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Wasserbauer der Universität Siegen erforschen mittleren Meeresspiegelanstieg

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Kordula Lindner-Jarchow M.A., Presse- und Informationsstelle

Universität Siegen
25.10.2007     

Seit dem 01. Oktober 2007 bearbeiten die Wissenschaftler des Forschungsinstitutes Wasser und Umwelt (fwu) an der Universität Siegen unter der Leitung von Professor Dr.-Ing. Jürgen Jensen am Fachbereich Bauingenieurwesen ein Forschungsvorhaben mit dem Titel „Analyse von hochaufgelösten Tidewasserständen und Ermittlung des MSL an der deutschen Nordseeküste (AMSeL)“. Erstmalig wird in Deutschland der mittlere Meeresspiegel (MSL, als Ausgleich der Gezeitenwellen) und dessen Entwicklung über einen längeren Zeitraum an vielen repräsentativen Pegelstandorten der Nordsee untersucht. Hierzu werden hochaufgelöste Tidekurven, die an den deutschen Nordseepegeln bis heute aufgezeichneten wurden, ausgewertet.

Obwohl ein Meeresspiegelanstieg als Folge der letzten Eiszeit ein natürliches Phänomen ist, haben Forscher in den letzten Jahren nachgewiesen, dass er durch einen zusätzlich, von uns Menschen verursachten Klimawandel beschleunigt wird. Vor allem seit der Veröffentlichung des neuen Weltklimaberichtes des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) im Jahr 2007 wird der Thematik eine große Aufmerksamkeit geschenkt und verschiedenste Katastrophen¬szenarien werden öffentlich diskutiert.

Bild Nuet-Wissen-Meeresspiegelanstieg-1.JPG Übersicht der Pegelstandorte, die in die Untersuchungen zum MSL und dessen Entwicklung im Rahmen des Vorhabens AMSeL einbezogen werden sollen. Unten rechts ist der typische Verlauf einer (hochaufgelösten) Tidekurve dargestellt, wobei hier auch die Problematik der Binnenentwässerung bei zu hohen Tidewasserständen deutlich wird. 
Bild Nuet-Wissen-Meeresspiegelanstieg-2.JPG Entwickung des MSL zwischen den Jahren 1894 und 2005 im Mittel an den Pegeln der deutschen Nordseeinseln. Besonders seit dem Jahr 1950 ist ein dramatischer Anstieg der mittleren Wasserstände (18,5 cm / 100 Jahre) zu verzeichnen. Ziel des Vorhabens AMSeL ist es, Aussagen über die Entwicklungen in der Zukunft treffen zu können bzw. die Zahlen, die derzeit in der Öffentlichkeit, den Meeresspiegelanstieg betreffend, diskutiert werden, zu überprüfen. 

Mit den Ergebnissen von AMSeL wollen die Forscher der Universität Siegen nicht nur wesentlich genauere Aussagen zum zukünftig zu erwartenden Meeresspiegelanstieg treffen, sondern auch bestehende Klimamodelle und die daraus abgeleiteten Prognosen überprüfen sowie zukünftig stärker belastete Küstenabschnitte identifizieren, die es entsprechend zu schützen gilt. „Eine weitere Folge des mittleren Meeresspiegelanstiegs ist die erschwerte Entwässerung von tiefliegenden Gebieten hinter den Deichen, die so genannte Binnenentwässerung“, so der Projektleiter Prof. Jensen. Da die Entwässerung ohne die Unterstützung von Pumpen nur bei entsprechend niedrigen Wasserständen auf der Meeresseite der Deiche möglich ist, müssen in Zukunft unter Umständen größere Speicherräume geschaffen werden, um die anstehenden Wassermengen temporär aufnehmen zu können. Da diese Räume jedoch aufgrund bestehender Nutzungen in vielen Bereichen nicht ohne weiteres zur Verfügung stehen, soll auch diese Problematik in dem neuen Forschungsvorhaben näher untersucht werden.
Die Laufzeit des mit über 300.000 € vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsvorhabens soll drei Jahre betragen. Für die Bearbeitung wurde eigens eine Arbeitsgruppe bestehend aus mehreren Wissenschaftlern am Forschungsinstitut Wasser und Umwelt eingerichtet.

Weitere Informationen:

http://www.uni-siegen.de/fb10/fwu/wb/forschung/projekte/amsel/?lang=de

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news232336

Malachitgrün als Umweltkontaminante identifiziert

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BfR-Studie liefert weltweit erste Hinweise auf Hintergrundbelastung von Abwässern und kommunalen Gewässern

Bild Nuet-Wissen-Malachit-J.jpg Malachitgrün wird bei Zierfischen häufig als Tierarzneimittel eingesetzt. Bei Fischen, die für den menschlichen Verzehr bestimmt sind, darf es nicht angewendet werden, hier gilt das Prinzip der Nulltoleranz. Der Nachweis der Substanz wird als Hinweis auf einen illegalen Einsatz gewertet, die Fische dürfen nicht in den Verkehr gebracht werden. In einer Pilotstudie haben Wissenschaftler des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) nun allerdings erstmals nachgewiesen, dass auch unbehandelte freilebende Fische mit Malachitgrün belastet sein können. Sie untersuchten wild gefangene Aale aus Berliner Binnengewässern auf Rückstände von Malachitgrün und wiesen diese in 20 von 40 Proben nach. Alle positiv getesteten Proben stammten aus Gewässern, in die gereinigtes Abwasser aus Kläranlagen eingeleitet wird. Für das BfR ist dies ein deutlicher Hinweis darauf, dass Malachitgrün inzwischen als Umweltkontaminante anzusehen ist und aus der weiten Verbreitung eine Hintergrundbelastung des Abwassers und der kommunalen Gewässer resultiert. Angesichts dieser Situation wird darüber nachgedacht, ob das Prinzip der Nulltoleranz bei freilebenden Speisefischen aus Binnengewässern derzeit sinnvoll angewendet werden kann. „Unabhängig davon sollte die Belastung mit Malachitgrün minimiert werden“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Bei Fischen aus Aquakulturen befürworten wir die Beibehaltung des Nulltoleranz-Prinzips. Da sie unter kontrollierten Bedingungen gehalten werden, ist der Nachweis von Malachitgrün in derartigen Proben immer auch als Hinweis auf einen möglichen illegalen Einsatz des Tierarzneimittels zu werten“.

