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Nanoteilchen für Umwelt gefährlicher als bislang bekannt

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Nanopartikel schädigen Kleintiere stärker als bisherige Tests zeigen. Das hat eine neue Studie der Universität Koblenz-Landau nachgewiesen. So reagieren bei Wasserflöhen (Daphnia magna) Nachkommen von Elterntieren, die Nanoteilchen aus Titandioxid ausgesetzt waren, deutlich empfindlicher als Nachkommen von Elterntieren aus einer Kontrollgruppe. Dies ist der Fall, obgleich die Nachkommen selbst nicht den Nanopartikeln ausgesetzt waren. Bei den Elterntieren wurden mit den üblichen Testverfahren keine Auswirkungen durch die Nanopartikel festgestellt. Bisherige Standardtests erfassen die Wirkung in der nächsten Generation nicht.

Je nach Dosierung der Nanopartikel sind die Nachkommen zwei- bis fünfmal empfindlicher gegenüber diesen Teilchen als unbehandelte Wasserflöhe. Schon in Konzentrationen, die um den Faktor 50 unterhalb der üblichen Wirkschwelle bei Elterntieren liegen, wirkt sich das bislang eher als unbedenklich geltende Titandioxid deutlich auf die nachfolgende Generation aus. Die niedrigste Dosierung, der die Elterntiere ausgesetzt waren, lag nur 20-fach über der im Rahmen anderer wissenschaftlicher Studien für Freiland-Gewässer vorhergesagten Konzentration. Durch den Vergleich mit den in dieser neuen Studie ermittelten Effektschwellen ließe sich in der regulatorischen Risikobewertung somit ein Risiko ableiten.

Die Empfindlichkeit der Tiere wurde anhand ihrer Schwimmfähigkeit abhängig von verschiedenen Konzentrationen von Titandioxid festgestellt. Durch eine beeinträchtigte Schwimmfähigkeit der Nachkommen ist möglicherweise deren Überlebensfähigkeit eingeschränkt und die Organismen könnten auch sensibler auf andere Stressfaktoren wie Pestizide oder Metalle reagieren. Bei der Elterngeneration sind dagegen auch nach längerer Einwirkung keine Folgen erkennbar. Ob ähnliche und weitere Effekte bei anderen Nanomaterialien oder Organismen auftreten, ist derzeit unbekannt.

Standard-Tests nicht geeignet

„Die Studie untermauert, dass Nanomaterialien aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften überraschende Wirkungen hervorrufen können“, erklärt Prof. Dr. Ralf Schulz vom Institut für Umweltwissenschaften Landau an der Universität Koblenz-Landau. „Daher reichen klassische Untersuchungen und Risikobewertungen nicht aus. Die Zulassungsbehörden müssen sich zügig für eine Weiterentwicklung und Einführung angepasster Tests einsetzen, um auch langfristige Risiken zuverlässiger bewerten zu können. Schließlich gelangen Nanopartikel dauerhaft in die Umwelt.“

Die Giftigkeit von Stoffen für die aquatische Umwelt wird meist anhand von Standard-Tests unter anderem an Wasserflöhen geprüft. Diese besitzen eine wichtige Bedeutung in der Nahrungskette von Seen und Teichen, sind einfach zu züchten und reagieren empfindlich auf Schadstoffe. Deren Auswirkungen lassen sich einfach und schnell über die Bewegungsfähigkeit der Wasserflöhe feststellen. Dazu gibt es von der OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development) genormte Handlungsanweisungen, um vergleichbare Werte zu ermitteln. Sie beschränken sich jedoch auf eine Generation und berücksichtigen nicht deren Nachkommen. „Einen Rückschluss zu Auswirkungen der entsprechenden Stoffe auf den Menschen lassen diese Tests jedoch nicht zu,“ ergänzt Dr. Mirco Bundschuh, ein weiterer Autor der Studie.

