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Kläranlagen kostengünstig und effektiv betreiben: Co-Vergärung als Energiequelle

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Durch Co-Substrate kann die Eigenversorgung einer Abwasserreinigungsanlage mit thermischer und elektrischer Energie nahezu autark erfolgen Durch die zunehmende Verknappung von fossilen Energieträgern stellt sich in der kommunalen und privatwirtschaftlichen Abwasserreinigung u. a. die Frage, inwieweit zusätzliche Energiequellen bei der anaeroben Stabilisierung eingesetzt werden können. Diese sollen zum einen ein hohes spezifisches Energiepotenzial besitzen und zum anderen keine zusätzlichen Hygienisierungsmaßnahmen erfordern. Je nach Ent sorgungsweg dürfen diese zusätzlichen Energieträger nicht zu einer Erhöhung der Schwermetalle, der organischen Verbindungen, insbesondere der halogenierten und endokrinen Stoffe sowie der persistenten Umwelteinflüsse, wie beispielsweise durch Viren oder Keimgut, im ausgefaulten Schlamm führen. Weiterhin darf die Leistungsfähigkeit der Abwasserreinigungsanlage durch die zusätzlichen Energieträger nicht beeinträch – tigt und die betrieblichen Aufwendungen, z. B. durch erhöhte War tungsintervalle, dürfen nur geringfügig …mehr:

http://www.wwt-online.de/_fachinfo/artikel/pdf/Co-Vergaerung_als_Energiequelle_1009.pdf

Autoren:
Dr.-Ing. Frank R. KOLB
Ingenieurbüro Dr. Kolb
Hubertusstraße 4 • 65604 Elz

Abwassermeister Carsten GILBERG
Kläranlagenbetriebsverband Ems- und Wörsbachtal
65510 Hünstetten-Beuerba

 

Abwasserreinigung mit Energie- und Düngemittelgewinn erfolgreich in Betrieb

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Die erfolgreiche Erprobungsphase für ein neues semi-dezentrales Konzept zur Wasserversorgung und Abwasserreinigung wurde fünf Jahre im Rahmen eines Forschungsverbundprojekts vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Heute wird im Neubaugebiet „Am Römerweg“ in Knittlingen bei Pforzheim das Abwasser von 175 Anwohnern anaerob gereinigt und dabei, neben anderen Wertstoffen, bis zu 7000 Liter Biogas pro Tag gewonnen. Am 18. Mai 2010 ist feierliche Finissage: Vertreter des BMBF, der Gemeinde Knittlingen, der Fraunhofer-Gesellschaft und der beteiligten Industriepartner setzen die Biogasverwertung symbolisch in Gang.

Der weltweite Wasserverbrauch für landwirtschaftliche, industrielle und private Nutzung steigt stetig. Intelligente Konzepte zur Verteilung und zur Reinigung von Wasser sind daher gefragt. Gleichzeitig sind Kläranlagen vielerorts der größte kommunale Stromverbraucher, durch den hohen Anfall an Klärschlamm zudem ein großer Abfallproduzent. Ziel des Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart war daher, eine neue Art der Wasserwirtschaft zu erproben, um die Umwelt durch Einsparung von Trinkwasser und Energie zu schonen und gleichzeitig Kosten zu sparen. Eine Abwasserreinigung, welche die für ihren Betrieb benötigte Energie weitgehend selbst erzeugt und auch anorganische Bestandteile wiederverwertet, kombiniert mit der Aufbereitung von Regenwasser, ist das Ergebnis des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „DEUS 21 – Dezentrale urbane Infrastruktursysteme“.

