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Umwelt: Kommission startet neue Initiative zur Unterstützung der Markteinführung innovativer Umwelttechnologien

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Die Europäische Kommission hat ein neues Instrument zur Unterstützung von Unternehmen aufgelegt, die innovative Umwelttechnologien entwickeln. Das Pilotprogramm zur Überprüfung von Umwelttechnologien (ETV) sieht vor, die Effizienz neuer Umwelttechnologien durch unabhängige Stellen prüfen zu lassen. Die Hersteller können auf diese Weise belegen, dass ihre Leistungsbehauptungen stimmen, und Erwerbern neuer Technologien wird die Wahl innovativer Verfahren, die genau auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind, erleichtert.

EU-Umweltkommissar Janez Potočnik erklärte: „Das Pilotprogramm zur Überprüfung von Umwelttechnologien ist die erste praktische Umsetzung des Aktionsplans für Öko-Innovationen. Investoren brauchen objektive, glaubwürdige Informationen über die Möglichkeiten und Leistung der neuen Technologien, und deshalb kommt dieser Initiative eine wichtige Aufgabe zu. Sie soll wegbereitende Unternehmen im umwelttechnologischen Bereich dabei unterstützen, die Chancen des EU-Binnenmarktes optimal zu nutzen.“

Das ETV-Pilotprogramm ist vollkommen freiwillig und deckt zunächst drei Bereiche ab: Abwasseraufbereitung und -überwachung, Stoffe, Abfall und Ressourcen sowie Energietechnologie. Ziel ist es, Risiken zu mindern und das Vertrauen von Ersterwerbern und Investoren in eine neue Technologie zu stärken, indem zuverlässige, wissenschaftlich fundierte Aussagen zu ihrer Leistung gemacht werden. Es wird eine Prüfbescheinigung ausgestellt, auf die Unternehmen in ihren Geschäftsbeziehungen zurückgreifen können. ETV-Dienste sind vor allem für kleine und mittlere Unternehmen gedacht, die es schwerer haben als größere Hersteller, Beweise für die Leistung ihrer neuen Technologien zu erbringen. Dank ETV dürfte sich die Notwendigkeit, immer wieder neue Demonstrationsstandorte zu schaffen oder Testläufe für verschiedene Märkte zu wiederholen, nicht selten erübrigen. Außerdem sollte die Ausfuhr auf Nicht-EU-Märkte leichter gemacht werden, nach Nordamerika oder Asien etwa, in denen sich das ETV-Konzept zunehmend durchsetzt.

Nächste Schritte
Die Umsetzung des Programms beginnt mit der Akkreditierung der Prüfstellen, die die tatsächliche Leistung der Technologien feststellen. Interessierte Organisationen sind aufgefordert, die Zulassungsstelle des Mitgliedstaats zu kontaktieren, in dem sie niedergelassen sind; ein Verzeichnis aller Stellen kann auf der Website der Europäischen Organisation für die Zusammenarbeit im Bereich Akkreditierung (European Cooperation for Accreditation – siehe unten) aufgerufen werden. In den nächsten Monaten wird im Rahmen des Programms für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation eine Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen ergehen, um zugelassene Prüfstellen bei der Umsetzung des Pilotprogramms zu unterstützen. Hierzu gehört auch, Herstellern bei der Beantragung von ETV-Überprüfungen zu assistieren.

Nach zwei oder drei Jahren der Anwendung wird die Europäische Kommission das ETV-Pilotprogramm einschließlich Durchführung und Bedeutung für die Vermarktung neuer Technologien bewerten und Schlussfolgerungen über die Zukunft der ETV-Überprüfung in Europa ziehen. Interessierte Kreise können sich im Rahmen eines Beteiligten-Forums, das 2012 eingerichtet wird, zur Umsetzung und Evaluierung des ETV-Pilotprogramms äußern.

Hintergrund
Das ETV-Pilotprogramm wurde in Zusammenarbeit mit sieben Mitgliedstaaten und zahlreichen Akteuren im Bereich der Entwicklung und Bewertung neuer Technologien erstellt. Es ist eine der Aktionen, die in dem neuen, gerade angenommenen Aktionsplan für Öko-Innovationen angekündigt sind (siehe IP/11/1547).

Weitere Auskünfte
ETV webpage on Europa (auf Englisch – Information Note, ETV General Verification Protocol und FAQ sowie das Arbeitsdokument der Kommissionsdienststellen „The Environmental Technology Verification (ETV) initiative – Helping Eco-Innovations to reach the Market“). Die nationalen Kontaktstellen in teilnehmenden Mitgliedstaaten sind in der Information Note aufgelistet.
Für zusätzliche Informationen richten Sie sich bitte per E-Mail an: env-etv@ec.europa.eu
Aktionsplan für Öko-Innovationen
Gemeinsame Website Forschungs- und Pilotprojekte ETV
European co-operation for Accreditation
Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP) – Programm „Unternehmerische Initiative und Innovation“

http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/11/1544&format=HTML&aged=0&language=DE&guiLanguage=en

Cunnersdorf: Das ist Deutschlands teuerste Kläranlage

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Cunnersdorfer sollen 5,85 Euro/m³ fürs Abwasser zahlen!

Königstein – Es ist ein unscheinbares Häuschen am Ortsrand von Cunnersdorf (Sächsische Schweiz). Doch was aussieht wie eine Gartenlaube, ist Deutschlands teuerste Kläranlage!
Denn auf die rund 400 Cunnersdorfer umgelegt, kostet sie so viele Gebühren wie sonst nirgendwo. Und dagegen läuft ein ganzes Dorf jetzt Sturm.
„Seit Jahren wurden die Gebühren immer wieder erhöht, weil die Anlage…mehr:

http://www.bild.de/regional/dresden/klaeranlagen/das-ist-deutschlands-teuerste-klaeranlage-21816094.bild.html

Alleskönner im Abwasser-Bakterien erzeugen Strom

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Die mikrobielle Brennstoffzelle könnte einen Beitrag zur nachhaltigen Energiewende leisten. Bakterien reinigen dabei in Kläranlagen nicht nur das Abwasser, sondern erzeugen darin zusätzlich noch Strom.

Es ist eine Option für das nächste Jahrzehnt: Die kommunale Kläranlage als neue Energiequelle. Bakterien können nämlich nicht nur Abwasser reinigen, sondern dabei auch Strom erzeugen – vor allem wenn sie Metalle mögen. Forscher arbeiten in aller Welt an der Entwicklung von mikrobiellen Brennstoffzellen, einer Technologie, die einen weiteren Beitrag zur Energiewende leisten könnte.
Eines der führenden Teams forscht an der Technischen Universität Braunschweig und arbeitet dabei eng mit Wissenschaftlern in Marburg, Leipzig und Darmstadt zusammen. Allerdings wird es noch dauern, bis aus den heutigen Mini-Zellen im Labor großtechnische Anlagen werden. Professor Uwe Schröder vom TU-Institut für Ökologische und Nachhaltige Chemie nennt einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren.

Strom aus Urin
Dabei ist das Grundphänomen der Bio-Brennstoffzelle …mehr:
http://www.n-tv.de/wissen/Bakterien-erzeugen-Strom-article5106616.html

Nachrichten von Verbänden 2012

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November 2012
DBU Tabletten-Cocktail im Trinkwasser: DBU-Förderinitiative setzt auf „grüne“ Arznei
VKU Energiegipfel: „Alle an der Energiewende beteiligten Akteure brauchen mehr Planungssicherheit“ 
AöW Energiepotenziale in der Wasserwirtschaft stärker nutzen – das bringt Vorteile für alle! 
VSB Verfahren nachhaltiger als ihr Ruf
BDEW Gefährdung von Böden und Grundwasser ohne Düngemittel ausschließen 
BDEW BDEW zur Novelle der Trinkwasserverordnung im Bundesrat 
August 2012
AöW Zwei Jahre Menschenrecht auf sauberes Wasser und Sanitärversorgung 
BDEW BDEW zu Medienberichten über neue staatliche Belastungen auf Erdgas
BDEW BDEW kritisiert aktuellen Entwurf des Nationalen Aktionsplans Pestizide 
VSR VSR-Gewässerschutz stellt positive Entwicklung der Nitratbelastung im Kreis Kleve fest 
VKU VKU fordert neues integriertes Energiemarktkonzept
RSV 20 Jahre RSV: Qualität in der Rohrleitungssanieurng 
RSV Grabenlose Leitungssanierer treffen sich in Gelsenkirchen und Siegen 
März 2012
AöW Pilotprojekt „Wind für Wasser“ in Schleswig-Holstein gestartet 
Februar 2012
RSV Politisches Ränkespiel um die Dichtheitsprüfung in NRW gefährdet Umwelt und Arbeitsplätze 
Januar 2012
VKU VKU startet Mitgliederbefragung zur Abwasserabgabe 
AöW Energiepotenziale in der Wasserwirtschaft nutzen 

Tabletten-Cocktail im Trinkwasser: DBU-Förderinitiative setzt auf „grüne“ Arznei

Stiftung unterstützt Modellprojekte – Kooperationen zwischen Wirtschaft und Forschung erwünscht
Osnabrück. Der Gebrauch von Medikamenten hat Folgen – auch für die Umwelt: „Einige Wirkstoffe werden beim Aufbereiten des Abwassers nicht vollständig ent-fernt und gelangen zum Teil sogar ins Trinkwasser. Sie sind ein Risiko für die menschliche Gesundheit und schädigen nachweislich Tiere und Pflanzen“, sagte Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), heute in Osnabrück. Mit der neuen Förderinitiative „Nachhaltige Pharmazie“ möchte die Stiftung verstärkt Modellprojekte initiieren, die darauf ab-zielen, Arzneimittelrückstände in der Umwelt zu vermindern oder zu vermeiden und neue ressourcenschonende und schadstoffarme Produktionsverfahren voranzu-treiben. Die Initiative richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen so-wie Forschungseinrichtungen – Kooperationen sind ausdrücklich erwünscht. Die Förderleitlinien, Verfahrensbestimmungen und Infos zu laufenden Projekten sind online abrufbar.
„In der nachhaltigen Pharmazie geht es nicht allein darum, ein wirksames Medikament herzustellen. Sie betrachtet den gesamten Lebenszyklus eines Arzneimittels und dessen Einfluss auf die Umwelt: vom Rohstoffeinsatz über das Entwickeln und Herstellen bis hin zum Verschreiben, dem sachgemäßen Gebrauch, dem Entsorgen und dem Verbleib in der Umwelt“, betonte Dr. Maximilian Hempel, Leiter des DBU-Referates Umweltchemie. Vor allem das Herstellen von Medikamenten sei noch immer mit einem hohen Verbrauch an Rohstoffen, Lösungsmitteln und Energie sowie einem hohen Abfallaufkommen ver-bunden. Für die Produktion von einem Kilogramm Arznei würden durchschnittlich 3,2 Ki-logramm Lösungsmittel und 5,4 Liter Wasser verbraucht sowie 5,4 Kilogramm Abfall ent-sorgt.
Nach dem Gebrauch würden die Substanzen vom Körper ausgeschieden, erklärte Hem-pel. Unverbrauchte oder abgelaufene Medikamente würden oft auch einfach achtlos über die Toilette entsorgt. Heute ließen sich Arzneimittelrückstände in Böden, Flüssen, Seen sowie im Grund- und Trinkwasser feststellen – mit gravierenden Folgen für die Umwelt:

„Bei Fischen konnte zum Beispiel eine ‚Verweiblichung‘ nachgewiesen werden durch Wirkstoffe aus der Anti-Baby-Pille, die die Wasseraufbereitung passieren. Außerdem sind Geier-Populationen in Indien und Pakistan im Bestand bedroht, weil Rinder mit speziellen Schmerzmitteln behandelt werden“, sagte er weiter.

