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Bericht vom Symposium Microthrix

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In der KA, Korrespondenz Abwasser, berichtet Georg Thielebein vom 2. Norddeutschen Symposium, das am 1. Februar 2007 stattfand. Über 200 Teilnehmer waren nach Bad Bramstedt gekommen, um sich über das Thema Schaum, Schwimm- und Blähschlamm zu informieren. Organisiert wurde die Veranstaltung vom DWA-Landesverband Nord, der Fachhochschule Kiel und dem Abwasser-Zweckverband Pinneberg.

Den ganzen Bericht findet man KA, Abwasser Abfall, Novemberausgabe 2007 auf Seite 1109 ff.

Berliner Wasserbetriebe müssen Akteneinsicht gewähren

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Bild Fe-Recht-Akteneinsicht-F.jpg Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat am 2. Oktober 2007 in zwei Berufungsverfahren das Land Berlin als Genehmigungsbehörde verpflichtet, den jeweiligen Klägern Einsicht in die Akten der zuständigen Senatsverwaltung sowohl zur Genehmigung der Berliner Wassertarife für das Jahr 2004, einschließlich der von den Berliner Wasserbetrieben vorgelegten Kalkulationsunterlagen, als auch zur Genehmigung von Tarifen der Berliner Stadtreinigungsbetriebe für die Abfallentsorgung und Straßenreinigung für die Kalkulationsperioden 1999/2000 sowie 2001/2002, einschließlich der entsprechenden Kalkulationsunterlagen, zu gewähren, soweit die Unterlagen Daten enthalten, die das jeweilige Berliner Monopolgeschäft der genannten Betriebe enthalten.

In einem weiteren Verfahren hat das Gericht die Berliner Wasserbetriebe zur Gewährung von Akteneinsicht in die im Verfahren zur Genehmigung der Berliner Wassertarife für das Jahr 2004 eingereichten Kalkulationsunterlagen verpflichtet. Auch hier ist das Einsichtsrecht auf die Informationen beschränkt, die das Berliner Monopolgeschäft der Berliner Wasserbetriebe betreffen.   

http://www.dwa.de/portale/dwa_master/dwa_master.nsf/home?readform&objectid=F14979096A2CC605C125722D0051CABC&editor=no&&submenu=_1_3_3&&treeid=_1_3_3&#Spektrum

Br 11-07

Neue Wege für die städtische Wasserwirtschaft der Zukunft

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Sybille Wenke-Thiem, Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Institut für Urbanistik
24.10.2007

 

Deutsches Institut für Urbanistik (Difu) und Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) entwickeln gemeinsam mit Partnern des Forschungsverbunds netWORKS Lösungsmöglichkeiten für eine „demografieangepasste“ Stadttechnik | http://www.networks-group.de

Berlin / Frankfurt/Main. Die Netze und Anlagen der kommunalen Wasserversorgung werden bisher zentral organisiert, und diese Zentralität gilt bislang gerade bei mittleren und hohen Siedlungsdichten technisch und ökonomisch als vorteilhaft. Durch die abnehmende Bevölkerungszahl tritt jedoch eine völlig neue Problematik auf: Die Funktionalität der Systeme ist durch Unterauslastung gefährdet. In einigen Städten und Regionen sind Rück- und Umbaumaßnahmen der Netze notwendig, die an die Grenzen des betriebswirtschaftlich Machbaren gehen. In Ergänzung dieser Anpassungsstrategien gilt es, neben dem Rück- und Umbau auch über den Einsatz gänzlich neuer Technologien nachzudenken, außerdem sind Systemalternativen gegenüber dem Weiterbetrieb vorhandener Anlagen abzuwägen.

In Deutschland wurden in den letzten beiden Jahrzehnten bereits beachtliche Innovationen im Bereich alternativer Wasserver- und Abwasserentsorgungstechnologien entwickelt, die jedoch bisher ausschließlich im Rahmen weniger kleiner Modellprojekte umgesetzt wurden. Die Pilotvorhaben zeigten, dass Stofftrennung und neuartige Kombinationen von Ab- und Frischwasser prinzipiell möglich sind. Da es sich um flexible und nachhaltige Lösungen handelt, mit denen die Schließung von Nährstoffkreisläufen sowie die energetische Verwertung von Abwasser angestrebt wird, sind die Verfahren – angesichts der steigenden Energiepreise – auch volkswirtschaftlich interessant: Intelligente Systemlösungen zeichnen sich durch Stoffstromreduktion (Ökoeffizienz), höhere Flexibilität und teils kürzere Leitungswege aus und lassen langfristig eine ökonomische Effizienzanhebung (Energieverwertung) erwarten.

