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Ein Bach voller unentdeckter Bakterien

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Wissenschaftler der Deutschen Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen (DSMZ) in Braunschweig haben in Niedersachsen neue Bakterienarten entdeckt.
Die sieben Neuisolate stammen aus dem Westerhöfer Bach im Harz und gehören den Gattungen Flavobacterium und Pedobacter an.

Dipl.-Biol. Milena Wozniczka , Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
DSMZ – Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH
22.10.2007  

Bild Nuet-Wissen-Bach-1.JPG Der Westerhöfer Bach im Harz war schon im Frühjahr Fundstätte einer neuen Bakteriengattung: vor einem halben Jahr haben die Braunschweiger Biologen dort Deefgea rivuli entdeckt.
Bemerkenswert ist der hohe Gehalt des Westerhöfer Bachs an Calcium und Magnesium, die ausfallenden Mineralsalze führen zur Bildung von Kalktuffgestein.
Untersuchungen zeigten, dass das Wasser unmittelbar an der Quelle mit seinen sehr geringen Keimzahlen nahezu steril ist. Im weiteren Verlauf des Fließgewässers finden sich zunehmend Bakterien, die vermutlich aus dem Uferbereich eingeschleppt werden. Prof. Dr. Erko Stackebrandt, wissenschaftlicher Geschäftsführer der DSMZ erklärt: „Dabei sehen wir in unseren Kulturschalen immer nur eine kleine Auswahl der tatsächlich vorhandenen bakteriellen Vielfalt. Bislang ist nur etwa ein Prozent aller Bakterien im Labor kultivierbar.“
Die Gattungen Flavobacterium und Pedobacter

Flavobakterien sind häufig gelblich gefärbt. Ihr natürliches Habitat ist weit gefächert, meist findet man sie in aquatischen Gebieten. So auch die neuen Bakterien: Flavobacterium aquidurense und Flavobacterium hercynium. Der Artname „aquidurense“ bezieht sich auf die Widerstandfähigkeit des Bakteriums gegenüber dem besonders harten Wasser des Bachs, „hercynium“ ist die lateinische Form des Harzgebirges. F. aquidurense wurde direkt von der Quelle isoliert, F. hercynium gegen Ende des 320 Meter langen Bachlaufs.

Vertreter der Gattung Pedobacter sind beweglich, meist unpigmentiert und erscheinen als Laborkultur durchscheinend weißlich. Mikroskopisch sind winzig kleinen Stäbchen von etwa 2 mal 0,8 µm (Millionstel Meter) zu erkennen. Die fünf neu entdeckten Arten tragen die Namen P. westerhofensis (aus Westerhof stammend), P. hartonius (zum Harz gehörig), P. duraquae (aus hartem Wasser), P. metabolipauper (mit dürftigem Stoffwechsel), und P. steynii (zu Ehren des Mikrobiologen P.L. Steyn, der die Gattung erstmals beschrieben hat).

Im Rahmen von „Braunschweig – Stadt der Wissenschaft 2007“ haben die ForschungRegion Braunschweig e.V. und die NORD/LB eine Praktikantenbörse für herausragende Abiturienten organisiert. An der DSMZ hat Anique Herling unter der Leitung von Dr. Sabine Gronow ein mikrobiologisches Praktikum absolviert. Gemeinsam haben sie ebenfalls den Westerhöfer Bach im Harz erkundet und dort Wasser- und Bodenproben entnommen. Ziel des dreiwöchigen Praktikums waren die „Feinde“ der Flavobakterien. „Es gibt Viren, die bestimmte Bakteriengruppen gezielt befallen. Diese so genannten Bakteriophagen haben wir untersucht“, erklärt die Biochemikerin Gronow. „Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen, aber wir arbeiten zurzeit an sechs Isolaten. Mit etwas Glück findet sich auch dort etwas Neues.“ Forscher müssen also gar nicht in die Tropen, um neue Arten zu entdecken. In Niedersachsen ist das auch vor der eigenen Haustür möglich.

