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Meschede: Viagra kommt in den Niederlanden aus dem Wasserhahn

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Arzneimittelrückstände, darunter das Potenzmittel, waren in drei niederländischen Städten erhöht. Auch in Deutschland nimmt das Vorkommen von Medikamentenrückständen im Trinkwasser zu. Auch bei uns?

Noch, so heißt es von Seiten der Hochsauerlandwasser GmbH, sei die Menge unbedenklich. Insbesondere die Bezieher von Trinkwasser aus Talsperren seien erstmal sicher. Der Technische Geschäftsführer von Hochsauerlandwasser Robert Dietrich erklärt, warum das so ist.

Lesen Sie mehr auf:

http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-meschede-eslohe-bestwig-und-schmallenberg/wenn-viagra-im-trinkwasser-enthalten-ist-id9781842.html#plx103842971

 

 

Wie ein Fisch im Rhein – Professor schwimmt, Eawag analysiert

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Chemieprofessor Andreas Fath von der Hochschule Furtwangenin Baden-Württemberg sucht Geld für neue Analysegräte und die Wasserforschung an seinem Institut. Dafür will er vom 28. Juli bis zum 24. August den gesamten Rhein durchschwimmen – von den Bündner Bergen bis nach Rotterdam, samt Bodensee! Das Projekt Rheines Wasser ist jedoch mehr als nur Show: Mit einem Begleittross wird Fath laufend Wasserproben nehmen und die Veränderung der Rheinwasserqualität über die ganze Strecke auch mit Passivsammlern dokumentieren, die an seinem Neoprenanzug angebracht sind. Für die Analyse der Probe wird Fath von der Eawag unterstützt. Matthias Ruff von der Abteilung Umweltchemie ist überzeugt, dass das Projekt nicht nur Emotionen schüren, sondern auch interessante Resultate bringen kann: „An den Rheinüberwachungsstationen sehen wir die Wasserqualität immer nur an einem Punkt oder einem Querprofil; das Schwimmprojekt wird über die ganze Länge des Flusses Aufschlüsse geben zum Eintrag und zur Verteilung von Stoffen.“ Andreas Fath will im Spätherbst über die teils aufwändige Auswertung der Proben informieren, auch in einem Vortrag an der Eawag. Doch nun muss der Wissenschaftler erst mal ins kalte Wasser steigen, am 28. Juli in den Tomasee und für die ersten Kilometer aufs Fahrrad, tags darauf dann ab Ilanz/GR definitiv im Rhein, fast 50km pro Tag – ein ehrgeiziges Ziel. Mehr:

http://www.eawag.ch/medien/bulletin/20140724/index
 

 

EU-Projekt PROMISE zu Phosphorrecycling startet

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Julius Kühn-Institut koordiniert Arbeitspaket zur Herstellung von Recyclingdüngern aus urbanen und landwirtschaftlichen Reststoffen

Wissenschaftlerinnen des Julius Kühn-Institutes (JKI) in Braunschweig leiten in den nächsten drei Jahren ein Arbeitspaket des BONUS-Projektes „PROMISE“, in dem deutsche, finnische und schwedische Forscher auf dem Gebiet des Phosphorrecyclings zusammen arbeiten. Die Fördermittel des kürzlich gestarteten Projektes in Höhe von 486.000 Euro werden zu gleichen Teilen vom Bundesforschungsministerium (BMBF) über den Projektträger Jülich und durch das 7. Forschungsrahmenprogramm (RP7) der EU-Kommission getragen http://www.bonusportal.org/about_bonus

In dem vom JKI koordinierten Arbeitspaket geht es um die Herstellung nachhaltiger Recyclingdünger aus urbanen und landwirtschaftlichen Reststoffen. Dabei sollen so genannte sekundäre Rohstoffquellen wie Gärreste, Klärschlämme und Wirtschaftsdünger auf mögliche Kontaminationen mit ausgewählten Antibiotika, pathogenen Mikroorganismen und Schwermetallen untersucht werden. Zudem wird ermittelt, welchen Einfluss verschiedene Verarbeitungsprozesse auf die Kontaminanten haben.