Malachitgrün ist ein Triphenylmethanfarbstoff. Er wurde bzw. wird sowohl als Farbstoff zur Färbung von synthetischen Fasern und von Seide eingesetzt als auch zum Färben von Leder und Papierprodukten. In der forensischen Medizin dient Malachitgrün zum Nachweis von Blutspuren. Außerdem wird der Stoff als Tierarzneimittel zur Behandlung von Zierfischen und Zierfischeiern gegen Parasiten, Pilzbefall und bakterielle Infektionen angewandt. Der Stoff steht im begründeten Verdacht, das Erbgut zu schädigen und Krebs auszulösen. Eine tägliche tolerierbare Aufnahmemenge kann bei solchen Stoffen nach dem gegenwärtigen Stand der Wissenschaft nicht abgeleitet werden.

Im Gegensatz zur Zierfischzucht und -haltung ist Malachitgrün zur Behandlung von lebensmittelliefernden Tieren wie Speisefischen nicht zugelassen. Hier gilt die Nulltoleranz: In Fischen und Fischprodukten, die für den menschlichen Verzehr bestimmt sind, darf Malachitgrün nicht enthalten sein. Schon Fische und Fischprodukte mit nur sehr geringen Malachitgrüngehalten sind als Lebensmittel nicht verkehrsfähig. Anders stellt sich die Situation bei in die EU importierten Aquakulturprodukten dar. Sie dürfen in den europäischen Mitgliedsstaaten verkauft werden, wenn die Rückstandsgehalte an Malachitgrün zwei Mikrogramm pro Kilogramm (µg/kg) unterschreiten. Dieser Eingreifwert wurde als Mindestanforderung (Minimum Required Performance Standard, MRPL-Wert) an international verwendete Analysenmethoden definiert und soll den internationalen Handel erleichtern. Der MRPL-Wert ist nicht toxikologisch abgeleitet und gilt nicht für Produkte, die nur innerhalb der EU gehandelt werden. Obwohl für sie in der EU die Nulltoleranz gilt, werden auch in Deutschland immer wieder Rückstände von Malachitgrün und seinem Abbauprodukt Leukomalachitgrün in Speisefischen oder auch in Fischrogen (Forellenkaviar) nachgewiesen wie beispielsweise im Jahr 2005 in fast 10 Prozent der Speisefischproben, die das Institut für Fischkunde in Cuxhaven im Rahmen der amtlichen Lebensmittelüberwachung untersuchte.

Bisher galten positive Befunde immer als Hinweis auf einen illegalen Einsatz von Malachitgrün als Tierarzneimittel in der Produktion von Speisefischen. Diese Situation hat sich durch die Ergebnisse der Pilotstudie des BfR geändert. In einer Untersuchung von wilden Aalen aus Berliner Binnengewässern wiesen die Wissenschaftler des Instituts nach, dass es sich bei Malachitgrünrückständen auch um eine Umweltkontamination handeln kann. Fast die Hälfte der gezogenen Proben wurde positiv auf Malachitgrün oder Leukomalachitgrün getestet. Allerdings waren die Gehalte sehr gering. Sie lagen je nach Fanggebiet zwischen 0,04 und 0,8 µg/kg Aalfilet. Die Rückstände waren nur in Proben von Fischen nachweisbar, die aus Gewässern stammen, in die Abwässer von Kläranlagen eingeleitet werden. Das BfR wertet dies als Beleg für eine Hintergrundbelastung solcher Gewässer mit Malachitgrün. Fische können den Stoff dann als Umweltkontaminante aufnehmen. Es wird vermutet, dass die Substanz aus verschiedenen Quellen wie z.B. Zierfischaquarien, Textilien oder Laboratorien stammt und über die gereinigten Abwässer aus kommunalen Kläranlagen in die Gewässer eingetragen wird.

Das gesundheitliche Risiko für Verbraucher, die derart belastete Aale einmalig oder gelegentlich verzehren, schätzt das Institut als sehr gering ein. Die weite Verbreitung von Malachitgrün in der Umwelt hält das BfR aufgrund der toxikologischen Eigenschaften des Stoffes trotzdem für bedenklich und fordert die Anwender von Malachitgrün auf, den Eintrag in die Umwelt zu minimieren. Ob das Prinzip der Nulltoleranz für einen Stoff, der als Tierarzneimittel nicht eingesetzt werden darf, gleichwohl aber als Umweltkontaminante in Gewässern verbreitet ist, auf freilebende Speisefische angewendet und aufrechterhalten werden sollte, bis Minimierungsmaßnahmen greifen, müssen die zuständigen Behörden diskutieren und entscheiden. Nach Ansicht des BfR sollten die Gehalte jedenfalls den MRPL-Wert von 2 µg/kg nicht überschreiten.

