Start Blog Seite 175

Anzeiger für saubere Gewässer: Die Froschlaichalge wird Alge des Jahres 2010

0

Die Algenforscher der Deutschen Botanischen Gesellschaft haben die Froschlaichalge zur Alge des Jahres 2010 gekürt. Sie möchten damit auf diese gefährdete Pflanze unserer heimischen Gewässer aufmerksam machen. Froschlaichalgen werden immer rarer, da ihr Lebensraum schwindet. Sie sind auf sauberes und kühles Wasser angewiesen, das jedoch oft zugebaut oder durch Abwässer und Pflanzenschutzmittel verunreinigt wird oder bei zu starker Wasserentnahme ganz versiegt. Die Algenspezialistin Dr. Johanna Knappe von der Philipps-Universität Marburg erklärt, was sie an der Roten-Liste-Art fasziniert.

Ihren Namen verdankt die Froschlaichalge ihrer gallertartigen Gestalt sowie ihrem perlschnurartigen Aussehen, das an die Laichschnüre mancher Kröten erinnert. Die perlartigen Knoten bestehen aus regelmäßig angeordneten Wirteln aus kurzen, sich verzweigenden Fäden. „So richtig hübsch wird Batrachospermum, wie die Alge wissenschaftlich heißt, aber erst unter dem Mikroskop“, schwärmt Dr. Johanna Knappe, Spezialistin für diese Süßwasser-Lebewesen. Die Algenforscherin der Philipps-Universität Marburg wird oft von Kollegen und Laien gebeten, bei der Artbestimmung zu helfen, denn die einzelnen Arten der Forschlaichalgen sind schwer auseinander zu halten. Dazu müsse sie ganz genau hinsehen, „denn Blüten haben sie ja nicht“, sagt Knappe. Sie betrachtet zur Artbestimmung die Zellen der Kurztriebe, die Rinde, und die so genannten Trichogynen, fadenförmige, weibliche Empfängnisorgane, an denen männliche Geschlechtszellen andocken können. Mehr unter:

http://www.dbg-phykologie.de/pages/22PressemitteilungAlgeJahr2010.html

Wider den wilden Wurzelwuchs: Kanäle umweltschonend bauen

0

Neue Bodenstruktur verhindert Schäden an Abwassersystem und sichert alten Baumbestand

Osnabrück. Unter der Erde schlummert ein unsichtbares, weit verzweigtes Netz: das Wurzelwerk von jahrzehntealten Bäumen gräbt sich in die Tiefe, wuchert um Leitungen und Rohre. Nicht selten entstehen so Schäden an unterirdischen Infrastrukturanlagen. Das Kanalsystem kann undicht werden oder verstopfen, ungeklärtes Abwasser in den Boden gelangen. Bei den Reparaturarbeiten muss zudem häufig ein Teil der Wurzeln entfernt werden. Dadurch werden Bäume oft so geschädigt, dass sie absterben. Doch das IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur (Gelsenkirchen) geht davon aus, dass der unkontrollierte Wurzelwuchs durch geeignete Bodenbeschaffenheiten verhindert werden kann. Heute startete es dazu eine einzigartige Versuchsanlage am Waldfriedhof Dodesheide in Osnabrück. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das Vorhaben mit knapp 52.000 Euro. „Tiefbaumaßnahmen und Baumschutz können so künftig aufeinander abgestimmt werden“, sagte DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde beim Projektauftakt.

Die Mischung macht´s: Durch Zusammensetzung der Böden lässt sich Ausbreitung der Wurzeln lenken
Rund acht bis zehn Meter ragen die Testbäume für die neuartige Versuchsanlage in die Höhe. Ihre Wurzeln schlagen sie fast genauso tief – unter optimalen Wachstumsbedingungen. Und diese werden auch durch die Bodenbeschaffenheit bestimmt. „Im innerstädtischen Gebiet können sich Pflanzen aufgrund der zahlreichen unterirdischen Infrastruktursysteme nur schwer ausbreiten. Wurzeln entwickeln sich dann verstärkt in die Breite, häufig nur bis zu 1,50 Meter tief, und wachsen in Rohre und Leitungen“, erklärt IKT-Geschäftsführer Roland W. Waniek. Abhilfe könne ein auf die Bäume abgestimmter Boden schaffen, in den die Kanalsysteme gebettet werden. „Porenreiche Mischungen mit einem hohen Sauerstoffgehalt durchwurzeln Bäume besonders gut“, weiß Waniek. „So ließe sich durch den Boden lenken, wohin die Wurzeln wachsen.“ Denkbar seien Zusammensetzungen aus Sand, Kiesel oder vulkanischem Gestein. Erfahrungen aus der Praxis fehlten allerdings bislang. Diese würden jetzt auf dem neuen Testgebiet gewonnen.

