärwerk wieder mal gewaltig

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Nach immer mehr Beschwerden aus dem Dorf: Verbandsdirektor will 2010 zwei Abluftwäscher gegen Biofilter austauschen, um das Problem zu lösen

Anfang der 90er-Jahre musste der Abwasser-Zweckverband (AZV)den Hetlingern Hunderttausende Mark zahlen – als Ausgleich für den vom Gericht festgestellten „enteignungsgleichen Eingriff“ durch unzumutbaren Gestank. Danach bekam der Verband das Geruchsproblem, hauptsächlich durch eine andere Schlammaufbereitung in den Griff. Doch jetzt wächst die Belastung wieder. Weil die Gerüche mehr und mehr zunahmen, fühlte die Gemeinde den Verantwortlichen während einer Info-Veranstaltung auf den Zahn. Besserung ist für 2010 in Aussicht, weil in Luftwäscher auf biologischer Basis investiert werden sollen.

Lösung ist nah: Besser späte als keine Einsicht
Verbandsdirektor Lutz Altenwerth räumt die Probleme unumwunden ein, die zweierlei Ursachen hätten. Zum einen entströmt den Sammler-Leitungen zwischen Holm und Hetlingen ein übler Odem. „Das fiel insbesondere im vergangenen Sommer auf, der sehr trocken war“, sagt Altenwerth. Abwasser aus entfernter liegenden Kommunen des Einzugsgebietes, das sich bis nach Kaltenkirchen erstreckt, stinkt im Laufe der langen Reise zunehmend stärker. Und wenn kein Regen fällt, ist die Brühe umso konzentrierter. Diese Schwierigkeit soll beseitigt werden, indem künftig Metallsalze hinzu gegeben werden, die den Geruch bekämpfen.

Aufwändiger gestaltet sich die Sache beim Gestank, der durch die Aufbereitung direkt auf dem Werksgelände anfällt – und das verschärft seit 2004. Gemeinderat Ralf Hübner, Vorsitzender des Umweltausschusses, kritisierte: „Vier Jahre wussten Sie, warum es stinkt und haben uns nichts gesagt. Stattdessen sollten wir brav anrufen und mussten uns im Extremfall vorm Gestank ins Haus flüchten. Wir erwarten, dass jetzt alle offensichtlich unzureichenden Abluftwäscher ausgetauscht werden.“
„Wir haben durch Beschwerden der Bürger, um die wir immer gebeten haben, Ende 2005 Hinweise gehabt, dass die Abluftwäscher nicht funktionieren“, sagt Altenwerth. Dann seien zunächst Versuche mit den auf chemischer Basis arbeitenden Systemen gefahren worden – ohne viel Veränderung.
Im Anschluss daran habe man …mehr unter:

http://www.abendblatt.de/region/pinneberg/article1249247/Den-Hetlingern-stinkt-das-Klaerwerk-wieder-mal-gewaltig.html

Durchflussmessungen –Theorie und Praxis – Messen, Steuern, Regeln in der Entwässerung

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Durchflussmesseinrichtungen gewinnen in der Wasser- und Siedlungswasserwirtschaft zunehmend an Bedeutung. In der Siedlungswasserwirtschaft werden sie benötigt, wenn Re-genwasserbehandlungsanlagen und Kanalsysteme intelligent bewirtschaftet werden sollen, Entlastungsabflüsse gemessen oder Teilströme zur Gebührenermittlung erfasst werden müssen. Kontinuierlich betriebene „Abrechnungs“- Messstellen können auch der Beobachtung von Fremdwasserabflüssen oder der Erfolgskontrolle nach abgeschlossenen Sanierungsmaßnahmen dienen.
Auf Kläranlagen werden Durchflussmessungen zur Steuerung und Überwachung verschiedener Prozesse benötigt, die den Betrieb der Anlage optimieren.
In der Wasserwirtschaft dienen Abflussmessungen zunehmend auch in kleineren Gewässern der Dimensionierung von Hochwasserschutzmaßnahmen.
Entsprechend der sehr unterschiedlichen Einsatzgebiete von Durchflussmesseinrichtungen in der Wasser- und Siedlungswasserwirtschaft werden auch vielfältige Forderungen an deren Messtechnik und Funktionalität gestellt.
Erschwerend kommt hinzu, dass der Durchfluss nicht mit einer einzigen Messgröße direkt erfassbar ist, sondern meist mehrere Parameter erforderlich werden. Häufig sind Fließ-geschwindigkeits- und Wasserstandsmessungen notwendig und Aufmaße der Querschnittsgeometrie. Die Qualität der Durchflussmessung hängt deshalb auch von der Anzahl und der möglichen Genauigkeit der zu messenden Größen ab. Zu beachten ist dabei, dass Genauigkeiten, die im Labor erzielt werden, nur selten auch in der Praxis erreicht werden können. Den ganzen Artikel lesen Sie unter:

http://www.igmmbh.de/download/pdf-dateien/TAH_Ffm_2008_Text.pdf

Klärwerksbetrieb aus der Sicht seiner „Kunden“

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Mit diesem „anrüchigen“ Thema beschäftigt sich die Diplomarbeit von Martina Elisabeth Probst. Konfliktpotenziale mit der Bevölkerung und Lösungsansätze werden vorgestellt.

Hier einige Postulate aus der Arbeit:

„Wenn man nette Mädels kennen lernt und die wissen wollen, was man macht, kann
man sagen, dass man mit Fäkalien arbeitet. Oder man sagt, dass man im Gewässerschutz
arbeitet. Was klingt besser?“|

„Wir haben ja unsere Anlage so konzipiert, dass es ja gezielt ‚stinkt‘. D.h. im
Rechenhaus oder in der Grobstoffhalle ist das eingehaust“

„Die stärksten Kritiker sind unsere konstruktivsten Partner geworden. Es war aber
eine intensive Diskussion, Überzeugungsarbeit und Vertrauensbildung notwendig.“

„Abfall war immer ein Thema, Mülltrennung wird teilweise bis zum Exzess betrieben,
aber beim Abwasser drückt man aufs Knopferl und es ist weg.“

Titel der Diplomarbeit:
Standort-PR und Präventionsmaßnahmen bei
Unternehmen mit Krisenpotential am Beispiel von
Abwasserreinigungsunternehmen

Zitat: Das grundsätzliche Imageproblem von Kläranlagen und Abwasser ist etwas Übergeordnetes. Das wird ein einzelner Abwasserverband nicht lösen können. Auf der lokalen Ebene muss aber der Dialog mit den Anrainern gewährleistet werden.
Der Bedarf an professioneller PR-Arbeit ist in dieser Branche gegeben. Für die
dauerhaft gute Beziehung eines Verbandes zu den diversen Dialoggruppen, ist es
unerlässlich, die Public Relations als entscheidenden Erfolgsfaktor anzusehen und in
eine langfristige Strategie einzubauen

Die gesamte Arbeit lesen Sie unter:

http://www.awvgrazerfeld.at/upload/documents/cms/19/Diplomarbeit_fuer_Experten_Martina_Probst.pdf

Facebook-Notruf in Adelaide

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Adelaide/Australien (rd.de) – Zwei australische Mädchen (10 und 12 Jahre alt) gerieten bei einer „Abenteuererkundung“ in der Kanalisation durch einsetzenden Regen in Not. Statt einen Notruf abzusetzen, machten die Mädchen ein Facebook-Update.
Wie der staatliche Rundfunksender ABC unter Berufung auf die Feuerwehr in Adelaide berichtete, wählten die in Schwierigkeiten geratenen Mädchen nicht etwa den australischen Notruf 000, sondern benutzen die immerhin bestehende Mobilfunkverbindung zur Außenwelt dazu, auf Facebook über ihre glücklicher : mehr unter:

http://www.rettungsdienst.de/2009/09/11/facebook-notruf-in-adelaide/
Die ganze Geschichte der ABC kann man hier nachlesen: www.abc.net.au

