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Biogas-Kongress: Experten sehen noch ungenutztes Potenzial

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Von sauberem Strom bis Nahwärme: technischer Fortschritt eröffnet neue Möglichkeiten
Strom aus Biogas – dank neuer Verfahren wird diese Option auch für kleinere Anlagen zunehmend realistisch. Clever vernetzt mit Stadtwerken und mittelständischer Industrie hat Biogas auch noch Ausbaupotenzial als Gas- und Wärmelieferant. Durch konsequenten Einsatz moderner verfahrenstechnischer Lösungen wie effizienter Aufbereitungs- und Mischtechnik, Einsatz von Hilfsstoffen und der Nutzung neuer Online-Messverfahren, kann Biogas in Deutschland und auch weltweit zunehmend an Bedeutung gewinnen, so einige Ergebnisse des internationalen Kongresses „Progress in Biogas II“ vom 30. März bis zum 1. April an der Universität Hohenheim. International habe vor allem Osteuropa ein hohes Ausbaupotenzial. Dank starker Flexibilität könnten Kleinanlagen in Entwicklungsländern hohe Versorgungssicherheit gewährleisten. „Deutschland darf sich nicht auf seiner EU-Vorreiterposition im Biogasbereich ausruhen, sondern muss weiterhin zum Thema Biogas Forschungsarbeit leisten“, so das Credo der Fachwissenschaftler.

Biogas wird bisher hauptsächlich in Blockheizkraftwerken direkt an der Biogasanlage zu Strom und Wärme umgewandelt, die dezentral und hocheffizient genutzt werden. Um Biogas ins Erdgasnetz einzuspeisen muss es von CO2-Anteilen reingewaschen werden, so dass reines Methan übrig bleibt – bisher ein relativ aufwendiges Verfahren. Doch neue Methoden machen mehr Biogas im Erdgasnetz in Zukunft einfacher und wirtschaftlicher – und damit erstmals auch für kleinere Anlagen möglich. Deutschlandweit produzieren bisher nur rund 50 Biogasanlagen reines Methan für das Erdgasnetz, da sich der Prozess bis jetzt nur für größere Biogasanlagen von mehr als 2000 kW elektrischer Leistung lohnte. Beim Kongress wurden neue Verfahren vorgestellt, bei denen sich bereits ab einer Leistung von 600 kW ein Einsatz rechnet.

Nutzung moderner technischer Lösungen
Durch den Einsatz neuer Verfahren zur Aufbereitung faserhaltiger Rohsubstrate und Optimierungen im Bereich der Rühr- und Verfahrenstechnik kann der Eigenstromverbrauch von Biogasfermentern deutlich unter 5 % gesenkt werden. Die derzeit in der Forschung befindlichen Arbeiten zur cleveren Prozessgestaltung beispielsweise durch mehrphasige Prozessführung, Einsatz von Spurennährstoffen und vielleicht zukünftig auch von Mikroorganismenkulturen können zu weiterer Optimierung des Biogasverfahrens führen, so einige Forscher, die bei der Tagung ihre neuesten Ergebnisse präsentierten. Auch durch die Entwicklung neuer Messverfahren wird die Biogastechnologie weiter entwickelt und das Betriebsrisiko minimiert.

Vernetzung mit mittelständischer Industrie
Ausbaupotenzial sahen die Experten auch darin, Biogasanlagen lokal eng zu vernetzten: Stadtwerke könnten Biogas vom landwirtschaftlichen Produzenten abnehmen, reinigen und ins Erdgasnetz einspeisen. Mittelständische Industriebetriebe könnten von Biogasproduzenten in der direkten Umgebung profitieren. Die Abwärme einer Biogasanlage könnte einen Teil des Heiz- und Kühlbedarf eines Zementwerks oder ähnlicher energieintensiver Betriebe decken, so ein erfolgreiches Beispiel der Tagung.
„Solche Schnittstellen wurden bisher zu wenig erforscht. Sie werden aber als Alternative zu fossilen Energien und zur Atomkraft im zukünftigen Energiemix immer wichtiger“, so Dr. Hans Oechsner von der Landesanstalt für Agrartechnik und Bioenergie der Universität Hohenheim, der Gastgeber der internationalen Tagung war.

Biogas aus Gülle und Mist
Bei der Biogasproduktion besitzt Deutschland noch ein Potenzial, das es bisher kaum ausreizte: Abfälle und landwirtschaftliche Reststoffe. Bislang werden Gülle und Mist nur zu 15% genutzt, während die Verwendung von Energiepflanzen in Biogasanlagen in Deutschland besonders weit fortgeschritten ist. Dieses Potenzial gilt es nun mit kleinen dezentralen Anlagen ohne große Energieeinsätze und Transportbewegungen weiter zu erschließen, fordert das Internationale Biogas und Bioenergie Kompetenzzentrum (IBBK), Mitveranstalter der Tagung.

Biogas international: Potenzial in Osteuropa ist riesig
Auch innerhalb Europas gibt es noch Ausbau-Möglichkeiten für Biogas: Mit seinen großen Agrarflächen und guten Anbaubedingungen bietet vor allem Osteuropa ein enormes Potenzial für den Anbau nachwachsender Rohstoffe als Biogaslieferanten, so der Konsens der Biogas-Forscher: „Die Vorträge der Kollegen aus Osteuropa zeigten aber, dass es bisher an gesetzlichen Regelungen und Rahmenbedingungen fehl, die Potenziale auszunutzen. Seine lokalen Gegebenheiten machen Osteuropa dank guter Anbaubedingungen und gleichzeitig vieler freien Flächen zum idealen Standort für Biogas aus nachwachsenden Rohstoffen.“
Biogas in Entwicklungsländern ausbauen
Völlig andere Bedingungen herrschen in Entwicklungsländern: auf Grund weniger guter Anbaubedingungen, knapper Anbaufläche und der dichten Bevölkerung greifen Biogasproduzenten aus Uganda, Nepal, Indien oder Thailand auf landwirtschaftliche Abfallprodukte, Bioabfälle und Nebenprodukte der Lebensmittelerzeugung zurück. In Hohenheim zeigten sie beispielsweise, wie Abfälle aus der Bananenproduktion zur Biogaserzeugung genutzt werden, wobei gewonnener Strom und Wärme im Verbund mit einer Bananenverarbeitungs-Fabrik vor Ort verwendet werden können. Auch einzelne Haushalte profitieren vom Biogas. Aus den Abfällen eines Haushalts lassen sich über eine kleine Biogasanlage Gaskocher und -lampe betreiben. In China sind mehr als 40 Millionen dieser Kleinstanlagen erfolgreich in Betrieb. Solche Konzepte zur dezentralen Energieversorgung wie in China sind gerade für Entwicklungsländer von besonderer Bedeutung, da sie die Versorgung mit kostengünstiger Energie sicherstellen können und zudem positive Umweltwirkungen haben, so die Experten auf der internationalen Tagung.