bfr-p 17/2007, 12.10.2007

Dokumente

Bewertung der Ergebnisse des Nationalen Rückstandskontrollplans 2006 (Gesundheitliche Bewertung Nr. 037/2007 des BfR vom 31.08.2007)
www.bfr.bund.de/cm/208/bewertung_der_ergebnisse_des_nationalen_rueckstandskontrollplans_2006.pdf

Collection and pre-selection of available data to be used for the risk assessment of malachite green residues by JECFA (BfR Expert Opinion No. 036/2007 vom 24.08.2007)
www.bfr.bund.de/cm/245/collection_and_pre_selection_of_available_data_to_be_used_for_the_risk_assessment_of_malachite_green_residues_by_jecfa.pdf

Prüfungsaufgaben

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Nutzen Sie die hier bereitgestellten Prüfungsaufgaben der Bayerischen Verwaltungsschule zum Üben und zur Überprüfung Ihres Kenntnisstandes. Diese Prüfungen basieren noch auf dem alten Stand der Prüfungsverordnung eignen sich dennoch zu Übungszwecken.

Meisterprüfung UT 2009 Grundlegende Qualifikationen (Düsseldorf)
https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/umwelttechnische_berufe/pruefungsaufgaben/abwassermeister-2009_grundlegende-qualifikationen.pdf
Meisterprüfung UT 2010 Grundlegende Qualifikationen (BVS)
http://www.bvs.de/fileadmin/mediapool/downloads/Produkte/Umwelt_und_Technik/Meister_UT/Meisterpruefungen/2010_mp_gq_lau.pdf
Meisterprüfung UT 2010 Handlungsspezifische Qualifikationen – Organisation (Düsseldorf)
https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/umwelttechnische_berufe/pruefungsaufgaben/abwassermeister-2010_organisation.pdf
Meisterprüfung UT 2010 Handlungsspezifische Qualifikationen –  Technik (Düsseldorf)
https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/umwelttechnische_berufe/pruefungsaufgaben/abwassermeister-2010_technik.pdf
Meisterprüfung UT 2014 Handlungsspezifische Qualifikationen – Organisation (Düsseldorf)
https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/umwelttechnische_berufe/pruefungsaufgaben/abwassermeister-2014_organisation.pdf

Informationen für Auszubildende

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Erläuterungen zu den Umwelttechnischen Berufen
http://www.ut-berufe.org/ 
Berufsinformationen Fachkraft für Abwasser – Informationen von der Bundesagentur für Arbeit (Berufenet)
http://infobub.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest=profession&prof-id=14755
Ausbildungsvertrag UT Berufe  – Muster der Bayerischen Verwaltungsschule
www.bvs.de/download/1/ausbildungsvertrag_ut_2006.doc
Ausbildungsplan Fachkraft für Abwassertechnik  – Formular für tabellarische Übersicht des betrieblichen Ausbildungsplans
www.bvs.de/download/1/ausbildungsplan_formular_fachkraftfuerabwassertechnik_aktuell.dot 
Ausbildungsverordnung mit Ausbildungsrahmenplan – Fachkraft für Abwasser
www.bvs.de/download/1/vo_ut_berufe_abwasser.pdf 
Berichtsheft – Muster für Berichtsheft
www.bvs.de/download/1/ausbildungsnachweis_berichtsheft_ut.doc
Gliederung und Bewertung der Abschlussprüfung – Gewichtung und Dauer der einzelnen Prüfungsbereiche
www.bvs.de/download/1/bewertung_pruefungsergebnisse_fk_ut.pdf 
Rahmenlehrplan mit Lernfeldern –  Übersicht über die Lernfelder mit Zielformulierung sowie Inhalte
http://www.ls-bw.de/beruf/lp/BS_Lernfelder/BS_Fachkraft-fuer-Abwassertechnik_03_3329.pdf
Änderungstarifvertrag Nr. 2 zum TVAöD – Besonderer Teil BBiG 
www.vka.de/media/exe/12/5701052c5601c77ee26a2b16d9c8d3c0/080723_2._aenderungstv_zum_tvaoed_-_bt_bbig.pdf 
Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes (TVAöD) Allgemeiner Teil
http://www.bib-info.de/fileadmin/media/Dokumente/Kommissionen/Kommission_Eingruppierung_und_Besoldung/Tarif_und_Besoldungsrecht/Azubis_Bund_Gemeinden/TVAauszubildende-AT.pdf
Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes (TVAöD) – Sonderzahlungen, Einmalzahlungen 
http://www.bib-info.de/fileadmin/media/Dokumente/Kommissionen/Kommission_Eingruppierung_und_Besoldung/Tarif_und_Besoldungsrecht/Azubis_Bund_Gemeinden/TVAoeD-AT-Anlage1-5.pdf
Berufsbildungsgesetz(BBiG) 
www.bmbf.de/pub/bbig_20050323.pdf 
Gesetz zum Schutz der arbeitenden Jugend(Jugendarbeitsschutzgesetz -JArbSchG)
www.bundesrecht.juris.de/bundesrecht/jarbschg/gesamt.pdf 

Sammlung von Prüfungsaufgaben

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Nutzen Sie die hier bereitgestellten Prüfungsaufgaben der Bayerischen Verwaltungsschule und der Bezirksregierung Düsseldorf zum Üben und zur Überprüfung Ihres Kenntnisstandes. Diskutieren Sie Ihre Lösungen mit anderen Auszubildenden oder Ihrem Ausbilder.

