An der Biogasanlage in Lichtenau-Henglarn sind 400 bis 500 Kubikmeter Gülle-Silage-Gemisch an der Biogasanlage ausgelaufen und haben ein großes Fischsterben ausgelöst. Es wird von 2500-3000 kg toter Fische ausgegangen.
Ein Gutachter soll jetzt die genaue Ursache ermitteln. Bekannt wurde zunächst, dass sich die Steuerungsanlage der Biogasanlage selbstständig gemacht hatte. Der Landrat Manfred Müller erklärte, dass die Anlage sofort stillgelegt wurde und meinte, „angesichts dieses verheerenden Umweltschadens muss vor allem geprüft werden, ob und wie man solche Unglücke verhindern kann, beispielsweise durch erhöhte Auflagen oder die Verschärfung der Genehmigungsverfahren. “ Dies sei jedoch Aufgabe des Gesetzgebers.
Der Bürgermeister Wange aus Lichtenau erklärte, dass wegen der nicht unumstrittenen Akzeptanz der Biogasanlage im Alternautal, alles “ für eine uneingeschränkte Aufklärung des Falles “ getan werde.
Fische sterben nach Gülleunfall
Schwarzer Tod im Wattenmeer
WWF kritisiert schleichende Ölverschmutzung im Nationalpark Wattenmeer
Hamburg – Mehr als 1000 verölte Trauerenten und andere Seevögel wurden auf den Nordseeinseln Föhr und Amrum gesichtet. „Die Ölverschmutzung geht wahrscheinlich auf die illegale Reinigung von Tanks auf hoher See zurück“, vermutet Hans-Ulrich Rösner vom WWF Wattenmeerbüro. Die Überlebenschancen für die verölten Vögel sind gering. Das Öl verklebt das Gefieder und es verliert seine Isolationswirkung gegenüber dem kalten Wasser. Hinzu kommt die Wirkung der Giftstoffe, die die Vögel beim Putzen des Gefieders in den Magen aufnehmen. Die Erfahrung zeige, dass die Tiere nach Reinigungsversuchen sehr selten zu einem normalen Vogelleben zurückfinden können. Viele von ihnen seien bereits tot.
Die Untersuchungen des an den Stränden von Amrum und Föhr gefundenen Öls sind nicht abgeschlossen. Ein Schiffsunfall ist aktuell dort nicht bekannt geworden. In der Vergangenheit handelte es sich bei solchen Ölfunden fast immer um die Rückstände von Tankreinigungen bei Schiffen. Die sind in der Nordsee illegal. „ Noch immer gibt es in der Schifffahrt zu viele schwarze Schafe, die auf Kosten anderer ihren Dreck beseitigen“, so Rösner.
Der WWF begrüßt die Überwachung der deutschen Meeresgewässer aus der Luft, um Ölkriminelle bei ihren Taten zu entdecken. Auch wenn es im aktuellen Fall anscheinend nicht gelungen sei, die Täter ausfindig zu machen, würde man ohne diese Überwachungsflüge noch häufiger Öl und tote Vögel im Nationalpark und an den Stränden der Inseln beklagen müssen.
WWF Pressemitteilung vom 5.2.08
2006: 9,5 Millionen Liter wassergefährdende Stoffe bei Unfällen freigesetzt
WIESBADEN – Im Jahr 2006 ereigneten sich nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) insgesamt 2 175 Unfälle beim Umgang mit und bei der Beförderung von wassergefährdenden Stoffen. Dabei gelangten rund 9,5 Millionen Liter wassergefährdende Substanzen in die Umwelt – das entspricht etwa 730 befüllten Tanklastern. Während die Zahl der Unfälle gegenüber dem Vorjahr leicht zurückging (- 5,1%), stieg 2006 die freigesetzte Stoffmenge um 32,3%. Zu berücksichtigen ist dabei jedoch die Zufälligkeit des Unfallgeschehens und die damit freigesetzte Stoffmenge, die in den einzelnen Berichtsjahren stark schwankt.
