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Fachkraft für Arbeitssicherheit wandelt sich zum Sicherheitsmanager

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Veranstaltung „Quo vadis Sifa?“ in Dortmund

Dortmund – Über die künftige Rolle der Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sifa) diskutierten die Teilnehmenden der Veranstaltung „Quo vadis Sifa?“, die Mitte Oktober in der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in Dortmund stattfand. Vorträge und Diskussionen machten deutlich, dass sich die veränderten Rahmenbedingungen in Wirtschaft und Regelwerk bereits jetzt konkret auf die Arbeit der Sifas auswirken. Das Themenfeld Sicherheit wird sich für die Sifas voraussichtlich erweitern. Zudem kommen immer mehr Managementaufgaben auf die Fachkräfte zu.

Dr. Ralf Brauksiepe, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), ging zu Beginn der Veranstaltung auf die europäische Strategie für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit ein. Hier will die Europäische Union die Zahl der Unfälle um ein Viertel senken und bis 2020 in allen EU-Staaten ein einheitlich hohes Schutzniveau erreicht haben. Zudem werden die Maßnahmen gegen arbeitsbedingte Erkrankungen verstärkt. Dabei will man nicht auf Gesetze setzen sondern auf strategischen Arbeitsschutz auf nationaler Ebene. Darunter verstünde man, so Brauksiepe, Deregulierung, die Abschaffung von Detailregelungen und die Verpflichtung zur Übernahme von Eigenverantwortung bei den Unternehmen einerseits sowie stärkere Kontrolle durch die staatlichen Aufsichtsbehörden andererseits. Dazu lieferte Elke Lins, Referentin beim Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales NRW, Zahlen für Nordrhein-Westfalen. Hier fanden in 2010 rund 8000 unangekündigte Kontrollen statt. Keinen Anlass zu Beanstandungen gab nur jeder zweite Betrieb, während jeder fünfte Betrieb gravierende Mängel aufwies.

Mehr Spielraum für die eigenverantwortliche Gestaltung des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz räumt die DGUV Vorschrift 2 „Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit“ ein. Im Kontext dieser Entwicklung ist die neue Sifa-Ausbildung zu sehen, die von Wieland Wettberg, BAuA, vorgestellt wurde. Das Ausbildungsmodell steht und die Umsetzung wird geplant. Voraussichtlich sei mit der Einführung in 2014 zu rechnen, so Wettberg.

Aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen sei auch die Stellung der Sifa in Stabsfunktion in Frage zu stellen, erklärte Dr. Klaus Große, Verband Deutscher Sicherheitsingenieure e.V. (VDSI). Große brach eine Lanze für den Wandel der Fachkraft zum Manager für Sicherheit und Gesundheit. Diese Perspektive unterstützte Dr. Ulrich Winterfeld, ehemaliger Projektleiter und Initiator der Langzeitstudie über die Wirksamkeit der Sifa-Tätigkeit. Nur kommunikativ und kooperativ eingestellte Sifas, die von ihrer Mission überzeugt und vom Management unterstützt würden, hätten eine gute Chance, Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz im Betrieb wirkungsvoll umzusetzen.

Die Sichtweise der International Security Academy (ISA) geht noch darüber hinaus. Sicherheit im Unternehmen sei ganzheitlich für alle Ressorts koordiniert umsetzen, so ISA-Vorstand Michael Sigesmund. Dies schlösse Bereiche wie den Umwelt-, Brand- oder Objektschutz in den Aufgabenbereich ein. Nur so ließen sich Risiken wirtschaftlich und effizient verringern. Bereits heute gäbe es laut einer Umfrage der ISA nur noch wenige Sifa in Stabsfunktion. So habe die Sifa durchschnittlich drei Zusatzaufgaben und sei als „Einzelkämpfer“ oft überlastet oder schon längst zum Manager geworden. Sigesmund forderte deshalb dazu auf, über sinnvolle Varianten der Sifa-Position in Unternehmen nachzudenken.

