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Solare Wasserdesinfektion auf dem Prüfstand

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Mit ihren negativen Aussagen über die Solare Trinkwasserdesinfektion SODIS – eine Methode, die mit Hilfe von Sonnenlicht und PET-Flaschen verkeimtes Trinkwasser desinfiziert – hat eine kürzlich veröffentlichte Studie [1] des Tropeninstituts Basel eine beträchtliche Medien-Resonanz ausgelöst. Die Forscher berichteten, dass Durchfallerkrankungen in einer Interventionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe nicht signifikant reduziert wurden.
Die Interventionsgruppe bestand sowohl aus SODIS Anwendern wie auch aus Nicht-Anwendern, wobei nur 30% der Familien in der Interventionsgruppe als SODIS Anwender klassifiziert wurden – und sogar nur 14% der Familien mit SODIS behandeltes Wasser tatsächlich konsumierten. Die Schlussfolgerung der Studie war, dass es mehr Forschung braucht, insbesondere einen direkten Vergleich zwischen SODIS und alternativen Methoden zur Trinkwasserbehandlung, bevor SODIS weiter verbreitet werden kann.
Bis 90% weniger Cholerafälle
Als SODIS Forscher und Botschafter der Anwendung der Methode, müssen wir dieser Schlussfolgerung widersprechen. Die Verbreitung von SODIS jetzt zu stoppen wäre falsch. Mehr als 3 Millionen Menschen in rund 30 Ländern weltweit verwenden SODIS zur Behandlung ihres Trinkwassers und reduzieren damit ihr Risiko für Durchfallerkrankungen. Mehrere wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass bei korrekter und konsistenter SODIS Anwendung ein positiver Effekt auf die Gesundheit erreicht wird. Eine in Kenia durchgeführte Studie [2] dokumentierte, dass unter den SODIS Anwendern während einer Epidemie im Projektgebiet 88% weniger Cholerafälle auftraten.
Richtig und konsequent anwenden
Eine bekannte Schwäche der Umsetzung der SODIS Methode ist, dass die Methode oft nicht konsequent angewandt wird oder dass nur ein Teil des konsumierten Wassers behandelt wird. Mit SODIS gewonnene Gesundheitsverbesserungen können auch durch schlechte hygienische und sanitäre Bedingungen wieder zunichte gemacht werden. Nichtsdestoweniger sind wir der Meinung, dass Leute nicht davon abgehalten werden sollten weiterhin SODIS zu verwenden oder die Anwendung neu aufzunehmen, solange keine andere Quelle für sauberes Trinkwasser zur Verfügung steht.
Weitere Forschung nötig

Mehr unter:
http://www.eawag.ch/medien/bulletin/20090819/index

Mikrobiologin der Universität Jena koordiniert neuen Forschungsverbund “Umbrella”