Zahlreiche Branchen wie Elektronik, Chemie, Medizin oder Kosmetik setzen Nanopartikel bereits in großem Maßstab ein. Zum Beispiel enthalten Sonnencremes, Deodorants, Zahnpasten oder Salatdressings zur Aufhellung Nanoteilchen aus Titandioxid. Mit Sonnenlicht kann die Substanz auch Abwasser und Luft reinigen sowie Strom oder Wasserstoff erzeugen. Die Eigenschaften hängen von Größe und Struktur der 1 bis 100 Nanometer kleinen Teilchen ab, die damit rund tausendmal dünner sind als ein Menschenhaar. Aufgrund der Wachstumsprognosen für Herstellung und Einsatz von Nanoteilchen ist damit zu rechnen, dass sie zunehmend in die Umwelt gelangen. Obwohl über ihre Wirkung auf Mensch und Umwelt wenig bekannt ist, müssen Produkte mit Nanopartikeln nicht gekennzeichnet werden.

Die Studie:
„Titanium dioxide nanoparticles increase sensitivity in the next generation of the water flea Daphnia magna“, Mirco Bundschuh, Frank Seitz, Ricki R. Rosenfeldt, and Ralf Schulz. Die Studie wurde am 7. November 2012 in PLOS ONE (Online-Publikation der Public Library of Science) unter
http://dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0048956
veröffentlicht.

Kontakt:

Universität Koblenz-Landau
Prof. Dr. Ralf Schulz
Fortstraße 7
76829 Landau
Tel.: (06341) 280-31327
E-Mail: r.schulz@uni-landau.de

Installation und Betrieb einer neuartigen Konditionierungshilfe zur Schlammentwässerung (Erfahrungsbericht Einsatz KA Goslar)

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1. Einleitung und Ausgangssituation
Es begann mit einer Studie zur Umsetzung einer Energieautarken Kläranlage.

Aus strategischen Gründen und zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit wurde in den Jahren 2008
und 2009 eine Studie zur Umsetzung einer ENERGIEAUTARKEN KLÄRANLAGE beauftragt und durchgeführt.
Mit den gefundenen Ergebnissen soll der Energiebedarf so gering wie möglich gehalten werden.
Neben dem Energiebedarf wurden alle verfahrenstechnischen Schritte überprüft. In der folgenden
Zeit wurden erhebliche Veränderungen an der Kläranlage Goslar vorgenommen, die heute schon
positive Veränderungen im Energiebedarf darstellen. Als ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zur
ENERGIEAUTARKEN KLÄRANLAGE ist der Bau und Betrieb einer Co-Substrat-Annahmestation in
Umsetzung. Hier werden leicht vergärbare Stoffe, wie z. B. Fette o. ä., angenommen und in den
bestehenden Faulraum dosiert. Allein durch diese Zugabe erwartete man ein schlechteres Ergebnis
bei der Entwässerung. Mit dem FlocFormer will man dem entgegenwirken. Aber auch in
bestehenden Anlagen ohne Co-Vergärung wurde mit einer wesentlichen Verbesserung der
Klärschlammentwässerung gerechnet.

2. Das FlocFormer – Prinzip
Bild FW-Schlamm-Aquen-Nov-12-1.jpg
Mit Hilfe des FlocFormers soll eine einheitliche, kompakte Schlammflocke geschaffen werden, deren Wasserbindevermögen herabgesetzt ist. Das Standardverfahren zur Vorbereitung der Entwässerung von Klärschlämmen ist die Konditionierung mit Polymeren. Die Anforderung an die Konditionierungstechnik ist die Ausbildung von optimal entwässerbaren Flocken bei sich permanent verändernden Schlamm- und Prozessparametern. Dies ist mit der konventionellen Technik nicht möglich. Zudem benötigt jedes Entwässerungsaggregat für optimale Entwässerungsergebnisse eine ganz spezifische Flockung. Die Entwässerung von Klärschlämmen ist immer nur so gut wie ihre Konditionierung! Im FlocFormer wird zunächst das Flockungshilfsmittel über einen Turbo-Mischer homogen in den Schlamm eingebracht. Es werden großvolumige und scherinstabile Flocken erzeugt. Diese werden anschließend in einem modifizierten Kegelrührer gezielt erodiert und kompaktiert („pellettiert“). Das Polymer kann seine Wirkung voll entfalten, eine Überdosierung ist nicht mehr nötig. 

