Freitag, August 12, 2022
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Rap in der Kanalisation – Hamburger Künstler für Berufe im Untergrund

„Mit Untergrund4Life setzen wir ein Zeichen der Wertschätzung für alle, die mit und für uns unten sind und unsere Welt am Laufen halten. Jeden Tag arbeiten im Verborgenen Menschen in der Wasser- und Abwasserwirtschaft, der Ver- und Entsorgung, am Bau und Erhalt der unterirdischen Infrastruktur. Ehrliche Arbeit ohne große Bühne – das verdient Beachtung und Respekt“.


„Untergrund“-Rap: Michael, Marey Burns, DJ Suro und B-Low (v. l. n. r.) im Video zu ihrem Track
Zum Video: Untergrund4Life (Official)

„Wenn Ihr mit uns unten seid, schreit: Untergrund4Life!“ so lautet die Aufforderung, mit der Deutschlands erster Rap aus der Kanalisation Ende November Premiere gefeiert hat. Eine eingängige Melodie, Texte mit Wortwitz und Zweideutigkeiten machen den Song zum Ohrwurm – die Macher werben damit für die Berufsbilder der Branche. Durch fantasievolle  Kostüme und eine beeindruckende Kulisse wird das Musikvideo zu einem echten Hingucker. Die Dreharbeiten bedeuteten in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung.

Abstieg in Hamburgs Kanalisation
Für die Künstler – darunter namhafte Vertreter der Hamburger Rap-Szene – bedeutete die Hommage an den Untergrund einen echten Abstieg. Denn für das Video ging es hinunter in die Kanalisation der Hansestadt. Dank der Unterstützung von Hamburg Wasser konnten die Dreharbeiten für das Musikvideo in einem echten Siel erfolgen. Bis kurz vor Dreh, war das aber gar nicht sicher. Denn Regen und steigende Wasserlinie waren ein Risiko, das es abzuwägen galt. Geklappt hat es unter Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften letztlich doch – zur Freude aller Beteiligten. Mit der ungewöhnlichen Marketingidee wollen die Künstler und Künstlerinnen gemeinsam mit den fünf ”Untergründern” der Wasser- und Abwasserwirtschaft vor allem eins erreichen: ”Mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung für das, was unter uns läuft und für eine spannende, aber weitgehend verborgene Berufswelt”, so lautet die Botschaft der Initiatoren DWA, RSV, ZDB, HDB und Güteschutz Kanalbau. Auf der flankierenden Internetseite www.untergrund4.life werden Berufe und Job-Initiativen der Verbände vorgestellt. Außerdem gibt’s weitere Videos, Infos zu den Künstlern und ein ”Making of”.


Arbeitssicherheit geht vor: der Sielmeister prüft den Sitz der „Selbstretter“

Schwierige Situation trotz wichtiger Botschaft
”Wir feiern Regen – Wasser ist Leben” – so lautet der Refrain des Raps. ”Kurz nachdem der Song produziert war, haben Starkregenereignisse mit schlimmen Folgen wie im Ahrtal uns alle erschüttert. Ob die Zeile hinsichtlich der dramatischen Ereignisse drin bleiben kann, hat auch bei uns für Diskussion gesorgt”, erklärt Jantje Selle, die das Künstlerprojekt verantwortet und den Song mit Kolleginnen und Kollegen produziert hat.” Auf was es uns mit dieser Botschaft aber vor allem ankommt, ist die Wertschätzung der lebenswichtigen Ressource Wasser und der für die Infrastruktur verantwortlichen Branche. Also darauf, dass wir auch in Zukunft Menschen brauchen, die für den sicheren Transport und Abtransport sorgen – bei all den wachsenden Herausforderungen auch im Hinblick auf den Klimawandel”, sagt Selle – oder Marey Burns, wie sie sich als Musikerin nennt.

Schulterschluss echter Branchen-Profis
Mit ihrer Marketingagentur arbeitet sie seit Jahren für Kunden aus der Wasserver- und entsorgung. „Ich finde immer wieder beeindruckend, welche Leistung hier im Verborgenen stattfindet und freue mich, dass wir dem Ganzen gemeinsam nun ein musikalisches Denkmal setzen durften“, erzählt sie begeistert. Entstanden ist der Rap maßgeblich mit Unterstützung der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA), dem Rohrleitungssanierungsverband (RSV), dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB), dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) und dem Güteschutz Kanalbau. Das Projekt bildet den Abschluss der Fördergemeinschaft für die Sanierung von Entwässerungssystemen (ZKS-Fördergemeinschaft), die sich im August vergangenen Jahres aufgelöst hat und als Beirat fortgeführt wird.

Weitere Aktionen geplant
Dass mit dem Video nicht Schluss ist, lassen die Beteiligten durchblicken und werden auf der von den Verbänden unterstützten Webseite www.untergrund4.life und den begleitenden Social Media-Kanälen auch zukünftig laut und ungewöhnlich über das Rapvideo hinaus die Branche positiv beleuchten und den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen die verdiente Anerkennung entgegenbringen. So wird auf Berufe aufmerksam gemacht, die vielleicht im Untergrund stattfinden, aber für uns als Gesellschaft über die Maßen wichtig sind. Eines der wichtigsten Ziele ist es, junge Menschen für Berufsbilder in der Wasserwirtschaft zu begeistern. Denn bei allem Spaß, den die Produktion des Songs und des Videos gemacht haben, soll es vor allem auf die Wichtigkeit des „Untergrunds“ hinweisen – und dort liegen vor allem beruflich noch viele verborgene Potentiale für junge Menschen.

Präsenz im Internet:
die begleitende Internetseite zur Aktion www.untergrund4.life