In der Förderinitiative sollen laut Hempel vor allem Projekte berücksichtigt werden, die wesentliche Merkmale erfüllen: „Wir unterstützen Vorhaben, in denen mit Methoden der „Green Chemistry“ oder der industriellen Biotechnologie neue umweltfreundliche Synthe-se- und Aufreinigungsverfahren entwickelt werden und die dazu beitragen, dass be-stimmte Wirkstoffe vom Körper besser aufgenommen, transportiert und umgewandelt werden können. Des Weiteren unterstützen wir Projekte, die die Darreichungsform von Medikamenten – ob als Zäpfchen, Tabletten oder Pulver – so zu optimieren versuchen, dass möglichst ein nur geringer Teil vom Körper wieder ausgeschieden wird und damit in die Umwelt gelangen kann. Außerdem spielen Projekte eine Rolle, die an der Entwick-lung geeigneter Ersatzstoffe für umweltgefährdende Substanzen arbeiten.“

www.dbu.de

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Energiegipfel: „Alle an der Energiewende beteiligten Akteure brauchen mehr Planungssicherheit“

Anlässlich des am Freitag stattfindenden Energiegipfels der Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) klare Aussagen zur gesamtstaatlichen Umsetzung der Energiewende und einen tragfähigen Zeitplan für die Branche. VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck: „Alle beteiligten Akteure der Energiewende brauchen Planungssicherheit. Ohne einen verlässlichen Rahmen bleiben die Investitionen aus, die wir zur Erreichung der ambitionierten Ziele brauchen. Das gilt für Deutschland insgesamt, aber auch für die einzelnen Bundesländer. Mittlerweile sind die politischen Beschlüsse schon über ein Jahr alt und es gibt in zentralen Bereichen immer noch mehr offene Fragen als Antworten.“

Mit Sorge beobachtet der VKU die zunehmenden regulatorischen Eingriffe. Erst Anfang Oktober 2012 hatte das Bundeskabinett den Vorstoß gemacht, dass die Übertragungsnetzbetreiber Inhaber von Kraftwerken zum Betrieb der Anlagen verpflichten können, auch wenn diese unwirtschaftlich sind. Dazu Reck: „Punktuelle staatliche Zwangsmaßnahmen etwa für Kraftwerksbetreiber führen zu einer Verzerrung des Marktes, die das ganze System teurer machen. Dafür müssen letztlich die Bürger zahlen.“ Eine weitere Folge der fehlenden Planungssicherheit sei, dass Investitionen in Kraftwerke, Windparks oder den Ausbau der Netze gar nicht oder mit erheblichen Risikoaufschlägen getätigt werden, was sich am Ende ebenfalls auf den Strompreis niederschlüge, so Reck.

„Die gegenwärtige Politik schafft Blockaden, anstatt die Verantwortlichen handlungsfähig zu machen“, kritisiert Reck. „Wir dürfen uns nicht im klein-klein verlieren, sondern brauchen ein ganzheitliches, integriertes Energiemarktdesign, das den effizienten Ausbau der erneuerbaren Energien, die Investitionen in neue Gaskraftwerke, den Netzausbau sowie den Ausbau von Reserve- und Speicherkapazitäten gleichermaßen berücksichtigt. Nur so erreichen wir gemeinsam unsere Ziele.“

Der VKU als Spitzenverband der kommunalen Wirtschaft fordert die Teilnehmer des Energiegipfels auf, in den nächsten Monaten in folgenden Bereichen die Weichen für eine ökologische und bezahlbare Energieversorgung zu stellen. Ausdrücklich begrüßt der VKU die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz, die ebenfalls klare und verlässliche ordnungspolitische Rahmenbedingungen sowie konsequente Koordination der Energiewende fordern.

Kosten der Energiewende klar und ehrlich kommunizieren

Die Energiepreise müssen für die Industrie, Mittelstand und Bürger bezahlbar sein. Die Kosten müssen gerecht auf Verursacher und Letztverbraucher verteilt werden. Die aktuelle Diskussion über die Belastung der Stromkunden mit verschiedenen Umlagen zeigt, dass die gesetzgeberischen Aktivitäten stärker gebündelt und besser kommuniziert werden müssen. Dazu Reck: „Die Bürger sollten wissen, was auf sie zukommt – sonst verlieren wir die Akzeptanz für die gesamte Energiewende. Dazu gehört auch, Ausnahmen und Befreiungen von Umlagen für die Industrie transparenter zu machen und gegebenenfalls kritisch zu hinterfragen.“

Strom aus erneuerbaren Energien effizient mit konventionellen Erzeugungsformen koppeln

Der Ausbau der erneuerbaren Energien muss kosteneffizient und abgestimmt auf den Netzausbau erfolgen. Die Erhöhung der EEG-Umlage ab 2013 auf 5,27 Cent pro Kilowattstunde hat den Änderungsbedarf deutlicher denn je gemacht. „Das EEG muss dahin gehend novelliert werden, dass der weitere Ausbau voranschreitet, ohne dass die Kosten aus dem Ruder laufen“, so Reck. Weil die erzeugte Energie aus Wind und Sonne nicht gleichmäßig zur Verfügung steht, bedarf es einer besseren Integration mit konventionellen Erzeugungsformen, um ausreichend gesicherte Leistung zu erzeugen. Dazu muss langfristig ein zuverlässiger Rahmen für bestehende Kraftwerke und Investitionen in den Neubau geschaffen werden. Im Interesse einer besseren Synchronisation mit den erneuerbaren Energien sollten unter anderen moderne Gaskraftwerke gefördert werden, am besten mit kombinierter Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Denn Gaskraftwerke haben eine kurze Hochlaufzeit und bieten als stromgeführte KWK-Anlagen mit großen Wärmespeichern dringend benötigte Pufferkapazität, mit der schnell auf fluktuierende Erzeugung reagiert werden kann.

Kraft-Wärme-Kopplung weiter voran bringen

Das neue Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWK-G) hat die Rahmenbedingungen für dezentrale Erzeugung deutlich verbessert. Der VKU bewertet es als wichtigen Baustein, um Planungs- und Investitionsbedingungen für die Modernisierung und den Neubau von KWK-Anlagen zu schaffen.

Das gilt auch für die Wärme- und Kältenetzförderung, die infolge der Novellierung eine noch größere Wirkung entfalten kann. Die Novelle soll helfen, den KWK-Anteil an der deutschen Stromerzeugung bis 2020 auf 25 Prozent zu erhöhen. Die KWK ist in Deutschland eine Domäne der Stadtwerke. Dreiviertel der bei den kommunalen Energieversorgern installierten Kraftwerkskapazität besteht aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen. Die Stadtwerke arbeiten beständig am Ausbau dieser Technologie.

Netzausbau fördern und Investitionshemmnisse beseitigen

Aktuell sind Investitionen auf allen Netzebenen erforderlich. Nach Schätzungen des VKU liegt allein der konventionelle Ausbaubedarf bei den Verteilnetzen bei 25 Milliarden Euro bis 2030. Hinzu kommen noch sieben Milliarden Euro für den notwenigen Umbau der Verteilnetze durch Informations- und Kommunikationstechnik zu „Smart Grids“. Rund ein Viertel der Stromproduktion in Deutschland stammt heute schon aus erneuerbaren Energien, davon werden 97 Prozent über Verteilernetze eingespeist. Da dieser Anteil weiter steigt, muss der Regulierungsrahmen für die Verteilnetzbetreiber dringend investitions- und innovationsfreundlicher gestaltet werden, ansonsten werden die notwendigen Ausbauten nicht getätigt.

Aufgrund der Dringlichkeit der anstehenden Aufgaben hat der VKU ein Gutachten zu einer integrierten Betrachtung des Energiesystems in Auftrag gegeben, das der Verband Anfang 2013 in die politische Diskussion einbringen wird. Reck: „Kommunale Energieversorger sind mit dem Ausbau und der Integration von regenerativer und moderner, konventioneller Energieerzeugung, bei der Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz, beim Aus- und Umbau der Energieversorgung durch intelligente Netzinfrastrukturen und bei einer umweltschonenden Mobilität wesentliche Treiber der Energiewende“, so Reck. „Die Stadtwerke und der VKU stehen den Regierungen in Bund und Ländern in allen genannten Fragen als konstruktiver Gesprächspartner zur Verfügung.“

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Energiepotenziale in der Wasserwirtschaft stärker nutzen – das bringt Vorteile für alle!

Die Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft e.V. (AöW) fordert von der Bundesregierung und den Bundesländern die Einbindung in die Energiepolitik und mehr Unterstützung für die Wasserwirtschaft zur Nutzung der Energiepotenziale in der Wasserwirtschaft. Die dafür vorhandenen Beschränkungen müssen endlich wegfallen. Die AöW weist auf die Vorteile dieser regenerativen dezentralen Energiegewinnung für die Bürger, die Umwelt und den Klimaschutz hin.

Lesen Sie hier weiter:
http://www.allianz-wasserwirtschaft.de/pages/posts/energiepotenziale-in-der-wasserwirtschaft-staerker-nutzen-ndash-das-bringt-vorteile-fuer-alle-85.php

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Verfahren nachhaltiger als ihr Ruf

Der Anteil der Erneuerungs- und Renovierungsverfahren bei Sanierungsmaßnahmen nimmt ab, der der Reparaturverfahren zu…

http://www.sanierungs-berater.de/presse/bi%204-2012%203.pdf

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Gefährdung von Böden und Grundwasser ohne Düngemittel ausschließen

BDEW: Seuchenhygienische Anforderungen nicht aufweichen

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) kritisiert die heutige Verabschiedung der Düngemittel-Verordnung im Bundesrat. „Die Verordnung ist völlig unzureichend im Hinblick auf seuchenhygienische Anforderungen sowie die fehlende Begrenzung von schwer abbaubaren Schadstoffen wie etwa Uran in Düngemitteln. Das ist nicht im Sinne eines wirksamen Schutzes unserer Trinkwasserressourcen. Die jetzige Fassung der Verordnung gleicht einem Freifahrtschein für die landwirtschaftliche Verwertung von Düngemitteln“, erklärte Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser.