Zwischenprüfungen Fachkräfte UT Berufe
Abschlussprüfungen Fachkräfte UT Berufe
Abschlussprüfungen Elektro (Elektrofachkraft)

Zwischenprüfungen UT Berufe
 Zwischenprüfung Fachkräfte UT 2014 (schriftlicher Teil)
  https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/umwelttechnische_berufe/pruefungsaufgaben/ut-zwischenpruefung-2014_schriftlich.pdf
Zwischenprüfung Fachkräfte UT 2014 (Werkstoffbearbeitung)
  https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/umwelttechnische_berufe/pruefungsaufgaben/ut-zwischenpruefung-2014_werkstoff.pdf
Zwischenprüfung Fachkräfte UT 2014 (Labor)
  https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/umwelttechnische_berufe/pruefungsaufgaben/ut-zwischenpruefung-2014_labor.pdf
Zwischenprüfung Fachkräfte UT 2014 (Information und Dokumentation Teil 1)
  https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/umwelttechnische_berufe/pruefungsaufgaben/ut-zwischenpruefung-2014_id1.pdf
Zwischenprüfung Fachkräfte UT 2014 (Information und Dokumentation Teil 2)
  https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/umwelttechnische_berufe/pruefungsaufgaben/ut-zwischenpruefung-2014_id2.pdf
Zwischenprüfung Fachkräfte UT 2014 (Information und Dokumentation Teil 3)
  https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/umwelttechnische_berufe/pruefungsaufgaben/ut-zwischenpruefung-2014_id3.pdf
•  Zwischenprüfung Fachkräfte UT 2008
  http://www.bvs.de/fileadmin/mediapool/downloads/Produkte/Umwelt_und_Technik/FK_UT/ZP_Pruefungsaufgaben/2008_zp_ut.pdf
Zwischenprüfung Fachkräfte UT 2007
  http://www.bvs.de/fileadmin/mediapool/downloads/Produkte/Umwelt_und_Technik/FK_UT/ZP_Pruefungsaufgaben/2007_ZP_UT.pdf
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Abschlussprüfungen UT Berufe
Abschlussprüfung Fachkräfte UT Berufe 2014
  https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/umwelttechnische_berufe/pruefungsaufgaben/ut-abschlusspruefung-wi2014_awt_schriftlich.pdf
Abschlussprüfung Fachkräfte UT Berufe 2014
  http://www.bvs.de/fileadmin/mediapool/downloads/Produkte/Umwelt_und_Technik/FK_UT/AP_Pruefungsaufgaben/2014_AP_UT.pdf
•  Abschlussprüfung Fachkräfte UT Berufe 2011
  http://www.bvs.de/fileadmin/mediapool/downloads/Produkte/Umwelt_und_Technik/FK_UT/AP_Pruefungsaufgaben/2011_AP_UT.pdf
Abschlussprüfung Fachkräfte UT Berufe 2009
  http://www.bvs.de/fileadmin/mediapool/downloads/Produkte/Umwelt_und_Technik/FK_UT/AP_Pruefungsaufgaben/2009_ap_ut.pdf
Abschlussprüfung Fachkräfte UT Berufe 2008
  http://www.bvs.de/fileadmin/mediapool/downloads/Produkte/Umwelt_und_Technik/FK_UT/AP_Pruefungsaufgaben/2008_AP_UT.pdf
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Abschlussprüfungen Elektrotechnisches Arbeiten
Abschlussprüfungen Elektrotechnisches Arbeiten  2014
  https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/umwelttechnische_berufe/pruefungsaufgaben/ut-abschlusspruefung-so2014_elektro-schriftlich.pdf
Abschlussprüfungen Elektrotechnisches Arbeiten  2014
  http://www.bvs.de/fileadmin/mediapool/downloads/Produkte/Umwelt_und_Technik/FK_UT/Elektro_Pruefungsaufgaben/2014_Elektro.pdf
Abschlussprüfungen Elektrotechnisches Arbeiten  2011
  http://www.bvs.de/fileadmin/mediapool/downloads/Produkte/Umwelt_und_Technik/FK_UT/Elektro_Pruefungsaufgaben/2011_elektro.pdf
Abschlussprüfungen Elektro (Elektrofachkraft 2009)
  http://www.bvs.de/fileadmin/mediapool/downloads/Produkte/Umwelt_und_Technik/FK_UT/Elektro_Pruefungsaufgaben/2009_elektro.pdf

 

Klimawandel kann zur Verbreitung von Krankheitsüberträgern führen

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Bild Nuet-Wissen-Klimawandel-J.JPGEuropäische Fachleute raten zur verstärkten Beobachtung, um frühzeitig Gefahren zu erkennen und handeln zu können

Martin Ittershagen, Pressestelle
Umweltbundesamt (UBA)
17.10.2007

Das Klima ist wesentlich für das Überleben und die Verbreitung von Krankheitserregern mit verantwortlich – auch für die Anzahl der im Freiland lebenden Überträger (Vektoren), beispielsweise Mücken, Zecken oder Nagetiere. So lautet das zentrale Ergebnis einer internationalen Tagung mit rund 140 Fachleuten, die das Umweltbundesamt (UBA) mit finanzieller Förderung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) in Berlin organisierte. Für die menschliche Gesundheit haben von Tieren übertragene Krankheiten eine besondere Bedeutung, weil im Freiland lebende Überträger unmittelbar auf klimatische Veränderungen reagieren. Mit dem Klimawandel steigt das Risiko, dass neue und teilweise gefährlichere Krankheiten in Deutschland heimisch werden könnten. Im Freiland lebende Überträger werden zudem über globale Transportwege in entfernte Regionen verschleppt. Treffen beispielsweise Mücken, Zecken oder Nagetiere am Ankunftsort auf für sie passende klimatische Bedingungen, Biotope und Wirte, so können sich die Überträger vermehren und verbreiten. Daher ist es nach Meinung der Expertinnen und Experten wichtig, auch in Deutschland systematisch im Freiland lebende Überträger zu überwachen (Vektorüberwachung). Nur so lassen sich mögliche Gefahren frühzeitig erkennen und Gegenmaßnahmen entwickeln.