Bei den gemeldeten Unfällen konnten 2006 mehr als 3,9 Millionen Liter wassergefährdende Stoffe durch Maßnahmen wie Abdichten schadhafter Behälter, Aufbringen von Bindemitteln, Einbringen von Sperren in Gewässern oder Löschen etwaiger Brände wiedergewonnen werden. Das ergab eine Wiedergewinnungsquote von 41% (2005: 49%). Bei den insgesamt 2 175 Unfällen wurden 744 600 Liter verunreinigte Substanzen der Wassergefährdungsklasse 2 (wassergefährdend) und 777 600 Liter der höchsten Wassergefährdungsklasse 3 (stark wassergefährdend) freigesetzt. Die Mengen führten hauptsächlich zu Verunreinigungen des Bodens und teilweise zu Mehrfachbelastungen des Wasserhaushaltes, aber auch zu Verschmutzungen von Kanalnetzen sowie von Oberflächengewässern.
Beim Umgang mit wassergefährdenden Stoffen ereigneten sich insgesamt 790 Unfälle, davon 545 Unfälle in Lageranlagen. Hierbei gelangten 5,5 Millionen Liter Schadstoffe wie Jauche, Gülle und Silagesickersaft von den Lageranlagen in die Umwelt. Etwa die Hälfte der freigesetzten Menge konnte wiedergewonnen werden. Diese Stoffe sind nicht in Wassergefährdungsklassen eingestuft, bergen jedoch wegen ihrer großen Mengen ein beträchtliches Gefährdungspotenzial für Grundwasser oder Gewässer.
Bei der Beförderung von wassergefährdenden Stoffen ereigneten sich 1 385 Unfälle und hier in erster Linie beim Transport mit Straßenfahrzeugen (94%). Dabei wurden 534 200 Liter wassergefährdende Substanzen freigesetzt. Überwiegend handelte es sich um Mineralölprodukte (320 100 Liter). Davon konnte knapp ein Drittel weder wiedergewonnen noch geordnet entsorgt werden und belastet somit dauerhaft den Wasserhaushalt. Besonders häufig tritt als Unfallursache menschliches Fehlverhalten bei der Beförderung von wassergefährdenden Stoffen auf. So wurden 576 Unfälle, knapp 42%, durch Verhaltensfehler verursacht
Statistisches Bundesamt
Pressemitteilung Nr. 052 vom 12.02.2008
Gemeinsames Europäisches Umweltinformationssystem
Die Europäische Kommission hat einen Vorschlag zur Schaffung eines Gemeinsamen Europäischen Umweltinformationssystems (SEIS) vorgelegt. Ziel des neuen Systems ist es, die derzeitigen Datensammlungs- und Informationsflüsse mit Hilfe von Internet und Satellitentechnologie besser zu verknüpfen. Zeitnahe, zuverlässige und zweckdienliche Daten zum Zustand der Umwelt sind eine entscheidende Voraussetzung für sinnvolle Maßnahmen. Hierzu zählen auch Informationen darüber, wie sich das Klima verändert, ob sich die Qualität der europäischen Gewässer verbessert oder wie die Natur auf Umweltverschmutzung und geänderte Landnutzung reagiert. Solche Informationen sollten jedem in leicht verständlicher Form zur Verfügung gestellt werden.
Hierzu erklärte Umweltkommissar Stavros Dimas: „Zeitnahe, zweckdienliche und zuverlässige Informationen über die Umwelt sind absolut unverzichtbar, wenn Entscheidungsträger auf die Umweltprobleme unserer Zeit reagieren sollen. Aber es geht nicht nur darum. Auch unsere Bürger haben das Recht zu wissen, wie die Luft- und Wasserqualität an ihrem Wohnort beschaffen ist, oder ob ihr Eigentum und ihre Lebensgrundlage durch Überschwemmungen, Dürre oder Umweltverschmutzung gefährdet sind. Deshalb müssen wir die Art und Weise verbessern, wie die Informationen über unsere Umwelt gesammelt, analysiert und vermittelt werden.“
Von den Hunderten Umweltschutzvorschriften, die in der EU in Kraft sind, enthalten über siebzig eine Verpflichtung der Mitgliedstaaten, über bestimmte Aspekte der Umwelt in ihrem Hoheitsgebiet zu berichten. Auf diese Weise wird EU-weit auf verschiedenen Verwaltungsebenen eine große Zahl von Umweltdaten gesammelt.