Nun gilt es herauszufinden, ob eine breitere Anwendung dieser Technologien sowie die Kombination mit vorhandenen Anlagen und Netzen auch in größerem Maßstab sinnvoll sind. Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) und das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) untersuchen daher – gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und in Kooperation mit weiteren Forschungs- und Praxispartnern – praxistaugliche Umwandlungsmöglichkeiten der stadttechnischen Systeme. Der interdisziplinär arbeitende „Forschungsverbund netWORKS“ entwickelt gemeinsam mit Ver- und Entsorgungsunternehmen aus sechs Untersuchungskommunen mit unterschiedlicher Bevölkerungsentwicklung langfristig tragfähige Angebots- und Infrastrukturkonzepte.

Einen Untersuchungsschwerpunkt bildet die Frage, ob und inwieweit semi- und dezentrale Lösungen ökonomisch und ökologisch effizienter sind und wie diese im existierenden betrieblichen Rahmen sukzessive angewandt werden könnten. Berücksichtigt wird dabei, dass Strukturanpassungen der Anlagen im Einklang mit den unternehmerischen Erfordernissen erfolgen müssen. Auch werden die Infrastruktur- und Stadtentwicklungsplanung integriert betrachtet und der Stand der Technik berücksichtigt.

Erste Ergebnisse sind Ende 2008 zu erwarten. Sie werden als Publikation veröffentlicht und als Beratungsinstrument auch auf der Homepage des Forschungsverbunds zu finden sein.

Nähere Informationen zum Forschungsverbund und zum Projekt „Transformationsmanagement für eine nachhaltige Wasserwirtschaft“ sind im Internet unter www.networks-group.de/ zu finden.

Weitere Informationen/Projektleitung:

Dipl.-Sozial-Ökonom Jens Libbe
Deutsches Institut für Urbanistik (Difu), Berlin,
Telefon: 030/39001-115, E-Mail: libbe@difu.de

PD Dr. Thomas Kluge,
Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE), Frankfurt/M.,
Telefon: 069/707691918, E-Mail: kluge@isoe.de

Internet: www.networks-group.de

Hintergrund: Der Forschungsverbund netWORKS …
… entwickelt konzeptionell innovative und nachhaltige Lösungen für die Wasserver- und Abwasserentsorgung. Praxisbezogen erarbeitet netWORKS Entscheidungshilfen für Kommunen als Verantwortliche für die Festlegung und Erbringung von Leistungen der öffentlichen Daseinsvorsorge sowie für die diese Leistungen ausführenden (kommunalen) Ver- und Entsorgungsunternehmen bzw. -betriebe.

Initiiert vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) und dem Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) wird die Forschungsgruppe von verschiedenen Forschungseinrichtungen getragen (kooperierende Institute: Arbeitsgruppe für regionale Struktur- und Umweltforschung (ARSU), Oldenburg, Brandenburgische Technische Universität Cottbus (BTU), Institut für Städtebau und Landschaftsplanung, Lehrstuhl für Stadttechnik, Cottbus, COOPERATIVE Infrastruktur und Umwelt, Darmstadt, IWW Rheinisch-Westfälisches Institut für Wasserforschung gGMBH, Mühlheim a.d. Ruhr). Das Projekt „Sozial-ökologische Regulation netzgebundener Infrastruktursysteme“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Förderschwerpunkts „Sozial-ökologische Forschung“ gefördert. Im Forschungsverbund arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Ökonomie, Soziologie, Recht, Raumwissenschaft, Stadttechnik und Ökologie – je nach Projekt in unterschiedlicher institutioneller und fachlicher Zusammensetzung: www.networks-group.de.

Kurzinfo: Deutsches Institut für Urbanistik
Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu), Berlin, ist als größtes Stadtforschungsinstitut im deutschsprachigen Raum die Forschungs-, Fortbildungs- und Informationseinrichtung für Städte, Kommunalverbände und Planungsgemeinschaften. Ob Stadt- und Regionalentwicklung, Wirtschaftspolitik, Städtebau, Soziale Themen, Umwelt, Verkehr, Kultur, Recht, Verwaltungsthemen oder Kommunalfinanzen: Das 1973 gegründete unabhängige Institut bearbeitet ein umfangreiches Themenspektrum und beschäftigt sich auf wissenschaftlicher Ebene mit allen Aufgaben- und Problemstellungen, die die Kommunen heute und in Zukunft zu bewältigen haben. Rechtsträger ist der Verein für Kommunalwissenschaften e.V., der zur Sicherung und Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung durch Förderung der Kommunalwissenschaften gegründet wurde.

Der Text ist selbstverständlich frei zum Abdruck – über ein Belegexemplar bzw. einen Beleglink würden wir uns sehr freuen!