Weitere Informationen:
http://www.dsmz.de – Informationen zur DSMZ in Braunschweig

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news231513

Neue Initiative zur Meeresforschung in der Europäischen Metropolregion Nordwestdeutschland gestartet

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Die Max-Planck-Gesellschaft und das Land Niedersachsen stärken die Meeresforschung in Nordwestdeutschland

Dr. Manfred Schloesser, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie
16.10.2007
 

Durch eine gemeinsame Initiative des Bremer Max-Planck-Instituts für marine Mikrobiologie (MPI) und der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg soll das meereswissenschaftliche Potenzial und die Ausstrahlung der Europäischen Metropolregion Nordwestdeutschland durch die Einrichtung von zwei selbständigen Nachwuchsgruppen weiter gestärkt werden. Unterstützt wird das auf 9 Jahre angelegte Projekt von der niedersächsischen Landesregierung, die wesentlich zur Finanzierung beiträgt. Organisatorisch gehören beide Gruppen dem Bremer Max-Planck-Institut an. Als Arbeitsort der Gruppen wurde aber bewusst das ICBM am Standort Oldenburg gewählt, an dem somit eine Außenstelle des Bremer MPIs entsteht. Oldenburg erhält so eine Forschungsstelle der Max-Planck-Gesellschaft (MPG).
Es war unter anderem die in den beiden Universitätsstädten Oldenburg und Bremen vorhandene wissenschaftliche Infrastruktur, die dazu führte, den Großraum Bremen als europäische Metropolregion am 28.04.2005 durch die Ministerkonferenz für Raumordnung anzuerkennen. Besonders enge Kontakte pflegen traditionell die in dieser Region ansässigen meereswissenschaftlichen Institutionen, wobei sich diese zunächst entlang von Süd-Nord-Achsen zwischen Bremen und Bremerhaven sowie Oldenburg und Wilhelmshaven entwickelten. In den zurückliegenden zehn Jahren sind fruchtbare Verbindungen auch länderübergreifend in Ost-West-Richtung gewachsen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Forschergruppe „Watt“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft, in der seit 7 Jahren Wissenschaftler des Instituts für die Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universität Oldenburg , des Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie (MPI) in Bremen sowie des Senckenberg-Instituts in Wilhelmshaven gemeinsam die Bedeutung von biologischen, chemischen und physikalischen Wechselwirkungen für die Entwicklung und Strukturierung des Lebensraums Wattenmeer erforschen.

Entsprechend dem Wunsch von ICBM Oldenburg und MPI Bremen wird die fachliche Ausrichtung der beiden selbständigen Nachwuchsgruppen komplementär zu den schon etablierten Fachrichtungen sein. Geplant ist, in der Meereschemie – konkret in den Bereichen „Organische Geochemie des Meeres“ und in „Anorganische Geochemie des Meeres“ – zwei jungen Forscherpersönlichkeiten im Rahmen des in der MPG bewährten Instrumentariums der selbständigen Nachwuchsgruppe beste Forschungsmöglichkeit zu eröffnen, so Max-Planck-Direktor Prof. Dr. Rudolf Amann. Die Unabhängigkeit und sehr gute Ausstattung der beiden Gruppen wird es ihren Leitern ermöglichen, bei voller wissenschaftlicher Freiheit Profilentwicklung auf höchstem Niveau zu betreiben.

Der Kandidatenauswahl soll noch im Dezember auf einem internationalen Symposium in Oldenburg erfolgen. Der Sicherstellung des wissenschaftlichen Erfolgs der Gruppen dient die regelmäßige Evaluierung durch den Fachbeirat des Max-Planck-Instituts für marine Mikrobiologie in Bremen. Dieses verwaltet die Gruppen und stellt seine wissenschaftlichen Einrichtungen zur Verfügung. Eine Einbindung in die Lehre ist über die Universität Oldenburg und die internationale Max-Planck-Forschungsschule für marine Mikrobiologie möglich.