Diese Daten werden ausgewertet, um Entwicklungen und Belastungen der Umwelt zu untersuchen, und sie sind unverzichtbar, wenn Vorschriften erarbeitet werden sollen oder festgestellt werden soll, ob bestimmte Maßnahmen Wirkung zeigen oder vorschriftsmäßig angewandt werden. Gegenwärtig wird diese Fülle an Informationen weder zeitnah noch in einer Form, die Entscheidungsträger und Bürger ohne weiteres verstehen und anwenden können, bereitgestellt. Gründe hierfür sind Hindernisse rechtlicher, finanzieller, technischer und verfahrensspezifischer Art.
Mit dem Gemeinsamen Umweltinformationssystem (SEIS) sollen umweltrelevante Daten und Informationen EU-weit in Umweltdatenbanken gespeichert, virtuell verknüpft und untereinander kompatibel gemacht werden. Das SEIS ist in seiner vorgeschlagenen Form ein dezentrales, aber integriertes, internetgestütztes Informationssystem auf Basis eines Netzes von Anbietern öffentlicher Informationen, die Umweltdaten und -informationen untereinander austauschen.
Im Laufe des Jahres 2008 wird ein genauer Plan zur Einführung des SEIS vorgelegt. Dabei wird auf die bisherigen Bemühungen in Europa zum Schaffung integrierter Informationssysteme aufgebaut. Zu nennen sind hier insbesondere das Wasserinformationssystem für Europa (WISE), das Europäische Umweltinformations- und Umweltbeobachtungsnetz (EIONET) und die INSPIRE-Richtlinie von 2007 über den Zugang und die Interoperabilität von Raumdaten und die Globale Umwelt- und Sicherheitsüberwachung (GMES) für satellitengestützte Erdbeobachtungsdaten. Bislang gibt es jedoch noch keine integrierte Plattform, die alle diese Initiativen zu einem gemeinsamen, allgemein zugänglichen System verknüpft. Diese Lücke soll jetzt mit dem SEIS geschlossen werden.
Die finanzielle Unterstützung der EU, mit der die nationalen und regionalen Mittel zum Aufbau des SEIS ergänzt werden, erfolgt durch die Forschungsrahmenprogramme, das Finanzierungsinstrument der Gemeinschaft für die Umwelt (LIFE), das Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP) und die Strukturfonds.
05.02.2008 –
Was ist aus dem sauren Regen geworden? – Indikatoren machen Umweltqualität messbar
Säureeinträge in empfindliche Ökosysteme sinken weiter, noch keine Entwarnung bei den Stickstoffeinträgen / Aktualisierung der Umweltindikatoren im Internet
(Augsburg) +++ „Der Regen ist heute deutlich weniger sauer als vor 20 Jahren“ erläutert Albert Göttle, Präsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU), „allerdings haben wir die Zielmarge des Umweltindikators ‚Säureeintrag‘ noch nicht erreicht“. Diese Kennzahl ist mittlerweile nur noch halb so hoch wie 1985. Sie besteht aus zwei Komponenten, die sich jedoch unterschiedlich entwickelt haben: Während der Sulfateintrag nach Einführung der Rauchgasentschwefelung um 80 Prozent gesunken ist, stagniert die Abnahme des Stickstoff-Eintrags im 10-Jahres-Trend nun wieder. Weil dieser Stickstoff zudem wie ein Düngemittel wirkt, führen ihn die LfU-Fachleute als zusätzlichen Umweltindikator. Göttle: „Viele der wertvollsten Ökosysteme werden durch den Stickstoff aus der Luft gedüngt und damit stark verändert. Hier können wir noch keine Entwarnung geben“. Denn noch immer messen die LfU-Fachleute im Mittel pro Jahr mehr als zehn Kilogramm Stickstoffeintrag pro Hektar, während die empfindlichsten Biotope – beispielsweise nährstoffarme Moore – nicht einmal fünf Kilogramm vertragen können. Deshalb werden auch die tolerierbaren Säureeinträge immer noch deutlich überschritten, wie LfU-Messungen zeigen. +++
