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Winzige Spezialisten entgiften Abwässer

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Wenn Christian Walter den „Photobioreaktor“ in Gang setzt, könnte man glauben, vor der neuesten Kreation eines Beleuchtungskünstlers zu stehen. Angestrahlt von 25 Leuchtstoffröhren zirkuliert eine knallgrüne Flüssigkeit durch die überdimensional hohen Glassäulen der Apparatur – mit trister Labor-Atmosphäre hat das nichts zu tun. Was in den Glasrohren am Institut für Biotechnologie der Technischen Universität (TU) Berlin so munter vor sich hin blubbert, sind mikroskopisch kleine Einzeller, so genannte Mikroalgen. Sie sind das Rohmaterial für ein neues Verfahren zur biologischen Reinigung von Industrieabwässern, …mehr:

http://www.berliner-zeitung.de/archiv/wissenschaftler-der-technischen-universitaet-berlin-holen-mit-hilfe-von-algen-schwermetalle-aus-industrieabwasser-winzige-spezialisten-entgiften-abwaesser,10810590,9862376.html

Mit neuen, kombinierten Verfahren Klärschlamm verringern

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Projektbeschreibung:
Überführung der organischen Bestandteile von Klärschlamm in eine gelöste Form zur  Verbesserung der Biogasproduktion “SLUDGE REDOX”

Gefördert durch das LIFE-Programm der Europäischen Kommission (Projekt Nr. LIFE05 ENV/D/000193)
 
Einleitung
Das Gemeinschaftsklärwerk Leverkusen behandelt Abwasser mit einer Fracht von ca. 40000 t/a CSB (chemischer Sauerstoffbedarf); größtenteils aus der chemischen Industrie. Gegenwärtig fallen 20000 t entwässerter Überschussschlamm pro Jahr an.
 
Wegen seiner Toxizität kann Klärschlamm aus der chemischen Industrie nicht landwirtschaftlich verwertet werden. Er kann auch nicht immer für die Biogaserzeugung genutzt werden, da er Inhaltsstoffe enthält die die Schlammfaulung stark hemmen können. Da in Deutschland auch eine Deponierung dieser Schlämme nicht zulässig ist, werden die Schlämme aus Kläranlagen der chemischen Industrie verbrannt.

Die bei der Verbrennung anfallenden Aschen werden auf Deponien abgelagert. Nachteilig bei dieser Vorgehensweise sind die damit verbundenen CO2-Emmissionen. Neben diesem Umweltaspekt spielen auch die begrenzten eigenen Verbrennungskapazitäten in der chemischen Industrie eine wichtige Rolle; auch deshalb ist man bestrebt die Schlammmengen zu reduzieren.
 
Das Demonstrationsprojekt
Das Projekt „SLUDGE REDOX“ hatte das Ziel die organischen Bestandteile des Klärschlamms in Lösung zu bringen um daraus Biogas zu produzieren. Der Prozess umfasst das Auswaschen von Hemmstoffen, die alkalische Hydrolyse des Schlamms und und die anschließende anaerobe Behandlung (Biogasproduktion).
 
Die Herstellung von Biogas bietet drei Vorteile:
– Energieerzeugung aus einer erneuerbaren Resource
– Reduktion der zu entsorgenden Klärschlammmenge
– Reduktion der CO2-Emmissionen
 
Den vollständigen Bericht finden unter:
http://www.currenta.de/index.php?page_id=162

Winzige Spezialisten entgiften Abwässer

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Wenn Christian Walter den „Photobioreaktor“ in Gang setzt, könnte man glauben, vor der neuesten Kreation eines Beleuchtungskünstlers zu stehen. Angestrahlt von 25 Leuchtstoffröhren zirkuliert eine knallgrüne Flüssigkeit durch die überdimensional hohen Glassäulen der Apparatur – mit trister Labor-Atmosphäre hat das nichts zu tun. Was in den Glasrohren am Institut für Biotechnologie der Technischen Universität (TU) Berlin so munter vor sich hin blubbert, sind mikroskopisch kleine Einzeller, so genannte Mikroalgen. Sie sind das Rohmaterial für ein neues Verfahren zur biologischen Reinigung von Industrieabwässern, …mehr:

http://www.berliner-zeitung.de/archiv/wissenschaftler-der-technischen-universitaet-berlin-holen-mit-hilfe-von-algen-schwermetalle-aus-industrieabwasser-winzige-spezialisten-entgiften-abwaesser,10810590,9862376.html