Das Abwasser des heute 175 Anwohner zählenden Neubaugebiets „Am Römerweg“ in Knittlingen wird semi-dezentral gesammelt und gereinigt. Dies geschieht anaerob, das heißt unter Ausschluss von Sauerstoff. Hierbei bauen Bakterien organische Inhaltsstoffe des Abwassers zu Biogas ab. Nach vier Jahren Erprobung wurde 2009 eine Anlage in Betrieb genommen, bei der Feststoffe aus dem Abwasser zunächst in einem Absatzbehälter entfernt und separat bei 37 °C nach dem vom Fraunhofer IGB entwickelten Verfahren der Hochlastfaulung mit Mikrofiltration vergoren werden. Hierbei wird bis zu 5000 Liter Biogas pro Tag produziert. Der Überlauf des Absetzbehälters, dies sind etwa 99 Prozent des Abwasserzulaufs, wird in einem Bioreaktor, der – deutschlandweit erstmalig – nicht beheizt wird, ebenfalls anaerob behandelt. Der Ablauf, also das gereinigte Abwasser, konnte auf Anhieb die Grenzwerte für den chemischen Sauerstoffbedarf von Kläranlagen für weniger als 1000 Einwohner einhalten oder unterschreiten. Hierbei werden noch einmal bis zu 2000 Liter Biogas pro Tag erzeugt. Insgesamt liefert die Anlage so 40-60 Liter Biogas pro Einwohner und Tag. Dies ist mehr als das Doppelte, was eine herkömmliche Kläranlage mit Klärschlammfaulung erzielt. Das in der Demonstrationsanlage entstehende Biogas wird (mangels für diesen Maßstab verfügbarer Kraft-Wärme-Kopplungstechnik) verbrannt und die Wärme zur Beheizung des Faulreaktors genutzt.

Das anaerob gereinigte Abwasser enthält noch relativ hohe Konzentrationen an Ammonium und Phosphor, so dass der Ablauf zur kombinierten Düngung und Bewässerung in der Landwirtschaft geeignet ist. Ist eine solche direkte Nutzung nicht möglich, können die anorganischen Nährstoffe Stickstoff und Phosphor mittels eines umweltfreundlichen Verfahrens als Düngesalze zurückgewonnen werden.

Das Regenwasser im Neubaugebiet wird gesammelt und in einer unterirdischen Zisterne gespeichert. Es wird über verschiedene Stufen – Filtration, Ozonbehandlung, Aktivkohlefilter und Ultrafiltration – gereinigt und entkeimt. Nach Abschluss der Entwicklungsarbeiten soll das aufbereitete Regenwasser über ein separates Leitungsnetz an die Anwohner verteilt werden, um damit die Gärten zu bewässern, Toiletten zu spülen, Wäsche zu waschen und zu duschen.

Mit dem erfolgreich demonstrierten Verfahrensansatz von DEUS 21 ist der Paradigmenwechsel von der „End-of-pipe“-Technik zur nachhaltigen Wasserver- und Abwasserentsorgung gelungen. DEUS 21 ist insbesondere geeignet für Länder, in denen bisher keine Wasserinfrastruktur existiert.

Das Projekt „DEUS 21 – Dezentrale urbane Wasserinfrastruktursysteme“ wurde in zwei Stufen bis Ende Mai 2010 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Neben dem Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB, Stuttgart, waren als Forschungspartner das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, Karlsruhe, und in der ersten Phase das ISA der RWTH Aachen beteiligt. Partner aus der Wirtschaft sind die Firmen Eisenmann, EnBW, Gemü, Kerafol, Prov, Roediger und Bellmer.

Weitere Informationen:
http://www.igb.fraunhofer.de/www/presse/jahr/2010/dt/2010-04-29_DEUS

Dr. Claudia Vorbeck, Pressestelle
Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB

Wassersensible Stadtentwicklung – Maßnahmen für eine nachhaltige Anpassung der regionalen Siedlungswasserwirtschaft an Klimatrends und Extremwetter

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Redaktioneller Beitrag von klärwerk.info:

Das Ergebnis des nachfolgend beschriebenen Forschungsvorhabens wurde auf der essener Tagung Mitte März 2010 vorgestellt