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„Man nehme“ – ähnlich einfach wie nach einem Kochbuch sollen sich künftig schwermetallbelastete Böden sanieren lassen: Je nach Art der Kontamination und der Bedingungen vor Ort, stellt man sich das beste „Sanierungsrezept“ zusammen – so das Ziel eines gerade gestarteten europaweiten Forschungsprojekts. „Umbrella“ (engl. Schirm) heißt das Forschungsvorhaben, das von der Friedrich-Schiller-Universität Jena aus koordiniert wird. „Umbrella“ steht dabei für Using MicroBes for the REgulation of heavy metaL mobiLity at ecosystem and landscape scale, was so viel bedeutet wie, die Schwermetallbelastung durch den Einsatz von Mikroben zu regulieren.
„Die Idee ist, dass wir eine Art Werkzeugkasten entwickeln, aus dem sich die Anwender das für sie am besten passende Werkzeug für die Sanierung belasteter Böden aussuchen“, sagt Prof. Dr. Erika Kothe von der Jenaer Universität. Die Professorin für Mikrobielle Phytopathologie koordiniert das internationale „Umbrella“-Team, das 13 Partner aus acht europäischen Ländern vereint. Im Rahmen des 7. Forschungsrahmenprogramms der EU wird das Projekt in den kommenden drei Jahren mit knapp 3 Millionen Euro gefördert. Neben dem Team von Prof. Kothe sind auch Geowissenschaftler in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Georg Büchel von der Jenaer Universität an „Umbrella“ beteiligt.
Mit „Werkzeug“ für die Bodensanierung meint Mikrobiologin Kothe natürlich Mikroorganismen. Das Prinzip ist einfach: Bakterien nehmen Schwermetalle – etwa Cadmium, Nickel oder Kupfer – aus dem Boden auf und speichern sie. „Damit sind die Giftstoffe für einige Zeit in den Mikroben gebunden und können nicht mehr in Flüsse und Grundwasser gelangen“, erklärt Prof. Kothe, wie der „Schirm“ gegen Schwermetalle im Boden funktioniert. Neben Mikroorganismen können auch Pflanzen Kontaminationen aufnehmen und so dem Boden entziehen.
Finden lassen sich solch nützliche Bakterien und Pflanzen überall dort, wo Schwermetalle im Boden vorkommen, etwa in den belasteten Böden der Wismutregion im ehemaligen Uranerzbergbaugebiet in Ostthüringen und Sachsen. Diese Organismen systematisch aufzuspüren und zu charakterisieren, darum wird es nun bei „Umbrella“ gehen. Doch nicht nur hier. „Europaweit wollen wir sechs ehemalige Bergbauregionen untersuchen“, so Prof. Kothe. Neben den Wismuthalden werden die Wissenschaftler auch belastete Gebiete in Rumänien, Schweden, Großbritannien, Polen und Italien unter die Lupe nehmen.
Zunächst geht es darum, diejenigen Mikroorganismen und Pflanzen zu identifizieren, die – unter den jeweiligen klimatischen, biologischen und geologischen Gegebenheiten – besonders effizient dem Boden Schwermetalle entziehen. „Langfristig wollen wir bestehende Sanierungsverfahren verbessern und verallgemeinern“, so Kothe. Bisherige Richtlinien würden oftmals Boden- und Gewässerschutz separat betrachten, bedauert die Mikrobiologin von der Jenaer Universität. „Ziel von Umbrella ist es, diese Trennung zu überwinden und Schwermetallverunreinigungen vom Ort ihres Entstehens über den Eintrag und Transport in Grundwasser und Flüsse im Zusammenhang zu sehen.“ Deshalb kooperieren nicht nur Wissenschaftler verschiedener Disziplinen im Umbrella-Verbund. Die Forscher arbeiten auch eng mit zuständigen Behörden zusammen, wie beispielsweise der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG).

Quelle: http://www.jenapolis.de/?p=29697&akst_action=share-this

Ziegelsteine aus dem Klärwerk

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Umweltinstitut an der Universität Witten/Herdecke entwickelt neuen Baustoff aus Klärwerksrückständen / EU-Förderung für Praxisanwendung

Das Institut für Umwelttechnik und Management an der Universität Witten/Herdecke (www.uni-wh-utm.de) entwickelt einen neuartigen Baustein „EcoBrick“. Er soll mit Energie und Reststoffen aus der Abwasserklärung hergestellt werden. Dadurch spart er bei der Herstellung mehr als 50 % Energie und 10 % Rohstoffe gegenüber konventionellen Bausteinen. Gleichzeitig sinken die Wärmeverluste gegenüber Kalksandsein oder Ziegelstein um mehr als 20 %, so dass sich der Energieverbrauch für die Gebäudeheizung reduziert. EcoBrick ist nicht nur für Deutschland interessant, sondern mehr noch für die europäischen Beitrittsstaaten und Schwellenländer weltweit. Dort boomt einerseits der Bausektor und gleichzeitig existiert noch keine geordnete Abwasserentsorgung oder Klärschlammbehandlung.

Bisher scheiterte die Rohstoff sparende Beimengung von Recyclingstoffen zu Ziegeln aus Ton, Beton oder Kalksandsteinen: Der Wasseranteil der Beimengung erhöhte den Energieverbrauch beim Brennen enorm oder die Zuschlagstoffe störten die chemische Reaktion beim Abbinden. Der technologische Durchbruch wurde durch eine Erfindung am Umweltinstitut an der Universität Witten/Herdecke erzielt. Anstatt das Recyclingmaterial direkt bei der Herstellung von Kalksandstein aus Sand, Kalk und Wasser einzumischen, wird erst ein Granulat aus schadstofffreiem, vorbehandeltem Klärschlamm mit Kalk und Sand produziert. Dieses Granulat kann dann im Kalksandstein verteilt werden, so dass sich die Produktqualität nicht verschlechtert. Farbe und Festigkeit sind nur unwesentlich verändert, ähnlich wie bei gutem Recyclingpapier. „Natürlich waren wir alle begeistert, als die ersten Prototypen aus dem Labor so gut aussahen“, so Professor Dr. Karl-Ulrich Rudolph vom Umweltinstitut an der Universität Witten/Herdecke. „Trotzdem wird es noch ein langer Weg sein, bis wir die grosstechnische Umsetzung unter industriellen Bedingungen getestet, optimiert und demonstriert haben“.