Die Indikatoren „Säureeintrag“ und „Stickstoffeintrag“ gehören zu einem Set von derzeit 20 Kennzahlen, die Umweltqualität messbar machen: Die Artengefährdung wird dabei ebenso berücksichtigt wie beispielsweise die Abwasserbeschaffenheit, die Luftqualität, der Straßenverkehrslärm oder Betriebe mit einem geprüften Umweltmanagement. Die Umweltindikatoren sind ein echtes Gemeinschaftswerk: Zwölf der Indikatoren berechnen die LfU-Fachleute aus eigenen Daten, für die übrigen Kenngrößen arbeiten sie mit anderen Behörden bayern- und bundesweit zusammen, ebenso bei der Weiterentwicklung des Indikatorensystems. Ziel ist es, Öffentlichkeit und Politik laufend über langfristige Entwicklungen zu informieren, den Erfolg von Umweltschutzmaßnahmen zu bewerten und weiteren Handlungsbedarf aufzuzeigen. Die Erarbeitung von Umweltindikatoren setzt die Vorgaben der Rio-Agenda 21 und den Aktionsplan von Johannesburg um. Zwischenzeitlich haben fast alle Bundesländer, aber auch europäische Regionen und sogar einzelne Kommunen solche Kenngrößen entwickelt. Ein bundesweit geltender Satz von Indikatoren soll künftig Ländervergleiche erleichtern. Die Indikatoren werden jährlich aktualisiert und im Internet veröffentlicht. Alle vier Jahre wird zusätzlich ein Umweltbericht erstellt.
Weitere Informationen
Umweltindikatoren:
www.lfu.bayern.de/themenuebergreifend/fachinformationen/umweltindikatoren/index.htm.
Umweltbericht Bayern zum kostenlosen Bestellen oder Download:
www.bestellen.bayern.de/shoplink/lfu_all_00058.htm.
Bayerisches Landesamt für Umwelt
Sekretariat
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Internet: www.lfu.bayern.de
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Dr. Thomas Henschel
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Telefax: 08 21 / 90 71 – 50 09
thomas.henschel@lfu.bayern.de
Rasterfahndung in der Kräuterapotheke
Wissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum analysieren systematisch die Inhaltsstoffe aus Heilpflanzen der traditionellen chinesischen Medizin, um neue Wirkstoffe gegen Krebs zu entdecken.
Krebs heilen mit Naturprodukten – ein Fall für Schamanen und Kräuterweibchen? Keineswegs, denn viele der in der Schulmedizin verwendeten Chemotherapien gegen Krebs sind Naturprodukte oder wurden aus natürlichen Ausgangsstoffen entwickelt. So stammen die bei Prostata- und Brustkrebs eingesetzten Taxane aus der Eibe. Der beliebte Bodendecker Madagaskar-Immergrün, der viele Vorgärten ziert, liefert die Vinca-Alkaloide, die etwa bei bösartigen Lymphomen wirksam sind. Die modernen Krebsmedikamente Topotecan und Irinotecan sind Abkömmlinge eines Inhaltsstoffs des in China beheimateten „Happy Tree“.
Auf der Suche nach neuen Wirkstoffen konzentrieren sich Ärzte und Wissenschaftler zunehmend auf Stoffe aus Pflanzen der traditionellen Heilkunde. Rund drei Viertel der heute gebräuchlichen natürlichen Pharmawirkstoffe entstammen Pflanzen der traditionellen Volksmedizin in verschiedenen Teilen der Welt. Es ist wahrscheinlicher, neue Substanzen mit interessantem Wirkprofil in traditionellen Heilpflanzen zu finden als in der Feld-, Wald- und Wiesenbotanik.
Prof. Dr. Thomas Efferth aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum konzentriert seine Wirkstoffsuche auf die Heilkräuter der traditionellen chinesischen Medizin, deren Anwendungsspektrum besonders gut dokumentiert ist. Gemeinsam mit Kollegen aus Mainz, Düsseldorf, Graz und Kunming in China startete er eine systematische Wirkstoffsuche in 76 chinesischen Medizinalpflanzen, denen Heilkraft gegen bösartige Tumoren oder Geschwulstkrankheiten zugeschrieben wird. Erste Ergebnisse dieser Studie wurden nun veröffentlicht.
