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Hinweise zur Anwendung der VDI-Richtlinie 6230 Blatt 1

„Messung der Flüssigkeitsdichtheit mit Luftprüfsystemen“
Arbeitsbericht des DWA-Fachausschusses IG-6 „Wassergefährdende Stoffe“ und seiner Arbeitsgruppen IG-6.2 „Ausführung von Dichtflächen“, IG-6.5 „Tankstellen für Kraftfahrzeuge“, IG-6.6 „Tankstellen für Schienenfahrzeuge“ und IG-6.7 „Allgemeine Technische Regelungen“

Zusammenfassung
Vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) wurde im August 2024 die Richtlinie VDI 6230 Blatt 1 „Messung der Flüssigkeitsdichtheit mit Luftprüfsystemen“ veröffentlicht. Da mit dieser Richtlinie auch Themen aus den Arbeitsgebieten der der DWA berührt werden, werden in einem Arbeitsbericht ergänzende Hinweise zur Anwendung der VDI-Richtlinie gegeben.

Den ganzen Artikel lesen sie in Heft 12 2024 ab Seite 966

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Vergleich von Maßnahmen zur Abluftbehandlung auf Abwasseranlagen – Teil 1

Zweiter Arbeitsbericht der DWA-Arbeitsgruppe KA-14.2 „Maßnahmen gegen Geruchsemissionen aus Abwasseranlagen“*)

Fachbeiträge Kommunale Abwasserbehandlung
Zusammenfassung
Die Merkblätter DWA-M 154-1 und -2 behandeln die vielseitigen Aspekte der Geruchsentwicklung auf Abwasseranlagen und gehen auch auf Maßnahmen zur Behandlung von Geruchsproblemen durch Abwasserkonditionierung oder durch Abluftbehandlung ein. Die Technologien dazu werden im ersten Teil der Merkblattreihe kurz und überwiegend tabellarisch mit Verweisen auf andere Regelwerke beschrieben. Als weitergehende Hilfestellung für den Anwender werden die in der Praxis am häufigsten eingesetzten Technologien nun ergänzend in Form von mehreren Arbeitsberichten ausführlicher spezifiziert. Der vorliegende Arbeitsbericht beschäftigt sich mit den gebräuchlichsten Verfahren und Maßnahmen zur Abluftbehandlung. Hierbei wird im Detail auf die jeweiligen Wirkmechanismen, Besonderheiten, Ausführungsvarianten und Einsatzgrenzen der einzelnen Verfahren eingegangen und darauf, unter welchen Umständen welche Kombination der einzelnen Verfahren möglich und sinnvoll ist. In dem vorliegenden ersten Teil des Arbeitsberichtes werden die Verfahren Biofilter, Aktivkohlefilter und chemische Wäscher beschrieben. Im zweiten Teil, der in der Januar-Ausgabe der KA erscheint, wird dann noch explizit auf die Verfahren der Fotooxidation, katalytische Verfahren und übliche Verfahrenskombinationen eingegangen
Weitere Verfahren
Im zweiten Teil dieses Arbeitsberichtes, der in der Januar Ausgabe der KA (01/2025) erscheint, wird auf die Fotooxidation, katalytische Verfahren und übliche Verfahrenskombinationen eingegangen.

Den ganzen Artikel lesen sie in Heft 12 2024 ab Seite 958

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Der Weg zur rechtskonformen Nachhaltigkeitsberichterstattung – Sinnhafte Umsetzung Schritt für Schritt im Fokus behalten

Arbeitsbericht der DWA-Arbeitsgruppe WI-1.2 „Nachhaltigkeitsberichtserstattung“*)
Zusammenfassung
Nachhaltigkeitsberichterstattung in der Wasserwirtschaft – eine Chance oder nur Verpflichtung? Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, erstmalig im Jahr 2026 für das Berichtsjahr 2025 einen Nachhaltigkeitsbericht nach der EU-Richtlinie zur UnternehmensNachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) zuerstellen. Wie bereiten sich die Unternehmen darauf vor? Wie wird mit dieser umfassenden Aufgabe in der Praxis umgegangen? Die Ausführungen im neuen Arbeitsbericht der DWA- Arbeitsgruppe WI-1.2 bilden die Schnittmenge praktischer Erfahrungen der beteiligten Unternehmen der Arbeitsgruppe. Der vorliegende Arbeitsbericht beantwortet wesentliche Fragestellungen auf dem Weg zur Nachhaltigkeitsberichterstattung und gibt praktische Denkanstöße zum Gelingen und zur Fehlervermeidung. Dabei sollte die Einführung der Nachhaltigkeitsberichterstattung nicht nur eine Reaktion auf externe Anforderungen sein, sondern eine strategische Entscheidung darstellen, die zu einer besseren zukunftsorientierten Unternehmensführung und nachhaltigen Aufgabenwahrnehmung beiträgt.
Ausblick
Die Einführung der Nachhaltigkeitsberichterstattung ist zu nächst eine komplexe und nicht immer leicht zu überschauende Aufgabe. Hier geben die drei Umsetzungsphasen Hilfestellung und bilden die Grundlage für die Einführung einer rechts konformen Nachhaltigkeitsberichtserstattung. Dabei ist es un erheblich, ob diese gesetzlich verpflichtend ist oder freiwillig erfolgt. Ein strukturierter Start und Know how Aufbau gewähleisten einen besseren Überblick und eine Fokussierung auf die wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen des Unternehmens. Mit der Vorbereitung und Einführung einer „smarten“ Nachhaltigkeitsberichterstattung können Unternehmen aus der Wasserwirtschaft nicht nur ihre gesellschaftliche Verantwortung erfüllen, sondern auch strategische Vorteile erzielen und weiter zukunfts und rechtssicher agieren. Der Bericht ermöglicht es, Umwelt und Sozialleistungen sowie die Unternehmensführungskultur offen zu legen. Er schafft Transparenz und stärkt Vertrauen gegenüber den Kunden, der Politik, den Mit arbeitenden und der Öffentlichkeit. Gleichzeitig können Risiken in Bezug auf Umwelt und Sozialverantwortung erkannt und minimiert werden. Darüber hinaus kommt den ESG Kriterien bei der Bonitätsbeurteilung durch die Banken und der daraus folgenden Kreditvergabe eine immer größere Bedeutung zu. Auch hier ist es wichtig, mit einer Nachhaltigkeitsberichtserstattung vorbereitet zu sein, um etwaige Zinsnachteile zu vermeiden. Nicht zu vernachlässigen ist die Außenwirkung und Steigerung der Arbeitgeberattraktivität bei der Gewinnung und Bindung von Beschäftigten. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Einführung der Nachhaltigkeitsberichterstattung nicht nur eine Reaktion auf externe Anforderungen sein sollte, sondern eine strategische Entscheidung darstellt, die zu einer besseren zukunftsorientierten Unternehmensführung und nachhaltigen Aufgabenwahrnehmung beiträgt.

Den ganzen Artikel lesen sie in Heft 12 2024 ab Seite 968

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Hochwasser, Starkregen und Flächenverfügbarkeit

Arbeitsbericht des DWA-Fachausschusses RE-3 „Vollzugsfragen des Wasserrechts“ – Teil 1: Grundlagen
Zusammenfassung
Hochwasser und Starkregen haben Deutschland in den letzten Jahren immer wieder bewegt. Der nun vorliegende Arbeitsbericht des DWA-Fachausschusses RE-3 fasst wesentliche Erkenntnisse zum notwendigen Schutz bei Hochwasser und Starkregen aus rechtlicher Sicht zusammen. Der Feststellung von „Wasser auf meinem Grundstück führt zu Schaden“ geht in der Praxis mit der Frage einher: „Wer bezahlt für den Schaden?“ Daran schließt sich oft die (baugenehmigungsrechtliche) Vorgabe des Wiederaufbaus an gleicher Stelle an und so wird ein vermeidbarer Kreislauf geschlossen, während die Fragen von Verantwortung und Zuständigkeit (Wasserbehörden der unteren und oberen Ebene, Abwasserbeseitigungspflichtige, Gewässerunterhaltungspflichtige, wasserwirtschaftliche Planungsbehörde oder auch der Eigentümer selbst) oft bis zum Schluss nicht beantwortet werden. Aus der Öffentlichkeit wird nach einem technischen Regelwerk für absoluten Schutz gerufen. Regelmäßig ist eine Abwägung zwischen verschiedenen Interessen (Schutzniveau, Kosten, technische Machbarkeit, Priorisierung zum Beispiel von Wohnraum im Verhältnis zu Hochwasserschutz) erforderlich, die nicht abstrakt im Regelwerk getroffen werden kann.

Den ganzen Artikel lesen sie in Heft 12 2024 ab Seite 975

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Exkursion der Jungen DWA zur Mülheimer Brücke in Köln

Im September 2024 unternahm die Junge DWA Köln wieder eine spannende Exkursion, dieses Mal zur Mülheimer Brücke und mit freundlicher Unterstützung der Stadt Köln, Amt für Brücken, Tunnel und Stadtbahnbau. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten exklusive Einblicke in die aktuellen Bauarbeiten und die Geschichte der Brücke.

Weitere Informationen:
https://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/planen-bauen/bruecken
Alina Kosmützky
koeln@junge-dwa.de

Den ganzen Artikel lesen sie in Heft 12 2024 ab Seite 948

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Rohrbrucherkennung in Echtzeit

Zusammenfassung
Abwasserdruckleitungen entziehen sich aufgrund ihrer großen Länge, der geringen Anzahl von Revisionsschächten und der meist unterirdischen Verlegung in häufig unwegsamem Gelände einer permanenten Kontrolle des baulichen Zustands und der betrieblichen Funktionsfähigkeit. Da sie beim An- und Abfahren von Pumpen großen Druckschwankungen mit hohen Druckspitzen und starken Unterdrücken standhalten müssen, ist eine Rohrbrucherkennung wichtig. Eine Rohrbrucherkennung auf der Basis stationärer Durchflussmessungen ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung von Druckleitungen. Sogar zeitvariable Leckagen (zum Beispiel Rissbildung) können in einer Datennachbearbeitung mittels Offsetanalyse entdeckt werden.

Fazit
Ein klassischer Rohrbruch trat in der bisherigen Betriebszeit von ERBE nicht auf. Fehlalarme wurden „von Hand“ ausgelöst, um die Funktionsfähigkeit zu testen. Das Ziel, im Betrieb häufige Fehlalarme unbedingt zu vermeiden, wird realisiert. Die zeitnahe Entdeckung eines Risses in der DL DN 600 wurde durch ERBE Alarme initiiert. Die installierte Echtzeit Rohrbrucherkennung ist nach Optimierung der Parameter sensitiv genug, um geringe zeitvariable Leckagen der DL im Bereich von ungefähr 15 m³/h zu detektieren. Ein Rohrbruch mit einer Leckage QL > 40 m³/h sollte somit sicher innerhalb von 5 min einen Alarm auslösen. Zukünftig muss für die operative Bewertung eine Alarmabstufung in Abhängigkeit von der Durchflussdifferenz umgesetzt werden. Entsprechend der Bedeutung des Alarms sind regelmäßige Kontrollen der Messkonstellation und Tests empfehlenswert. Eine automatisierte Datennachbearbeitung am Büro PC ist zur Überprüfung und Absicherung der Funktionsfähigkeit des Echtzeitbetriebes zweckmäßig. In der Datennachbearbeitung können mittels Offsetanalyse kritische Zeitabschnitte markiert und detaillierter untersucht werden. In Kombination mit einem instationären Rohrnetzmodell sind verlässliche Aussagen zu den Ursachen zeitvariabler Leckagen möglich.

Den ganzen Artikel lesen sie in Heft 12 2024 ab Seite 951

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Praktische Kanalisationstechnik – Zukunftsfähige Entwässerungssysteme

Lindauer Seminar

Auch in diesem Jahr wurde das Lindauer Seminar am 14. und 15. März seinem Anspruch gerecht, europaweit bedeutendstes Seminar zu allen Aspekten des Kanalmanagements zu sein. Insgesamt stellten 28 Referenten aus Wissenschaft und Praxis Ergebnisse ihrer Arbeit vor und diskutierten unter der Leitung von Prof. Max Dohmann, Prof. Wolfgang Günthert, Prof. Karsten Kerres und Prof. Karsten Körkemeyer mit den über 600 Teilnehmern über Herausforderungen und Lösungsansätze rund um die Instandhaltung unserer Abwasserinfrastruktur. Etwa 90 Aussteller präsentierten ihre innovativen Produkte und Dienstleistungen in den großzügigen Foyer-Räumen der Lindauer Inselhalle.

Fazit
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass mit den exemplarisch genannten Themen Klimaanpassung, Demografie, Kostendruck oder neue rechtliche Rahmenbedingungen die Herausforderungen an das Kanalmanagement groß wie selten zuvor sind. Auf der einen Seite haben technische Möglichkeiten, Digitalisierung und Methoden der Kanalinstandhaltung ein nie dagewesenes Niveau erreicht. Die Referentinnen und Referenten haben in ihren Vorträgen diese und weitere Herausforderungen nicht nur klar benannt, vielmehr haben sie zahlreiche Lösungen für Ingenieurbüros, Dienstleister und Netzbetreiber aufgezeigt.
Das 37. Lindauer Seminar findet statt am 13. und 14. März 2025.


Autor
Prof. Dr.-Ing. Karsten Kerres
FH Aachen
Lehrgebiet Netzmanagement
Bayernallee 9, 52066 Aachen
E-Mail: kerres@fh-aachen.de

Den ganzen Artikel lesen sie in Heft 12 2024 ab Seite 944

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Fachbeiträge Recht

Der Referentenentwurf eines dritten Gesetzes zur Änderung des Wasserhaushaltsgesetzes
Eine rechtliche Einordnung
Zusammenfassung

Durch eine Änderung des Wasserhaushaltsgesetzes sollen Regelungen zur Ergänzung und Konkretisierung der EU-Wasserwiederverwendungsverordnung erlassen werden. Ein Referentenentwurf hierzu sieht insbesondere ergänzende Regelungen zu den Genehmigungsverfahren für die Aufbereitung, Speicherung und Verteilung von Abwasser sowie zur Zulassung der Aufbringung des aufbereiteten Wassers zur landwirtschaftlichen Bewässerung vor. Im Detail sind diese Regelungen – insbesondere zu den Genehmigungsanforderungen und den erforderlichen Verfahren – aber unnötig komplex. Dies ist sachlich nicht gerechtfertigt. Die erforderlichen Verfahren können dadurch außerdem derart schwierig und langwierig werden, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit Initiativen zum Einsatz von aufbereitetem Wasser verhindern. Die anerkannten Regeln der Technik für die Wasserwiederverwendung einschließlich Anforderungen an das Risikomanagement werden im Entwurf des Merkblatts DWA-M 1200, derzeit erarbeitet wird, formuliert. Diese Regelungen können die rechtliche Umsetzung unterstützen.

Fazit
Es ist erfreulich, dass der Gesetzgeber sich dazu entschlossen hat, die Regelungen der EU-WasserWVVO für das deutsche Recht zu ergänzen und zu konkretisieren. Gegen den verfolgten Ansatz bestehen auch keine grundsätzlichen Bedenken. Im Detail sind aber Regelungen – insbesondere zu den Genehmigungsanforderungen und den erforderlichen Verfahren – getroffen worden, die eine unnötige Komplexität verursachen. Diese ist sachlich nicht gerechtfertigt. Die erforderlichen Verfahren können dadurch derart schwierig und langwierig werden, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit Initiativen zum Einsatz von aufbereitetem Wasser verhindern. Die Folgen, die das Erfordernis eines Einvernehmens zahlreicher Behörden für sämtliche Genehmigungsentscheidungen mit sich bringt, können vom Gesetzgeber kaum gewollt sein und legen nahe, dass sie im Gesetzgebungsverfahren bislang nicht abschließend gewürdigt worden sind. Der RefE-WHG muss in diesem Punkt nochmals überarbeitet werden, sofern man nicht ein faktisches Verbot der Wasserwiederverwendung in Kauf nehmen möchte. Von zentraler Bedeutung für die Regelungen zur Wasserwiederverwendung in Deutschland wird auch die noch zu erarbeitende Verordnung auf der Grundlage des § 61e RefE-WHG sein, deren Entwurf aber, soweit ersichtlich, noch nicht vorliegt. Allerdings befindet sich das neue Merkblatt DWA-M 1200 in ei- nem weit fortgeschrittenen Stadium der Erarbeitung, das die anerkannten Regeln der Technik für die Wasserwiederverwendung für Deutschland konkretisiert, einschließlich der Anforderungen an das Risikomanagement. Insoweit ist zu hoffen, dass WHG und Bundes-WasserWVVO am Ende ein stimmiges Konzept für einen sicheren Einsatz der Techniken zur Wasserwiederverwendung bilden, ohne jedoch ohne hinreichenden sachlichen Grund die Anforderungen zu überspannen. Damit wäre dem notwendigen Schutz der Grundwasserressourcen nicht geholfen, wofür gerade auch die Wasserwiederverwendung ein zukünftig wichtiger Baustein sein wird.

Den ganzen Artikel lesen sie in Heft 11 2024 ab Seite 901

Autor
Dr. Martin Spieler
AVR Rechtsanwälte PartGmbB
Galileiplatz 1, 81679 München
E-Mail: spieler@avr-rechtsanwaelte.de

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TSM-Prüfung – ein Qualitätssiegel für einwandfreies Management

Die Anzahl von Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien für Betreiber ist groß. Da ist es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Hier hilft das Technische Sicherheitsmanagement (TSM). TSM ist ein Instrument der freiwilligen Selbstkontrolle, das hilft, Schwachstellen zu erkennen, Arbeitsabläufe zu optimieren und für Gefahren und Arbeitsschutz zu sensibilisieren. Die DWA bietet es in den Sparten Abwasser, Gewässer und Stauanlagen an.
Im Folgenden wird beispielhaft über drei Übergaben von TSM-Zertifikaten berichtet.

Den ganzen Artikel lesen sie in Heft 11 2024 ab Seite 863

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Technische Eignung von Anlagenteilen von bereits in Betrieb befindlichen Tankstellen bei der Verwendung von paraffinischen Dieselkraftstoffen

nach DIN EN 15940
Arbeitsbericht der DWA-Arbeitsgruppe IG-6.5 „Tankstellen für Kraftfahrzeuge“ *)
Zusammenfassung

Ein neuer Arbeitsbericht der DWA-Arbeitsgruppe IG-6.5 gibt eine Hilfestellung für die Nachweisführung der Eignung von Anlagenteilen von Tankstellen, die bereits in Betrieb sind, für paraffinische Dieselkraftstoffe nach DIN EN 15940. Der Bericht beschreibt die Vorgehensweise bei der Einführung von paraffinischen Dieselkraftstoffen an Bestandsanlagen. Bei einem Weiterbetrieb bereits in Betrieb befindlicher Tankstellen ist unter Berücksichtigung der vorgenannten Maßnahmen und Empfehlungen auch nach Einführung von paraffinischen Dieselkraftstoffen nach DIN EN 15940 von einer Eignung der beschriebenen Anlagenteile auszugehen.

Fazit
Die in diesem Arbeitsbericht aufgeführte Hilfestellung dient für die Nachweisführung der Eignung von bereits in Betrieb befindlichen Anlagenteilen nach dem aktuellen Kenntnisstand und beschreibt die Vorgehensweise bei der Einführung von paraffinischen Dieselkraftstoffen nach DIN EN 15940 [3] an Bestandsanlagen.
Bei einem Weiterbetrieb bereits in Betrieb befindlicher Tankstellen ist unter Berücksichtigung der vorgenannten Maßnahmen und Empfehlungen auch nach Einführung von paraffinischen Dieselkraftstoffen nach DIN EN 15940 [3] von einer Eignung der beschriebenen Anlagenteile auszugehen

Den ganzen Artikel lesen sie in Heft 11 2024 ab Seite 895

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Netzwerk Wasserwirtschaft – sicher in die Zukunft

DWA-Landesverbandstagung Nord-Ost
Berichte

Am 20./21. Juni 2024 fand in Dessau-Roßlau die DWA-Landesverbandstagung Nord-Ost statt. Unter dem Titel „Netzwerk Wasserwirtschaft – sicher in die Zukunft“ wurden die EU-Kommunalabwasserrichtlinie und dazu passende technische Lösungen diskutiert, und es wurden internationale und nationale Netzwerke vorgestellt. Der Umweltminister des Landes Sachsen-Anhalt überbrachte ein Video-Grußwort. Weitere interessante Beiträge wie das Gesamtkonzept Elbe, Krisenmanagement und temporäre Lösungen standen auf der Agenda. In die Tagung war ein Ausstellerforum integriert. Die DWA-Nachwuchskräfteinitiative und die Gewinnung von Fachkräften waren ebenso ein Thema. Begleitet wurde die Tagung von einer Industrieausstellung und einer Führung durch das Umweltbundesamt.

Schlusswort
Das Schlusswort blieb Matthias Barjenbruch vorbehalten. In Anlehnung an das Motto der gesamten Tagung „Netzwerke der Wasserwirtschaft“ stellt er fest, Landesverbandstagungen seien gute Gelegenheiten zum Netzwerken. Es gebe hochkarätige Gäste, etwa den DWA-Präsidenten oder Umweltminister. Speziell auf dieser Tagung gab es Zugang zu Netzwerken über Deutschland hinaus. Es wurden interessante Projekte und Produkte – im Ausstellerforum und in der Firmenausstellung – vorgestellt. Klar wurde einmal mehr, dass mit der Nutzung von Social Media auch Fragen des Datenschutzes einhergehen. Unabhängig davon „werden wir weiter mit Social Medial leben“, wie die Diskussionen zeigten, allerdings mit unterschiedlicher Intensität – die Angehörigen der Generation Baby Boomer haben ihre langjährigen beruflichen Verbindungen noch ohne Social Media aufgebaut, aber besonders bei jungen Fachleuten sind Social Media von Beginn der Ausbildung und beruflichen Entwicklung an ein fester Bestandteil.
Autor: Frank Bringewski

Den ganzen Artikel lesen sie in Heft 11 2024 ab Seite 858

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25 Jahre Membrantechnik

Zweitägige Fachtagung beim Erftverband zum Jubiläum
Vor 25 Jahren ging die erste Membranbelebungsanlage des Erftverbands in Titz-Rödingen in Betrieb. Erfahrungen mit dem Verfahren in der kommunalen Abwassertechnik gab es bis dahin in Europa kaum. Der Erftverband feierte das Jubiläum mit einer zweitägigen Fachtagung.

Den ganzen Artikel lesen sie in Heft 11 2024 ab Seite 865

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Auswirkung der neuen EU-Kommunalabwasserrichtlinie auf die erforderliche Nährstoffelimination

36. DWA-Leistungsnachweis der kommunalen Kläranlagen
Zusammenfassung

Der jährlich erstellte Leistungsnachweis kommunaler Kläranlagen zeigt ein repräsentatives Bild der Reinigungsleistung der Kläranlagen in Deutschland. Zum Vergleich werden auch entsprechende Daten für Österreich und Südtirol dargestellt. Insgesamt konnten auch im Jahr 2023 die Anforderungen der (bisherigen) EU-Kommunalabwasserrichtlinie im bundesweiten Mittel erfüllt bzw. deutlich übertroffen werden. Während es bei den CSB- und GesN-Abbaugraden keine größeren Unterschiede in den verschiedenen Größenklassen gibt, schneiden die Kläranlagen mit einer Ausbaugröße von weniger als 10 000 E bei der Phosphorelimination deutlich schlechter ab. Verursacher sind jene Anlagen, die wegen fehlender gesetzlicher Vorgaben keine gezielten Maßnahmen zur Phosphorelimination durchführen. Die neue EU-Kommunalabwasserrichtline wird die deutsche Siedlungswasserwirtschaft vor erhebliche Herausforderungen stellen und große Investitionsbedarfe auslösen. Das betrifft die bisher nicht geregelten Vorgaben (Spurenstoffe, Keime, Wasserwieder- verwendung, Energieautonomie …), aber auch die Parameter Phosphor und Stickstoff für die Kläranlagen ab Größenklasse 3. Besondere Beachtung bedürfen dabei auch die prozentualen Eliminationsleistungen. Eine Umstellung der behördlichen Überwachung auf 24-h-Mittelwerte erscheint unumgänglich und wird begrüßt.