Pressekontakte:
Sybille Wenke-Thiem
Ltg. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Institut für Urbanistik (Difu)
Ernst-Reuter-Haus, Straße des 17. Juni 112, 10623 Berlin,
wenke-thiem@difu.de, www.difu.de
Telefon: 030/39001-209/-208, Telefax: 030/39001-130

Weitere Informationen:

http://www.difu.de
http://www.networks-group.de
http://www.kommunalweb.de

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news232107

 

Wasserbauer der Universität Siegen erforschen mittleren Meeresspiegelanstieg

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Kordula Lindner-Jarchow M.A., Presse- und Informationsstelle

Universität Siegen
25.10.2007     

Seit dem 01. Oktober 2007 bearbeiten die Wissenschaftler des Forschungsinstitutes Wasser und Umwelt (fwu) an der Universität Siegen unter der Leitung von Professor Dr.-Ing. Jürgen Jensen am Fachbereich Bauingenieurwesen ein Forschungsvorhaben mit dem Titel „Analyse von hochaufgelösten Tidewasserständen und Ermittlung des MSL an der deutschen Nordseeküste (AMSeL)“. Erstmalig wird in Deutschland der mittlere Meeresspiegel (MSL, als Ausgleich der Gezeitenwellen) und dessen Entwicklung über einen längeren Zeitraum an vielen repräsentativen Pegelstandorten der Nordsee untersucht. Hierzu werden hochaufgelöste Tidekurven, die an den deutschen Nordseepegeln bis heute aufgezeichneten wurden, ausgewertet.

Obwohl ein Meeresspiegelanstieg als Folge der letzten Eiszeit ein natürliches Phänomen ist, haben Forscher in den letzten Jahren nachgewiesen, dass er durch einen zusätzlich, von uns Menschen verursachten Klimawandel beschleunigt wird. Vor allem seit der Veröffentlichung des neuen Weltklimaberichtes des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) im Jahr 2007 wird der Thematik eine große Aufmerksamkeit geschenkt und verschiedenste Katastrophen¬szenarien werden öffentlich diskutiert.

Bild Nuet-Wissen-Meeresspiegelanstieg-1.JPG Übersicht der Pegelstandorte, die in die Untersuchungen zum MSL und dessen Entwicklung im Rahmen des Vorhabens AMSeL einbezogen werden sollen. Unten rechts ist der typische Verlauf einer (hochaufgelösten) Tidekurve dargestellt, wobei hier auch die Problematik der Binnenentwässerung bei zu hohen Tidewasserständen deutlich wird. 
Bild Nuet-Wissen-Meeresspiegelanstieg-2.JPG Entwickung des MSL zwischen den Jahren 1894 und 2005 im Mittel an den Pegeln der deutschen Nordseeinseln. Besonders seit dem Jahr 1950 ist ein dramatischer Anstieg der mittleren Wasserstände (18,5 cm / 100 Jahre) zu verzeichnen. Ziel des Vorhabens AMSeL ist es, Aussagen über die Entwicklungen in der Zukunft treffen zu können bzw. die Zahlen, die derzeit in der Öffentlichkeit, den Meeresspiegelanstieg betreffend, diskutiert werden, zu überprüfen. 

Mit den Ergebnissen von AMSeL wollen die Forscher der Universität Siegen nicht nur wesentlich genauere Aussagen zum zukünftig zu erwartenden Meeresspiegelanstieg treffen, sondern auch bestehende Klimamodelle und die daraus abgeleiteten Prognosen überprüfen sowie zukünftig stärker belastete Küstenabschnitte identifizieren, die es entsprechend zu schützen gilt. „Eine weitere Folge des mittleren Meeresspiegelanstiegs ist die erschwerte Entwässerung von tiefliegenden Gebieten hinter den Deichen, die so genannte Binnenentwässerung“, so der Projektleiter Prof. Jensen. Da die Entwässerung ohne die Unterstützung von Pumpen nur bei entsprechend niedrigen Wasserständen auf der Meeresseite der Deiche möglich ist, müssen in Zukunft unter Umständen größere Speicherräume geschaffen werden, um die anstehenden Wassermengen temporär aufnehmen zu können. Da diese Räume jedoch aufgrund bestehender Nutzungen in vielen Bereichen nicht ohne weiteres zur Verfügung stehen, soll auch diese Problematik in dem neuen Forschungsvorhaben näher untersucht werden.
Die Laufzeit des mit über 300.000 € vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsvorhabens soll drei Jahre betragen. Für die Bearbeitung wurde eigens eine Arbeitsgruppe bestehend aus mehreren Wissenschaftlern am Forschungsinstitut Wasser und Umwelt eingerichtet.