Extrakte aus 18 der untersuchten Pflanzen hemmen das Wachstum einer Krebszell-Linie in der Kulturschale deutlich. „Mit dieser Erfolgsrate von rund 24 Prozent liegen wir weit über den Ergebnissen, die bei der Suche in großen chemischen Substanz-Bibliotheken zu erwarten wären“, erläutert Thomas Efferth.
Die Wissenschaftler trennten in der Folge alle wirksamen Extrakte immer weiter chemisch auf und verfolgten die wirksame Komponente nach jedem Trennschritt per Zelltest.
Die chemische Struktur der Wirkstoffe wird durch Kernspinresonanz- und Massenspektroskopie aufgeklärt. „Wir kombinieren hier Naturstoffforschung mit modernsten analytischen und molekularbiologischen Methoden“, erklärt Efferth. „Besonders vielversprechend erscheinende Pflanzeninhaltsstoffe werden sofort in weiterführenden Tests untersucht.“ Dazu gehören etwa Substanzen aus dem „Rangoon-Schlinger“, einer rot blühenden Zierpflanze, oder aus dem Rotwurzel-Salbei: Letzterer enthält drei Inhaltsstoffe mit starker Antitumorwirkung. Die Substanzen hemmten das Wachstum einer speziellen Tumorzelllinie, die durch die Überproduktion eines Transportproteins in der Zellwand besonders resistent gegen viele gängige Zellgifte ist. Ein ganzes Spektrum der Standard- Krebsmedikamente dagegen versagt bei dieser Zelle.
„Von den chemisch sehr vielfältigen Naturstoffen sind viele interessante, noch unbekannte Wirkmechanismen zu erwarten. Derzeit gleichen wir die Wirksamkeit der Substanzen auf 60 verschiedene Krebszelllinien mit den Genaktivitätsprofilen dieser Zellen ab. So können wir feststellen, welche Genprodukte das zelluläre Angriffsziel für unsere Wirkstoffe sind. Damit lassen sich möglicherweise ganz neue Achillesfersen der Krebszelle aufdecken“, beschreibt Efferth das weitere Vorgehen.
Thomas Efferth, Stefan Kahl, Kerstin Paulus, Michael Adams, Rolf Rauh, Herbert Boechzelt, Xiaojiang Hao, Bernd Kaina und Rudolf Bauer: Phytochemistry and Pharmacogenomics of Natural product derived from traditional chinese medica with activity against tumor cells. Molecular Cancer Therapy 7 (1) 2008, Seite 152
Das Deutsche Krebsforschungszentrum hat die Aufgabe, die Mechanismen der Krebsentstehung systematisch zu untersuchen und Krebsrisikofaktoren zu erfassen. Die Ergebnisse dieser Grundlagenforschung sollen zu neuen Ansätzen in Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen führen. Das Zentrum wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V.
Weitere Informationen:
Dr. Stefanie Seltmann, Stabsabteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
14.02.2008
Hochwasservorhersage mit neuem Internetauftritt
Magdeburg. Sie wollen wissen, wie hoch der Pegel an Elbe, Saale, Unstrut oder Bode ist? Sie möchten sich über die Prognosen und das Hochwasser informieren? Das ist ab sofort möglich – auf der neu gestalteten Internetseite der Hochwasservorhersage Sachsen-Anhalts.
Ein gut organisierter Hochwassermeldedienst schaffe die Voraussetzungen für das rechtzeitige Handeln Betroffener, so Umweltministerin Petra Wernicke: „Wer die richtigen Informationen hat, kann sich besser vor Hochwasser schützen.“ Nun könne man sich unabhängig von Tageszeit und Ort ein Bild über die Hochwassersituation in einer betroffenen Regionen Sachsen-Anhalts machen, so die Ministerin.