3. Einbindung in die Entwässerungsstrecke

Der FlocFormer ist dem Entwässerungsaggregat direkt vorgeschaltet. Das Aggregat wurde mit einem Bypasssystem in die vorhandene Schlammleitung zur Zentrifuge eingebunden.
Bild FW-Schlamm-Aquen-Nov-12-2.jpgBild FW-Schlamm-Aquen-Nov-12-3.jpg
Das Bypasssystem hat die Aufgabe, einem Herunterfahren der Zentrifuge – beispielsweise in der Anfangszeit wegen der Versuchseinstellungen am FlocFormer – entgegenzuwirken. Als ein wesentlicher Vorteil muss die Steuerung des FlocFormers angesehen werden. Diese Steuerung ist kompatibel mit anderen Systemen, so dass man ohne größere Probleme den FlocFormer in bestehende Systeme einbinden kann. Die Bedienoberfläche ist einfach und sinnvoll angeordnet und dargestellt. Alle Rohrleitungen und Verbindungen, wie auch das Gehäuse selbst, sind aus vergütetem Edelstahl hergestellt. Damit ist eine lange Lebensdauer sichergestellt. Die Anlage läuft seit vielen Monaten störungsfrei. 

4. Der Versuchsbetrieb

Bild FW-Schlamm-Aquen-Nov-12-4.jpg
Durch den Aufbau des FlocFormers sind 3 die Flockenstruktur beeinflussende Einstellmöglichkeiten gegeben:
– eine intensive Polymereinmischung (Turbo-Mischer)
– die Drehzahlveränderung des Kegelrührers
– eine Veränderung des Spaltabstandes des Kegelrührers zum Gehäuse

Hinzu kommen die Einstellmöglichkeiten am Entwässerungsaggregat (Zentrifuge). Um die optimalen Einstellungen und somit die optimalen Ergebnisse in der Entwässerung und im Polymerverbrauch zu erhalten, wurde jede Einstellmöglichkeit für sich und jeweils in Kombination getestet. Für die Betrachtung aller möglichen Einzeleinstellungen und Kombinationen waren 63 Schritte notwendig. Zusätzlich wurden verschiedene Polymere untersucht. Für jedes Polymer wurden die 63 Schritte durchlaufen. Kurz gesagt haben wir die Anlage gründlich getestet. 

5. Die Ergebnisse
Mit Hilfe des FlocFormers konnte der Trockensubstanzgehalt des entwässerten Schlammes um ca. 2
Prozent erhöht werden, trotz der nunmehr zusätzlich eingeleiteten Fette. Der entwässerte Schlamm
veränderte sich hinsichtlich seiner Beschaffenheit derart, dass mit dem Einsatz des FlocFormers eine
feinkrümelige Struktur erzeugt werden konnte.

Bild FW-Schlamm-Aquen-Nov-12-5.jpg
Dies hatte zum Vorteil, dass wesentlich mehr Schlamm in die Container verladen werden konnte als
bisher, da sich der Schlamm besser in den Containern verteilt. Demzufolge und wegen des geringeren
Wassergehaltes mussten auch weniger Touren gefahren werden (ca.20%), was sich wiederum positiv
auf die Entsorgungskosten auswirkt. Die Anlage wurde bisher über alle Jahreszeiten gefahren, die
Vorteile wurden unabhängig von der Jahreszeit und Witterung eingefahren.
Der mittlere Polymerverbrauch konnte ebenfalls, trotz nun eingeleiteter Fette, um ca. 1 kg Polymer
je Tonne Trockensubstanz gesenkt werden.