Ausgangslage:
Städtische Nutzungen und Infrastrukturen werden infolge des Klimawandels zunehmend durch Starkregen sowie durch lang andauernde Trockenperioden beeinträchtigt. Überschwemmungen und die Überlastung von Kanalnetzen gefährden neben den hygienischen Bedingungen in den Siedlungen auch den Umweltschutz sowie den Betrieb von Infrastrukturnetzen. Diese Problemlagen werden sich nach einschlägigen Prognosen zunehmend verschärfen und durch weitere Entwicklungen, wie z. B. den demographischen und den wirtschaftsräumlichen Wandel überlagert.
Die Notwendigkeit, Siedlungsstrukturen an zunehmende Starkregenereignisse und Dürreperioden anzupassen, wird die Aufgaben der Stadtentwicklung immer mehr bestimmen. Allerdings nehmen wasserwirtschaftliche Belange in der Planungspraxis bisher einen untergeordneten Stellenwert ein. Die Auswirkungen der Stadtplanung auf wasserwirtschaftliche Fachplanungen werden zwar in den gesetzlich vorgeschriebenen Verfahren untersucht, führen jedoch in den meisten Fällen lediglich zu einer nachträglichen Anpassung der Planungskonzepte. Im Hinblick auf die zu erwartenden Folgen des Klimawandels ist es notwendig, dass die Wasserbelange bzw. die Auswirkungen von Starkregen und Dürreperioden auf Raumnutzungen in einem frühzeitigen Stadium der Planungsprozesse berücksichtigt werden.

Projektziele:
Ziel des Forschungsprojektes ist es zu klären, mit welchen Maßnahmen eine vor dem Hintergrund finanzieller Restriktionen und der Unsicherheiten klimatischer Szenarien gelingen kann und welche Rahmenbedingungen zur Umsetzung und Akzeptanz der Maßnahmen auf lokaler Ebene geschaffen werden müssen. In enger Zusammenarbeit mit Praxispartnern im Ruhrgebiet wird ein datenbankbasierter Maßnahmenkatalog erarbeitet, der die Möglichkeiten einer verdeutlicht und in kommunale Entscheidungsprozesse implementiert werden kann. Dabei sollen neben den instrumentellen auch strukturelle Aspekte berücksichtigt werden, um aus den räumlichen Potentialen eines Quartiers oder Stadtteils problembezogene Lösungsstrategien ableiten zu können.

Handlungsfelder:
Das Forschungsprojekt zeigt mögliche Lösungswege auf, mit denen den Herausforderungen des Klimawandels insbesondere im Siedlungsbestand begegnet werden kann. Eine Chance wird dabei im demographischen und wirtschaftlichen Strukturwandel gesehen. Die infolge von Schrumpfungsprozessen entstehenden Brachflächen bieten Potentiale für die Anpassung an veränderte Niederschlagsverhältnisse und somit zum nachhaltigen Umbau der Stadtstruktur sowie zur Verbesserung der Lebensqualitäten.
1. auf administrativer Ebene sind neue Normen, Instrumente und Verfahren notwendig, die eine frühzeitige Berücksichtigung wasserwirtschaftlicher Belange im Planungsprozess ermöglichen.
2. auf der Umsetzungsebene sind innovative bauliche Lösungen erforderlich, die möglichst kostengünstig und mitunter auch unkonventionell sein sollten. In diesem Zusammenhang nimmt die Zwischennutzung von Flächen zum Wasserrückhalt im Siedlungsbestand einen hohen Stellenwert ein.
3. auf der Akteursebene besteht die Notwendigkeit, einen Wissenstransfer zwischen den Fachdisziplinen zu gewährleisten und die erforderliche Akzeptanz bei den betroffenen Akteuren zu sichern, ohne die eine Umsetzung einer wassersensiblen Stadtentwicklung in bestehenden Siedlungsgebieten nicht möglich ist.
Arbeitsschritte:
Zum Erreichen der Projektziele wurde ein Arbeitsprogramm formuliert, das sich in fünf Arbeitspakete untergliedert:
1. Analyse bestehender Normen, Instrumente und Lösungsansätze im In- und Ausland
2. Identifizierung des Handlungsbedarfes für eine wassersensible Stadtentwicklung
3. Erstellung eines Maßnahmenkatalogs zur wassersensiblen Stadtentwicklung
4. Überprüfung und Bewertung der Maßnahmen hinsichtlich Eignung, Akzeptanz und Übertragbarkeit im Rahmen von Szenarienwerkstätten
5. Entwicklung eines datenbankbasiertes Auskunftssystems zur wassersensiblen Stadtentwicklung in Abhängigkeit siedlungsstruktureller Parameter