Das Internetportal bietet täglich Informationen über die aktuellen Wasserstände, Durchflüsse und Niederschläge an hochwasserrelevanten Pegeln des Landes und ausgewählter Pegel der Bundeswasserstraße sowie der Nachbarländer. Hochwasserwarnungen, Hochwasserinformationen, Prognosen und Hochwasserberichte halten über das Geschehen im Lande auf dem Laufenden. Darüber hinaus können Bürger Hinweise für die eigene Verhaltensvorsorge bei Hochwasser erhalten und erfahren Wissenswertes über den Hochwasserschutz in Sachsen-Anhalt.
Die Internetplattform kann unter www.hochwasservorhersage.sachsen-anhalt.de aufgerufen werden.
Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt – Pressemitteilung Nr.: 008/08
Magdeburg, den 19. Januar 2008
Ringversuche zur Betriebsanalytik auf Kläranlagen
Handlungsempfehlung zur Qualitätsgesicherten Eigenkontrolle zur Unterstützung der amtlichen Überwachung auf kommunalen Kläranlagen
Das Umweltministerium Baden-Württemberg hat in den o.g. Handlungsempfehlungen ein System vorgestellt, dessen Anwendung es den Betreibern von Kläranlagen ermöglicht, die Eigenkontrolle ihrer Anlage so aufzuwerten, dass die amtliche Überwachung auf ein Mindestmaß reduziert werden kann.
Dafür ist eine Qualitätssicherung der Eigenkontrollanalytik nach ATV A704 notwendig, die im Rahmen einer Begehung von unabhängigen Dritten überprüft wird. Zusätzlich ist der Nachweis über die erfolgreiche Teilnahme an den diesbezüglichen Ringversuchen der AQS Baden-Württemberg am ISWA zu erbringen.
Nähere Einzelheiten können der Handlungsempfehlung entnommen werden, die beim Umweltministerium Baden-Württemberg erhältlich ist.
http://www.um.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/1538/
Ringversuch
Die AQS Baden-Württemberg am ISWA führt einmal im Jahr einen Ringversuch zur Betriebsanalytik auf Kläranlagen durch. Folgende Parameter sind dabei zu bestimmen:
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CSB
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Gesamt-Stickstoff
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Nitrat-Stickstoff
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Ammonium-Stickstoff
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Gesamt-Phosphor
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TOC (optional)
Die Analysen sind in der Regel mit Betriebsmethoden durchzuführen.
Aus- und Bewertung
Die Aus- und Bewertung dieser Ringversuche richtet sich nach den Vorgaben der DIN 38402 – A45 und des LAWA- Merkblatts A-3 („Ringversuche zur externen Qualitätsprüfung von Laboratorien“ aus LAWA: AQS-Merkblätter zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung, Erich Schmidt Verlag).
Die Festlegung des Vorgabewertes erfolgt in der Regel auf der Basis des robusten Mittelwerts der Messergebnisse aller Teilnehmer. Der Ringversuchsleiter kann im Einzelfall die Vorgabewerte auch aus den Einwaagen der aufgestockten Proben berechnen. Dazu muss der Gehalt des Analyten in der verwendeten Matrix mit hoher Genauigkeit bekannt sein. Dieser Wert kann analog zum Verfahren der Standardaddition aus den Ergebnissen der Laboratorien und den Einwaagen ermittelt werden. Die für die Berechnung der ZU-Scores notwendige Standardabweichung ergibt sich ebenfalls aus den Messergebnissen der teilnehmenden Laboratorien. Wann immer möglich wird die in DIN 38402 – A45 beschriebene Varianzfunktion bei der Festsetzung der Zielstandardabweichung herangezogen.
Praktische Erfahrungen zur Vermeidung von MAP-Ablagerungen
In Verbindung mit der vermehrten Umstellung in der Schlammentwässerungstechnik von Kammerfilterpressen auf Zentrifugen und gezielter biologischer P-Elimination im Abwasserstrom, machen immer häufiger Kläranlagenbetreiber unangenehme Erfahrungen. In Pumpen, Rohrleitungen und anderen maschinentechnischen Einrichtungen bilden sich unter günstigen Verhältnissen kristalline Ablagerungen durch Magnesium-Ammonium-Phosphat, (geol. Struvit) kurz MAP genannt.