„Quo vadis Sifa?“ wurde von der BAuA, der ISA, dem VDSI, der Bergischen Universität Wuppertal und der Hochschule Bochum gemeinsam veranstaltet. Die Ergebnisse machten die veränderten Anforderungen der Praxis noch einmal deutlich. Angesichts der positiven Resonanz ist eine weitere Veranstaltung in 2012 geplant.

http://www.baua.de/de/Presse/Pressemitteilungen/2011/10/pm071-11.html?nn=664262

BASA II deckt Gefährdungen durch ungünstige Arbeitsbedingungen auf

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Berlin – Belastungen am Arbeitsplatz können vielfältiger Natur sein. Bisher ist aber wenig erforscht, wie etwa Lärm oder Staub aus Sicht der Beschäftigten bewertet werden. Daher hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) am Standort Berlin unter der Leitung von Dr. Gabriele Richter das Screeningverfahren BASA (Psychologische Bewertung von Arbeitsbedingungen – Screening für Arbeitsplatzinhaber) entwickelt. Mit dieser kostenlosen Software können Betriebe Gefahren für die Beschäftigten erkennen und frühzeitig Schutzmaßnahmen ergreifen sowie Ressourcen zur Bewältigung von Belastungen aufbauen.
In zwei Studien wurde BASA inzwischen auf die Gültigkeit seiner Aussagen untersucht. Rund 2.800 Beschäftigte an etwa 150 verschiedenen Arbeitsplätzen in unterschiedlichen Branchen nahmen an den Befragungen teil. Möglich wurde diese hohe Teilnehmerzahl durch Kooperationen mit der Deutschen Telekom NO sowie der Techniker Krankenkasse.

BASA ergänzt sowohl Verfahren der Gefährdungsbeurteilung, die überwiegend Beobachtungsverfahren sind, als auch psychologische Arbeitsanalyseverfahren, die überwiegend Arbeitsinhalte bewerten. Neu bei BASA ist, dass nicht nur Negatives in die Bewertung einfließt, sondern auch positive Einflüsse berücksichtigt werden. Diese werden als Ressourcen bei der Ausführung der Arbeitsaufgaben angesehen. Außerdem sind je nach Bedarf und Betriebs- und Gruppengröße unterschiedliche Vorgehensweisen möglich: anonyme schriftliche Mitarbeiterbefragung, Beobachtungsinterview oder Gruppendiskussionen. Die kostenlose Software erlaubt die Erstellung von Fragebogen oder Merkmalslisten und die Auswertung der erfassten Daten. Die bisherigen Studienergebnisse lassen erkennen, dass Defizite bei den Arbeitsbedingungen weniger gestaltungsrelevant sind. Handlungsbedarf entsteht in vielen Fällen durch unzureichende Ressourcen.

BASA lässt sich an die untersuchten Arbeitstätigkeiten in jedem Unternehmen anpassen: Nicht zutreffende Merkmale können weggelassen werden. Auch können betriebspezifische Arbeitsbedingungen in die Bewertung aufgenommen werden.

Das Ziel von BASA besteht darin, förderliche und beeinträchtigende Bedingungen der Arbeit zu ermitteln, sie zu bewerten, um den Gestaltungs- und Diskussionsbedarf zu erkennen und anschließend geeignete Maßnahmen zu ergreifen. BASA soll außerdem Erkenntnisse darüber liefern, an welchen Stellen aus psychologischer Sicht eine bessere Gestaltung der Arbeitsbedingungen und der Aufbau von Ressourcen notwendig sind. Bei einzelnen Fragestellungen zeigt BASA-II auch einen möglichen Qualifizierungsbedarf an.

„Psychologische Bewertung von Arbeitsbedingungen – Screening für Arbeitsplatzinhaber II (BASA II). Validierung‚ Anwenderbefragung und Software“; Gabriele Richter, Martin Schatte, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2011; ISBN 987-3-88261-134-2, 175 Seiten. Der Bericht kann kostenlos unter http://www.baua.de/publikationen von der BAuA-Homepage heruntergeladen werden.

Forschung für Arbeit und Gesundheit
Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben – im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Über 600 Beschäftigte arbeiten an den Standorten in Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.
http://www.baua.de

Bundesumweltministerium fördert energieeffiziente Abwasseranlagen mit 10 Millionen Euro

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Das Bundesumweltministerium unterstützt im Rahmen des Förderschwerpunktes im Umweltinnovationsprogramm „Energieeffiziente Abwasseranlagen“ 13 innovative Vorhaben mit insgesamt knapp 10 Millionen Euro. Die Parlamentarische Staatssekretärin des Bundesumweltministeriums, Katherina Reiche, übergab heute in Berlin entsprechende Förderbescheide an die Unternehmen.