Abwasser als Energiequelle

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Abwasser ist eine noch wenig genutzte Wärmequelle. Doch die Wärmerückgewinnung aus Abwasser wurde in der Forschung lange stiefmütterlich behandelt. Eines der Probleme ist die Verschmutzung von Wärmetauschern. Sie hat dazu geführt, dass gut gemeinte Pionieranlagen bereits nach kurzer Zeit nicht mehr oder nur noch mit einem sehr schlechtem Wirkungsgrad funktionieren. Die Forschung, welche an der Eawag gemeinsam mit Partnern betrieben wurde zeigt nun, dass das Problem gelöst oder zumindest stark gemildert werden kann. Technische Entwicklungen, zum Beispiel selbstreinigende Vorfiltersysteme, und Innovationen der Anlagenbetreiber haben dazu beigetragen. Im soeben erschienenen Bericht «Wärmerückgewinnung aus Abwasser» zeigt Autor Oskar Wanner die Möglichkeiten und Grenzen der Abwasserenergienutzung auf. Auf die Wärmetauscherverschmutzung sowie Gegenmassnahmen in der Praxis geht der Bericht vertieft ein. Untersuchungen und Bericht wurden unterstützt vom Axpo-Naturstromfonds.

Erschienen in der Schriftenreihe Eawag, Nr. 19; ISBN 978-3-905484-13-7

Fettabscheider vor Gericht

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Oberverwaltungsgericht NRW zum Einbau eines Fettabscheiders
Das OVG NRW hat sich mit Beschluss vom 03.06.2009 (Az. 15 A 996/09) mit der Frage beschäftigt, unter welchen Voraussetzungen einem Anschlussnehmer an die öffentliche Abwasseranlage der Einbau eines Fettabscheiders auf seinem Grundstück durch die Gemeinde vorgegeben werden kann. Grundsätzlich hat das OVG NRW gegen eine Regelung in der Abwasserbeseitigungssatzung keine Bedenken, wonach die Gemeinde berechtigt ist, den Einbau eines Fettabscheiders zu verlangen, wenn dieses zur Sicherstellung eines ordnungsgemäßen Betriebes der öffentlichen Abwasseranlage geboten ist.
 
Allerdings ist es nach dem OVG NRW Sache des Anschlussnehmers, wo er auf seinem Grundstück den Fettabscheider errichtet. Von daher spreche vieles dafür, dass die Gemeinde grundsätzlich nur befugt sei, über das Ob des Einbaus einer Fettabscheideranlage zu entscheiden. Erst wenn der Anschlussnehmer den Einbau nicht vornehme und die Gemeinde die Einbauverfügung im Wege der Ersatzvornahme vollstrecken möchte, dürfe sie die Einbaustelle bestimmen.
 
Im Übrigen sei eine Gemeinde, die eine öffentliche Abwasseranlage betreibt, keineswegs als befugt anzusehen, jedwedes Detail der Benutzung der öffentlichen Abwasseranlage zu regeln. Insoweit habe sie zwar aus der Anstaltsgewalt heraus grundsätzlich das Recht, in der Abwasserbeseitigungssatzung das Benutzungsverhältnis zu regeln (so genannte Anstaltsgewalt; vgl. OVG NRW, Beschluss vom 16.10.2002 – Az. 15 B 1355/02, NWVbl 2003, Seite 104 f.). Die Grenzen der Regelungsbefugnis ergeben sich aber nach dem OVG NRW zugleich aus dem Zweck der Ermächtigung, den ordnungsgemäßen Betrieb der öffentlichen Abwasseranlage im Rahmen des Widmungszweckes sicherzustellen sowie – abgesehen vom Gleichbehandlungsgebot – aus dem rechtsstaatlichen Verhältnismäßigkeitsgrundsatz (vgl. auch OVG NRW, Beschluss vom 07.05.2009 – Az. 15 B 354/09). Insoweit gehe die Befugnis nicht soweit, dass auch die Gemeinde vorgeben kann, wo der Fettabscheider auf einem Grundstück positioniert wird.
 