Weitere Informationen:

http://www.uni-siegen.de/fb10/fwu/wb/forschung/projekte/amsel/?lang=de

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news232336

Malachitgrün als Umweltkontaminante identifiziert

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BfR-Studie liefert weltweit erste Hinweise auf Hintergrundbelastung von Abwässern und kommunalen Gewässern

Bild Nuet-Wissen-Malachit-J.jpg Malachitgrün wird bei Zierfischen häufig als Tierarzneimittel eingesetzt. Bei Fischen, die für den menschlichen Verzehr bestimmt sind, darf es nicht angewendet werden, hier gilt das Prinzip der Nulltoleranz. Der Nachweis der Substanz wird als Hinweis auf einen illegalen Einsatz gewertet, die Fische dürfen nicht in den Verkehr gebracht werden. In einer Pilotstudie haben Wissenschaftler des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) nun allerdings erstmals nachgewiesen, dass auch unbehandelte freilebende Fische mit Malachitgrün belastet sein können. Sie untersuchten wild gefangene Aale aus Berliner Binnengewässern auf Rückstände von Malachitgrün und wiesen diese in 20 von 40 Proben nach. Alle positiv getesteten Proben stammten aus Gewässern, in die gereinigtes Abwasser aus Kläranlagen eingeleitet wird. Für das BfR ist dies ein deutlicher Hinweis darauf, dass Malachitgrün inzwischen als Umweltkontaminante anzusehen ist und aus der weiten Verbreitung eine Hintergrundbelastung des Abwassers und der kommunalen Gewässer resultiert. Angesichts dieser Situation wird darüber nachgedacht, ob das Prinzip der Nulltoleranz bei freilebenden Speisefischen aus Binnengewässern derzeit sinnvoll angewendet werden kann. „Unabhängig davon sollte die Belastung mit Malachitgrün minimiert werden“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Bei Fischen aus Aquakulturen befürworten wir die Beibehaltung des Nulltoleranz-Prinzips. Da sie unter kontrollierten Bedingungen gehalten werden, ist der Nachweis von Malachitgrün in derartigen Proben immer auch als Hinweis auf einen möglichen illegalen Einsatz des Tierarzneimittels zu werten“.

Malachitgrün ist ein Triphenylmethanfarbstoff. Er wurde bzw. wird sowohl als Farbstoff zur Färbung von synthetischen Fasern und von Seide eingesetzt als auch zum Färben von Leder und Papierprodukten. In der forensischen Medizin dient Malachitgrün zum Nachweis von Blutspuren. Außerdem wird der Stoff als Tierarzneimittel zur Behandlung von Zierfischen und Zierfischeiern gegen Parasiten, Pilzbefall und bakterielle Infektionen angewandt. Der Stoff steht im begründeten Verdacht, das Erbgut zu schädigen und Krebs auszulösen. Eine tägliche tolerierbare Aufnahmemenge kann bei solchen Stoffen nach dem gegenwärtigen Stand der Wissenschaft nicht abgeleitet werden.

Im Gegensatz zur Zierfischzucht und -haltung ist Malachitgrün zur Behandlung von lebensmittelliefernden Tieren wie Speisefischen nicht zugelassen. Hier gilt die Nulltoleranz: In Fischen und Fischprodukten, die für den menschlichen Verzehr bestimmt sind, darf Malachitgrün nicht enthalten sein. Schon Fische und Fischprodukte mit nur sehr geringen Malachitgrüngehalten sind als Lebensmittel nicht verkehrsfähig. Anders stellt sich die Situation bei in die EU importierten Aquakulturprodukten dar. Sie dürfen in den europäischen Mitgliedsstaaten verkauft werden, wenn die Rückstandsgehalte an Malachitgrün zwei Mikrogramm pro Kilogramm (µg/kg) unterschreiten. Dieser Eingreifwert wurde als Mindestanforderung (Minimum Required Performance Standard, MRPL-Wert) an international verwendete Analysenmethoden definiert und soll den internationalen Handel erleichtern. Der MRPL-Wert ist nicht toxikologisch abgeleitet und gilt nicht für Produkte, die nur innerhalb der EU gehandelt werden. Obwohl für sie in der EU die Nulltoleranz gilt, werden auch in Deutschland immer wieder Rückstände von Malachitgrün und seinem Abbauprodukt Leukomalachitgrün in Speisefischen oder auch in Fischrogen (Forellenkaviar) nachgewiesen wie beispielsweise im Jahr 2005 in fast 10 Prozent der Speisefischproben, die das Institut für Fischkunde in Cuxhaven im Rahmen der amtlichen Lebensmittelüberwachung untersuchte.

Bisher galten positive Befunde immer als Hinweis auf einen illegalen Einsatz von Malachitgrün als Tierarzneimittel in der Produktion von Speisefischen. Diese Situation hat sich durch die Ergebnisse der Pilotstudie des BfR geändert. In einer Untersuchung von wilden Aalen aus Berliner Binnengewässern wiesen die Wissenschaftler des Instituts nach, dass es sich bei Malachitgrünrückständen auch um eine Umweltkontamination handeln kann. Fast die Hälfte der gezogenen Proben wurde positiv auf Malachitgrün oder Leukomalachitgrün getestet. Allerdings waren die Gehalte sehr gering. Sie lagen je nach Fanggebiet zwischen 0,04 und 0,8 µg/kg Aalfilet. Die Rückstände waren nur in Proben von Fischen nachweisbar, die aus Gewässern stammen, in die Abwässer von Kläranlagen eingeleitet werden. Das BfR wertet dies als Beleg für eine Hintergrundbelastung solcher Gewässer mit Malachitgrün. Fische können den Stoff dann als Umweltkontaminante aufnehmen. Es wird vermutet, dass die Substanz aus verschiedenen Quellen wie z.B. Zierfischaquarien, Textilien oder Laboratorien stammt und über die gereinigten Abwässer aus kommunalen Kläranlagen in die Gewässer eingetragen wird.