Katherina Reiche hob auf der Tagung der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA) den großen Erfolg des Förderschwerpunkts hervor. Reiche: „Die Resonanz auf die Bekanntmachung war sehr beachtlich. Mit den jetzt zur Förderung ausgewählten Vorhaben werden die Potentiale für mehr Energieeffizienz und Ressourcenschutz in Abwasseranlagen in den Mittelpunkt gerückt sowie ihre technische Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit belegt. Dies wird weitere kommunale und industrielle Anlagenbetreiber motivieren, in solche Projekte zu investieren.“

Der Förderschwerpunkt wurde im September 2010 auf der Messe IFAT ENTSORGA ausgerufen. Insgesamt wurden bundesweit 13 innovative Projekte von kommunalen und industriellen Betreibern von Abwasseranlagen aus den insgesamt 21 eingereichten Vorhaben ausgewählt.

Abwasseranlagen verbrauchen ein Fünftel der Energie in deutschen Städten und Gemeinden. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich der Energiebedarf von Abwasseranlagen im Betrieb um bis zu 20 Prozent senken lässt. Außerdem kann eine Verdoppelung bis Vervierfachung der Eigenenergieerzeugung erreicht werden. Moderne Abwasseranlagen leisten darüber hinaus einen Beitrag zum stofflichen Ressourcenschutz.

Mit dem Umweltinnovationsprogramm wird die erstmalige, großtechnische Anwendung innovativer Technologien gefördert. Die Vorhaben müssen über den Stand der Technik hinaus gehen und sollten Demonstrationscharakter haben.

http://www.bmu.de/pressemitteilungen/aktuelle_pressemitteilungen/pm/47805.php

Unterschiedliche Abwassergebühren:

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Martin Weyand zu einer Umfrage der Website „Focus Online“ über unterschiedliche Abwassergebühren in Deutschland

„Der vorgelegte Gebührenvergleich von ‚Focus Online‘ ignoriert vollkommen die unterschiedlichen strukturellen Gegebenheiten vor Ort und zieht deshalb aus Sicht der Wasserwirtschaft auch die falschen Schlussfolgerungen.
Weder hat die Umfrage die demografischen Entwicklungen in den einzelnen Regionen berücksichtigt noch die örtlich unterschiedlich notwendigen Anforderungen an die Reinigung von Abwasser. Diese sind zum Beispiel vom Grad der industriellen Struktur einer Region sowie der Intensität der lokalen landwirtschaftlichen Nutzung abhängig.

Über 77 Prozent der Kunden sind zudem mit den Leistungen ihres Abwasserentsorgers zufrieden. So die Ergebnisse des aktuellen BDEW-Kundenbarometers. Auch diese wichtige Tatsache sollte nicht ignoriert werden“, sagte Martin Weyand, Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser des BDEW.

http://www.bdew.de/internet.nsf/id/DE_20111028-PS-Martin-Weyand-zu-einer-Umfrage-der-Website-Focus-Online-ueber-unterschiedliche-Abwass

Winzige Spezialisten entgiften Abwässer

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Wenn Christian Walter den „Photobioreaktor“ in Gang setzt, könnte man glauben, vor der neuesten Kreation eines Beleuchtungskünstlers zu stehen. Angestrahlt von 25 Leuchtstoffröhren zirkuliert eine knallgrüne Flüssigkeit durch die überdimensional hohen Glassäulen der Apparatur – mit trister Labor-Atmosphäre hat das nichts zu tun. Was in den Glasrohren am Institut für Biotechnologie der Technischen Universität (TU) Berlin so munter vor sich hin blubbert, sind mikroskopisch kleine Einzeller, so genannte Mikroalgen. Sie sind das Rohmaterial für ein neues Verfahren zur biologischen Reinigung von Industrieabwässern, …mehr:

http://www.berliner-zeitung.de/archiv/wissenschaftler-der-technischen-universitaet-berlin-holen-mit-hilfe-von-algen-schwermetalle-aus-industrieabwasser-winzige-spezialisten-entgiften-abwaesser,10810590,9862376.html

Mit neuen, kombinierten Verfahren Klärschlamm verringern

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Projektbeschreibung:
Überführung der organischen Bestandteile von Klärschlamm in eine gelöste Form zur  Verbesserung der Biogasproduktion “SLUDGE REDOX”

Gefördert durch das LIFE-Programm der Europäischen Kommission (Projekt Nr. LIFE05 ENV/D/000193)
 
Einleitung
Das Gemeinschaftsklärwerk Leverkusen behandelt Abwasser mit einer Fracht von ca. 40000 t/a CSB (chemischer Sauerstoffbedarf); größtenteils aus der chemischen Industrie. Gegenwärtig fallen 20000 t entwässerter Überschussschlamm pro Jahr an.
 