Hintergrund: Biogas-Forschung an der Universität Hohenheim
An der Universität Hohenheim wird bereits seit den 1970er Jahren intensive Forschung zum Thema Biogas betrieben. Das Forschungsspektrum reicht von Auswahl, Zucht und Anbau neuer Energiepflanzen über die Entwicklung und Prüfung neuer Verfahren bis zu internationalen und ökonomischen Aspekten. Unter anderem verfügt die Universität über ein exzellent ausgestattetes Biogas-Labor.
Eine Forschungsbiogasanlage mit insgesamt 3 Fermentern und umfangreichen Untersuchungsmöglichkeiten wurde 2008 in Betrieb genommen und setzt neue Maßstäbe für die Biogas-Forschung. An dieser Anlage wurden die Forschungsaktivitäten des Landes Baden-Württemberg zum Thema Biogas in der Bioenergie-Forschungsplattform gebündelt.

Florian Klebs Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universität Hohenheim

Flocken im Klärprozess, der Schlüssel zur Effizienzsteigerung um bis zu 30%

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Technik, Expertise und Amortisation 

Einleitung:
Bild FW-Schlamm-Aquen-Flocken-Bild-01.jpgDie Prozesse zur Klärung von Abwässern (Wasser- und Feststofftrennung) werden kontinuierlich optimiert, eine Aufgabe für den verantwortlichen Leiter und seine Mannschaft. Neue Meß- und Regelungstechniken und eine kontinuierlich gewachsene Prozesserfahrung haben zur Klärprozessverbesserung beigetragen. Die Betrachtung der in den produzierenden Prozessindustrien wichtigen Prozessgröße OEE (Overall Equipment Effectiveness) gewinnt als Kenngröße mehr und mehr an Bedeutung. Der Druck auf den Anlagenbetreiber, getrieben durch das Klärmaterial und dessen Inhaltsstoffe, aber auch durch eine veränderte gesellschaftliche und gesetzgeberische Landschaft, nimmt kontinuierlich zu. Die landwirtschaftliche Ausbringung der Klärschlämme wird zunehmend schwieriger, die kostenintensivere Verbrennung wird zunehmen. Die Kosten für die Flockungshilfsmittel, die Transportkosten und die Abnahmekosten für den Klärschlamm werden daher stetig steigen. An diesen drei Kostenblöcken anzusetzen führt nach einer Prozessanalyse der Spezialisten der TU Clausthal zu kurzfristig einfahrbaren Reduzierungen im zweistelligen Prozentbereich, mit Amortisationszeiten von deutlich weniger als einem Jahr. Einfach erreichbar durch die Integration eines überschaubaren Anlagenblocks zur Vorbehandlung des Klärschlammes. Mit einer neuartigen Konditionierungstechnik für polymer-initiierte Flockungsvorgänge kann durch das zweistufige Verfahren mit vier Freiheitsgraden für jeden Trennprozess die Flockenstruktur optimiert werden. Anwendung findet die Technologie bisher in der Abwassertechnik (Klär- und Biogaswerke), zur Schlammbehandlung (bspw.Bohrwasseraufreinigung) und in der Deponiesickerwasserreinigung. In Kombination mit marktüblichen Trennaggregaten kommt es neben der Erhöhung der Separationsleistung zu einer signifikanten Reduzierung des Polymerverbrauchs.
Kurz: Eine höhere Entwässerungsleistung ist durch gezieltere Flockung mit dem FlocFormer möglich, bspw.von 22% auf ca.27%TS, von 28% auf ca.32%, etc.

Prozess/Verfahren:
Bild FW-Schlamm-Aquen-Flocken-Bild-02.jpgIn der Abwasser und Schlammbehandlung sind polymer – initiierte Eindick- und Entwässerungsprozesse seit langer Zeit ein zentraler Bestandteil der Verfahrensführung. In jüngerer Zeit werden Flockungsprozesse auch zunehmend in anderen Bereichen genutzt, um aus einem Medium bestimmte Inhaltsstoffe abtrennen zu können, so zum Beispiel in der Papierindustrie. Geschichtlich bedingt lag das bisherige Augenmerk primär auf den Separationsmaschinen selbst. Im Regelfall wenig Beachtung fand und findet jedoch die Erzeugung der richtigen Flocke für den Separationsprozess. Einstufige oder statische Mischer sind in Hinsicht auf die Flockenausprägung nur begrenzt zu regeln; daher ist eine reproduzierbare Flockenstruktur nur sehr schwer realisierbar. Schwächen in der Flockenerzeugung werden durch Überdosierung des Flockungshilfsmittels kompensiert, dies wiederum verursacht höhere Kosten, optimiert aber nicht den Trennprozess.
Für die Effizienz von Separationsprozessen, wie Filtrationen oder Trennungen im Schwerefeld, hat neben der eigentlichen eingesetzten Trenntechnik die Konditionierung des Mediums einen entscheidenden Einfluss auf das Ergebnis. Unter Konditionierung wird hierbei die Vorbereitung des Mediums für den Trennprozess verstanden. Für die Konditionierung finden in Abwasseranwendungen sehr häufig organische Flockungshilfsmittel Anwendung. Die Zugabe dieser organischen Polymere bewirkt eine Flockung der kolloidalen Bestandteile der Medien. Dabei werden die erzielten Flockenstrukturen sehr stark davon beeinflusst, wie die Einbringung des Konditionierungshilfsmittels in den Schlamm erfolgt. Um diese bisherigen Nachteile und Schwächen aufzuheben und eine regelbare und reproduzierbare Flockenstruktur erzeugen zu können, wurde in Zusammenarbeit mit der TU Clausthal ein neuartiger zweistufiger Flockungsreaktor entwickelt. Neben den prozessspezifischen Zielvorgaben musste die Integrierbarkeit in bestehende Prozesse durch eine hybride, kompakte Bauweise gestützt werden.