Auf einem Klärwerk mit einer Ausbaugröße von 260.000 EW verursachten diese MAP-Ablagerungen nach dem Umbau der Schlammentwässerung erhebliche Schwierigkeiten. Die dauerhafte Lösung dieser Probleme soll Gegenstand dieses Berichts sein und als möglicher gangbarer Weg für Kollegen mit ähnlich gelagerten Verhältnissen betrachtet werden.
Die Schlammentwässerungsanlage genannter Kläranlage wurde seit ihrer Inbetriebnahme Anfang der neunziger Jahre zur Konditionierung des ausgefaulten Schlammes klassisch mit Kalkhydrat und Eisenchlorid, später mit einem Eisen-Aluminium-Chlorid-Gemisch betrieben.
Mit der Umstellung der Maschinentechnik Anfang 2000 auf Hochleistungsdekanter war es notwendig, während der Abbau-Phase der Kammerfilterpressen die Schlammentwässerung mit einer Mietdekanter-Anlage aufrecht zu erhalten. Die Schlammkonditionierung erfolgte ab diesem Zeitpunkt mit Flockungshilfsmittel.
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Nach Abschluss der Umbaumaßnahme wurde der Mietdekanter an den Hersteller zurückgegeben. Bei der anschließenden Revision der Maschine wurde augenscheinlich, dass diese innen mit einer sehr dicken Kristallschicht hauptsächlich im Bereich des Zentratablaufes ausgekleidet war, die nur mechanisch entfernt werden konnte. |
Dieser Missstand wurde umgehend dem Klärwerkspersonal mitgeteilt. Dessen Erleichterung dahingehend, dass man in Zukunft bedingt durch die Umstellung der Schlammkonditionierung keine Kalkhydrat-Inkrustierungen mehr turnusmäßig aus den Rohrleitungen entfernen musste, wich der Erkenntnis dass man es nun mit einem erheblich größeren Problem zu tun hatte, da diese Ablagerungen sich nicht mit Kesselsteinlöser entfernen ließen.
Nach Inbetriebnahme der eigenen Zentrifugen mussten nun in einem Abstand von 6 bis 8 Tagen die Zentratförderpumpen, diverse Rückschlagklappen und die Zentratabläufe an den Entwässerungsmaschinen zum Teil mit Hammer und Meißel von der kristallinen Schicht befreit werden. Eine schnelle Lösung musste gefunden werden.
Da auch aus dem Kollegenkreis keine Tipps zur Ursache der Kristallbildung oder zur Art der abgelagerten Kristalle gegeben werden konnte, wurde Kontakt zu einer Firma aufgenommen, die in einer Fachzeitschrift aus sich aufmerksam machte.
Nach erstem Kontakt und Analyse der kristallinen Ablagerungen bestätigte sich, dass es sich dabei um das eingangs erwähnte MAP handelte. Die angebotene Lösung bestand darin, dass man durch Zugabe phosphonhaltiger Säuren bereits bestehende Ablagerungen lösen bzw neue vermeiden konnte.
Als positiv ist herauszustellen, dass sich nach nur kurzer Zeit die prognostizierten Erfolge hinsichtlich der Belagsverhinderung einstellten. Negativ war allerdings, dass sich die eingangs durch die Firma empirisch ermittelten und zu dosierenden „homöopatischen“ Verbrauchsmengen in der Praxis nicht bestätigten und der Kilopreis dieses Produkts exorbitant hoch war. Es musste also eine andere, preiswertere Alternative gefunden werde.
Diese erste Alternative stellte sich in Form eines Dauermagneten dar der, was bekannt ist, seine Wirkung in der Veränderung der Morphologie der MAP-Kristalle hat und sich dadurch Beläge gar nicht erst ausbilden können.
Eine Lösung des Problems schien gefunden zu sein bis sich in den darauf folgenden Sommermonaten und der sehr gut laufenden Bio-P-Elimination der Ortho-P- Anteil auf über 100mg/l im Faulschlamm erhöhte. Nach unserer jetziger Erkenntnis wirkt der Dauermagnet aber nur bis zu einer Konzentration von maximal 30 mg/l Ortho-P d.h. die unerwünschte Kristallbildung stellte sich erneut ein.