Phosphor-Rückgewinnung aus Schlammkonzentrat

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Phosphor ist ein lebenswichtiges Element, endlich und nicht ersetzbar. Die weltweit wirtschaftlich erschließbaren Reserven reichen noch circa 100 Jahre. Wissenschaftler des KIT haben ein Verfahren zur Rückgewinnung von Phosphor entwickelt, das derzeit auf der Kläranlage Neuburg an der Donau eingesetzt wird. In Zusammenarbeit mit der Firma MSE aus Karlsbad-Ittersbach will das KIT nun eine mobile Anlage zur Schlammentwässerung so um dieses Verfahren ergänzen, dass aus dem entstehenden Schlammkonzentrat Phosphor zurückgewonnen werden kann.

Derzeit laufen mit der MSE (Mobile Schlammentwässerungs GmbH), einer Tochter der EnBW Kraftwerke AG, Versuche zur Charakterisierung der verschiedenen Abwässer, die sich unter Zentrifugalkraft von den Feststoffen abgetrennt haben. Dies sei „ein wichtiger Schritt vor den Kurz- und Langzeitexperimenten, die anschließend folgen werden“, erklärt Dr. Rainer Schuhmann, der Leiter des Kompetenzzentrums für Materialfeuchte (CMM) am KIT.

Mit dem Einsatz der neuen Technik „könnten auch Kläranlagen ihren Verpflichtungen nachkommen, deren Schlammrückstand mobil entwässert wird“, so der Projektleiter der MSE, Dr. Rudolf Turek. Und diese Anforderungen werden drängender: Der Bund diskutiert derzeit eine prozentuale Rückgewinnungsverpflichtung auf der Grundlage eines Arbeitsentwurfs des Bundesumweltministeriums vom April 2011. Darin verlangt dieses von Wissenschaftlern wie auch von der Industrie und Kläranlagenbetrieben, nach Möglichkeiten der Rückgewinnung zu suchen.

Der Phosphor wird in einem am KIT entwickelten Verfahren zurückgewonnen. Die Wissenschaftler des Fachbereiches Umwelttechnologie des CMM gewinnen mittels Kristallisation in der Abwasserphase gelöstes Phosphat zurück. Dieses einfache und effektive Prinzip, so erklärt Rainer Schuhmann, „liefert ein hochwertiges Düngemittel, das neben Phosphor noch weitere Pflanzennährstoffe enthält und hervorragend pflanzenverfügbar ist“.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts nach den Gesetzen des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung – Lehre – Innovation.

Diese Presseinformation ist im Internet abrufbar unter: http://www.kit.edu

hanseWasser: Klimaschutzbetrieb 2011

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Auszeichnung für hanseWasser

Klimaschutzbetrieb 2011
Seit dem 24. August 2011 ist hanseWasser offiziell Klimaschutzbetrieb. Dr. Joachim Lohse, Senator für Umwelt, Bau und Verkehr überreichte die Auszeichnung „Klimaschutzbetrieb CO2-20″ der „initiative umwelt unternehmen“ an die hanseWasser Bremen GmbH.
„hanseWasser erhält die Auszeichnung für die umfangreichen Klimaschutzaktivitäten und hat sie sich redlich verdient“, so Senator Lohse. Durch den Betrieb der neuen Windkraftanlage konnten wir den CO2-Ausstoß am Standort Seehausen in den vergangenen fünf Jahren um über 20 Prozent reduzieren.
„Abwasserreinigung ist ein zwingend notwendiger, aber auch sehr energieintensiver Prozess“, erklärt Geschäftsführer Jörg Broll-Bickhardt, „…deshalb haben wir uns als verantwortungsbewusst und nachhaltig handelndes Unternehmen ein ehrgeiziges Ziel gesetzt und wollen die CO2-Neutralität des gesamten Unternehmens erreichen.“
Geschäftsführer Uwe Dahl ergänzt: „Die Auszeichnung zum Klimaschutzbetrieb CO“-20″ ist für uns eine wichtige Bestätigung und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, so Geschäftsführer Uwe Dahl.
hanseWasser ist der 25. Unternehmensstandort, der diese Auszeichnung erhält.