Veröffentlichungen:
Abschlussbericht Wassersensible Stadtentwicklung (1. Phase) – Netzwerk für eine nachhaltige Anpassung der regionalen Siedlungswasserwirtschaft an Klimatrends und Extremwetter (April 2008)
Zwischenbericht Wassersensible Stadtentwicklung – Maßnahmen für eine nachhaltige Anpassung der regionalen Siedlungswasserwirtschaft an Klimatrends und Extremwetter (April 2009)
Benden, Jan; Siekmann, Marko: Wassersensible Stadtentwicklung. Anpassung von Siedlungs- und Infrastrukturen an den Klimawandel. Tagungsband zur Klimakonferenz „Anderes Klima – andere Räume!“. Leipzig 3./4.11.2008 (erscheint Beginn 2009)
Benden, Jan: Wassersensibler Stadtumbau im Zeichen des Klimawandels – Lernen von den Niederlanden? In: Stadt Region Land, Heft 86, Aachen 2009
Vorträge:
Benden, Jan: Wassersensible Stadtentwicklung. Anpassung von Siedlungs- und Infrastrukturen an den Klimawandel. Vortrag auf der Klimakonferenz „Anderes Klima – andere Räume!. Universität Leipzig 3. – 4.11.2008
Benden, Jan: Maßnahmen zur Anpassung der regionalen Siedlungswasserwirtschaft an Klimatrends und Starkregenereignisse. AMUS-Ehemaligentreffen. RWTH Aachen, 19.09.2008
Hoelscher, Martin: Wohin mit dem Wasser – Wassersensible Stadtentwicklung als Chance im Klimawandel. Vortrag auf der MUNLV-Tagung „Klimawandel in Ballungsräumen“ BEW Essen

Sonstige Projektinformationen:

Förderer:
Bundesamt für Bildung und Forschung (BMBF); Förderschwerpunkt KlimaZwei

Laufzeit:
04/2008 -03/2010

Projektpartner:
• RWTH Aachen, Institut für Siedlungswasserwirtschaft (ISA), Koordination
• RWTH Aachen, Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr (ISB)
• Ruhr-Universität Bochum Fakultät für Psychologie, AG für Umwelt- und Kognitionspsychologie
• Universität Duisburg-Essen, Fakultät für Ingenieurwissenschaften, Studiengang Landschaftsarchitektur

Praxispartner:
Stadt Bochum, Stadt Essen, Stadt Herne, Wasserverband Emschergenossenschaft/Lippeverband, Ruhrverband sowie die Gelsenwasser AG

Bearbeiter am ISB:
Dipl.-Ing. Jan Benden, Dipl.-Ing. Christoph Riegel

In drei Schritten zum reinen Biogas:

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Universität Hohenheim entwickelt neuen Typ von Biogasanlage

Pilotanlage entsteht derzeit auf dem Campus / BMBF / PTJ fördert mit rund 2 Mio Euro

Höherer Methangehalt, kürzere Verfahrenszeiten, flexiblere Produkte: Forscher der Universität Hohenheim wollen in den kommenden drei Jahren eine drei-stufige Versuchsanlage aufbauen, die all das kann. Langfristig tragen sie damit dazu bei, dass Biogas mit einem deutlich geringeren Energieaufwand als heute zu Erdgasqualität aufbereitet und ins Erdgasnetz eingespeist werden kann. Damit kann die Erzeugung des Biogases von dem Ort der Nutzung entkoppelt werden. Auch bezüglich der eingesetzten Substrate und der nutzbaren Produkte soll die Anlage wesentlich flexibler als heutige Biogasanlagen sein. Das Verbundprojekt mit acht Partnern wird im Rahmen des Förderprogramms „Bioenergie 2021″ vom BMBF über den Projektträger Jülich (PtJ) mit insgesamt 1,96 Mio Euro gefördert. 275.500 Euro davon fließen direkt nach Hohenheim und machen das Forschungsprojekt zu einem der Hohenheimer Schwergewichte der Forschung.
Die neue Mini-Biogasanlage soll auf dem Campus der Universität am Institut für Agrartechnik stehen. In vier je 100l-Fermentern wird pro Tag 1 kg Trockenmasse des Modellsubstrats aus Gras und Mais bzw. Stroh und Heu gären. In einem getrennten Methan-Reaktor von 50l Nutzvolumen werden 410 l Biogas mit einem Methananteil von bis zu 85 % gewonnen. Das ist zwar eine zu geringe Menge an Methan um sie direkt zu nutzen, doch mit Hilfe der kleinen Versuchsanlage haben die Hohenheimer Agrarwissenschaftler Großes vor.
Ziel des Verbundvorhabens ist es, einen neuen Anlagentyp zu entwickeln, der mehrere Vorteile vereinen soll: Erstens, sollen flexible Einsatzstoffe eingesetzt werden können; zweitens soll ein höherer Methangehalt im Endprodukt erzielt werden und drittens soll der gesamte Prozess noch schneller ablaufen.