Hohe Trennleistung durch ´gute´ Flocken
Voraussetzung für eine hohe Trennleistung ist die Konzentration und das möglichst vollständige Zusammenfügen der abzutrennenden kolloidalen
Bild FW-Schlamm-Aquen-Flocken-Bild-03.jpgInhaltsstoffe in mechanisch belastbare und somit filtrierbare Flockenstrukturen. Hierbei muß besonderes Augenmerk auf das Einbinden von Feinstpartikeln in die Flockenstruktur gelegt werden, sie sollen mit gebunden werden und nicht im Wasser abgehen. „Das Restwasser muss klar sein.“
Konventionelle Konditionierungstechnik ist selten in der Lage, dieser Anforderung zu genügen. Die Einmischung des Polymers in einstufige Inline- Mischer oder statische Mischapparaturen ist aufgrund der geringen Zahl an Stellgliedern wenig effektiv. Beim Inline-Mischer lässt sich lediglich die Umdrehungsgeschwindigkeit des Rührwerks regeln. Die Bildung einer Flockenstruktur, die eine bestimmte Größe und gleichzeitig eine bestimmte Stabilität bedarf, ist hiermit nicht möglich. Die Durchmischungsintensität im statischen Mischer ist direkt abhängig vom fließenden Volumenstrom. Eine Änderung der Mischcharakteristik lässt sich bei festgelegtem Volumenstrom also nicht realisieren.
Durch ´Flocculation Engineering´ können die bestimmenden Faktoren der Konditionierung, wie beispielsweise Verweilzeit, Energieeintrag in den Teilschritten des Prozesses sowie der Verbrauch des Flockungshilfsmittels, gezielt gesteuert werden. Mit dem neuartigen zweistufigen Flockungsverfahren besteht nun die Möglichkeit, die Teilprozesse Flockenentstehung und Flockenausprägung separat zu beeinflussen.

Der Flockungsreaktor im Prozess, Wirkungsweise
Bild FW-Schlamm-Aquen-Flocken-Bild-04.jpg
Der Flockungsvorgang wird in einem zweistufigen Reaktor mit vier Freiheitsgraden durchgeführt. Zunächst wird in einem Mischer das Flockungshilfsmittel homogen unter turbulenten Bedingungen in das Medium eingebracht. Es findet eine Totalflockung statt. Anschließend werden die zu diesem Zeitpunkt großvolumigen und scherinstabilen Flocken in einem Flockenformungsreaktor gezielt erodiert, kompaktiert und für die Separation optimiert ausgeprägt.

Bild FW-Schlamm-Aquen-Flocken-Bild-05.jpgFlocFormer 3L für 18 m³ Medium/h

Als Flockenformungsreaktor dient ein modifizierter Kegelrührer. Ein innerer Kegel rotiert koaxial in einer äußeren Kegelschale. Die Strömungsverhältnisse im Kegelspalt sind nicht konstant, sondern ändern sich mit der axialen Position im Kegel. An der Kegelbasis treten aufgrund des größeren Durchmessers höhere Umfangsgeschwindigkeiten auf als in der Nähe der Kegelspitze. Diese spezifischen Strömungsverhältnisse ermöglichen die Koexistenz von laminaren und laminar-zellularen Strömungszuständen FlocFormer 3L für
18 m3Medium/h in einem Apparat.
Der Umschlagpunkt von der laminaren in die laminar-zellulare Strömung wird beim Kegelrührer vornehmlich von der auftretenden Rotationsgeschwindigkeit sowie von den Radienverhältnissen im Kegelspalt bestimmt. Zusätzlich zur Änderung der Rotationsgeschwindigkeit kann der innere Kegel im äußeren Kegel axial verschoben werden. Auf diese Weise wird Einfluss auf die Radienverhältnisse im Kegelrührer genommen. Der Betriebspunkt des Rührers kann durch Änderungen der Rotationsgeschwindigkeit und der Spaltweite bewusst beispielsweise an höhere Volumenströme oder Massenströme angepasst werden. Ein optimiertes Strömungsregime wird somit sichergestellt. 

Bild FW-Schlamm-Aquen-Flocken-Bild-06.jpg

Fließschema der zweistufigen Konditionierung 

Als zusätzliche, weiterreichende Einflussgröße wird neben der perikinetischen und der orthokinetischen Flockung der Effekt der mechanischen Synerese im Flockenformungsreaktor genutzt, um eine Pelletierungsflockung zu realisieren. Durch das Abrollen der Flocken auf den Flächen der Kegel werden lokale, ungleichmäßige, äußere mechanische Kräfte auf die Flocken aufgebracht, die somit verdichtet werden. Die Endprodukte der zweistufigen Konditionierung sind Flockenpellets. Diese Pellets lassen sich sehr gut entwässern oder separieren. Durch die vier verschiedenen Freiheitsgrade können spezifische Flocken für die unterschiedlichsten Separationsmaschinen und Medien erzeugt werden. Die gewünschte Flockenstruktur ändert sich von Maschinentyp zu Maschinentyp und von Medium zu Medium. Optional kann ein Flockungssensor zur Charakterisierung der Flockenstruktur eingesetzt werden. Der photooptische Sensor berechnet aus einer Flockengrößenverteilung spezifische Parameter, die Rückschlüsse auf die Separationseigenschaften des geflockten Mediums ermöglichen.

Die Ergebnisse
Aufgrund der gezielten zweistufigen Konditionierung wird die Abtrennleistung auf filtrierenden Maschinen wie Bandfilter, Trommelsiebe, Kammerfilterpressen, Schneckenpressen etc. signifikant erhöht. Durch die bereitgestellte kompakte Flockenstruktur findet die primäre Filtration sehr viel schneller statt, und durch die robuste Struktur der Flocken kann während der Filtration oder des Pressens lange Zeit aus dem Filterkuchen Hohlraumwasser abgegeben werden. Als zusätzlicher Effekt ist eine Reduzierung der eingesetzten Polymermenge möglich, da im vorgestellten Konditionierungsreaktor das Polymer besser mit dem Medium vermengt wird, in Kontakt gebracht wird. Das Polymer kann seine Wirkung voll entfalten, eine Überdosierung ist nicht mehr nötig, damit entfallen Polymerkosten. 

Bild FW-Schlamm-Aquen-Flocken-Bild-07.jpgDas Bild zeigt deutlich die Flockenausprägung ohne (links) und mit (rechts) FlocFormer. Links ist die Flockengröße, trotz erfolgter Polymerzuführung, noch sehr fein ausgeprägt. Rechts ist eine ausgeprägte Pellettierung (wir benutzen hier mal sinnigerweise den Begriff „ähnlich Kaviar“) sichtbar. Das ist eine sehr gute Voraussetzung für die nachfolgende Entwässerungseinheit (Dekanter, Filter, etc.), um bei gleichem oder schnellerem Durchfluß mehr Wasser abzutrennen. Gut sichtbar ist die Bindung selbst feinster Schwebstoffe (die das Zwischenwasser im linken Bild erkennbar noch trüben) nach erfolgter Pellettierung durch den FlocFormer (Bild rechts) in der Flocke. Das Restwasser aus dem Dekanter oder Filter geht schwebstofffreier (klarer) ab.