6. Zusammenfassung
Die Investition in den FlocFormer als Konditionierungshilfe hat sich für uns gelohnt. Durch die
Einsparungen in den Entsorgungskosten, bedingt durch die Erhöhung des TS-Gehaltes, durch die
Erzeugung einer feinkrümeligen Struktur und durch die Polymereinsparungen, hat sich der
FlocFormer sehr schnell amortisiert. Auch der problemlose Einbau und die Integration in die
bestehende Entwässerungsschiene überzeugten. Durch die Bypass-Regelung kann der „alte“
Entwässerungsweg ganz unkompliziert wieder hergestellt werden, wenn es die Situation erfordern
sollte. Da der FlocFormer in verschiedenen Größen lieferbar ist, ist auch ein Einsatz in der mobilen
Schlammentwässerung denkbar. Sogar für die Schlammeindickung kann der FlocFormer eingesetzt
werden.

Jörg Hinke
Leiter Kläranlage Goslar
j.hinke@eurawasser.de
Tel.: 053213376-28
Fax: 05321 3376-33
Mobil: 0151 12122300

Aktuelles zur Fachkräfte-Offensive

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Im Juni 2012 startete erfolgreich die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und der Bundesagentur für Arbeit ins Leben gerufene Fachkräfte-Offensive.

Auf der begleitenden Internetplattform www.fachkraefte-offensive.de stehen, multimedial aufbereitet, regelmäßig Beiträge zu den neuesten Entwicklungen zum Thema Fachkräftemangel.

Informieren Sie sich hier:
http://www.fachkraefte-offensive.de/DE/Startseite/start.html

Den Fachkräftebedarf zu sichern ist eine der entscheidenden Herausforderungen für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Wollen wir Deutschland zukunftsfest machen, ist jetzt eine gemeinsame Anstrengung notwendig. Um alle verantwortlichen Akteure zusammenzubringen und ganz konkret Handlungsansätze aufzuzeigen, haben das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und die Bundesagentur für Arbeit (BA) die Fachkräfte-Offensive gestartet.

Weitere Informationen
Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) – 16 Fragen zum Fachkräftemangel in Deutschland
http://www.bibb.de/de/56363.htm
PDF-Download – Demografiebericht
http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/2011/demografiebericht.pdf?__blob=publicationFile
Fachkräftesicherung – Ziele und Maßnahmen der Bundesregierung
http://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/fachkraeftesicherung-ziele-massnahmen.pdf?__blob=publicationFile

 

 

Spree 2011 – Pilotanlage zur Mischwasserspeicherung geht in Betrieb

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Spree2011 ist der Prototyp eines flexibel einsetzbaren, modular aufgebauten Abwasserspeichers, der in Zukunft traditionelle Speicherbecken in Betonbauweise ergänzen soll. Nach mehr als sieben Jahren Forschung und Entwicklung, die unter anderem vom Kompetenzzentrum Wasser Berlin, den Berliner Wasserbetrieben, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Stiftung Zukunft Berlin gefördert wurde, steht der Bau der Pilotanlage Luritec/Spree2011 nun vor dem Abschluss. Das in der Spree installierte und für die Speicherung von Abwasser entwickelte Modulsystem kann nicht nur Abwasser aus der Mischkanalisation speichern, sondern ist auch im Bereich der Trennkanalisation einsetzbar. Es kann im Salzwasser und in Gewässern mit starken Strömungen installiert sowie mit weiterführenden Abwasserbehandlungsanlagen bestückt werden. Die TU Berlin (Prof. Dr.-Ing. Matthias Barjenbruch) wird den technischen Betrieb der Anlage jetzt für zwei Jahre untersuchen und auswerten. Die Eröffnung war am 14. September 2012 im Berliner Osthafen. Die dort installierte Pilotanlage, eine Konstruktion aus Glasfaserrohren und Stahlträgern, ist rund 50 m lang und verfügt über ein Speichervolumen von 460 m³. Zwei Jahre wird die Pilotanlage nun unter wissenschaftlicher …mehr:

http://www.gfa-news.de/gfa/webcode/20120917_002/Spree_2011_%E2%80%93_Pilotanlage_zur_Mischwasserspeicherung_geht_in_Betrieb