Rückfragen bitte an den geschäftsführenden Direktor Prof. Dr. Rudolf Amann
MPI für Marine Mikrobiologie, Celsiusstr. 1, D-28359 Bremen
Telefon: 0421 2028 – 930; Fax: 0421 2028 – 790; E-Mail: ramann@mpi-bremen.de
oder an den Pressesprecher
Dr. Manfred Schlösser, Telefon: 0421- 2028704, E-Mail: mschloes@mpi-bremen.de

Weitere Informationen:
http://www.mpi-bremen.de Homepage des Max-Planck-Instituts für marine Mikrobiologie

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news230520

Die Sonne desinfiziert Trinkwasser

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Bild Nuet-Wissen-Pet-J.jpgBei  der Eidgenössische Wasserforschungs-Anstalt Eawag wurde ein bestechend einfaches System entwickelt, wie mit Hilfe einer PET-Flaschen und Sonne Flusswasser zu Trinkwasser werden kann. Der Gag des Verfahrens besteht darin, dass die UV-Strahlen der Sonne vorhandene Mikroorganismen im Wasser abtöten.

Vor allem die einfache Durchführbarkeit besticht: eine verschlossene PET-Flasche wird 6h lang intensiv bestrahlt. Dieses sogenannte “ SODIS“ -Verfahren hat 2006 den Energy Globe Award erhalten, wurde auch von Weltgesundheits-Organisation WHO als offizielle Wasseraufbereitungstechnologie anerkannt, vom Roten Kreuz in ihr Gesundheits- und Hygieneprogramm übernommen. Desinfektion von Wasser, Mehrfachnutzung der PET- Flaschen und Senkung des Brennholzverbrauchs in der Dritten Welt sind überzeugende Argument für SODIS.

Br 10-07

Forschung für die Menschen

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Wasser und Energie sind die Voraussetzung allen Lebens – und damit auch der menschlichen Existenz. Die Forscher der Fraunhofer-Gesellschaft erarbeiten Lösungen für die drängenden Probleme der Zukunft: Sie entwickeln heute Technologien, die das Leben morgen einfacher, gesünder und sicherer machen.

Dr. Janine Drexler, Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Fraunhofer-Gesellschaft
11.10.2007

Die große Herausforderung des 21. Jahrhunderts ist die Versorgung einer noch immer wachsenden Weltbevölkerung mit den lebensnotwendigen Ressourcen. Mehr als sechs Milliarden Menschen brauchen saubere Luft zum Atmen, Trinkwasser und Grundnahrungsmittel, Arbeit, Wohnraum, Gesundheitsversorgung und sie wünschen sich darüber hinaus Sicherheit. Die Wissenschaftler und Ingenieure der Fraunhofer-Gesellschaft leisten mit ihren Forschungsprojekten einen wichtigen Beitrag zur Lösung aktueller und künftiger Probleme. Energie, Wasser, Gesundheit und Sicherheit sind strategische Schwerpunkte der Fraunhofer-Gesellschaft.

Forschungsschwerpunkt Energie
Der Ölpreis steigt. Die fossilen Rohstoffe gehen zur Neige. Doch die Menschen brauchen in Zukunft Energie – zum Kochen, Heizen, um sich fortzubewegen. Die Konsequenzen liegen auf der Hand: Energie muss künftig effektiver genutzt, Öl zunehmend durch regenerative Energiequellen ersetzt werden. Die Forscher haben diese Herausforderung erkannt. Im Fraunhofer Themenverbund Energie arbeiten sie beispielsweise institutsübergreifend und interdisziplinär an der Entwicklung einer neuen Generation von Brennstoffzellen, an der technischen Verbesserung von Windkraftanlagen, aber auch an Innovationen für die Solartechnik.