Testgebiet am Waldfriedhof Dodesheide
Insgesamt 21 ausgewachsene Bäume werden dafür an den Rand des Waldfriedhofs Dodesheide verpflanzt. Alle stammen aus einer früheren Untersuchungsanlage des Eigenbetriebs Grünflächen und Friedhöfe der Stadt Osnabrück in unmittelbarer Nähe. Da die Stadt das Gebiet allerdings langfristig in Bauland umwandelt, wandern die Eschen, Linden und Platanen nun 500 Meter weiter an einen neuen Platz. Der Erste der rund zehn Tonnen schweren Kolosse zog heute mit Hilfe einer speziellen Baumverpflanzmaschine um. Zunächst müssen die Wurzeln der Testbäume in den unterschiedlich angereicherten Böden verwachsen. In einem zweiten Schritt werden dann exemplarisch Rohre verlegt, um die Reaktion der Pflanzen auf Böden und Leitungen zu testen. „Der unmittelbar um die Rohre liegende Bereich sollte am Besten mit porenarmen Mischungen gefüllt werden. Denn je weniger Hohlräume vorhanden sind, desto schlechter können die Wurzeln in Richtung Leitungen und Rohre wachsen“, erklärt Christoph Bennerscheidt, Projektleiter am IKT.

Kanalsysteme an lokalen Baumbestand anpassen – Tiefbau im Einklang mit Umweltschutz
Vor allem der Tiefbau könne von den Ergebnissen der Versuchsanlage am Waldfriedhof profitieren: „Künftige Kanalsysteme lassen sich auf Basis unserer Erkenntnisse an die Anforderungen des lokalen Baumbestandes anpassen, und später anfallende Sanierungsarbeiten werden effektiv verhindert“, so Waniek. Positive Effekte sieht Brickwedde aber auch für Umwelt und Bewohner. „Bäume sind wichtige Sauerstofflieferanten und somit verantwortlich für ein angenehmes Stadtklima. Im Sommer funktionieren sie zudem als Schattenspender und natürliche Klimaanlage. Ihren Bestand zu erhalten, ist von sehr großer Bedeutung“, betont der DBU-Generalsekretär. „Das Vorhaben des IKT ist daher ein wegweisendes Projekt, das für Städte und Gemeinden bundesweit von Interesse ist.“

Ansprechpartner für Fragen zum Projekt (AZ 28019):
Christoph Bennerscheidt, IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur,
Telefon: 0209/1780625,
Telefax: 0209/1780688
Christoph Bennerscheidt
Mail-Kontakt
http://www.dbu.de/123artikel29560_106.html

Sonnenlicht als Quelle reinen Wassers

0

Die Vorteile des RayWOx-Systems entspringen direkt der Idee, Sonnenlicht zur Wasserreinigung einzusetzen: Sonnenstrahlung liefert die Prozessenergie zum Knacken der Schadstoffe und, sofern die optionale Photovoltaikanlage integriert wird, auch die elektrische Energie für den Betrieb des Gesamtsystems.

Möglich wird dies durch den Einsatz geschickt gewählter Photokatalysatoren: Während in bislang bekannten lichtbasierten Wasserreinigungssystemen mit kostspielig elektrisch erzeugter UV-Strahlung gearbeitet wird (Photolyse), erlauben Photokatalysatoren direkt das kostenlose Sonnenlicht für die Wasserreinigung zu nutzen. Deshalb spart das RayWOx-System im Vergleich zu anderen Verfahren beim Abbau der Verunreinigungen etwa 90 Prozent Energie. Zudem kommen photokatalytische Verfahren mit deutlich weniger Oxidationsmitteln aus.

Das RayWOx-System basiert auf einem innovativen Verfahren, entwickelt im Rahmen ausführlicher wissenschaftlicher Studien und Tests. KACO hat sich zu diesem Zweck mit anerkannten Partnern zusammengeschlossen: dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Hirschmann Laborgeräte GmbH & Co. KG.