http://www.hansewasser.de/sixcms/detail.php?id=3449

Offenburg: AbwasserPilotanlage zur Phosphorrückgewinnung geht in Betrieb

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Baden-Württemberg übernehme bei der Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlämmen eine bundesweite Vorreiterrolle, sagte Umweltminister Franz Untersteller heute in Offenburg, wo er die erste großtechnische Anlage zur Phosphorrückgewinnung auf der Kläranlage in Griesheim offiziell in Betrieb nahm. Er freue sich, dass es an der Universität Stuttgart gelungen sei, ein Verfahren zu entwickeln, das es erlaube 70 Prozent des Phosphors aus dem behandelten Klärschlamm zurück zu gewinnen und er hoffe, dass von der Anlage eine Art Initialzündung ausgehe, so dass auch andere Bundesländern sich künftig stärker um die Phosphorrückgewinnung kümmern.

Franz Untersteller: „Phosphor ist nicht durch andere Elemente zu ersetzen und ohne Phosphor kein Leben. Dass wir aus dem früheren Abfallprodukt Klärschlamm jetzt auch in Bezug auf Phosphor eine wertvolle Sekundärrohstoffquelle machen können, ist ein Schritt in die Unabhängigkeit von teuren Phosphorimporten.“

Fachleute schätzten, dass die mit vertretbarem wirtschaftlichem Aufwand abbaubaren natürlichen Phosphor-Lagerstätten in der Erde schon in weniger als einhundert Jahren erschöpft seien. Darüber hinaus sei die Gewinnung der Rohphosphate und ihre Verarbeitung zu Mineraldüngern mit erheblichen und immer weiter zunehmenden Umweltbelastungen verbunden, erklärte Untersteller.
„In einer Zeit, in der die Rohstoffe knapper und teurer würden, ist die Anlage in Offenburg also von großer ökonomischer und ökologischer Bedeutung. Umfassende Kreislaufwirtschaft ist die Voraussetzung für die Sicherung unseres Wohlstandes und den Erhalt unserer Lebensgrundlagen“, so Untersteller.

Auch Offenburgs Oberbürgermeisterin und Vorsitzende des Abwasserzweckverbandes „RaumOffenburg“, Edith Schreiner betonte bei der Inbetriebnahme die Funktion der Anlage im Sinne einer effizienten Nutzung knapper Ressourcen: „Die Aufgabe einer nachhaltigen Abwasserreinigung ist es, Wertstoffe zurückzugewinnen. Deshalb sind wir froh, eine Anlage in Betrieb nehmen zu können, die genau diesen Anspruch erfüllt. Wir gewinnen die Düngeeigenschaften des Klärschlamms zurück und führen nur noch seine Schadstoffe der thermischen Verwertung zu“, sagte Schreiner.

Schon heute, so Umweltminister Franz Untersteller, würden bereits mehr als 60 Prozent der Siedlungsabfälle in Baden-Württemberg stofflich verwertet, sogar 70 Prozent unter Einbeziehung der energetischen Verwertung. Die Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft und damit der Rohstoffgewinnung aus Abfällen sei eines der ganz wichtigen Themenfelder der grün-roten Landesregierung.