2 + 1 = komplett neuer Anlagentyp
Bisher wurde Biogas in Hohenheim in Biogasanlagen aus einem Behälter produziert: In diesem Behälter läuft sowohl die Säurebildung als auch deren Abbau zu Methan ab. Damit sind die Milieubedingungen für alle am Prozess beteiligten Mikroorganismen suboptimal. Erste Versuche zu einer zweiphasigen Vergärung zeigten, dass durch die Trennung der eigentlichen Gärung von der Methanogenese der Prozess beschleunigt werden kann. Allerdings wies diese zweiphasige Anlage erhebliche steuerungstechnische Nachteile auf.
Aus drei, statt aus ein bis zwei, Behältern wird der neue Anlagentyp zusammengesetzt sein. Und das hat eine Funktion: Die Forscher wollen die Gärung und die Methonogenese verfahrenstechnisch trennen. „Im ersten Gärkessel findet die Hydrolyse statt. Bei diesem Vorgang wird das Substrat durch Enzyme in so genannte Monomere und Säuren abgebaut. Bei lignifizierten Substraten bleiben dabei Gerüstsubstanzen, das sind die unlöslichen Reste, übrig. Leicht abbaubare Stoffe werden dagegen vollständig in lösliche Substanzen überführt“, erklärt Dr. Andreas Lemmer von der Landesanstalt für Agrartechnik und Bioenergie.
Im zweiten Behälter findet das so genannte Bio-Leaching statt. Dabei werden die löslichen Stoffe, das heißt,die Säuren und löslichen Zucker aus den nicht abgebauten Gerüstsubstanzen „ausgewaschen“ Ausschießlich diese gelösten Zwischenprodukte werden in den dritten Behälter überführt. Dieser gleicht einem Filter, in dem die organischen Säuren zu Methan abgebaut werden. Der Methangehalt des Biogas aus dem neuen Anlagentyp kann dabei bis zu 40 % höher sein als in bisherigen einphasigen Anlagen.

Flexibler, schneller, reiner
Diese Auftrennung ermöglicht größere Flexibilität …mehr:

https://www.uni-hohenheim.de/pressemitteilung.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=6124&cHash=ce0e5e0931ba2541196cbb3344b162a5

PCB in Fischen: erhöhte Belastungen in der Nähe von Punktquellen

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Die Belastung von Fischen aus Schweizer Gewässern mit polychlorierten Biphenylen (PCB) ist gesamthaft betrachtet nicht übermässig hoch. Allerdings wurden in einzelnen Flüssen wie zum Beispiel in der Birs und in der Saane stellenweise hohe PCB-Konzentrationen in Fischen gemessen. Um diese bedeutenden punktuellen Belastungen zu verringern, müssen die PCB-Quellen identifiziert und saniert werden, hält das Bundesamt für Umwelt (BAFU) in seinem Bericht über die Verschmutzung der Schweizer Gewässer mit PCB fest.
Den Anstoss für den Bericht lieferten die hohen Konzentrationen an dioxinähnlichen PCB, die 2007 in Fischen aus der Saane und später auch in Fischen aus der Birs gemessen wurden. Diese Belastungen machten deutlich, dass die Situation gesamthaft beurteilt werden muss, um die erforderlichen Massnahmen zu definieren.
Eine Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern des Bundes (BAFU und Bundesamt für Gesundheit, BAG), der Kantone, der Forschung (Forschungsinstitution des ETH-Bereichs EMPA und Universität Basel) des Schweizerischen Fischereiverbandes (SFV) hat mehr als 1300 Messungen ausgewertet, die in den vergangenen 20 Jahren an Fischen vorgenommen wurden.
Die Ergebnisse zeigen, dass der grösste Teil der Fische in Schweizer Gewässernnicht übermässig mit PCB belastet sind. Die Grundbelastung liegt unterhalb von 4 Picogramm Toxizitätsäquivalente pro Gramm Frischgewicht (WHO-TEQ/g FG).