Zusammenfassung
Die Beteiligung am bundesweiten DWA-Leistungsnachweis konnte auch im Jahr 2023 auf hohem Niveau gehalten werden. Für die engagierte Mitarbeit wird dem Betriebspersonal der kommunalen Kläranlagen recht herzlich gedankt. Die Ergebnisse zeigen ein repräsentatives Bild der Reinigungsleistung der Kläranlagen in Deutschland. 2023 beteiligten sich 4906 Kläranlagen mit einer Ausbaugröße von 120 Mio. E. Wie im Vorjahr wurden zum Vergleich auch die entsprechenden Daten des ÖWAV für Österreich und Südtirol dargestellt. Die Ergebnisse entsprechen weitgehend den Daten der deutschen Kläranlagen. Insgesamt konnten auch im Jahr 2023 die Anforderungen der (bisherigen) EU-Kommunalabwasserrichtlinie im bundesweiten Mittel erfüllt bzw. deutlich übertroffen werden. Während es bei den CSB- und GesN-Abbaugraden…

Dank
Die DWA-Arbeitsgruppe BIZ-1.1 „Kläranlagen-Nachbarschaften“ dankt allen Teilnehmerinnen, Lehrerinnen und Obleuten der Kläranlagen-Nachbarschaften für die Unterstützung bei der Erhebung und Auswertung der Daten, ohne die dieser bundesweite Leistungsnachweis nicht möglich wäre. Der 36. Leistungsnachweis – basierend auf den Daten für das Jahr 2023 – ist auch von der DWA-Homepage (www.dwa.de) unter den Menüpunkten „Veranstaltungen – Nachbarschaften – Weitere Informationen“ kostenfrei abrufbar:

Den ganzen Artikel lesen sie in Heft 11 2024 ab Seite 882

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Vergleich von Maßnahmen der Abwasserkonditionierung

Arbeitsbericht der DWA-Arbeitsgruppe KA-14.2 „Maßnahmen gegen Geruchsemissionen aus Abwasseranlagen“*)
Zusammenfassung

Geruchsemissionen im Zusammenhang mit Abwasseranlagen stellen Planer und Betreiber zunehmend vor Herausforderungen. Der vorliegende Arbeitsbericht beschreibt im Detail die Wirkmechanismen, üblichen Ausführungsvarianten und Einsatzgrenzen der gebräuchlichsten Verfahren zur Abwasserkonditionierung in Druckleitungen: Eintrag von Druckluft, Rein-Sauerstoff, Nitrat- oder Eisensalzen. Um dem Anwender eine Spannbreite der Kosten und Auswirkungen dieser Verfahren zu geben, werden zudem die spezifischen Kosten sowie die CO2-Footprints anhand eines Beispiel-Szenarios verglichen. Es zeigt sich, dass diese Spannbreite eine hilfreiche Orientierung bietet. Da projektspezifischen Daten aber einen starken Einfluss auf die benötigten Produktmengen haben, sind die Kosten für jeden Einzelfall vorab zu ermitteln.

Zusammenfassung
Die hier vorgestellten Verfahren zur Abwasserkonditionierung können grundlegend in zwei Kategorien aufgeteilt werden:
1. Die Zugabe von Sauerstoff als Druckluft oder Rein-Sauerstoff sowie die Zugabe von Nitratsalzen hat das Ziel, anaerobe Abbauprozesse beim Abwassertransport zu unterbinden. Das hat den Vorteil, dass nicht nur die Bildung von H2S, sondern auch die Bildung einer ganzen Reihe von anderen sekundären Osmogenen verhindert wird.
2. Die Zugabe von Eisensalzen verhindert die anaeroben Abbauprozesse nicht, sondern bindet das entstehende (oder schon gebildete Sulfid) als schwer lösliches Eisensulfid. Das Verfahren hat dadurch naturbedingt den Nachteil, dass weiterhin sekundäre Osmogene Geruchsbeschwerden verursachen können. Es hat jedoch den Vorteil, dass bereits vorhandenes Sulfid an der Dosierstelle unmittelbar gebunden wird.
Die sauerstoffbasierten Verfahren sind in der Wirkung ähnlich, unterscheiden sich jedoch sehr stark beim Aufbau und den Anwendungsgrenzen. Deshalb wird für alle Verfahren der Aufbau der Dosieranlagen beschrieben. Es werden die Wirkmechanismen, Besonderheiten, Ausführungsvarianten und Einsatzgrenzen der einzelnen Verfahren ausführlich dargestellt. Der Erfolg der Maßnahme hängt nicht nur vom gewählten Verfahren, sondern auch von der Art der Einbringung der Produkte und der Steuerung der Dosierung ab. Der Vergleich der Verfahren zur Behandlung einer typischen Abwasserdruckleitung ergibt Unterschiede in Bezug auf Investitions- und Betriebskosten sowie im CO2-Footprint. Allgemein kann man sagen, dass die Behandlungskosten pro m³ Abwasser mit steigendem Abwasseraufkommen sinken. Die im Bericht angegeben Kosten sind nur grobe Richtwerte. Sie müssen in jedem Einzelfall untersucht werden, weil die Eingangsparameter (Leitungslänge, Durchmesser, Abwasseranfall, Abwasserqualität, vernetztes System) einen starken Einfluss auf die benötigten Produktmengen haben. Es wurden drei unterschiedlichen Simulationsmodelle zur Ermittlung der zu erwartenden H2S-Belastungen und der Produktverbräuche, bei der gleichen Abwasserleitung, aber mit fünf unterschiedlichen Abwassermengen pro Tag, herangezogen. Die Ergebnisse der Modelle zeigen zwar gleiche Tendenzen, weichen aber von den Absolutwerten relativ stark voneinander ab. Das Vergleichsszenario gibt eine Spannbreite für die verschiedenen Verfahren und Modelle an und kann als Orientierungshilfe dienen. Zur Berechnung von Kosten und CO2-Footprint wurden die Mittelwerte der drei Modelle herangezogen.

Den ganzen Artikel lesen sie in Heft 11 2024 ab Seite 869

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Langzeituntersuchung des Glühverlusts von Schlämmen kommunaler Kläranlagen

Zusammenfassung
Der Glühverlust von Feststoffen entspricht dem Verhältnis von organischer zu gesamter Feststofffracht. Dieser Verhältniswert dient der Charakterisierung von Schlämmen auf Kläranlagen und ist in den letzten Jahren angestiegen. Auf Basis von Daten kommunaler Kläranlagen vorrangig aus Deutschland wird gezeigt, dass dieser Anstieg signifikant ist und sowohl Primärschlamm und Rohschlamm als auch Faulschlamm betrifft. Die frachtbasierte Auswertung der Daten weist darauf hin, dass ein Rückgang der anorganischen Feststofffrachten ursächlich für den Anstieg des Glühverlustes ist. Daraus wird gefolgert, dass sich die Konzentrationen der anorganischen abfiltrierbaren Stoffe im Abwasser verringert haben
Den ganzen Bericht finden sie in Ausgabe 10 – ab Seite: 817

Fazit
Im Resultat der Untersuchungen ergeben sich folgende wichtige Erkenntnisse:

Auf der Basis der in [1] verwendeten Daten steigt der Glühverlust des Primär-, Roh- und Faulschlamms im Untersuchungszeitraum statistisch signifikant. Für den Faulschlamm wird diese Entwicklung durch den Datensatz von [2] bestätigt. Als ursächlich für den Anstieg des Glühverlusts wird die Reduktion der anorganischen Feststofffracht im Rohabwasser angesehen. Für die Reduktion des Abbaugrades der organischen Feststoffe gibt es hingegen keine Anhaltspunkte. Werte für Glühverluste, die gegenwärtig typisch für kommunale Klärschlämme in Deutschland sind, liegen über den Werten, wie sie im DWA-Regelwerk zu finden sind. Aus den Ergebnissen dieser Studie kann weiterhin geschlussfolgert werden, dass sich die einwohnerspezifische AFS-Fracht im Abwasser reduziert.

Dank
Die Autorinnen danken allen Ansprechpartnerinnen der Kläranlagen, die die umfangreichen Daten und Informationen bereitgestellt haben und auf diverse Rückfragen konstruktiv eingegangen sind.

Autor*innen
Rabea Feldmann, M. Sc.
Grundwasser-Consulting-Institut GmbH Dresden
Meraner Straße 10, 01217 Dresden
E-Mail: rfeldmann@gfi-dresden.de
Dr.-Ing. Michael Friedrich
Ingenieurbüro Friedrich GmbH
August-Bebel-Straße 14, 19055 Schwerin
Prof. Dr.-Ing. Matthias Barjenbruch, Cora Eichholz, M. Sc.
TU Berlin
Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft
Gustav-Meyer-Allee 25, 13355 Berlin
Dr.-Ing. Julia Kopp
Kläranlagenberatung Kopp
Hintere Straße 10, 38268 Lengede

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Karlsruher Flockungstage: Aktuelle Themen und Innovationen der Abwasserreinigung

Im November 2023 fanden die 34. Karlsruher Flockungstage im Haus der Wirtschaft (IHK) Karlsruhe statt. Die inzwischen seit über 33 Jahren etablierte Veranstaltung des Fachgebiets Wassergütewirtschaft am Institut für Wasser und Umwelt (IWU) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) stößt nach wie vor auf großes Interesse in der Fachwelt. Der nächste Termin dieser jährlich stattfindenden Veranstaltung ist der 18. und 19. November 2024 in Karlsruhe.
Den ganzen Bericht finden sie in Ausgabe 10 – ab Seite:769

Nächste Veranstaltung
Am 18. und 19. November 2024 finden die 35. Karlsruher Flockungstage unter dem Titel „Kreislaufwirtschaft und Klimaneutralität in der Abwasserbehandlung“ statt. Im Fokus stehen die neue Europäische Kommunalabwasserrichtlinie (KARL), die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) und das Klimaschutzgesetz als Impulsgeber für energie- und kosteneffiziente Innovationen und Technologieentwicklung. Die Konferenz 2024 beginnt mit einem Übersichtsvortragsblock, in dem Expert*innen zum Hauptthema referieren, darunter auch ein Vortrag des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Anschließend folgen drei fachwissenschaftlichen Blöcke mit den Themenschwerpunkten:
● Nachhaltige Entfernung und Rückgewinnung von Phosphor
● CO2-Fußabdruck und Klimaneutralität
● Übergang zu innovativer Wasser- und Energierückgewinnung.
Auch in diesem Jahr wird es am Ende jedes Themenblocks Pitch-Präsentationen geben, die von den Firmen gestaltet werden, die die 35. Karlsruher Flockungstage als Aussteller unterstützen.
Informationen zur Anmeldung und zum Programm der Veranstaltung 2024 stehen zur Verfügung unter: https://www.iwu.kit.edu/wg/flockungstage.php

Autoren
Dr.-Ing. Mohammad Azari,
PD Dr.-Ing. Stephan Fuchs
Institut für Wasser und Umwelt
Wassergütewirtschaft
Karlsruher Institut für Technologie
Gebäude 50.31
Gotthard-Franz-Straße 3
76131 Karlsruhe

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DWA-Position

Die wichtige Ressource Phosphor ist als kritischer Rohstoff eingestuft. Diese Ressource zu schützen ist notwendig, die DWA unterstützt deshalb das Ziel der Phosphorrückgewinnung. Kapazitäten zur Phosphorrückgewinnung schaffen

DWA-Stellungnahme zur Phosphorrückgewinnung
Die wichtige Ressource Phosphor ist als kritischer Rohstoff eingestuft. Diese Ressource zu schützen ist notwendig, die DWA unterstützt deshalb das Ziel der Phosphorrückgewinnung.

Den ganzen Bericht finden sie in Ausgabe 10 – ab Seite: 767
Download der Stellungnahme der DWA zur Phosphorrückgewinnung:
https://de.dwa.de/de/dwa-stellung-nahmen.html

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Treibhausgasemissionen (Kohlenstoffemissionen) bei der Abwasser- und Schlammbehandlung

Eine Einordnung der Emissionen aus Klärschlammtrocknungsanlagen
Zusammenfassung

Die Verminderung von Treibhausgasemissionen aus der Abwasser- und Schlammbehandlung und aus der Klärschlammverwertung gewinnt an Bedeutung. Es wird eine Bilanzierung der Kohlenstoffemissionen (Kohlendioxid und Methan) in Abhängigkeit vom gewählten Verfahren der Schlammstabilisierung vorgestellt, und die wichtigsten Emissionen werden diskutiert. Die Emission von Treibhausgasen aus Kläranlagen kann durch eine Umstellung von aerober auf anaerobe Stabilisierung erheblich vermindert werden. Zur Verringerung diffuser Methanemissionen ist bei Kläranlagen mit anaerober Stabilisierung eine Vakuumentgasung vor der Entwässerung als technischer Standard zu empfehlen. Bei aerob stabilisierenden Anlagen sollten Eindicker/Stapelbehälter belüftet werden. Die Stapelzeit in Eindicker/Stapelbehälter sollte so gering wie möglich sein. Die Lagerzeit von entwässertem Klärschlamm ist so kurz wie möglich zu halten. Bei thermischer Verwertung sollte der Klärschlamm unmittelbar nach Entwässerung abtransportiert werden.
Mit den gewählten Bilanzansätzen führt eine Prozesskette mit anaerober Stabilisierung zu 60 % geringeren THG-Emissionen im Vergleich zu einer Verfahrenskette mit aerober Stabilisierung. Der Abbau der im Abwasser enthaltenen Kohlenstoffverbindungen zu CO2 (Belebung) und CH4 (Faulung) ist das jeweilige Verfahrensziel. Daneben kommt es jedoch zu ungewollten Emissionen von Treibhausgasen. Diese sind bei Anlagen mit aerober Stabilisierung deutlich höher. Diese Emissionen entweichen aus Eindickern Stapelbehältern, bei der Schlammentwässerung und aus Klärschlammlagern für entwässerten Klärschlamm. Emissionen aus Mitteltemperatur-Bandtrocknern sind im Vergleich eher unbedeutend. Das in der Schlamm-matrix enthaltene Methan führt zu nicht vermeidbaren diffusen Emissionen. Diese sollten bei der Überwachungsmessung daher nicht berücksichtigt und herausgerechnet werden (Non-Methan-Filter).
Solartrockner mit langer Aufenthaltszeit und hohem Luftdurchsatz halten zwar Grenzwerte für die Konzentration von Cges nach der TA Luft in der Regel ein. Wegen des großen Luftdurchsatzes werden jedoch erhebliche C-Frachten emittiert. Für die Überwachung von Trocknungsanlagen ist ein Frachtgrenzwert sinnvoller als der derzeit geltende Konzentrationsgrenzwert von 20 mg C/m³ Abluft.
Die Emission von Treibhausgasen aus Kläranlagen kann durch eine Umstellung von aerober auf anaerobe Stabilisierung erheblich vermindert werden. Insbesondere dann, wenn eine aerob stabilisierende Kläranlage zu sanieren oder zu erweitern ist, sollte die Möglichkeit einer Kompaktfaulung untersucht werden. Auch für Anlagen der Größenklassen 3 und 4a (5001– 50 000 EW Ausbaugröße) kann eine Verfahrensumstellung auf anaerobe Stabilisierung aus Klimaschutzsicht sinnvoll sein. Zur Verringerung diffuser Methanemissionen ist bei Kläranlagen mit anaerober Stabilisierung eine Vakuumentgasung vor der Entwässerung als technischer Standard zu empfehlen. Bei aerob stabilisierenden Anlagen sollten Eindicker/Stapelbehälter belüftet werden. Die Stapelzeit in Eindicker/Stapelbehälter sollte so gering wie möglich sein (< 2 Tage), was auf Kläranlagen zu einer Umstellung der Entwässerungskampagne führt. Die Lagerzeit von entwässertem Klärschlamm ist so kurz wie möglich zu halten. Bei thermischer Verwertung sollte der Klärschlamm unmittelbar nach Entwässerung abtransportiert werden.

Dank
Wir danken Dr.-Ing. Maike Beier, Dr.-Ing. Julia Kopp, Dr.-Ing. Markus Roediger, Dr.-Ing. Rolf Otte-Witte und Dipl.-Ing. Stefan Ueberschaer für die Durchsicht und wertvollen Hinweise bei der Vorbereitung dieser Ausarbeitung.

Autoren:
Günter Fehr (Hannover), Alexander Kirchhof (Solingen)

Den ganzen Bericht finden sie in Ausgabe 10 – ab Seite: 797

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Aktueller Stand der Klärschlammverbrennungskapazitäten in Deutschland

Bestand – Planungen – erwartete Kapazität 2029

Zusammenfassung
Nach Ablauf von mehr als der Hälfte der Übergangsfrist für die Vorgaben der novellierten Verordnung zur Neuordnung der Klärschlammbehandlung bietet es sich an, eine bilanzielle Betrachtung der bestehenden und im Jahr 2029 notwendigen Kapazitäten zur thermischen Klärschlammbehandlung durchzuführen. Basierend auf der Ermittlung bereits bestehender Anlagen und den erfassten aktuellen Anlagenplanungen wird der Stand der im Jahr 2029 vorliegenden Kapazitäten prognostiziert und dem künftigen Bedarf gegenübergestellt.
Den Autoren sind neben den bestehenden und nach 2029 weiter in Betrieb befindlichen 22 Anlagen nach gegenwärtigem Kenntnisstand weitere 28 Anlagenplanungen bekannt, wovon 24 Planungen bereits in der Umsetzung befindlich sind. Bei vier der in Umsetzung befindlichen Planungen handelt es sich um Ertüchtigungen der Altanlagen, auch um höhere Durchsätze erreichen zu können. Noch nicht im Bau sind aktuell 15 Planungen, von denen allerdings die überwiegende Anzahl (11) mit einer un- wahrscheinlichen Umsetzungswahrscheinlichkeit einzuschätzen ist.
Sollten die prognostizierten Anlagenplanungen mit großer und mittlerer Wahrscheinlichkeit alle realisiert werden, würden zum Ablauf der Übergangsfrist der novellierten Klärschlammverordnung thermische Behandlungskapazitäten von 1,23 Millionen Mg Trockenmasse je Jahr resultieren. Damit könnte der prognostizierte Bedarf von 1,4 Millionen Mg Trockenmasse technisch verfügbarer Kapazität zur thermischen Behandlung im Jahr 2029 nicht gänzlich vorgehalten werden. Zur vollständigen Deckung bedarf es einer zusätzlichen Installation technisch verfügbarer Kapazität von etwa 170 000 Mg Trockenmasse, was in etwa fünf bis sechs Anlagen im mittelgroßen Leistungsbereich entspricht. Gegebenenfalls werden von den als weniger wahrscheinlich eingeschätzten Planungen noch weitere Kapazitäten gebaut werden, und diese könnten unter Umständen einen Teil der Unterdeckung kompensieren.

Den ganzen Bericht finden sie in Ausgabe 10 – ab Seite: 776

Autoren
Patric Heidecke
Umweltbundesamt
Postfach 14 06, 06813 Dessau-Roßlau
E-Mail: patrick.heidecke@uba.de
Dr. Jörg Six
Dr. Six Unternehmensberatung UG
Husterstraße 18b, 58093 Hagen

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Innovationen, Strategie, Stauanlagen

DWA-Landesverbandstagung Sachsen/Thüringen
Am 5. und 6. September 2023 fand in Radebeul die DWA-Landesverbandstagung Sachsen/Thüringen statt. Den Auftakt bildete am 5. September die Mitgliederversammlung. Am zweiten Tag waren der Plenarvortrag von Uli Paetzel zum Thema „Wasser als Chance – der gelungene Umbau der Emscher“ und die Auszeichnung der Ehrennadelträger zwei der vielen Highlights der Tagung.

Verleihung von Ehrennadeln
Im Rahmen der Tagung wurde Dr. Ing. Ralf Englert (Bauhaus Universität Weimar) mit der DWA Ehrennadel ausgezeichnet.
Weiter wurde Dipl. Ing. (FH Klaus Dorschner (Stadtentwässerung Dresden) die Ehrennadel zugesprochen. Da dieser aus persönlichen Gründen nicht an der Landesverbandstagung teilnehmen konnte, wurde seine Ehrung auf die Dresdner Abwassertagung im April 2024 verschoben. Klaus Dorschner engagiert sich intensiv im Fort und Weiterbildungsangebot der DWA, speziell im Landesverband Sachsen/Thüringen. Die von ihm aufgebrachte Zeit und die Kontinuität seines Engagements sind herausragend, mit Personen wie ihm „steht und fällt“ das Fort und Weiterbildungsangebot der DWA. Er ist Experte für die DWA Zertifizierung von Kleinkläranlagen, Leiter vieler Kurse, unter anderem von Klärwärter Grundkursen und Kursen zu Betrieb und Wartung von Kleinkläranlagen, aber auch in einer Reihe weiterer Veranstaltungen. Klaus Dorschner war maßgeblich an der Umstellung des Kursangebots des Landesverbands Sachsen Thüringen auf Online Veranstaltungen während der Corona Pandemie beteiligt.
Ralf Englert ist seit 2004 Experte für die Zertifizierung von Fachunternehmen der Kleinkläranlagen Wartung im DWA Landesverband Sachsen/Thüringen und regelmäßiger Referent beim Workshop „Wartung von Kleinkläranlagen“. Seit 1999 ist er engagiertes Mitglied im Landesverbandsbeirat. Besonders bringt er sich ein bei der Programmfindung, Organisation und Ausrichtung der Landesverbandstagungen in Thüringen.
Den ganzen Bericht finden sie in Ausgabe 9-24 ab Seite: 682

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Die Bedeutung der räumlichen Niederschlagsbelastung für die Bewertung der hydraulischen Leistungsfähigkeit von Entwässerungssystemen

Zusammenfassung
Bei der Kanalnetzberechnung fallen die Aufwendungen für die Modellerstellung und insbesondere für die Flächenerfassung am höchsten aus. Demgegenüber wird der Auswahl und Analyse einer geeigneten Niederschlagsbelastung trotz ihrer überproportionalen Relevanz häufig nur geringe Bedeutung beigemessen. Der vorliegende Beitrag verfolgt das Ziel, die Relevanz räumlicher Niederschlagsinformationen für die Bewertung der hydraulischen Leistungsfähigkeit von Entwässerungssystemen zu erläutern. Von großer Bedeutung ist dabei die Anwendung von Radarregendaten, welche mit einer räumlichen Auflösung von ≤ 1 km² den räumlichen Informationsgehalt bestehender Regenschreibermessnetze deutlich übertreffen. Im Rahmen der im Beitrag vorgestellten Analyse wurde erstmalig eine Radarlangzeitereignisserie für ein großes Stadtgebiet (Dresden) erstellt, räumlich und extremwertstatistisch untersucht sowie als Belastungsgröße auf ein Kanalnetzmodell angewendet. Die Ergebnisse wurden mit Regenschreiberbelastungsszenarien unterschiedlicher räumlicher Informationsdichte verglichen.
Den ganzen Bericht finden sie in Ausgabe 9-24 ab Seite: 694

Autoren:
Dr.-Ing. Stefan Krämer, Hanna Leberke, M. Sc.,
Dr.-Ing. Daniel Fitzner-Pukade
Institut für technisch-wissenschaftliche Hydrologie GmbH
Engelbosteler Damm 22, 30167 Hannover
E-Mail: S.Kraemer@itwh.de
Udo Zimmermann
Stadtentwässerung Dresden GmbH
Scharfenberger Straße 152, 01139 Dresden
Dipl.-Ing. Martin Lindenberg
Institut für technisch-wissenschaftliche Hydrologie GmbH
Am Waldschlößchen 4, 01099 Dresden

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Innovationen im nachhaltigen Abwassermanagement

11. Kitzbüheler Wassersymposium „Fachtagung für Innovationen im nachhaltigen Abwassermanagement mit aktuellen Themen aus der Praxis“, so ist das Kitzbüheler Wassersymposium überschrieben, das im November 2023 zum elften Mal von der VTA Unternehmensgruppe ausgerichtet wurde, einem international tätigen, doch mittelständischen Unternehmen aus Oberösterreich, das – in eigenen Worten – „dabei hilft, das Abwasser von mehr als 250 Millionen Menschen täglich zu reinigen.“ Die Veranstaltung bot mit 13 Vorträgen und einer Podiumsdiskussion wie gewohnt eine Plattform für internationalen Austausch zu aktuellen und relevanten Umweltthemen mit Schwerpunkt Abwasserreinigung.