Information zum Promise-Projekt:
In dem Projekt sollen flächenspezifische, nachhaltige Dünge-Strategien für den Ostseeraum entwickelt werden, mit dem Ziel, den Eintrag schädlicher Stoffe mit der Düngung zu reduzieren. Hierbei werden verschiedene Aspekte berücksichtigt, die die nachhaltige und effiziente Herstellung von Phosphatdüngern durch Phosphorrecycling voraussetzen. Darüber hinaus soll die Entwicklung innovativer Technologien im Bereich des Phosphorrecyclings gefördert werden. Dazu ist die vergleichende Beurteilung bereits bestehender Konzepte zur P-Rückgewinnung aus verschiedenen Stoffströmen nötig. Das Auftakttreffen hat Ende April 2014 im finnischen Jokioinen stattgefunden.
http://www.bonusportal.org/bonus_projects/innovation_projects/promise

Ihre Ansprechpartnerinnen:
Dr. Elke Bloem
Telefon: +49 531 596 2200
E-Mail: elke.bloem@jki.bund.de

Dr. Judith Schick
Telefon: +49 531 596 2108
E-Mail: judith.schick@jki.bund.de

Weitere Informationen:
http://www.bonusportal.org/bonus_projects/innovation_projects/promise – PROMISE-Projekt
http://www.bonusportal.org – zu BONUS

 

 

Abwasser gibt Aufschluss über Drogenkonsum

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Abwasser enthält Spuren von Drogen und deren Abbauprodukten. Daraus kann auf den Konsum zurückgeschlossen werden; nicht von einzelnen Konsumenten, aber von ganzen Städten. Eine 2012 und 2013 durchgeführte Studie in 42 europäischen Städten zeigt: In Basel, Genf, St. Gallen und Zürich wird überdurchschnittlich viel Kokain konsumiert. Bern liegt im Mittelfeld. An der Spitze sind Antwerpen und Amsterdam.

Zum dritten Mal wurden 2013 in europäischen Städten Abwasserproben auf Spuren von Drogen analysiert. 42 Städte, darunter auch Basel, Bern, Genf, St. Gallen und Zürich, nahmen an der Studie teil. Während einer Woche wurde das Abwasser von rund 1,4 Millionen Personen in der Schweiz auf Kokain, Amphetamine, Chrystal Meth, und Ecstasy untersucht. Heute werden die Resultate in der Fachzeitschrift Addiction publiziert. Nebst dem Schweizer Wasserforschungsinstitut Eawag waren über 20 weitere Forschungsstellen und Labors beteiligt.

Hohe Kokainmengen in Zürich
In Bezug auf Kokain liegt Zürich während der untersuchten Woche hinter Antwerpen (Belgien) und Amsterdam (Niederlande) auf Rang 3. Berücksichtigt man Schätzungen bezüglich Reinheit und Metabolismus, wurden in Zürich täglich rund 1.6 Kilogramm Kokain konsumiert. Mit Ausnahme von Bern liegen auch die anderen Schweizer Städte über dem europäischen Mittel – Basel und Genf auf den Rängen 9 und 10, St. Gallen auf dem 12., Bern auf dem 15. Rang. Ob die in der Schweiz vergleichsweise hohe Reinheit des Kokains, ein höherer pro Kopf Konsum oder mehr Konsumenten als aus anderen Studien vermutet zu diesen Abwasserbefunden führten ist noch offen. Hingegen liegen die Werte für die Designer Droge Chrystal Meth in allen Schweizer Städten deutlich unter dem Mittel. Spitzenreiter sind hier die tschechischen Städte Prag und Budweis sowie Norwegens Hauptstadt Oslo (detaillierte Aufstellungen im erwähnten Fachartikel).

Ecstasy- vor allem am Wochenende
Die Abwasseranalyse erlaubt es, einen zeitlichen Verlauf des Drogenkonsums zu rekonstruieren. Erwartungsgemäss schwankt vor allem der Konsum der Freizeitdroge Ecstasy stark zwischen normalen Arbeitstagen und dem Wochenende (siehe Grafik).
Bild Akt-Jun-14-Drogen.jpg

Wochenprofile von Ecstasy und Kokain: Welcher Anteil der Gesamtmenge einer Woche wurde an welchem Wochentag konsumiert (schwarz =Daten aller Städte, die an der Studie teilgenommen haben; innerhalb der Box liegen 50%, innerhalb der gestrichelten Linie 95% aller Werte).

Bei Kokain ist der Unterschied zwischen Arbeitstagen und Wochenende kleiner, statistisch aber auch signifikant. Das zeigt, dass Kokain auch unter der Woche konsumiert wird -von Abhängigen teilweise auch täglich.