Neue Technologie: Kunststoff aus Abwasser

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Eine zukunftsweisende Innovation ermöglicht die Verarbeitung von kommunalem Klärschlamm zu Rohstoffen

Rohstoffe für die Papier- und Kunststoffindustrie
Applied Cleantech hat eine Technologie entwickelte, mit der Feststoffe aus kommunalen Abwassersystemen zu Rohstoffen für die weltweite Papier- und Kunststoffindustrien verarbeitet werden können.
Der revolutionäre gedankliche Ansatz in Kombination mit wissenschaftlicher Forschungsarbeit führte im Lauf der vergangenen Jahre zur Entwicklung dieser Technologie, die es ermöglicht, Rohstoffe auf Klärschlamm-Basis zu produzieren, welche dann wieder an die Industrie zurückverkauft werden können. Zum Einsatz kommt die Technologie in einer kompakten, automatisierten und effizienten Anlage. Dort werden Feststoffe aus ungeklärtem Abwasser recycelt und in einem fortlaufenden Prozess (dem SRS – Sewage Recycling System) in qualitativ hochwertige Verbrauchsgüter verwandelt. Am Ende des Vorgangs sind aus den Fest- und Faserstoffen im Abwasser qualitativ hochwertige, saubere und umweltfreundliche…mehr unter:

http://www.chemie.de/news/140071/neue-technologie-kunststoff-aus-abwasser.html

Damit aus Abwasser eine saubere Sache wird

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Viele Menschen in der Eifel leben so weit weg von ihren Nachbarn, dass sie nicht an den Kanal angeschlossen werden, sondern eine eigene kleine Kläranlage bauen müssen. Aber welche ist die richtige? Eine Frau aus Speicher hat vor zwei Jahren eine Anlage gebaut – und schreibt ihre Erfahrungen in einem Buch auf.

Dreckiges Wasser aus der Küche oder dem Badezimmer fließt in den Abfluss, und dann? Bei den meisten Haushalten gelangt das Abwasser in die Kanalisation und zu einer Kläranlage. Doch gerade im ländlichen Raum sind nicht alle Häuser an solch einen Kanal angeschlossen. In der Eifel stehen nach Information des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums landesweit betrachtet noch die meisten Häuser ohne modernes Abwassersystem.

http://www.volksfreund.de/nachrichten/region/bitburg/aktuell/Heute-in-der-Bitburger-Zeitung-Damit-aus-Abwasser-eine-saubere-Sache-wird;art752,3166128

Schadstofftransport in der Pilz-Pipeline

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Leipzig. Pilze durchziehen das Erdreich mit riesigen Geflechten aus feinen Fäden. Diese Netzwerke aber haben überraschende Funktionen. Schon vor ein paar Jahren haben Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) herausgefunden, dass Bakterien auf den Pilzfäden wie auf Autobahnen durch das Labyrinth der Bodenporen reisen. Nun sind die UFZ-Mitarbeiter gemeinsam mit britischen Kollegen von der Lancaster University einem weiteren Phänomen auf die Spur gekommen. Demnach transportieren die Pilzgeflechte auch Schadstoffe, die im Boden sonst kaum beweglich sind. Damit können diese lebenden Pipelines vielleicht einen Beitrag zur Sanierung belasteter Böden leisten, schreiben die Forscher im Fachjournal Environmental Science & Technology.