Bei den vorgesehenen neuen gesetzlichen Regelungen bestehe die Gefahr, dass Krankheitserreger oder Schadstoffe aus Düngemitteln in die Nahrungskette gelangen: entweder direkt über die gedüngten Nahrungsmittel oder – bei durchlässigen Böden – über den Weg in die Grundwasserschichten in Wasserschutzgebieten der Zone III, die für die Trinkwasserverwendung genutzt werden. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass durch die Novelle die Ausbringung schädlicher Bakterien mit Sporenbildung sogar in der Wasserschutzzone III erlaubt werden soll. Notwendig ist ein Ausbringungsverbot im gesamten Wasserschutzgebiet.“

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BDEW zur Novelle der Trinkwasserverordnung im Bundesrat

Zur Änderung der Trinkwasserverordnung, die morgen im Bundesrat verabschiedet werden soll, erklärt Martin Weyand, Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW):

„Die Wasserwirtschaft befürwortet die regelmäßige Untersuchung von Großanlagen zur Trinkwassererwärmung auf Legionellen. Die Überprüfung der Hauswasserinstallationen ist im Interesse der Gesundheit und des Schutzes aller Kunden. Ziel ist es, eine Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung durch Legionellen zu verhindern. Die Wasserwirtschaft steht auf der Seite des vorsorgenden Gesundheitsschutzes, wir begrüßen daher diese Vorgaben in der Trinkwasserverordnung.

Es ist allerdings notwendig, die Laborkapazitäten in Deutschland zu erweitern, damit die Kontrollen der Hauswasserinstallationen auch in einem angemessenen zeitlichen Rahmen durchgeführt werden können.

Die von den zuständigen Ausschüssen des Bundesrates vorgeschlagenen Änderungen dienen aus Sicht des BDEW im Wesentlichen dazu, die Anforderungen der Trinkwasserverordnung klarer zu fassen und zu präzisieren. Sie führen darüber hinaus zu deutlich weniger Bürokratie. Insbesondere zahlreiche bislang noch offene Fragen für die praktische Umsetzung der vorgeschriebenen Untersuchung auf Legionellen werden mit den Änderungsvorschlägen des Bundesrates geklärt. Die Änderungen des Bundesrates beinhalten darüber hinaus auch die erforderliche Aktualisierung der Liste der Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren des Umweltbundesamtes.“

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Zwei Jahre Menschenrecht auf sauberes Wasser und Sanitärversorgung

Menschenrecht auf Wasser wird nur unzureichend umgesetzt und der hohe Standard in Deutschland ist gefährdet. Trotz Menschenrecht ist Privatisierung im Wasserbereich nicht beendet.

Berlin. Am 28. Juli 2010 hat die Vollversammlung der Vereinten Nationen (Resolution 64/292) ein Recht auf sauberes Wasser und hygienische Sanitärversorgung als Menschenrecht anerkannt. Skeptiker bewerteten dies vor zwei Jahren als Farce und die Situation hat sich tatsächlich nur geringfügig verbessert. Zwar wurden weltweit mehr Menschen an Trinkwasserversorgungssysteme angeschlossen, aber bei den Sanitärsystemen bestehen weiterhin erhebliche Defizite.

„Die Erklärung des Menschenrechts auf sauberes Wasser und Sanitärversorgung war ein wichtiges politisches Signal, nun müssen dem aber endlich Taten folgen“, erklärte Christa Hecht, die Geschäftsführerin der Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft (AöW) e.V. heute in Berlin.

Die AöW wertet die Anerkennung dieses Rechts auch als ein Zeichen gegen Privatisierung und Liberalisierung in der Wasserwirtschaft.

In Deutschland scheint sich ein Trend gegen Privatisierung abzuzeichnen, in der Politik der EU-Kommission leider noch nicht. Obwohl es negative Erfahrungen mit Privatisierung gibt, wird in der europäischen Finanzkrise von der Troika der Verkauf von öffentlichen Einrichtungen der Wasserversorgung wie z.B. in Athen und Thessaloniki gefordert. Außerdem werden in den von der EU-Kommission vorgeschlagenen Richtlinien zu Vergaberecht und Dienstleistungskonzessionen auch weiterhin für die Wasserwirtschaft Liberalisierungskonzepte verfolgt. Dies geschieht unter dem Vorwand der Förderung des Wettbewerbs im Binnenmarkt, obwohl große Teile der europäischen Bevölkerung zum Beispiel in Italien, in deutschen Großstädten, in Frankreich oder Spanien sich dagegen wenden, weil sie Wasser als ein Gemeingut, das allen gehört, erhalten wollen. Volksbegehren und Bürgerentscheide oder das alternative Weltwasserforum im März 2012 in Marseille haben das eindrucksvoll bestätigt. Deshalb ist es auch ein wichtiges politisches Signal, dass sich das derzeit bis Frühjahr 2013 laufende europäische Bürgerbegehren (ECI(2012)000003) gegen die Liberalisierungspolitik der EU-Kommission im Wasserbereich wendet.

Die AöW-Geschäftsführerin betonte ebenso: „Trotz aller Erfolge in Deutschland und den erreichten hohen Standards in der Qualität der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung sowie von Gewässerrenaturierungen ist der Gewässerschutz auch bei uns zukünftig eine herausfordernde Aufgabe.“

Weiter erklärte Frau Hecht, dass die bisherigen Erfolge sogar durch verstärkte industriemäßig betriebene Landwirtschaft, die verstärkte Produktion von Energiepflanzen mit dem Einsatz von immensen Mengen von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln und durch Anlagen, in denen wassergefährdende Stoffe verwendet, gelagert oder transportiert werden, zunichte gemacht zu werden drohen. Kohlendioxidspeicherung im Untergrund (CCS-Technologie), Förderung von unkonventionellem Erdgas (Fracking) und Geothermie stellen weitere Risiken, insbesondere für das Grundwasser dar.

Die öffentliche Wasserwirtschaft fordert daher, dass der Schutz der Gewässer (Grundwasser und Oberflächengewässer) Vorrang vor rein wirtschaftlichen Interessen hat. Aktuell fordert die AöW daher bei der Diskussion über die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) den expliziten Vorrang für den Gewässerschutz. Den Forderungen der Industrie und einiger Wirtschaftsverbände nach Aufweichung der vorgesehenen Schutzregeln für das Grundwasser darf nicht nachgegeben werden. Das würde eine Verlagerung der Kosten für den erforderlichen Gewässerschutz von der Industrie und Landwirtschaft auf die Wasserwirtschaft nach sich ziehen.

Sauberes Wasser ist lebensnotwendig, deshalb ist es ein Menschenrecht. Die Verwirklichung dieses Rechts gehört in öffentliche Hände.

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BDEW zu Medienberichten über neue staatliche Belastungen auf Erdgas

Neue Umlage auf Heizenergien würde Privathaushalte zusätzlich belasten

BDEW: Statt neuer Belastungen kostengünstigste Technologien zur CO2-Einsparung im Wärmemarkt unterstützen / Bio-Erdgas gleich behandeln

Mit erheblicher Verwunderung reagiert der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) auf aktuelle Überlegungen der Bundesregierung, eine neue Umlage auf Energie einzuführen. „Während in ganz Deutschland über die sich abzeichnende massive Erhöhung der EEG-Umlage und die Belastungen für die Privathaushalte debattiert wird, denkt man im Bundesumweltministerium offensichtlich über eine zusätzliche Umlage im Bereich des Wärmemarktes nach. Das ist mehr als erstaunlich. Eine solche zusätzliche Umlage für Wärme wäre definitiv der falsche Weg. Nicht zuletzt angesichts der aktuellen Debatte über die sozialen Aspekte der Energiepreise sind solche neuen Kostentreiber abzulehnen“, sagte Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung heute in Berlin. mehr…

http://www.bdew.de/internet.nsf/id/20120817-pi-neue-umlage-auf-heizenergien-wuerde-privathaushalte-zusaetzlich-belasten-de?open&ccm=900010020010

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BDEW kritisiert aktuellen Entwurf des Nationalen Aktionsplans Pestizide

Schutz des Grundwassers und der Gewässer wird vernachlässigt

BDEW: Europäische Vorgaben werden abgeschwächt / Zielvorgaben zur Verringerung von Pestizid-Einträgen sind ambitionslos

Aktuell findet die Ressortabstimmung zwischen den beteiligten Bundesministerien zum Nationalen Aktionsplan Pestizide (NAP) statt. Der „Nationale Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln“ ist Teil des Pflanzenschutzgesetzes. Aus Sicht des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ermöglicht der Plan in seiner derzeitigen Fassung allerdings keinen ausreichenden Schutz von Umwelt und Gewässern vor Pestizid-Einträgen. mehr…

http://www.bdew.de/internet.nsf/id/20120816-pi-schutz-des-grundwassers-und-der-gewaesser-wird-vernachlaessigt-de?open&ccm=900010020010

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VSR-Gewässerschutz stellt positive Entwicklung der Nitratbelastung im Kreis Kleve fest

Der VSR-Gewässerschutz führt seit 1984 im Kreis Kleve Untersuchungen am
oberflächennahen Grundwasser durch. Die Wasserproben wurden von den Bürgern
aus ihrem Gartenbrunnen entnommen. Mit diesem Brunnenwasser wird im Garten
gegossen und Planschbecken befüllt. Bei Hauswasserversorgungen wird es sogar
zum Trinken genutzt. „Während Wasserversorger das Nass aus tiefen Schichten
fördern sind Gartenbesitzer darauf angewiesen das oberflächennahe Grundwasser zu
nutzen, das von der Landwirtschaft erheblich belastet wird. Da das Grundwasser auch
in die Bäche und Seen sowie Niers und Rhein sickert, belastet das nitratbelastete
Grundwasser der Region auch die Ökologie der Oberflächengewässer“, so Susanne
Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz.
Bei den Messungen stellten die Gewässerschützer im Kreis Kleve eine Verringerung
der sehr hohen Nitratbelastungen fest. Während bis 2002 noch Nitratkonzentrationen
über 200 Milligramm pro Liter (mg/l) gemessen wurden, werden…

http://www.vsr-gewaesserschutz.de/resources/PE+Nitratentwiclung+Kreis+KLeve.pdf

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VKU fordert neues integriertes Energiemarktkonzept

Aufgeständerte Photovoltaikmodule auf einer Wiese

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) fordert die Bundesregierung auf, mit den Stadtwerken, den Energiekonzernen, der Wirtschaft, den Umwelt- und Verbraucherverbänden Beratungen über die ordnungspolitischen Rahmenbedingungen eines integrierten und zukunftsfähigen Energiemarktdesign aufzunehmen. „Wir begrüßen den Anstieg der erneuerbarer Energien in der Stromversorgung. Allerdings lässt sich der zunehmende Ausbau nicht mehr ohne weiteres in das bisherige Energiemarktmodell einfügen. Wir brauchen ein neues integriertes Energiemarktkonzept, das der Energiewirtschaft ausreichend Planungs- und Investitionssicherheit bietet“, so Dr. Hermann Janning, VKU-Vizepräsident und Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Duisburg AG.