2008 gewinnt das RayWOx-System, damals noch unter dem Titel des Pilotprojekts SOWARLA,
den Energy Globe, „The world award for sustainability“. Der Preis wird im Europaparlament verliehen und zeichnet besonders nachhaltige Projekte aus. SOWARLA konnte sich unter 853
Bewerbern in der Kategorie „Nationaler Sieger“ durchsetzen.

Quelle: http://www.sowarla.de/

Mit Licht zu sauberem Wasser – Neuartige Anlage zur solaren Wasserreinigung am 5. November 2009 in Lampoldshausen eingeweiht

0

Beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Lampoldshausen reinigt von nun an die solare Wasserreinigungsanlage Lampoldshausen (SOWARLA) Wasser unter Einsatz von Sonnenlicht von schwer abbaubaren anorganischen Verunreinigungen.

Kernstück der Anlage ist ein neuartiger Solarreceiver, der aus Sonnenstrahlung die nötige Energie gewinnt, um unterschiedlichste Schadstoffe im Wasser zu entfernen. Unter dem Produktnamen RayWOx wurde dieser, auf DLR Know-how basierende Anlagentyp, in den Markt eingeführt.

Die in Lampoldshausen in Betrieb genommene Demonstrationsanlage kann die mit Raketentreibstoffen und deren Verbrennungsprodukten kontaminierten Kühlwässer aus den Triebwerksprüfständen des DLR-Instituts für Raumfahrtantriebe vollständig reinigen.

Im Gegensatz zu den bekannten solaren Reaktorkonzepten ist die aus Modulen aufgebaute RayWOx -Technik sehr leicht installierbar und für den Aufbau beliebig großer Anlagen unter den unterschiedlichsten Randbedingungen geeignet.
Die Anlage in Lampoldshausen kann mit einem Solarreaktor von gut 49 Metern Länge und 470 Zentimetern Breite unter den gegebenen Wetterbedingungen rund 4500 Liter Industrie-Abwasser in ein bis zwei Stunden von allen oxidierbaren Verunreinigungen säubern.

Energy Globe Award für SOWARLA

Für das Kooperationsprojekt erhielten die DLR-Wissenschaftler und die beteiligten Industriepartner den nationalen Energy Globe Award 2007. Die Arbeiten wurden in einem Projekt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) anteilig gefördert und vom DLR-Technologiemarketing und dem Technologie-Transfer-Zentrum Lampoldshausen unterstützt.

Quelle: www.dlr.de

Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.sowarla.de/
http://www.dlr.de

EU-Projekt zur Entwicklung eines Kompetenzmodells (Fragebogen) für Kläranlagen-Leiter und Betriebspersonal

0

Angebote zur Mitwirkung bei DWA-Fachvorhaben

Die DWA wirkt in einem EU-Projekt zur Entwicklung eines Kompetenzmodells (Fragebogen) für Kläranlagen-Leiter und Betriebspersonal mit. Anwendung findet der als Resultat des Projekts erarbeitete Fragebogen:

– bei Einstellungsgesprächen
– zur Defizitfeststellung
– Erstellung von Weiterbildungsangeboten
– Arbeitsplatzbeschreibung
– zur europäischen Vergleichbarkeit

Bei diesem Projekt wird das schon auf EU-Ebene bestehende (allgemeine) Kompetenzmodell (Fragebogen zur beruflichen Kompetenz) auf die Wasserwirtschaft angepasst und in einem Pilotprojekt evaluiert. In einem ersten Schritt in der Anpassung sollen diejenigen, die mit den Kompetenzen in der Wasserwirtschaft zu tun haben, gehört werden, und zwar in einem (kostenlosen) halbtägigen Workshop am 18.01.2010 von 10.30 – 15.30 Uhr bei der DWA in Hennef.

Die Experten haben die Gelegenheit, ihre Vorstellungen von Fähigkeiten/Voraussetzungen beruflicher Qualifikation im Wassersektor (KA) einzubringen. Die dann gefundenen Anpassungen/Änderungen/Ergänzungen des allgemeinen Kompetenzmodells werden in dem für die Wasserwirtschaft bestimmten Modell berücksichtigt und in einem Pilotprojekt evaluiert.