Fazit:
Auch das 11. Kitzbüheler Abwassersymposium war eine rundum gelungene Veranstaltung in hervorragendem Ambiente. Kitzbühel ist ein Ort „auch für Wissen und Wissensvermittlung“, wie es der Bürgermeister der Stadt, Dr. Klaus Winkler, ausdrückte. Die Qualität der Referenten spricht für sich. Die Auswahl der Vorträge orientierte sich wie üblich an den aktuellen Themen von Wissenschaft und betrieblicher Praxis.
Das 12. Kitzbüheler Wasser & Energiesymposium findet am 16./17. Oktober 2024 statt.
Den ganzen Bericht finden sie in Ausgabe 9-24 ab Seite: 685

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Vorgehensweise bei der automatisierten Auswertung von Luftbilddaten zur Abschätzung von Versiegelungsflächen

Zusammenfassung
Die Möglichkeiten der automatisierten technischen Luftbildauswertung für die Abschätzung von befestigten Flächen für Kanalberechnungen haben sich in den letzten Jahren sehr stark entwickelt. Sowohl die Anforderungen an die Genauigkeit als auch akzeptable Kosten gestatten eine breitere Anwendung insbesondere bei sich dynamisch entwickelnden Siedlungsräumen und/ oder größeren Flächen. Die Methodik zeichnet sich durch einen hohen Automatisierungsgrad unter Nutzung intelligenter bzw. überwachter Klassifikationsalgorithmen aus und bildet eine Alternative zur manuellen Auswertung von Versiegelungsdaten.
Die Vorteile liegen insbesondere in der hohen Aktualität der Ergebnisse sowie dem hohen Automatisierungsgrad. Die grundlegende Vorgehensweise wird im nachfolgenden Beitrag näher vorgestellt.

Ausblick
Die Planung von kommunalen und siedlungswasserwirtschafllichen Strukturen setzt die Verfügbarkeit von verschiedenen (Geo )Daten in einer hohen Aktualität voraus. Die digitalen Grundlagendaten werden dabei zunehmend auch durch Methoden der Luftbildauswertung bereitgestellt. Dazu gehören unter anderem hochauflösende True Orthophotos, aus denen Veränderungen im Stadtbild analysiert und unter anderem zur Stadt und Grünflächenplanung verwendet werden. In Leipzig erfolgen daher seit 2017 im Rhythmus von zwei Jahren Befliegungen des Ver und Entsorgungsgebiets der Leipziger Wasserwerke gemeinsam mit der Stadt Leipzig. Alle sechs Jahre ist zu dem eine Aktualisierung der Auswertungen von befestigten Flächen geplant. Die Kosten für die Befliegung richten sich nach den zu erfassenden Parametern, der geforderten Auflösung sowie der zu überfliegenden Fläche. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass gegenüber einer händischen Auswertung deutliche Einsparpotenziale bei einer relativ hohen Genauigkeit erzielt werden können. In Leipzig werden zudem die Kosten durch eine übergreifende Nutzung von Daten gemeinsam mit den Kommunen deutlich reduziert. Aufgrund der positiven Erfahrungen ist der Prozess der Befliegungen und Auswertungen jetzt als regelmäßiger Standardprozess etabliert worden.

Dr. Uwe Winkler, Jörg Berbig, Heribert Schwarz
Kommunale Wasserwerke Leipzig GmbH
Johannisgasse 7/9, 04103 Leipzig
E-Mail: Uwe.Winkler@L.de
Christoph Salbach
Trigis GeoServices GmbH
Niederlassung Leipzig
Sternwartenstraße 79, 04103 Leipzig

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Junge DWA Gießen besucht Rohrhersteller

Der 10. Stammtisch der Jungen DWA Gießen am 19. März 2024 hatte das Vergnügen, eine Werksbesichtigung bei der Firma VonRoll hydro in Wetzlar zu erleben.
Den ganzen Bericht finden sie in Ausgabe 9-24 ab Seite 694

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DWA zeichnet verdiente Wasserwirtschaftler*innen aus

Ein neues Ehrenmitglied, Verleihung von zwölf Ehrennadeln
Dreizehn Wasserwirtschaftlerinnen und Wasserwirtschaftler zeichnet die DWA in diesem Jahr aus: Prof. Dr.-Ing. Markus Schröder wurde Ehrenmitglied der Vereinigung. Prof. Dr.-Ing. Peter Baumann (Stuttgart), Abwassermeister Holger Hahn (Taunusstein), Dr.-Ing. Daniel Herzer (Essen), Abwassermeisterin Michaela Jilg (Schwabach), Dipl.- Ing. (FH) Hardy Loy (Augsburg), Dipl.-Ing. Peter Lubenau (Forst an der Weinstraße), Prof. Dr. Konrad Miegel (Rostock), Dr.-Ing. habil. Uwe Müller (Dresden), Dipl.-Ing. Antje Nielinger-Teuber (Essen), Dr. Andrea Poppe (Köln), Tanja Pottgiesser (Essen), Dipl.-Ing. (FH) Jennifer Taborsky [Werder (Havel)] wird die Ehrennadel verliehen. Überreicht werden die Ehrennadeln im Lauf der nächsten Monate bei passenden Gelegenheiten. Mit der Ehrennadel ehrt die Vereinigung Mitglieder, die die DWA durch intensive Tätigkeit gefördert haben.

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Virtuell auf die Kläranlage mit erKlär-VR

Vorstellung einer VR-Lernumgebung und Erfahrungen aus dem Schuleinsatz
Zusammenfassung

Dieser Beitrag untersucht zunächst, wie digitale Rundgänge zum Thema Abwasserbehandlung für die Umweltbildung erstellt werden können. Anschließend wird die Lernumgebung erKlär-VR mit ihren Merkmalen vorgestellt. Diese Lernumgebung wurde mithilfe von Virtual Reality (VR) und 360-Grad-Videos erstellt und kann zur Vermittlung von Grundlagenwissen zur Abwasserbehandlung im Rahmen des Schul- und Hochschulunterrichts verwendet werden. Es folgt ein Bericht zum Einsatz von erKlär-VR im Schulunterricht, aus dem Erfahrungen zur Vorbereitung und Durchführung von Unterrichtsstunden mit VR-Einbindung gewonnen werden. Im Resümee und Ausblick werden wichtige Merkmale der Lernumgebung und Einsichten aus dem Schulunterricht zusammengefasst und Nutzungsmöglichkeiten dieser und ähnlicher Lernumgebungen im Themenbereich Abwasser diskutiert.

Fazit
Die letzten 50 Jahre waren geprägt durch enorme Verbesserungen der Gewässergüte der Ruhr, ermöglicht durch umfangreiche Anstrengungen bei der Verringerung von Stoffeinträgen sowie einer Stabilisierung der chemischen Wassergüte. Mit dem Rückgang der Emissionen aus Industrieanlagen, Kläranlagen und aus der Niederschlagswasserbehandlung fiel dem Anteil der diffusen Belastungen u. a. aus der Landwirtschaft größere Bedeutung zu. Durch die erreichten Verbesserungen kann die Ruhr heute wieder als blaues Band bezeichnet werden und ist wichtiger Teil in Natur- und Gewässerschutz sowie Wassertourismus, Freizeitsport und Erholung für die Menschen im Einzugsgebiet. Weitreichende Verbesserungen der Güte können in Zukunft vor allem durch morphologische Änderungen wie Renaturierungsmaßnahmen und Verbesserung der Durchgängigkeit erzielt werden; diesen steht allerdings an vielen Stellen die anthropogene Nutzung im Wege. Die zurückliegenden 50 Ruhrgüteberichte spiegeln auch allgemeine gesellschaftliche und technische Entwicklungen wider. Das wachsende Verständ- nis der natürlichen Prozesse in Fließgewässern und ihrer Bedeutung für anthropogene Nutzungen sowie ihre Beeinflussung hierdurch war wesentlich für unser heutiges Gewässerbild.

Autorinnen und Autoren
Dr. Christoph Härtel, Elisabeth Kisseler, M. Sc.
Dr. Yvonne Schneider, Dr. Daniel Teschlade, Georg zur Strassen
Ruhrverband
Den ganzen Bericht finden sie in Ausgabe 8-24 ab Seite: 643

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Abwasserbehandlung: Frachtreduktion im Jahresmittel entscheidend für den Gewässerschutz

Wasserwirtschaft und kommunale Spitzenverbände fordern Abschaffung der qualifizierten Stichprobe
Höherer finanzieller Aufwand, höherer Strom- und Fällmitteleinsatz, höherer Verwaltungsaufwand – ohne Nutzen für den Gewässerschutz. Deutschland muss den nationalen Sonderweg bei der Überwachungsmethodik zur Einhaltung der Vorgaben für Stickstoff und Phosphor im Kläranlagenablauf unbedingt verlassen. Zur Sicherstellung einer Vergleichbarkeit der Anforderungen in Europa, zur Angleichung der Anforderungen an die Vorgaben im Gewässerschutz und zur Vereinfachung der behördlichen Überwachung muss die Überwachungsmethodik im Zuge der nationalen Umsetzung der Novellierung der Kommunalabwasserrichtlinie vereinheitlicht werden. „Die qualifizierte Stichprobe muss abgeschafft werden, es ist Zeit, den deutschen Sonderweg zu beenden,“ fordern die führenden Verbände der deutschen Wasserwirtschaft und die kommunalen Spitzenverbände in einer gemeinsamen Position zur Überwachungsmethodik für Phosphor und Stickstoff.
Den ganzen Bericht finden sie in Ausgabe 8-24 ab Seite: 612

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Resiliente blaugrüne Infrastruktur für klimafitte Städte

Zusammenfassung
Die Umgestaltung öffentlicher Räume in Städten öffnet Möglichkeiten, den Auswirkungen des Klimawandels entgegenzuwirken und hochwertige Aufenthaltsräume für die StadtbewohnerInnen zu schaffen. Anhand der wissenschaftlichen Forschungsarbeiten aus zwei konkreten Platzumgestaltungen in Innsbruck, Österreich, den Projekten cool-INN (abgeschlossen) und COOLYMP (laufend), wurden die Auswirkungen unterschiedlicher blaugrüner Infrastrukturen auf das lokale Klima untersucht. Die im Projekt cool-INN verwendeten Maßnahmen haben eine kühlende Wirkung auf ihre Umgebung, welche außerhalb des Parks jedoch nicht mehr wirksam und somit lokal begrenzt ist. Der Anpassung an die Auswirkungen länger anhaltender und intensiverer Trockenperioden auf die blaugrüne Infrastruktur in unseren Städten muss in zukünftigen Umgestaltungen und stadtweiten Strategien mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden, um die Resilienz der blaugrünen Infrastruktur und unserer Städte zu steigern und den Folgen des Klimawandels ganzheit-
lich entgegenwirken zu können.

Autoren
Dr. Yannick Back, Fabian Funke, M. Sc.,
Univ.-Prof. Dr. techn. Manfred Kleidorfer
Universität Innsbruck
Arbeitsbereich Umwelttechnik
Technikerstraße 13
6020 Innsbruck, Österreich
E-Mail: yannick.back@uibk.ac.at
Den ganzen Bericht finden sie in Ausgabe 8-24 ab Seite: 627

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Neugründung des Circle Hydrologie in der JDWA

Umfrage zum Berufsfeld „Wasser“
Januar 2024: die Geburtsstunde des Circle Hydrologie in der Jungen DWA (JDWA). Aus einer ersten Idee ist nach zwei „Gründungstreffen“ der neue Circle entstanden, der der Hydrologie mehr Gewicht in der Jungen DWA verleihen möchte.
Autoren: Natalie Lübbers, Hannah Behrens,
Jenny Kröcher, Sarina Müller,
Selina Schaum
Den ganzen Bericht finden sie in Ausgabe 8-24 ab Seite: 614

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Woche der Umwelt: „Zusammen für Klimaneutralität“

Die DWA präsentiert wasserbewusste Stadtentwicklung
12 000 Besucher und Besucherinnen und 190 Aussteller im Park vom Schloss Bellevue – und die DWA Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall mittendrin. Auf der „Woche der Umwelt“ am Amtssitz des Bundespräsidenten standen in diesem Jahr besonders Klimaschutz und Klimaanpassung im Fokus. Die DWA präsentierte Lösungen für die wasserbewusste Stadtentwicklung und diskutierte die Bürgermotivation zum nachhaltigen Wassermanagement. Dass dieses Thema mittlerweile auf sehr große Resonanz in der Bevölkerung stößt, zeigten die außerordentlich gut besuchten DWA-Fachforen.
Den ganzen Bericht finden sie in Ausgabe 8-24 ab Seite: 609

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Prüfung von dezentralen Anlagen zur Einleitung in Oberflächengewässer zum Rückhalt von partikulären Stoffen mittels neuem Prüfverfahren

Entwässerungssysteme
Zusammenfassung

Mit der Veröffentlichung des Arbeitsblatts DWA-A/M 102 (BWK-A/M 3) für die Bewertung von Regenabflüssen zur Einleitung in Oberflächengewässer wurde deutlich, dass ein Prüfverfahren für dezentrale Behandlungsanlagen zur Behandlung von verschmutzten Niederschlagabflüssen von abflusswirksamen Flächen bis ca. 5000 m² fehlt. Ein solches Prüfverfahren wurde jetzt entwickelt. Das Prüfverfahren wurde an dezentralen Anlagen mit unterschiedlicher Verfahrenstechnik validiert. In diesem Beitrag werden einige durchgeführte Prüfungen zur Verifizierung des entwickelten Prüfverfahrens sowie die daraus abgeleiteten Erkenntnisse vorgestellt. Mit dem Verfahren kann zukünftig, wie im DWA-A 102-2 aufgeführt, nach Prüfung in von den Wasserbehörden benannten Prüfstellen die Zulassung einer Behandlungsanlage zur Einleitung in Oberflächengewässer erfolgen. Das Prüfverfahren kann bereits jetzt für die Bewertung von Behandlungsanlagen durch die Hersteller selbst oder durch geeignete Prüfstellen angewendet werden, wobei dies jedoch noch nicht rechtlich verbindlich ist.

Fazit und Ausblick
Es liegt nun ein Vorschlag für ein praxistaugliches Prüfverfahren zur Bestimmung eines AFS63-Wirkungsgrades für dezentrale Anlagen bis etwa 5000 m² Anschlussfläche unter Laborbedingungen vor. Einzelne Fragen wie zur Standzeit von Filteranlagen sind noch zu untersuchen. Hier kann jedoch auf Erfahrungen des DIBt zurückgegriffen werden. Mit dem Verfahren kann zukünftig, wie im DWA-A 102-2 aufgeführt, nach Prüfung in von den Wasserbehörden benannten Prüfstellen die Zulassung einer Behandlungsanlage zur Einleitung in Oberflächengewässer erfolgen. Das Prüfverfahren kann bereits jetzt für die Bewertung von Behandlungsanlagen durch die Hersteller selbst oder durch geeignete Prüfstellen an- gewendet werden, wobei dies jedoch noch nicht rechtlich verbindlich ist. Wünschenswert wäre eine Ansiedlung des Prüfverfahrens beim DIBt, das derzeit nur für die Zulassung dezentraler Anlagen von Verkehrsflächen zur Einleitung in das Grundwasser zuständig ist. Erforderlich wäre dafür eine Änderung der Landesverordnungen zur Feststellung der wasserrechtlichen Eignung von Bauprodukten und Bauarten (WASBauPVO). Damit hätte das DIBt als zentrale technische Behörde und Dienstleister für die Bauwirtschaft die Rechtsgrundlage zur Erteilung von Zulassungen dezentraler Niederschlagswasserbehandlungsanlagen zur Einleitung in Oberflächengewässer.

Autoren
Dr.-Ing. Martina Dierschke, Prof. Dr.-Ing. Christian Hähnlein
Frankfurt University of Applied Sciences
Nibelungenplatz 1, 60318 Frankfurt a. M.
E-Mail: martina.dierschke@fb1.fra-uas.de
christian.haehnlein@fb1.fra-uas.de
Marcel Goerke, M. Sc.
IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur gGmbH
Exterbruch 1, 45886 Gelsenkirchen
E-Mail: goerke@ikt.de
Den ganzen Bericht finden sie in Ausgabe 8-24 ab Seite: 617

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50 Jahre Güteentwicklung der Ruhr – Ein Überblick

Zusammenfassung
Die Ruhr ist heute ein wichtiger Teil des Natur- und Gewässerschutzes sowie ein Magnet für Wassertourismus, Freizeitsport und Erholung für die Menschen im Einzugsgebiet. Die Gewässergüte der Ruhr hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert. Dies belegen die Gewässergüteberichte des Ruhrverbandes in den letzten Jahrzehnten. Unterteilt in fünf Dekaden bietet der Artikel einen detaillierten Überblick über die Entwicklung der Gewässergüte in der Ruhr. Dabei wird neben den Veränderungen im Bereich der Kläranlagen auch auf gesetzliche Änderungen sowie besondere Herausforderungen und Ereignisse eingegangen.

Fazit
Die letzten 50 Jahre waren geprägt durch enorme Verbesserungen der Gewässergüte der Ruhr, ermöglicht durch umfangreiche Anstrengungen bei der Verringerung von Stoffeinträgen sowie einer Stabilisierung der chemischen Wassergüte. Mit dem Rückgang der Emissionen aus Industrieanlagen, Kläranlagen und aus der Niederschlagswasserbehandlung fiel dem Anteil der diffusen Belastungen u. a. aus der Landwirtschaft größere Bedeutung zu. Durch die erreichten Verbesserungen kann die Ruhr heute wieder als blaues Band bezeichnet werden und ist wichtiger Teil in Natur- und Gewässerschutz sowie Wassertourismus, Freizeitsport und Erholung für die Menschen im Einzugsgebiet. Weitreichende Verbesserungen der Güte können in Zukunft vor allem durch morphologische Änderungen wie Renaturierungsmaßnahmen und Verbesserung der Durchgängigkeit erzielt werden; diesen steht allerdings an vielen Stellen die anthropogene Nutzung im Wege. Die zurückliegenden 50 Ruhrgüteberichte spiegeln auch allgemeine gesellschaftliche und technische Entwicklungen wider. Das wachsende Verständnis der natürlichen Prozesse in Fließgewässern und ihrer Bedeutung für anthropogene Nutzungen sowie ihre Beeinflussung hierdurch war wesentlich für unser heutiges Gewässerbild.
Den ganzen Bericht finden sie in Ausgabe 8-24 ab Seite: 635

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Vom Trinkwasser zum Klärschlamm – Vom Notfall zur Energiewende

Symposium mit Beiträgen zur Erhöhung der Resilienz in der Siedlungswasserwirtschaft
Im Rahmen des Symposiums „Vom Trinkwasser zum Klärschlamm – Vom Notfall zur Energiewende“ am 18. und 19. Oktober 2023 in Neubiberg an der Universität der Bundeswehr München wurden aktuelle Beiträge zur Erhöhung der Resilienz in der Siedlungswasserwirtschaft präsentiert und diskutiert.
Einen besonderen Fokus hatten Themen und Ergebnisse der Forschungsprojekte NOWATER „Notfallvorsorgeplanung der Wasserver- und -entsorgung von Einrichtungen des Gesundheitswesens – organisatorische und technische Lösungsstrategien zur Erhöhung der Resilienz“, FLXsynErgy „Flexible und vollenergetische Nutzung biogener Rest- und Abfallstoffe: Faulungen und Biogasanlagen als Energieverbraucher, -speicher und -erzeuger“ sowie RISK.twin „Intelligente kritische technische Infrastruktur, Von der Realität zum hybriden digitalen Zwilling“. Die Veranstaltung zeigte eindrücklich die enge Zusammenarbeit der unterschiedlichen Fachdisziplinen im Bereich der Siedlungswasserwirtschaft. Insbesondere als Bestandteil der Kritischen Infrastruktur kommt die Siedlungswasserwirtschaft der Herausforderung nach, die notwendige Resilienz für die Bereitstellung, Ableitung und Behandlung von Wasser sicherzustellen.
Den ganzen Bericht finden sie in Ausgabe 8-24 ab Seite: 604

Fazit
Die Veranstaltung zeigte eindrücklich die enge Zusammenarbeit der unterschiedlichen Fachdisziplinen im Bereich der Siedlungswasserwirtschaft. Wenngleich die Schwerpunkte zwischen „Trinkwasser“ und „Abwasser/Klärschlamm“ sich unterscheiden können, so besteht doch eine große Gemeinsamkeit, bei den aktuellen Herausforderungen als Kritische Infrastruktur die notwendige Resilienz für die Bereitstellung, Ableitung und Behandlung von Wasser sicherzustellen. Ebenfalls wurde deutlich, dass technische Ansätze nur einen Teil der Lösung darstellen. „Der Mensch in seiner Umwelt“ steht vielfach im Vordergrund, als Bestandteil Lösungen zu erarbeiten, mit der Öffentlichkeit und Politik zu diskutieren oder auch mit den Herausforderungen eines stärker werdenden Fachkräftemangels.

Dank
Wir möchten uns bei allen bedanken, die zum Erfolg der Veranstaltung „Vom Trinkwasser zum Klärschlamm – Vom Notfall zur Energiewende“ beigetragen haben, ganz besonders bei den Referierenden und den Ausstellenden. Ein besonderer Dank gilt den verschiedenen oben genannten Fördermittelgebern für die Ermöglichung der Forschungsprojekte. Die Bearbeitung von NOWATER, FLXsynErgy und RISK.twin erfolgt jeweils gemeinsam mit vielen Projektpartnern und assoziierten Partnern, die aus der Praxis die Projekte unterstützen.

Autor*innen

Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Christian Schaum,
Prof. Dr.-Ing. habil. Steffen Krause,
Eva Gega, M. Sc.,
Dipl.-Ing. Marcel Hagen,
Christian Hubert, M. Sc.,
Elena Joel, M. Sc.,
Nora Pankow, M. Sc.,
Anastasia Ruf, M. Sc.,
Bettina Steiniger, M. Sc.
Universität der Bundeswehr München
Professur für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik
Werner-Heisenberg-Weg 39, 85577
Neubiberg
E-Mail: swa@unibw.de

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Eine praxisnahe Methode zur Prognose von Sanierungsbedarfen

Zusammenfassung
Die Kanalnetzsanierung ist eine Kernaufgabe der Abwasserunternehmen, birgt aber auch große Herausforderungen. Für die Entwicklung entsprechender Sanierungsstrategien ist unter anderem eine Bestimmung zukünftiger Sanierungsbedarfe notwendig. Der Substanzwertansatz gemäß DWA-A 143-14 erlaubt mithilfe einer pragmatischen und empirisch begründeten Parametrierung sowie einer haltungsweisen Betrachtung eine dynamische und mittelfristige Prognose des Sanierungsbedarfs. Methodisch steht dieser Ansatz zwischen einfachen Abschätzungen auf Basis von Erfahrungswerten und elaborierten Alterungsmodellen. Ergebnisse und Vorteile des Ansatzes (zum Beispiel leichte Verständlichkeit und direkter Vergleich mit anderen Betreibern) werden in diesem Artikel an konkreten Beispielen gezeigt.
Der Substanzwertansatz nach DWA-A 143-14 ist eine pragmatische Lösung, um potenzielle Sanierungsbedarfe in Kanalnetzen prognostizieren und so die eigenen Sanierungstätigkeiten strategisch optimieren zu können („Wann und in welcher Größenordnung muss sich das Sanierungsverhalten ändern?“).

Autor
Dr.-Ing. Torsten Franz
aquabench GmbH
Raboisen 30, 20095 Hamburg
E-Mail: t.franz@aquabench.de
Den ganzen Bericht lesen sie in der KA 7/2024 ab Seite 538

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Abwasserfiltration nach biologischer Behandlung – Teil 2: Flächenfilter und Mikrosiebe

Arbeitsbericht der DWA-Arbeitsgruppe KA-8.3 „Abwasserfiltration“ *)

Zusammenfassung
In der kommunalen Abwasserbehandlung kommen abhängig von der Aufgabenstellung Raum- und Flächenfilter sowie Mikrosiebe zum Einsatz. Vermehrt werden Flächenfilter und Mikrosiebe auch zur Abwasserfiltration nach biologischer Behandlung eingesetzt. Ein Arbeitsbericht der DWA-Arbeitsgruppe KA-8.3 „Abwasserfiltration“ befasst sich ausführlich mit den Verfahren Polstofffiltration und Mikrosiebung. Näher eingegangen wird auf Aufbau, Funktion, Auslegung, betriebliche Aspekte sowie Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik.
Den ganzen Bericht lesen sie in der KA 7/2024 ab Seite 543

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Die neue EU-Kommunalabwasserrichtlinie: Was wird sich ändern?