Es gibt Anzeichen, dass einheimische Mücken- und Zeckenarten bereits auf die sich ändernden klimatischen Bedingungen reagieren. So verkürzen Zecken, die unter anderem Borreliose sowie Hirnhaut- und Gehirnentzündungen übertragen, regional ihre Winterruhephase. Infolge des letzten, milden Winters gab es dieses Jahr in Deutschland mehr Zecken. Mücken konnten zeitiger im Frühjahr erscheinen oder schneller ihre Entwicklung abschließen. Regional kam es diesen Sommer häufiger zu Mückenplagen. Eine in Deutschland neuerdings vereinzelt nachgewiesene Schmetterlingsmückenart überträgt die ursprünglich im Mittelmeerraum heimische Leishmaniose. In Deutschland erworbene Leishmanioseerkrankungen bei einem Kind und bei einigen Hunden zeigen, was geschehen kann, wenn bisher hier nicht heimische Vektoren und Krankheitserreger klimatisch passende Bedingungen vorfinden.
Auch für die Ausbreitung der Blauzungenkrankheit bei Wiederkäuern, hat der beobachtete Klimawandel eine wichtige Bedeutung bei der Ausbreitung von Nordafrika nach Süd- und Südwesteuropa. Die Temperaturabhängigkeit der Erreger sowie Verschleppungen, die mit Tiertransporten entstehen, gelten als wesentliche Ursachen dafür, dass sich die Erreger seit dem letzten Jahr in Belgien, den Niederlanden, in Deutschland und in England verbreiteten.
Um mögliche Gefahren frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen entwickeln zu können, halten es Klima- und Insektenforscher, Zoologen sowie Mediziner aus 14 europäischen Ländern für notwendig, die Vektorvorkommen systematisch zu überwachen. Die nationalen Überwachungsprogramme für übertragbare Krankheiten befassen sich bisher überwiegend mit den Erkrankungen des Menschen. Überwachungsprogramme für Überträger – wie Mücken oder Zecken – gibt es nur in einzelnen europäischen Ländern. In Deutschland fehlen sie. Sie sind aber nach Meinung der Fachleute erforderlich, um Gegenmaßnahmen frühzeitig mit Infektionsschutz und dem Umweltschutz in Einklang zu konzipieren und bei Bedarf anwenden zu können.
Ausführlichere Informationen zur Tagung „Vector-borne diseases: Impact of climate change on vectors and rodent reservoirs“ finden Sie im Internet unter: http://www.adelphi-consult.com/climate-and-vectors. Die Zusammenfassungen der Tagungsergebnisse stehen in Kürze auf der UBA-Homepage.
Informationen zum Kompetenzzentrum Klimafolgen und Anpassung am Umweltbundesamt (KOMPASS) finden Sie unter: http://www.anpassung.net/netzwerk/
Dessau-Roßlau, 17.10.2007

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news230813

Zwiespältige McKinsey-Studie zu Kosten des Klimaschutzes

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Bild Nuet-Wissen-Klimaschutz-J.JPGBerlin: Für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) liefert die heute vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) veröffentlichte McKinsey-Studie zu den Kosten des Klimaschutzes eine Reihe von Argumenten, warum sich die Industrie ambitionierten Klimaschutzmaßnahmen auf keinen Fall verweigern sollte. Absehbar sei jedoch auch, dass sich Wirtschaftszweige wie die Autoindustrie oder der Energiesektor verstärkten Umweltschutzmaßnahmen mit Hinweis auf die Studie auch künftig verweigern würden. Wenn McKinsey CO2-Minderungen von lediglich 26 bis 31 Prozent als kostengünstig bewerte, liege das daran, dass Schäden durch den Klimawandel und die Kosten notwendiger Schutzmaßnahmen völlig außer acht gelassen worden seien.

Angelika Zahrnt, BUND-Vorsitzende: „Die McKinsey-Studie ist nicht das Produkt einer Umweltorganisation und sie macht aus dem Bundesverband der Deutschen Industrie auch keine ökologische Veranstaltung. Trotzdem kann sie in einigen Bereichen einem effektiven Klimaschutz den Weg bereiten. Vor allem bei den Erneuerbaren Energien und bei der Gebäudesanierung hebt die Studie die Chancen hervor. Die Autohersteller und die Stromkonzerne aber werden sich hinter McKinsey verstecken, wenn von ihnen mehr Verantwortung für den Schutz der Umwelt verlangt wird.“

Der BDI werbe unter Berufung auf den Klimaschutz auch für längere Laufzeiten von Atomkraftwerken. Davon dürfe sich die Bundesregierung jedoch nicht erpressen lassen. Die erst wenige Wochen zurückliegende Pannen-Serie der Atomreaktoren in Krümmel und Brunsbüttel habe gezeigt, dass Atomkraftwerke unverantwortliche Risiken bergen. Hinzu komme, dass die Atomenergie den Ausbau erneuerbarer Energien und damit den Klimaschutz blockiere.

Große Lücken weise die McKinsey-Studie bei den Sparpotenzialen von Autos und den Ausbauchancen der klimafreundlichen Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) auf. So werde angenommen, dass technische Maßnahmen an Pkw deren CO2-Ausstoß lediglich um rund acht Millionen Tonnen pro Jahr verringern könnten. Dies blende die möglichen Minderungseffekte durch sparsame Autos vollständig aus. Auch der von McKinsey prognostizierte KWK-Ausbau bleibe hinter der vom BDI selbst abgegebenen Zusage zurück.