Quelle: UFZ

Phosphor-Recycling aus Abwasser

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Europäisches Verbundforschungsvorhaben P-REX wird die Entwicklung der Anlagentechnik zur Rückgewinnung von Phosphor aus Abwasser vorantreiben

Abwasser ist nicht nur einfach Abfall, der bei der Abwasserbehandlung anfallende Klärschlamm enthält neben viel Energie auch lebenswichtige Nährstoffe wie zum Beispiel Phosphor und Stickstoff. Daher war es lange Tradition, den Schlamm direkt als Dünger auf den Feldern auszubringen. Diese Praxis ist allerdings immer mehr umstritten. Denn im Schlamm können neben erwünschten Nährstoffen auch Schadstoffe wie Schwermetalle oder organische Spurenstoffe enthalten sein, die möglichst nicht in die Nahrungskette gelangen sollten.

In der Landwirtschaft wird daher heute überwiegend mit künstlichen Pflanzendüngern gearbeitet. Hierbei gibt es allerdings ein Problem: die Verfügbarkeit des zugesetzten Phosphors, der in nur wenigen Regionen der Erde wie z.B. China oder Marokko bergmännisch als Rohphosphat abgebaut wird, ist begrenzt. Dies hat sich in den letzten Jahren schon deutlich auf den Rohstoffmärkten bemerkbar gemacht. Kostete eine Tonne Rohphosphat 2006 durchschnittlich 35€, lag der Preis für die gleiche Menge 2008 schon um ein Vielfaches höher mit steigender Tendenz.

Europa ist zu 90% von importiertem Rohphosphat abhängig. Deutschland importiert jährlich 120 Tausend Tonnen dieses Pflanzennährstoffs in Form von Mineraldünger. Gleichzeitig sind 70 Tausend Tonnen Phosphor im Abwasserstrom enthalten und werden meist nicht genutzt. Ein gezieltes Recycling dieses Stoffs aus Abwasser könnte in Deutschland bis zu 60% des Bedarfs decken. Zahlreiche Verfahren wurden bereits in Pilotvorhaben entwickelt, allerdings kam bisher kaum ein Verfahren in großtechnischem Maßstab zur Anwendung.

Dies liegt laut Andreas Hartmann, Geschäftsführer des Kompetenzzentrums Wasser Berlin, vor allem daran, dass in der bisherigen Forschung der Fokus bislang zu einseitig auf die Phosphorausbeute, aber zu wenig aber auf die Praktikabilität von Verfahren gelegt wurde.

Dies soll sich nun ändern. Die vom Kompetenzzentrum Wasser Berlin geleitete europäische Forschungsinitiative P-REX ist angetreten, die Entwicklung von effizienten technischen Lösungen des Phosphor-Recyclings aus Abwasser in Europa zu beschleunigen.

In enger Zusammenarbeit von Wissenschaft, Unternehmen und Fachleuten aus der Landwirtschaft sollen die besten verfügbaren Recycling-Verfahren bewertet werden. Dazu zählt neben verfahrenstechnischen Lösungen explizit auch die Option der direkten landwirtschaftlichen Verwertung. Ziel ist es, die bisher unter 10% liegende Recyclingquote von Phosphor aus Abwasser auf 80% zu erhöhen. Die Phosphor-Ausbeute ist aber nicht das einzige Bewertungskriterium. Mit auf dem Prüfstand steht die tatsächliche Wirksamkeit der Recyclingprodukte als Düngemittel.

Weiterhin soll das Markpotenzial von einzelnen Recycling-Verfahren und Recycling-Produkten untersucht werden.
Das Projekt bearbeiten 15 Partner aus sieben europäischen Ländern, darunter sind neun mittelständische Unternehmen, Das Projektvolumen beträgt 4,4 Mio.€ über 3 Jahre Projektdauer; die EU-Förderung beträgt 2,9 Mio.€.

„P-Rex“ auf einen Blick:“

Projekttitel:
Nachhaltiges Klärschlammmanagement zur Förderung des Phosphorrecyclings und der Energieeffizienz (P-REX)

Volumen:
4,4 Mio.€ über 3 Jahre Projektdauer; die EU-Förderung beträgt 2,9 Mio.€

Konsortium:
15 Partner aus 7 Ländern, darunter 9 KMU.