Um die Versorgungssicherheit der Wirtschaft und Privathaushalte weiterhin zu garantieren, sind flexible und hocheffiziente Kraftwerke notwendig, die die Stromeinspeisung aus fluktuierenden erneuerbaren Energien bei Bedarf ausgleichen. „Dafür muss man langfristig stabile und berechenbare Rahmenbedingungen für bestehende und für Investitionen in neue Kraftwerke schaffen“, sagt Janning. Ein zukunftsfähiges Energiemarktkonzept müsse aus seiner Sicht gleichzeitig die Ausbauziele der Erneuerbaren ermöglichen, den notwendigen Aus- und Umbau der Stromnetze garantieren und die Wirtschaftlichkeit konventioneller Kraftwerke sicherstellen. „Mögliche Versorgungsengpässe im nächsten Winter kann man nur vermeiden, indem Vorsorge getroffen wird, dass stilllegungsbedrohte Bestandskraftwerke verfügbar bleiben. Dieses Vorhalten muss allerdings zu wirtschaftlich angemessenen Konditionen für die jeweiligen Kraftwerksbetreiber ermöglicht werden.“

Janning abschließend: „Bei einer Anpassung der energiepolitischen Rahmenbedingungen muss der Fokus auf dezentrale Strukturen gerichtet werden. Sie sind das Rückgrat der notwendigen Umstrukturierung des deutschen Energiesystems.“

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) vertritt über 1.400 kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser und Abfallwirtschaft. Mit 236.000 Beschäftigten wurden 2009 Umsatzerlöse von rund 94 Milliarden Euro erwirtschaftet und etwa 8 Milliarden Euro investiert. Die VKU-Mitgliedsunternehmen haben im Endkundensegment einen Marktanteil von 54,2 Prozent in der Strom-, 67,7 Prozent in der Erdgas-, 76,3 Prozent in der Trinkwasser-, 58,2 Prozent in der Wärmeversorgung und 12,8 Prozent in der Abwasserentsorgung.

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20 Jahre RSV: Qualität in der Rohrleitungssanieurng

Die heutigen technischen Versorgungs- und Entsorgungssysteme – Gas-, Wasser, Abwassernetze – entstanden mit der industriellen Entwicklungim 19. Jahrhundert. Im 20. Jahrhundert wurden sie ausgebaut und es erfolgte eine Regionalisierung von Infrastruktursystemen (Fernversorgung)der Gas- und Wasserversorgung, der Elektroenergieversorgung, der Informationsanlagen und von Produktenleitungen unterschiedlicher Art.In dieser Zeit wurden die klassichen Werkstoffe in ihren Eigenschaften weiter optimiert und neue Werkstoffe kamen auf den Markt. Heute findet man eine Vielzahl an unterschiedlichen Materialien und Systemen in den Leitungsnetzen.

http://www.rsv-ev.de/doks/pdf/RSV-Sonderdruck-2012-6-Juli-2012.pdf 

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Rohrleitungssanierungsverband: Grabenlose Leitungssanierer treffen sich in Gelsenkirchen und Siegen

Von ganzheitlichen Sanierungsstrategien bis zur Energiewende

Die Rohrleitungsnetze in Deutschland zu erhalten, zu sanieren oder auszubauen, stellt in jeder Hinsicht eine erhebliche technische und ökonomische Herausforderung dar. Gleichzeitig aber auch eine Verpflichtung für alle, die hieran mitwirken: Politiker, Auftraggeber und Unternehmen. Entscheidend sind umsetzbare Rahmenbedingungen und geeignete Instrumentarien und Techniken, um von Beginn an eine fachgerechte Ausführungsqualität sicherzustellen. Vor allem mit Blick auf wirtschaftliche aber auch nachhaltige Sanierungsstrategien sind ganzheitliche Lösungen gefragt – nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund der enormen Anforderungen, welche die Energiewende an unsere Leitungsinfrastruktur stellt. Zwei renommierte Veranstaltungsreihen greifen dieses breite Themenspektrum in diesem Jahr gezielt auf: Am 18. und 19. September geben die 10. TAH-Sanierungstage einen grundlegenden Überblick über die wichtigsten Sanierungsverfahren und -techniken bei der Instandsetzung von Abwasserkanälen und am 26. September lädt die Uni Siegen zum 7. Symposium für grabenlose Leitungserneuerung ein. Zu den Partnern und Sponsoren der Veranstaltung zählt neben anderen namhaften Fachverbänden der RSV – Rohrleitungssanierungsverband e.V.

Weichen richtig stellen
Die Sanierung der Entwässerungsnetze der Städte und Gemeinden, einschließlich der privaten Abwasserkanäle, ist eine wichtige und nicht zu vernachlässigende Aufgabe, die neben der Betriebssicherheit, der Standsicherheit, Dichtheit und der Sicherstellung des Umweltschutzes einen wesentlichen Beitrag zur Werterhaltung des Kanalnetzes leistet. Um einen weiteren Verlust der Substanz der Abwasserkanäle zu vermeiden, muss das zur Verfügung stehende und investierte Geld zielgerichtet eingesetzt werden. Voraussetzung hierfür ist zunächst eine detaillierte Planung. Wie man die Weichen in der Praxis richtig stellt und wie man zu einer ganzheitlichen Sanierungsstrategie kommt, die Verfahrenswahl korrekt aus dem Sanierungskonzept herleitet und die Sanierung selbst vorbereitet, zählt zu den Themenschwerpunkten der 10. TAH-Sanierungstage. Zudem bringt das Seminar den Stand der modernen Sanierungstechnik auf den Punkt. Es werden diverse Verfahren und Techniken aus den Bereichen Reparatur, Renovierung und Erneuerung vorgestellt. Darüber hinaus geht es in der zweitägigen Veranstaltung um die Sanierung von Grundstücksentwässerungsleitungen. Die aktuelle Gesetzeslage, Darstellung der Sanierungsverfahren sowie das konstruktive Vorgehen bei der Grundstücksentwässerung werden vertieft. Außerdem wird der Umgang mit Mängeln der Kanalsanierung aus praktischer Sicht vorgestellt. Die Darstellung der neuen VOB/C sowie die Grundlagen der Ausschreibung von Sanierungsmaßnahmen runden das Programm ab. Die Veranstaltung wird von einer fachbezogenen Ausstellung begleitet. (www.ta-hannover.de)
(www.rsv-ev.de)

Im Zeichen der Energiewende
Netze für die zukünftige Energieversorgung, Leitungen zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung und Kanäle für die umweltgerechte Abwasserableitung sind die bestimmenden Themen beim 7. Deutschen Symposium für grabenlose Leitungserneuerung. Zu der Veranstaltung am 26. September 2012 in der Universität Siegen werden 20 kompetente Referenten vortragen. Erwartet werden ca. 300 Teilnehmer. Begleitet wird die Veranstaltung von einer Fachausstellung, die über Produkte und Neuheiten informiert.

Zurzeit dürften bundesweit schon mehr als 5 Mio. km Ver- und Entsorugungsleitungen als Rohr, Kabel oder Kanal in der Erde vergraben sein. Obgleich man die Netze im Untergrund auf den ersten Blick nicht sieht, unterscheiden sie sich in Alter, Zustand und Funktion doch erheblich voneinander. Neben der Bestandswahrung gilt der zukünftigen, „neu“ zu erstellenden Leitungsinfrastruktur das Hauptaugenmerk. Die zukünftige Art der Energieversorgung ist nach den einschneidenden Ereignissen mit der Reaktorkatastrophe in den Fokus der Betrachtung geraten. Die angestrebte Energiewende hat den Bedarf an neuen und umweltverträglichen Energiegewinnungsverfahren offen gelegt. Wind- und Solarenergie zur Stromerzeugung benötigen ebenso wie Biogas oder Geothermik mit pumpfähigen Medien entsprechende Verteilungsnetze. Hier ist die bestehende Leitungsinfrastruktur zu ersetzen oder die vorhandenen Bestandteile anzupassen. Grabenlose Verfahren wie Erdkabelverlegung mit Bohrverfahren, die heute schon im erheblichen Maße zur umweltschonenden Verlegung beitragen, können traditionelle Bauweisen wie Freikabelverlegung zukünftig ersetzen.

Intensive Diskussion
Nicht weniger brisant sind die Leitungsthemen, die die Wasserwirtschaft in den Sparten Wasserversorgung und Abwassertechnik beschäftigt. Die Novellierung der Trinkwasserverordnung hat die strengen Anforderungen an die Wasserqualität deutlich unterstrichen. Der Bau und Betrieb von Wasserleitungsnetzen muss demnach so erfolgen, dass die hygienischen Aspekte trotz wirtschaftlich begrenzter Mittel umfassend berücksichtigt werden. Abwasser, zu dem auch Trinkwasser nach seinem Gebrauch wird, muss durch Kanalnetze den Kläranlagen zugeführt werden. Allerdings gelangt nur ein Teil des Abwassers zur Behandlung, da insbesondere im Grundstücksbereich viel Abwasser durch marode und undichte Anschlüsse ins Erdreich versickert. Die Diskussion um die Dichtheit der Grundstückentwässerung wird insbesondere in NRW vor dem Hintergrund des §61a Landeswassergesetz intensiv geführt. Den Bürgerinteressen, die hohe Kosten bei der Umsetzung der Dichtheitsprüfungen als Argument anführen, steht die aus umweltpolitischer und fachlicher Sicht notwendige Begrenzung der Exfiltrations- und auch Infiltrationsmengen gegenüber. (www.uni-siegen.de)
(www.rsv-ev.de)

Breites Spektrum
„Gerade in Anbetracht des Zustandes von Leitungen und Kanalnetzen drückt viele Netzbetreiber der Schuh“, stellt RSV-Geschäftsführer Dipl.-Volkswirt Horst Zech fest. „Deshalb besteht dringlicher Handlungsbedarf, auch mit Blick auf die vielfältigen Herausforderungen, die die Energiewende mit sich bringt.“ Auf die sich hieraus ergebenden Fragestellungen wollen die Veranstaltungen in Gelsenkirchen und Siegen Antworten geben. Dementsprechend berichteten Referenten aus Theorie und Praxis, beleuchteten Anspruch und Wirklichkeit und vermittelten kompetent den exakten Stand der Technik sowie zukünftige Entwicklungen rund um die Sanierung von der Hausanschlussleitung bis hin zum Sammler. Details bei Planung, Kosten und Rechtsaspekten der grabenlosen Verlegung und Erneuerung wurden dabei ebenso angesprochen wie neue Regelwerke für Normung und Qualität.

Für RSV-Geschäftsführer Horst Zech, der sowohl in Gelsenkirchen als auch in Siegen verschiedene Themenblöcke moderiert und Vorträge über die „Instandhaltung von Abwasserkanalsystemen in Deutschland“ und „Hausanschlüsse: Sanieren oder Erneuern“ hält, profitieren Auftraggeber, Planer- und Ingenieurbüros sowie ausführende Unternehmen gleichermaßen vom Besuch der mit hochkarätigen Referenten besetzten Veranstaltungen. Gleiches gelte – mit Hinblick auf ein eventuelles späteres Engagement in der Sanierungsbranche – auch für die Zielgruppe der Studierenden.

Denn – auch diese Meinung vertritt Horst Zech – das Thema ganzheitliche Kanalsanierung hat sich längst zu einer generationsübergreifenden Aufgabe entwickelt. „Die Bestandserhaltung der Infrastruktureinrichtungen stellt eine der größten und wichtigsten Zukunftsaufgaben der Netzbetreiber dar“, ist Zech sicher. Hierfür macht sich der Rohrleitungssanierungsverband stark: Etwa indem er Standards für den Gas-, Wasser- und Abwasserbereich setzt oder sich für die Qualitätssicherung und die Förderung des Einsatzes von modernen und ausgereiften Sanierungsverfahren engagiert.

RSV – Rohrleitungssanierungsverband e. V.
Eidechsenweg 2
49811 Lingen (Ems)
Telefon: (+49) 59 63 – 9 81 08 77
Telefax: (+49) 59 63 – 9 81 08 78
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Internet: www.rsv-ev.de

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Pilotprojekt „Wind für Wasser“ in Schleswig-Holstein gestartet

Heide / Wesselburen (Schleswig-Holstein).