Das gesundheitliche Risiko für Verbraucher, die derart belastete Aale einmalig oder gelegentlich verzehren, schätzt das Institut als sehr gering ein. Die weite Verbreitung von Malachitgrün in der Umwelt hält das BfR aufgrund der toxikologischen Eigenschaften des Stoffes trotzdem für bedenklich und fordert die Anwender von Malachitgrün auf, den Eintrag in die Umwelt zu minimieren. Ob das Prinzip der Nulltoleranz für einen Stoff, der als Tierarzneimittel nicht eingesetzt werden darf, gleichwohl aber als Umweltkontaminante in Gewässern verbreitet ist, auf freilebende Speisefische angewendet und aufrechterhalten werden sollte, bis Minimierungsmaßnahmen greifen, müssen die zuständigen Behörden diskutieren und entscheiden. Nach Ansicht des BfR sollten die Gehalte jedenfalls den MRPL-Wert von 2 µg/kg nicht überschreiten.

bfr-p 17/2007, 12.10.2007

Dokumente

Bewertung der Ergebnisse des Nationalen Rückstandskontrollplans 2006 (Gesundheitliche Bewertung Nr. 037/2007 des BfR vom 31.08.2007)
www.bfr.bund.de/cm/208/bewertung_der_ergebnisse_des_nationalen_rueckstandskontrollplans_2006.pdf

Collection and pre-selection of available data to be used for the risk assessment of malachite green residues by JECFA (BfR Expert Opinion No. 036/2007 vom 24.08.2007)
www.bfr.bund.de/cm/245/collection_and_pre_selection_of_available_data_to_be_used_for_the_risk_assessment_of_malachite_green_residues_by_jecfa.pdf

Prüfungsaufgaben

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Nutzen Sie die hier bereitgestellten Prüfungsaufgaben der Bayerischen Verwaltungsschule zum Üben und zur Überprüfung Ihres Kenntnisstandes. Diese Prüfungen basieren noch auf dem alten Stand der Prüfungsverordnung eignen sich dennoch zu Übungszwecken.

Meisterprüfung UT 2009 Grundlegende Qualifikationen (Düsseldorf)
https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/umwelttechnische_berufe/pruefungsaufgaben/abwassermeister-2009_grundlegende-qualifikationen.pdf
Meisterprüfung UT 2010 Grundlegende Qualifikationen (BVS)
http://www.bvs.de/fileadmin/mediapool/downloads/Produkte/Umwelt_und_Technik/Meister_UT/Meisterpruefungen/2010_mp_gq_lau.pdf
Meisterprüfung UT 2010 Handlungsspezifische Qualifikationen – Organisation (Düsseldorf)
https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/umwelttechnische_berufe/pruefungsaufgaben/abwassermeister-2010_organisation.pdf
Meisterprüfung UT 2010 Handlungsspezifische Qualifikationen –  Technik (Düsseldorf)
https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/umwelttechnische_berufe/pruefungsaufgaben/abwassermeister-2010_technik.pdf
Meisterprüfung UT 2014 Handlungsspezifische Qualifikationen – Organisation (Düsseldorf)
https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/umwelttechnische_berufe/pruefungsaufgaben/abwassermeister-2014_organisation.pdf