Eingeladen sind alle, die mit beruflichen Kompetenzen in der Wasserwirtschaft zu tun haben und ihre Vorstellungen einbringen möchten:

Anmeldung bei:
Gabriele Martens
DWA
Tel. 02242-872-115
E-Mail: martens@dwa.de
detaillierte Tagesordnung folgt.

Wie funktioniert eigentlich die Abwasserentsorgung auf einem Luxusliner?

0

Ein besonderer Nachbarschaftstag

Diese Frage stellte sich die Kläranlagen-Nachbarschaft 42
des nördlichen Emslandes und besuchte an ihrem 48. Nachbarschaftstag
die Meyer-Werft in Papenburg, die nach eigenen
Angaben „weltweit über die modernsten Anlagen im
Schiffbau“ verfügt. Bei dieser Gelegenheit war es auch möglich,
die Rohrfertigung, einschließlich der Lagerhaltung
kennenzulernen. Aber der Reihe nach:
Ich hatte also unsere Kollegen zu diesem besonderen Nachbarschaftstreffenauf der Werft eingeladen. Alles war gut vorbereitet,
als 25 Personen unserer Nachbarschaft eintrafen.
Nach der Begrüßung präsentierte Abteilungsleiter Ewald
Jürgens die Anlage mit einem Überblick über alle Aufgaben
und Leistungen der Werft. Besonders interessierte uns natürlich
der Schiffbau, mit den Einrichtungen der Ver- und
Entsorgung. Da lag es nahe, zuerst die Rohrherstellung …mehr unter:

http://www.kan.at/upload/medialibrary/KA-Betriebs-Info4-2009.pdf

Autor
Rolf Wessels
Lehrer der DWA-Kläranlagen-Nachbarschaft Emsland-Nord
Stadt Papenburg – Fachbereich B3
Kläranlage Papenburg
Industriegebiet Nord
26871 Papenburg
Tel. ++49 (0)49 61/44 17

Weiterentwicklung von Abwasserabgabe und Wasserentnahmeentgelten zu einer umfassenden Wassernutzungsabgabe

0

Kurzbeschreibung:

Der Einsatz von ökonomischen Instrumenten in der Gewässerschutzpolitik hat in Gestalt der bundesrechtlichen Abwasserabgabe und der verschiedenen landesrechtlichen Wasserent¬nahme¬entgelte in Deutschland bereits eine längere Tradition. Ebenso lang ist freilich die kritische Begleitung dieser Instrumente in Wissenschaft, Praxis und Politik. Eine umfassende, neuere kritische Analyse der Erfahrungen mit den Instrumenten Abwasserabgabe und Wasserentnahmeentgelte in Deutschland steht noch aus.

Art. 9 der EG-Wasserrahmenrichtlinie, der u. a. eine Berücksichtigung des Grundsatzes der Kostendeckung für Wasserdienstleistungen, einschließlich von Umwelt- und Ressourcenkosten, verlangt, gibt Veranlassung, diese Instrumente erneut auf den Prüfstand zu stellen. Inwieweit tragen Abwasserabgabe und Wasserentnahmeentgelte zur neuen gemeinschaftsrechtlich formulierten Zielerreichung in der Gewässergütepolitik bei? Lassen sich Effektivität und Effizienz durch Ausgestaltungsänderungen verbessern, sind sie mithin Ausgangspunkt einer Modernisierung und Weiterentwicklung, gar Vorbild für eine Ausdehnung von Abgabepflichten auf weitere Wassernutzungen? Auch hier bietet die WRRL Anlass darüber nachzudenken, auf welche Inanspruchnahmen aquatischer Ökosystemdienstleistungen die Anwendung ökonomischer Steuerungsmechanismen ausgedehnt werden kann, etwa im Bereich der diffusen Verschmutzungsquellen. Dabei beschreibt die Konformität mit Art. 9 WRRL nur einen relevanten Aspekt. Bei einer Reform und Modernisierung dieser Abgaben, wie auch die Einführung von neuen Abgaben müssen die Vorgaben des Grundgesetzes beachtet werden, das zwar einen Katalog von Abgabentypen bereithält, sie aber jeweils mit unterschiedlichen Restriktionen ausstattet, die ihre Verwendungsmöglichkeiten einschränkt. Zugleich bedarf es aus ökonomisch-finanzwissenschaftlicher Sicht angesichts veränderter Rahmenbedingungen einer Rekapitulation des jeweiligen Lenkungsauftrages einzelner Abgaben sowie einer sorgfältigen Abstimmung alter und neuer Lenkungsmechanismen untereinander unter Berücksichtigung der jeweils zu erwartenden künftigen ökonomischen und ökologischen Wirkungen.