Direkt an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins ist heute das bundesweit einzigartige Pilotprojekt „Wind für Wasser“ an den Start gegangen.

In Gegenwart der schleswig-holsteinischen Umweltministerin Dr. Juliane Rumpf sowie zahlreicher Politiker von Bundes- und Landesebene erfolgte die offizielle Einweihung von vier Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 9,2 MW. Das Präsidium der Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft (AöW) e. V. hat seine Sitzung am heutigen Tag in Heide abgehalten, um sich über dieses nachhaltige Projekt zu informieren. Erstmals werden landesweit Maßnahmen zur Entwässerung der Landschaft mit regenerativen Energien gekoppelt. Durch den Bau und den Betrieb von vier Windkraftanlagen in der Gemeinde Norddeich/Dithmarschen wird damit langfristig jene Energiegewinnung gesichert, die benötigt wird, um die Schöpfwerke in der Region zu betreiben.

Der Marschenverband hat als Dachorganisation von 193 Wasser- und Bodenverbände an der Westküste Schleswig-Holsteins vier Windkraftanlagen errichtet, um so die Regenwasserbewirtschaftung zu erleichtern. Die Wasser- und Bodenverbände folgen damit dem bereits vor Jahrhunderten entwickelten Prinzip, Windkraft für die Entwässerung der Marschen zu nutzen. Wurden in vergangenen Zeiten die Schöpfwerke noch direkt durch Windmühlen betrieben, speist man nunmehr die erzeugte Energie ins Netz ein und reduziert so die Beitragslasten aller Grundstückseigentümer an der Westküste. Der Präsident der AöW, Dr. Jochen Stemplewski, erklärte bei der Veranstaltung: „Die öffentliche Wasserwirtschaft steht für langfristige Entwicklungsstrategien und setzt damit Maßstäbe für Nachhaltigkeit. Dies ist seit jeher ein Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. „Wind für Wasser“ ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, welche Potenziale in der Wasserwirtschaft stecken.“

Hans-Adolf Boie, Präsident des Deutschen Bundes der verbandlichen Wasserwirtschaft e.V. (DBVW) sowie Präsidiumsmitglied der AöW, sieht angesichts von Klimawandel, demographischer Entwicklung und finanziellen Problemen des Staates auch künftig große Herausforderungen für die Verbände. „Wir werden die über Jahrzehnte gewachsenen örtlichen Strukturen, wie heute deutlich wird, mit Ideen und wirtschaftlich tragfähigen Konzepten weiterentwickeln“, erklärte Boie.

Die Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft (AöW) e.V.
Die AöW ist die Interessenvertretung der öffentlichen Wasserwirtschaft in Deutschland. Gegründet im Jahr 2007 kommen unsere Mitglieder aus allen Bundesländern. Wir sind ein Zusammenschluss von öffentlich-rechtlichen Einrichtungen und Unternehmen der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, der Wasser- und Bodenverbände sowie des Flussgebietsmanagements, die ihre Leistungen ausschließlich selbst oder durch verselbständigte Einrichtungen in öffentlich-rechtlichen Organisationsformen erbringen. Zweck des Vereins ist die Förderung der öffentlichen Wasserwirtschaft durch die Bündelung der Interessen und Kompetenzen der kommunalen und verbandlichen Wasserwirtschaft

www.aoew.de

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RSV: Politisches Ränkespiel um die Dichtheitsprüfung in NRW gefährdet Umwelt und Arbeitsplätze

Mit Unverständnis reagiert der RSV – Rohrleitungssanierungsverband e.V auf die aktuelle Entwicklung in Nordrhein-Westfalen rund um den § 61a LWG. Bestrebungen, die Verpflichtung privater Kanalbetreiber zur Dichtheitsprüfung „auszusetzen“, seien ökologisch und ökonomisch hoch kontraproduktiv. Häusliches Abwasser sei heute alles andere als „harmlos“ und die Forderung, dass Rohre dicht sein müssen, somit absolut begründet, und zwar im privaten ebenso wie im öffentlichen Raum. Im Übrigen sei der Versuch, die Rechtslage in NRW auf den Kopf zu stellen, schon deshalb zum Scheitern verurteilt, weil die Landespolitik die grundsätzlichen Betreiberpflichten des (Bundes-)Wasserhaushaltsgesetzes gar nicht aufheben könne. Das WHG verpflichte seit der letzten WHG-Novelle erstmals ausdrücklich auch die privaten Grundstückseigentümer zur Inspektion und ggf. zur Sanierung ihrer Leitungen und Schächte – bundesweit! Somit steht die politische Debatte in NRW quer zur aktuellen Entwicklung des Bundesrechts.

Nachfolgend eine Stellungnahme mit Erläuterungen des RSV´s zur Dichtheitsprüfung von Grundstücksentwässerungsanlagen

1) Das im Jahr 2009 novellierte Wasserhaushaltsgesetz der Bundesrepublik Deutschland fordert unabhängig von der Eigentumsart (öffentlich oder privat) die Überwachung und ggfls. Sanierung von Abwasseranlagen. Der §61a LWG hatte diese Forderung für NRW in Landesrecht umgesetzt.

Die aktuelle Diskussion um die Dichtheitsprüfung von Grundstücksentwässerungsanlagen in NRW ist daher fachlich nicht nachvollziehbar und verunsichert alle davon betroffenen Grundstückseigentümer, Kommunen und Dienstleistungsunternehmen.
2) Die Schadstofffracht aus dem Abwasser infolge von bisher wenig beachteten Inhaltsstoffen führt in Oberflächengewässern trotz Kläranlagen zunehmend zu unzulässigen Belastungen. Die Bundesregierung plant deshalb für dieses Jahr eine Verordnung, die Kläranlagenbetreiber zur Nachrüstung von Anlagen zur Reduzierung dieser Fracht zwingt.

Vor diesem Hintergrund ist die Behauptung, häusliches Abwasser sei unbedenklich, ein gefährlicher Irrtum. So können Haushaltschemikalien, Krankheitserreger und Medikamente bei undichten Grundstücksentwässerungsanlagen sehr wohl zur Gefährdung von Mensch und Umwelt führen (z.B. über den Grundwasserleiter in das Trinkwasser).

3) Im Grundwasser sind heute noch Medikamente nachweisbar, die bereits in den 60er Jahren aus dem Verkehr gezogen wurden. Das lässt erahnen, welche Langzeitschäden die Exfiltrationen von heute nach sich ziehen können.

Politisch motivierte Entscheidungen gegen die Sicherung der Dichtheit von Kanälen delegieren damit die Folgen für die Umwelt in unverantwortlicher Art und Weise auf die nachfolgenden Generationen.

4) Die Notwendigkeit zur Sicherung dichter Kanäle ist im öffentlichen Bereich seit vielen Jahren unumstritten und es wird sehr viel Geld ausgegeben, um die Entwässerungsnetze systematisch zu sanieren.

In den Bereichen, wo die privaten Leitungen nicht dicht sind, wird die Ex- oder Infiltration nachweislich nur örtlich verlagert und die Investitionen im öffentlichen Bereich werden zumindest teilweise in ihrer Wirksamkeit aufgehoben und damit verschwendet. Die daraus resultierenden Abwassergebühren sind aber auch von den privaten Kanalbetreibern zu zahlen, deren Anlagen den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Hier geht das Prinzip der Gleichbehandlung verloren.

5) Die mancherorts festgestellten überteuerten Angebote und eine unprofessionelle Ausführung der Prüfung und ggfls Sanierung von Grundstücksentwässerungsanlagen haben in der Diskussion dazu geführt, dass die ganze Branche unter den Generalverdacht der Abzocke gestellt wurde.

Viele erfahrene Sanierungsfirmen haben sich aufgrund des erklärten politischen Willens technisch und personell auf diese Aufgaben vorbereitet. Der RSV hat in Zusammenarbeit mit anderen Fachverbänden diese Bemühungen durch die Qualifizierung von Personal und demnächst auch die Zertifizierung von Fachfirmen begleitet und unterstützt, um den Auftraggeber die Auswahl von seriösen Firmen zu erleichtern.

6) Der RSV ist bereit und interessiert, über die organisatorische und zeitliche Umsetzung der Betreiberpflichten von Grundstücksentwässerungsanlagen (wie bisher schon intensiv geschehen) politisch und fachlich zu diskutieren und daher für alle Gesprächsangebote offen!

RSV – Rohrleitungssanierungsverband e. V.
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VKU: startet Mitgliederbefragung zur Abwasserabgabe

Die Abwasserabgabe steht erneut auf der politischen Tagesordnung. Das Bundesumweltministerium bereitet derzeit eine Novellierung des Abwasserabgabengesetzes vor. Einen Schwerpunkt bildet die Einführung einer „optionalen Messlösung“. In diesen Prozess bringt der VKU die Position der kommunalen Abwasserwirtschaft ein. Im Rahmen der VKU-Arbeitsgruppe Abwasserabgabe wird ein Eckpunktepapier mit konkreten Reformvorschlägen für die Umgestaltung der Abwasserabgabe ausgearbeitet. Unterstützend wurde Anfang Dezember eine Mitgliederbefragung über das VKU-Statistikportal zur derzeitigen Praxis der Abwasserabgabenveranlagung gestartet. Mehr als 120 Unternehmen haben sich bereits an der Befragung beteiligt.
Als wesentliche Themenfelder werden im Fragebogen angesprochen:
Verrechnung
Heraberklärung
Bestehende Praxis der Eigenüberwachung und deren Anerkennung
Personalaufwand in der Veranlagung der Abwasserabgabe
Über die Auswertungsergebnisse werden wir Sie an dieser Stelle wieder informieren.
Ihre Ansprechpartner: Dr. Britta Ammermüller Christian Herrmann

Mehr:
http://www.vku.de/wasser/wirtschaft/abwasserabgabe/vku-startet-mitgliederbefragung-zur-abwasserabgabe.html

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Energiepotenziale in der Wasserwirtschaft nutzen

Die öffentliche Wasserwirtschaft verfügt über Liegenschaften, Anlagen und Netze zur Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung in allen Kommunen. Diese sind hervorragend in Konzepte für dezentrale erneuerbare Energienutzung einzubinden, wie sie zur Erhöhung des Anteils dieser Energien geplant sind. Neben der Wasserkraft und Trinkwasser bietet Abwasser ein großes Potenzial für Energieeffizienzmaßnahmen, Energiespeicherung und Energiegewinnung. Bereits jetzt leistet die öffentliche Wasserwirtschaft beachtliche Anstrengungen zur Nutzung dieser Potenziale. Die öffentliche Wasserwirtschaft fordert die Politik auf, erweiterte Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Potenziale voll auszuschöpfen.
Eine stärkere Nutzung dieses Potenzials könnte den Energieverbrauch für die Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung senken, den Anteil der Eigennutzung von in den Anlagen erzeugter Energie erhöhen und die regional noch weiter auszubauenden Kapazitäten erneuerbarer Energien ergänzen.
Damit könnten der Dominanz der großen Energiekonzerne mehr regionale und dezentrale Strukturen gegenübergestellt werden. Gemessen an der gesamten Stromerzeugung in Deutschland könnte die öffentliche Wasserwirtschaft bei Ausschöpfung des gesamten Potenzials – auch auf den Kläranlagen – ca. sechs Prozent des bundesdeutschen Stromverbrauchs abdecken. Das stärkt die Kommunen finanziell, nutzt die Netzkapazitäten effektiver und entlastet die Nutzer zudem wirtschaftlich.