Die dauerhaft bessere Lösung schien, Maßnahmen zu ergreifen, die Kristallbildung durch Senkung der Ortho-P Konzentration schon vor der Zentrifuge zu verhindern.
Provisorisch wurde nun mit einer gemieteten, einstellbaren Kolbenmembran-Pumpe und einer einfachen Schlauchleitung herkömmliches Eisen3-sulfat nach der Beschickungspumpe der Zentrifuge zugegeben. Ein Erfolg dieser Maßnahme war schon nach wenigen Tagen sichtbar.
Nun musste man sich nur noch an die tatsächlich erforderlichen Fällmittel-Mengen herantasten. Diese bewegen sich seitdem, je nach Jahreszeit zwischen 0,8 und 2,5 l/m³ Faulschlamm. Der Ortho-P Gehalt im Zentratablauf der Zentrifuge sollte erfahrungsgemäß ganzjährig nicht mehr als 25 bis 30mg/l betragen und ein bis zweimal pro Woche kontrolliert werden, um die MAP-Bildung sicher zu verhindern. Zu erwähnen wäre noch, dass beim Einsatz von chloridhaltigen Fällmitteln vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden müssen, um Korrosion an der Dosierstelle zu verhindern.
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Das Provisorium wurde vor zwei Jahren in eine ordnungsgemäße, den geforderten Sicherheitsstandards entsprechende Dosieranlage überführt. Die mengenabhängige Zudosierung des Fällmittels in den Faulschlamm wurde mit FU-geregelten Pumpen verfeinert. |
Das Auftreten von MAP hervorgerufenen Pumpenausfällen und Leitungsinfarkten, konnte durch diese einfache und kostengünstige Lösung vollständig und zuverlässig verhindert werden.
Wenn Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Artikel haben, dann freuen wir uns auf Ihre E-Mail an Fachwissen@klaerwerk.info
Autor: AR
Garantierte Sicherheit: Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung zertifiziert
AWS GmbH erhält Urkunde für Technisches Sicherheitsmanagement
Die Bürgerinnen und Bürger in Bad Karlshafen können sicher sein, dass sie zuverlässig und wirtschaftlich mit Trinkwasser versorgt und vom Abwasser entsorgt werden. Die AWS GmbH erhielt heute in Anwesenheit von Bürgermeister Ullrich Otto für die technische Betriebsführung dieser Bereiche die Urkunde für Technisches Sicherheitsmanagement (TSM) von Dr. Wolfgang van Rienen, Geschäftsführer DVGW-Landesgruppe NRW sowie in DWA-Vertretung. Die Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) und die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA) haben die AWS-Betriebsführung für die Brunnen, das Wasserwerk und das Verteilungsnetz, das Abwassernetz, die Kläranlage sowie die Sonderbauwerke geprüft.
„Wir legen bei den Themen Qualität, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit hohe Maßstäbe an“, erläuterte AWS-Geschäftsführer Jochen Krüger. „Daher war es uns wichtig, dass wir uns dieser freiwilligen Prüfung mit bestem Ergebnis unterziehen.“ Um dieses Ziel zu erreichen, wurde in einem Zeitraum von rd. zwölf Monaten ein mehrere hundert Punkte umfassender, von den DWA- und DVGW-Kontrolleuren vorgelegter Fragenkatalog in einem aufwändigen Verfahren abgearbeitet. Als sowohl der organisatorische Teil als auch die fachspezifischen Wasser- und Abwasserbereiche untersucht und mögliche Verbesserungen durchgeführt worden waren, folgte im Herbst die zweitägige Prüfung vor Ort. Der Aufwand hat sich gelohnt: Die DWA- und DVGW-Prüfer bestätigten die fachliche Kompetenz, die qualifizierte Ausstattung und die professionelle Organisation der technischen Betriebsführung in allen Bereichen.
Dr. van Rienen: „Wir können der AWS zu den Bestnoten in der Organisation und der hohen Kompetenz im Trinkwasser- und Abwassermanagement nur gratulieren. Davon profitieren die Bad Karlshafener Bürgerinnen und Bürger in Form einer sicheren und wirtschaftlichen Versorgung.“ Alle fünf Jahre wird die Zertifizierung in Zukunft überprüft.