Das Umweltinstitut an der Universität Witten/Herdecke wird dabei durch das EU-Programm „EU-LIFE+“ mit 3,3 Mio. Euro gefördert. Die EU hat aus einer Vielzahl von Anträgen insgesamt 195 Projekte ausgewählt, darunter 18 aus Deutschland. Unter den 195 Siegern befanden sich nur acht Universitäten. Die Universität Witten/Herdecke hat als einzige deutsche Universität ein EU Life+ Projekt gewonnen und wurde gleichzeitig mit dem größten Vorhaben unter allen Universitäten Europas am höchsten prämiert.

Im EU-LIFE+-Programm fördert die Europäische Union die praxisorientierte Umsetzung innovativer Technologien und Methoden im Bereich Natur und Umweltschutz (http://ec.europa.eu/life). Die Universitäten konkurrieren hier direkt mit der Industrie und großen, zumeist staatlich geförderten Forschungsinstituten. Mehr als 50 % der Kosten müssen durch den Anwender oder Industriebeteiligte getragen werden, was in Zeiten der Wirtschaftskrise die „Latte der Anforderungen“ besonders hoch gehängt hat. Gefördert werden nur solche Projekte, die sich gesichert in der Praxis umsetzen lassen und gleichzeitig so deutliche technisch-ökologische Vorteile oder Kostenersparnisse bringen, dass sich ein industrieller Investor dafür findet. Projektpartner sind der mittelständische Kalksandsteinfabrikant Brinkhege Engineering aus Hilter, Osnabrück, und das Ver- und Entsorgungszentrum VEZ aus Freren im Emsland, der regional führende Klärschlammverwerter. Fachliche und finanzielle Unterstützung kommen außerdem von Aqua Europa, dem industriellen Fachverband aus Brüssel, und der Technischen Universität Prag.

Bereits vor zwei Jahren war die Universität Witten/Herdecke europaweit im EU-LIFE-Programm am erfolgreichsten und hatte mit 12,5 Mio. € Gesamtprojektvolumen das größte Vorhaben für den Wasserverband Wittlage gewonnen, und zwar für das Projekt „IWPM“ (Integrierte Abwasserbehandlung; www.eu-life-iwpm.de). Der Erfolg bei der Realisierung dieses Vorhabens war Voraussetzung dafür, dass das Umweltinstitut an der Universität Witten/Herdecke von der EU jetzt erneut gefördert wird. „Wenn es um die Kombination von Innovation und Anwendung geht, ist die Universität Witten/Herdecke aufgrund der Flexibilität und Praxisnähe hervorragend aufgestellt und international wettbewerbsfähig“, sagt der wissenschaftliche Geschäftsführer der Universität Witten/Herdecke, PD Dr. Martin Butzlaff.

Weitere Informationen am Institut für Umwelttechnik und Management an der Universität Witten/Herdecke (www.uni-wh-utm.de),
Prof. Dr. Dr. Rudolph oder Daniel Gregarek, Tel.: 02302 / 914 01 0, mail@professor-rudolph.de

Weitere Informationen:

http://www.uni-wh-utm.de

Kay Gropp, Pressestelle
Private Universität Witten/Herdecke gGmbH

Verlieren die Eigenkontrollvorschriften der Bundesländer ihre Rechtsgrundlage ?