Quelle: http://www.ufz.de/index.php?de=19085

Projektlaufzeit:
09/2009 – 08/2010

Hochwasserschutz auf der IFAT 2010: Mit Pumpen gegen Fluten

0

Wachsende Gefahr von Hochwässern eröffnet Herstellern mobiler Abwasserpumpen ein zunehmend interessantes Geschäftsfeld

IFAT 2010 bietet Technologien und Lösungen aus dem technischen Hochwasserschutz

„Es geht darum, das Unbeherrschbare zu vermeiden und das Unvermeidbare zu beherrschen“ – Mit dieser Aussage bringt Prof. Hans Joachim Schellnhuber, einer der führenden Klimaforscher Deutschlands und Leiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, die Anforderungen des Klimawandels an die Menschheit auf den Punkt. Als unvermeidbar gelten zum Beispiel die für Deutschland und viele andere Staaten prognostizierte Zunahme von Starkniederschlägen und das damit verbundene, gehäufte Auftreten von Hochwasserereignissen.
 
Mögliche Anpassungsstrategien sind eine generell an Hochwasser adaptierte Bauweise, die Schaffung von Retentionsflächen und die Verstärkung der bestehenden Schutzanlagen. Neben Hochwassermauern, Erddeichen, Sandsäcken, Dammbalkensystemen, Fensterverschlüssen, Schutztoren und Schiebern, sind Pumpen ein wesentliches Element des technischen Hochwasserschutzes.
 
Viele Pumpenhersteller haben die Zeichen der Zeit erkannt und ihr Portfolio in den letzten Jahren auf dieses Einsatzfeld hin angepasst. Bei der Firma Wilo zum Beispiel ist Hochwasserschutz zwar kein eigenes Geschäftsfeld, gewinnt aber nach Aussage des Dortmunder Unternehmens in allen Marktsegmenten – von Kommunen über die Industrie bis hin zur Gebäudetechnik – international an Bedeutung. So hat Wilo beispielweise eine Papierfabrik in Sachsen mit zehn mobilen Abwasser-Tauchmotorpumpen ausgerüstet. Der Industriebetrieb liegt im Überschwemmungsbereich der Zwickauer Mulde und wurde bei einem Hochwasser im Jahr 2002 komplett überflutet. Die Wilo-Pumpen ergänzen das in Folge dieser Erfahrungen angeschaffte, mobile Spundwandsystem der Fabrik.
 
Ein Partner speziell der Feuerwehren und des Technischen Hilfsdienstes ist die Spechtenhauser Pumpen GmbH aus Waal. Zusammen mit den genannten Anwendern hat das Unternehmen eine Hochwasserschutzpumpe entwickelt. Spechtenhauser-Geschäftsführer Jens Becker umreißt die wesentlichen Anforderungen: „Hochwasserschutzpumpen müssen mobil sein. Das heißt ihr Design muss gewichtsoptimiert und mit einer ergonomischen Trageeinrichtung ausgestattet sein. Ein weiterer, zentraler Punkt ist die Verstopfungssicherheit. Schließlich ist das abzupumpende Wasser in der Regel mit großen Mengen an Störstoffen von Straßen und Feldern verschmutzt.“ Sein Unternehmen löst diese Aufgabe bei seiner Chiemsee-Pumpe mit einem besonders verstopfungssicheren, patentierten Pumpen-Laufrad.
 
Die genannten Hersteller werden im kommenden Jahr auf der Umweltmesse IFAT 2010 in München ihre Produkte und Lösungen präsentieren. „Als internationale Leitmesse der Umweltbranche haben wir bei der letzten IFAT im Jahr 2008 erstmals das  wichtige Thema Küsten- und Hochwasserschutz in unsere Nomenklatur mit aufgenommen“, erläutert Eugen Egetenmeir, Mitglied der Geschäftsführung der Messe München. „Wir sind überzeugt, dass unsere Aussteller bei der IFAT 2010 viele Möglichkeiten präsentieren können, das Unvermeidbare zu beherrschen.“
 
Quelle: http://www.ifat.de/link/de/22268865#22268865  

Der Steingressling: Ein gutes Zeichen für die Vielfalt im Lech

0

Eine seit 100 Jahren verloren geglaubte Fischart ist Gewässerspezialisten im Lech bei Augsburg ins Netz gegangen. Im Schongauer Land ist der Steingressling bislang unbekannt.