Ziele:
Demonstration und systematische Validierung von technischen Prozessen und Anlagen;
Systematische Bewertung der Recyclingprodukte hinsichtlich ihrer Wirkung als Düngemittel; Untersuchung des Marktpotenzials für Recycling-Technik und Recyclingprodukte; Entwicklung von Strategien der Phosphor-Rückgewinnung aus Abwässern unter Berücksichtigung von regionalen Randbedingungen

Web:
http://www.p-rex.eu

Leitung:
Dr. Christian Kabbe
christian.kabbe@kompetenz-wasser.de

Partner:
Agro Plus Handelsunternehmen eU (Österreich), ASIO, spol. s r.o. (Tschechien,
BSH Umweltservice AG (Schweiz), Berliner Wasserbetriebe (assoziierter Partner) (Deutschland), BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (Deutschland,
Fachhochschule Nordwestschweiz (Schweiz), Ingitec GmbH (Deutschland), IASP an der Humboldt-Universität zu Berlin (Deutschland), Kompetenzzentrum Wasser Berlin gGmbH (Deutschland),LimCo International GmbH (Deutschland), Outotec Oy (Finnland), P.C.S. Pollution Control Service GmbH (Deutschland), PFI Planungsgemeinschaft GbR (Deutschland), Proman Management GmbH (Österreich), Solintel M&P, S.L. (Spanien), Veolia Eau (Frankreich
Dr.-Ing. Bodo Weigert

KompetenzZentrum Wasser Berlin gGmbH (KWB)

Untersuchung der Pflanzenverfügbarkeit von Nährstoffen und Schwermetallen aus thermisch mineralisiertem Klärschlamm

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Fachhochschule Bingen – Prof. Dr. agr. Thomas Appel

Klärschlamm aus kommunalen Kläranlagen enthält in der Regel Stickstoff und Phosphor in ähnlicher Nährstoffdichte wie Wirtschaftsdünger von Schweinen und Geflügel (Kratz und Schnug (2006)). Außerdem besteht Klärschlamm zu ca. 80 % in der Trockensubstanz aus organischem Material. Klärschlamm eignet sich deshalb auch zur energetischen Verwertung. Problematisch bei der Klärschlammverwertung sind allerdings die akkumulierten Schadstoffe, zum einen vor allem die Schwermetalle und zum anderen organische Schadstoffe. Eine zukunftsweisende Klärschlammverwertung zielt deshalb auf folgendes:

1. Effiziente energetische Verwertung der organischen Substanz des Klärschlamms
2. Beseitigung der organischen Schadstoffe
3. Immobilisierung oder Extraktion der anorganischen Schadstoffe
4. Mobilisierung der Pfl anzennährstoffe für die landbauliche Verwertung.

Durch eine Behandlung des Klärschlamms lassen sich nicht alle Ziele gleichermaßen erreichen. Eine effiziente energetische Verwertung ist zum Beispiel mit dem PYREG-Verfahren möglich, wobei Temperaturen von ca. 600 °C erreicht werden. Für die Beseitigung organischer Schadstoffe und die Mobilisierung des im Klärschlamm vorhandenen Phosphors sind dagegen höhere Temperaturen von über 900 °C günstig, wie sie beispielsweise bei der Klärschlammverbrennung entstehen (Adam et al. 2008). Im Vergleich zu unbehandeltem Klärschlamm ist die Löslichkeit der Schwermetalle sowie der Alkali- und Erdalkalimetalle im Rückstand einer thermischen Behandlung geringer (Hwang et al. 2007). Das bedeutsamste Nährelement im Klärschlamm ist allerdings der Phosphor. Phosphor kommt je nach thermochemischer Behandlung des Klärschlamms in unterschiedlichen Verbindungen vor und seine Pflanzenverfügbarkeit ist deshalb stark von der Art der Behandlung abhängig. Rumphorst und Ringel (1994) stellten zum Beispiel fest, dass die Löslichkeit des Phosphors in der Asche von der Temperatur während der Umsetzung abhing. Bei einer Umsatztemperatur von 500 °C konnte aus der Asche vier- bis zehnmal mehr P ausgewaschen werden, als bei höheren Temperaturen von 600 °C bis 900 °C. Allerdings ist die Löslichkeit von Phosphor in Wasser oder in organischen Säuren (z.B. Zitronensäure) noch kein absolutes Maß dafür, wie gut der Nährstoff für Pflanzen verfügbar ist. Hierzu werden entsprechende Pflanzversuche im Gewächshaus der Fachhochschule Bingen durchgeführt.