Am Beispiel von Bandfilterpressen lässt sich der vorteilhafte Filtrationseffekt gut veranschaulichen:
Die Bandfilterpresse unterteilt sich in die Bereiche Schwerkraftfiltration (Vorentwässerung), und gegebenenfalls mehrere Druckpresszonen. Die gebildeten Flocken werden im Zulauf der Schwerkraftfiltration aufgegeben. Hier seihert die flüssige Phase sehr schnell und sehr weitreichend ab. Dies hat zur Folge, dass die Bandgeschwindigkeit der Filterpresse reduziert werden kann. Dadurch wird eine längere Verweilzeit in der Presse realisiert, was zu einem höheren Entwässerungsergebnis führt. Unterstützt wird dies durch eine erzeugte scherstabile Flockenstruktur. 

Optischer Vergleich der Klärschlammkonsistenz nach dem Trennprozess
(Beispiel für einen Ausgangswert von 20% TS):
Bild FW-Schlamm-Aquen-Flocken-Bild-08.jpg

Das Ergebnis:
In Abhängigkeit vom Anwendungsfall ist eine Erhöhung der Separationsleistung bzw. Entwässerungsleistung zwischen 10 bis 30 % und eine Reduzierung der Polymermenge um bis zu 25 % erreichbar. Da die Entsorgungskosten nach den Energiekosten ein wesentliches Kostenpaket für den Betreiber sind ist mit dem Einsatz des Flockenkonditionierers FlocFormer eine Verbesserung der OEE (Overall Equipment Effectiveness) im zweistelligen %- Bereich möglich. 

Expertisen der Entsorgungsexperten

Bild FW-Schlamm-Aquen-Flocken-Bild-09.jpg Bild FW-Schlamm-Aquen-Flocken-Bild-10.jpg
„Der Einsatz des FlocFormers hat unsere
Klärschlammentwässerung im Dekanter
optimiert. Das Verfahren ist klasse und
spart Betriebskosten.“

Jörg Hinke
Betriebsleiter
EURAWASSER
Betriebsführungsgesellschaft mbH
Niederlassung Goslar

„Die FlocFormer-Technologie hilft uns
die Kosten der Aktivkohlestufe deut-
lich zu reduzieren. Die Anlage läuft seit
2,5 Jahren stabil.“

Martin Sieloff
Abteilungsleiter und Deponieleiter
Landkreis Osterode am Harz
Kreismülldeponie Hattorf

Bild FW-Schlamm-Aquen-Flocken-Bild-11.jpg
Auch die Separationsleistung von Zentrifugen lässt sich durch die externe, vorgeschaltete Konditionierung steigern. Voraussetzung hierfür ist, dass die gebildeten Flocken über eine hohe Stabilität verfügen. Das wird durch das Verfahren unterstützt.
Die neuartige Konditionierungstechnik hat sich bis heute in mehr als 40 Betriebsversuchen bewährt. Der Schwerpunkt der bisherigen Anwendungen lag in der Abwassertechnik. Im kommunalen Klärschlammbereich konnten die Entwässerungsleistungen von Kammerfilterpressen, Trommelsieben, Schneckenpressen, Bandfilterpressen, Bucherpressen und Dekantern verbessert werden. Neben der Erhöhung der Entwässerungsleistung kann im Regelfall der Polymerverbrauch signifikant reduziert werden.

Die Zusatznutzen für die Umwelt:

Die Klärschlämme kommen trockener in die Verbrennungsanlage, die Energieausbeute steigt signifikant an, der Vortrocknungsaufwand sinkt 
Die i.a. auf der Straße bewegte Trockenschlammtonnage nimmt (s.Bsp.) um 19%, also um ca.1/5, ab (mit ca.3 Mio to Klärschlammaufkommen /anno in Deutschland also ein Transportmasse-Reduzierungspotential von bis zu 600 Tsd to/anno, das sind ca.30 Tsd eingesparte LKW-Fahrten, weg von der Straße) 
ein rechenbarer Gesamtnutzen für die Umwelt ist damit eindeutig nachweisbar 

Zur Abtrennung von im Wasser vohandenen organischen und oxydierbaren Stoffen (Maßzahl ist der CSB-Wert (Chemischer Sauerstoffbedarf) wird das zweistufige Flockungsverfahren ökonomisch in der Deponiesickerwasserbehandlung eingesetzt.

Einsatzmöglichkeiten
Weitere Anwendungen sind überall dort denkbar, wo durch Polymere geflockt wird. Der FlocFormer führt i.a.R.aber auch bei nicht-polymergebundenen Flocken zu einer signifikanten Verbesserung der Separationsleistung. Beispielhaft sei hier aufgeführt, ohne den Anspruch auf Vollständigkeit: 

Kläranlagen, 
Deponiesickerwasseraufbereitung, 
Biogaserzeugung, 
Papierindustrie, 
Fruchtsaftherstellung, 
Lebensmittelindustrie, 
Abwasserbehandlungen,
Schlammaufbereitungen (bspw.Bohrschlämme) und 
Eindickungen aller Art. 

Eine Amortisationsrechnung „Prozessgewinn durch FlocFormer“
Das Kostenreduzierungspotential „Reduzierung der Klärschlammmasse“ und „Reduzierung des Polymereinsatzes“ nachfolgend an einem realen Einsatz (Kläranlage Goslar) mit einem TS-Ausgangswert von 22% aufgezeigt. Mit FlocFormer wurden 27% TS erreicht. Selbst bei Ausgangswerten von 30% TS werden signifikante Potentiale eingefahren.

Das Ergebnis:
Bei einer angenommenen minimalen Nutzungsdauer des FlocFormer von acht Jahren ergibt sich eine durchschnittliche jährliche Verzinsung des eingesetzten Kapitals von 102 % (95.778 Euro x 100/93.500 Euro) für die restliche Nutzungsdauer von 7 Jahren.

Der Kapitalwert der Investition von 93.500 Euro beträgt bei einem 10 %-igen Diskontierungssatz und gleichbleibenden jährlichen Einnahmenüberschüssen von 95.778 Euro 417.284 Euro.

Zusammengefasst: Die Rentabilität der Investition (vor Abzug der Zinsen), beträgt 102 % per anno! 

Der Nutzen (grafisch)
Bild FW-Schlamm-Aquen-Flocken-Bild-12.jpg

Bild FW-Schlamm-Aquen-Flocken-Bild-13.jpg

Die Rechnung
(hier für eine realisierte Zusatzentwässerungsleistung von 22% auf 27% TS berechnet. Auch bei installierten Anlagen mit besten Ausgangswerten von ca.30% TS werden noch signifikante Verbesserungspotentiale eingefahren.) 