Auch die Rückgewinnungsquote von Phosphor solle langfristig gesteigert werden, sagte Untersteller: „Für die nächsten Jahre haben wir als Teilziel festgelegt, mindestens 15 Prozent an benötigtem Phosphor für die Landwirtschaft mit Hilfe von Anlagen wie der in Offenburg zurückzugewinnen. Das bedeutet, dass wir in Zukunft auch andere Kläranlagen entsprechend ‚aufrüsten‘ müssen.“

Die Phosphatnutzung auf der Basis von Rückgewinnungstechnologien werde sich langfristig durchsetzen, zeigte sich Untersteller überzeugt. Er sei sicher, dass in Deutschland dann auch niemand mehr an der unsinnigen traditionellen landwirtschaftlichen Klärschlammausbringung festhalten werde, bei der immer auch die Schadstoffe zurück in die Umwelt kämen. Baden-Württemberg sei bereits vor langer Zeit aus der bodenbezogenen Klärschlammverwertung ausgestiegen.

Ergänzende Informationen:
Die Kosten für die Modellanlage hat zu 100 Prozent das Land übernommen.
Die Investitionskosten in Höhe von 645.000 Euro wurden aus dem Kommunalen Investitionsfond (KIF) entnommen. Die für das Forschungsprojekt erforderliche wissenschaftliche Begleitung (179.000 Euro) wurde aus Mitteln der Abwasserabgabe finanziert.
Die künftig anfallenden Betriebskosten für die Phosphorrückgewinnungsanlage (Energie, Personal, Chemikalien) übernimmt der Abwasserzweckverband „Raum Offenburg“.

Das Verfahren zur Rückgewinnung des Phosphors wurde am Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft (ISWA) der Universität Stuttgart in Zusammenarbeit mit der iat-Ingenieurberatung entwickelt. Beim sogenannten Stuttgarter Verfahren zur Phosphorrückgewinnung aus anaerob stabilisierten Klärschlämmen entsteht nach einem chemischen Prozess unter Zugabe von Schwefelsäure, Natronlauge, Zitronensäure und Magnesiumchlorid das Produkt Magnesium-Ammonium-Phosphat (MAP).
Das MAP kann direkt als Mehrnährstoffdünger in der Landwirtschaft verwendet werden.

Gebaut wurde eine Anlage mit einem Reaktorvolumen von 12 Kubikmetern. Damit kann der Klärschlamm von circa 5.000 bis 10.000 Einwohnerwerten behandelt werden. Die Ausbeute wird dabei auf circa 50 Kilogramm MAP pro Tag geschätzt.

Quelle: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

Mit neuen, kombinierten Verfahren Klärschlamm verringern

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Projektbeschreibung:
Überführung der organischen Bestandteile von Klärschlamm in eine gelöste Form zur  Verbesserung der Biogasproduktion “SLUDGE REDOX”

Gefördert durch das LIFE-Programm der Europäischen Kommission (Projekt Nr. LIFE05 ENV/D/000193)
 
Einleitung
Das Gemeinschaftsklärwerk Leverkusen behandelt Abwasser mit einer Fracht von ca. 40000 t/a CSB (chemischer Sauerstoffbedarf); größtenteils aus der chemischen Industrie. Gegenwärtig fallen 20000 t entwässerter Überschussschlamm pro Jahr an.
 
Wegen seiner Toxizität kann Klärschlamm aus der chemischen Industrie nicht landwirtschaftlich verwertet werden. Er kann auch nicht immer für die Biogaserzeugung genutzt werden, da er Inhaltsstoffe enthält die die Schlammfaulung stark hemmen können. Da in Deutschland auch eine Deponierung dieser Schlämme nicht zulässig ist, werden die Schlämme aus Kläranlagen der chemischen Industrie verbrannt.

Die bei der Verbrennung anfallenden Aschen werden auf Deponien abgelagert. Nachteilig bei dieser Vorgehensweise sind die damit verbundenen CO2-Emmissionen. Neben diesem Umweltaspekt spielen auch die begrenzten eigenen Verbrennungskapazitäten in der chemischen Industrie eine wichtige Rolle; auch deshalb ist man bestrebt die Schlammmengen zu reduzieren.
 