http://pyreg.de/forschung.html

Untersuchung der Pflanzenverfügbarkeit von Nährstoffen und Schwermetallen aus thermisch mineralisiertem Klärschlamm

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Fachhochschule Bingen – Prof. Dr. agr. Thomas Appel

Klärschlamm aus kommunalen Kläranlagen enthält in der Regel Stickstoff und Phosphor in ähnlicher Nährstoffdichte wie Wirtschaftsdünger von Schweinen und Geflügel (Kratz und Schnug (2006)). Außerdem besteht Klärschlamm zu ca. 80 % in der Trockensubstanz aus organischem Material. Klärschlamm eignet sich deshalb auch zur energetischen Verwertung. Problematisch bei der Klärschlammverwertung sind allerdings die akkumulierten Schadstoffe, zum einen vor allem die Schwermetalle und zum anderen organische Schadstoffe. Eine zukunftsweisende Klärschlammverwertung zielt deshalb auf folgendes:

1. Effiziente energetische Verwertung der organischen Substanz des Klärschlamms
2. Beseitigung der organischen Schadstoffe
3. Immobilisierung oder Extraktion der anorganischen Schadstoffe
4. Mobilisierung der Pfl anzennährstoffe für die landbauliche Verwertung.

Durch eine Behandlung des Klärschlamms lassen sich nicht alle Ziele gleichermaßen erreichen. Eine effiziente energetische Verwertung ist zum Beispiel mit dem PYREG-Verfahren möglich, wobei Temperaturen von ca. 600 °C erreicht werden. Für die Beseitigung organischer Schadstoffe und die Mobilisierung des im Klärschlamm vorhandenen Phosphors sind dagegen höhere Temperaturen von über 900 °C günstig, wie sie beispielsweise bei der Klärschlammverbrennung entstehen (Adam et al. 2008). Im Vergleich zu unbehandeltem Klärschlamm ist die Löslichkeit der Schwermetalle sowie der Alkali- und Erdalkalimetalle im Rückstand einer thermischen Behandlung geringer (Hwang et al. 2007). Das bedeutsamste Nährelement im Klärschlamm ist allerdings der Phosphor. Phosphor kommt je nach thermochemischer Behandlung des Klärschlamms in unterschiedlichen Verbindungen vor und seine Pflanzenverfügbarkeit ist deshalb stark von der Art der Behandlung abhängig. Rumphorst und Ringel (1994) stellten zum Beispiel fest, dass die Löslichkeit des Phosphors in der Asche von der Temperatur während der Umsetzung abhing. Bei einer Umsatztemperatur von 500 °C konnte aus der Asche vier- bis zehnmal mehr P ausgewaschen werden, als bei höheren Temperaturen von 600 °C bis 900 °C. Allerdings ist die Löslichkeit von Phosphor in Wasser oder in organischen Säuren (z.B. Zitronensäure) noch kein absolutes Maß dafür, wie gut der Nährstoff für Pflanzen verfügbar ist. Hierzu werden entsprechende Pflanzversuche im Gewächshaus der Fachhochschule Bingen durchgeführt.

http://pyreg.de/forschung.html