Noch spielt die Photovoltaik – die Stromgewinnung aus Sonnenenergie – nur eine geringe Rolle. Doch das soll sich ändern: Die Experten rechnen mit einer Steigerung von derzeit 0,1 Prozent der Gesamtenergieproduktion auf bis zu 50 Prozent im Jahr 2050. Die Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass Solarzellen billiger werden. Die Kosten lassen sich auf zweierlei Weise reduzieren: durch Einsparungen bei den Produktionskosten und durch Erhöhung des Wirkungsgrads. Die Forscher verfolgen beide Ansätze und entwickeln Lösungen, die den Unternehmen helfen, die Kosten zu senken und so auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu bleiben. Derzeit liegen deutsche Solarzellenhersteller hinter Japan an der Weltspitze. Um den Unternehmen den Zugang zu neuen Technologien zu erleichtern, baut die Fraunhofer-Gesellschaft jetzt an zwei Standorten neue Forschungseinrichtungen auf: In Halle an der Saale entsteht das Fraunhofer Center for Silicon Photovoltaics CSP und in Freiberg, Sachsen, das Fraunhofer-Technologiezentrum Halbleitermaterialien THM, eine gemeinsame Abteilung des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB und des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE.

Außerdem suchen die Forscher am ISE nach neuen Rohstoffen für die Solarzellenproduktion: Bisher benötigen die Hersteller hochreines Silizium, das teuer und nicht unbegrenzt verfügbar ist. Eine Alternative könnte künftig metallurgisches Silizium werden, das günstig ist aber Unreinheiten enthält. Durch verschiedene Prozessschritte wollen die Ingenieure dieses Material solarzellenfähig machen.

Forschungsschwerpunkt Wasser
Sauberes Trinkwasser ist in den meisten Ländern der Welt Mangelware. Für die Zukunft prognostizieren die Experten sogar Kriege ums Wasser. Die verbesserte Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung der knappen Ressource ist daher auch bei Fraunhofer ein strategisch wichtiger Forschungsschwerpunkt. Die Wissenschaftler und Ingenieure bündeln jetzt in der neuen Allianz SysWasser ihr Know-how, das sie bei Projekten im In- und Ausland über Jahrzehnte gesammelt haben. Das Spektrum der Kompetenzen reicht von der Trinkwasserreinigung mit Elektroden, UV-Lampen und Membranfiltern bis hin zu Konzepten zum Wassermanagement in Wüstengebieten oder Megastädten.

Auch in Deutschland, einem Land, in dem kein Wassermangel herrscht, können neue Technologien helfen, den Verbrauch von kostbarem Trinkwasser zu verringern. Derzeit benötigt jeder Deutsche täglich 130 Liter sauberes Wasser, wobei er ein Drittel davon durch die Toilette spült. Pure Verschwendung. „Wasser ist eine unserer wertvollsten Ressourcen, viel zu schade, um sie für den Transport von Fäkalien zu vergeuden“, sagt Prof. Dr. Walter Trösch vom Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart. Gemeinsam mit Dr. Werner Sternad vom IGB und Dr. Harald Hiessl vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI in Karlsruhe hat er das Dezentrale Urbane Infrastruktursystem DEUS 21 konzipiert und umgesetzt. Dieses Modell arbeitet mit bisher ungenutzen Ressourcen wie Regenwasser. Dieses lässt sich sammeln und dezentral als Brauchwasser ins Versorgungsnetz einspeisen. Für ihre Leistungen erhalten die Forscher den Joseph-von-Fraunhofer-Preis 2007.

Forschungsschwerpunkt Sicherheit
Terroristische Angriffe, Industrieunfälle und Pandemien sind die Bedrohungen der Gegenwart. Forschung ermöglicht, etwas dagegen zu tun – ein Garant für Sicherheit kann sie nicht sein. „Eine der wesentlichen Aufgaben der zivilen Sicherheitsforschung ist, Risiken für unsere Gesellschaft zu erkennen, zu analysieren und schließlich Vorschläge zur Minderung oder Vermeidung des Risikos zu entwickeln“, erklärt Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. „Um die Sicherheitsforschung voran zu bringen, kann bereits vorhandenes Wissen aus unterschiedlichen Forschungsbereichen genutzt werden.“