Zusammenfassung
Nachdem die EU-Kommission im Oktober 2022 den Entwurf für eine Überarbeitung der Kommunalabwasserrichtlinie vorgelegt hatte, einigten sich die drei EU-Institutionen Parlament, Rat und Kommission im Anschluss an das sogenannte Trilogverfahren im Januar 2024 auf die Neufassung der Richtlinie. Am 10. April 2024 wurde der Vorschlag seitens des EU-Parlaments angenommen. Eine förmliche Annahme des Rates steht noch aus, Änderungen an der Textfassung sind aber nicht mehr zu erwarten. Nach einer einführenden Darstellung der Ziele und Schwerpunkte der bis dato geltenden Richtlinie (RL 91/271/ EWG) zeigt der Aufsatz die wesentlichen Neuerungen und deren Bedeutung für die Praxis der kommunalen Abwasserbehandlung auf und legt dabei den Fokus auf die Unterschiede zum ursprünglichen Kommissionsentwurf, die das Ergebnis des Trilogverfahrens darstellen.
Den ganzen Bericht lesen sie in der KA 7/2024 ab Seite 553

Autoren
Dr. Till Elgeti
Rechtsanwalt, Partner
Fachanwalt für Verwaltungsrecht
Christoph Plate, wissenschaftlicher Mitarbeiter
Wolter Hoppenberg
Rechtsanwälte Partnerschaft mbB
Münsterstraße 1–3, 59065 Hamm (Westf.)
E-Mail: Elgeti@wolter-hoppenberg.de
Dr. Corinna Durinke
Rechtsanwältin
Wolter Hoppenberg
Rechtsanwälte Partnerschaft mbB
Bernburger Straße 32, 10963 Berlin

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Kommunalabwasserrichtlinie – Meilenstein für den Gewässerschutz mit vielen offenen Fragen

Meilenstein für den Gewässerschutz, viele Herausforderungen und vor allem noch sehr viele offene Fragen. Dieses Fazit zur Novellierung der Kommunalabwasserrichtlinie lässt sich nach dem DWA-Seminar „Neue EU-Kommunalabwasserrichtlinie – Herausforderungen für die Umsetzung in Deutschland“ ziehen. Am 3. Juni diskutierten in Berlin hochrangige Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wasserwirtschaft das kommende europäische Rahmenregelwerk für die Siedlungswasserwirtschaft. Gut 200 Teilnehmer in Präsenz und Online unterstrichen die äußerst hohe Bedeutung der Weiterentwicklung der Kommunalabwasserrichtlinie für die Branche

Fazit
Die Kommunalabwasserrichtlinie ist definitiv ein Meilenstein für den Gewässerschutz. Aber naturgemäß bleiben bei einer dermaßen komplexen Materie erst einmal viele Fragen offen. Die nationale Umsetzung muss mit Augenmaß und pragmatisch erfolgen. Und es bleibt abzuwarten, inwieweit auch aus Brüssel noch Konkretisierungen kommen, wie beispielsweise die Common Implementation Strategie bei der Wasserrahmenrichtlinie. Denn die Kommunalabwasserrichtlinie wird nicht nur in Deutschland umgesetzt. Wir müssen die weitere Diskussion in Brüssel, aber auch in den anderen Ländern eng verfolgen. Auch immer unter der Perspektive: Was können wir von den anderen Ländern bei der Umsetzung lernen?
Den ganzen Bericht lesen sie in der KA 7/2024 ab Seite 553

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Junge DWA – Rückblick IFAT 2024 mit Jahrestreffen

Mehrsprachig, hochmotiviert und engagiert begrüßten und informierten Vertretende der Jungen DWA eine Woche lang Interessierte und angemeldete Hochschul- und Besuchergruppen am Stand der Jungen DWA im Rahmen der IFAT 2024 in München. Über eine Kurzpräsentation wurde das vielfältige Angebot der Jungen DWA präsentiert, wurden die Vorteile des (J)DWA-Netzwerks aufgezeigt und mehrere DWA- Mitgliedsanträge ausgefüllt. In einem gemeinsamen englischsprachigen Workshop mit dem Jungen DVGW und den Young Water Professionals der European Water Association und der International Water Association wurden internationale Nachwuchskräfte über die Vorteile eines aktiven Netzwerks bei den Themen Berufseinstieg, Karriere und persönliche Vorteile des Engagements informiert.
Julia Schrade,
Leitungsgruppe Junge DWA
Den ganzen Bericht lesen sie in der KA 7/2024 ab Seite533

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IFAT Munich 2024 – München fünf Tage Nabel der globalen Wasserwirtschaft

142 000 Besucher aus fast 170 Ländern und Regionen, 3211 Aussteller aus 61 Ländern, 300 000 m² Ausstellungsfläche; dies sind die offiziellen Zahlen der IFAT Munich 2024. 33 Mitarbeitende an zwei Ständen vor Ort, 1,3 Tonnen Material, 42 Sessions, knapp 10 000 eingelöste Tagestickets, gefühlte 20 km Kabel und ein durchgetanzter Standboden; das sind die Zahlen und Fakten der DWA. Die IFAT Munich 2024 kann, darf und muss als großer Erfolg bezeichnet werden, sowohl für die Messe München als auch für die DWA als langjährigen Partner der Messe und ideeller Träger der IFAT.

Vorbereitungen für die IFAT 2026 laufen bei der DWA bereits an. Ich freue mich schon jetzt auf die nächste Messe vom 4. bis 8. Mai 2026.
Herzlichst, Ihre Lisa Broß

Den ganzen Bericht lesen sie in der KA 7/2024 ab Seite 53

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Das Ende der Abwassereigenschaft

Arbeitsbericht des DWA-Fachausschusses RE-4 „Rechtsfragen zu Kreislaufwirtschaft und Bodenschutz“ *)
Zusammenfassung

Mit der Einleitung von Abwasser in Gewässer findet eine Rückführung in den natürlichen Wasserkreislauf statt, mit der die Abwassereigenschaft verloren geht. Dabei stellt sich die Frage, ab welchem Zeitpunkt in einem Wasserwiederverwendungssystem noch von Abwasser gesprochen werden kann. Die DWA, speziell der DWA-Fachausschusses RE-4 „Rechtsfragen zu Kreislaufwirtschaft und Bodenschutz“, hat sich daher mit der Frage beschäftigt, ob ein abstrakter rechtlicher Rahmen für das Ende der Abwassereigenschaft definiert werden kann, anhand dessen das Ende der Abwassereigenschaft im Einzelfall für eine bestimmte technische Stelle festgelegt werden kann. Dafür muss das deutsche Recht in Kontext mit dem europäischen Recht gelesen werden, das mit der EU-Wasserwiederverwendungsverordnung einen ersten Schritt zur EU-weiten Mindestharmonisierung der Wasserwiederverwendung zur landwirtschaftlichen Bewässerung gemacht hat. Die Ergebnisse hat der Fachausschuss in einem Arbeitsbericht zusammengefasst.
Den ganzen Bericht lesen sie in der KA 7/2024 ab Seite 564

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Spurenstoffelimination nachhaltiger gestalten

DWA-Expertengespräch „Aktivkohle aus Biomasse“
Die DWA-Arbeitsgruppe KA-8.6 „Aktivkohleeinsatz auf Kläranlagen“ hat das Thema „Aktivkohle aus Biomasse“ aufgegriffen und relevante Experten zu einem fachlichen Austausch eingeladen. Ziel des DWA-Expertengesprächs war es, den Wissensstand und Grad der Technologieentwicklung zur Herstellung von Aktivkohle aus Biomasse für die Spurenstoffelimination in Erfahrung zu bringen.
Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 6 2024 ab Seite 451

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Die Behandlung von Regenwasser optimieren

Expertenforum Regenüberlaufbecken Baden-Württemberg
Vor gut zehn Jahren wurde die Plattform Regenüberlaufbecken Baden-Württemberg gegründet. Nach wie vor ist die Regenwasserbehandlung ein wichtiges Thema, dem sich das nunmehr 9. Expertenforum RÜB Baden-Württemberg am 21. Februar 2024 intensiv widmete. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet der neue Leitfaden des Landes zu diesem Thema. Wie sich die
Herausforderungen am besten meistern lassen, zeigten zudem mehrere Beispiele aus der Praxis
Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 6 2024 ab Seite 444

Autoren:
Dr. Klaus Zintz,
Dr.-Ing. Fabian Brunner,
Dr.-Ing. Tobias Reinhardt

Fazit
Insgesamt kam bei dem Forum wiederholt zum Ausdruck, wie wichtig gute Daten für einen optimalen Betrieb von Regenwasseranlagen sind. Und dass mit dem neuen Arbeits- und Merkblatt DWA-A/M 102 sowie dem an baden-württembergische Verhältnisse angepassten entsprechenden Leitfaden gute Werkzeuge zur Verfügung stehen, um die Nutzung dieser Anlagen weiter zu verbessern.

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Aktuelle Praxis der kommunalen Rattenbekämpfung in der Kanalisation

Ergebnisse einer bundesweiten Umfrage
Zusammenfassung

83 % der 288 an einer bundesweiten Umfrage teilnehmenden Kommunen bekämpften im Jahr 2022 Ratten in der Kanalisation. Es wurden überwiegend Formköder mit Antikoagulanzien der zweiten Generation am Draht in Kanalschächte gehängt. Jedoch wurden nun auch vermehrt Köderschutzstationen verwendet. Dass ca. 70 % der Ratten bekämpfenden Kommunen eine vorherige Befallserhebung sowie eine abschließende Erfolgskontrolle durchführten, wird auf die verschärften, rechtsverbindlichen Anwendungsbestimmungen und Risikominderungsmaßnahmen für Rodentizide zurückgeführt. Insgesamt wurden bei den teilnehmenden Kommunen 23,5 t Köder bzw. 1,7 kg Wirkstoff zur Kanalbeköderung eingesetzt. Hochgerechnet auf das gesamte Bundesgebiet ergibt das rund 148 t Köder bzw. 12 kg Wirkstoff. Die Einsatzmengen von Antikoagulanzien der zweiten Generation verringerten sich gegenüber Daten aus dem Jahr 2017 um ca. 28 %
Ausblick
Die Transformation der urbanen Rattenbekämpfung hat längst begonnen und findet weltweit statt. Sie wird nicht nur durch die alarmierenden Forschungsergebnisse zur Umweltbelastung mit Rodentiziden oder den daraus hervorgegangenen Vorschriften aus der Biozidzulassung vorangetrieben, sondern ist auch dem zunehmenden Interesse der Wissenschaft an der Wanderratte als Wildtier zu verdanken. In Forschungsprojekten wie dem Helsinki Urban Rat Project in Finnland, dem Projet Armaguedon in Frankreich (Paris), dem Vancouver Rat Project in Kanada oder dem RaBeKa-Projekt in Berlin untersuchen Forschende weltweit die Lebensweise der Tiere in Interaktion mit Menschen in der Stadt [16]. Sie gehen der Frage nach, wie ein auf der Verbreitung und dem Verhalten der Tiere basierendes, nachhaltiges, urbanes Rattenmanagement in Zukunft aussehen könnte. Grundlegend dabei ist die Erkenntnis, dass ein nachhaltiges Rattenmanagement über den bloßen Einsatz von Rodentiziden weit hinausgeht. Vielmehr gilt es, Befallsursachen und deren Prävention in den Mittelpunkt der Bemühungen zu stellen. Zudem wird das Rattenmanagement als eine ganzheitliche Querschnittsaufgabe unter Einbeziehung aller zuständigen Behörden, aber vor allem der ansässigen Bevölkerung, verstanden. Um die Stadtbevölkerung für die eigentlichen Probleme hinter dem Problemtier „Stadtratte“ zu sensibilisieren, hat das Umweltbundesamt (UBA) die Kampagne für ein nachhaltiges Management von Ratten (KaRMa) gestartet (https://www.umweltbundesamt.de rattenmanagement). Dazu stellt das UBA den Kommunen sowie allen anderen interessierten Personen Poster, Plakate und Postkarten zum kostenlosen Download bereit. Darauf werden mit verschiedenen Motiven typische Verhaltensweisen, die das Aufkommen von Ratten in Siedlungsgebieten begünstigen, bildhaft und sprachlich thematisiert. Die ansässige Bevölkerung soll so auf die Ursachen für einen Rattenbefall aufmerksam gemacht und zu einer Verhaltensänderung bewegt werden. Denn darin sind sich die Fachleute aus Stadtverwaltung, Schädlingsbekämpfung und Wissenschaft einig: Langfristig sind Rattenpopulationen in Städten nur dann in den Griff zu bekommen, wenn den Tieren Nahrungsgrundlagen und Nistplätze entzogen werden. Der Einsatz von Rattengift mit den bekannten Kollateralschäden für Haus- und Wildtiere ist eher Teil des Problems als Teil einer tragfähigen und nachhaltigen Lösung. Das hat der jahrzehntelang nur auf die Bekämpfung der Symptome ausgerichtete und daher letztlich erfolglose, großräumige Einsatz von antikoagulanten Rodentiziden eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 6 2024 ab Seite 457

Dank
Die Autoren bedanken sich herzlich bei allen, die an der Umfrage teilgenommen haben und ohne deren Bereitschaft zur Beantwortung des Fragebogens eine Erhebung von Daten nicht möglich gewesen wäre. Ein Dank geht auch an alle DWA-Landesverbände und Personen für ihre Bereitschaft, den Fragebogen an zuständige Personen im Bereich der kommunalen Rattenbekämpfung im abwassertechnischen Bereich zu verteilen.

Autoren
Dr. Julia Regnery
Referat Biochemie, Ökotoxikologie
Bundesanstalt für Gewässerkunde
Am Mainzer Tor 1, 56068 Koblenz
E-Mail: regnery@bafg.de
Dipl.-Ing. Ralf Weber
IAB – Institut für angewandte Bauforschung Weimar gemeinnützige GmbH
Über der Nonnenwiese 1, 99428 Weimar
Anton Friesen
Fachgebiet IV 1.2 – Biozide
Umweltbundesamt
Wörlitzer Platz 1, 06844 Dessau-Roßlau
E-Mail: anton.friesen@uba.de

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Fragenkatalog „Ausschreibung der Klärschlammentsorgung“

Fünfter Arbeitsbericht der DWA-Arbeitsgruppe KEK-1.5*)
Zusammenfassung

Mit der Novellierung der Klärschlammverordnung im Jahr 2017 werden höhere Anforderungen an die Klärschlammentsorgung und damit auch an Ausschreibungen der Klärschlammentsorgung gestellt. Eine Unterarbeitsgruppe der DWA-Arbeitsgruppe KEK-1.5 „Übergreifende Fragestellungen der Klärschlammbehandlung und -entsorgung auf Kläranlagen kleiner und mittlerer Größe“ hat einen Arbeitsbericht erstellt, der Hilfe und Unterstützung bei Vergabeverfahren gibt. Dies erfolgt als Fragenkatalog mit entsprechenden Antworten. Schwerpunkte des Arbeitsberichts sind: rechtliche Grundlagen; Vorbereitung von Vergabeverfahren; Schätzung des Auftragswerts; Verfahrensarten; Gesamtzeitplan/Fristen; Eignungsprüfung der Bieter; Zuschlagskriterien; Leistungsbeschreibung und -verzeichnis; weitere Vertragsbedingungen; Angebotsphase; Bieterfragen; Prüfung der Angebote; Aufhebung von Vergabeverfahren; Bewertung und Zuschlag; Rügen und Nachprüfverfahren.
Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 6 2024 ab Seite 478

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28. Thematischer Stammtisch: Klärschlamm

Der Appell an die Junge DWA lautete bei der 28. Auflage des Thematischen Stammtischs am 15. Februar 2024 ganz deutlich: „Wir brauchen Euch für die Fachgremienarbeit.“ Der DWA-Hauptausschuss Kreislaufwirtschaft, Energie und Klärschlamm (KEK) stellte die fachliche und politische Arbeit vor. Zu Gast war Dr.-Ing. Markus Roediger, unterstützt von Dipl.-Ing. agr. Rainer Könemann.
Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 6 2024 ab Seite 454

Autoren: Yul Röschert, Jeannette Boecker

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Standardisiertes Vorgehen zur Planung, Durchführung und Auswertung von N2O-Emissionsmessungen

Arbeitsbericht der DWA-Arbeitsgruppe KA-6.7 „Treibhausgasemissionen bei der Abwasserbehandlung“* Kommunale Abwasserbehandlung
Zusammenfassung

Grundsätzlich können Kläranlagen mit einer gegen Null strebenden Lachgas-Emission betrieben werden. In Abhängigkeit von den Betriebsbedingungen wurden auf Kläranlagen jedoch auch erhebliche, meist kontinuierlich auftretende, Lachgas-Emissionen nachgewiesen. Da sich die Lachgas-Emissionen zwischen verschiedenen Kläranlagen somit erheblich voneinander unterscheiden können, ist eine verallgemeinernde Betrachtung und Bewertung dieser Emission nicht zielführend. Mit dem vorliegenden Arbeitsbericht führt die DWA-Arbeitsgruppe KA-6.7 ein gestuftes, standardisiertes Vorgehen zur Einordnung der anlagenspezifischen Lachgas Emission ein. Die in diesem Arbeitsbericht zusammengefassten Hinweise unterstützen kurzfristig bei der Emissionseinordnung, der Durchführung von Sondierungsmessungen und der Ableitung von Kennzahlen zur Bewertung der Lachgas-Emission, um sicherzustellen, dass aussagekräftige Daten mit akzeptablem Ressourceneinsatz erhoben werden.
Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 6 2024 ab Seite 465

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Automatisierung und Digitalisierung der Abwasserreinigung

Perspektiven aus Sicht des DWA-Fachausschusses KA-13 „Automatisierung von Kläranlagen“ und Rückblick auf 100 Sitzungen
Zusammenfassung

Der DWA-Fachausschusses KA-13 „Automatisierung von Kläranlagen“ kann seit seiner Gründung im Jahr 1975 auf 100 Sitzungen zurückblicken. Wurden zunächst sehr grundlegende Fragen wie der Einsatz eines „zentralen Prozessrechners“ oder „Möglichkeiten der Sauerstoffeintragsregelung“ im Ausschuss behandelt, stehen heute Themen wie Digitalisierung, Klimawandel, Treibhausgase, Automatisierung, Betriebsunterstützung durch Simulation und Künstliche Intelligenz im Mittelpunkt der Arbeit
Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 6 2024 ab Seite 475

Ausblick
Die Arbeit im Fachausschuss KA-13 und seinen Arbeitsgruppen hat in den letzten Jahren bereits deutliche Veränderungen erfahren. Die Fokussierung auf die großen Themen unserer Zeit wie den Klimawandel oder die Digitalisierung prägen die aktuellen Arbeiten. Als Leitsatz über der Siedlungswasserwirtschaft könnte stehen, dass von ihr keine Auswirkungen auf die Umwelt ausgehen sollen. Robuste Automatisierungslösungen müssen dazu beitragen, diese Ziele in den kontinuierlichen Anlagenbetrieb zu integrieren. Auch für die Automatisierung gilt, das heutige Planungen viel stärker als bisher Technologiesprünge ermöglichen müssen. Die ehrenamtlichen Expertinnen und Experten des DWA-Fachausschusses KA-13 werden sich auch in Zukunft mit großer Leidenschaft und Fachkompetenz der Bearbeitung dieser Themen widmen.

Autoren
Dr.-Ing. Frank Obenaus
Obmann des DWA-Fachausschusses KA-13
Emschergenossenschaft/Lippeverband
Kronprinzenstraße 24, 45128 Essen
E-Mail: obenaus.frank@eglv.de
Prof. Dr.-Ing. Peter Baumann
stellvertretender Obmann des DWA-Fachausschusses KA-13
Hochschule für Technik Stuttgart
Fakultät Bauingenieurwesen, Bauphysik und Wirtschaft
Schellingstraße 24, 70174 Stuttgart
E-Mail: peter.baumann@hft-stuttgart.de

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Jahrestreffen des Circles „Nachhaltige Wasserwirtschaft“ der Jungen DWA

Fast genau ein Jahr nach dem erfolgreichen ersten Präsenztreffen des JDWA-Circles „Nachhaltige Wasserwirtschaft“ trafen sich die Mitglieder vom 10. bis 12. November 2023 erneut, um in direktem Austausch die Circle-Arbeit zu reflektieren, Ideen und Strategien zu entwickeln und zukünftige Aktivitäten zu planen.
Abgerundet wurde das Treffen durch einen Besuch der historischen Altstadt und der Nürnberger Burg. Weil es so schön und erfolgreich war, wurde direkt ein Termin für das nächste Präsenztreffen 2024 vereinbart.

Mehr über den Circle und dessen Arbeit:
https://dwa.info/jdwa-nachhaltigkeit
Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 5 2024 ab Seite 348

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Wasserwiederverwendung notwendiger Baustein zum Schutz des Grundwasserdargebots

BMUV Referentenentwurf zur Anpassung des Wasserhaushaltsgesetzes verhindert praxisrelevante Zukunft der Wasserwiederverwendung

Mit dem Entwurf des dritten Gesetzes zur Änderung des Wasserhaushaltsgesetzes konkretisiert das Bundesumweltministerium die Anforderungen der EU-Verordnung, die die Mindestanforderungen an die Wiederverwendung kommunalen Abwassers für die landwirtschaftliche Bewässerung definiert.
Die DWA hat sich in einer Stellungnahme zu dem Gesetzesentwurf positioniert.
Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 5 2024 ab Seite 346

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Sinnstiftung und Belastung riesig

Ergebnisse und Ableitungen der ver.di Umfrage
Gute Arbeit in der Wasserwirtschaft

Angesichts der Schwierigkeiten bei der Fachkräftegewinnung wollte ver.di wissen: Wie attraktiv sind die Arbeitsbedingungen und was kann zu deren Verbesserung beitragen? Das Ergebnis ist alarmierend: Viele Beschäftigte würden nicht für eine Tätigkeit im eigenen Betrieb werben – trotz hoher Identifikation mit der eigenen Arbeit. Das liegt daran, dass sich viele unzureichend geschult, strukturell überlastet sowie gesundheitlich angegriffen sehen und finanzielle Sorgen haben. Für die Zukunft der Versorgungssicherheit gibt es also viel zu tun. Die Umfrageergebnisse zeigen, wo die Arbeitgeber ansetzen sollten.
Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 5 2024 ab Seite 338

Dank
Wir bedanken uns bei allen Kolleginnen und Kollegen – Betriebs und Personalräten, Mitgliedern der JAV und Vertrauensleuten in den Betrieben und Dienststellen, ohne die die Durchführung der Befragung und die Schaffung dieses Datenschatzes nicht möglich gewesen wären.
Links
Die Ergebnisse der Gesamtbefragung (Energie , Wasser und Abfallwirtschaft) befinden sich hier: Umfrage | Ver- und Entsorgung (verdi.de)
Der Erfahrungsbericht zur Methodik der Befragung, die auch betrieblich Anwendung finden kann, findet sich hier:
https://kurzelinks.de/6bn0
Informationen zum DGB Index Gute Ar beit: https://index-gute-arbeit.dgb.de/

Autorinnen
Clivia Conrad, Dipl.-Verww.
ver.di-Bundesfachgruppenleiterin Wasserwirtschaft
E-Mail: clivia.conrad@verdi.de
Dr. Alexandra Wagner
sozialwissenschaftliche Arbeitsforschung und Beratung, FIA Consulting
Jägerstraße 56, 10117 Berlin
E-Mail: wagner@fia-institut.de

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Recycling von industriellen salzhaltigen Wässern

Zusammenfassung
Etwa 60 Prozent des Umsatzes der chemischen Industrie in Deutschland hängen direkt oder indirekt von der Chlorchemie ab. Auch wenn die meisten Endprodukte weder Chlor noch Natrium in ihren Molekülen enthalten, landen diese Elemente häufig im Abwasser. Vor diesem Hintergrund erforscht und entwickelt die Industrie neue, umweltfreundliche und wirtschaftlich tragfähige Verfahren zum Recycling industrieller salzhaltiger Wässer. Für die Reinigung von Solen werden adsorptive, oxidative, thermische und elektrochemische Verfahren und deren Kombinationen entwickelt.

Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 5 2024 ab Seite 387

Dank
Für die laufende Forschung wird die Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung für die im Rahmen der Maßnahmen WavE (Zukunftsorientierte Technologien und Konzepte zur Erhöhung der Wasserverfügbarkeit durch Wasserwiederverwendung und Entsalzung) und WavE II (Wassertechnologien: Wiederverwendung) geförderten Projekte Re Salt (Recycling von industriellem salzhaltigem Prozesswasser) und RIKovery (Recycling von industriellen salzhaltigen Wässern durch Ionentrennung, Konzentrierung und intelligentes Monitoring) dankend gewürdigt. Die Pilotanlage in Uerdingen wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz im Rahmen des Umweltinnovationsprogramms gefördert.

Autor*in
Dr. Yuliya Schießer, Dr. Christoph Blöcher
Covestro Deutschland AG
Kaiser-Wilhelm-Allee 60, 51373 Leverkusen
E-Mail: yuliya.schiesser@covestro.com

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Rohstoffknappheit und Bauen in der Zukunft

Circular Ansätze in der Wasserwirtschaft
Zusammenfassung

Die Menschheit nutzt die Ressourcen des Planeten Erde in extremem Maß. Deshalb muss auch der Schutz des Wassers zukünftig deutlich mehr als bisher unter dem Aspekt eines ganzheitlichen Ressourcen- und Umweltschutzes geschehen. Planung, Bau und Betrieb wasserwirtschaftlicher Anlagen müssen sich ab sofort zwingend an einem ernsthaften zirkulären Ansatz orientieren. Bislang handelt die Wasserwirtschaft bei ihren Bauwerken im Wesentlichen nach dem Prinzip „cradle to grave“ (von der Wiege zur Bahre), bei dem Material nach Gebrauch weggeworfen wird oder im besten Fall ein Downcycling erfolgt. Langfristig muss die Branche bezogen auf die eingesetzten Rohstoffe einen weiteren Schritt gehen, nämlich hin zu einer zirkulären Wirtschaft nach dem cradle to cradle(c2c)-Prinzip: Einmal entnommene Rohstoffe müssen für immer im Kreislauf erhalten bleiben. Damit geht der c2c-Ansatz über das Nachhaltigkeitsprinzip hinaus. Für die hochtechnisierten Bauwerke der Wasserwirtschaft ist der Ansatz des c2c-Prinzips noch mit hohen technischen Hürden behaftet. Daher ist als erster Zwischenschritt das c2c-inspirierte Planen, Bauen, Betreiben und Rückbauen von Anlagen sinnvoll.
Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 5 2024 ab Seite 394

Autor
Prof. Dr.-Ing. Markus Schröder
Tuttahs & Meyer Ingenieurgesellschaft mbH
Auf der Hüls 162, 52068 Aachen
E-Mail: m.schroeder@tum-ingenieure.de

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Erfolgsfaktor für die Personalentwicklung

Aus und Weiterbildung mit Automatisierungstechnik im unternehmenseigenen InnovationLab Bildung ist die wichtigste Voraussetzung, um unsere globale Gesellschaft in eine nachhaltige Zukunft zu führen. Die größte Herausforderung besteht darin, die Bevölkerung weltweit zu einem ressourcenschonenden Umgang und besserem Umweltverhalten zu führen, um so einen Beitrag zum Ressourcenschutz zu leisten und das Fortschreiten der Umweltverschmutzung zu stoppen. Es ist von essenzieller Bedeutung, verstärkt in Bildung zu investieren, insbesondere in Aus- und Weiterbildungsprogramme, die Fachkräfte für den Wassersektor aus- und weiterbilden. Zahnen Technik aus Arzfeld setzt dabei auf das unternehmenseigene „InnovationLab“
Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 5 2024 ab Seite 334

Autorin und Autoren
Alina Wonner
Herbert Zahnen
Andreas Hau
Bahnhofstraße 24
54687 Arzfeld
E-Mail: a.wonner@zahnen-technik.de
Klaus Kronberger
ADIRO Automatisierungstechnik GmbH
Limburgstraße 40
73734 Esslingen
E-Mail: kro@adiro.com

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Qualität von entwässertem Klärschlamm

Auswirkungen auf die Klärschlammtrocknung und Schnelltest zur Bewertung
Zusammenfassung

Schwankungen in den Klärschlammqualitäten wirken sich auf die Klärschlammlagerung, die Klärschlammförderung und die Klärschlammtrocknung aus und beeinflussen die Verfahrenstechnik, die Wirtschaftlichkeit sowie die Umweltemissionen der Klärschlammverwertung entscheidend. Es wird ein neu entwickelter Schnelltest zur Bestimmung der Klärschlammqualität im Hinblick auf die Geruchsentwicklung und den Übergang von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) in die Trocknerabluft bei der Bandtrocknung von Klärschlamm vorgestellt, und erste Ergebnisse werden präsentiert. Es besteht noch Klärungsbedarf über die optimale Handhabung des Klärschlamms ab seiner Entwässerung bis hin zur Trocknung inklusive der damit verbundenen Logistik. Diese ist auch mit umweltrelevanten Emissionen verbunden. Durch geschickte Verknüpfung von Logistik, Transport und Verwertung können diese verkleinert werden.
Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 5 2024 ab Seite 376

Autoren
Mark Michaud, M. Sc., Luisa Wittmann, M. Eng.,
Dr.-Ing. Albert Heindl, Fabian Boßle, M. Sc.
Huber SE
Industriepark Erasbach A1
92334 Berching
E-Mail: Albert.Heindl@huber.de

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Bemessung und Wirkung technischer Filter

Zusammenfassung
Das Spektrum technischer Filter zur Niederschlagswasserbehandlung reicht von kompakten Anlagen im dezentralen Maßstab bis zu zentralen Anlagen mit mehreren Hektar angeschlossener Fläche. Die hier vorgestellten zentralen Systeme werden im Aufstromverfahren durchflossen. Der Zufluss wird dabei durch Sedimentation oder eine Sedimentation-Lamellen-Kombination vorbehandelt. Das Spektrum der eingesetzten Filtersubstrate ermöglicht den Rückhalt feiner Partikel (AFS63) bis hin zu gelösten Stoffen. Die Rückhaltewirkung von technischen Filtern kann sehr hoch sein, allerdings muss der Kompromiss zwischen Wirkung und Wartung gefunden werden. Die Überwachung der Systeme ist durch Bilanzierung der Füllstände vergleichsweise einfach. Erste Ansätze für eine Bemessung der Systeme werden vorgestellt.
Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 5 2024 ab Seite 353

Fazit
Der Rückhalt feinpartikulärer und gelöster Stoffe durch Sedimentationsanlagen kann nur eingeschränkt den Ansprüchen des Gewässerschutzes genügen. Technische Filter stellen eine wertvolle Ergänzung im Portfolio der Niederschlagswasserbehandlungsanlagen dar. Allerdings sind die Wirkmechanismen in Filtersystemen zur Niederschlagswasserbehandlung komplex. Ein Vorteil der Filter ist die Flexibilität und damit die Anpassung des Filtermaterials an stoffspezifische Veränderungen im Einzugsgebiet. Die komplexen Bedingungen erschweren die Entwicklung verbindlicher Bemessungsvorgaben. Während bis lang zahlreiche kompakte Anlagen im dezentralen Maßstab betrieben werden, beschränken sich Anlagen im zentralen Maß stab auf wenige Einzelfälle. Erste Erfahrungen liegen vor allem durch zwei Filteranlagen in Wuppertal vor, die gemeinsam mit der WSW Energie & Wasser AG (Betreiber), der Dr. Pecher AG, der Ruhr Universität Bochum und der FH Münster untersucht werden und teilweise seit einigen Jahren im Betrieb sind. Die Ergebnisse sind vielversprechend, allerdings ist bis zur ab schließenden Entwicklung verbindlicher Bemessungsvorgaben noch weitere Forschungs und Entwicklungsarbeit erforderlich.

Autoren
Prof. Dr.-Ing. Helmut Grüning, Eske Hilbrands, M. Sc.
FH Münster
Stegerwaldstraße 39, 48565 Steinfurt
E-Mail: gruening@fh-muenster.de
eske.hilbrands@fh-muenster.de
Dr.-Ing. Klaus Hans Pecher
Dr. Pecher AG
Klinkerweg 5, 40699 Erkrath
E-Mail: klaus.pecher@pecher.de

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DWA Dialog zum Gewässerschutz

Über den Dächern von Berlin, im 24. Stock des Panoramacafes am Potsdamer Platz, hat die DWA am 10. April ihr aktuelles Politikmemorandum „Zukunft der Wasserwirtschaft gestalten“ an hochrangige Vertreter der Bundesumweltpolitik übergeben. Kerninhalte des Memorandums: Umsetzung der Novellierung der Kommunalabwasserrichtlinie in Deutschland und die wasserwirtschaftliche Anpassung an den Klimawandel. Lebhafte Diskussionen und ein intensiver direkter Austausch mit der Bundespolitik zeichneten auch den diesjährigen DWA-Dialog zum Gewässerschutz aus Potsdamer Platz – wasserbewusst konzipiert und gestaltet.
Der DWA Dialog zum Gewässerschutz fand in diesem Jahr erstmals über den Dächern von Berlin, im Panoramacafe am Potsdamer Platz, statt. Dieser Ort war nicht ohne Grund gewählt. Der Potsdamer Platz wurde bei der Neugestaltung nach der Wende äußerst wasserbewusst geplant und gestaltet. Obwohl auf dem Gelände viele Flächen versiegelt seien, fließe kein Wasser ab, erläuterte Darla Nickel, Leiterin der Berliner Regenwasseragentur.
Das Wasser werde in einem großen flachen Teich gesammelt. 85 Prozent des Niederschlags werde verdunstet, weitere Mengen des Wassers würden in den Gebäuden auf dem Gelände als Betriebswasser genutzt. Es sei zwar überwiegend keine grün blaue Infrastruktur, aber eine sehr gelungene grau blaue Infrastruktur.
DWA Politikmemorandum „Zukunft der Wasserwirtschaft gestalten“: www.dwa.info/politikberatung)
Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 5 2024 ab Seite 330

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Denitrifikation gezielt als N2O-Senke betreiben

Zusammenfassung
Die heterotrophe Denitrifikation spielt als einzige prozessinterne Senke eine wesentliche Rolle bei der Minimierung von N2O-Emissionen der biologischen Abwasserreinigung. Bei der Denitrifikation wird N2O als Zwischenprodukt sowohl gebildet als auch abgebaut. Dabei ist die N2O-Reduktion üblicherweise der am schnellsten ablaufende Teilprozess; unter ungünstigen Betriebsbedingungen kann die Denitrifikation jedoch auch als N2O-Quelle fungieren. In diesem Beitrag werden Ergebnisse zu umfangreichen labortechnischen Untersuchungen der relevanten Einflussfaktoren vorgestellt, um damit die gezielte Bewirtschaftung der Denitrifikation als N2O-Senke zu unterstützen.
Dies ist Voraussetzung für den anzustrebenden emissionsarmen Betrieb.
Schlagwörter: Abwasserreinigung, kommunal, Denitrifikation, Lachgas, Emission, Abbau, Laborversuch
Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 5 2024 ab Seite 366

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Der digitale Zwilling für den Betrieb in der Siedlungswasserwirtschaft

Zusammenfassung
Der digitale Wandel der Arbeitswelt findet auch in der Siedlungswasserwirtschaft statt. Bisher wurden zum Großteil Modelle und Simulationen als Entscheidungshilfen verwandt. Digitale Zwillinge sind noch von geringer Bedeutung, dies wird sich aber in Zukunft, vor allem in anlagenintensiven Bereichen wie der Siedlungswasserwirtschaft ändern. Diese Veröffentlichung stellt das Konzept des Digitalen Zwillings im Sinne der Hochschulgruppe Simulation (HSGSim) vor und zieht eine Abgrenzung zu bereits bestehenden und etablierten Konzepten wie Modellen und Simulationen. Die HSGSim unterscheidet zwischen physischem Zwilling und digitalem Zwilling, die miteinander kommunizieren und stets einander angeglichen werden. Der physische Zwilling beinhaltet die Anlagenkonfiguration, den Betriebszustand der Anlage und erfasst äußere Einflüsse. Der digitale Zwilling speichert und verarbeitet gesammelte Daten. Ein digitaler Zwilling kann Handlungsempfehlungen geben oder deren Ableitung ermöglichen und unterstützt somit die Entscheidungsträger. Der digitale Zwilling bietet ein breites Anwendungsspektrum in der Siedlungswasserwirtschaft und kann für bereits bestehende Anlagen, Neubauten, virtuelle Inbetriebnahmen, Lehrzwecke etc. eingesetzt werden.

Autoren:
SGSim – Hochschulgruppe Simulation, AG Digitaler Zwilling
E-Mail: info@hsgsim.org
Mitwirkende in der AG Digitaler Zwilling:
Tatjana Lorenz (Gießen), Karim Sedki (Kaiserslautern),
Dagmar Pohl (Hannover), Peter Schleiffer (Aachen),
Ralf Habermehl (Kaiserslautern), Jonas Kleckers (Münster),
Tobias Greiner (Stuttgart), Stefan Kroll (Antwerpen),
Alexander Behr (Gießen), Janna Parniske (Kassel),
Nora Pankow (München), Günter Gruber (Graz)

Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 4 2024 ab Seite 283

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Wassermanagement, Digitalisierung, nachhaltige Städte

DWA-Schwerpunkte auf der IFAT 2024
Wassermanagement, Digitalisierung
und nachhaltige, klimafeste Städte stehen dieses Jahr im Fokus des Messeauftritts der Deutschen Vereinigung für
Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall
(DWA) auf der Umweltleitmesse IFAT, 13. bis 17. Mai 2024 in München.

Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 4 2024 ab Seite 250

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Ein Zugang zu vergangenen und aktuellen Starkregenereignissen

Das LAWA-Starkregenportal
Zusammenfassung

Im Auftrag der LAWA wurde ein Portal erstellt, das einen Zugriff auf vergangene Starkregenereignisse und aktuelle Niederschlagsinformationen bietet. In dem Portal können Starkregenereignisse über Deutschland seit 2001 auf vielfältige Weise gefunden und visualisiert werden. Die Datengrundlage für die Ermittlung der extremen Niederschlagsereignisse stellt die radarbasierte Niederschlagsklimatologie RADKLIM (DWD) dar, in Kombination mit der Datenbank HydroNET-SCOUT und dem Ereignis-Katalog CatRaRE. Bei der Umsetzung des Portals findet das Konzept des Starkregenindex (SRI) Eingang, um aktuelle Niederschlagsdaten und zurückliegende Starkregenereignisse einzuordnen. Das Starkregenportal bietet die Möglichkeit, das Niederschlagsgeschehen einzelner Ereignisse in ihrem räumlichzeitlichen Verlauf zu analysieren. Außerdem können vergleichende Auswertungen zum Auftreten von Starkregenereignissen durchgeführt werden.

Fazit und Ausblick
Im Auftrag der LAWA wurde ein Portal erstellt, das deutschlandweit einen Zugriff auf vergangene Starkregenereignisse und aktuelle Niederschlagsinformationen bietet. Das Portal wird voraussichtlich ab April 2024 unter der Webadresse www.starkregenportal.de öffentlich erreichbar sein. Einige der weiterführenden Funktionen werden voraussichtlich nur für registrierte Fachnutzer von Bund- und Länderbehörden zugänglich sein. Die Arbeit an dem Projekt zur Starkregendokumentation beinhaltet einen regelmäßigen Austausch mit der LAWA-Kleingruppe „Aufbau einer Plattform zur Starkregendokumentation“ und dem DWD.
In dem Portal können Starkregenereignisse seit 2001 auf vielfältige Weise gefunden und visualisiert werden. Dies wird durch die Kombination zweier Datenbanken möglich, CatRaRE, mit einem objektorientierten Design und mit zahlreichen Eigenschaften der Ereignisse, und HydroNET-SCOUT, das einen direkten Zugriff auf die Radardaten für spezifische Orte sowie Funktionen zur Visualisierung bietet. In der weiteren Entwicklung ist vorgesehen, dass Ereignisse auch in ihrer Auswirkung dokumentiert werden. Dafür wird ein Schadensformular erstellt, mit dem häufige Folgen von Starkregenereignissen wie z.B. überflutete Straßen, überflutete Keller und Feuerwehreinsätze abgefragt werden. Wenn zu einem Ereignis zukünftig Schadensinformationen vorliegen, sollen diese auf den Ereignisseiten mit angezeigt werden, wodurch eine integrierte Betrachtung von Niederschlagscharakteristik und Auswirkungen eines Starkregenereignisses möglich wird.

Dank
Das Projekt „Aufbau des Grundgerüsts für eine deutschlandweite Starkregendokumentation“ wird im Auftrag der Bund/ Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) umgesetzt und soll die Basis für eine deutschlandweit einheitliche Bewertung und Dokumentation von Starkregenereignissen legen. Phase 1 des Projektes ist abgeschlossen (01. November 2021–31. Oktober 2022), Phase 2 hat eine Laufzeit vom 01. April 2023 bis zum 31. März 2024. Die Finanzierung erfolgt über das Länder-Finanzierungsprogramm „Wasser, Boden und Abfall“.

Autorinnen und Autoren
Dipl.-Met. Alrun Jasper-Tönnies, Dr. Thomas Einfalt
hydro & meteo GmbH
Breite Straße 6–8, 23552 Lübeck
E-Mail: jasper-toennies@hydrometeo.de

Philipp Bühler, M. Sc.
Okeanos Smart Data Solutions GmbH
Viktoriastraße 29, 44787 Bochum

Marcel Alderlieste, M. Sc.
HydroLogic B.V.
Stadsring nr. 59
3811 HN Amersfoort, Niederlande

Dr. Katharina Lengfeld
Deutscher Wetterdienst
Abteilung Hydrometeorologie
Frankfurter Straße 135, 63067 Offenbach am Main

Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 4 2024 ab Seite 275

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Start in das neue Jahr bei der Jungen DWA

Am 18. Januar startete die Junge DWA offiziell in das neue Jahr 2024. Pünktlich um 19:00 Uhr fanden sich 47 Teilnehmende online beim Jahresauftakt ein.
Wir, die Leitungsgruppe der Jungen DWA, freuen uns auf viele, spannende Abende im Jahr 2024, zum Beispiel digital im Rahmen der Thematischen Stammtische sowie bei Präsenzgelegenheiten in den Landesverbänden, auf der diesjährigen IFAT und dem DWA-Dialog Berlin im September. Allen Aktiven der Jungen DWA wünschen wir viel Ausdauer, Kraft und Ideenreichtum bei ihrem Engagement für die (J)DWA im Jahr 2024!
Philipp Beutler
Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 4 2024 ab Seite 262

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Starkregen- und Hochwasservorsorge am Beispiel der Stadt Wuppertal

Zusammenfassung
Die Folgen des Klimawandels sind auch in Wuppertal deutlich spürbar. Aufgrund ihrer topografischen Gegebenheiten ist die
Stadt besonders anfällig für Starkregen- und Hochwasserereignisse. In der jüngeren Vergangenheit gab es in Wuppertal zwei besonders extreme Ereignisse, die zu großen Schäden geführt haben. Die Notwendigkeit, Vorsorgemaßnahmen zu entwickeln und umzusetzen, wurde in Wuppertal früh erkannt. Aufbauend auf stadtgebietsweiten Untersuchungen zum Hochwasser- und
Starkregenrisikomanagement werden Maßnahmen unterschiedlichster Art im Stadtgebiet umgesetzt. Dabei zeigt sich insbesondere auch der Bedarf an organisatorischen Maßnahmen, der Klärung von Zuständigkeiten und der Finanzierung von Maßnahmen. Hochwasser- und Starkregenvorsorge müssen als kommunale Gemeinschafts- und Generationenaufgabe verstanden und kontinuierlich betrieben werden. Eine gute Kommunikation und Verstetigung spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Autoren
Katrin Bordne, M. Eng.
Dipl.-Ing; Dipl.-Ökol. Reinhard Gierse
Stadt Wuppertal
Johannes-Rau-Platz 1, 42275 Wuppertal

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Kohlendioxid-Bilanzierung: Rohrgrabenverfüllung mit Sand vs. ZFSV

Zusammenfassung
Als Alternative zur konventionellen Bettung von Leitungen und Rohren in Sand werden immer häufiger Zeitweise Fließfähige,
Selbstverdichtende Verfüllbaustoffe (ZFSV) verwendet. Die Bettung in ZFSV kann zu einer Zeit- und Kostenersparnis führen. In diesem Beitrag wird gezeigt, dass die Verwendung von ZFSV zur Rohrgrabenverfüllung gegenüber der konventionellen Sandbettung neben der Schonung der natürlichen Ressourcen zusätzlich ein Einsparpotenzial bezüglich der Treibhausgasemissionen aufweist.

Dank
Die Arbeit entstand im Zuge des Forschungsprojekts „EnEFF:Wärme: FW-ZFSV 4.0 – Fernwärmeleitungsbau 4.0 mit zeitweise fließfähigen selbstverdichtenden Verfüllbaustoffen für niedrige und hohe Betriebstemperaturen“, gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (Förderkennzeichen: 03EN3022C).

Autoren
Florian Spirkl, M. Eng., Theresa Wittl,
Prof. Dr.-Ing. Thomas Neidhart
Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg
Fakultät Bauingenieurwesen
Galgenbergstraße 30, 93053 Regensburg
E-Mail: florian.spirkl@oth-regensburg.de
Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 4 2024 ab Seite 294

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Wissen macht Zukunft!

Klimaschutz und Klimaanpassung im Fokus der Wasserwirtschaft
Über 600 Gäste, gut 90 Aussteller aus den verschiedensten Bereichen der Wasserwirtschaft, ein Vortragsprogramm, das wirklich alle aktuell wichtigen Themen der Wasserwirtschaft abdeckt. Besonders im Fokus: Treibhausgasemissionen der Abwasserwirtschaft, die Kombination von Phosphor- und Spurenstoffeliminierung auf Kläranlagen sowie Anpassung an den Klimawandel im urbanen Raum. Dazu der Blick in die Zukunft mit Schwerpunkt auf der Künstlichen Intelligenz. Eine sehr interessante, spannende und erfolgreiche Verbandstagung unseres DWA-Landesverbands Baden-Württemberg in Pforzheim am 17. und 18. Oktober 2023.

Berufswettbewerb
Water Skills Regional

Eine Besonderheit der Landesverbandstagung in Baden-Württemberg war auch die nunmehr dritte Durchführung in Folge des „Dritten Berufwettbewerbs für AZUBIS und Berufsanfänger*innen Water Skills Regional. Neun Teams a vier Personen gingen in den Parcours und durchliefen theoretische sowie praktische Aufgaben. Das Siegerteam nimmt am German Water Skills auf der IFAT 2024 in München teil, denn: Der Nachwuchs ist uns wichtig!

Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 3 2024 ab Seite 164

Save the Date 2025! Der Termin der nächsten Landesverbandstagung Baden- Württemberg steht bereits fest. Merken Sie sich den 21./22.Oktober 2025 im CCP Pforzheim vor!