Bezeichnung  Wert  Dim. 
Maximaler Volumenstrom 36 m3/h
Trockensubstanz Zulauf 1,92 %
Trockensubstanz Masse 0,69 t/h
Derzeitige Entwässerung
22,0
%
Derzeit zu entsorgende Masse 2,56 t/h
Entwässerung FlocFormer
27,0
%
Künftig zu entsorgende Masse 2,56 t/h 
Massenreduzierung
0,59
t/h
Betriebsdauer pro Jahr 1.768 h/a
Jahresmassenreduzierung Entsorgung  1.047 t/a
Entsorgungsaufwendungen 90,00  Euro/t 
Reduzierung Entsorgungsaufw.
94.290 Euro/a
Polymereinsparung
1,00
kg/t
Jahresmasse TR Schlamm 1.222 t/a
Polymermasse 1.222 kg/a
Aufwand Polymer 4,00 Euro/kg
Reduzierung Polymeraufwendungen
4.888 Euro/a
Reduzierung Entsorgung u. Polyme
99.178 Euro/a 
Betriebskosten, Wartung, etc. FlocFormer 3.400,00 Euro/a 
Netto-Aufwandsreduzierung
95.778 Euro/a 
     
Netto-Investitionssumme 85.000 Euro
Aufwendungen Anschluss FlocFormer 8.500 Euro
Gesamt-Investitionssumme
93.500 Euro
Kalkulationszinsfuß 6,00 %
Kapitalrückflussdauer
0,98
Jahre

Gerne rechnen wir mit Ihren Daten/Ausgangswerten.

Weitere Zusatznutzen auf einen Blick 

Die Klärschlämme kommen trockener in die Verbrennungsanlage, die Energieausbeute steigt 
Die auf der Straße bewegte Trockenschlammtonnage nimmt um ca.20% ab. (bei ca.10.000 Kläranlagen in D ein enormes Transportmengenreduzierungspotential) 
die zugeführte Polymermenge wird reduziert 
ein Gesamtnutzen für die Umwelt ist eindeutig nachweisbar 

Quelle:
aquen aqua-engineering GmbH
Lange Straße 53
D-38685 Langelsheim

www.aquen.de

Beurteilung eines möglichen Krebsrisikos von Nanomaterialien und von aus Produkten freigesetzten Nanopartikeln

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Nanomaterialien werden verstärkt in Industrie- und Verbraucherprodukten eingesetzt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und das Umweltbundesamt (UBA) wurden vom Bundesministerium für Umwelt und Reaktorsicherheit gebeten, den Stand der Erkenntnis zum krebsauslösenden Potenzial verschiedener Nanomaterialien darzulegen.

BfR und UBA kommen zu dem Schluss, dass es in verschiedenen Studien mit Versuchstieren Hinweise auf eine möglicherweise krebsauslösende Wirkung einiger Nanomaterialien wie Kohlenstoff-Nanoröhren (CNTs) oder Titandioxid (TiO2) nach der Aufnahme über die Atem-luft (Inhalation) gibt. Jedoch reichen die derzeit vorliegenden Daten nicht aus, um diese Materialien als „potenziell krebserzeugend für den Menschen“ mit hinreichender Sicherheit einzustufen. Die Unsicherheit besteht vor allem darin, inwieweit sich die im Tierversuch gewonnenen Erkenntnisse auf den Menschen übertragen lassen und ob es sich hierbei um Effekte handelt, die spezifisch auf die Nanodimension zurückzuführen sind oder ob weitere stoffinhärente Eigenschaften wirksam sind.

Zur Freisetzung von Nanomaterialien aus Produkten und zur Exposition sind derzeit ebenfalls keine zuverlässigen Aussagen möglich. Informationen darüber, in welchen Produkten und Zubereitungen Nanomaterialien in welchem Umfang verwendet werden, sind nicht in ausreichendem Maße vorhanden. Es gibt zudem nur wenige Untersuchungen zur Freisetzung dieser Materialien aus Produkten. Zugleich ist eine verlässliche Messtechnik zum Nachweis von Nanomaterialien in verschiedenen Medien noch nicht verfügbar bzw. erst in der Entwicklung. Das gesundheitliche Risiko dieser Materialien für den Menschen lässt sich daher noch nicht mit genügender Sicherheit abschätzen.

BfR und UBA sind der Ansicht, dass trotz der noch bestehenden Unsicherheiten die Befunde zum krebsauslösenden Potenzial einiger Nanomaterialien ernst zu nehmen sind. Es sollte abgeschätzt werden, inwieweit Menschen heute im Alltag mit Nanomaterialien in Kontakt kommen können. Parallel sind aussagekräftige Methoden zur Prüfung der toxikologischen Eigenschaften nanostrukturierter Materialien zu entwickeln, die alle in Frage kommenden Expositionspfade (inhalativ, dermal, oral) berücksichtigen. Generell gilt in der derzeitigen Situation: Das krebsauslösende Gefährdungspotenzial kann nur stoffbezogen und im Einzelfall beurteilt werden. Eine differenzierte, materialspezifische Betrachtung ist daher auch für die Bewertung möglicher, von Nanomaterialien ausgehenden Gesundheitsgefahren zu be-rücksichtigen.

1 Zusammenfassung
Das karzinogene Gefährdungspotential durch Nanomaterialien kann nach kritischer Sichtung der verfügbaren Daten gegenwärtig nur stoffbezogen und im Einzelfall beurteilt werden. Für verschiedene Formen von Carbon Nanotubes (CNTs) und nanoskalierten TiO2-Partikeln (na-no-TiO2) liegen Hinweise vor, wonach diese Materialien bei Aufnahme über die Atemluft (In-halation) Tumoren in sensitiven Tiermodellen induzieren …mehr:

http://www.bfr.bund.de/cm/252/beurteilung_eines_moeglichen_krebsrisikos_von_nanomaterialien_und_von_aus_produkten_freigesetzten_nanopartikeln.pdf