Die Fraunhofer-Gesellschaft hat die Sicherheitsforschung als eines von 12 Innovationsthemen identifiziert und liegt damit voll im Trend: Nationale Sicherheitsforschung ist auch ein wichtiger Teil der Hightech-Strategie der Bundesregierung. Und europaweit sollen im 7. Forschungsrahmenprogramm der EU 1,4 Milliarden Euro investiert werden. Hintergrund dieses Engagements ist dabei nicht nur das Bedürfnis des Menschen nach besserem Schutz, sondern auch ein wirtschaftlicher Trend: Sicherheitstechnik entwickelt sich zu einem immer wichtigeren Geschäftsfeld. Der europäische Sicherheitsmarkt liegt derzeit mit 20 Prozent Weltmarkt-Anteil auf Platz zwei hinter den USA. Die Schwerpunkte sind: Sicherheitsdienstleistungen, elektronische Sicherheitssysteme sowie Sicherheit von Information und Kommunikation. Die Fraunhofer-Forscher helfen der Industrie durch neue technologische Entwicklungen, sich auf dem Weltmarkt zu behaupten. Von dieser Forschung profitierten allerdings nicht nur Unternehmen: Die fertigen Produkte kommen dem Menschen zugute, denn sie machen seine Welt ein kleines Stück sicherer.

Forschungsschwerpunkt Gesundheit
Nichts ist mehr wert als ein Menschenleben. Heute können mit Medikamenten und medizintechnischen Geräten Krankheiten besiegt werden, die früher tödliche Folgen gehabt hätte. Gleichzeitig sind die Anforderungen, die an die Wirksamkeit der Medikamente gestellt werden, gestiegen. Die Forscher vom Fraunhofer-Verbund Live Sciences steuern hier neue Technologien bei, die die Entwicklung beschleunigen und gleichzeitig Kosten sparen: In-Vitro-Testplattformen, Arrays zur Identifizierung der Wirkstoffe sowie Analysemethoden zur Untersuchung der Wirkung und Toxizität.

Eine weitere gravierende Veränderung, die sich derzeit vollzieht, ist der demographische Wandel: Schon bald wird das Gros der Bevölkerung der älteren Generation angehören. Die Menschen werden mehr medizinische Versorgung brauchen, viele werden Pflege benötigen. Neue Technologien tragen dazu bei, diese Anforderungen zu erfüllen. Die Forscher der Fraunhofer-Gesellschaft erarbeiten beispielsweise intelligente Umgebungen, die Pflegebedürftigen helfen ihren Alltag allein zu meistern – im Notfall aber sofort Arzt oder Krankenhaus alarmieren. Eine andere vielversprechende Entwicklung ist der Digitale Patientenbegleiter: Das mobile Endgerät – Mobiltelefon oder PDA – erinnert an Arzttermine, gibt beim Einkaufen Ernährungstipps und spornt zu körperlicher Bewegung an. Zielgruppe sind Erwachsene, die ihre Lebens- und Ernährungsgewohnheiten aus medizinischen Gründen umstellen müssen, aber auch übergewichtige Kinder.

Weitere Informationen:

http://www.fraunhofer.de/fhg/press/pi/2007/10/Presseinformation11102007.jsp

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news229720

Integriertes System für die Wassernutzung

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Überfüllte Megastädte ohne ausreichende Wasserver- und Abwasser-entsorgung, häufige Hochwasser oder extreme Trockenheit – Probleme, bei denen ein neues urbanes Infrastrukturkonzept helfen kann. Es hat ein flexibles, Wasser sparendes Vakuumkanalnetz.

130 Liter sauberes Wasser verbraucht ein Deutscher pro Tag – nur drei davon trinkt er. Ein Drittel hingegen wird durch die Toilette gespült. „Wasser ist eine unserer wertvollsten Ressourcen, viel zu schade um sie für den Transport von Fäkalien zu vergeuden“, sagt Prof. Dr. Walter Trösch vom Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart. Gemeinsam mit Dr.-Ing. Werner Sternad vom IGB und Dr.-Ing. Harald Hiessl vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI in Karlsruhe hat er das Dezentrale Urbane Infrastruktursystem DEUS 21 konzipiert und umgesetzt. Für ihre Leis-tungen erhalten sie den Joseph-von-Fraunhofer-Preis 2007. Die Jury war von der Verfahrenstechnik zur Wasseraufbereitung und dem umfassenden Ansatz für ein effektives Stoffrecycling beeindruckt.