Bedeutende Belastung durch Punktquellen
Lokal können Punktquellen in der Nähe von Fliessgewässern jedoch eine deutlich erhöhte PCB-Belastung in Gewässern und damit der Fische bewirken. In solchen spezifisch belasteten Gewässerabschnitten liegen die Gehalte an dioxinähnlichen PCB in allen Fischarten mehrheitlich weit über der im Lebensmittelrecht für Dioxine und dioxinähnliche PCB festgelegten Höchstkonzentration von 8 Picogramm Toxizitätsäquivalenten pro Gramm Frischgewicht (8 pg WHO-TEQ/g FG).
Deutliche Überschreitungen der Höchstkonzentration wurden in Fischen aus der Birs unterhalb von Choindez, der Saane unterhalb der Deponie La Pila und dem Hochrhein sowie in fettreichen Agonen aus dem Langensee gemessen (siehe Faktenblatt). Die Ursachen für die hohen Belastungen in diesen Gewässern sind bisher nur teilweise aufgeklärt. Alte Deponien, Schrottplätze, an denen unsorgfältig mit PCB-haltigen Geräten hantiert wurde, sowie andere durch PCB belastete Standorte sind mögliche Punktquellen.

PCB-Punktquellen in Gewässernähe abklären
Die Befunde zeigen, dass Massnahmen zur Reduktion der Belastung von Mensch und Umwelt zu treffen sind. Das BAFU empfiehlt deshalb den Kantonen, Abklärungen über PCB-Punktquellen in Gewässernähe vorzunehmen. Um die Kantone dabei zu unterstützen, entwickelt das BAFU eine Arbeitshilfe für die Planung und Durchführung solcher Abklärungen. Zudem wird auch die Anwendbarkeit von Sediment- und Wasseranalysen …mehr:

http://www.bafu.admin.ch/dokumentation/medieninformation/00962/index.html?lang=de&msg-id=31647

Entwicklung von Prüfverfahren für Anlagen zur dezentralen Niederschlagswasserbehandlung im Trennverfahren

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Zur Reduzierung der Umweltbelastungen aus Niederschlagsabflüssen sollen mit einem Anhang Niederschlagswasser zur Abwasserverordnung bundeseinheitliche Anforderungen zur Behandlung verschmutzter Niederschlagsabflüsse vor Einleitung ins Grundwasser (Versickerung) oder in oberirdische Gewässer formuliert werden. Neuere Untersuchungen zur Aufschlüsselung der Eintragspfade umweltrelevanter Schmutz- und Schadstoffe weisen sämtlich einen erheblichen Anteil der Niederschlagsabflüsse aus Siedlungen aus. Die derzeit im Entwurf vorliegenden Anforderungen beziehen sich auf entwässerungstechnisch neu zu erschließende Gebiete und weisen als übergeordnete Zielsetzung …mehr:

http://www.siwawi.arubi.uni-kl.de/index.php?link=projekte&parea=15&pid=0154

Finanzierende Institution(en): Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück
Partner-Institution(en): FH Münster, Labor für Wasserbau und Wasserwirtschaft, Institut für Wasserforschung GmbH, Dortmund

Hähnchen häufig mit Salmonellen und Campylobacter belastet

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EU-Studie zeigt: Erreger werden bei der Schlachtung vom Tier auf den Schlachtkörper verschleppt