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Eine Neues WHG: Prüf- und Sanierungspflicht für Grundstücksentwässerungen

Das neue Wasserhaushaltsgesetz (WHG) vom 31.07.2009, das am 06.08.2009 im Bundesanzeiger veröffentlicht wurde, hat für private Grundstücksbesitzer einschneidende Konsequenzen, was den Betrieb ihrer Abwasseranlagen angeht. Nicht nur, dass der neue § 60 WHG die Betreiberpflichten des alten § 18b WHG vollinhaltlich übernimmt und sie zudem noch eine ausdrückliche Sanierungspflicht ergänzt: In § 61 wird das Prinzip der Eigenkontrolle von Abwasseranlagen, das es bislang nur auf landesrechtlicher Ebene gab, nun bundesweit verbindlich festgeschrieben. Und zwar auch für private Grundstückseigentümer. Der Hintergrund: Nachdem das Projekt eines einheitlichen Umweltgesetzbuches des Bundes gescheitert ist, hat die Bundesregierung eine Reihe von Bundes- Fachgesetzen zum Umweltschutz auf den Weg gebracht, darunter ein neues Wasserhaushaltsgesetz (WHG).
Mit diesem Gesetz sind nicht nur neue Inhalte verbunden, sondern auch eine wichtige rechtssystematische Änderung. Künftig ist das Wasserrecht der Rahmengesetzgebung des Bundes entzogen – seine Inhalte haben nun Vorrang vor den vorhandene Landes-Wassergesetzen, solange die Länder nicht in nachträglichen Novellen ihrer Landeswassergesetze wiederum abweichende Regelungen treffen. Mit Inkrafttreten des WHG treten die derzeit geltenden Landeswassergesetze in den Teilen außer Kraft, in denen sie dem WHG entgegen bzw. in Konkurrenz zu ihm stehen (Art 31 GG) – solange nicht ein neues Landeswassergesetz den alten (oder einen abweichenden neuen) Zustand wiederherstellt („Vorrang des späteren Gesetzes“ nach Art 72 Abs. 3 S. 3 GG)! Die Länder könnten bestimmte Regelungen (z.B. § 61a LWG NRW) durch eine Novelle des Landeswasserrechts also durchaus absichern. Unbedingten Vorrang haben alle stoff- oder anlagenbezogenen Regelungen des WHG: sie sind vom Abweichungsrecht der Länder ausdrücklich ausgenommen!
Während das gesamte Gesetz sechs Monate nach Verkündung im Bundesanzeiger in Kraft tritt, werden einige wichtige Passagen des Gesetzes unmittelbar zum Zeitpunkt der Verkündung im Bundesanzeiger rechtskräftig -darunter § 61 Abs. 3, die Ermächtigungsgrundlage für eine Bundes-Eigenkontrollverordnung. Der Zeitverzug von sechs Monaten für die meisten Inhallte gibt den Ländern die Zeit zur Reaktion mit einem novellierten Landes-Wassergesetz im Sinne von Art 72 Abs. 3 S. 3 GG. Für § 61 Abs. 3 (Ermächtigung für eine Bundes-Eigenüberwachungsverordnung) wurde diese Zeitspanne nicht eingeräumt. Hier ein sofortiger WHG-Vorrang ein bzw. ist am 07.08.2009 bereits eingetreten. (Siehe Artikel 24 des Gesetzes zur Neuregelung des Wasserrechts).
Eine wichtige Frage ist, ob damit vorhandene Eigenkontrollverordnungen der Länder wegen erloschener Ermächtigungsgrundlagen bereits heute außer Kraft gestellt sind oder ob dies erst eintritt, wenn der Bund die eigene Ermächtigung durch eine Verordnung tatsächlich ausfüllt.
Grundsätzlich bedenklich erscheint die Tatsache, dass die nächste WHG-Novellle wiederum die dann bestehenden Landeswassergesetze nach dem Grundsatz „neu bricht alt“ aushebelt – bis diese dann ihrerseits novelliert werden. Chronische Rechtsunsicherheit könnte die Folge der jetzigen verfassungsrechtlichen Regelung sein.
Was bringt das neue WHG nun inhaltlich in Bezug auf Abwasserkanalisationen im Allgemeinen und auf die private Grundstücksentwässerung im Besonderen? Die wohl wichtigste Neuregelung ist, dass § 61 WHG künftig bundesweit das Prinzip der Eigenkontrolle von Abwasseranlagen (und damit also auch von Kanalisationen) konstituiert. Dabei wird prinzipiell kein Unterschied zwischen öffentlichen Netzen, gewerblichen Anlagen oder privaten  Grundstücksentwässerungen mit rein häuslichem Abwasser gemacht. Das bedeutet: Mit In Kraft treten des neuen WHG gibt es erstmals eine bundesweit geltende wasserrechtliche Verpflichtung zur Selbstüberwachung auch von privaten Grundstücksentwässerungsanlagen. § 61 beinhaltet aber auch die Ermächtigung des Gesetzgebers, Details der Selbstüberwachung auf dem Wege eine Rechtsverordnung bundesweit verbindlich zu regeln. Dies bedeutet de facto, dass mit Inkrafttreten des WHG bzw. der Ermächtigung des Bundes zur Schaffung einer EingenkontrollVO die derzeit geltenden Eigenkontrollvorschriften der Bundesländer ihre Rechtsgrundlage verlieren.
Den Ganzen Bericht finden Sie unter:

http://www.grundstuecksentwaesserung.org/ge_online/index.php?option=com_content&view=section&layout=blog&id=7&Itemid=18 Im

Abwasser im Museum: Aquarius Wassermuseum in Mülheim an der Ruhr

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Das Aquarius Wassermuseum befindet sich in einem über 100 Jahre alten ehemaligen Wasserturm. Das 50 Meter hohe Gebäude steht unter Denkmalschutz.  

Mit dem Umbau zum multimedialen Wassermuseum hat die RWW einen ungewöhnlichen Weg für den Erhalt des Industriedenkmals gefunden. Historische Substanz und neue Architektur gehen Hand in Hand.

Ein Thema ist: Gebrauchtes Wasser
Welchen Weg das Wasser nach Gebrauch nimmt, erläutert die Ausstellungseinheit Abwasser. Was geschieht mit Ölen und Fetten, was mit Lösungsmitteln und Chemikalien? Wo liegen die Probleme und was können wir tun, um sie zu vermeiden?

Eine Leuchtschrift leitet zum Klärwerk über, wo am Beispiel der Kläranlage Duisburg-Kasslerfeld die Abwasser-behandlung demonstriert wird.
Mehr unter:
http://www.aquarius-wassermuseum.de/hauptseite.htm

Neue Herausforderungen für die Schweizer Wasserwirtschaft

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Der Gewässerschutz in der Schweiz kann auf eine fünfzigjährige Erfolgsgeschichte zurückschauen. Heute jedoch steht die Schweizer Wasserwirtschaft vor neuen Herausforderungen. Ihnen widmet Pusch das Monatsthema im September.

Die Schweizer Wasserwirtschaft ist geprägt durch eine sektorale Entwicklung über die vergangenen Jahrzehnte. Die einzelnen Sektoren – Wasserkraftnutzung, Wasserversorgung, Schutz vor Hochwasser, Abwasserreinigung und Gewässerschutz – haben jeder für sich viel geleistet. Die aufgebauten strukturellen Rahmenbedingungen und technischen Infrastrukturen führten zu grossen Erfolgen, wie beispielsweise bei der Abwasserreinigung oder bei der Reduktion der Phosphorbelastung in den Seen. Wegen neuer Probleme stösst dieses System jedoch heute an seine Grenzen.

Klimaänderung, Nutzungsdruck und zivilisationsbedingte Belastungen

Die Klimaerwärmung wird die Wasserressourcen in der Schweiz beeinflussen. Eingeschränkte Verfügbarkeit von Wasser, vermehrte Hochwasser und veränderte Lebensbedingungen für Flora und Fauna sind mögliche Konsequenzen. Zudem nimmt der Nutzungsdruck auf die Gewässer weiter zu: Um die Klimaänderung abzubremsen, soll die vermeintlich umweltfreundliche Wasserkraft stärker genutzt werden. Dem stehen die Ansprüche des Gewässer- und Naturschutzes gegenüber (genügend Restwasser für Gewässer). Hinzu kommen weitere zivilisationsbedingte Probleme wie Mikroverunreinigungen, die die Wasserqualität bedrohen.

Interessensausgleich ist Aufgabe von Gesellschaft und Politik

Viele dieser Fragestellungen überlagern sich und für viele Probleme gibt es noch keine praktikablen Antworten. Gefragt sind Abhilfemassnahmen, die koordiniert und sektorübergreifend erfolgen – notwendig ist ein eigentliches Management der Wasserressourcen.

Für dieses Management wurden neue wissenschaftliche Ansätze wie Integrales Einzugsgebietsmanagement IEM und adaptives Management AM entwickelt. Sie unterstützen die Suche nach optimalen Lösungen, können aber nicht alle Nutzungskonflikte aus der Welt schaffen. Das Abwägen zwischen Schutz und Nutzung der Wasserressourcen wird deshalb in Zukunft vermehrt eine Aufgabe von Gesellschaft und Politik sein.