Die AöW fordert:
• Einbeziehung der öffentlichen Wasserwirtschaft in die Erarbeitung neuer Energiekonzepte mit lokaler und dezentraler Ausrichtung.
• Förderung der Erstellung von Energiekarten für die Erschließung der Energiepotenziale in der Wasserwirtschaft.
• Einbeziehung der öffentlichen Wasserwirtschaft in ein regionales Energiemanagement und Energienetze.
• Verlässliche Rahmenbedingungen für die öffentliche Wasserwirtschaft zur Nutzung der beschriebenen Potenziale.
• Rechtliche Gleichstellung der Energie aus der Wasserwirtschaft mit anderen erneuerbaren Energien und adäquate Erhöhung der Einspeisevergütungen für Strom aus der Wasserwirtschaft, insbesondere aus Klärgas und Wasserkraft.
• Gleichstellung der Klärgasnutzung mit Biogas.
• Bereitstellung entsprechender Forschungsmittel für einen schnellen technischen Umbau und Finanzierung von Forschung zur Erfassung der möglichen Kapazitäten für die Umsteuerung.
• Bereitstellung von Fördermitteln zur schnellen Umsetzung entsprechender Maßnahmen.
Näheres:
Das AöW-Papier „Die öffentliche Wasserwirtschaft – Energiepotenzial in Wasser und Abwasser stärker nutzen!“ ist hier abrufbar:
http://www.allianz-wasserwirtschaft.de/pages/posts/eckpunkte-energiekonzept-die-belange-der-oeffentlichen-wasserwirtschaft-werden-im-energiekonzept-nicht-ausreichend-beruecksichtigt-28.php

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Katalysatoren sind überall – Wissenswertes und Kurioses wöchentlich im Katalytischen Kalender

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Im Juli 2012 ist die Deutsche Gesellschaft für Katalyse Gastgeberin des weltweit größten Katalysekongresses. Grund genug, die Katalyse ein ganzes Jahr lang von allen Seiten zu beleuchten. Ab dem 6. Januar ist im „Katalytischen Kalender“ auf http://www.gecats.de jeden Freitag Wissenswertes, Überraschendes und Kurioses über die Katalyse zu finden.

Katalysatoren sind überall: als Enzyme im Körper, zur Luftreinhaltung im Auto sowie in Chemieanlagen für die Herstellung von Kunststoffen, Medikamenten und vielen anderen Produkten. Katalysatoren machen Reaktionen erst möglich, die sonst nur mit immensem Energieaufwand oder gar nicht ablaufen würden.

Doch wer weiß schon, dass Enzyme in ägyptische Mumien nach über 1.000 Jahren noch aktiv sind? Oder wie die Elektrokatalyse funktioniert? Ohne Katalyse gäbe es nicht nur keine Plastiktüte, sondern auch kein Leben.

Der Katalytische Kalender will auf unterhaltsame Weise erklären, was Katalyse ist, wo sie stattfindet und wie sie hilft, unterschiedlichste Zukunftsfragen zu lösen. Dabei muss es nicht immer bierernst zugehen – auch Experimente für den Küchentisch und die „Katalytische Lyrik“ sind unter den Beiträgen zu finden.
Der Katalytische Kalender wird auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Katalyse http://www.gecats.de jeweils freitags veröffentlicht. Die zurückliegenden Beiträge stehen dort ebenfalls das ganze Jahr über zur Verfügung.

Über die Deutsche Gesellschaft für Katalyse:
Die Deutsche Gesellschaft für Katalyse (German Catalysis Society GeCatS) ist die Plattform für die gesamte deutsche Katalyse-Community im Bereich Forschung und Anwendung. Sie zählt zur Zeit rund 1000 Mitglieder aus Industrie und Akademia. GeCatS fördert den Austausch zwischen Industrie, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und forschungspolitschen Organisationen und vertritt die Interessen der Katalyse-Community auf nationaler und internationaler Ebene. Die Deutsche Gesellschaft für Katalyse wird getragen von DECHEMA, VDI-GVC, GDCh, DGMK und DBG.
Dr. Christine Dillmann

Katalysatoren sind überall – Wissenswertes und Kurioses wöchentlich im Katalytischen Kalender

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Im Juli 2012 ist die Deutsche Gesellschaft für Katalyse Gastgeberin des weltweit größten Katalysekongresses. Grund genug, die Katalyse ein ganzes Jahr lang von allen Seiten zu beleuchten. Ab dem 6. Januar ist im „Katalytischen Kalender“ auf http://www.gecats.de jeden Freitag Wissenswertes, Überraschendes und Kurioses über die Katalyse zu finden.

Katalysatoren sind überall: als Enzyme im Körper, zur Luftreinhaltung im Auto sowie in Chemieanlagen für die Herstellung von Kunststoffen, Medikamenten und vielen anderen Produkten. Katalysatoren machen Reaktionen erst möglich, die sonst nur mit immensem Energieaufwand oder gar nicht ablaufen würden.

Doch wer weiß schon, dass Enzyme in ägyptische Mumien nach über 1.000 Jahren noch aktiv sind? Oder wie die Elektrokatalyse funktioniert? Ohne Katalyse gäbe es nicht nur keine Plastiktüte, sondern auch kein Leben.

Der Katalytische Kalender will auf unterhaltsame Weise erklären, was Katalyse ist, wo sie stattfindet und wie sie hilft, unterschiedlichste Zukunftsfragen zu lösen. Dabei muss es nicht immer bierernst zugehen – auch Experimente für den Küchentisch und die „Katalytische Lyrik“ sind unter den Beiträgen zu finden.
Der Katalytische Kalender wird auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Katalyse http://www.gecats.de jeweils freitags veröffentlicht. Die zurückliegenden Beiträge stehen dort ebenfalls das ganze Jahr über zur Verfügung.

Über die Deutsche Gesellschaft für Katalyse:
Die Deutsche Gesellschaft für Katalyse (German Catalysis Society GeCatS) ist die Plattform für die gesamte deutsche Katalyse-Community im Bereich Forschung und Anwendung. Sie zählt zur Zeit rund 1000 Mitglieder aus Industrie und Akademia. GeCatS fördert den Austausch zwischen Industrie, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und forschungspolitschen Organisationen und vertritt die Interessen der Katalyse-Community auf nationaler und internationaler Ebene. Die Deutsche Gesellschaft für Katalyse wird getragen von DECHEMA, VDI-GVC, GDCh, DGMK und DBG.
Dr. Christine Dillmann

Hilfe nach Zeckenstich

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Im Frühling kommen sie hervor und jedes Jahr breiten sie sich weiter aus – die Zecken. 30 Prozent der Parasiten übertragen Borrelien, Erreger der Lyme-Borreliose, die Gelenke und Organe schädigen kann. Die Krankheit bleibt oft unerkannt. Ein neuartiges Gel soll künftig – nach dem Zeckenstich aufgetragen – einer Infektion vorbeugen.

Jahrelang litt Frau S. an Gelenk- und Kopfschmerzen. Nach einer Odyssee durch die Wartezimmer von Ärzten diagnostizierte ein Mediziner Lyme-Borreliose – eine Infektionskrankheit, die durch Zecken übertragen wird. Beim Stich hatte der Parasit die Bakterien eingeschleust, die sich dann im ganzen Körper ausbreiteten. Frau S. ist kein Einzelfall – die Krankheit wird oft zu spät, gar nicht erkannt oder falsch behandelt. Vor allem, wenn die charakteristische Rötung rund um die Stichstelle ausbleibt, sind Ärzte ratlos. Unbehandelt kann eine Lyme-Borreliose Rheuma-ähnliche Beschwerden auslösen, Gelenke, Muskeln sowie Nerven schädigen und Organe befallen.

Rechtzeitig entdeckt lässt sie sich gut therapieren. Weisen Patienten krankheitsspezifische Symptome wie die Wanderröte auf, verschreiben Ärzte für einige Wochen Antibiotika. Ist die Krankheit jedoch weit vorgeschritten oder wie im Fall von Frau S. chronisch, lässt sie sich nur noch schwer bekämpfen. Eine zugelassene Therapie zur Prophylaxe liegt derzeit nicht vor, ein Impfstoff gegen die Infektion fehlt. Künftig soll ein neuartiges Gel die Infektion bereits im Keim ersticken: Betroffene müssen es sofort nach dem Zeckenstich lokal auftragen. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie IZI in Leipzig entwickeln das Medikament in enger Zusammenarbeit mit der Schweizer Ixodes AG und dem Institut für Infektionsmedizin und Zoonosen der LMU München. Für die Rezeptur des Präparates zeichnet die Ixodes AG verantwortlich, die präklinischen Studien und die serologischen Untersuchungen führen das IZI und die LMU durch.

»Trägt man das Gel gleich nach dem Entfernen der Zecke an der Stichstelle auf und wartet gar nicht erst eventuelle Symptome ab, könnte die Lyme-Borreliose verhindert werden. Denn die Bakterien halten sich die ersten Tage um die Zeckenstichstelle auf und breiten sich erst dann aus. Der aktive Wirkstoff des Gels ist Azithromyzin, das sehr effektiv gegen Borrelien wirkt und diese lokal in der Haut abtötet«, sagt Dr. Jens Knauer, Projektleiter am IZI. Im Gegensatz zu anderen Antibiotika sind keine Resistenzen von Borrelienstämmen gegen Azithromyzin bekannt. Ein weiterer Vorteil des Wirkstoffs: Er ist nebenwirkungsarm, belastet den Körper daher nicht. Außerdem zeichnet er sich durch seine gute Depotwirkung von bis zu fünf Tagen im Gewebe aus. Die Behandlung ist nur dann erfolgreich, wenn das Arzneimittel innerhalb der ersten fünf Tage nach dem Zeckenstich aufgetragen wird. »Eine etablierte Infektion lässt sich mit dem Gel jedoch nicht therapieren, es eignet sich ausschließlich zur Prophylaxe«, betont Knauer.

Die präklinischen Studien wurden bereits erfolgreich abgeschlossen, das Gel war in Untersuchungen selbst fünf Tage nach erfolgtem Zeckenstich bei Mäusen noch wirksam. Die Anwendung ist patentiert. Seit diesem Sommer testen die Forscher das Medikament an Personen mit nachgewiesenen Zeckenstichen in einer klinischen Phase-III-Studie (www.zeckenstudie.com). »Sollten sich die Ergebnisse der präklinischen Untersuchungen an Menschen bestätigen, kann das Gel helfen, die Zahl der Neuinfektionen deutlich zu senken«, sagt der Experte. Allein in Deutschland erkranken nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts jährlich bis zu 60 000 Menschen an der Lyme-Borreliose. Tendenz steigend – denn aufgrund des Klimawandels breiten sich Zecken immer mehr aus. »Sobald das Gel in Apotheken zu kaufen ist, sollten besonders gefährdete Personen wie beispielsweise Forstbedienstete, Jäger, Jogger oder Fußballspieler es immer bei sich tragen«, empfiehlt Knauer.