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Starkregenrisikomanagement und Risikokommunikation der Stadt Münster

Zusammenfassung
Über einen Projektzeitraum von 2,5 Jahren wurde bei der Stadt Münster ein Starkregenrisikomanagement erarbeitet. Es gilt, ein gezieltes Ressourcenmanagement zu etablieren, mit dem Ziel das Niederschlagswasser so zu bewirtschaften, dass Extreme im Niederschlagsgeschehen bestmöglich ausgeglichen werden. Zur Modellerstellung wurde als Datengrundlage das in Nordrhein-Westfalen frei zugängliche digitale Geländemodell mit einer Gitterweite von 1 × 1 m verwendet und der aktuelle Gebäudebestand aus dem amtlichen Liegenschaftskataster als nicht durchströmbare 2D-Elemente implementiert. Neben den fachlichen Inhalten war insbesondere die adressatenspezifische Kommunikation eine maßgebliche Kernaufgabe. Das Ziel, alle in die Lage zu versetzen Situationen und Risiken im Zusammenhang mit Starkregen richtig einzuschätzen, optimal vorzusorgen und im Gefahrenfall richtig und angemessen zu reagieren, steht dabei an oberster Stelle.
Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 3 2024 ab Seite 175

Autoren
Dipl.-Ing. (FH) Ingo Kopietz, Dipl.-Ing. Sonja Kramer
Stadt Münster, Amt für Mobilität und Tiefbau
Albersloher Weg 33, 48155 Münster
E-Mail: Kopietz@stadt-muenster.de

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Per- und Polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) im kommunalen Abwasser

Zusammenfassung
Der Beitrag befasst sich mit dem Stand der Literatur zu per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS) in kommunalen Kläranlagen in Deutschland. Dazu wurden 14 Studien analysiert, Messdaten von 64 Kläranlagen ausgewertet und darauf aufbauend die Relevanz von PFAS im Ablauf von Kläranlagen eingeordnet. Aufgrund der sehr hohen Anzahl unterschiedlicher PFAS wurde sich für eine Eingrenzung der Stoffauswahl in Anlehnung an die neue Trinkwasserverordnung und die Empfehlungen der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) entschieden und auf die PFAS-4 (PFHxS, PFOA, PFOS, PFNA) konzentriert. Da PFAS ihren Ursprung in diversen industriellen Herstellungsprozessen haben, variiert die Konzentration im Abwasser je nach angeschlossenem Indirekteinleiter. Da nicht alle PFAS-Verbindungen erfasst werden können und es derzeit noch keinen Summenparameter gibt, sollte für die zukünftige Detektion ein solcher Parameter (zum Beispiel dTOP Assay) zugrunde gelegt werden. Eine gezielte, engmaschige Probenahmekampagne in verdächtigen Gebieten bietet Behörden außerdem die Möglichkeit, Verursacher zu ermitteln und eine weitere Absprache zur Reduktion und zum gemeinschaftlichen Gewässerschutz zu ermöglichen.
Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 3 2024 ab Seite 183

Autorinnen
Dr.-Ing. Veronika Zhiteneva
Kompetenzzentrum Wasser Berlin gGmbH
Cicerostraße 24, 10709 Berlin
E-Mail: veronika.zhiteneva@kompetenz-wasser.de

Vera Kohlgrüber, M. Sc.
Kompetenzzentrum Spurenstoffe BW
c/o Universität Stuttgart
Bandtäle 2, 70569 Stuttgart
E-Mail: vera.kohlgrueber@koms-bw.de

Dipl.-Ing. Swetlana Schölzel, M. Sc.
Schölzel Consulting
Betriebsbegleitung von 4. Reinigungsstufen
Quartiersweg 8, 10829 Berlin
E-Mail: swetlana@schoelzelconsulting.de

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Nachhaltigkeitsberichterstattung in der Wasserwirtschaft – eine Chance oder nur Verpflichtung?

Arbeitsbericht der DWA-Arbeitsgruppe WI-1.2
Zusammenfassung

Nachhaltigkeit zielt darauf ab, heute und in Zukunft allen Menschen ein bedürfnisgerechtes und würdevolles Leben zu ermöglichen und die Grundlagen für Mensch, Natur und eine gute Umwelt dauerhaft zu erhalten. Dabei geht es nicht nur um ökologische, sondern auch um ökonomische und soziale Belange. Im Zuge des European Green Deal hat die EU Verordnungen und Richtlinien erlassen, die viele Unternehmen zur Erfüllung der Taxonomie und zur Berichterstattung verpflichten. Alle Organisationen haben mit einer guten Nachhaltigkeitsberichterstattung auch die Chance, ihre Verantwortung in der Daseinsvorsorge gegenüber ihren Interessensgruppen aufzuzeigen. Den Akteuren der deutschen Wasserwirtschaft bietet sich ein Medium, ihre Beiträge in Bezug auf stabile und funktionsfähige Infrastrukturen, bezahlbare Gebühren, Ressourcenschonung, Klimafolgenanpassung und Artenvielfalt zu kommunizieren. Allen, die sich mit dem Thema befassen wollen oder müssen, wird mit diesem Arbeitsbericht eine Orientierungshilfe zum Einstieg in die Nachhaltigkeitsberichterstattung an die Hand gegeben
Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 3 2024 ab Seite 194

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Der Klimawandel und das Wasser

Risiken für Deutschland
Zusammenfassung
Die Auswirkungen des Klimawandels werden auch in Deutschland immer deutlicher und die damit verbundenen Risiken werden in Zukunft zunehmen, je nachdem wie stark der Klimawandel durch Maßnahmen des Klimaschutzes begrenzt werden kann. Die gegenwärtigen und zukünftigen Klimawirkungen wurden in der Klimawirkungs- und Risikoanalyse 2021 für Deutschland im Auftrag der Bundesregierung wissenschaftlich untersucht und hinsichtlich der damit verbundenen Risiken durch 25 Bundesbehörden bewertet. Viele Klimawirkungen mit hohem Risiko und mit sehr dringenden Handlungserfordernissen sind verbunden mit einem Überschuss an Wasser, d. h. Starkregen, Überschwemmungen, Sturzfluten, Hochwasser, oder einem Mangel an Wasser, d. h. Trockenheit, Dürre und Niedrigwasser. Der Klimawandel verändert auch die Wasserqualität von Meeres-, Oberflächen- und Grundwasser durch Erwärmung,
Konzentrationsänderungen, Versalzung, Versauerung und indirekte Effekte, wie den Eintrag von Schadstoffen in Gewässer durch Sturfluten. Natürliche Systeme und Ressourcen, wie Wasser, Boden, Arten und Ökosysteme, sind vom Klimawandel besonders bedroht und haben relativ geringe Anpassungskapazitäten. Die Biodiversität ist unter Druck, beispielsweise die Arten in wassergebundenen Habitaten wie Moore und Quellen. Gleichzeitig wird für die Anpassung an den Klimawandel Wasser in ausreichender Qualität und Quantität von vielen Systemen benötigt. Es gibt viele Anpassungsmöglichkeiten im Wasserbereich, aber Wassernutzungskonflikte werden in Zukunft durcden Klimawandel verstärkt
Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 3 2024 ab Seite 203

Fazit
Die Ergebnisse der KWRA sowie weitere umfassende Untersuchungen zeigen die wichtigsten Klimarisiken im Bereich Wasser für Deutschland. Dies betrifft die Klimarisiken infolge von Extremereignissen, die entweder zu einem Überschuss oder zu einem Mangel an Wasser führen, sowie Klimarisiken, die durch den schleichenden Wandel beeinflusst werden und damit zu Veränderungen der Wasserqualität sowie der Biodiversität führen. Aktuelle Strategien, wie die nationale Wasserstrategie, setzten hier an. Sie berücksichtigen den Wasserbedarf der Ökosysteme, zielen auf die Verbesserung des Landschaftswasserhaushaltes und die Stärkung der Resilienz der Gewässerökosysteme.
Zur Unterstützung und Weiterentwicklung dieser Strategien und Anpassungsoption ist weitere Forschung erforderlich, Während die Klimarisiken infolge von Wassermangel und Wasserüberschuss schon intensiv beforscht werden, viele Anpassungsmaßnahmen bekannt und teils schon beschlossen sind, sind insbesondere die Klimarisiken in Verbindung zu Wasserqualität und Biodiversität in aquatischen Ökosystemen noch mit Unsicherheiten behaftet. Gerade hier sind – insbesondere bei einem starken Klimawandel – die Anpassungsoptionen begrenzt und Schädigungen nur langfristig und aufwendig, teils gar nicht, rückgängig zu machen. Dementsprechend wichtig ist eine vorsorgende Erhöhung der Resilienz von aquatischen Ökosystemen durch Renaturierung und einen intensiveren Schutz vor Verschmutzung und Übernutzung

Autorinnen
Dr. Inke Schauser
Dipl.-Ing. Corinna Baumgarten
Umweltbundesamt
Wörlitzer Platz 1
06844 Dessau
E-Mail: inke.schauser@uba.de

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Junge DWA

Am 16. März 2023 fand der Thematische Stammtisch der Jungen DWA zum Thema Gemeinwohlbilanz statt. Es wurde intensiv und detailliert über den Mehrwert, die Umsetzungsmöglichkeiten und Grenzen der Gemeinwohlbilanz in verschieden Bereichen der Wasserwirtschaft diskutiert.

Thematischer Stammtisch zum Thema „Gemeinwohlbilanz
Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 3 2024 ab Seite 172
Cara Möginger und Alina Kosmützky

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Und was machst du so den ganzen Tag?

Werbung für wasserwirtschaftliche Berufe an Grundschulen

Berufliche Zukunft beginnt in der Grundschule. Ziel von „Berliner Schulpate“ ist es, Grundschulkinder bei der Entwicklung von Berufswünschen zu unterstützen und Grundschulen in Problemkiezen zu stärken. Mehr als 500 Berufspat*innen gehen seit der Gründung 2013 in Grundschulen und stellen den Kindern ihre Berufe vor, darunter auch eine Bauingenieurin mit Schwerpunkt Wasserwirtschaft.
Weitere Informationen zum Projekt:
www.berliner-schulpate.de
Franziska Beinhofer, M. Sc. (p2m berlin)

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Thematischer Stammtisch der Jungen DWA

Der letzte Thematische Stammtisch der Jungen DWA des Jahres 2023 widmete sich am 16. November spannenden Fragen zu Finanzierungsmöglichkeiten von blau-grünen Infrastrukturen (BGI) und der Abwasserentsorgung allgemein.

Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 2 2024 ab Seite 94

Autoren:
Philipp Beutler, Natalie Lübbers

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Direkte physikalische Simulation der Sedimentation zur Bemessung von Regenklärbecken und Schrägklärern nach DWA-A 102-2

Zusammenfassung
Zur Bemessung von Sedimentationsanlagen (Regenklärbecken und Schrägkläreranlagen) für das Trennsystem nach dem Arbeitsblatt DWA-A 102-2 per Nachweisverfahren wird eine Methode zur direkten deterministischen Simulation des Sedimentationsvorgangs vorgestellt. Das Sediment, etwa AFS63, wird durch eine Sinkgeschwindigkeitsverteilung charakterisiert. Unter Ansatz einer Sedimentationsformel wird aus der Ganglinie des Überlaufabflusses auch eine solche der Überlaufkonzentration ermittelt, aus der die Gesamtentlastungsfracht und auch der Gesamtwirkungsgrad berechnet werden können. Dabei wird die Sinkgeschwindigkeitsverteilung kalibriert, sodass DWA-A 102-2 Bild 4 mit brauchbarer Näherung getroffen wird.
Das Verfahren wird sodann zu einem Vergleich von vier Sedimentationsanlagen mit gleicher Bemessungs-Oberflächenbeschickung, aber unterschiedlichen Bemessungs-Regenspenden und Betriebsweisen herangezogen. Der ermittelte Sedimentationswirkungsgrad wird mit Bild B.2 in DWA-A 102-2 verglichen. Es wird gezeigt, dass diese Kurve auch bei einer Korrektur der Bemessungsregenspende nicht allgemeingültig ist und deutliche Abweichungen im Wirkungsgrad resultieren können. Um künftige Anwendungsfehler zu vermeiden, ist eine Erweiterung dieser Graphik auf Merkblattebene wünschenswert.

Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 2 2024 ab Seite 100

Autor
Dr.-Ing. Gebhard Weiß Umwelt- und Fluid-Technik Dr. H. Brombach GmbH Steinstraße 7, 97980 Bad Mergentheim
E-Mail: g.weiss@uft.eu

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Bewertung von Verfahrenskomponenten und Prozessketten im Hinblick auf Energie- und Ressourceneffizienz

Erster Arbeitsbericht der DWA-Arbeitsgruppe KEK-7.7
Zusammenfassung

Die DWA-Arbeitsgruppe KEK-7.7 „Energie- und Ressourceneffizienz der Klärschlammverwertung einschließlich Phosphorrückgewinnung“ hat einen Arbeitsbericht vorzugelegt, der Betreibern, Planern und Kommunen eine Methodik für den Leistungsvergleich von Verfahrensketten zur Schlammbehandlung und -verwertung unter Berücksichtigung der Phosphorrückgewinnung vorstellt und Hinweise zur Auswahl von Bewertungskriterien sowie zur anwendungsspezifischen Formulierung entsprechender Bewertungskennzahlen gibt. Dies soll den Betroffenen helfen, sich für die zeitnah zu treffenden Investitionsentscheidungen gut aufzustellen. Auch an Verfahrensanbieter richtet sich dieser Arbeitsbericht, die über das hier vorgestellte Vorgehen ihre Verfahren den Planern formalisiert für eine Verfahrensauswahl zur Verfügung stellen können.

Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 2 2024 ab Seite 113

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Johannes Lohaus im Ruhestand

Wasserwirtschaftliches Kolloquium zum Abschied
Rund 100 geladene Gäste aus dem In-und Ausland kamen am 15. Dezember 2023 zu einem wasserwirtschaftlichen Kolloquium, mit dem der langjährige Sprecher der DWA-Bundesgeschäftsführung Johannes Lohaus in der Meys-Fabrik in Hennef in den Ruhestand verabschiedet wurde, darunter der Executive Director der International Water Association und die Präsidentin der European Water Asociation.

Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 2 2024 ab Seite 88

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Hochwasser in Deutschland während des Jahreswechsels 2023/2024

Eine vorläufige Einordnung des Winterhochwassers 2023/2024 (Stand 4. Januar) und Empfehlungen aus den DWA-Hauptausschüssen „Wasserbau und Wasserkraft“ und „Hydrologie und Wasserbewirtschaftung“. Verantwortlich sind die Unterzeichner.

Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 2 2024 ab Seite 90

Dank
Allen Einsatzkräften des operativen Hochwasserschutzes (Kolleginnen und Kollegen aus Wasserwirtschaft, Katastrophenschutz, Verwaltung in Bund, Ländern, Kommunen, Wasserverbänden usw.) sei an dieser Stelle unser großer Dank und Respekt ausgesprochen für ihren Einsatz an Weihnachten, Silvester, Wochenenden.Nur Ihnen ist es zu verdanken, dass die Auswirkungen bisher so „glimpflich“ waren und noch keine Menschenleben zu beklagen sind.

Autoren
Prof. Dr.-Ing. habil. Dirk Carstensen
Präsident Deutsches Talsperrenkomitee e. V. (DTK) und Sprecher DWA-Arbeitsgruppe WW-4.4 „Deiche an Fließgewässern“;
Prof. Dr. Robert Jüpner
Sprecher der Fachgemeinschaft Hydrologische Wissenschaften (FgHW) in der DWA
Dr.-Ing. habil. Uwe Müller
DWA-Vizepräsident, Vorsitzender des DWA-Hauptausschusses Hydrologie und Wasserbewirtschaftung
Dr.-Ing. Klaus Piroth
Obmann des DWA-Fachausschusses HW-4 „Hochwasserrisikomanagement“
Prof. Dr.-Ing. habil. Reinhard Pohl
DWA-Hauptausschuss Wasserbau und Wasserkraft, Obmann des DWA-Fachausschusses WW-4 „Stauanlagen und Hochwasserschutzanlagen“
Prof. Dr.-Ing. Holger Schüttrumpf
DWA-Hauptausschuss Wasserbau und Wasserkraft, Obmann des DWA-Fachausschusses WW-6 „Bauwerksmanagement“

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Energieeffizienz auf Kläranlagen: Regelwerke und Simulation

Ein Überblick
Zusammenfassung

Eines der relevanten Themen im Bereich der Abwasserbehandlung war in den letzten Jahren die Reduzierung des Energiever¬brauchs von Kläranlagen, was derzeit aufgrund der steigenden Energiepreise wichtiger denn je ist. Das Arbeitsblatt DWA-A 216 ist einer der am häufigsten verwendeten Leitfäden in Deutschland, nicht jedoch international. Auf europäischer Ebene wurde im Januar 2021 der Text des europäischen Energielabels (CEN17614_CEN_TR 17614-2021 – Standardmethode zur Bewertung und Verbesserung der Energieeffizienz von Kläranlagen) veröffentlicht. In diesem Beitrag wird der bestehende Ansatz des europäischen Energielabels für die Effizienz von Kläranlagen mit dem aktuellen deutschen Standard DWA-A 216 verglichen und erörtert, welchen Beitrag die Simulation und Modellierung bei der Erstellung von Energieeffizienzstudien für Kläranlagen leisten kann.

Zusammenfassung und Ausblick
Das Regelwerk DWA-A 216 hatte bereits die wichtigsten Aspekte einer Energieeffizienzbewertung von Kläranlagen zusammengefasst.Das EU-Energielabel hätte daher von diesem Wissen profitieren können und es durch weitere Ansatzpunkte erweitern oder verbessern können. Das Label selbst und der unterschiedliche Berechnungsansatz weisen jedoch, wie aufgezeigt, einige Kritikpunkte auf.Andererseits werden Bereiche beachtet, die Ansatz nach DWA-A 216 fehlen.Somit könnte das Arbeitsblatt DWA-A 216, und das EU-Label von einem stärkeren Austausch untereinander und einem internationalen Wissenstransfer deutlich profitieren.
Die Energieeffizienz auf Kläranlagen wird aufgrund der steigenden Energiekosten und des notwendigen Umweltschutzes, in Form von immer strengeren Überwachungswerten, an Bedeutung gewinnen. Derzeit besteht eine große Chance, die aktuell verwendeten Ansätze zur Betrachtung der Energieeffizienz auf Kläranlagen zu modernisieren und zu verbessern. Der Einsatz von Simulationssoftware kann dabei eine wichtige Rolle spielen, da neben dem Aufzeigen der Prozessstabilität auch die dynamischen Prozesse sowie die dabei verbrauchte Energie aufgezeigt werden können.Die zunehmende Komplexität eines Kläranlagenbetriebs und die dynamischen Prozesse in der Abwasserreinigung lassen sich nur schwer mit einer statischen Momentaufnahme bewerten.

Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 2 2024 ab Seite 108

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Der neue B3S WA – Edition 2023 – ist da

Zusammenfassung
Der Branchenspezifische Sicherheitsstandard Wasser/Abwasser (B3S WA) – Edition 2023 – liegt vor. Der bestehende Standard wurde auf Basis des BSI IT-Grundschutz-Kompendiums (Edition 2023) grundlegend überarbeitet. Mit den Änderungen im B3S WA Edition 2023 gehen auch die Überarbeitungen der inhaltsgleichen Merkblätter DVGW W 1060 (M) bzw. DWA-M 1060 „IT-Sicherheit – Branchenspezifischer Sicherheitsstandard Wasser/Abwasser“ einher

Fazit:
Die (wiederholte) Anerkennung des B3S WA durch das BSI ist ein großer Erfolg für die technische Selbstverwaltung der Branche.Dies zeigt, dass auch ohne einschlägige Regulierung mit einem pragmatischen Ansatz die gesetzlichen Anforderungen erfüllt werden können. Des Weiteren wird durch den zweistufigen Ansatz (A- und K-Anforderungen) die Hürde so niedrig gelegt, dass auch bisher noch nicht von der BSI-KritisV erfassten Betreibern ein einfacher und zielführender Einstieg in die Informationssicherheit für den OT-Bereich gelingt.
Der B3S WA als Grundlage für die Nachweisführung nach § 8a BSIG hat sich in den letzten Jahren bewährt.Der enge Austausch von Betreibern, Verbänden und BSI hat zu einem guten gegenseitigen Verständnis und deutlichen Verbesserungen der Prozesse rund um die Nachweisführung geführt.

Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 2 2024 ab Seite 122

Autoren
Christian Cichowski Wupperverband Untere Lichtenplatzer Straße 100, 42289 Wuppertal
Daniel Fricke DVGW Service & Consult GmbH Josef-Wirmer-Straße 1–3, 53123 Bonn
Dipl.-Ing. Heiko Jepp Stadtwerke Düsseldorf AG Höherweg 100, 40233 Düsseldorf
Dipl.-Ing. (FH) Rolf Tenner Stadtentwässerungsbetriebe Köln, AöR Ostmerheimer Straße 555, 51109 Köln

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Die Digitale Akademie der DWA – informieren, fortbilden, vernetzen

New Learning für die Wasserwirtschaft | Beispiele guter Praxis Eine Initiative von DWA-Fachausschuss BIZ-9 „Lernmethodik und Medieneinsatz in der Wasserwirtschaft“
Die digitale Transformation ist in vollem Gange. Mit Informationen und Veranstaltungen rund um Digitalisierungsthemen und mit zeitgemäßen Bildungsformaten macht die Digitale Akademie der DWA die Wasserwirtschaft zukunftsfit.

Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 2 2024 ab Seite 92

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Gemeinsam gegen den Fachkräftemangel: DWA-Initiative „Wasser-allesklar“!

Der Fachkräftemangel ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Gesellschaft. Obwohl die Wasserwirtschaft als wesentlicher Teil der Daseinsvorsorge eine sehr hohe Bedeutung für Bevölkerung und Umwelt hat, spielt die Branche bei der Berufsentscheidung der Jugendlichen kaum eine Rolle. Um dies zu ändern, hat die DWA als größter technisch-wissenschaftlicher Verband der Branche zum Jahresbeginn die Nachwuchs- und Imagekampagne „Wasser-allesklar“ bundesweit ausgerollt. Ziel ist es, die Wasserwirtschaft und ihre Vielfalt an Berufen einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen und als nachhaltige, sinnstiftende und technisch innovative Branche sowohl für Berufseinsteigerinnen als auch für Quereinsteigerinnen zu platzieren.
Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 1 2024 ab Seite 12

„Wasser-allesklar“ – neue Mitglieder erwünscht!
Machen Sie mit – denn je mehr Unterstützer die Initiative hat, desto besser kann das positive Image unserer Branche gemeinschaftlich nach außen transpotiert werden. Und dies hilft allen, ausbildenden und nichtausbildenden Unternehmen, bei ihrer Suche nach Fachkräften, in einer nachhaltigen und umweltorientierten Branche, die auch langfristig spannende und sichere Arbeitsplätze bietet. Schaffen Sie mit uns und allen wasserwirtschaftlichen Betrieben in ganz Deutschland eine neue Sichtbarkeit unserer Branche!