„DEUS ist ein integriertes Modell, das den Rohstoff Wasser vom Wasserhahn bis zur Kläranlage betrachtet“, so Prof. Trösch. „Neu am Ansatz ist, dass wir Regenwasser getrennt vom Schmutzwasser sammeln und nicht ungenutzt über die Abwasserkanalisation ableiten. Wir bereiten es über eine moderne Membrananlage auf.“ Die Poren der Membran sind kleiner als Bakterien und Viren. So werden die Erreger abgetrennt. Heraus kommt keimfreies Pflegewasser, das den Anforderungen der Trinkwasser-Verordnung entspricht. Dieses sehr weiche Wasser fließt durch ein separates Versorgungsnetz zurück in die Haushalte, die es etwa zum Duschen oder auch in der Wasch- und Geschirrspülmaschine nutzen. Die Bewohner sparen dadurch Trinkwasser und somit Geld. Das Abwasser aus den Haushalten wird über eine Vakuumkanalisation gesammelt. Besonderer Vorteil: Die Anlage saugt auch zerkleinerte Küchenabfälle ab, eine Biotonne entfällt. Das Abwasser gelangt in einen hermetisch dichten biologischen Hochleistungsreaktor. Dort sind Rotationsscheibenfilter – poröse, keramische Mikro-Membranen – im Einsatz. Sie filtern alles aus dem Abwasser, was größer ist als 0,2 Mikrometer – auch Bakterien bleiben hier hängen und zersetzen die organischen Abfälle. Das gewonnene Biogas lässt sich nutzen, um Strom und Wärme zu produzieren. Auch Stickstoff und Phosphor werden aus dem Abwasser gewonnen und zu hochwertigem Dünger verarbeitet. Übrig bleibt dann noch das gereinigte Abwasser. Es entspricht den Qualitätsanforderungen der Europäischen Richtlinie an Badegewässer und kann versickert oder in ein Gewässer eingeleitet werden.

Die Pilotanwender in Knittlingen und Neurott schätzen die ökonomischen und ökologischen Vorteile. Argumente, die auch international zählen: Projekte in Namibia, China und Rumänien sind in Planung.

Weitere Informationen:

http://www.fraunhofer.de/fhg/press/pi/2007/10/Mediendienst10s2007Thema4.jsp

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news229749

TUB: Wenn Stimmen altern

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Tonhöhe von Männern und Frauen nähert sich an

Dr. Kristina R. Zerges, Presse- und Informationsreferat
Technische Universität Berlin
15.10.2007

Ein seltenes Phänomen: Am Telefon hört man eine Stimme. Sie klingt scheinbar alt. Wenn man dann dem Sprecher gegenübersteht, stellt man fest: Der Eindruck täuschte, denn der Mann ist jung. Oft kommen solche Überraschungen nicht vor, denn meist verrät die Stimme tatsächlich einiges über das Alter des Sprechers. In dem Forschungsprojekt „Junge und alte Stimmen“ haben Walter Sendlmeier und seine Mitarbeiter am Institut für Sprache und Kommunikation der TU Berlin die Veränderungen von Stimme und Sprechweise als Funktion des Alters untersucht. Sie fanden heraus: In der Sprache steckt weit mehr als nur die rein linguistische Funktion. Im Alltag ist es häufig wichtiger, wie etwas gesagt wird; die Inhalte spielen eine geringere Rolle. Die Ergebnisse könnten für die automatische Spracherkennung von großer Bedeutung sein.