Elektrisch leitfähige Umkehrosmosemembranen

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Dissertationen

Umkehrosmose ist ein Ressourcen schonendes und ökologisch verträgliches Membranverfahren zur Wasseraufbereitung. Aufgrund ihres Rückhaltevermögens gegenüber gelösten Salzen werden Umkehrosmosemembranen nicht nur zur Reinigung von Abwasser, sondern auch zur Herstellung von Ultrareinstwasser sowie zur Entsalzung von Meerwasser verwendet. Die insgesamt bereits sehr ausgereifte Technologie hat in dem sogenannten Fouling einen Nachteil. Hierunter versteht man die Verminderung der Effizienz mit fortschreitender Nutzungsdauer durch die Bildung einer Deckschicht auf der Membranoberfläche. Besonders hervorzuheben ist dabei das Biofouling, das heißt die Anheftung und Vermehrung von Mikroorganismen, die einen Biofilm auf der Oberfläche bilden. Die Bekämpfung von Biofouling wurde bereits in anderen Anwendungsbereichen, wie beispielsweise bei Schiffsanstrichen oder in der Medizintechnik, erfolgreich durch das Anlegen eines elektrischen Potenzials an die zu schützende Oberfläche bewerkstelligt. Im ersten Abschnitt der Arbeit wurde zur Übertragung dieser Methode auf die Umkehrosmosemembran eine Modifizierung der elektrischen Eigenschaften durchgeführt. Hierbei zielte ein Ansatz auf die Herstellung eines elektrisch leitfähigen Verbundwerkstoffs aus dem isolierenden Matrix-Polymer Celluloseacetat mit leitfähigen Carbon Nanotubes und der anschließenden eigenen Herstellung der Membran ab. Bei einem zweiten Ansatz wurde auf die Oberfläche kommerziell erhältlicher Polyamid-Membranen ein elektrisch leitfähiges Netzwerk aus Carbon Nanotubes aufgebracht. Eine gute Flächenleitfähigkeit gepaart mit möglichst geringer Beeinträchtigung der Membraneigenschaften wurde insbesondere bei der Verwendung des letzteren Ansatzes erzielt. Der zweite Abschnitt der Arbeit beinhaltet die Untersuchung der Antifouling- Wirkung der hergestellten Membranen auf den Testorganismus Staphylococcus warneri bei Anlegen eines elektrischen Potenzials unter Variation verschiedener Parameter. Es konnte gezeigt werden, dass ein konstantes positives Potenzial von 2 V gegenüber Ag/AgCl in 3M KCl eine starke Abnahme der anhaftenden Bakterien zur Folge hat, während verschiedene andere zeitliche Potenzialverläufe keinen Einfluss auf die bakterielle Belegung hatten. Basierend auf weiteren Ergebnissen wurde die elektrostatische Wechselwirkung der Mikroorganismen mit dem Membranpotenzial als Mechanismus für die Reduktion des Biofoulings identifiziert. Im Rahmen dieser Arbeit wurde ein auf industriellem Maßstab anwendbares Verfahren entwickelt, durch das Umkehrosmosemembranen mit einer elektrischen Flächenleitfähigkeit versehen werden können, ohne die Trenneigenschaften der Membran wesentlich zu verschlechtern. Auf der Basis der erzielten Erkenntnisse soll in nachfolgenden Arbeiten die Wirksamkeit der Methode gegenüber weiteren Mikroorganismen untersucht werden. Ebenfalls könnte die Antifouling-Wirkung durch die zusätzliche Einbeziehung weiterer bekannter Wirkmechanismen verstärkt werden.  

Elektrisch leitfähige Umkehrosmosemembranen
zur Verminderung des
Biofoulings, Dissertation von Mathias
Nolte, Betreuer: Prof. Dr.-Ing. Wolfgang
Calmano, TU Hamburg-Harburg, Institut
für Umwelttechnik und Energiewirtschaft
kostenloser Download:
http://doku.b.tu-harburg.de/
volltexte/2009/777

Quelle:
KA Korrespondenz Abwasser, Abfall • 2011 (58) • Nr. 4
 

Abwärme: TU Bergakademie Freiberg setzt mit Spitzencluster auf die Nutzung der Abwärme

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Mit der Bewerbung für ein einzigartiges Forschungsprojekt zum Thema Pyroelektrika hat sich die TU Bergakademie Freiberg in der ersten Runde des Spitzenclusterwettbewerbs des BMBF beworben. Pyroelektrika sind eine spezielle Form von Materialien, die Wärme direkt in elektrische oder chemische Energie umwandeln können. Mit dieser Eigenschaft sind sie Grundlage vieler Innovationen im Hinblick auf eine effiziente und nachhaltige Stoff- und Energiewirtschaft. Im Freiberger Projekt „Pyrolabs“ sollen Pyroelektrika und ihre Anwendung unter anderem bei der Nutzung von Abwärme, bei der Herstellung von Chemieprodukten und in der Umwelttechnik erforscht und erstmalig großtechnisch eingesetzt werden.
Weltweit geht etwa die Hälfte der eingesetzten Energie heute selbst in modernen Kraftwerken oder der Chemiebranche in Form von Abwärme verloren. Mit der Bewerbung für ein einzigartiges Forschungsprojekt zum Thema Pyroelektrika hat sich die TU Bergakademie Freiberg in der ersten Runde des Spitzenclusterwettbewerbs des Bundesministeriums für Bildung und Forschung beworben. Pyroelektrika sind eine spezielle Form von zumeist kristallinen Materialien, die Wärme direkt in elektrische oder chemische Energie umwandeln können. Mit dieser besonderen Eigenschaft sind sie Grundlage vieler einzigartiger Innovationen im Hinblick auf eine effiziente und nachhaltige Stoff- und Energiewirtschaft. Im Freiberger Projekt „Pyrolabs“ sollen Pyroelektrika und ihre Anwendung unter anderem bei der Nutzung von Abwärme, bei der Herstellung von Chemieprodukten und in der Umwelttechnik erforscht und erstmalig großtechnisch eingesetzt werden.

„Unser neues Forschungsprojekt ist im Hinblick auf die Einhaltung der Klimaziele der Bundesregierung und die Sicherung der Rohstoff- und Energiebasis für das Nach-Erdölzeitalter von nationaler und natürlich auch internationaler Bedeutung“, sagt Professor Bernd Meyer, Rektor der TU Bergakademie Freiberg. „Unser Ziel ist es, in dem Forschungsverbund das Innovationspotenzial unserer Universität mit den vorhandenen Kompetenzen mehrerer Wirtschaftszweige in der Region, also in Sachsen sowie dem mitteldeutschen Raum, unter Beteiligung überregionaler Industriepartner zusammenzuführen. Mit unseren Forschungsergebnissen und Visionen wollen wir die vielfältigen Nutzungspotenziale der Pyroelektrika für den industriellen Einsatz und für die gesamte Gesellschaft nutzbar machen. Insbesondere beabsichtigen wir, uns den globalen Herausforderungen im Energie- und Umweltbereich zu stellen“, so Meyer.
Er betont die Rolle der TU Bergakademie Freiberg als Ressourcenuniversität, die sich den Zielen einer effizienten und gleichzeitig nachhaltigen Stoff- und Energiewirtschaft verpflichtet fühlt. „Die Braunkohlevorräte in unser Region sind nach anerkannten Prognosen für über 200 Jahre ausreichend. Wir sind also in diesem Zusammenhang ein rohstoffreiches Land. Nur müssen wir die Kohle als Ressource für neue Stoffe nutzen und wollen das heute noch als schädliches Treibhausgas freigesetzte Kohlendioxid als Grundstoff für eine neue Kohlechemie im Stoffkreislauf halten.“