Leider erfüllten die Analysewerte für Cannabis in der Schweiz die strengen Anforderungen an die beteiligten Labors nicht. Da die Schweiz als Hochkonsumland bekannt ist für Cannabis, wären diese Daten besonders interessant. An der Spitze liegen hier Novi Sad (Serbien), Amsterdam und Paris.

Langfristig: Genaueres Monitoring
Für den Erstautoren der Studie, den Ingenieur Christoph Ort vom Schweizer Wasserforschungsinstitut Eawag, steht weniger die «Rangliste» der Städte im Zentrum. Vielmehr hebt er das Ziel hervor, mit Abwasseranalysen wesentlich schneller und häufiger zu vergleichbaren Daten zu kommen als heute mit den nationalen Drogenmonitoring Programmen. Aufgrund der geringen Fallzahlen kann aus diesen Programmen z.B. nur unzureichend darauf geschlossen werden, wie viele Menschen in einer bestimmten Region innerhalb eines Jahres eine Droge konsumierten. Zusammen mit den Daten aus anderen Studien und Statistiken (z.B. Befragungen an Parties, Suchtmonitoring Schweiz, Global Drug Survey) liessen sich dagegen aus den Abwasserdaten Trends rascher erkennen und überprüfen. So stimmt der in der Abwasserstudie gefundene Anstieg der Ecstasy- und Kokainmengen von 2012 zu 2013 gut mit Substanzanalysedaten von Saferparty.ch, der Stadtzürcher Jugendberatung Streetwork, überein. Zurückgeführt wird der Anstieg auf ein zunehmende Reinheit des Kokains und auf höher dosierte Ecstasypillen. «Abwasseranalysen bieten Potential für eine verbesserte Quantifizierung des Substanzkonsums innerhalb einer geographisch definierten Region», bestätigt Alexander Bücheli von Safer Nightlife Schweiz, «Rückschlüsse auf die tatsächliche Anzahl von Konsumierenden sind allerdings noch sehr unsicher, da eine Reihe von Annahmen getroffen werden müssen.» Diese Lücke soll in zukünftigen, transdisziplinären Projekten geschlossen werden.

Originalartikel
Spatial differences and temporal changes in illicit drug use in Europe quantified by wastewater analysis. Christoph Ort (Eawag), Alexander L.N. van Nuijs (Universität Antwerpen) et al. doi:10.1111/add.12570; http://www.eawag.ch/medien/bulletin/20140527/wastewater_drug_monitoring_in_press.pdf

Weitere Auskünfte
Dr. Christoph Ort (Eawag, Abt. Siedlungswasserwirtschaft); +41 58 765 5277; christoph.ort@eawag.ch

 

 

Ein schlaues Gewächshaus für Fische und Tomaten

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Tomatenfisch? Was soll denn das bitte sein? Viele denken dabei wohl erst mal an Dosenfisch in Tomatensoße. Oder an einen Fisch, der so rot ist wie Tomaten.

Beim Tomatenfisch geht es aber um etwas ganz anderes: In der Stadt Berlin arbeiten Forscher daran, Tomaten und Fische zusammen in einem Gewächshaus zu züchten. Warum? Die Fische und die Pflanzen sollen das Wasser, das sie zum Leben brauchen, gemeinsam nutzen. Und zwar nacheinander, in einem Kreislauf. Weil das schwierig zu erklären ist, nennen die Forscher ihr Verfahren einfach Tomatenfisch.
Es funktioniert so: Die Fische leben in dem warmen Gewächshaus in großen runden Becken. In die sprudelt frisches Wasser. Die Fische sind Buntbarsche, auch Tilapia genannt. Sie werden mit gepressten Futterkörnern aus Pflanzenmehl und Fliegenlarvenmehl gefüttert.

Wenn die Fische diese Larven verdaut haben, landen die Ausscheidungen der Fische im Wasser. Darunter sind auch giftige Stoffe. Das schmutzige Wasser wird deshalb ein paar Meter weiter in Kläranlagen geleitet. Dort werden zuerst größere Klümpchen herausgesiebt.
Die winzigen Giftstoffe sind aber immer noch im Wasser. Sie kommen in einen Bio-Filter: Das ist eine weitere Kläranlage. In der leben winzige Bakterien auf Plastik-Spulen, die wie klitzekleine Lockenwickler aussehen. Die Bakterien futtern den giftigen Stoff Ammonium. Daraus machen sie einen anderen Stoff. Der heißt Nitrat. Er ist ein guter Pflanzen-Dünger.

Das Wasser mit dem Dünger wird nun weitergeleitet an die Tomaten. Die wachsen in langen Reihen in einer Art Rinne gleich neben den Fischbottichen. Die Tomaten nehmen das Wasser mit dem Dünger auf. Von dem Dünger leben sie. Das Wasser schwitzen die Tomaten über ihre Blätter dann wieder aus: als blitzsauberen Wasserdampf.

Der steigt hoch und wird in großen Rohren aufgefangen. In den Rohren ist es kühl. Deshalb verwandelt der Wasserdampf sich wieder in flüssiges Wasser. Doch wohin mit dem Wasser? Wieder zu den Buntbarschen. Und damit geht der Kreislauf von vorn los.

Aber was ist an der ganzen Sache jetzt so toll? Das erklärt einer der Tomatenfisch-Erfinder, der Biologe Werner Kloas. Beim Tomatenfisch-Projekt wird Nahrung für Menschen mit wenig Wasser produziert. Denn die Fische und die Tomaten nutzen ja dasselbe Wasser. Würde man die Tomaten allein in einem Gewächshaus züchten, und die Fische an einem anderen Ort, würde man viel mehr Wasser verbrauchen.

http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/junge-leser/jun-taeglich/artikel/ein_schlaues_gewaechshaus_fuer/1077884/ein_schlaues_gewaechshaus_fuer.html
 

 

Dokumentarfilm mit 20 Geschichten über die Notwendigkeit von Wasser rund um den Globus

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Ohne Wasser gibt es kein Leben, keine Zivilisation, keine wirtschaftliche Entwicklung. Wasser wird gestaut, um Energie zu gewinnen, es wird umgeleitet, um Wüste in Farmland zu verwandeln und Städte bewohnbar zu machen – meist mit verheerenden Konsequenzen.

Der Dokumentarfilm WATERMARK der mehrfach ausgezeichneten Regisseurin Jennifer Baichwal und dem international bekannten Fotografen Edward Burtynsky lädt auf eine beeindruckende Reise zu verschiedenen Orten auf der Welt ein, die der menschliche Eingriff in den Wasserkreislauf tiefgreifend verändert hat. Burtynsky ist bekannt für seine hochauflösenden Fotos, die die weitreichenden Folgen menschlichen Wirkens auf die Natur dokumentieren und stellt dies in WATERMARK unter Beweis. Der Film zeigt den Zuschauern in faszinierenden Bildern die universelle Bedeutung von Wasser für den Menschen und welchen Stellenwert diese wichtige Ressource für die Zukunft hat.

Mehr:
http://www.senator.de/movie/watermark-ot

 

 

Nanopartikel: Keine Endstation in der Müllverbrennung

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Villigen, Schweiz – Abfallverbrennung ist noch lange kein Allheilmittel.

Denn einige für die menschliche Gesundheit und die Umwelt schädliche Verbrennungsprodukte können nicht vollständig verbrannt werden. Dazu gehören Nanopartikel. Bereits vor einem Jahr berichtete ein Forscherteam mit Beteiligung des Paul Scherrer Instituts PSI über das Schicksal von zunehmend in Konsumgütern eingebauten Nanopartikeln, die am Ende ihres Lebenszyklus in die Abfallverbrennung gelangen. Diese Nanopartikel werden bei der Verbrennung nicht in die Atmosphäre ausgestossen. Aber sie bleiben in den festen oder flüssigen Rückständen der Verbrennungsanlagen unzerstört bestehen und landen schliesslich auf Deponien.

Deshalb sehen PSI-Forscher Handlungsbedarf, bevor die Verbreitung nanostrukturierter Produkte, die während oder als Überrest nach der Verbrennung in die Umwelt gelangen, ein unumkehrbares Ausmass annimmt. In Zusammenarbeit mit Kollegen der ETH Zürich und der Empa gehen sie zunächst der Frage nach, wie viele Nanopartikel welcher Grösse und chemischer Zusammensetzung tatsächlich eine Kehrichtverbrennungsanlage verlassen. Denn von diesen beiden Faktoren – Grösse und Chemie – hängt die Reaktionsfreudigkeit und somit die mögliche Biotoxizität von Nanopartikeln stark ab. Insbesondere das Wissen um die chemische Zusammensetzung wird es erstmals erlauben, die Herkunft der Nanopartikel festzumachen, also ob diese aus dem ursprünglichen Abfallgut stammen oder erst während des Verbrennungsprozesses entstehen.

Chemische Zusammensetzung untersuchen
Über den Nanopartikel-Ausstoss von Kehrichtverbrennungsanlagen sowie von anderen Anlagen zur thermischen Aufarbeitung von Abfall ist noch zu wenig bekannt. In diese Richtung unternehmen nun die Forscher erste Schritte. Sie bauen zurzeit ein Instrument, mit dem die Nanopartikel-Emissionen aus Verbrennungsprozessen auf ihre chemische Zusammensetzung und Grössenverteilung untersucht werden können. Messgeräte, die entweder die Grösse von Nanopartikeln (Partikelzähler) oder ihre elementaren Bestandteile (Plasma-Massespektrometer) durchleuchten, gibt es bereits lange. Nicht aber solche, die beides gleichzeitig und dazu noch in Echtzeit tun. „Für ein besseres Verständnis der Bedingungen, unter denen die Nanopartikel die Verbrennung überleben, sind solche zeitaufgelösten, dynamischen Messungen essentiell“, sagt Mohamed Tarik, Postdoktorand in der PSI-Forschungsgruppe für chemische Prozesse und Materialien im Labor für Bioenergie und Katalyse.

Zukünftig unmittelbar überwachen
Mit der heutigen Technik sind die Messungen nur zeitversetzt möglich. In Zukunft hingegen sollen zum Beispiel in Experimenten die Betriebsparameter einer Verbrennungsanlage angepasst und der unmittelbare Effekt auf die Nanopartikel-Emissionen überwacht werden. Das Ziel der PSI-Forscher ist deshalb, die beiden heute noch getrennten Funktionen (Bestimmung der Grössenverteilung mit einem Partikelzähler und der chemischen Zusammensetzung mit einem Plasma-Massespektrometer) in einem Gerät zu vereinen.

Argon statt Luft
Einige Anpassungen an bestehenden kommerziellen Instrumenten sind jedoch notwendig. So erfordert ein kommerzielles Plasma-Massespektrometer (zur Bestimmung des chemischen Spektrums) die Verwendung von Argon für die Plasmaerzeugung. Luft oder gar Sauerstoff würden das Plasma instabil machen. Für das neue Gerät bedeutet dies, dass auch das Filtern und Zählen der Partikel im Klassierer mit Argon statt Luft als Schleiergas geschehen müssen. Weil die Gasflüsse hier genau definiert sein müssen und Argon anders fliesst als Luft (unterschiedliche Viskosität), müssen ein paar Betriebsparameter angepasst werden. Zudem verlangt das Plasma-Massespektrometer eine präzise definierte Eingangsmenge an Gas, um richtig zu funktionieren. Die Forscher schalten deshalb einen sogenannten Rotationsverdünner vor, der diese genaue Dosierung übernimmt.

Tricks zur Erfassung aller Partikelgrößen

Eine weitere Herausforderung stellt die Verwendung des teuren Argons. Um die Kosten in Grenzen zu halten, arbeiten die Wissenschaftler deshalb an einem Konzept zur Reduktion des Argonverbrauchs in ihrem Instrument. Argon bringt eine weitere Schwierigkeit ins Spiel: Die Spannung, die man anlegen kann, ohne dass es zum elektrischen Durschlag kommt, ist bei diesem Edelgas kleiner als bei Luft. Da man zum Filtern grösserer Partikel auch höhere Spannungen benötigt, ist mit Argon die maximale Grösse der Partikel, die man noch messen kann, ebenfalls kleiner als bei Luft. Die Forscher wollen aber Partikel aller möglichen Grössenklassen vermessen, denn nur so erhalten sie ein vollständiges Bild der potenziellen Gefährlichkeit der Verbrennungsprodukte. Sie feilen deshalb auch an Tricks, mit denen sie die Beschränkung der maximal messbaren Partikelgrösse umgehen können.

Christian Ludwig, Leiter der Gruppe für chemische Prozesse und Materialien, ist trotz dieser Herausforderungen zuversichtlich, dass der Bau eines sehr empfindlichen und genauen Messgerätes zur vollständigen Charakterisierung der Nanopartikel aus der Abfallverbrennung gelingen wird. Ein erster Prototyp sei bereits gebaut und die bisherigen Testmessungen damit machten ihm Hoffnungen. Langfristiges Ziel ist der Bau eines mobilen Instrumentes, mit dem Messungen an den Anlagen vor Ort durchgeführt werden können.

Autor: Leonid Leiva
Quelle: Paul Scherrer Institut
http://recyclingportal.eu/Archive/4142 

 

Wie wird sich die REACH-Verordnung zu Chrom VI auf die CSB-Analyse auswirken?

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Informationen von Hach Lange
Chrom VI (Cr VI), eine der wichtigsten Reagenzien bei der CSB-Analyse, wird im Anhang XIV der REACH-Verordnung der Europäischen Union als „Substance of Very High Concern“ (besonders besorgniserregender Stoff) geführt.

Dies bedeutet aber nicht, dass Chrom VI-CSB vollständig verboten wird.
Für Sie als Benutzer wird es keine Änderung geben. Die Verwendung von Chrom VI wird für Forschungs- und Entwicklungszwecke weiterhin erlaubt sein. Laut der European Chemical Agency (ECHA) gehört dazu auch die Wasserüberwachung mit Küvettentests.

Jedoch müssen die Hersteller von CSB Tests ab September 2017 für den Verkauf dieser Tests die Genehmigung (Autorisierung) der EU besitzen.

HACH LANGE hat den langwierigen Genehmigungsprozess begonnen. Dieser Prozess wird auch in 2015 fortgesetzt und sollte planmäßig und rechtzeitig vor September 2017 abgeschlossen sein. Vorrangiges Ziel ist dabei die Sicherstellung einer unterbrechungsfreien Versorgung unserer Kunden mit diesem wichtigen Kontrollparameter.

Wir werden Sie über aktuelle Entwicklungen zu diesem Thema auch weiterhin informieren, vor allem wenn die Fristen näherrücken.

Lesen Sie weiter, um mehr über diesen wichtigen Summenparameter zu erfahren!

http://www.hach-lange.de/view/content/parameter-3

 

 

Materialwissenschaftler forscht an nachhaltiger Entsalzungsmethode für Wasser

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Eine verbesserte Entsalzungsmethode, die über 95 Prozent Wirkungsgrad aufweist und dabei ohne Chemie auskommt: Daran forscht Volker Presser, Junior-Professor an der Universität des Saarlandes und Juniorforschungsgruppenleiter am Leibniz-Institut für Neue Materialien. Zusammen mit anderen kapazitiven Technologien, die ähnlich funktionieren, könnte so ein wirklich grüner Weg entstehen, um regenerative Energie zu speichern und die Wasserversorgung dezentral zu organisieren.

Es klingt nach einer Technologie, die eigentlich zu schön ist, um wahr zu sein: Bei der kapazitiven Entionisierung wird aus Brackwasser oder Salzwasser Trinkwasser gewonnen. Außerdem dient die Technologie in etwas abgewandelter Form auch als Grundlage für die hocheffiziente Energiespeicherung aus regenerativen Quellen wie zum Beispiel Solaranlagen. Und es ist sogar möglich, aus einem Konzentrationsgefälle hiermit Energie zu erzeugen. Ist das etwa die eierlegende Wollmilchsau der modernen Technologie? Nicht ganz, aber nah dran. „Kapazitive Technologien sind vielversprechend, stecken aber noch in den Kinderschuhen“, erklärt Volker Presser, der an der Saar-Uni und am INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien auf dem Saarbrücker Uni-Campus an neuen Energie-Materialien forscht. „Aber es ist eine extrem energieeffiziente und wirklich grüne Technologie“, erklärt der junge Forscher.

Das Grundprinzip, das seinem Versuchsaufbau zugrunde liegt, kommt ganz ohne chemische Reaktionen aus. Zwischen zwei Elektroden aus poröser Aktivkohle, an die eine Spannung angelegt wird, fließt Brack- oder Salzwasser. Die positiv geladene Elektrode zieht dabei die negativ geladenen Ionen aus dem Wasser, die gegenüberliegende negativ geladene Elektrode hingegen zieht die positiv geladenen Teilchen aus dem Wasser. Es werden also nur die Bestandteile aus dem Wasser herausgeholt, die nicht drinnen sein sollen. Gespeichert werden die geladenen Teilchen in den Poren der Aktivkohle, am Ende der Strecke fließt schließlich frisches Süßwasser heraus. Bis zu 80 Prozent Wirkungsgrad hat diese Technologie. Kombiniert man dieses simple physikalische Prinzip mit einer Membran, die zwischen Wasser und Kohlenelektrode platziert wird und die entweder nur negativ oder nur positiv geladene Teilchen durchlässt, erhöht sich der Wirkungsgrad der Anordnung sogar auf über 95 Prozent. „Durch eine solche Membran kann man also deutlich mehr ‚Salz pro investierter Energie‘ herausfiltern als ohne Membran“, erklärt Materialforscher Volker Presser. Ist eine Elektrode „voll“, also mit Ionen gesättigt, lässt sie sich ganz einfach wieder ausspülen, und man erhält eine hochkonzentrierte Salzlösung.

Doch die Technologie ist nicht nur auf Salz beschränkt. Dies verdeutlicht Volker Presser an einem Beispiel: „China und Südafrika forschen intensiv an dieser Technologie. Interessant ist das in diesen Ländern vor allem wegen der Aufbereitung des Grubenwassers im Bergbau. Zum einen wird das Abwasser viel sauberer, zum anderen kann die hochangereicherte Flüssigkeit als Rohstoff dienen – denken Sie an mit Edelmetallen angereichertes Wasser, das für die Industrie noch wertvolle Rohstoffe enthalten kann.“

Volker Pressers Ansatz für eine Nutzung dieser Technologie ist jedoch sehr breit ausgelegt. „In Kombination mit Solarzellen und kapazitiven Energiespeichern – so genannte Superkondensatoren – könnte damit eine ‚Island Technology‘ entstehen“, erklärt er. Haushalte könnten damit ihren Sonnenstrom selbst speichern und ihr eigenes Trinkwasser gewinnen. „Dadurch ist eine unabhängige, vollständig regenerative Versorgung mit Energie und Wasser für einzelne Haushalte möglich“, erklärt er. Superkondensatoren als Energiespeicher sind ein anderer Teil der Forschungen des jungen Saar-Forschers.

Noch steckt die Technologie zur Wasseraufbereitung im Experimentierstadium. Es gibt zwar schon einige wenige Anbieter, die Entsalzungsanlagen anbieten. Diese sind aber noch sehr selten und sehr teuer. Volker Presser hält die Technologie dennoch für zukunftsträchtig: „Wenn die Frage nach den Erfolgsaussichten dieser so neuartigen Technologie gestellt wird, halte ich es mit Winston Churchill, der gesagt haben soll: ‚Welchen Sinn hat ein neugeborenes Baby?‘ Die Zeit wird zeigen, was die Technologie wirklich leisten kann.“

Kontakt:
Jun.-Prof. Dr. Volker Presser
Tel.: (0681) 9300177
E-Mail: volker.presser@inm-gmbh.de

 

 

Fussball: Wissenschaftler veröffentlichen Prognose des WM-Turniers auf Basis der Marktwerte der Spieler

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Im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft am 13. Juli treffen einer Prognose von Wissenschaftlern der Freien Universität Berlin, der Universität Göttingen und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zufolge mit großer Wahrscheinlichkeit die Mannschaften Spaniens und Deutschlands aufeinander. Der Soziologe Prof. Dr. Jürgen Gerhards von der Freien Universität, der Sportwissenschaftler Prof. Dr. Michael Mutz von der Universität Göttingen und der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Gert G. Wagner von der TU und dem DIW summierten für jede Mannschaft den Marktwert der Einzelspieler und legten diese Werte allen Gruppen- und Entscheidungsspielen zugrunde.

Spanien mit 631 Millionen Euro Marktwert und Deutschland mit 562 Millionen haben das größte Potenzial, das Endspiel zu erreichen. Nach der Marktwert-Prognose ist die Chance für das DFB-Team, den Titel zu gewinnen, so groß wie schon lange nicht mehr.

In der Gruppe A setzen sich demnach Gastgeber Brasilien (468 Mio.. Euro) und Kroatien (193 Mio. Euro) durch, in der Gruppe B neben Spanien die Niederlande (208 Mio. Euro). Die Gruppe C entsendet Kolumbien (190 Mio. Euro) und die Elfenbeinküste (122 Mio. Euro) ins Achtelfinale. In der Gruppe D ziehen der Prognose zufolge England (334 Mio. Euro) und Italien (323 Mio. Euro) ein. Die Gruppe E dominieren Frankreich (412 Mio. Euro) und die Schweiz (178 Mio. Euro), in Gruppe F haben Argentinien (392 Mio. Euro) und Bosnien-Herzegowina (114 Mio. Euro) die Nase vorn. In der Gruppe G zieht der Einschätzung zufolge neben Deutschland Portugal (297 Mio. Euro) in die nächste Runde ein. Aus Gruppe H bestreiten Belgien (349 Mio. Euro) und Russland (184 Mio. Euro) das Achtelfinale. Jeweils ins Viertel-, Halb- und Finale kommen die Teams, deren Marktwert höher ist als der des Gegners.

Nach der Gruppenphase, in der die Marktwert-Unterschiede der Teams sehr groß sind, steht den Fans ein stärker ausgeglichenes und damit spannungsreicheres Turnier bevor – ähnlich wie im Jahr 2006. Zwar ist Spanien mit einem Mannschaftswert von 631 Mio. Euro immer noch das Team, das den höchsten Marktwert auf die Waage bringt, Brasilien (468 Mio.), Frankreich (412 Mio.), Argentinien (392 Mio.) und vor allem Deutschland (562 Mio.) haben aber im Vergleich zur letzten Weltmeisterschaft deutlich aufgeschlossen. Diese fünf Mannschaften sind die Favoriten des Turniers.

Nach der Marktwert-Methode erreicht allerdings Frankreich nicht das Halbfinale. Würde sich ab dem Achtelfinale in jeder Begegnung immer die Mannschaft mit dem höheren Marktwert durchsetzen, stünden sich im Halbfinale einerseits Brasilien und Deutschland, andererseits Spanien und Argentinien gegenüber.

Mithilfe der Marktwerte konnten die Wissenschaftler bereits vier Mal den Titelgewinner bedeutender Fußballturniere korrekt vorhersagen. Das Prinzip der Methode ist einfach. Seit dem Wegfall restriktiver „Ausländerklauseln“ ist ein globaler Spielermarkt entstanden, und Fußballspieler sind zu einer weltweit gehandelten „Ware“ geworden. Die Spieler stehen heutzutage mehr denn je unter Dauerbeobachtung von Spielervermittlern, Sportmanagern, Trainern und zahlreichen echten und selbsternannten Experten, die das Leistungsvermögen der Spieler kontinuierlich bewerten. Diese Leistungseinschätzungen finden ihren Ausdruck im Transferwert des Spielers auf dem Spielermarkt: Der Preis des Spielers spiegelt seine Leistungen wider.

„Ebenso wie der Marktwert ein Spiegelbild für die sportliche Leistungsfähigkeit eines einzelnen Fußballers ist, lässt sich auch die Leistungsstärke einer gesamten Mannschaft an ihrem Marktwert ablesen“, erklärte Prof. Dr. Gert G. Wagner. Der Marktwert der Mannschaft ergibt sich dabei aus der Summe der Marktwerte aller Einzelspieler. „Dieser äußerst einfache Indikator, gegen den jeder Fußballfan zig Einwände im Detail vorbringen kann, hat eine verblüffend große prognostische Kraft: Die Mannschaft mit dem teuersten Spielerkader ist auch die spielstärkste Mannschaft im Turnier und wird deshalb mit der höchsten Wahrscheinlichkeit das Turnier gewinnen“, sagte Prof. Dr. Jürgen Gerhards. Seit der Weltmeisterschaft 2006 konnte mit dieser Methode der Ausgang aller großen Fußball-Turniere gut vorhergesagt werden. „Auch für den europäischen Vereinsfußball konnten wir zeigen, dass der Ausgang der Meisterschaft in den Fußballligen sehr gut über den Marktwert der Teams vorhersagbar ist“, konstatierte Prof. Dr. Michael Mutz. Schließlich habe sich die Marktwert-Methode auch bei der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2014 sehr gut bewährt.

Weitere Informationen
Prof. Dr. Jürgen Gerhards, Freie Universität Berlin, Telefon: 030 / 838-57653,
E-Mail: j.gerhards@fu-berlin.de

Prof. Dr. Michael Mutz, Universität Göttingen, Telefon: 0551 / 395682,
E-Mail: michael.mutz@sport.uni-goettingen.de

Gert G. Wagner, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), Telefon: 030 / 89789249, E-Mail: gwagner@diw.de

Weitere Informationen:
http://www.zfs-online.org/index.php/zfs/article/view/3170/2707
http://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2014/fup_14_211-wm-prognose-ger…