Stimmungsschwankungen oder altersbedingte Veränderungen der Sprechweise und der Stimme machen zum Beispiel einem automatischen Spracherkenner zu schaf-fen. Deshalb wollen die TU-Forscher typische Merkmale finden, beispielsweise die Tonhöhen, die Sprechgeschwindigkeit, Rauigkeit, Dehnungen und die Melodie. Schon frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass man Sprachproben mit hoher Trefferquote jungen oder alten Sprechern zuordnen kann. Die entscheidenden akus-tischen Merkmale der Sprachsignale, die Hörer so zuverlässig hinsichtlich des Alters urteilen lassen, sind jedoch weitgehend unbestimmt. Walter Sendlmeier, Professor für sprachliche Kommunikation und Phonetik, hat nun versucht, Stimmen akustisch und elektroglottografisch zu analysieren. Die Elektroglottografie ist eine Methode, die Funktion der Stimmlippen im Kehlkopf während des Sprechens aufzuzeichnen.

Dabei ging es besonders darum, die Relevanz des Stimmeinsatzes bei der Altersbe-stimmung zu erforschen. Untersucht wurden auch Veränderungen der Sprechweise mit zunehmendem Alter. Die TU-Forscher konnten nachweisen, dass sich bei Män-nern bereits in der dritten Lebensdekade das Gewebe im Kehlkopf verändert, bei Frauen dagegen erst ab der fünften Dekade.

Ältere Männer weisen in der Regel eine höhere Grundfrequenz auf, bei Frauen sinkt die Sprechstimmlage im Alter. Sendlmeier nutzte Hörexperimente und akustische Analysen der Sprachstimuli, um festzustellen, an welchen Merkmalen man das Alter eines Sprechers oder einer Sprecherin erkennt. Ziel ist ein Altersklassifikator. Darunter versteht man ein Analyseprogramm, das aufgrund der akustischen Parameter des Sprachsignals automatisch das Alter eines Sprechers bestimmt. (rk)

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Prof. Dr. Walter Sendlmeier, Institut für Sprache und Kommunikation, TU Berlin, Tel.: 030/314-24503, Fax: -79883, E-Mail: sendl@kgw.tu-berlin.de

Hinweis: Dieser Beitrag ist das „Thema der Woche – EIN-Blicke für Journalisten“ auf dem TUB-newsportal. Sie finden dort neben dem Beitrag einen Expertendienst sowie weiterführende Links: www.pressestelle.tu-berlin.de/newsportal

Weitere Informationen:
http://www.pressestelle.tu-berlin.de/medieninformationen/
http://www.pressestelle.tu-berlin.de/newsportal

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SysWasser eine Fraunhofer-Allianz

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Seit Juni 2007 bündeln 14 Fraunhofer-Institute (davon 9 Voll-mitglieder und 5 assoziierte Mitglieder) ihre Kompetenzen in der Forschung und Entwicklung von Wassersystemtechnologien.

Das Ziel der Allianz ist es, unter Berücksichtigung der sozialen, ökonomischen und ökologischen Konsequenzen nachhaltige Lösungen für Wassergewinnung, Infrastruktur und Abwasserreinigung in praxisorientierte, nationale und internationale Anwendungen zu überführen. 

Eine systemische Vernetzung zum Energie-, Abfall- und Landwirtschaftssektor trägt dabei zu einer effizienteren und umweltverträglicheren Nutzung der lebenswichtigen Ressouce Wasser bei.

Geschäftsfelder

  • Urbane/periurbane Wassermanagementsysteme
  • Abwasserreinigungsverfahren und -systeme 
  • integriertes Wasserressourcenmanagement (IWRM)


Sprecher der Allianz und Leiter der Geschäftsstelle:
Prof. Dr. Walter Trösch
Telefon: +49 (0) 7 11 / 9 70-42 20
Fax: +49 (0) 7 11 / 9 70-42 00
Fraunhofer-Institut für
Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB
Nobelstraße 12
70569 Stuttgart Langen

Deutsches Forschungszentrum – Biomasse- gegründet

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Im Koalitionsvertrag der Regierung war die Gründung eines deutschen Biomasse-Forschungszentrums vereinbart worden. Das Bundeskabinett hat am 24. Juli 2007 als Standort Leipzig und als Start den 1. Januar 2008 beschlossen. Das neue Zentrum wird als gemeinnützige GmbH gegründet. Die Aufgabe wird die Forschung und Entwicklung im Bereich der energetische Nutzung land- und forstwirtschaftlicher Biomasse sein. Die Finanzierung erfolgt durch das Bundeslandwirtschaftsministerium.