Wegen seiner Toxizität kann Klärschlamm aus der chemischen Industrie nicht landwirtschaftlich verwertet werden. Er kann auch nicht immer für die Biogaserzeugung genutzt werden, da er Inhaltsstoffe enthält die die Schlammfaulung stark hemmen können. Da in Deutschland auch eine Deponierung dieser Schlämme nicht zulässig ist, werden die Schlämme aus Kläranlagen der chemischen Industrie verbrannt.

Die bei der Verbrennung anfallenden Aschen werden auf Deponien abgelagert. Nachteilig bei dieser Vorgehensweise sind die damit verbundenen CO2-Emmissionen. Neben diesem Umweltaspekt spielen auch die begrenzten eigenen Verbrennungskapazitäten in der chemischen Industrie eine wichtige Rolle; auch deshalb ist man bestrebt die Schlammmengen zu reduzieren.
 
Das Demonstrationsprojekt
Das Projekt „SLUDGE REDOX“ hatte das Ziel die organischen Bestandteile des Klärschlamms in Lösung zu bringen um daraus Biogas zu produzieren. Der Prozess umfasst das Auswaschen von Hemmstoffen, die alkalische Hydrolyse des Schlamms und und die anschließende anaerobe Behandlung (Biogasproduktion).
 
Die Herstellung von Biogas bietet drei Vorteile:
– Energieerzeugung aus einer erneuerbaren Resource
– Reduktion der zu entsorgenden Klärschlammmenge
– Reduktion der CO2-Emmissionen
 
Den vollständigen Bericht finden unter:
http://www.currenta.de/index.php?page_id=162

Winzige Spezialisten entgiften Abwässer

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Wenn Christian Walter den „Photobioreaktor“ in Gang setzt, könnte man glauben, vor der neuesten Kreation eines Beleuchtungskünstlers zu stehen. Angestrahlt von 25 Leuchtstoffröhren zirkuliert eine knallgrüne Flüssigkeit durch die überdimensional hohen Glassäulen der Apparatur – mit trister Labor-Atmosphäre hat das nichts zu tun. Was in den Glasrohren am Institut für Biotechnologie der Technischen Universität (TU) Berlin so munter vor sich hin blubbert, sind mikroskopisch kleine Einzeller, so genannte Mikroalgen. Sie sind das Rohmaterial für ein neues Verfahren zur biologischen Reinigung von Industrieabwässern, …mehr:

http://www.berliner-zeitung.de/archiv/wissenschaftler-der-technischen-universitaet-berlin-holen-mit-hilfe-von-algen-schwermetalle-aus-industrieabwasser-winzige-spezialisten-entgiften-abwaesser,10810590,9862376.html

Phosphor-Rückgewinnung aus Schlammkonzentrat

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Phosphor ist ein lebenswichtiges Element, endlich und nicht ersetzbar. Die weltweit wirtschaftlich erschließbaren Reserven reichen noch circa 100 Jahre. Wissenschaftler des KIT haben ein Verfahren zur Rückgewinnung von Phosphor entwickelt, das derzeit auf der Kläranlage Neuburg an der Donau eingesetzt wird. In Zusammenarbeit mit der Firma MSE aus Karlsbad-Ittersbach will das KIT nun eine mobile Anlage zur Schlammentwässerung so um dieses Verfahren ergänzen, dass aus dem entstehenden Schlammkonzentrat Phosphor zurückgewonnen werden kann.

Derzeit laufen mit der MSE (Mobile Schlammentwässerungs GmbH), einer Tochter der EnBW Kraftwerke AG, Versuche zur Charakterisierung der verschiedenen Abwässer, die sich unter Zentrifugalkraft von den Feststoffen abgetrennt haben. Dies sei „ein wichtiger Schritt vor den Kurz- und Langzeitexperimenten, die anschließend folgen werden“, erklärt Dr. Rainer Schuhmann, der Leiter des Kompetenzzentrums für Materialfeuchte (CMM) am KIT.