Informationen für Auszubildende

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Erläuterungen zu den Umwelttechnischen Berufen
http://www.ut-berufe.org/ 
Berufsinformationen Fachkraft für Abwasser – Informationen von der Bundesagentur für Arbeit (Berufenet)
http://infobub.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest=profession&prof-id=14755
Ausbildungsvertrag UT Berufe  – Muster der Bayerischen Verwaltungsschule
www.bvs.de/download/1/ausbildungsvertrag_ut_2006.doc
Ausbildungsplan Fachkraft für Abwassertechnik  – Formular für tabellarische Übersicht des betrieblichen Ausbildungsplans
www.bvs.de/download/1/ausbildungsplan_formular_fachkraftfuerabwassertechnik_aktuell.dot 
Ausbildungsverordnung mit Ausbildungsrahmenplan – Fachkraft für Abwasser
www.bvs.de/download/1/vo_ut_berufe_abwasser.pdf 
Berichtsheft – Muster für Berichtsheft
www.bvs.de/download/1/ausbildungsnachweis_berichtsheft_ut.doc
Gliederung und Bewertung der Abschlussprüfung – Gewichtung und Dauer der einzelnen Prüfungsbereiche
www.bvs.de/download/1/bewertung_pruefungsergebnisse_fk_ut.pdf 
Rahmenlehrplan mit Lernfeldern –  Übersicht über die Lernfelder mit Zielformulierung sowie Inhalte
http://www.ls-bw.de/beruf/lp/BS_Lernfelder/BS_Fachkraft-fuer-Abwassertechnik_03_3329.pdf
Änderungstarifvertrag Nr. 2 zum TVAöD – Besonderer Teil BBiG 
www.vka.de/media/exe/12/5701052c5601c77ee26a2b16d9c8d3c0/080723_2._aenderungstv_zum_tvaoed_-_bt_bbig.pdf 
Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes (TVAöD) Allgemeiner Teil
http://www.bib-info.de/fileadmin/media/Dokumente/Kommissionen/Kommission_Eingruppierung_und_Besoldung/Tarif_und_Besoldungsrecht/Azubis_Bund_Gemeinden/TVAauszubildende-AT.pdf
Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes (TVAöD) – Sonderzahlungen, Einmalzahlungen 
http://www.bib-info.de/fileadmin/media/Dokumente/Kommissionen/Kommission_Eingruppierung_und_Besoldung/Tarif_und_Besoldungsrecht/Azubis_Bund_Gemeinden/TVAoeD-AT-Anlage1-5.pdf
Berufsbildungsgesetz(BBiG) 
www.bmbf.de/pub/bbig_20050323.pdf 
Gesetz zum Schutz der arbeitenden Jugend(Jugendarbeitsschutzgesetz -JArbSchG)
www.bundesrecht.juris.de/bundesrecht/jarbschg/gesamt.pdf 

Sammlung von Prüfungsaufgaben

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Nutzen Sie die hier bereitgestellten Prüfungsaufgaben der Bayerischen Verwaltungsschule und der Bezirksregierung Düsseldorf zum Üben und zur Überprüfung Ihres Kenntnisstandes. Diskutieren Sie Ihre Lösungen mit anderen Auszubildenden oder Ihrem Ausbilder.

Zwischenprüfungen Fachkräfte UT Berufe
Abschlussprüfungen Fachkräfte UT Berufe
Abschlussprüfungen Elektro (Elektrofachkraft)

Zwischenprüfungen UT Berufe
 Zwischenprüfung Fachkräfte UT 2014 (schriftlicher Teil)
  https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/umwelttechnische_berufe/pruefungsaufgaben/ut-zwischenpruefung-2014_schriftlich.pdf
Zwischenprüfung Fachkräfte UT 2014 (Werkstoffbearbeitung)
  https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/umwelttechnische_berufe/pruefungsaufgaben/ut-zwischenpruefung-2014_werkstoff.pdf
Zwischenprüfung Fachkräfte UT 2014 (Labor)
  https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/umwelttechnische_berufe/pruefungsaufgaben/ut-zwischenpruefung-2014_labor.pdf
Zwischenprüfung Fachkräfte UT 2014 (Information und Dokumentation Teil 1)
  https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/umwelttechnische_berufe/pruefungsaufgaben/ut-zwischenpruefung-2014_id1.pdf
Zwischenprüfung Fachkräfte UT 2014 (Information und Dokumentation Teil 2)
  https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/umwelttechnische_berufe/pruefungsaufgaben/ut-zwischenpruefung-2014_id2.pdf
Zwischenprüfung Fachkräfte UT 2014 (Information und Dokumentation Teil 3)
  https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/umwelttechnische_berufe/pruefungsaufgaben/ut-zwischenpruefung-2014_id3.pdf
•  Zwischenprüfung Fachkräfte UT 2008
  http://www.bvs.de/fileadmin/mediapool/downloads/Produkte/Umwelt_und_Technik/FK_UT/ZP_Pruefungsaufgaben/2008_zp_ut.pdf
Zwischenprüfung Fachkräfte UT 2007
  http://www.bvs.de/fileadmin/mediapool/downloads/Produkte/Umwelt_und_Technik/FK_UT/ZP_Pruefungsaufgaben/2007_ZP_UT.pdf
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Abschlussprüfungen UT Berufe
Abschlussprüfung Fachkräfte UT Berufe 2014
  https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/umwelttechnische_berufe/pruefungsaufgaben/ut-abschlusspruefung-wi2014_awt_schriftlich.pdf
Abschlussprüfung Fachkräfte UT Berufe 2014
  http://www.bvs.de/fileadmin/mediapool/downloads/Produkte/Umwelt_und_Technik/FK_UT/AP_Pruefungsaufgaben/2014_AP_UT.pdf
•  Abschlussprüfung Fachkräfte UT Berufe 2011
  http://www.bvs.de/fileadmin/mediapool/downloads/Produkte/Umwelt_und_Technik/FK_UT/AP_Pruefungsaufgaben/2011_AP_UT.pdf
Abschlussprüfung Fachkräfte UT Berufe 2009
  http://www.bvs.de/fileadmin/mediapool/downloads/Produkte/Umwelt_und_Technik/FK_UT/AP_Pruefungsaufgaben/2009_ap_ut.pdf
Abschlussprüfung Fachkräfte UT Berufe 2008
  http://www.bvs.de/fileadmin/mediapool/downloads/Produkte/Umwelt_und_Technik/FK_UT/AP_Pruefungsaufgaben/2008_AP_UT.pdf
Bild 2pxmal5px.JPG
Abschlussprüfungen Elektrotechnisches Arbeiten
Abschlussprüfungen Elektrotechnisches Arbeiten  2014
  https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/umwelttechnische_berufe/pruefungsaufgaben/ut-abschlusspruefung-so2014_elektro-schriftlich.pdf
Abschlussprüfungen Elektrotechnisches Arbeiten  2014
  http://www.bvs.de/fileadmin/mediapool/downloads/Produkte/Umwelt_und_Technik/FK_UT/Elektro_Pruefungsaufgaben/2014_Elektro.pdf
Abschlussprüfungen Elektrotechnisches Arbeiten  2011
  http://www.bvs.de/fileadmin/mediapool/downloads/Produkte/Umwelt_und_Technik/FK_UT/Elektro_Pruefungsaufgaben/2011_elektro.pdf
Abschlussprüfungen Elektro (Elektrofachkraft 2009)
  http://www.bvs.de/fileadmin/mediapool/downloads/Produkte/Umwelt_und_Technik/FK_UT/Elektro_Pruefungsaufgaben/2009_elektro.pdf