Der Einfluss von Natriumionen auf das Absetzverhalten von Belebtschlammflocken

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Einleitung
Das Belebtschlammverfahren ist das am häufigsten eingesetzte Verfahren zur Reinigung kommunaler Abwässer. Die Qualität des Ablaufwassers ist sehr stark von der Effizienz der Fest/Flüssig-Trennung im Nachklärbecken abhängig. Diese ist nur hoch, wenn die Bildung von Belebtschlammflocken im Belebungsbecken ungestört funktioniert.
Belebtschlammflocken bestehen aus:
→   lebenden Mikroorganismen (Bakterien, Protozoen und Mehrzeller),
→   toten Mikroorganismen,
→   extrazellulären polymeren Substanzen (EPS),
→   anorganischen Bestandteilen.

Die mikrobielle EPS ist der wichtigste Bestandteil für die Flockenbildung. Die Biopolymere haben funktionelle Gruppen wie Hydroxyl-, Carboxyl- und Phosphatgruppen, die die negativ geladenen Oberflächen der Bakterien über so genannte „Brücken“ verbinden.

Belebtschlammflockenbildung
Vor allem zweiwertige Kationen überbrücken die negativ geladenen Enden der EPS und verbinden sie so mit den Oberflächen der Mikroorganismen.

Bild 43652Natrium1.jpg
1Braune Kreise: organische Partikel; schwarze Kreuze: anorganische Partikel; schwarze Linien: EPS; rote Striche: negative Ladungen an der EPS 

Die Ladung, Größe und der Durchmesser der Hydrathülle der Kationen bestimmt deren „Bindevermögen“. Wenn die Größe der Ionen zunimmt, nimmt die Dicke der Hydrathülle ab. Große Ionen mit hoher Ladung und dünner Hydrathülle können leichter die negativ geladenen Oberflächen der Mikroorganismen mit den negativ geladenen Enden der EPS verbinden als kleine Ionen mit niedriger Ladung und dicker Hydrathülle. Bezüglich der Flockulationskraft der Kationen ergibt sich folgende Reihenfolge: 

                                   Ca2+ > Mg2+ > K+ > Na+

Flockenzerfall durch Natriumionen
Natrium ist ein vergleichsweise schlechter Flockenbildner, weil es nur einwertig geladen ist, klein ist und die dickste Hydrathülle hat. Bei vielen Untersuchungen des Einflusses von Ionen auf die Belebtschlammstruktur (siehe Literaturliste) konnte gezeigt werden, dass vor allem Natrium einen negativen Einfluss auf die Schlammstruktur hat. Die Zugabe von einwertigen Kationen führt mit steigender Konzentration zu einer vermehrten Verdrängung von zweiwertigen Kationen durch Ionentausch und nachfolgend zu Flockenzerfall.
Vor allem in der kalten Jahreszeit, bei längeren Niederschlagsperioden oder Schneeschmelze führt der hohe Mischwasserzufluss auf vielen Kläranlagen zu einer Abreicherung von Calciumionen aus den Belebtschlammflocken in das umgebende Abwasser. Infolge dessen wird der Flockenzusammenhalt im Laufe des Winters stark geschwächt. Wenn in dieser Zeit zusätzlich erhöhte Natriumfrachten im Kläranlagenzulauf (z.B. nach Streusalzeinsatz) auftreten, kommt es – häufig von einem Tag auf den anderen – zu einer deutlichen Verschlechterung der Belebtschlammflockenbildung.
Folgende Abbildung 2 zeigt, wie deutlich Natriumionen z.B. die Flockenstabilität (gemessen als Scherstabilität) schädigen (weitere Parameter siehe Kara et.al.):

Bild Natrium2.jpg
Der Grund dafür ist, dass es zu einem Ionentausch in den Belebtschlammflocken kommt, bei dem die in den Flocken befindlichen Calciumionen durch die von außen kommenden Natriumionen verdrängt werden. Da Natriumionen wesentlich schlechter für den Flockenzusammenhalt sind als Calciumionen, wird der Belebtschlamm in der Folge deutlich feiner, leichter und scherempfindlicher.

Dieser Zustand bessert sich erst wieder von allein, wenn eine längere Trockenwetterperiode eintritt, in der sich die Belebtschlammflocken wieder mit Calcium anreichern können. Das Calcium stammt überwiegend aus der Wasserhärte (= Ca/Mg-Gehalt) des Trinkwassers und diese kommt bei Trockenwetter weitgehend unverdünnt auf der Kläranlage an, so dass die Calciumkonzentration im Abwasser höher als in den Flocken ist. Dann können sich die Belebtschlammflocken wieder mit Calcium anreichern.

Problematische Einleiter
Probleme mit der Belebtschlammflockenbildung sind besonders ausgeprägt, wenn das Einzugsgebiet einer Kläranlage in einem Gebiet mit „weichem“ Trinkwasser liegt (Wasserhärte 1-10) und zusätzlich von industriellen Einleitern hohe Natriumfrachten eingeleitet werden. In diesem Fall ist die Belebtschlammflockenbildung zumeist ganzjährig beeinträchtigt. Folgende Industriezweige liefern hohe Natriumfrachten:

1. Betriebe , die Lebensmittel herstellen oder verarbeiten, z.B. Molkereien, Schlachthöfe,     Fischverarbeiter, Feinkosthersteller, Konservenfabriken, Gemüseverarbeiter, Ölmühlen,      Gewürzfabriken etc.. Diese Betriebe setzen natriumhaltige Laugen und Tenside zur Reinigung ihrer Fertigungsanlagen ein. Insbesondere Natronlauge (NaOH) ist ein preiswertes und sehr     leistungsfähiges Entfettungsmittel.
2. Betriebe, die Natronlauge zur Neutralisation saurer Abwässer einsetzen. Das sind häufig ebenfalls Lebensmittelbetriebe wie unter (1), aber auch Getränkehersteller, Brauereien, Gerbereien, Metallverarbeiter etc.
3. Betriebe, die natrium- oder kochsalz(NaCl)-haltige Produkte herstellen oder verarbeiten, wie Tensidhersteller, Gewürzfabriken, Düngemittelfirmen, aber auch Autobahnmeistereien mit Streusalzverladung.
4. Deponiesickerwasser

Typische Natriumwerte auf Kläranlagen
Folgende Tabelle 1 zeigt typische Kationenkonzentrationen im Ablauf von 64 verschiedenen kommunalen Kläranlagen (ohne Deponien) sowie Beispiele für Kläranlagen mit Einleitern der oben angegebenen Kategorien 1-4.

Bild Natrium3.jpg

In der Praxis zeigt sich, das die Belebtschlammflockenbildung etwa ab einem Ca/Na-Verhältnis
von < 0,6 problematisch wird. Dann kommt es im Kläranlagenbetrieb zur Verschlechterung folgender Parameter:
– Absetzgeschwindigkeit der Belebtschlammflocken im Nachklärbecken
– Scherstabilität der Belebtschlammflocken (Flockenzerfall beim Pumpen)
– Sichttiefe und Trübung im Nachklärbecken (Flockenzerfall)
– CSB- und P-Konzentrationen im Ablauf (Flockenzerfall)
– Standzeiten der Probenaufbereitung von Online-Messgeräten (Membranen verstopfen)
– Filterlaufzeiten der Flockungsfiltrationen
– Fällmittelverbrauch
– Flockungshilfsmittelverbrauch bei der Überschussschlammeindickung.

In Abhängigkeit davon, ob das Ca/Na-Verhältnis dauerhaft ungünstig ist oder durch ein einmaliges Ereignis verschlechtert wurde, sind die Gegenmaßnahmen zu wählen.
Nach einem einmaligen Natriumeintrag ist ein kurzfristiger Kreide- oder Kalkeinsatz zu empfehlen. Auch die Substitution von NaCl durch MgCl2 oder CaCl2 als Streusalz kann Abhilfe bringen.
Bei dauerhaft ungünstigen Ca/Na-Verhältnissen ist entweder ein dauerhafter Calciumzusatz oder eine Limitierung der Natriumeinleitungen notwendig. So kann z.B. geprüft werden, ob der Einsatz von NaOH zur Neutralisation durch Kalkhydrat oder Kreide ersetzt werden kann.

Labormessungen
Hat man den Verdacht, dass der oben beschriebene Problemkreis auf der eigenen Kläranlage eine Rolle spielen könnte, bekommt man schnell den Wunsch, die relevanten Kationen Ca2+/Mg2+/K+ und Na+ sowie Cl- selbst vor Ort mit geeigneten Betriebsmethoden zu messen.
Für Ca2+/Mg2+/K+ und Cl- gibt es Küvettentests:
Ca/Mg: LCK 327
K LCK 328
Cl LCK 311

Aber Natriumionen können nicht photometrisch bestimmt werden. Dafür eignet sich nach unseren Erfahrungen die ionenselektive Sonde der Fa. Hach-Lange.

Für die Messung benötigt man
– (Multi-Funktions-) Messgerät (z.B. Hach HQ 40d multi)
– Natriumionen-selektive Elektrode
– Standardlösung
– Spüllösung
– Ionenstärkeregulator

Bild Natrium4.jpg

Vor Beginn der Messung werden 25 ml der Standardlösung mit 1 Beutel Ionenstärkeregulator vermischt und gemessen. Dabei soll ein Wert von 100 ± 10 mg Na/l herauskommen. Danach wird die Sonde gespült (25 ml Spüllösung + Ionenstärkeregulator).
Nachfolgend können die Wasserproben gemessen werden, wobei wiederum 25 ml Probe mit je 1 Beutel Ionenstärkeregulator gemischt werden. Zur Absicherung der Werte gegen Matrixeinflüsse eignen sich vor allem Verdünnungsreihen.
Bei unseren Messungen im Medium „Ablaufwasser“ kommunaler und industrieller Kläranlagen gab es im Messbereich zwischen 20 und 3000 mg Na/l keine nachweisbaren Störeinflüsse, so dass man davon ausgehen kann, dass das Messverfahren für diese Anwendung sehr gut geeignet ist.
Es ist durchaus empfehlenswert, bei bekanntem, dauerhaft erhöhtem Natriumeintrag oder wiederkehrenden kurzfristigen Beeinträchtigungen der Belebtschlammflockenstruktur regelmäßige Na-Messungen durchzuführen. Das gilt insbesondere dann, wenn man feststellt, dass

die Belebtschlammflocken sich schlecht absetzen, obwohl unter dem Mikroskop keine Fadenbakterien zu sehen sind.
der Fällmittelverbrauch für die P-Elimination bei ß-Werten > 1,2 liegt (Natrium verzögert   Fällungsreaktionen deutlich)
der Flockungshilfsmittelverbrauch für die Überschussschlammeindickung oder die   Faulschlammentwässerung vergleichsweise hoch ist,
die Schlammentwässerungsergebnisse vergleichsweise schlecht sind.

– die Belebtschlammflocken sich schlecht absetzen, obwohl unter dem Mikroskop keine Fadenbakterien    zu sehen sind.
– der Fällmittelverbrauch für die P-Elimination bei ß-Werten > 1,2 liegt (Natrium verzögert    Fällungsreaktionen deutlich)
– der Flockungshilfsmittelverbrauch für die Überschussschlammeindickung oder die    Faulschlammentwässerung vergleichsweise hoch ist,
– die Schlammentwässerungsergebnisse vergleichsweise schlecht sind.