Mit dem Einsatz der neuen Technik „könnten auch Kläranlagen ihren Verpflichtungen nachkommen, deren Schlammrückstand mobil entwässert wird“, so der Projektleiter der MSE, Dr. Rudolf Turek. Und diese Anforderungen werden drängender: Der Bund diskutiert derzeit eine prozentuale Rückgewinnungsverpflichtung auf der Grundlage eines Arbeitsentwurfs des Bundesumweltministeriums vom April 2011. Darin verlangt dieses von Wissenschaftlern wie auch von der Industrie und Kläranlagenbetrieben, nach Möglichkeiten der Rückgewinnung zu suchen.

Der Phosphor wird in einem am KIT entwickelten Verfahren zurückgewonnen. Die Wissenschaftler des Fachbereiches Umwelttechnologie des CMM gewinnen mittels Kristallisation in der Abwasserphase gelöstes Phosphat zurück. Dieses einfache und effektive Prinzip, so erklärt Rainer Schuhmann, „liefert ein hochwertiges Düngemittel, das neben Phosphor noch weitere Pflanzennährstoffe enthält und hervorragend pflanzenverfügbar ist“.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts nach den Gesetzen des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung – Lehre – Innovation.

Diese Presseinformation ist im Internet abrufbar unter: http://www.kit.edu

hanseWasser: Klimaschutzbetrieb 2011

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Auszeichnung für hanseWasser

Klimaschutzbetrieb 2011
Seit dem 24. August 2011 ist hanseWasser offiziell Klimaschutzbetrieb. Dr. Joachim Lohse, Senator für Umwelt, Bau und Verkehr überreichte die Auszeichnung „Klimaschutzbetrieb CO2-20″ der „initiative umwelt unternehmen“ an die hanseWasser Bremen GmbH.
„hanseWasser erhält die Auszeichnung für die umfangreichen Klimaschutzaktivitäten und hat sie sich redlich verdient“, so Senator Lohse. Durch den Betrieb der neuen Windkraftanlage konnten wir den CO2-Ausstoß am Standort Seehausen in den vergangenen fünf Jahren um über 20 Prozent reduzieren.
„Abwasserreinigung ist ein zwingend notwendiger, aber auch sehr energieintensiver Prozess“, erklärt Geschäftsführer Jörg Broll-Bickhardt, „…deshalb haben wir uns als verantwortungsbewusst und nachhaltig handelndes Unternehmen ein ehrgeiziges Ziel gesetzt und wollen die CO2-Neutralität des gesamten Unternehmens erreichen.“
Geschäftsführer Uwe Dahl ergänzt: „Die Auszeichnung zum Klimaschutzbetrieb CO“-20″ ist für uns eine wichtige Bestätigung und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, so Geschäftsführer Uwe Dahl.
hanseWasser ist der 25. Unternehmensstandort, der diese Auszeichnung erhält.

http://www.hansewasser.de/sixcms/detail.php?id=3449

Offenburg: AbwasserPilotanlage zur Phosphorrückgewinnung geht in Betrieb

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Baden-Württemberg übernehme bei der Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlämmen eine bundesweite Vorreiterrolle, sagte Umweltminister Franz Untersteller heute in Offenburg, wo er die erste großtechnische Anlage zur Phosphorrückgewinnung auf der Kläranlage in Griesheim offiziell in Betrieb nahm. Er freue sich, dass es an der Universität Stuttgart gelungen sei, ein Verfahren zu entwickeln, das es erlaube 70 Prozent des Phosphors aus dem behandelten Klärschlamm zurück zu gewinnen und er hoffe, dass von der Anlage eine Art Initialzündung ausgehe, so dass auch andere Bundesländern sich künftig stärker um die Phosphorrückgewinnung kümmern.