In Gersthofen bei Augsburg haben Spezialisten das Bayerischen Landesamts für Umwelt im Lech gleich vier erwachsene Exemplare des Steingresslings (lat. Romanogobio uranoscopus) in ihren Keschern gefunden. In Bayern gilt der Kleinfisch aus der Familie der Gründlinge als vom Aussterben bedroht, ist seit über 100 Jahren nicht mehr nachgewiesen worden. Laut Landesamt steht er auch europaweit auf der Liste schützenswerter Arten.

Den Fischern vor Ort ist der Steingressling bislang kein Begriff. „Ich höre den Namen zum ersten Mal“, sagt Alois Neumann, Vorsitzender des Peitinger Fischereivereins. Die Peitinger fischen vorwiegend im Deutensee und in der Peitnach.

Aber auch für die Angler, die am Lech aktiv sind, ist der Steingressling ein Unbekannter: „Uns ist noch keiner ins Netz gegangen“, meint Horst Nagl, Vorsitzender des Angelvereins Petri-Heil Altenstadt-Schongau. Ähnlich ist es beim Vorsitzenden des Kreisfischereivereins Schongau, Adolf Fastner: „Mir ist dieser Fisch nicht bekannt. Vermutlich ist er bei uns nicht natürlicherweise ansässig.“ Tatsächlich hat der Steingressling seine Heimat in der Donau.

Fastner kann sich allerdings vorstellen, dass das Tier auf Umwegen in den Lech gelangt ist: „Es gibt viele Möglichkeiten, wie Fischbrut vertragen wird. Beispielsweise können Enten den Laich ins Gewässer gebracht haben.“

Der Fischbestand im Lech hat sich über die Jahre gewandelt: Waren früher Eschen, Barben, Huchen und Nasen in dem Gewässer zuhause, leben dort mittlerweile vor allem Hechte, Rotaugen und Karpfen. „Der Lebensraum Stausee ist für diese Fische ideal – und die klassischen Fischarten werden immer weniger“, erklärt Fastner. Kleinfische wie der Steingressling werden im Lech nicht befischt. „Für das Biotop sind sie aber unheimlich wichtig“, sagt Fastner. „Wenn eine Art wieder auftaucht, ist das ein Zeichen, dass …mehr unter:

http://www.merkur-online.de/lokales/nachrichten/gutes-zeichen-vielfalt-lech-537937.html

Wie können wir dem Hochwasserrisiko sinnvoll begegnen?

0

Präsentation von Wolfgang Kron, Münchener Rück

Zusammenfassung
Hochwasserschäden haben zugenommen
Gründe dafür sind in erster Linie die gestiegenen Werte
in überschwemmungsgefährdeten Gebieten.
Die Klimaänderung macht sich wohl ebenfalls bereits
bemerkbar.
Technischer Hochwasserschutz ist unabdingbar,
aber er kann nicht die einzige Lösung sein.
Hochwasserschutzstrategien müssen unterscheiden zwischen
Ereignissen mit hoher, mittlerer, niedriger Frequenz.
Eine entscheidende Bedeutung kommt einer adäquaten
Landnutzung zu.
Auch in Zukunft wird es Hochwasser, Überschwemmungen
und Schäden geben.
Ein flächendeckender HW-Schutz ist
nicht möglich – nicht bezahlbar – nicht wünschenswert
Alle müssen begreifen, dass es immer ein Restrisiko geben
wird, mit dem wir leben müssen.
Strategien zur Risikominderung müssen Staat, Wissenschaft,
Betroffene, Industrie und Versicherungswirtschaft mit
einbeziehen.
Es ist das Bewußtsein zu wecken und wach zu halten
auf allen Ebenen und in allen Gruppen der Gesellschaft!

Die gesamte Powerpointpräsentation finden Sie unter:

http://www.wwa-ro.bayern.de/aktuelles/doc/hochwasserforum/kron_12_11_2008).pdf