Wertvolle Gullydeckel

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Bild Nuet-Welt-Gully-J.jpgMetalldiebe haben Anfang Oktober in Hamburg etwa 200 Gullydeckel, deren Wert auf rund 10.000 € geschätzt wird gestohlen. Die Diebe haben sich auf die Gitterroste, die den Abfluss für Regenwassersiele abdecken „spezialisiert“.

Keine Erste Hilfe für den Dorsch

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WWF kritisiert Dorsch-Fangquoten für 2008 und wirft der EU Fahrlässigkeit vor

Bild Nuet-Welt-Dorsch-J.JPG

Frankfurt – Die EU-Fischereiminister haben gestern Abend entschieden, dass sich der Ostsee-Dorsch nicht von der Überfischung erholen darf. Die Minister beschlossen in Luxemburg, die Fangmengen für den stark bedrohten Dorschbestand in der östlichen Ostsee lediglich um fünf Prozent, für den westlichen Bestand um 28 Prozent zu reduzieren. Damit blieben sie hinter dem Vorschlag der EU-Kommission zurück, die eine Verringerung um 23 bzw. 33 Prozent vorgesehen hatte. Die Wissenschaftler des Internationalen Rates zur Erforschung der Meere (ICES) hatten sogar empfohlen, den Fang ganz auszusetzen. „Dies ist eine dramatische Fehlentscheidung“, kritisiert WWF-Fischereiexpertin Karoline Schacht. „Mit diesen Quoten setzen die EU-Minister langsam aber sicher ihre Fischer aufs Trockene. Wo kein Dorsch mehr ist, kann auch keiner gefangen und verkauft werden.“ Die Minister hätten fahrlässig die Chance verspielt, Fischen und Fischern zugleich eine langfristige Perspektive zu sichern.  

Die Entscheidung, die Fangquoten für den östlichen Bestand nur um fünf Prozent abzusenken, unterläuft den erst im Juni nach langen Verhandlungen verabschiedeten europäischen Management-Plan für den Dorsch. Dieser sieht vor, die Quoten jedes Jahr um mindestens zehn Prozent zu mindern. „Stattdessen geht die Überfischung weiter. Auf Betreiben Deutschlands und Dänemarks dürfen in der östlichen Ostsee jetzt 38.700 Tonnen eines Fisches gefangen werden, dessen Bestand kurz vor dem Kollaps steht“, sagt WWF-Expertin Schacht. „Das ist, als würde einem Schwerverletzten die Erste Hilfe versagt.“  

Die illegale Fischerei verschärft das Problem. Nach Schätzungen von Wissenschaftlern fischen viele Länder 50 bis 100 Prozent mehr Dorsch ab als erlaubt, ohne Strafen fürchten zu müssen. Derzeit fangen polnische Fischer mit Rückendeckung Warschaus illegal Dorsch und brechen damit wissentlich geltendes Gemeinschaftsrecht, denn die EU-Kommission hatte Polen schon im Juli den weiteren Dorschfang untersagt.  

Der WWF fordert neben einem einjährigen Fangstopp und der strikten Umsetzung des Management-Plans die EU zu einem entschlossenen Kampf gegen die illegale Fischerei in der Ostsee auf. Neben verstärkten Kontrollen schlägt der WWF vor, dass die illegalen Fänge dem betreffenden Land im Folgejahr von der Fangquote abgezogen und Fischerei-Subventionen gestrichen werden. Der WWF rät Verbrauchern, auf Dorsch zu verzichten, bis der Fang nachhaltig geregelt ist.