Beispielhaft dafür steht der Raumbedarf für die Gewässer. Wenn die dazu notwendigen rund 275 – 500 Quadratkilometer über die nächsten Jahre und Jahrzehnte den Gewässern zur Verfügung gestellt werden sollen, müsste dazu alle paar Sekunden ein Quadratmeter Land umgenutzt werden. Damit ergibt sich unweigerlich ein massiver Konflikt mit der Landwirtschaft, wenn auch die Siedlungsfläche im bisherigen Ausmass von rund einem Quadratmeter pro Sekunde zulasten der Landwirtschaft zunimmt.

Ein Dauerbrenner bleibt die Nutzung der Wasserkraft. Der Kanton Bern ist zurzeit daran, mit einem neuen Beurteilungsinstrument abzuklären, welche von rund 90 Projekten zur Wasserkraftnutzung (Erneuerung bestehender sowie neue Anlagen) aus ökologischer, ökonomischer und sozialer Sicht sinnvoll sind. Diese sollen dann bevorzugt weiterverfolgt werden.

Weitere Informationen

«Neue Herausforderungen im Wasserschloss Schweiz», Vortrag Christian Stamm, Präsident Pusch, an der Pusch-Tagung vom 26.8.2009 (pdf, 97.14 KB)
http://www.umweltschutz.ch/download.php?id=1923

Die Zeitschrift «Thema Umwelt» 4/2009 enthälft die Referate zur Pusch-Tagung vom 26.8.2009 zum Thema «Neue Herausforderungen im Wasserschloss Schweiz».

http://www.umweltschutz.ch/index.php?pid=524&backlink

Mieter heizen bald mit Abwasser

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Ein 100 Meter langer Wärmetauscher und eine Pumpe sorgen für billige Energie – in Hamburg einmalig.

Ein Projekt des Eisenbahnbauvereins (EBV) in Zusammenarbeit mit dem Energielieferanten E.on Hanse und Hamburg Wasser schraubt Harburg in Sachen Umwelttechnik an die Spitze: Bereits zu Beginn der kalten Jahreszeit in wenigen Wochen werden Mieter des EBV an Hastedtstraße, Goeschenstraße und Kroosweg mit Wärme aus Abwasser heizen können – und sind damit die ersten in Norddeutschland, die in den Genuss der Ressourcen schonenden Energieoptimierung kommen. „Das ist nicht nur ein umweltfreundlicher Meilenstein“, so EBV-Vorsitzender Joachim Bode im Gespräch mit dem Abendblatt. Denn die Bewohner der EBV-Häuser könnten mit der Energie aus dem Abwasser ein Viertel der Heizkosten sparen.
Eine Perspektive, die die Anwohner mit der langen Bauzeit für die technische Umsetzung des Projekts versöhnen soll.

Mehr unter:
http://www.abendblatt.de/region/article1167148/Mieter-heizen-bald-mit-Abwasser.html

Unfälle und Erkrankungen bei Beschäftigten weiter verringern Rahmenvereinbarung unterzeichnet

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Arbeits- und Sozialministerium und Umweltministerium wollen Arbeitsschutz und Sicherheit in Betrieben stärken

Das Ministerium für Arbeit und Soziales und das Umweltministerium wollen den Arbeitsschutz und die Sicherheit der Beschäftigten in Betrieben stärken. Arbeits- und Sozialministerin Dr. Monika Stolz und Umweltministerin Tanja Gönner unterzeichneten heute (30. Juli 2009) in Stuttgart eine entsprechende Rahmenvereinbarung mit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Die Arbeitsschutzbehörden bei den Landratsämtern und Regierungspräsidien sollen auf dieser Grundlage mit den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung – den Berufsgenossenschaften und Unfallkassen – künftig noch enger zusammenarbeiten. Die Vereinbarung ist wesentlicher Baustein der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie.