Zahrnt: „BDI-Präsident Jürgen Thumann sollte sich noch einmal die Prognos-Studie des Bundeswirtschaftsministeriums ansehen. Sie weist nach, dass auch bei einem Atomausstieg die CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent verringert werden können. Ein ambitionierter Klimaschutz ist nicht nur für den Schutz der Erdatmosphäre dringend erforderlich, auch die Wirtschaft würde davon profitieren.“

Pressekontakt:
Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer, Tel. 030-27586-431 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressestelle, Tel. 030-27586-425/-489, Fax: -449, Mobil: 0171-8311051, E-Mail: presse@bund.net  

www.bund.net

Berlin – Veröffentlicht von pressrelations

Link zur Pressemitteilung: http://www.pressrelations.de/new/standard/dereferrer.cfm?r=297476

Bakterien in Biofilmen halten Uran fest

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Uran kommt in unserer Umwelt natürlich vor. In dicht besiedelten Regionen wie Sachsen, wo lange Jahre Uranerz abgebaut wurde, ist es besonders wichtig zu wissen, wie sich Uran in der Natur ausbreitet. Neueste Untersuchungen im Forschungszentrum Dresden-Rossendorf (FZD) belegen, dass Bakterien eine wichtige Rolle beim Transport von Uran in der Umwelt übernehmen können. Die Ergebnisse wurden vor kurzem im Fachjournal „Environmental Science & Technology“ veröffentlicht.

Bakterien sind keine Einzelgänger, vielmehr sind 99 Prozent aller Bakterien in Biofilmen organisiert. Typische Biofilme sind Zahnbeläge oder schleimige Überzüge auf in Gewässer befindlichen Steinen. Biofilme sind allgegenwärtig und treten insbesondere an Grenzflächen zwischen fest und flüssig auf. Ein Biofilm besteht zu 50 bis 95 % aus Wasser. Der Rest setzt sich aus Mikroorganismen und organischen Makromolekülen zusammen. In Biofilmen findet man sehr komplexe und zugleich gut aufeinander abgestimmte Lebensgemeinschaften von Mikroorganismen vor. Dabei kann es zur Ausbildung von Nischen mit unterschiedlichen geochemischen Parametern (z. B. pH-Wert, gelöste Sauerstoffkonzentration) innerhalb des Biofilms kommen. Biofilme sind von Wasserkanälen durchzogen, auf denen den Bakterien Nährstoffe zugeführt und deren Ausscheidungen abtransportiert werden. Auf diese Weise gelangen auch toxische Schwermetalle in den Biofilm und können dort zurückgehalten werden. Somit können Biofilme einen natürlichen Filter für Wasserreinigungs-Prozesse bilden.

Uran kann über das Transportmedium Wasser zu den Biofilmen gelangen. Hierbei spielt die Oxidationsstufe des Urans eine große Rolle: das sechswertige Uran ist wasserlöslich und somit mobil (im Zentrum dieser Verbindung steht das Uranyl-Ion UO22+ – das Uranatom ist von zwei Sauerstoffatomen umgeben), das vierwertige Uran dagegen ist kaum wasserlöslich. Wird das mobile Uran(VI) in einen solchen Biofilm geleitet, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es durch den Weg von der Oberfläche in das Innere des Biofilms chemisch in vierwertiges Uran umgewandelt wird. Bei dieser Reaktion gibt das Uran(VI) zwei Elektronen ab, allerdings war bisher der genaue Reaktionsvorgang unklar. Die ausgefeilten Analysetechniken, die im FZD zur Verfügung stehen, ermöglichten erstmals die genaue Untersuchung des chemischen Verhaltens von Uran in lebender Umgebung. So konnte die komplexe Wechselwirkung zwischen dem Schwermetall und den Bakterien, die in einem Biofilm leben, aufgedeckt werden. Dieses Wissen könnte in Zukunft dabei helfen, Konzepte für intelligente Sanierungsmaßnahmen zu erstellen.

Den Redox-Prozess von Uran in einem Biofilm hat ein Wissenschaftler-Team um Dr. Thuro Arnold im Forschungszentrum Dresden-Rossendorf in Kooperation mit Prof. Isolde Röske und Dr. Axel Wobus von der Technischen Universität Dresden nun erstmalig untersucht. Mit einem konfokalen Laser-Fluoreszenz-Mikroskop gelang es, die Reduktion von Uran(VI) zum Uran(V) zu visualisieren und spektroskopisch zu identifizieren. Die Forscher gaben zunächst einem der Natur nachempfundenen Biofilm eine wohldefinierte Lösung mit Uranyl(VI)-Ionen bei. Um Uran im Mikroskop sichtbar machen zu können, wird ausgenutzt, dass einige Uran-Verbindungen bei gezielter Laseranregung Lumineszenz zeigen, also nachleuchten. Einmalig ist das per Mikroskop entstandene Bild, auf dem sechs- und fünfwertiges Uran gleichzeitig zu sehen sind. Da Uran(V) nur kurze Zeit stabil ist, herrscht dieser Oxidationszustand nicht lange vor. Dr. Arnold: „Wir konnten nachweisen, dass die Umwandlung in wasserunlösliches Uran in zwei Etappen vor sich geht. Während der im Biofilm ablaufenden Reaktion gibt das sechswertige Uran erst ein Elektron ab, woraus das fünfwertige Uran entsteht. Für die weitere Umwandlung zum wasserunlöslichen Uran(IV) gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen kann das Uran(V) im Biofilm unter Abgabe eines zusätzlichen Elektrons weiter zu Uran (IV) reduziert oder aber in einem komplizierteren Prozess zu Uran(IV) und Uran (VI) umgewandelt werden. Da das im Biofilm entstandene vierwertige Uran quasi wasserunlöslich ist, fällt es aus und wird im Biofilm festgehalten.“