„Wir wollen die Pyroelektrika, die zur Zeit vorwiegend in der Sensorik, etwa in Bewegungsmeldern für die Hausbeleuchtung, eingesetzt werden, so weiterentwickeln, dass sie für neue Technologien nutzbar sind. Sie bieten noch ungeahnte Potenziale und sind in ihrer Bedeutung etwa mit den Vitaminen für unsere Ernährung oder Katalysatoren für die Abgasreinigung vergleichbar. So könnte zum Beispiel in einem Kraftwerk aus der bisher nicht mehr verwendeten Abwärme mit unserem Know-how Wasserstoff erzeugt und dieser mit dem zugleich erzeugten Abfallprodukt Kohlendioxid zu einem Grundstoff für die chemische Industrie für das Nach-Erdölzeitalter zusammengeführt werden“, erklärt Prof. Dirk Meyer, Sprecher des Spitzenclusters, die Chancen des Forschungsverbunds.

Die Bergakademie ist damit eine von zwei sächsischen Universitäten, die sich mit einem Spitzencluster-Antrag beim Bundesministerium für Bildung und Forschung bewirbt. Als Cluster bezeichnet man einen Forschungsverbund, in dem sich Wissenschaftler und Industriepartner einem gemeinsamen Thema widmen. Der Spitzencluster-Wettbewerb ist Teil der Hightech-Strategie der Bundesregierung: Er wurde im August 2007 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ins Leben gerufen und soll die leistungsfähigsten Forschungsverbünde auf dem Weg in die internationale Spitzengruppe unterstützen.

24 Projektskizzen sind deutschlandweit aktuell im Spitzencluster-Wettbewerb eingereicht worden. Bis Juni werden von einer hochkarätig besetzten Jury fünf ausgewählt. Am Schluss erhalten fünf der Projekte eine Förderung von 40 Millionen Euro über fünf Jahre. Voraussetzung ist das Engagement der Privatwirtschaft in gleicher Höhe und die ideelle und finanzielle Unterstützung durch das jeweilige Land. Die TU Bergakademie Freiberg hat bereits eine finanzielle Beteiligungszusage der Industrie in entsprechender Höhe erhalten.

Den eigenen Hörschaden vorausberechnen

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Das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) stellt im Internet eine Software bereit, mit der die Folgen von Freizeit- und Arbeitslärm berechnet werden können.
Seit mehr als 15 Jahren sinkt die Zahl angezeigter Gehörschäden durch Lärmbelastung am Arbeitsplatz. Gleichzeitig klagen Ärzte und Arbeitgeber über einen deutlichen Anstieg lärmschwerhöriger Berufsanfänger. Der Grund: Hohe Lärmpegel in der Freizeit durch Musikhören über MP3-Player und durch Diskobesuche. Dass ein nur zweistündiger Diskobesuch am Wochenende einen bis zu zehnmal höheren Anteil am Entstehen eines späteren Gehörschadens haben kann als eine komplette Arbeitswoche im Lärm, zeigt ein einfacher Lärmbelastungsrechner, den das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) kostenlos im Internet anbietet:
www.dguv.de, Webcode d113946.

Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene können sich hier darstellen lassen, wo die Schwerpunkte ihrer individuellen Lärmbelastung liegen und wann sich aus dieser Belastung möglicherweise ein Hörverlust entwickelt. Zusätzlich veranschaulichen Musik- und Sprachbeispiele, wie sich dieser Hörverlust tatsächlich einmal anhören könnte.

Am Arbeitsplatz ist der Schutz des Gehörs vor schädlicher Lärmeinwirkung klar geregelt: Schon ab einem Lärmpegel von 85 dB(A) müssen Beschäftigte Gehörschutz tragen und an regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen. Zum Vergleich der Freizeitlärm, für den solche Regelungen fehlen: Der MP3-Player schafft es locker auf 90 dB(A) – vor allem, wenn er bei Hintergrundgeräuschen wie in der U-Bahn aufgedreht wird. Ein Livekonzert oder ein Diskobesuch bringt es gar auf über 100 dB(A). Wer da meint, die wenigen Dezibel mehr könnten dem Gehör nicht ernsthaft schaden, muss wissen: Ein Unterschied von 3dB wird vom Menschen zwar kaum wahrgenommen; tatsächlich bedeuten nur 3dB mehr aber bereits eine Verdopplung der Schallenergie.

„Der Grundstein für gravierende Hörschäden im Alter wird in der Jugend gelegt“, sagt Dr. Martin Liedtke, Lärmschutzexperte im IFA. Sein Lärmbelastungsrechner und der Lärmverlust-Demonstrator des University College London seien geeignete Instrumente, um für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren und für einen maßvollen Umgang mit Freizeitlärm zu werben.

Weitere Informationen:
http://www.dguv.de ; Webcode d113946.

Beobachten Sie das Leben der seltenen Adler! Live-Schaltung in den Schreiadler-Horst

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Die Schreiadler sind da! Beobachten Sie per Live-Kamera das Leben der Adler. In den Horst in Lettland ist gerade ein Schreiadler-Weibchen eingezogen. Fleißig ist sie dabei, den Horst mit Zweigen und Blättern zu schmücken. Ob schon bald ein Männchen zu ihr zieht?

Hier geht es zur Schreiadler-Kamera! :
http://www.deutschewildtierstiftung.de/de/mitmachen-erleben/faszination-schreiadler/adler-tv-live-schaltung-in-den-schreiadler-horst/

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Ein Liter Sprit, wie weit kommen Rostocker Studenten?

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Sie fährt leidenschaftlich gerne Auto, aber auch Motorrad. Studentin Maria Tönse (20) ist 1,63 m groß, wiegt 53 Kilogramm. „Ich bin aber kein PS-Junkie“, sagt die zarte Rostockerin, die für das 20-köpfige Team der Rostocker Universität beim 27. Shell-Marathon vom 26. bis 28. Mai auf dem Eurospeedway Lausitz, südlich von Berlin, an den Start gehen wird.