Kampagnenseite: www.wasser-allesklar.de
Sie möchten an der Initiative teilnehmen? www.dwa.de/wir-sind-dabei
Eva Geelen (Hennef) und Sabine
Schaible-Friedel (Stuttgart)

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Untersuchungen zur Mitbehandlung geruchsbelasteter Abluft in der Belebungsstufe der Berliner Klärwerke

Zusammenfassung
In vielen Klärwerken sind Maßnahmen zur Verringerung des Geruchs und von Schwefelwasser im Bereich der mechanischen Reinigung erforderlich, um Anwohner und die Beschäftigten zu schützen. Als nachhaltiges Verfahren haben die Berliner Wasserbetriebe das Verfahren der Mitbehandlung geruchsbelasteter Abluft in der Belebungsstufe an zwei Klärwerken untersucht. Die in Stichproben gemessenen Geruchseinheiten (GE) am Sandfang im Klärwerk Ruhleben und Klärwerk Schönerlinde schwankten zwischen 56 000 und 160 000 GE/m³. Während der Pilotversuche lagen die Schwefelwasserstoffkonzentrationen am unbelüfteten Sandfang des Klärwerks Ruhleben bei ca. 300 ppm und am belüfteten Sandfang im Klärwerk Schönerlinde im Mittel bei 634 ppm. Die Abwassertemperatur im Zulauf des Klärwerks lag über den Versuchszeitraum zwischen 15 °C und 25 °C. Die geruchsbelastete Abluft wurde bisher bei den Berliner Wasserbetrieben über einen Chemowäscher und Biofilter gereinigt, wobei erhebliche Chemikalienkosten entstanden. Die halbtechnischen Untersuchungen zeigen, dass mit der Mitbehandlung der Abluft in der Belebungsstufe sowohl der Arbeitsplatzgrenzwert für Schwefelwasserstoff von 5 ppm als auch der Geruchsgrenzwert für technische Abluftbehandlungsanlagen des Bundesimmissionsschutzgesetzes von 500 GE/m³ eingehalten werden können. Die in der Literatur beobachtete Veränderung des belebten Schlamms und ein höherer Schlammindex wurden nicht beobachtet. Hinsichtlich der biologischen Reinigungsleistung wurden durch dieses Verfahren also keine negativen Auswirkungen festgestellt. Eine Substitution der Hauptbelüftung durch die einge-
brachte geruchsbelastete Abluft war möglich. Zur Ermittlung des technisch möglichen Substitutionsgrades müssen zusätzliche Untersuchungen durchgeführt werden. Aufgrund der positiven Ergebnisse wird in Zukunft das Verfahren in großtechnischer Umsetzung näher untersucht.
Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 1 2024 ab Seite 30

Autor*innen
Dipl.-Ing. Regina Gnirss, Dipl.-Ing. Barbara Hütter
Dipl.-Ing. Axel Berschneider, Dipl.-Chem. Ewald Richter
Dr.-Ing. Tabea Broecker
Berliner Wasserbetriebe
Neue Jüdenstraße 1, 10179 Berlin
E-Mail: regina.gnirss@bwb.de

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Inventarisierung und Klimabilanzierung beim Kanalneubau bei den Stadtentwässerungsbetrieben Köln

Zusammenfassung
Erste Bilanzierungen deuten darauf hin, dass der Kanalbau einen nicht zu vernachlässigenden Anteil an den gesamten Treibhausgasemissionen der Abwasserentsorger ausmacht. Daher haben die Stadtentwässerungsbetriebe Köln ein Projekt zur Bewertung der Emissionen bei Bau und Sanierung von Kanalnetzen und der Identifizierung von Einsparpotenzialen initiiert. Durch die Entwicklung und Implementierung von Mikro- und Makrovariante stehen zwei Werkzeuge zur Verfügung, mit deren Hilfe die Emissionen für den Kanalbau, gemessen in CO2-Äquivalenten (CO2e), in unterschiedlichem Detailierungsgrad ermittelt werden können. Auf Basis von zwei Referenzjahren sind mithilfe der Makrovariante bereits deutliche Einflüsse der verbauten Kanaldurchmesser erkennbar geworden. Auf Ebene der Einzelmaßnahmen bietet die Mikrovariante sehr detaillierte Eingabemöglichkeiten. Anhand der ersten ausgewerteten Einzelmaßnahmen zeigen sich zudem die Auswirkungen von verschiedenen Bauspezifika, im Besonderen zwischen offenen und geschlossenen Bauweisen. Der Ist-Zustand bei den CO2e-Emissionen im Kanalbau lässt sich mithilfe der entwickelten Werkzeuge nun sehr gut beschreiben.
Im Kontext der Nachhaltigkeit ist die Thematik von CO2-Emissionen ein wesentlicher, aber nicht der einzige Bestandteil. Im Rahmen des internen Projekts „Nachhaltigkeit im Kanalbau“ wurden daher weitere Nachhaltigkeitskriterien selektiert und auf ihre Anwendbarkeit hin untersucht. Neben weiteren Emissionsfaktoren wie Schall wurden auch soziale und unternehmerische Kriterien betrachtet, um die Bandbreite der ESG (Environmental, Social and Corporate Governance)-Systematik abzubilden. Die Berücksichtigung in Ausschreibungs- und Vergabeprozessen ist der nächste Schritt zur weiteren Verankerung der Nachhaltigkeit bei den Stadtentwässerungsbetrieben Köln ebenso wie die Umsetzung der Maßnahmen zur Reduzierung der CO2e-Emissionen.
Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 1 2024 ab Seite 47

Autoren
Christian Kellermeyer, M. Sc.
Stadtentwässerungsbetriebe Köln
Ostmerheimer Straße 555, 51109 Köln
E-Mail: christian.kellermeyer@steb-koeln.de

Dipl.-Wirtsch.-Ing. Stefan Böttger
Tilia GmbH
Inselstraße 31, 04103 Leipzig
E-Mail: stefan.boettger@tilia.info

Dr.-Ing. Christian Gattke
Stadtentwässerungsbetriebe Köln
Ostmerheimer Straße 555, 51109 Köln
E-Mail: christian.gattke@steb-koeln.de

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Korrosionsschutzkonzept

Abwasserkanal Emscher
Planerische Grundlagen und erste Betriebserfahrungen der Fotooxidationsanlagen
Zusammenfassung

Im Rahmen des Generationenprojekts „Emscher-Umbau“ wurden insgesamt 53 Fotooxidationsanlagen zur technischen Bewetterung und anschließenden Geruchsbehandlung der Abluft aus dem ca. 51 km langen Abwasserkanal Emscher in Betrieb genommen. Die Kanalatmosphäre wird seither durch die Fotooxidationsanlagen mindestens einmal in der Stunde komplett ausgetauscht und die dazu notwendigen ca. 1,1 Millionen m³/h Luft von Gerüchen und schädlichen Emissionen befreit. Aufgrund der hohen nationalen sowie internationalen Nachfrage sollen in diesem Beitrag die planerischen Grundlagen sowie die ersten Betriebserfahrungen mit dem, nach Wissen der Autoren, komplexesten und größten technischen Bewetterungs- und Korrosionsschutzkonzeptes eines Abwassersystems in Europa vorgestellt werden.
Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 1 2024 ab Seite 22

Schlussfolgerung
Mit Auswertung der Betriebsdaten der 33 FOA entlang des AKE zwischen Dortmund und der KLA Bottrop von drei Jahren konnte nicht nur die zuverlässige Funktionsweise gezeigt werden, sondern auch erstmalig spezifische Leistungsdaten für den langfristigen Betrieb des Abluftbehandlungskonzeptes ermittelt werden (Tabelle 2). Diese Daten beruhen auf der Einhaltung der gesetzlichen Betriebsanforderungen gemäß Planfeststellungsbeschluss und werden sich zukünftig durch weitere Optimierungsmaßnahmen noch reduzieren.
Wenn man also eine kleinere Anlage mit einem Luftdurchsatz von 5000 m³/h exemplarisch durchrechnen würde, käme man unter der Annahme eines Strompreises von 0,35 €/kWh auf Betriebskosten von etwa 62 €/d bzw. 23 000 €/a. Für die Planung einer potenziellen FOAAbluftbehandlungsanlage können diese Werte für eine erste Kostenabschätzung herangezogen werden – die tatsächlichen Betriebskosten sind jedoch in einem Pilottest vorab standortspezifisch zu ermitteln.

Autoren
Dr.-Ing. Heinz Hiegemann, Prof. Dr.-Ing. Burkhard Teichgräber,
Prof. Dr.-Ing. Torsten Frehmann
Emschergenossenschaft
Kronprinzenstraße 24, 45128 Essen
E-Mail: hiegemann.heinz@eglv.de
Dipl.-Ing. Johannes Münz, Dipl.-Ing. Lothar Kratt
uviblox GmbH
Oderstraße 188, 12051 Berlin
E-Mail: l.kratt@uviblox.com

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Herausforderungen und Lösungen

DWA-Landesverbandstagung NRW
Spannende Vorträge zu brandaktuellen Themen, ein gut gefüllter Vortragssaal, ein rege besuchtes Ausstellerforum und natürlich viele Gespräche mit Branchenkollegen*innen. Dazu ein äußerst interessanter Block der Jungen DWA zum Generationenwechsel in der Wasserwirtschaft. Die Landesverbandstagung Nordrhein-Westfalen am 23. August in Recklinghausen kann als großer Erfolg verbucht werden.
Den ganzen Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 1 2024 ab Seite 15

Ausblick 2025
Ein breites und interessantes Vortragsprogramm, zahlreiche Aussteller, viele Teilnehmer und aktives Netzwerken – eine gelungen Landesverbandstagung NRW 2023. In diesem Sinne „Save the Date“: die nächste Landesverbandstagung NRW findet am 26. Juni 2025 traditionsgemäß wieder im Ruhrfestspielhaus Recklinghausen statt.
Stefan Bröker (Hennef)

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Gezielte Spurenstoffentfernung auf kommunalen Kläranlagen

Neue DWA-Übersichtskarte zeigt Standorte und Verfahren DWA-Arbeitsgruppe KA-8.6 „Aktivkohleeinsatz auf Kläranlagen“*)

Zusammenfassung
Die gezielte Entfernung organischer Spurenstoffe mittels weitergehender Verfahren auf kommunalen Kläranlagen hat sich in den letzten ca. 15 Jahren immer weiter etabliert. Dabei kommen verschiedene Technologien unterschiedlicher Komplexität zum Einsatz – von relativ einfacher Aufrüstung von Adsorptionsmittel-Dosierstationen in der biologischen Reinigungsstufe bis hin zu vollständig nachgerüsteten Verfahrensstufen nach der Stickstoff- und Phosphorelimination. Die DWA hat kürzlich eine Übersichtskarte auf ihrer Homepage veröffentlicht, die Standorte und dort in Betrieb befindliche Verfahren der Spurenstoffentfernung auf kommunalen Kläranlagen in Deutschland darstellt. Die DWA-Arbeitsgruppe KA-8.6 „Aktivkohleeinsatz auf Kläranlagen“ stellt im vorliegenden Artikel die Karte sowie die entsprechenden Hintergründe vor.

Den ganzen  Artikel lesen sie in der Korrespondenz Abwasser Heft 1  2024  ab Seite  39

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Meldungen zur Arbeitssicherheit 2023

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März 2023
Einfluss der Digitalisierung auf die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten
Januar 2023
baua: Aktuell 4/22: Schwerpunkt „Arbeitsschutz und Klimawandel“

 


Einfluss der Digitalisierung auf die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten

BAuA-Bericht über Zusammen­hänge zwischen der Digitalisierung von Arbeit und arbeits­zeitlichen Anforderungen und Ressourcen

Dortmund – Der Einsatz digitaler Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) war in Deutschland bereits vor der Corona-Pandemie weit verbreitet. Auf Basis einer Befragung hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) die Zusammenhänge zwischen der Digitalisierung von Arbeit und arbeitszeitlichen Anforderungen und Ressourcen betrachtet. Die Ergebnisse hat die BAuA im Bericht „BAuA-Arbeitszeitbefragung 2019: Digitale Informations- und Kommunikationstechnologien und ihr Zusammenhang mit Arbeitsintensität, zeitlicher Entgrenzung und Arbeitszeitflexibilität“ veröffentlicht.

Grundlage für die Auswertung war die BAuA-Arbeitszeitbefragung 2019. Insgesamt wurden die Angaben von 8.371 abhängig Beschäftigten in Deutschland ausgewertet. Der Bericht fokussiert die Arbeit mit digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien. Dabei wird sowohl die Verbreitung des Arbeitens mit digitalen IKT, wie Computer, Laptops und Smartphones betrachtet, als auch die Einführung neuer Computerprogramme. Zudem werden verschiedene Anforderungen und Ressourcen sowie die Gesundheit und das Wohlbefinden der Beschäftigten in den Blick genommen.

Die Auswertungen zeigen, dass es Unterschiede je nach Bildung, Branche, Berufen und Tätigkeiten gibt. So arbeiten Beschäftigte mit einem hohen Bildungsniveau und überwiegend geistigen Tätigkeiten häufiger mit IKT als Beschäftigte mit einem niedrigeren Bildungsniveau und überwiegend körperlichen Tätigkeiten. Beschäftigte in Berufen der Unternehmensführung und -organisation, in der Informationstechnik und in naturwissenschaftlichen Tätigkeiten arbeiten vermehrt mit IKT und sind häufiger von der Einführung neuer Computerprogramme betroffen.

Zudem weisen die Autorinnen und der Autor des Berichts darauf hin, dass Beschäftige, die mit digitaler IKT arbeiten, mehr Einfluss auf Menge und Inhalte ihrer Arbeit haben. Allerdings deutet sich ein Zusammenhang zwischen der Einführung neuer Computerprogramme und einem Risiko der Erschöpfung an. Bei dem Einfluss auf die Arbeitszeit und der Work-Life-Balance gibt es dagegen nur einen geringen Unterschied zwischen Beschäftigten mit und ohne IKT-Nutzung. 

Insgesamt zeigen die Auswertungen, dass gesundheitliche Ungleichheiten weniger mit der Nutzung digitaler Informations- und Kommunikationstechnologien einhergehen. Weiterführende Studien deuten auf einen Zusammenhang zwischen der Anwendung unterschiedlicher digitaler IKT und der Gestaltung der Arbeitsplätze mit unterschiedlichen Anforderungen und Ressourcen hin. Für eine gesunde Arbeitsgestaltung ist daher eine weitergehende Beobachtung der Arbeitsbedingungen und des Wandels der Arbeitswelt unerlässlich, so die Autorinnen und der Autor.

Der gesamt Bericht „BAuA-Arbeitszeitbefragung 2019: Digitale Informations- und Kommunikationstechnologien und ihr Zusammenhang mit Arbeitsintensität, zeitlicher Entgrenzung und Arbeitszeitflexibilität“ kann als PDF im Internetangebot der BAuA heruntergeladen werden unter www.baua.de/publikationen.

Forschung für Arbeit und Gesundheit
Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des BMAS. Sie betreibt Forschung, berät die Politik und fördert den Wissenstransfer im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Zudem erfüllt die Einrichtung hoheitliche Aufgaben im Chemikalienrecht und bei der Produktsicherheit. An den Standorten Dortmund, Berlin und Dresden arbeiten rund 800 Beschäftigte.

Kontakt
So erreichen Sie uns:
Lea Deimel
Telefon: 0231 9071-2562 Fax: 0231 9071-2362

https://www.baua.de/DE/Services/Presse/Pressemitteilungen/2023/01/pm03-23.html

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baua: Aktuell 4/22: Schwerpunkt „Arbeitsschutz und Klimawandel“

Hitze, UV-Strahlung, Infektionskrankheiten: Arbeitsbedingungen sicher und gesund gestalten
Dortmund – Der Klimawandel stellt zentrale Themen des Arbeitsschutzes in ein neues Licht. Ein wärmeres Klima führt zu erhöhter Belastung durch Hitze- und UV-Strahlung vor allem für Beschäftigte im Freien. Gefährdungen existieren auch durch neu auftretende Infektionskrankheiten und die Zunahme von Allergien. Und nicht zuletzt verbleiben durch intensiviertes Recycling nun auch vermehrt gefährliche Stoffe in Produktkreisläufen und Lieferketten. Diese Entwicklungen verlangen angepasste und abgestimmte betriebliche Schutzmaßnahmen. Die neue Ausgabe der baua: Aktuell gibt in ihrem Schwerpunkt Einblicke in die Forschungsarbeit der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmeidzin (BAuA) zum Thema Arbeitsschutz und Klimawandel.

Darüber hinaus stellt die Ausgabe Aktivitäten aus anderen Handlungsfeldern der BAuA vor. So berichtet die baua: Aktuell über die Auftaktveranstaltung des neuen Förderprogramms zur „Förderung der Forschung und Lehre zur Gesundheit in der Arbeitswelt“, das 16. Arbeitsschutzforum zum Thema „Compliance im Arbeitsschutz“ sowie die Abschlussveranstaltung der europäischen Kampagne für Gesunde Arbeitsplätze 2020/22. Zudem gibt sie Einblicke in die neue interaktive Ausstellung „FOODPRINTS“ der DASA Arbeitswelt Ausstellung.

Die Ausgabe 4/22 der baua: Aktuell gibt es kostenfrei auf der Internetseite der BAuA unter www.baua.de/publikationen.

Forschung für Arbeit und Gesundheit
Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des BMAS. Sie betreibt Forschung, berät die Politik und fördert den Wissenstransfer im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Zudem erfüllt die Einrichtung hoheitliche Aufgaben im Chemikalienrecht und bei der Produktsicherheit. An den Standorten Dortmund, Berlin und Dresden arbeiten rund 800 Beschäftigte.

https://www.baua.de/DE/Services/Presse/Pressemitteilungen/2022/12/pm042-22.html

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Meldungen der DWA 2024

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Dezember 2024

November 2024

Oktober 2024

September 2024

August 2024

Juli 2024

Juni 2024

Mai 2024

April 2024

März 2024

Februar 2024

Januar 2024


DWA-Mitgliederversammlung 2024

Am 16. September 2024 fand online die diesjährige Mitgliederversammlung der DWA statt. Wichtige Beschlüsse und Informationen werden im Folgenden zusammengestellt. Direkt voran ging, ebenfalls online, ein Vortrag von Dr. Sibylle Pawlowski aus dem Bundesumweltministerium zum Stand der Nationalen Wasserstrategie.

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Neue EU-Kommunalabwasserrichtlinie verabschiedet

Der Rat der Europäischen Union hat am 5. November 2024 endgültig grünes Licht für die überarbeitete EU-Kommunalabwasserrichtlinie gegeben. Die novellierte Richtlinie weitet ihren Geltungsbereich auf kleinere Ballungsräume aus, erfasst mehr Schadstoffe, einschließlich Mikroverunreinigungen und trägt zur Energieeffizienz bei. Die neuen Vorschriften sind eines der wichtigsten Ziele im Rahmen des Null Schadstoff-Aktionsplans der EU.

Weitere Schritte
Die förmliche Annahme markiert den letzten Schritt des ordentlichen Gesetgebungsverfahrens. Die Richtlinie wird nun unterzeichnet und im Amtsblatt der EU veröffentlicht. Sie tritt am 20. Tag nach ihrer Veröffentlichung in Kraft. Die EU Mitgliedstaaten haben dann bis zu 31 Monate Zeit, um ihre nationalen Rechtsvorschriften an die neuen Vorschriften anzupassen.

Neufassung der EU Kommunalabwasserrichtlinie:
https://data.consilium.europa.eu/doc/document/PE-85-2024-INIT/de/pdf

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Betrachtung der Zukunft der Gremien- und Regelwerksarbeit im Strategieprozess der DWA

Was folgt nun?
Zum Abschluss des Strategieprozesses wurden im November 2024 mit dem DWA Beirat und werden im Dezember mit den Landesverbandsvorsitzenden und Landesverbandsgeschäftsführenden weitere Workshops durchgeführt. Ergän
zend werden die DWA Mitarbeitenden unter anderem im Rahmen einer Befragung eng in den Prozess involviert. Der Strategie und Veränderungsprozess ist dabei weit mehr als ein rein technischer Schritt zur Optimierung der DWA. Er versteht sich als Einladung an alle Mitglieder, Mitarbeitenden und Interessierten, sich aktiv in die Weiterentwicklung der DWA einzubringen. Es geht darum, den Wandel nicht nur zu akzeptieren, sondern ihn gemeinsam voranzutreiben und die zukünftige Ausrichtung aktiv mitzugestalten. Die nächsten Jahre werden zeigen,wie erfolgreich die DWA diesen Kurs verfolgt. Doch eines steht bereits fest: Mit dem gestarteten Prozess setzt die DWA ein starkes Zeichen für Erneuerung und Veränderung. Der Weg ist geebnet – lassen Sie uns diesen Wandel gemeinsam gestalten und dabei die Erfolge und Stärken der bisherigen Arbeit bewahren.

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EIB unterstützt Fluthilfe in der EU

Die Europäische Investitionsbank (EIB) finanziert nach den jüngsten verheerenden Überschwemmungen Wiederaufbauprojekte in den betroffenen Regionen. Der EIB Verwaltungsrat hat 10,3 Milliarden Euro für Projekte in den Bereichen Energie, Wasser, Bildung und Unternehmensinvestitionen genehmigt, darunter 4,1 Milliarden Euro für Energie und Wasser und 1,5 Milliarden Euro für Innovationen und Investitionen von Unternehmen. Ebenso wurde die Unterstützung von Sofortmaßnahmen nach den jüngsten Überschwemmungen beschlossen. Die EIB stellt in Absprache mit nationalen Behörden ein erstes Finanzierungspaket bereit und nutzt dafür 900 Millionen Euro aus bestehenden Initiativen. Ziel istes, den Wiederaufbau kritischer Infrastruktur zu unterstützen. Das wird dringend nötige Resilienzmaßnahmen der regionalen Behörden und öffentlichen Einrichtungen in den betroffenen Regionen in Spanien beschleunigen.

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EU-Kommission schlägt 112 Millionen Euro Fluthilfe für Bayern und Baden- Württemberg vor

Mit insgesamt 116 Millionen Euro aus dem Solidaritätsfonds der Europäischen Union (EUSF) will die EU Kommission Deutschland und Italien helfen, die Folgen der schweren Überschwemmungen im Mai und Juni 2024 zu bewältigen. Deutschland soll mit 112,07 Millionen Euro unterstützt werden, um Schäden in Bayern und Baden Württemberg zu beheben. 3,96 Millionen Euro soll Italien für Wiederaufbaumaßnahmen nach den Überschwemmungen in der Region Aostatal erhalten. Die EUSF Hilfe deckt einen Teil der Kosten für Notfall und Wiederaufbaumaßnahmen ab, einschließlich der Reparatur beschädigter Infrastrukturen und der Sicherung präventiver Infrastrukturen, des Schutzes des kulturellen Erbes sowie der Aufräumarbeiten. Die beiden Länder hatten Unterstützung aus dem Solidaritätsfonds beantragt. Sobald der Vorschlag der Kommission vom Parlament und vom Rat genehmigt ist, kann die Finanzhilfe in einer einzigen Tranche ausgezahlt werden. Not und Wiederaufbaumaßnahmen können rückwirkend ab dem ersten Tag der Katastrophe finanziert werden.

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Website zu kommunalem Krisenmanagement

Die „Wissensplattform Kommunales Krisenmanagement“ bietet Hintergrundinformationen zu den Themenschwerpunkten Kommunales Krisenmanagement, Krisenkommunikation, Vulnerabilität in der Krise und Kommunale Resilienz. Die Plattform ist ein Ergebnis des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojekts PanReflex und wird kontinuierlich befüllt und gepflegt.
https://www.panreflex.de

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EU-LIFE-Programm: 380 Millionen Euro für Umwelt- und Klimaprojekte europaweit

Die EU Kommission hat im Rahmen des LIFE Programms für Umwelt und Klima politik mehr als 380 Millionen Euro für 133 neue Projekte in ganz Europa bereitgestellt. Der zugewiesene Betrag entspricht mehr als der Hälfte des Gesamtinvestitionsbedarfs in Höhe von 574 Millionen Euro für diese Projekte – der Rest stammt von nationalen, regionalen und lokalen Regierungen, öffentlich privaten Partnerschaften, Unternehmen und Oganisationen der Zivilgesellschaft. Von der Unterstützung im Rahmen des LIFE Programms der EU profitieren auch 16 Projekte in Deutschland oder mit deutscher Beteiligung. Die Projekte gliedern sich auf in vier Teilprogramme: Natur und biologische Vielfalt; Kreislaufwirtschaft und Lebensqualität; Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel; Energiewende.
Liste der Projekte: https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/en/qanda_24_5382#Germany

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Mehr als 60 Prozent der europäischen Unternehmen haben in Klimaschutz und -anpassung investiert

Einer Umfrage der Europäischen Investitionsbank (EIB) zufolge haben die Unternehmen in der Europäischen Union ihre Ambitionen in Bezug auf eine grüne und digitale Transformation gesteigert. Die neue Investitionsumfrage 2024 zeigt, dass 61 % der EU Unternehmen in die Bekämpfung des Klimawandels investiert haben, verglichen mit 56 % im Jahr 2023 und 53 % im Jahr 2022. Mehr als ein Viertel der EU Unternehmen – 27 % – sehen den Übergang zu einer Netto Null Wirtschaft in den nächsten fünf Jahren als Chance. Die Investitionsumfrage der EIB Gruppe wird seit 2016 durchgeführt.
https://www.eib.org/en/publications/20240238-econ-eibis-2024-eu

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Leitfaden vorgelegt: Zukunftsweisende Konzepte für Klimaanpassung im Städtebau

Das Modellvorhaben „Klimagerechter Städtebau“ des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr hat acht Gemeinden in Bayern bei der Erarbeitung von städtebaulichen Klimaanpassungskonzepten unterstützt. Erkenntnisse, Erfahrungen und Praxisbeispiele der Modellgemeinden wurden in einem digitalen Leitfaden zusammengefasst, der nun allen bayerischen Gemeinden zur Verfügung steht. Am Modellvorhaben haben sich Freising in Oberbayern, Landshut und Deggendorf in Niederbayern, Neumarkt in der Oberpfalz, Coburg in Oberfranken, Schwabach in Mittelfranken, Lohr am Main in Unterfranken und Memmingen in Schwaben beteiligt. Eine wichtige Erkenntnis im Modellvorhaben war, übergreifend über alle Teilnehmenden, dass Klimaanpassung nicht nur hohe Summen durch Vermeidung von Schadensereignissen spart, sondern den Charakter der Städte und Gemeinden bewahrt und die Lebensqualität in den Gemeinden sichert.
www.klimagerechter-staedtebau.bayern.de

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Neuer Notstromleitfaden für Unternehmen und Behörden vorgelegt

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat einen aktualisierten Notstromleitfaden veröffentlicht. Durch die erstmalige Zusammenarbeit mit der VDE Normungsorganisation DKE konnten wertvolle Impulse aus verschiedenen Bereichen eingebracht werden. Ziel ist es, die Notstromversorgung durch neue Technologien von Brennstoffzelle über Batteriespeicher bis Inselnetz robuster und zuverlässiger zu gestalten. Der BBK Leitfaden gibt Entscheidern in Unternehmen und Behörden konkrete Hilfestellungen, vor Ort über Elektroinstallationen eine Notstromversorgung aufrechtzuerhalten. Dafür ist zunächst abzuklären, wie viel stromabhängige Infrastruktur es gibt, welche Bereiche mit Dieselaggregat und Batteriespeichern zu versorgen sind und wo erneuerbare Energien die passende Lösung sind. Wichtig ist zudem festzulegen, wie der Betrieb in der Praxis genau funktioniert und wo für mindestens 72 Stunden Treibstoff gelagert werden kann. Warum nur regelmäßige Tests und Übungen mögliche Schwachstellen sichtbar machen, wird ebenfalls erläutert.
Download des Leitfadens: www.gfa-news.de/gfa/webcode/20241023_004

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Bundeskabinett: KRITIS-Dachgesetz beschlossen

Am 6. November 2024 hat die Bundesregierung den vom Bundesinnenministerium vorgelegten Entwurf für das KRITIS Dachgesetz [Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2022/2557 und zur Stärkung der Resilienz kritischer Anlagen] beschlossen. Das KRITIS Dachgesetz soll erstmals den physischen Schutz kritischer Infrastrukturen bundeseinheitlichund sektorenübergreifend regeln. Bisher gab es eine solche Bundesregelung nurfür die IT Sicherheit kritischer Infrastrukturen. Der Gesetzentwurf legt fest, welche Infrastruktur Einrichtungen unentbehrlich dafür sind, die Versorgung der Bevölkerung zu sichern und die Wirtschaft aufrechtzuerhalten. Für die Betreiber dieser Einrichtungen legt das Gesetz Mindestanforderungen fest. Dabei gilt der All Gefahren Ansatz: Jedes denkbare Risiko muss berücksichtigt werden, von Naturkatastrophen bis hin zu Sabotage, Terroranschlägen und menschlichem Versagen. Für Vorfälle besteht künftig eine Meldepflicht. Der Entwurf für das KRITIS Dachgesetz legt erstmals einheitliche Regeln in elf Sektoren fest, darunter Energie, Wasser, Informationstechnik und Telekommunikation, Siedlungsabfallentsorgung und öffentliche Verwaltung.
Welche Anlagen in Deutschland unterdie Regelungen des Gesetzes fallen, bemisst sich nach quantitativen und qualitativen Kriterien. Wenn eine Einrichtung zum Beispiel essenziell für die Gesamtversorgung in Deutschland ist und mehr als 500 000 Personen versorgt, zählt sie zur kritischen Infrastruktur im Sinne des Gesetzentwurfs. Außerdem wird das Ausmaß der wechselseitigen Abhängigkeiten der kritischen Infrastrukturen untereinander berücksichtigt: So hängen vom Energiesektor auch alle anderen Sektoren ab. Genauso sind Wasser und Transportwege für die jeweils anderen Sektoren unverzichtbar.
Download des Gesetzentwurfs: www.bmi.bund.de/KRITIS-DachG

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Größter Retentionsbodenfilter Deutschlands an der Kläranlage Aachen-Soers in Betrieb genommen

Der Wasserverband Eifel Rur hat vor der Kläranlage Aachen Soers einen Retentionsbodenfilter errichtet. Dieser umfasst eine Fläche von 15000 Quadratmetern Filterfläche und hat ein Füllvolumen von 37 000 Kubikmetern. Er ist damit der größte Bodenfilter seiner Art in Deutschland, so der Wasserverband. Durch den Retentionsbodenfilter wird die benachbarte Wurm deutlich entlastet. Abwasser aus dem benachbarten Regenüberlaufbecken wird weitergehend gereinigt, die Anzahl der Abschläge in die Wurm wird drastisch verringert, ebenso erfolgen die Abschläge gedrosselt, sodass die schwallartige Belastung des Flusses entfällt. Dieser Bodenfilter wurde am 30.Oktober 2024 in Betrieb genommen.