Eine besondere Leistung der Rossendorfer Wissenschaftler besteht zudem darin, dass sie gleichzeitig mit dem mikroskopischen Nachweis der Reduktion von Uran in einem Biofilm die genaue Wertigkeit der Uran-Verbindungen mit der Methode der Laser-Fluoreszenz-Spektroskopie nachweisen konnten. Dr. Arnold: „Wir wollen die von uns entdeckten Prozesse nun noch besser verstehen lernen, um dieses Wissen beispielsweise in intelligente Sanierungsprozesse einfließen zu lassen.“ Dafür werden derzeit die Untersuchungsgeräte weiter verfeinert und verbessert. Jetzt schon können Uran-Partikel und deren genaue chemische Form, in Biofilmen identifiziert werden. Bald schon sollen mit der Fluoreszenz-Spektroskopie auch zeitaufgelöste Informationen zu gelösten Uranverbindungen in Biofilmen möglich sein, so dass die Kombination der beiden Methoden dann sogar zur Untersuchung von Wechselwirkungen von Zellen mit fluoreszierenden Schwermetallen geeignet sein wird.

Veröffentlichung:
K. Großmann, T. Arnold, E. Krawczyk-Bärsch, S. Diessner, A. Wobus, G. Bernhard, R. Krawietz, „Identification of fluorescent U(V) and U(VI) Microparticles in a multispecies biofilm by Confocal Laser Scanning Microscopy and Fluorescence Spectroscopy „, in: Environmental Science & Technology, Vol. 41, No. 18: September 15, 2007.

Weitere Informationen:
Dr. Thuro Arnold
Forschungszentrum Dresden-Rossendorf (FZD)
Institut für Radiochemie
Tel.: +49 351 260 – 2432
Email: t.arnold@fzd.de

Prof. Dr. Isolde Röske
Technische Universität Dresden
Lehrstuhl für Angewandte Mikrobiologie
Tel.: +49 351 – 46 33 29 05
Email: roeske_i@rcs.urz.tu-dresden.de

Pressekontakt:
Dr. Christine Bohnet
Forschungszentrum Dresden-Rossendorf (FZD) – Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Bautzner Landstr. 128, 01328 Dresden
Tel.: 0351 260 – 2450 oder 0160 969 288 56
Fax: 0351 260 – 2700
Email: c.bohnet@fzd.de
http://www.fzd.de

Ein Bach voller unentdeckter Bakterien

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Wissenschaftler der Deutschen Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen (DSMZ) in Braunschweig haben in Niedersachsen neue Bakterienarten entdeckt.
Die sieben Neuisolate stammen aus dem Westerhöfer Bach im Harz und gehören den Gattungen Flavobacterium und Pedobacter an.

Dipl.-Biol. Milena Wozniczka , Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
DSMZ – Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH
22.10.2007  

Bild Nuet-Wissen-Bach-1.JPG Der Westerhöfer Bach im Harz war schon im Frühjahr Fundstätte einer neuen Bakteriengattung: vor einem halben Jahr haben die Braunschweiger Biologen dort Deefgea rivuli entdeckt.
Bemerkenswert ist der hohe Gehalt des Westerhöfer Bachs an Calcium und Magnesium, die ausfallenden Mineralsalze führen zur Bildung von Kalktuffgestein.
Untersuchungen zeigten, dass das Wasser unmittelbar an der Quelle mit seinen sehr geringen Keimzahlen nahezu steril ist. Im weiteren Verlauf des Fließgewässers finden sich zunehmend Bakterien, die vermutlich aus dem Uferbereich eingeschleppt werden. Prof. Dr. Erko Stackebrandt, wissenschaftlicher Geschäftsführer der DSMZ erklärt: „Dabei sehen wir in unseren Kulturschalen immer nur eine kleine Auswahl der tatsächlich vorhandenen bakteriellen Vielfalt. Bislang ist nur etwa ein Prozent aller Bakterien im Labor kultivierbar.“
Die Gattungen Flavobacterium und Pedobacter

Flavobakterien sind häufig gelblich gefärbt. Ihr natürliches Habitat ist weit gefächert, meist findet man sie in aquatischen Gebieten. So auch die neuen Bakterien: Flavobacterium aquidurense und Flavobacterium hercynium. Der Artname „aquidurense“ bezieht sich auf die Widerstandfähigkeit des Bakteriums gegenüber dem besonders harten Wasser des Bachs, „hercynium“ ist die lateinische Form des Harzgebirges. F. aquidurense wurde direkt von der Quelle isoliert, F. hercynium gegen Ende des 320 Meter langen Bachlaufs.

Vertreter der Gattung Pedobacter sind beweglich, meist unpigmentiert und erscheinen als Laborkultur durchscheinend weißlich. Mikroskopisch sind winzig kleinen Stäbchen von etwa 2 mal 0,8 µm (Millionstel Meter) zu erkennen. Die fünf neu entdeckten Arten tragen die Namen P. westerhofensis (aus Westerhof stammend), P. hartonius (zum Harz gehörig), P. duraquae (aus hartem Wasser), P. metabolipauper (mit dürftigem Stoffwechsel), und P. steynii (zu Ehren des Mikrobiologen P.L. Steyn, der die Gattung erstmals beschrieben hat).