Az.: II/2 24-30 qu-ko
Quelle: http://www.kommunen-in-nrw.de/mitgliederbereich/mitteilungen/detailansicht/dokument/ovg-nrw-zum-einbau-eines-fettabscheiders.html

Dieb stiehlt Wasser

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Rohrbach (hei) Wer stiehlt Wasser in Rohrbach? Diese Frage stellte Ortsvorsteher Karl Wehrle in der jüngsten Ortschaftsratssitzung. Wie er von Herbert Dold von den technischen Diensten informiert wurde, verschwinden seit längerem regelmäßig größere Mengen Wasser aus dem Rohrbacher Netz. Wie man anhand der Aufzeichnungen feststellen konnte, wird jeweils nachts in unregelmäßigen Abständen eine Wassermenge von rund acht Kubikmetern entnommen, die nicht auf dem Rohrbacher Wasseruhren auftaucht.
Auffällig ist auch, dass diese Menge im Sommer höher ist als im Winter. Offensichtlich werde hier ein größerer Behälter wie eine Zisterne gefüllt. Das Wasser muss aus der Leitung vor der Wasseruhr abgezweigt oder eventuell auch aus einem Hydranten entnommen werden. Über diese Unverfrorenheit ist Ortvorsteher Karl Wehrle ebenso wie die Ortschaftsräte sehr verärgert. Zwar sei der Schaden mit rund 20 Euro je Entnahme nicht sehr groß. Aber es könne nicht angehen, dass die anderen Bürger …mehr unter:

http://www.suedkurier.de/region/schwarzwald-baar-heuberg/furtwangen/Dieb-stiehlt-Wasser;art372517,3947193

Auf den Spuren der geheimnisvollen Nitrospira-Bakterien

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Die meisten Menschen nutzen täglich sanitäre Anlagen, ohne darüber nachzudenken, was anschließend in den Kläranlagen mit dem Abwasser passiert. Holger Daims und sein Team vom Department für Mikrobielle Ökologie der Universität Wien untersuchen in ihrem aktuellen WWTF-Projekt Nitrospira-Bakterien, die maßgeblich an der Abwasserreinigung beteiligt sind. Diese Nitrospira sind noch weitestgehend unerforscht, da sie nicht als Reinkulturen im Labor gezüchtet werden können. Mit den modernsten molekularbiologischen Mitteln soll dieses Geheimnis nun gelöst werden.

Harnstoff enthält viel Stickstoff. Würde dieser ungefiltert in einen Fluss wie die Donau gelangen, käme es zu einer Eutrophierung des Gewässers, d.h. es könnte „umkippen“. Um das zu verhindern, wird Abwasser in Kläranlagen von Stickstoff gesäubert. Einen wichtigen Teil dieser Aufgabe übernehmen nitrit-oxidierende Bakterien, die im Klärschlamm leben, sogenannte NOB. Je nach Anlage gehören rund zwei bis zehn Prozent aller Bakterien im Klärschlamm zur Gattung Nitrospira. Bisher ist allerdings nur sehr wenig über diese „fleißigen Stickstofffresser“ bekannt. Da sie nicht in künstlichen Nährmedien im Labor gezüchtet werden können, wurden sie lange Zeit einfach übersehen.

Das wollen Holger Daims und sein Team vom Department für Mikrobielle Ökologie nun ändern: Die ForscherInnen sind bereits seit Jahren den Geheimnissen der Nitrospira auf der Spur. Der Schlüssel liegt in der Biologie der Bakterien. Nachdem die MikrobiologInnen bereits in einem ersten WWTF-Projekt ein Genom eines Nitrospira-Stammes sequenzieren konnten, sollen in dem aktuellen Projekt  weitere Informationen per Genomik, Transkriptomik, Proteomik und Metabolomik gewonnen werden. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit dem Department für Molekulare Systembiologie der Universität Wien um Wolfram Weckwerth und MikrobiologInnen der Universität Hamburg.

Komplizierte Bakterien als Herausforderung

Die Untersuchung von unkultivierten Bakterien ist eine besondere Herausforderung. Die ForscherInnen müssen mit Belebtschlamm direkt aus der Kläranlage oder mit Anreicherungen arbeiten, die neben Nitrospira noch andere Bakterien enthalten. Um die Mikroorganismen in der Probe voneinander unterscheiden zu können, werden sie zunächst mittels „Fluoreszenz in situ Hybridisierung“ eingefärbt. Im Anschluss können die MikrobiologInnen durch Isotopentechniken die Stoffwechselaktivitäten der Bakterien in ihrer natürlichen Umgebung verfolgen.
„Je mehr wir über die Organismen lernen, desto höher ist auch die Chance, dass wir es irgendwann schaffen, sie als Reinkultur zu züchten. Dann wären zusätzliche Experimente möglich, die ohne solche Kulturen heute noch nicht durchführbar sind.“