„Eine noch weiter verbesserte Zusammenarbeit von Behörden und gesetzlicher Unfallversicherung erhöht die Schlagkraft auf den Gebieten der Unfallverhütung und des Arbeitsschutzes“, erklärten Arbeits- und Sozialministerin Dr. Monika Stolz und Umweltministerin Tanja Gönner. „Arbeiten muss unfallfrei möglich sein. Arbeit soll nicht krank machen.“ Die Rahmenvereinbarung schaffe die Grundlage, den Arbeitsschutz in Baden-Württemberg zum Vorteil der Beschäftigten wie auch der Unternehmen weiter zu verbessern. Der Schwerpunkt liege dabei in der Prävention. „Den Betrieben kommt eine Schlüsselrolle zu, in dem Arbeitsabläufe und Produktionsprozesse auch nach den Kriterien für Sicherheit und Unfallverhütung geplant und ausgestaltet werden“, so Dr. Monika Stolz und Tanja Gönner. „Die Behörden und die gesetzliche Unfallversicherung sind erfahrene Partner, die künftig in noch engerer Abstimmung Betrieben mit Rat und Tat zur Seite stehen.“ Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der DGUV, Dr. Walter Eichendorf, erklärte: „Leistungsfähige Mitarbeiter sind der wichtigste Standortfaktor überhaupt. Als gesetzliche Unfallversicherung ist daher unser Ziel, Unfälle und Erkrankungen bei der Arbeit zu vermeiden.“ Thomas Köhler, Landesdirektor der Unfallversicherung für Baden-Württemberg, sagte: „Die Betriebe haben Anspruch auf eine konzentrierte und wirksame Beratung in Fragen der Prävention. Die Rahmenvereinbarung gibt uns mehr Möglichkeiten, diesen Anspruch zu erfüllen.“

Die Überwachung und Beratung der Unternehmen in Fragen des Arbeitsschutzes stützt sich in Deutschland auf zwei Säulen: Den Arbeitsschutzbehörden der Länder und den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung. Die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA), deren Träger der Bund, die Länder und die gesetzliche Unfallversicherung sind, soll die Zusammenarbeit zwischen diesen Institutionen optimieren. Die Rahmenvereinbarung sieht daher Maßnahmen vor, mit denen sich Unfallversicherung und Arbeitsschutzbehörden bei der Überwachung und Beratung von Unternehmen noch besser abstimmen.

Inhaltsgleiche Vereinbarungen werden in allen Bundesländern abgeschlossen. Damit wird in wenigen Wochen erstmals ein bundesweit einheitliches Netz von Vereinbarungen wirksam, auf dessen Basis Berufsgenossenschaften, Unfallkassen und Bundesländer die Ziele der GDA erreichen wollen.

Quelle: Umweltministerium und Sozialministerium Baden-Württemberg

Membrantechnologie stärkt wichtigsten Wirtschaftsfaktor der Mittelmeerregion

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Wasser-Recycling gegen die Trockenheit

Auch blühende Hotelgärten können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Wasserknappheit beliebte Urlaubsdomizile in Südeuropa und Nordafrika im Sommer fest im Griff hat. Landwirtschaft, Tourismus und Trinkwasserversorgung konkurrieren um die knappe Ressource. Im Zuge der globalen Klimaerwärmung sinken die Niederschlagsmengen, aber Perspektiven für einen Ausgleich fehlen derzeit noch. Das Recycling von Abwasser kann Abhilfe schaffen. Wissenschaftler des ttz Bremerhaven setzen Membranbioreaktoren ein, um Abwasser für die erneute Nutzung aufzubereiten. Dafür werden robuste Technologien eingesetzt, die ein gesamtes Dorf mit 500 Einwohnern oder eben eine große Ferienanlage versorgen können. Die europäische Union fördert diese Entwicklung dieser Technologie, die organische Fracht sowie humanpathogene Keime aus dem Wasser entfernt, aber für das Pflanzenwachstum wichtige Nährstoffe zurückhalten.

Die Aussicht auf einige Wochen wolkenlosen Himmel und Sonnengarantie lockt viele Touristen in südliche Gefilde. Damit der Erholungswert stimmt, setzen Ferienanlagen gewaltige Mengen von Wasser ein, um den Gästen eine grüne Oase zu bieten. Schließlich ist der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle im Mittelmeerraum. Ähnlich ist die Situation beim Anbau von Obst und Gemüse, der z.B. in Tunesien und Marokko sowohl der Eigenversorgung dient, als auch für den Export eine wichtige Größe ist. Doch die zur Verfügung stehenden Wassermengen sind begrenzt. In einigen Regionen ist die Situation schon so angespannt, dass selbst die Grundversorgung der Bevölkerung nicht mehr gesichert ist. Meldungen von Versorgungsstopps und Rationierungen werden häufiger. Die vielerorts angewendete Entsalzung von Meerwasser ist energieintensiv und schafft Probleme bei der Entsorgung des Rückstandes Salzsole.