Das Demonstrationsprojekt
Das Projekt „SLUDGE REDOX“ hatte das Ziel die organischen Bestandteile des Klärschlamms in Lösung zu bringen um daraus Biogas zu produzieren. Der Prozess umfasst das Auswaschen von Hemmstoffen, die alkalische Hydrolyse des Schlamms und und die anschließende anaerobe Behandlung (Biogasproduktion).
 
Die Herstellung von Biogas bietet drei Vorteile:
– Energieerzeugung aus einer erneuerbaren Resource
– Reduktion der zu entsorgenden Klärschlammmenge
– Reduktion der CO2-Emmissionen
 
Den vollständigen Bericht finden unter:
http://www.currenta.de/index.php?page_id=162

Kohle gegen Schadstoffe

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Klärwerk Obere-Lutter schließt Versuche zur Abwasserreinigung erfolgreich ab

Gütersloh. Sie ist offenporig, feinkörnig und vollbringt wahre Wunder: die Aktivkohle. Ihre Aufgabe: Schadstoffe im Abwasser reduzieren oder eliminieren. Das Klärwerk Obere-Lutter hat nun Versuche zur Abwasserreinigung erfolgreich abgeschlossen und plant eine dauerhafte Filtration durch Aktivkohle.

„In der Vergangenheit wurden dem Klärwerk vom Entsorgungsunternehmen Zimmermann immer wieder Abwässer zugeleitet, die in einem kommunalen Klärwerk nicht behandelt werden können“, erklärt Detlef Helling, Verbandsvorsteher des Abwasserverbandes „Obere-Lutter“ (AOL), den Anlass für die Versuchsreihe. Die Überwachungswerte …mehr:

http://www.nw-news.de/lokale_news/guetersloh/guetersloh/5245965_Kohle_gegen_Schadstoffe.html

Dresden: „Fauleier“ mit blau-grauem Anstrich – Ab Ende November soll die Gasproduktion starten

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Das erste „Riesen-Ei“ der neuen Klärschlamm-Behandlungsanlage in Dresden-Kaditz steht kurz vor der Vollendung und hat einen blau-grauen Anstrich erhalten. Der zweite Faulturm ist derzeit noch eingerüstet.
Dresden. Als zukunftsweisende Technologie und markantes Wahrzeichen bezeichneten die Verantwortlichen der Stadtentwässerung Dresden GmbH (SEDD) die beiden eiförmigen Faultürme in Kaditz beim Baustart im Dezember 2008. Die Arbeiten an der neuen Klärschlamm-Behandlungsanlage gehen bald ihrem Ende entgegen. Bereits Ende November solle die Gasproduktion im ersten Turm starten, Anfang 2012 gehe das zweite „Faulei“ ans Netz, erklärt SEDD-Pressesprecher Torsten Fiedler.

Die SEDD investiert rund 43 Millionen Euro…mehr:

http://www.dnn-online.de/dresden/web/dresden-nachrichten/detail/-/specific/Fauleier-mit-blau-grauem-Anstrich-Ab-Ende-November-soll-die-Gasproduktion-starten-150837183

Langen: Forschungsprojekt des Abwasserverbandes zeigt erste Erfolge

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Dem Medikamenten-Cocktail den Kampf angesagt

Die Langzeitwirkungen sind zwar noch nicht exakt erforscht, doch geben einige Erkenntnisse Anlass zur Besorgnis: Rückstände von Arzneimitteln, die in den Kläranlagen bisher nicht komplett entfernt werden und dadurch in Gewässer gelangen können, stehen im Verdacht, bei Fischen oder Fröschen biologische Veränderungen hervorzurufen. Wissenschaftler schließen auch Risiken für den Menschen nicht aus. Vielleicht, so eine Vermutung, gibt es einen Zusammenhang zu typischen Zivilisationskrankheiten. Umso größer ist die Bedeutung eines Forschungsvorhabens, das derzeit auf der Kläranlage des Abwasserverbandes Langen/Egelsbach/Erzhausen betrieben wird.

In Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Darmstadt und mit finanzieller Unterstützung durch das Land versucht der Verband, die sogenannten Spurenstoffe weitgehend aus dem Abwasser zu entfernen. Dabei handelt es sich um winzig kleine Mengen von Rückständen von Arznei-, aber auch von Haushalts- und Pflegemitteln. In Deutschland sind knapp 3.000 verschieden Arzneimittelwirkstoffe in annähernd 10.000 Präparaten zugelassen. Über die Verkaufstische der Apotheken gehen jährlich mehr als 30.000 Tonnen. Die Tendenz ist steigend, weil die Menschen immer älter werden. Bis zu 60 Prozent der Wirkstoffe aus den Arzneien scheidet der Körper wieder aus. Zudem werden nicht verwendete Tabletten, Zäpfchen oder Salben häufig unsachgemäß über die Toilette anstatt über die Sondermüllsammelstellen entsorgt.

Über die Kanalisation erreicht der Chemie-Cocktail die Kläranlagen, wo er nicht komplett entfernt und zu einer Gefahr für die Umwelt wird. Zwar handelt es sich nur um winzig kleine Mengen, aber auch sie können große Auswirkungen auf das Ökosystem haben. Sichtbar wurden sie erst durch moderne Messverfahren im Nanobereich. 50 Nanogramm etwa entsprechen einer Menge von 50 Gramm in einer Talsperre wie dem Edersee.

„Um solche Dimensionen geht es bei unserem Vorhaben“, sagt Werner Hötzel, der Geschäftsführer des Abwasserverbandes. Sein Ziel ist ein Reinigungsgrad, der eine dem Trinkwasser vergleichbare Qualität liefert. Auch wenn es dafür noch keinen gesetzlichen Zwang gebe, seien EU-weite Auflagen absehbar. „Wir wollen unsere Anlagen frühzeitig auf künftige Reinigungserfordernisse ausrichten und uns für die Zukunft wappnen“, betont Hötzel.

Daran hat auch das Land Hessen Interesse, wie Ministerialrat Dr. Eberhardt Port vom Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz bei einem Informationsbesuch betont. Das Land sehe die Notwendigkeit, die von den Spurenstoffen ausgehenden Gefahren zu minimieren und übernehme deshalb die Hälfte der Forschungskosten von insgesamt 270.000 Euro.

Die Versuchsanlage läuft jetzt seit rund vier Monaten. Die ersten Ergebnisse lassen aufhorchen. Professor Peter Cornel von der TU Darmstadt und wissenschaftlicher Leiter des Projekts berichtet, dass Spurenstoffe in einer Größenordnung zwischen 60 und 90 Prozent aus dem Abwasser eliminiert werden konnten. Dies sei exemplarisch für ein Schmerzmittel, ein Antiepileptikum und für ein Kontrastmittel nachgewiesen worden.

Auf der Kläranlage im Wald bei Schloss Wolfsgarten probieren die Wissenschaftler unterschiedliche Verfahren aus. Am Ende – veranschlagt sind insgesamt 24 Monate – soll die wirtschaftlichste und für die Praxis tauglichste Methode feststehen. Im Kern geht es darum, dass die Spurenstoffe an Aktivkohle anlagert werden und sich dadurch entfernen lassen. Unterschiede ergeben sich unter anderem dadurch, ob die Kohle anschließend regeneriert werden kann oder als Klärschlamm teuer verbrannt werden muss.

Ähnliche Verfahren werden von den Wasserwerken genutzt. Beim Trinkwasser, das aus den Leitungen fließt, besteht die Problematik der Spurenstoffe deshalb nicht. Es kann ohne Bedenken getrunken werden. Die Kläranlagen betreten mit der Entfernung von Mikroverunreinigungen hingegen Neuland.

http://www.abwasserlee.de/aktuelles/presse/90-dem-medikamenten-cocktail-den-kampf-angesagt.html