Franz Untersteller: „Phosphor ist nicht durch andere Elemente zu ersetzen und ohne Phosphor kein Leben. Dass wir aus dem früheren Abfallprodukt Klärschlamm jetzt auch in Bezug auf Phosphor eine wertvolle Sekundärrohstoffquelle machen können, ist ein Schritt in die Unabhängigkeit von teuren Phosphorimporten.“

Fachleute schätzten, dass die mit vertretbarem wirtschaftlichem Aufwand abbaubaren natürlichen Phosphor-Lagerstätten in der Erde schon in weniger als einhundert Jahren erschöpft seien. Darüber hinaus sei die Gewinnung der Rohphosphate und ihre Verarbeitung zu Mineraldüngern mit erheblichen und immer weiter zunehmenden Umweltbelastungen verbunden, erklärte Untersteller.
„In einer Zeit, in der die Rohstoffe knapper und teurer würden, ist die Anlage in Offenburg also von großer ökonomischer und ökologischer Bedeutung. Umfassende Kreislaufwirtschaft ist die Voraussetzung für die Sicherung unseres Wohlstandes und den Erhalt unserer Lebensgrundlagen“, so Untersteller.

Auch Offenburgs Oberbürgermeisterin und Vorsitzende des Abwasserzweckverbandes „RaumOffenburg“, Edith Schreiner betonte bei der Inbetriebnahme die Funktion der Anlage im Sinne einer effizienten Nutzung knapper Ressourcen: „Die Aufgabe einer nachhaltigen Abwasserreinigung ist es, Wertstoffe zurückzugewinnen. Deshalb sind wir froh, eine Anlage in Betrieb nehmen zu können, die genau diesen Anspruch erfüllt. Wir gewinnen die Düngeeigenschaften des Klärschlamms zurück und führen nur noch seine Schadstoffe der thermischen Verwertung zu“, sagte Schreiner.

Schon heute, so Umweltminister Franz Untersteller, würden bereits mehr als 60 Prozent der Siedlungsabfälle in Baden-Württemberg stofflich verwertet, sogar 70 Prozent unter Einbeziehung der energetischen Verwertung. Die Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft und damit der Rohstoffgewinnung aus Abfällen sei eines der ganz wichtigen Themenfelder der grün-roten Landesregierung.

Auch die Rückgewinnungsquote von Phosphor solle langfristig gesteigert werden, sagte Untersteller: „Für die nächsten Jahre haben wir als Teilziel festgelegt, mindestens 15 Prozent an benötigtem Phosphor für die Landwirtschaft mit Hilfe von Anlagen wie der in Offenburg zurückzugewinnen. Das bedeutet, dass wir in Zukunft auch andere Kläranlagen entsprechend ‚aufrüsten‘ müssen.“

Die Phosphatnutzung auf der Basis von Rückgewinnungstechnologien werde sich langfristig durchsetzen, zeigte sich Untersteller überzeugt. Er sei sicher, dass in Deutschland dann auch niemand mehr an der unsinnigen traditionellen landwirtschaftlichen Klärschlammausbringung festhalten werde, bei der immer auch die Schadstoffe zurück in die Umwelt kämen. Baden-Württemberg sei bereits vor langer Zeit aus der bodenbezogenen Klärschlammverwertung ausgestiegen.

Ergänzende Informationen:
Die Kosten für die Modellanlage hat zu 100 Prozent das Land übernommen.
Die Investitionskosten in Höhe von 645.000 Euro wurden aus dem Kommunalen Investitionsfond (KIF) entnommen. Die für das Forschungsprojekt erforderliche wissenschaftliche Begleitung (179.000 Euro) wurde aus Mitteln der Abwasserabgabe finanziert.
Die künftig anfallenden Betriebskosten für die Phosphorrückgewinnungsanlage (Energie, Personal, Chemikalien) übernimmt der Abwasserzweckverband „Raum Offenburg“.

Das Verfahren zur Rückgewinnung des Phosphors wurde am Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft (ISWA) der Universität Stuttgart in Zusammenarbeit mit der iat-Ingenieurberatung entwickelt. Beim sogenannten Stuttgarter Verfahren zur Phosphorrückgewinnung aus anaerob stabilisierten Klärschlämmen entsteht nach einem chemischen Prozess unter Zugabe von Schwefelsäure, Natronlauge, Zitronensäure und Magnesiumchlorid das Produkt Magnesium-Ammonium-Phosphat (MAP).
Das MAP kann direkt als Mehrnährstoffdünger in der Landwirtschaft verwendet werden.

Gebaut wurde eine Anlage mit einem Reaktorvolumen von 12 Kubikmetern. Damit kann der Klärschlamm von circa 5.000 bis 10.000 Einwohnerwerten behandelt werden. Die Ausbeute wird dabei auf circa 50 Kilogramm MAP pro Tag geschätzt.

Quelle: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg