Überwachung von Krankheitserregern im Abwasser
Infektionserreger gelangen unter anderem über den Stuhl ins Abwasser und können dort nachgewiesen werden. Die systematische Überwachung von Abwasser auf Infektionserreger mit dem Ziel, Entscheidungen für bevölkerungsbezogene Maßnahmen zu treffen, wird als abwasserbasierte Surveillance (auch kurz Abwassersurveillance) bezeichnet. Die erhobenen Daten erlauben Rückschlüsse zum Trend der Infektionsdynamik. Die Messwerte können mit Angaben aus bereits bestehenden Überwachungssystemen verglichen und gemeinsam analysiert werden. Expertinnen und Experten können so die Lage vor Ort umfassender bewerten.
AMELAG
AMELAG (Abwassermonitoring für die epidemiologische Lagebewertung) überwacht die Viruslasten von SARS-CoV-2, Influenzavirus und Respiratorischem Synzytialvirus (RSV) im kommunalen Abwasser.
Durchgeführt wird AMELAG von Robert Koch-Institut (RKI) und Umweltbundesamt (UBA) in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG), dem Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN), den 16 Bundesländern, ihren Landeslaboren und den Betreibenden der teilnehmenden Kläranlagen mit Unterstützung von Logistik- und Labordienstleistenden.
Seit 2025 werden bis zu 70 ausgewählte Kläranlagen wöchentlich beprobt.
weitere Informationen zu Viruslast im Abwasser:
https://infektionsradar.gesund.bund.de/de/covid/abwasser