Die Ergebnisse einer bundesweiten, vom BfR koordinierten Studie zeigen, dass bei Hähnchen zum Zeitpunkt der Schlachtung häufig Campylobacter und Salmonellen nachweisbar sind. Die Erreger gelangen mit dem Darminhalt und auf den Federn der Tiere in den Schlachthof und können während der Schlachtung auf die Schlachtkörper verschleppt werden. Von dort gelangen sie in die Lebensmittelkette und zum Verbraucher. Nach dem heute veröffentlichten Bericht des BfR wurden in Deutschland auf 62 Prozent der 432 untersuchten Schlachtkörper Campylobacter und auf 17,6 Prozent Salmonellen nachgewiesen. Bei 48,6 Prozent der Schlachtgruppen konnten Campylobacter im Darminhalt der Tiere nachgewiesen werden. Die Studie ist Teil einer Untersuchung, die 2008 in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) durchgeführt wurde. Die Ergebnisse der EU-Studie wurden heute von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) veröffentlicht. Campylobacter und Salmonellen sind die häufigsten Erreger bakterieller Magen-Darm-Erkrankungen des Menschen. „Für lebensmittelbedingte Campylobacterinfektionen ist Hähnchenfleisch die bedeutendste Quelle“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, „und auch Infektionen mit Salmonellen sind häufig auf Hähnchenfleisch zurückzuführen.“ Bei der Zubereitung von Hähnchenfleisch sollte deshalb auf eine besonders sorgfältige Küchenhygiene geachtet werden: Geflügelfleisch sollte nur durcherhitzt verzehrt werden. So inaktiviert man nicht nur Campylobacter und Salmonellen sondern auch andere mögliche Krankheitserreger. Das Fleisch sollte außerdem getrennt von anderen Lebensmitteln aufbewahrt und zubereitet werden, damit Krankheitserreger nicht auf diese verschleppt werden können.
Die Belastung der Schlachtkörper mit Campylobacter war in den kalten Wintermonaten deutlich geringer als im Sommer. Auch die Menge der Campylobacter auf belasteten Schlachtkörpern variierte erheblich zwischen nur wenigen Keimen und über 100 000 Keimen pro Gramm Hähnchenfleisch. Wurden im Darminhalt von Tieren aus einer Schlachtcharge Campylobacter nachgewiesen, war die Wahrscheinlichkeit, dass auch die Schlachtkörper dieser Charge mit Campylobacter belastet waren, mit 93 Prozent positiven Befunden besonders hoch. Bei Schlachtkörpern aus Schlachtgruppen ohne Campylobacter-Nachweis im Darminhalt lag die Nachweisrate bei 33 Prozent. Bei den nachgewiesenen Campylobacter handelte es sich zu etwa 80 Prozent um Campylobacter jejuni, während Campylobacter coli einen Anteil von etwa 20 Prozent hatte. Dies entspricht der Verteilung, die auch bei Infektionen des Menschen beobachtet wird.
Neben Campylobacter wurden auch Salmonellen häufig auf den Schlachtkörpern nachgewiesen. Hierbei wurden insgesamt 14 verschiedene Salmonella-Serovare …mehr:

http://www.bfr.bund.de/cd/50129

Flasche oder Hahn – Leitungswasser vs. Mineralwasser

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Das Institut für empirische Sozial- und Kommunikationsforschung, Neuss stellt Datenreport ins Netz:
http://www.iesk.de/trinkwasser_formular1.php

Auszug aus der Studie:
Trinkwasser ist eine Frage der Qualität

Oscar Wilde wird der Satz zugeschrieben: „Heute kennen die Leute vor allem den Preis und nicht den Wert“. In den Ergebnissen der vorliegenden Studie zeigt sich im Bereich Trinkwasser ein völlig anderes Bild.
Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Kaum ein anderer Bestandteil der Nahrung wird so regelmäßig und häufig kontrolliert. Dennoch ist das Thema schneller in den Schlagzeilen als die meisten anderen Lebensmittel. Das gilt sowohl im Hinblick auf die Aspekte Preise, Vorfälle bei der Produktion, Stoffe im Wasser oder auch bei der Debatte um die Organisationsformen der Unternehmen der Wasserwirtschaft. Trinkwasser ist ein emotional aufgeladenes Thema. Die Empfindlichkeit und das Bewusstsein für reines Trinkwasser ist offensichtlich bei den Verbrauchern und in den Medien gleichermaßen sehr hoch.
Mit dem vorliegenden Datenreport sollen einige zentrale Aspekteeiner umfassenden Studie zum Image und zur Qualitätswahrnehmung von Trinkwasser, zur Preiswahrnehmung und zur Beurteilung der Trinkwasserversorger vorgestellt werden. werden. Als Methode der Studie wurde eine Onlinebefragung gewählt, um eine hohe Zahl von Befragten und eine breite Abbildung von Regionen und Versorgungsgebieten zu ermöglichen. Zudem wurde die Befragung als Langzeitstudie angelegt.