Im Rahmen von „Braunschweig – Stadt der Wissenschaft 2007“ haben die ForschungRegion Braunschweig e.V. und die NORD/LB eine Praktikantenbörse für herausragende Abiturienten organisiert. An der DSMZ hat Anique Herling unter der Leitung von Dr. Sabine Gronow ein mikrobiologisches Praktikum absolviert. Gemeinsam haben sie ebenfalls den Westerhöfer Bach im Harz erkundet und dort Wasser- und Bodenproben entnommen. Ziel des dreiwöchigen Praktikums waren die „Feinde“ der Flavobakterien. „Es gibt Viren, die bestimmte Bakteriengruppen gezielt befallen. Diese so genannten Bakteriophagen haben wir untersucht“, erklärt die Biochemikerin Gronow. „Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen, aber wir arbeiten zurzeit an sechs Isolaten. Mit etwas Glück findet sich auch dort etwas Neues.“ Forscher müssen also gar nicht in die Tropen, um neue Arten zu entdecken. In Niedersachsen ist das auch vor der eigenen Haustür möglich.

Weitere Informationen:
http://www.dsmz.de – Informationen zur DSMZ in Braunschweig

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news231513

Neue Initiative zur Meeresforschung in der Europäischen Metropolregion Nordwestdeutschland gestartet

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Die Max-Planck-Gesellschaft und das Land Niedersachsen stärken die Meeresforschung in Nordwestdeutschland

Dr. Manfred Schloesser, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie
16.10.2007
 

Durch eine gemeinsame Initiative des Bremer Max-Planck-Instituts für marine Mikrobiologie (MPI) und der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg soll das meereswissenschaftliche Potenzial und die Ausstrahlung der Europäischen Metropolregion Nordwestdeutschland durch die Einrichtung von zwei selbständigen Nachwuchsgruppen weiter gestärkt werden. Unterstützt wird das auf 9 Jahre angelegte Projekt von der niedersächsischen Landesregierung, die wesentlich zur Finanzierung beiträgt. Organisatorisch gehören beide Gruppen dem Bremer Max-Planck-Institut an. Als Arbeitsort der Gruppen wurde aber bewusst das ICBM am Standort Oldenburg gewählt, an dem somit eine Außenstelle des Bremer MPIs entsteht. Oldenburg erhält so eine Forschungsstelle der Max-Planck-Gesellschaft (MPG).
Es war unter anderem die in den beiden Universitätsstädten Oldenburg und Bremen vorhandene wissenschaftliche Infrastruktur, die dazu führte, den Großraum Bremen als europäische Metropolregion am 28.04.2005 durch die Ministerkonferenz für Raumordnung anzuerkennen. Besonders enge Kontakte pflegen traditionell die in dieser Region ansässigen meereswissenschaftlichen Institutionen, wobei sich diese zunächst entlang von Süd-Nord-Achsen zwischen Bremen und Bremerhaven sowie Oldenburg und Wilhelmshaven entwickelten. In den zurückliegenden zehn Jahren sind fruchtbare Verbindungen auch länderübergreifend in Ost-West-Richtung gewachsen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Forschergruppe „Watt“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft, in der seit 7 Jahren Wissenschaftler des Instituts für die Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universität Oldenburg , des Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie (MPI) in Bremen sowie des Senckenberg-Instituts in Wilhelmshaven gemeinsam die Bedeutung von biologischen, chemischen und physikalischen Wechselwirkungen für die Entwicklung und Strukturierung des Lebensraums Wattenmeer erforschen.

Entsprechend dem Wunsch von ICBM Oldenburg und MPI Bremen wird die fachliche Ausrichtung der beiden selbständigen Nachwuchsgruppen komplementär zu den schon etablierten Fachrichtungen sein. Geplant ist, in der Meereschemie – konkret in den Bereichen „Organische Geochemie des Meeres“ und in „Anorganische Geochemie des Meeres“ – zwei jungen Forscherpersönlichkeiten im Rahmen des in der MPG bewährten Instrumentariums der selbständigen Nachwuchsgruppe beste Forschungsmöglichkeit zu eröffnen, so Max-Planck-Direktor Prof. Dr. Rudolf Amann. Die Unabhängigkeit und sehr gute Ausstattung der beiden Gruppen wird es ihren Leitern ermöglichen, bei voller wissenschaftlicher Freiheit Profilentwicklung auf höchstem Niveau zu betreiben.

Der Kandidatenauswahl soll noch im Dezember auf einem internationalen Symposium in Oldenburg erfolgen. Der Sicherstellung des wissenschaftlichen Erfolgs der Gruppen dient die regelmäßige Evaluierung durch den Fachbeirat des Max-Planck-Instituts für marine Mikrobiologie in Bremen. Dieses verwaltet die Gruppen und stellt seine wissenschaftlichen Einrichtungen zur Verfügung. Eine Einbindung in die Lehre ist über die Universität Oldenburg und die internationale Max-Planck-Forschungsschule für marine Mikrobiologie möglich.

Rückfragen bitte an den geschäftsführenden Direktor Prof. Dr. Rudolf Amann
MPI für Marine Mikrobiologie, Celsiusstr. 1, D-28359 Bremen
Telefon: 0421 2028 – 930; Fax: 0421 2028 – 790; E-Mail: ramann@mpi-bremen.de
oder an den Pressesprecher
Dr. Manfred Schlösser, Telefon: 0421- 2028704, E-Mail: mschloes@mpi-bremen.de

Weitere Informationen:
http://www.mpi-bremen.de Homepage des Max-Planck-Instituts für marine Mikrobiologie

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news230520