Beim größten Energie-Effizienzwettbewerb in Europa, fließt Benzin nur tröpfchenweise. Es geht darum, wer mit einem Liter Benzin in einem selbstkonstruierten Fahrzeug am weitesten kommt. „Ich gebe alles, damit wir gewinnen“, sagt die 20-Jährige, die bis zum Wettkampf der Studenten drei Kilo abnehmen will. Sprit sparen und dabei beim Konstruieren und Bauen des Fahrzeugs lernen, darum geht es den Studenten und Mitarbeitern der Universität Rostock um Teamleiterin Christin Freese. Sie eint das Ziel, so gut wie möglich abzuschneiden. Die Konkurrenz ist groß: Angemeldet haben sich 223 Teams, davon 25 aus Deutschland.

„Wir bauen das Fahrzeug in Leichtbaukonstruktion komplett alleine“, sagt Christin Freese. Bis zum 1. Mai soll es fertig sein. Dann geht es auf zu Probefahrten auf dem Rostocker Uni-Sportplatz am Waldessaum. Mit hohen Sicherheitsstandards. Davon überzeugen sich Experten von Shell vor dem Wettkampf. „Nicht schwerer als 50 Kilogramm soll das Auto werden“, betont die angehende Wirtschaftsingenieurin. Beim Wettkampf liegt die Fahrerin, die mit einem Fünfpunktgurt gesichert wird, in einer ultraleichten Sitzschale.

Student Peter Jennerjahn aus dem 6. Semester stellt klar: „Wir fahren nicht mit E 10. Der Brennwert von Super ist höher als der von E10″, sagt der angehende Ingenieur und fügt hinzu: „Dadurch wird eine bessere Reichweite möglich“. Alle seine anderen Mitstreiter sind Tüftlerfüchse und kommen aus der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik. Sie mussten bei der Konstruktion und dem Bau des Fahrzeuges nicht ganz bei null anfangen. Zum dritten Mal beteiligt sich die Uni Rostock an diesem Wettbewerb. Im Premierenjahr erreichte das Team von 160 Teilnehmern einen 94. Platz und kam mit einem Liter Superbenzin über 200 Kilometer weit. Letztes Jahr schieden die Rostocker wegen Maschinenprobleme aus. „Deshalb bauen wir jetzt bis auf den Antrieb ein komplett neues Fahrzeug“, sagt Student Moritz Braun. Ein U-Profil aus Aluminium bildet den Rahmen des Fahrzeuges. Die Außenhaut mit strömungstechnisch optimierter Hülle erinnert an die Silhouette eines Haifisches oder an eine Kreuzung von Moped und Fahrrad. Dass, was da in der Forschungshalle der Uni Rostock in vielen, vielen Stunden entsteht, ist am Ende Hochtechnologie vom Feinsten. „Die Automobilindustrie beäugt die Entwicklungen der Teams mit viel Interesse“, weiß Student Normann Koldrack. In Zeiten schwindender Rohstoffe bestehe die Herausforderung, Kraftstoff zu senken und Material zu sparen. „Wir sind alle um unsere Umwelt besorgt“, sagt Normann Koldrack. „Deshalb knobeln wir in Rostock an guten Lösungen für alternative Antriebssysteme“.

Das imponiert Professor Horst Harndorf, Leiter des Lehrstuhls für Kolbenmaschinen und Verbrennungsmotoren: „In der Fakultät Maschinenbau und Schiffstechnik verfolgen wir die Aktivitäten unserer Studenten mit großem Interesse und unterstützen sie nach Möglichkeit. Das gilt insbesondere für Forschungen auf dem Gebiet der effizienten Energieumwandlung, dem sich der Shell-Eco-Marathon widmet“, sagt der Professor. Er schätzt das Engagement der Studenten sehr. „Das dient dem guten Ruf der Universität Rostock gerade auch bei jungen Menschen über die Landesgrenzen hinaus“.
Prof. Harndorf sieht aber noch einen weiteren Aspekt: „Die größten Vorteile ergeben sich für die Studenten selbst. Die Erfahrungen, ein Fahrzeug mit allen Details bis zur Funktionsfähigkeit bringen zu müssen, seien von großem Wert. „Neben der Lösung technischer Fragestellungen sind Teilprojekte zu definieren und diese zeitlich und finanziell zu koordinieren. Die Studenten müssen Sponsorengelder einwerben, Netzwerke bilden und pflegen sowie ihre Teamfähigkeit unter Beweis stellen“. Der Professor ist überzeugt, „ dass das außerordentliche Engagement im Shell-Eco-Marathon-Team durch potenzielle Arbeitgeber sehr positiv bewertet wird.“

Auf jeden Fall gehört den Studenten um Teamleiterin Christin Freese die Sympathie der Daimler AG, Niederlassung Rostock. „Wenn es solche Pioniere des Fahrzeugbaus nicht geben würde, die an Lösungen knobeln, wie der Spritverbrauch weiter reduziert werden kann, wären wir nicht da, wo wir heute sind“, sagt Verkaufsleiter Axel Hoffmeyer. Für ihn ist das Projekt eine „interessante Sache, die Unterstützung verdient“. Axel Hoffmeyer sagt: „Wir geben 500 Euro für die Knobler.
Den Kraftstoff zu reduzieren, das ist auch unser Thema“. Teamleiterin Christine Freese freut sich über die spontane Hilfe von der Daimler AG Rostock. „Ganz ohne Sponsoren läuft das Projekt nicht“.
Zu den weiteren Unterstützern der Studenten gehören das Rostocker Fahrradfach-geschäft Little John Bikes (Josef Weißbäcker); der Verein CSER, die Hanse Yachts AG, der Verband der Ingenieure, Professoren und Mitarbeiter der Rostocker Fakultät Maschinenbau und Schiffstechnik.

Kontakt:
Christin Freese
Sprecherin des Rostocker Teams
Kontakt: Telefon: 0173 24 76 934
Mail: christin.freese@uni-rostock.de

Dunkle Materie – Die Geschichte der Scheiße

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Autor: Florian Werner

„Zwischen Kot und Urin werden wir geboren“ (Augustinus) – und damit beginnt unsere notgedrungen lebenslange Auseinandersetzung mit unseren Exkrementen. Sie prägen unser Verständnis von Kultur, Identität, Gesellschaft, Gesundheit, Schönheit, Anstand und Humor. In der Kunst, in den Naturwissenschaften, in der Ökonomie und in der Architektur spielen menschliche Ausscheidungen eine wesentliche Rolle. Aber auch in der Biographie jedes einzelnen: Anhand seiner Ausscheidungen erlernt der Mensch die Grammatik des Ekels, der Hygiene und des Wohlgeruchs. Nach dem Erfolgstitel „Die Kuh“ verblüfft Florian Werner erneut mit einer so unterhaltsamen wie intelligent findigen Kulturgeschichte.

http://www.hanser-literaturverlage.de/buecher/buch.html?isbn=978-3-312-00475-1