Nitrospira haben einen schwierigen „Job“

Nitrospira kommen nicht nur in Kläranlagen, sondern auch in der Natur vor. Ihre Lebensräume reichen dabei von arktischen Böden bis hin zu heißen Quellen. Die Aufgabe bleibt jedoch stets die gleiche: Als NOB wandeln sie das beim Stickstoffrecycling freigewordene Nitrit zu Nitrat um. „Die Nitrit-Oxidation ist ein karges Brot. Daraus kann man nicht viel Energie gewinnen. Es ist in etwa so, als würde sich ein Mensch nur von Wasser und Brot ernähren.“

Trotz dieser eher schwierigen Nische gehören Nitrospira zu den am weitesten verbreiteten Bakterien. Diese Anpassung …mehr unter:

http://www.dieuniversitaet-online.at/beitraege/news/auf-den-spuren-der-geheimnisvollen-nitrospira-bakterien/69.html 

 

Energieeffiziente Kläranlagen

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Kläranlage in Schwerzen

Kläranlagen entfernen organische Inhaltsstoffe aus dem Abwasser. Verfault der dabei anfallende Schlamm, entsteht als Produkt Biogas. Allerdings verfügen nur 1156 der 10 200 Kläranlagen in Deutschland über einen Faulturm. Vor allem kleinere Betreiber scheuen die Kosten, die durch den Neubau eines Faulturms entstehen. Stattdessen reichern sie den Klärschlamm im ohnehin vorhandenen Belebungsbecken mit Sauerstoff an und stabilisieren ihn. „Die Belebungsbecken benötigen sehr viel Strom. Gleichzeitig geht ein enormes Potenzial an Energie verloren, da bei diesem Verfahren kein Biogas entsteht“, sagt Dr. Brigitte Kempter-Regel vom Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart. „In Kommunen ist die Kläranlage der größte Stromverbraucher, noch vor Krankenhäusern.“

In einer Kosten-Nutzen-Studie hat die Wissenschaftlerin jetzt nachgewiesen, dass es sich auch für kleine Klärwerke lohnt, auf energieeffizientere Verfahren umzusteigen – selbst wenn sie dafür in eine Schlammfaulung investieren müssen. „Am Beispiel einer Kläranlage für 28 000 Einwohner haben wir berechnet, dass die Anlage ihre jährlichen Entsorgungskosten von 225 000 Euro um bis zu 170 000 Euro reduzieren kann, wenn sie den Schlamm nicht aerob, sondern in einer Hochlastfaulung mit Mikrofiltration abbaut“, sagt Kempter-Regel.

Dieses Verfahren wurde am IGB entwickelt und ist wesentlich effektiver als die konventionelle Faulung. Statt der üblichen 30 bis 50 Tage befindet sich der Schlamm nur noch fünf bis sieben Tage im Turm. Rund 60 Prozent der Organik werden dabei zu Biogas umgesetzt – damit ist die Ausbeute etwa ein Drittel höher als beim herkömmlichen Faulungsprozess. Das gewonnene Biogas lässt sich für den Betrieb der Anlage nutzen. Im Fallbeispiel aus der Studie sinken die Energiekosten dadurch um mindestens 70 000 Euro jährlich. Weiterer Vorteil: Bei der Hochlastfaulung fallen geringere Mengen Restschlamm an, die entsorgt werden müssen. „Dadurch spart der Betreiber nochmals 100 000 Euro ein“, sagt Kempter-Regel. Denn neben den hohen Energiepreisen schlagen vor allem die steigenden Entsorgungskosten zu Buche. Die Verwertung von Restschlamm in der Landwirtschaft ist umstritten, in Baden-Württemberg beispielsweise wird bereits häufig darauf verzichtet. Schlämme dürfen auch nicht mehr deponiert werden. Die Alternative, den Schlamm zu verbrennen, ist jedoch sehr teuer. Eine effektive Schlammreduzierung durch Faulung lohnt sich daher. Auch kleine Kläranlagen sind der Empfehlung des Stuttgarter Instituts bereits gefolgt und haben auf das Verfahren der Hochlastfaulung umgerüstet.
Quelle: Fraunhofer IGB

Quelle: http://www.vdi.de/7750.0.html?&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=48049