 

Klimawandel kann zur Verbreitung von Krankheitsüberträgern führen

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Bild Nuet-Wissen-Klimawandel-J.JPGEuropäische Fachleute raten zur verstärkten Beobachtung, um frühzeitig Gefahren zu erkennen und handeln zu können

Martin Ittershagen, Pressestelle
Umweltbundesamt (UBA)
17.10.2007

Das Klima ist wesentlich für das Überleben und die Verbreitung von Krankheitserregern mit verantwortlich – auch für die Anzahl der im Freiland lebenden Überträger (Vektoren), beispielsweise Mücken, Zecken oder Nagetiere. So lautet das zentrale Ergebnis einer internationalen Tagung mit rund 140 Fachleuten, die das Umweltbundesamt (UBA) mit finanzieller Förderung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) in Berlin organisierte. Für die menschliche Gesundheit haben von Tieren übertragene Krankheiten eine besondere Bedeutung, weil im Freiland lebende Überträger unmittelbar auf klimatische Veränderungen reagieren. Mit dem Klimawandel steigt das Risiko, dass neue und teilweise gefährlichere Krankheiten in Deutschland heimisch werden könnten. Im Freiland lebende Überträger werden zudem über globale Transportwege in entfernte Regionen verschleppt. Treffen beispielsweise Mücken, Zecken oder Nagetiere am Ankunftsort auf für sie passende klimatische Bedingungen, Biotope und Wirte, so können sich die Überträger vermehren und verbreiten. Daher ist es nach Meinung der Expertinnen und Experten wichtig, auch in Deutschland systematisch im Freiland lebende Überträger zu überwachen (Vektorüberwachung). Nur so lassen sich mögliche Gefahren frühzeitig erkennen und Gegenmaßnahmen entwickeln.