Die Folgen einer ungenügenden Rechengutentfernung

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Die Gemeinde Albertshofen liegt in Unterfranken; sie errichtete
bereits 1969 eine Stabilisierungsanlage für 7200
EW. Entsprechend den seinerzeitigen Erkenntnissen wurde
ein Stabrechen mit 25 mm Spaltweite eingebaut. Wie wir
jetzt wissen, lässt dieser Rechen viel zu viel Rechengut durch.
Da es keine Vorklärung gibt, gelangen diese Grobstoffe unmittelbar
in die biologische Stufe. Im Laufe der Jahre ergaben
sich zwangsläufig immer häufiger Betriebsstörungen.
Ich habe drei Reinigungsaktionen fotografiert und möchte
sie nachfolgend kurz beschreiben.
Im Herbst 1997 bemerkte ich, dass der Notüberlauf am
Mittelbauwerk des Nachklärbeckens ständig lief. Schnell
wurde uns klar, was dies bedeutete. Hier ging es um etwas
Größeres. Um die Ursachen zu ergründen, mussten wir das
Nachklärbecken entleeren. Nach der Entleerung wurde der
Grund für das Überlaufen auch deutlich sichtbar. Sieben der
acht vorhandenen Verteilerrohre (Durchmesser 125 mm)
waren völlig mit Rechengut verstopft (Abbildung 1). Beim
achten Rohr war nur noch eine Handbreit frei.
Ein Wunder, dass überhaupt noch belebter Schlamm ins
Nachklärbecken transportiert wurde. Von einer gleichmäßigen
Verteilung konnte sicher schon lange nicht mehr die
Rede sein. Aber das war noch nicht alles. Es fehlten auch
einige der Stützräder des Bodenräumschildes, sie waren…mehr:

http://www.kan.at/upload/medialibrary/KA-Betriebs-Info2-2010.pdf

Autor
Hermann Uhl
Obmann der Nachbarschaft Kitzingen/West
Hindenburgstraße 2
97320 Albertshofen
Tel. ++49 (0)93 21/3 68 57

Erfindung zur Intensivierung und Stabilisierung von Belebungsanlagen

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Über ein Patent (Patentnummer
100 01 181) mit der Bezeichnung „Verfahren
und Anlage zur Sedimentation
und Denitrifikation von Abwasser nach
dem Belebtschlammverfahren“ berichtet
Dipl.-Ing. Siegfried Kelm (Falkensee).
Das Patent wurde bislang nur einmal
angewendet. Im Folgenden wird
über Betriebserfahrungen berichtet.

Nach zehnjähriger Betriebserfahrung auf
einer Kläranlage (31 000 EW) wurden im
Sommer- und Winterbetrieb sehr gute
und stabile Ablaufwerte erreicht. Durch
zeitlich veränderbare Reaktionszeiten
der Nitrifikation, Deammonifikation, Denitrifikation
und Sedimentation kann
man einen hohen Schlammgehalt (9-15
g TS/l ) bei einem intermittierenden Betrieb
des Belebungsbeckens erreichen.
Mit einer Selektion des belebten
Schlamms mithilfe einer einfachen Sedimentation
werden die leichtabsetzbaren
kompakten Flocken (mit oder ohne Aufwuchsträger)
im System erhalten, und
die schwer absetzbaren Flocken (zum
Beispiel fadenbildende Bakterien) werden
ausgekreist.
Die Bemessung erfolgte nach der
tiefsten gemessenen…mehr:

Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 4-2010 ab Seite 375

Autor:
Dipl.-Ing. Siegfried Kelm