Ein Ausweg ist die Aufbereitung von Abwasser. Dass dies auch mit vergleichsweise preiswerter Technologie möglich ist, hat das ttz Bremerhaven an einigen erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekten gezeigt. „Die Herausforderung in dem Projekt Puratreat war, einen Membranbioreaktor so zu bauen und zu betreiben, dass er auch bei hohen Umgebungstemperaturen effizient arbeitet und nur einen geringen Energiebedarf für den Betrieb benötigt“, erklärt Dr. Gerhard Schories, technischer Leiter des ttz-Bereiches Wasser-, Energie- und Landschaftsmanagement.

Bei diesem Verfahren wird die biologische Abwasserreinigung, die Schadstoffe eliminiert, mit der Membrantechnologie kombiniert, die die Reinigungsleistung steigert und zudem Keimfreiheit im gereinigten Wasser sicherstellt. Dies ist eine Grundvoraussetzung für die Wiedernutzung in der Landwirtschaft. Das Konzept mit getauchten Membranen ermöglicht, dass auch auf einem kleinen Volumen eine große Filterfläche realisiert werden kann. Aufgrund der hohen Temperaturschwankungen in den Zielgebieten musste der Anlagenbetrieb so angepasst werden, dass die Membranen sowie eine sich anpassende Bakterienkonzentration diese Schwankungen ausgleicht.

Das gereinigte Wasser ist aufgrund der definierten Nährstoffkonzentration besonders gut zur Bewässerung von Nutzpflanzen geeignet. Die im Abwasser enthaltenen Stickstoffverbindungen werden in dem Membranbioreaktor durch Sauerstoffzufuhr in Nitrat umgewandelt, das von Pflanzen gut aufgenommen werden kann. Zusammen mit Phosphorverbindungen aus dem Abwasser kann das Nitrat die Pflanzen mit Nährstoffen versorgen. Auch bestehende Kläranlagen können mit dieser Technologienachgerüstet werden.

Neben dem Design und der Anpassung der Membranbioreaktortechnologie für die Einsatzbedingungen im Mittelmeerraum war auch die Vorstellung der Technologie bei potenziellen Anwendern in der Zielregion eine Aufgabe des EU-Projektes Puratreat. Die Mitarbeit des staatlichen Wasserver- und -entsorgers in Tunesien und die Einbindung grenzüberschreitend tätiger Akteure leistete dazu einen wichtigen Beitrag. Durch eine internationale Konferenz mit Regierungsvertretern und kommunalen Entscheidungsträgern aus den beteiligten Regionen wurde zum Abschluss des Projektes noch einmal ein organisatorisch wichtiger Grundstein für die Verbreitung der Technologie in der Region festgeklopft.

Nach der erfolgreichen Technologieentwicklung ist das ttz Bremerhaven nun bemüht, ein Nachfolgeprojekt auf den Weg zu bringen. Eine weitere wichtige Perspektive, die sich mit der Technologie realisieren ließe, ist die Aufbereitung von Abwasser auf Trinkwasserqualität durch Erweiterung um eine Umkehrosmosestufe.

Quelle:
Britta Rollert – ttz Bremerhaven
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Telefon +49 (0)471 48 32 -124
brollert@ttz-bremerhaven.de
www.ttz-bremerhaven.de

Hamburg: Tausende Liter Rotwein liefen wegen Hund in die Kanalisation

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Einige tausend Liter Rotwein sind über eine Straße in Hamburg-Neugraben geflossen, bevor sie in der Kanalisation verschwanden. Der Fahrer eines Lkws hatte als Fracht einen Container mit 24.000 Litern Rotwein geladen.

Am gestrigen Samstag hatte er wegen einem Hund auf der Straße scharf abgebremst. Dabei ist eine so genannte Transportblase in dem Container geplatzt. Der größte Teil des Rotweins lief deswegen aus.

Von der Polizei wurde am heutigen Sonntag mitgeteilt, dass die Umwelt …mehr:

http://www.shortnews.de/start.cfm?id=779691