Es gibt Anzeichen, dass einheimische Mücken- und Zeckenarten bereits auf die sich ändernden klimatischen Bedingungen reagieren. So verkürzen Zecken, die unter anderem Borreliose sowie Hirnhaut- und Gehirnentzündungen übertragen, regional ihre Winterruhephase. Infolge des letzten, milden Winters gab es dieses Jahr in Deutschland mehr Zecken. Mücken konnten zeitiger im Frühjahr erscheinen oder schneller ihre Entwicklung abschließen. Regional kam es diesen Sommer häufiger zu Mückenplagen. Eine in Deutschland neuerdings vereinzelt nachgewiesene Schmetterlingsmückenart überträgt die ursprünglich im Mittelmeerraum heimische Leishmaniose. In Deutschland erworbene Leishmanioseerkrankungen bei einem Kind und bei einigen Hunden zeigen, was geschehen kann, wenn bisher hier nicht heimische Vektoren und Krankheitserreger klimatisch passende Bedingungen vorfinden.
Auch für die Ausbreitung der Blauzungenkrankheit bei Wiederkäuern, hat der beobachtete Klimawandel eine wichtige Bedeutung bei der Ausbreitung von Nordafrika nach Süd- und Südwesteuropa. Die Temperaturabhängigkeit der Erreger sowie Verschleppungen, die mit Tiertransporten entstehen, gelten als wesentliche Ursachen dafür, dass sich die Erreger seit dem letzten Jahr in Belgien, den Niederlanden, in Deutschland und in England verbreiteten.
Um mögliche Gefahren frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen entwickeln zu können, halten es Klima- und Insektenforscher, Zoologen sowie Mediziner aus 14 europäischen Ländern für notwendig, die Vektorvorkommen systematisch zu überwachen. Die nationalen Überwachungsprogramme für übertragbare Krankheiten befassen sich bisher überwiegend mit den Erkrankungen des Menschen. Überwachungsprogramme für Überträger – wie Mücken oder Zecken – gibt es nur in einzelnen europäischen Ländern. In Deutschland fehlen sie. Sie sind aber nach Meinung der Fachleute erforderlich, um Gegenmaßnahmen frühzeitig mit Infektionsschutz und dem Umweltschutz in Einklang zu konzipieren und bei Bedarf anwenden zu können.
Ausführlichere Informationen zur Tagung „Vector-borne diseases: Impact of climate change on vectors and rodent reservoirs“ finden Sie im Internet unter: http://www.adelphi-consult.com/climate-and-vectors. Die Zusammenfassungen der Tagungsergebnisse stehen in Kürze auf der UBA-Homepage.
Informationen zum Kompetenzzentrum Klimafolgen und Anpassung am Umweltbundesamt (KOMPASS) finden Sie unter: http://www.anpassung.net/netzwerk/
Dessau-Roßlau, 17.10.2007

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news230813

Zwiespältige McKinsey-Studie zu Kosten des Klimaschutzes

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Bild Nuet-Wissen-Klimaschutz-J.JPGBerlin: Für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) liefert die heute vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) veröffentlichte McKinsey-Studie zu den Kosten des Klimaschutzes eine Reihe von Argumenten, warum sich die Industrie ambitionierten Klimaschutzmaßnahmen auf keinen Fall verweigern sollte. Absehbar sei jedoch auch, dass sich Wirtschaftszweige wie die Autoindustrie oder der Energiesektor verstärkten Umweltschutzmaßnahmen mit Hinweis auf die Studie auch künftig verweigern würden. Wenn McKinsey CO2-Minderungen von lediglich 26 bis 31 Prozent als kostengünstig bewerte, liege das daran, dass Schäden durch den Klimawandel und die Kosten notwendiger Schutzmaßnahmen völlig außer acht gelassen worden seien.

Angelika Zahrnt, BUND-Vorsitzende: „Die McKinsey-Studie ist nicht das Produkt einer Umweltorganisation und sie macht aus dem Bundesverband der Deutschen Industrie auch keine ökologische Veranstaltung. Trotzdem kann sie in einigen Bereichen einem effektiven Klimaschutz den Weg bereiten. Vor allem bei den Erneuerbaren Energien und bei der Gebäudesanierung hebt die Studie die Chancen hervor. Die Autohersteller und die Stromkonzerne aber werden sich hinter McKinsey verstecken, wenn von ihnen mehr Verantwortung für den Schutz der Umwelt verlangt wird.“

Der BDI werbe unter Berufung auf den Klimaschutz auch für längere Laufzeiten von Atomkraftwerken. Davon dürfe sich die Bundesregierung jedoch nicht erpressen lassen. Die erst wenige Wochen zurückliegende Pannen-Serie der Atomreaktoren in Krümmel und Brunsbüttel habe gezeigt, dass Atomkraftwerke unverantwortliche Risiken bergen. Hinzu komme, dass die Atomenergie den Ausbau erneuerbarer Energien und damit den Klimaschutz blockiere.

Große Lücken weise die McKinsey-Studie bei den Sparpotenzialen von Autos und den Ausbauchancen der klimafreundlichen Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) auf. So werde angenommen, dass technische Maßnahmen an Pkw deren CO2-Ausstoß lediglich um rund acht Millionen Tonnen pro Jahr verringern könnten. Dies blende die möglichen Minderungseffekte durch sparsame Autos vollständig aus. Auch der von McKinsey prognostizierte KWK-Ausbau bleibe hinter der vom BDI selbst abgegebenen Zusage zurück.

Zahrnt: „BDI-Präsident Jürgen Thumann sollte sich noch einmal die Prognos-Studie des Bundeswirtschaftsministeriums ansehen. Sie weist nach, dass auch bei einem Atomausstieg die CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent verringert werden können. Ein ambitionierter Klimaschutz ist nicht nur für den Schutz der Erdatmosphäre dringend erforderlich, auch die Wirtschaft würde davon profitieren.“

Pressekontakt:
Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer, Tel. 030-27586-431 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressestelle, Tel. 030-27586-425/-489, Fax: -449, Mobil: 0171-8311051, E-Mail: presse@bund.net  

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Berlin – Veröffentlicht von pressrelations

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