In diesen Fällen steht der Aufwand für die regelmäßige Natriummessung in keinem Verhältnis zu den erzielbaren Einsparungen.

Mainz, den 18.6.2010
K. Sölter

Autorin:
Bioserve GmbH
Kirsten Sölter
Carl-Zeiss-Straße 53
55129 Mainz
Tel.: 06131 – 90622 – 68
Fax.: – 69
soelter@bioserve-gmbh.de

Literatur: 

1. Sölter, K.: Ursachen für schlecht absetzbare Belebtschlammflocken und was man dagegen tun kann; Vortrag für den Erfahrungsaustausch der Obleute norddeutscher Kläranlagen am 4./5. Mai 2010 in Lüneburg
2. Kara, F. et al: Monovalent cations and their influence on activated sludge floc chemistry, structure and physical characteristics; Biotechnology and Bioengineering Volume 100, No. 2, June 1, 2008, Seite 231-238   
3. Wilen, B.-M. et.al.: Influence of flocculation and settling properties of activated sludge in relation to secondary settler performance, Wat. Sci. Tech, Vol. 54, No. 1, 2006, Seite 147-155 
4. Jarvis, P. et. al.: The duplicity of floc strength, Wat. Sci. Tech, Vol. 50, No. 12, 2004, Seite 63-70 
5. Jin, B. et. al.: Impacts of morphological, physical and chemical properties of sludge flocs on dewaterability of activated sludge; Chemical Engineering Journal 98 (2004); Seite 115-126 
6. Tixier, N. et. al.: Effect of pH and ionic environment changes on interparticle interactions affecting activated sludge flocs – a rheological approach, Environmental technology, Vol. 24, 2003, Seite 971-978 
7. Novak, J.T. et.al: Floc structure and the role of cations, Wat. Sci. Tech, Vol. 44, No. 10, 2001, Seite 209-213 
8. Biggs, C.A. et. al. Activated sludge flocculation: direct determination of the effect of calcium ions, Wat. Sci. Tech, Vol. 43, No. 11, 2001, Seite 75-80 
9. Cousin, C.P.: Effect of calcium ion concentrations on the structure of activated sludge flocs, Environmental technology, Vol. 20, 1999, Seite 1129-1138 
10. Hänel, K. 1986: Biologische Abwasserreinigung mit Belebtschlamm, VEB Gustav Fischer Verlag Jena, ISBN 3-334-00023- 
11. Murthy, S.N. et al: Monitoring cations to predict and improve activated sludge settling and dewatering properties of industrial wastewaters; Wat. Sci. Tech., Vol. 38, No.3, 1998, Seite 119-126 
12. Murthy, S.N. et al: Influence of cations on activated sludge effluent quality, Annual conference and exposition – water environment federation, No. 455, 1998, Seite 309-324 
13. Novak, J.T. et. Al.: Cations and activated sludge characteristics, 12th Annual residuals and biosolids management conference, 12-15 Juli, 1998, Washington 
14. Zita, A. et. al.: Effect of ionic strength on Bacterial adhesion and stability of flocs in wastewater activated sludge system, Appl. and Environm. Microbiology, Vol. 60, No. 9, Sept. 1994, Seite 3041-3048 

Wuppergebiet als Testgebiet in Projekt des Umweltbundesamtes

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Fachleute diskutierten in Wuppertal über Anpassungsstrategien an den Klimawandel

Welche Folgen wird der Klimawandel auf die Wasserwirtschaft haben? Und wie kann die Wasserwirtschaft Strategien zur Anpassung an diese Folgen entwickeln?
Diese Fragen stehen im Zentrum eines Forschungsvorhabens des Umweltbundesamtes in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro UDATA und der Bundeswehr Universität München. Das Vorhaben, das in 2008 startete, trägt den Namen „Wasserwirtschaftliche Anpassungsstrategien an den Klimawandel“, kurz WASKlim (www.wasklim.de). Ziel des Forschungsvorhabens ist, die Anpassungsfähigkeit des Wassersektors an mögliche Auswirkungen des Klimawandels abzuschätzen und geeignete Anpassungsstrategien zu entwickeln. Das Einzugsgebiet der Wupper – das Verbandsgebiet des Wupperverbandes – wurde für dieses Vorhaben neben dem Oberlauf der Iller (Bayern, Alpenvorland) und der Salza/Wipper (Sachsen-Anhalt) als Testgebiet ausgewählt.

Am 25. November kamen 30 Fachleute und Wasserakteure aus dem Wuppergebiet, z. B. Vertreter der Behörden, Stadtwerke und Kommunen, Hochschulen, Umweltverbände und des Wupperverbandes sowie Vertreter der Projektbeteiligten und des Potsdam-Institutes für Klimafolgenforschung zur so genannten Nutzerkonferenz nach Wuppertal.
Die Konferenz hatte das Ziel, das spezielle Wissen aus den unterschiedlichen Institutionen zu bündeln und die Grundlagen für Entscheidungen in der Zukunft zu diskutieren. Der Informationsaustausch mit den Fachleuten vor Ort bildet einen wichtigen Baustein innerhalb des Forschungsvorhabens.
Mit Ergebnissen aus dem Forschungsvorhaben für das Wuppergebiet ist im Sommer 2009 zu rechnen.

Ihre Ansprechpartner:

Corinna Hornemann, Umweltbundesamt, Telefon: 0340/ 2103-2019

Dr. Jörg Scherzer, UDATA Neustadt, Telefon: 06321/998944

Kosten der Klimaanpassung im Wasserbereich bisher unsicher

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Halle/Leipzig. Der Klimawandel spielt bei den Planungen der Wasserversorger in Sachsen-Anhalt noch eine untergeordnete Rolle. Stattdessen steht bislang die Anpassung an die durch den Bevölkerungsrückgang und das veränderte Verbrauchsverhalten rückläufige Wassernachfrage im Mittelpunkt der Überlegungen. Insgesamt seien die Anpassungskosten im Wasserbereich auf Grundlage der bestehenden Datenlage nur schwer abzuschätzen, schreiben Forscher des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung im Fachblatt „Wasser und Abfall“.
Wirtschaft und Wissenschaft sollten sich stärker mit dem Thema befassen, so das Resümee der Studie, die in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe „Klimawandel“ des Landes Sachsen-Anhalt entstand.

Seit der Wende hat sich der Trinkwasserverbrauch in Sachsen-Anhalt auf ein Drittel verringert, weil die Bevölkerung um eine halbe Million gesunken ist, aus Kostengründen mehr Wasser eingespart wird und durch die Modernisierung des Leitungsnetzes weniger Verluste entstehen. Aus Sicht der Umweltökonomen steht einer entsprechenden Anpassung des Leitungsnetzes durch die Wasserversorger jedoch der anhaltend hohe Wasserbedarf in den Sommermonaten entgegen. „Eine wesentliche Anpassungsmaßnahme besteht demnach darin, die Re-Dimensionierung der Leitungen zu unterlassen, auch wenn diese jetzt vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und dem veränderten Verbrauchsverhalten sinnvoll erscheint. Denn in Zukunft ist durch die trockeneren Sommer mit häufiger auftretenden und länger andauernden Nachfragespitzen zu rechnen“, so Prof. Bernd Hansjürgens vom UFZ und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Die nicht eingesparten Absetzungen für Abnutzungen könnten daher als Anpassungskosten an den Klimawandel interpretiert werden.

Die Einschätzungen der Studie basieren auf Klimaprojektionen, die erwarten, dass bis zum Ende des Jahrhunderts die durchschnittlichen Temperatur um zwei bis drei Grad ansteigt und sowohl die Häufigkeit von heißen Tagen (≥ 30°C) als auch von Hitzewellen zunimmt, so der Leiter des Mitteldeutschen Klimabüros Dr. Andreas Marx. Im Sommer können die Niederschläge dann um ein Fünftel abnehmen. „Da große Gebiete Sachsen-Anhalts schon heute zu den trockensten Regionen Deutschlands zählen, kann trotz der bestehenden Unsicherheiten für Teile des Landes in den Sommermonaten mit einer Verschärfung der Versorgungssituation gerechnet werden“, ergänzt der Ökonom Oliver Gebhardt vom UFZ. Höhere Wassertemperaturen in den Leitungssystemen sowie eine Zunahme von Schadstoffkonzentrationen durch zusätzliche Einträge oder durch geringere Wassermengen können die Wasseraufbereitung künftig verteuern.

Untersucht wurden in der Studie auch Anpassungskosten im Bereich Hochwasserschutz. Anders als in Bayern und Baden-Württemberg werden in Sachsen-Anhalt keine Annahmen über die klimawandelbedingte Veränderung der Hochwassergefahrenlage in den Planungen berücksichtigt. Dies wird u.a. damit begründet, dass die Datenlage zu unsicher sei, um bei der Ermittlung hydrologischer und wasserbaulicher Bemessungsgrundlagen die Nutzung von Klimazuschlägen zu rechtfertigen. Die bestehenden Hochwasserschutzpläne würden jedoch regelmäßig angepasst und geeignete Vorsorgemaßnahmen, wie Deichrückverlegungen oder die Einrichtung von Rückhaltebecken, durchgeführt. Vor diesem Hintergrund konnten die Wissenschaftler des UFZ aktuell keine klimabedingten Anpassungskosten für den Hochwasserschutz in Sachsen-Anhalt ermitteln.
Tilo Arnhold

Mit seiner Expertise trägt das UFZ dazu bei, die Folgen des Klimawandels zu erforschen und Anpassungsstrategien zu entwickeln. So ist das UFZ beispielsweise für die wissenschaftliche Begleitung, Koordination und Synthese (GLUES) im Modul A des BMBF-Förderschwerpunktes „Nachhaltiges Landmanagement“ zuständig, das auf der UN-Klimakonferenz Ende November in Durban vorgestellt wird. Über den Stand der Verhandlungen wird aus Durban der Klimaökonom Prof. Reimund Schwarze für das UFZ und CSC berichten ().

Publikation:
Oliver Gebhardt und Bernd Hansjürgens (2011): Kosten der Klimaanpassung im Wasserbereich. Ein Bottom-up-Ansatz am Beispiel Sachsen-Anhalts. Wasser und Abfall 13 (7-8), 14 – 18

Weitere Informationen:
Prof. Bernd Hansjürgens/ Oliver Gebhardt
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Telefon: 0341-235-1233, -1477
http://www.ufz.de/index.php?de=1643
http://www.ufz.de/index.php?de=12751
sowie
Dr. Andreas Marx
Mitteldeutsches Klimabüro am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Telefon: 0341-235-1074
http://www.ufz.de/index.php?de=19530
oder über
Tilo Arnhold (UFZ-Pressestelle)
Telefon: 0341-235-1635
http://www.ufz.de/index.php?de=640

Links:
Abschlussbericht zum Forschungsvorhaben „Innovative Ansätze der ökonomischen Anpassungsforschung mit Bezug zu Sachsen-Anhalt“(Gefördert durch das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt):
http://www.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Elementbibliothek/Master-Bibliothek/Landw…
Mitteldeutsches Klimabüro:
http://www.ufz.de/index.php?de=17016
Helmholtz-Klimainitiative REKLIM (Regionale Klimaänderungen):
http://www.reklim.de/de/