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Europas größte Pflanzenkläranlage in Clausthal eröffnet

Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer hat Anfang November 2024 auf dem Gelände der ehemaligen Sprengstofffabrik „Werk Tanne“ in Clausthal Zellerfeld Europas größte Pflanzenkläranlage zur Reinigung von sprengstofftypischen Schadstoffen eröffnet. Die ehemalige Sprengstofffabrik in Clausthal Zellerfeld bestand von 1935 bis 1944 und war während der Zeit des Nationalsozialismus eine der fünf größten Sprengstoff und Munitionswerke im Deutschen Reich. Das Werk diente hauptsächlich der Produktion von TNT, das vor Ort in Bomben, Minen und Granaten abgefüllt wurde. Ein großes Problem stellte während der Betriebsphase die Entsorgung der großen Mengen an kontaminierten Abwässern dar. Noch heute lagern Altablagerungen im ehemaligen Werksgelände. Die nun eingeweihte innovative Kläranlage basiert auf einem natürlichen Verfahren, bei dem Pflanzen, Boden und Mikroorganismen zusammenwirken, um das kontaminierte Wasser zu reinigen.
Dazu wurden „Constructed Wetlands“ gebaut: eine Kombination aus Wasserflächen und Schilfbeeten, die sich in die natürliche Umgebung einfügen. Regenwasser und Schneeschmelze auf dem Gelände werden in Sickergruben gesammelt. Das gesammelte Abwasser wird dann in die „Constructed Wetlands“ Becken ein geleitet und hier durch die Pflanzen, den Boden und die sich ansiedelnden Mikro organismen gereinigt. Bereits in den Jahren 2022/2023 wurde der erste Abschnitt der Pflanzenkläranlage in Betrieb genommen. Mit der nun vollendeten zweiten Anlage wird sichergestellt, dass die belasteten Sickerwässer der Altlast „Werk Tanne“ vor dem Eintritt in die Pfauenteiche (Teil der
Oberharzer Wasserwirtschaft, die seit 2010 Teil des UNESCO Welterbes im Harz ist) umfassend gereinigt werden. Nach Eröffnung der zweiten Anlage folgt jetzt der einjährige Probebetrieb.

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Entsorgungsverband Saar rüstet gezielt Kläranlagen mit Photovoltaik-Anlagen aus

Bis Ende 2025 will der Entsorgungsverband Saar (EVS) Photovoltaik Anlagen mit einer Gesamtleistung von über 1,3 Megawatt auf seinen Kläranlagen realisiert haben. Potenziell geeignete Dachflächen wurden im Vorfeld in einem Kataster systematisch erfasst und bewertet. Bereits seit 2011 rüstet der EVS Kläranlagen mit Photovoltaik Anlagen aus. Weitere Potenziale wie zum Beispiel Freiflächen PV oder vertikale PV Anlagen, die eine Mehrfachnutzung der Fläche ermöglichen, werden parallel ebenfalls geprüft.

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Niersverband: Baustart für die vierte Reinigungsstufe auf der Kläranlage Nette

Die Kläranlage Nette des Niersverbands (Nordrhein Westfalen) wird um eine vierte Reinigungsstufe erweitert. Den symbolischen Grundstein legten am 14. Oktober 2024 Landesumweltminister Oliver Krischer gemeinsam mit Repräsentanten von Verwaltung und Niersverband. Die angedachte Verfahrenskombination eines Membran und Aktivkohlefilters wurde im Vorfeld über mehrere Jahre vom Verband in einer eigenen kleinen Versuchsanlage vor Ort in Nette getestet. Begleitend zum Ausbau wird ein Forschungsprojekt durchgeführt, dass die Wirksamkeit der neuen Klärtechnik und die Auswirkungen auf das Gewässer untersucht. Sowohl der Ausbau der weitergehenden Behandlungsstufen als auch das begleitende Forschungsprojekt werden vom Land Nordrhein Westfalen mit rund 15 Millionen Euro gefördert. Der Ausbau der Kläranlage erfolgt in mehreren Bauphasen und wird sich über mehrere Jahre erstrecken. Dabei finden die Arbeiten durchgängig während des laufenden Betriebs der Anlage statt, sodass die Abwasserreinigung ohne Unterbrechung gewährleistet bleibt.
https://projekte.niersverband.de/umbau-der-klaeranlage-nette

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StEB Köln: Einweihung einer neuen Biogasaufbereitungsanlage

Die Stadtentwässerungsbetriebe Köln (StEB Köln) haben Ende Oktober die neue Biogasaufbereitungsanlage (BGAA) auf dem Großklärwerk in Köln Stammheim offiziell in Betrieb genommen. Dieser Schritt ist Teil des umfassenden nach haltigen Energiekonzepts der StEB Köln, das die Erreichung der Klimaziele der Stadt Köln und eine klimaneutrale Energieversorgung zum Ziel hat. In der BGAA wird überschüssiges Klärgas auf Erdgasqualität aufbereitet und in das Erdgasnetz eingespeist. Mit einer Aufbereitungskapazität von bis zu 800 Nm³/h Klärgas und einer Leistung von 4,9 MW stellt die Anlage einen wichtigen Baustein in der Energieinfrastruktur der Stadt dar. Die BGAA wird voraus sichtlich rund 20 GWh Biomethan pro Jahr erzeugen, was einer CO₂ Einsparung von rund 4100 Tonnen pro Jahr ent spricht.
Die StEB Köln haben durch die Zugabe von biogenen Abfällen in die Schlammbehandlung die Klärgasausbeute deutlich erhöht. Dieses zusätzliche Klärgas wird nicht nur in einem Blockheizkraftwerk zur Strom und Wärmeerzeugung genutzt, sondern nun auch in der neuen Biogasaufbereitungsanlage verwertet. Das aufbereitete Biomethan kann dann an anderen Standorten der StEB Köln, wie zum Beispiel in weiteren Kläranlagen oder im Fuhrpark, zur Eigennutzung entnommen werden.

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Mall-Umweltpreis Wasser 2025 ausgeschrieben

Die Roland Mall Familienstiftung vergibt auch 2025 wieder ihren Umweltpreis Wasser für ideenreiche und innovative Abschlussarbeiten aus den Bereichen Regenwasserbewirtschaftung und blau grün graue Infrastrukturen. Der ausgelobte Preis hat einen Gesamtumfang von maximal 30 000 Euro, die sich auf die Kategorien Bachelor , Masterarbeiten und Dissertationen verteilen. Der Preis richtet sich an Studierende an Hochschulen in Deutschland, Österreich und in der Schweiz. Bewerbungsschluss ist der 31. Januar 2025.
www.mall-familienstiftung.de

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Trockenheit: Auftaktveranstaltung für deutsch-niederländisches Gemeinschaftsprojekt DIWA

Die Zusammenarbeit beim Interreg Projekt „DIWA – Trockenheitsstrategien in der Wasserwirtschaft“ ist grenzüberschreitend. Das wurde beim offiziellen Auftakt mit Unterzeichnung des Startdokuments auf dem historischen Landgut Singraven im niederländischen Denekamp deutlich, bei dem sich Partner aus Deutschland und den Niederlanden einfanden. DIWA steht für Drought Strategies in Water Management. Während der Projektlaufzeit von 2024 bis 2027 wollen die Partner Verfahren und Möglichkeiten ausloten, wie intensiven Trockenheitsphasen gemeinsam begegnet werden kann. Ein Hauptziel des Projekts ist die Verbesserung der Koordinierung zwischen Behörden und Gebietsbewirtschaftern sowie der Wissensaustausch und das Erlernen von Best Practice Beispielen über Landesgrenzen hinweg. Im Interreg Projekt DIWA arbeiten neben dem Landkreis Emsland die folgenden neun Partner zusammen: Waterschap Vechtstromen (Leadpartner), Waterschap Rijn en IJssel, Provincie Gelderland, Universiteit Twente, Kreis Borken, Kreis Steinfurt, Landkreis Grafschaft Bentheim, Vechteverband und die EUREGIO. Die „Grenzüberschreitende Plattform für regionale Wasserwirtschaft“ (GPRW) ist der Initiator des DIWA Projekts. Das Projekt verfügt über ein Budget von über 6,5 Millionen Euro. Es ist Teil des INTERREG Programms Deutschland Nederland und wird von der Europäischen Union, dem Niedersächsischen Ministerium für Bundes und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung, dem Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein Westfalen und den Provinzen Gelderland und Overijssel finanziell unterstützt.

https://gprw.eu/de/projekte-de/25-diwa-de

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Open-Source-Software zur Erkennung von Cyberattacken

Cyberangriffe haben sich zu einem großen Risiko für Unternehmen und andere Organisationen entwickelt. Um Datendiebstahl, Sabotage und Erpressung vorzubeugen, nutzen viele Firmen und Behörden deshalb Sicherheitsinformations- und Ereignismanagement-Systeme (SIEM), die Cyberattacken mithilfe von Detektionsregeln bzw. Signaturen entdecken können. Forschende des Fraunhofer FKIE haben jedoch in umfangreichen Tests nachgewiesen, dass Angreifende viele solcher Signaturen leicht umgehen können. Ein neues Open-Source-System des Fraunhofer FKIE soll hier Abhilfe schaffen: Auf Basis von KI erkennt AMIDES (Adaptive Misuse Detection System) Angriffe, die klassische Signaturen übersehen. Die frei verfügbare Open-Source-Software wendet sich vor allem an größere Organisationen, die bereits über ein zentrales Sicherheitsmonitoring verfügen und dieses verbessern möchten.

Die Software führt eine Merkmalsextraktion auf Daten sicherheitsrelevanter Ereignisse durch, zum Beispiel auf der Befehlszeile neu gestarteter Programme. Mithilfe von Machine Learning werden dann Befehlszeilen erkannt, die denen ähneln, auf die die Detektionsregeln anschlagen, die aber nicht genau diese Signaturen treffen. In diesem Fall würde AMIDES einen Alarm auslösen. Der Ansatz wird als adaptive Missbrauchserkennung bezeichnet, da er sich an die Zielumgebung anpasst, indem er auf ihr Normalverhalten trainiert wird, um potenzielle Angriffe von harmlosen Ereignissen richtig zu unterscheiden. Im Rahmen eines umfangreichen Tests mit Echtdaten einer deutschen Behörde konnte AMIDES bereits evaluiert werden. Mit seiner Standardempfindlichkeit erkannte AMIDES erfolgreich 70 Prozent der Umgehungsversuche ohne Fehlalarme. In puncto Geschwindigkeit zeigten die Messungen, dass das System schnell genug für den Livebetrieb auch in sehr großen Unternehmensnetzen ist.

Download von AMIDES:
https://github.com/fkie-cad/amides
Quelle: DWA

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IFAT Munich ab 2026 einen Tag kürzer

Die IFAT Munich findet zukünftig Montag bis Donnerstag statt, im Jahr 2026 vom 4. bis 7. Mai. Das teilt die Messe München „nach umfangreicher Auswertung sowie in Abstimmung mit Unternehmen und Verbänden“ mit. „Durch die neue Laufzeit gewinnt die IFAT Munich weiter an Effizienz“, sagt Stefan Rummel, Geschäftsführer der Messe München. „Gleichzeitig schonen wir damit die Ressourcen unserer Austeller und Besucher. Das anstehende Jubiläum im Jahr 2026 – 60 Jahre IFAT Munich – haben wir zum Anlass genommen, um Abläufe zu optimieren und vor diesem Hintergrund die Messe-Laufzeit angepasst.“ Im Jahr 2026 wird die IFAT Munich auch mit einer geänderten Selbstbeschreibung auftreten. Künftig firmiert die Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft unter dem Titel: IFAT Munich: Solutions for Water, Recycling and Circularity.
Quelle: DWA

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Poliovirus im Abwasser von drei EU-Ländern nachgewiesen

In drei EU-Ländern wurde in mehreren Abwasserproben zwischen September und November 2024 das Poliovirus nachgewiesen. Das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) hat daraufhin alle relevanten Interessenträger aufgefordert, die Situation wachsam zu beobachten und weiterhin eine strenge Überwachung und Impfung durchzuführen. Das ECDC empfiehlt, dass die Gesundheitsbehörden in der EU sensible und effiziente Überwachungssysteme, einschließlich Umweltüberwachung, aufrechterhalten. Europa ist seit 2002 poliofrei.
Quelle: DWA

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Bundeskabinett verabschiedet Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie

Das Bundeskabinett hat Anfang Dezember 2024 die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) verabschiedet. Die Strategie folgt dem Leitgedanken, den primären Rohstoff­verbrauch in Deutschland insgesamt zu senken, Stoffkreisläufe zu schließen und den Wert von Rohstoffen und Produkten möglichst lange zu erhalten. Damit schafft die Bundesregierung einen langfristigen Orientierungsrahmen für den Umstieg auf eine zirkuläre Wirtschaftsweise. Unter anderem knüpft die NKWS an EU-Ziele an, wie sie der Critical Raw Materials Act für strategische Industrierohstoffe formuliert. Danach verfolgt die EU unter anderem das Ziel, 25 Prozent des Bedarfs an strategischen Rohstoffen (darunter Phosphat) bis 2030 durch Recycling zu decken.
Quelle: DWA

www.kreislaufwirtschaft-deutschland.de
https://www.bmuv.de/DL3288

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Schluckimpfstoff-abgeleitete Polioviren in Abwasserproben in Deutschland nachgewiesen

Nach dem Nachweis von Schluckimpfstoff-abgeleiteten Polioviren (circulating vaccine-derived poliovirus type 2, cVDPV2) in Abwasserproben an vier Orten in Deutschland wurden weitere Abwasserproben positiv auf cVDPV2 getestet: aus Klärwerken in Dresden, Düsseldorf und Mainz, wie das Robert-Koch-Institut am 4. Dezember 2024 mitteilte. Aus den Abwasser-Nachweisen könne nicht sicher geschlossen werden, ob cVDPV2 innerhalb Deutschlands zirkuliert oder ob die Viren ausschließlich von Menschen ausgeschieden werden, die sich außerhalb Deutschlands infiziert haben. Von Medien wie der ARD-Tagesschau befragte Wissenschaftler geben allerdings Entwarnung: „Das Monitoring des Abwassers, das auch die jetzigen Virenfunde ermöglicht hat, funktioniert gut. Darin sind sich alle Wissenschaftler einig.“ hieß es am 6. Dezember auf der Website der Tagesschau.

Die Testung von Abwasserproben auf Polioviren erfolgt seit 2021 in einem Forschungsprojekt. Beteiligt sind das NRZ PE (Nationales Referenzzentrum für Poliomyelitis und Enteroviren), das Umweltbundesamt sowie weitere Kooperationspartner. In dem Projekt werden Abwasserproben aus aktuell acht Beprobungsstandorten in sieben Städten regelmäßig analysiert: Mittels Virusanzucht und anschließenden molekularen Methoden (Polymerase-Kettenreaktion, Sequenzierung) wird auf das Vorhandensein von Polioviren getestet. Die verwendeten Methoden entsprechen den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO. Das Robert-Koch-Institut hat die Landesbehörden aller Bundesländer über die weiteren Nachweise informiert und – den Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV) entsprechend – auch die WHO sowie die Europäische Union (European Centre for Disease Prevention and Control, ECDC).
Quelle: DWA

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PFAS-Beschränkung: ECHA berichtet aktuellen Stand und Ausblick

Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat einen Bericht zum aktuellen Stand des Verfahrens zur Beschränkung von Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) unter der europäischen Chemikalienverordnung REACH veröffentlicht. Zudem wird auch ein Ausblick auf den weiteren Verlauf des Verfahrens gegeben. Neben einem vollständigen Verbot oder einem Verbot mit zeitlich begrenzten Ausnahmen werden auch alternative Beschränkungsoptionen in Betracht gezogen. Diese könnten unter anderem für Batterien, Brennstoffzellen und Elektrolyseure angewendet werden.
Quelle: DWA

Weiterführende Links:
Download des Berichts (englisch und deutsch)

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Kommunalabwasserrichtlinie: Meilenstein für den Gewässerschutz, aber auch Investitionsprogramm in Milliardenhöhe

Pressestatement der DWA zur finalen Verabschiedung der EU-Kommunalabwasserrichtlinie

Hennef. Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) begrüßt die finale Verabschiedung der novellierten Kommunalabwasserrichtlinie durch den EU-Ministerrat ausdrücklich. Mit der Novellierung der über 30 Jahre alten Richtlinie passt die EU die kommunale Abwasserbehandlung und den Gewässerschutz an aktuelle Herausforderungen an und stellt wichtige Weichen zur weiteren Umsetzung des Green Deals der Europäischen Union. Die relativ flächendeckende Einführung einer vierten Reinigungsstufe für Arzneimittelrückstände sowie die schärferen Vorgaben für die Phosphor- und Stickstoffelimination bedeuten einen Meilenstein für den Gewässerschutz. Mit der Erweiterten Herstellerverantwortung setzt die EU das Verursacherprinzip endlich auch in der Wasserwirtschaft um. Zugleich stellen die neuen Vorgaben eine gewaltige Aufgabe für die Branche dar und lösen ein milliardenschweres Investitionsprogramm aus. „Wichtig ist jetzt eine pragmatische nationale Umsetzung mit Augenmaß. Die Branche braucht Planungs- und Rechtssicherheit. Nationale Verschärfungen müssen unbedingt vermieden werden, der deutsche Sonderweg bei der Überwachung der Ablaufwerte für Phosphor und Stickstoff muss beendet werden“, betont Dr. Lisa Broß, Sprecherin der DWA-Bundesgeschäftsführung. „Die deutlich strengeren Grenzwerte für Phosphor und Stickstoff stellen die Branche ansonsten vor kaum lösbare Probleme. Dies belegt auch der aktuelle 36. DWA-Leistungsnachweis kommunaler Kläranlagen sehr deutlich.“

https://de.dwa.de/de/presseinformationen-volltext/kommunalabwasserrichtlinie-meilenstein-fuer-den-gewaesserschutz-aber-auch-investitionsprogramm-in-milliardenhoehe.html

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Berichtsheft Umwelttechnologe/-technologin für Abwasserbewirtschaftung – 1. Auflage 2024

Das Berichtsheft vereinfacht die Erstellung des Ausbildungsnachweis, indem es eine Struktur vorgibt.
Ausgabe: September 2024
Format: A4
Gruppe: Ausbildung
Kategorie: Weitere Fachpublikationen
Seitenzahl: 31
Sprache: Deutsch
Verlag: DWA
https://shop.dwa.de/Berichtsheft-Umwelttechnologe-technologin-fuer-Abwasserbewirtschaftung-1.-Auflage-2024/FB-BERICHTSHEFT-Hauptprodukt-24-main

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D3 – Digitaler Dienstag | Validierung wasserwirtschaftlicher Daten – Grundvoraussetzung und erster Schritt Wert aus Daten zu gewinnen

15.10.2024 13.00 bis 14.00 Uhr online

Auf validierten Daten laufen nicht nur wasserwirtschaftliche Steuerungsmodelle besser, gleichfalls werden unmittelbare Mehrwerte gehoben. Welche das sind, wird anhand von Anwendungsfällen – z.B. Verfahren der Abwasserreinigung, Energiemanagement – dargestellt. Impulsgeber Mark Oelmann berichtet über Vorgehensweisen, Erfahrungen, Möglichkeiten und Grenzen der angewandten Methoden.

Melden Sie sich jetzt an und diskutieren Sie mit – die Teilnahme ist kostenfrei. […]

Die verfügbaren Videomitschnitte vergangener Veranstaltungen aus der Reihe ☛ Digitaler Dienstag
finden Sie HIER im Mitgliederbereich.

Ist Ihr Gewässermanage-ment optimal aufgestellt?

09.10.2024 ❚ ONLINE ❚ 11.00 bis 12.30 Uhr

24.10.2024 ❚ ONLINE ❚ 10.00 bis 11.30 Uhr

Anmeldung zu den kostenfreien Infoveranstaltungen

☛ Infotag
Junge DWA

24.10.2024 ❚ ONLINE ❚ 18.00 bis 19.00 Uhr

Infotag TSM

wasser-allesklar

Technisches Sicherheitsmanagement (TSM) - Gewässer und Stauanlagen

25.10.2024 ❚ ONLINE ❚ 10.00 bis 13.00 Uhr

Anmeldung zur kostenfreien Infoveranstaltung

    Infoveranstaltung zur Nachwuchskräfte- 

u. Imageinitiative der DWA

21.11.2024 ❚ ONLINE ❚ 11.00 bis 12.00 Uhr

Anmeldung zur kostenfreien Infoveranstaltung

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DWA-Klimapreis

Der Klimawandel ist nicht mehr umkehrbar. Um die Erderwärmung nicht weiter in die Höhe zu treiben, müssen jetzt dringend umfassende Klimaschutzmaßnahmen (Reduktion von Treibhausgasen) umgesetzt werden. Da der Klimawandel nicht mehr umkehrbar ist, heißt das aber auch, Klimaextreme werden uns auf Dauer begleiten. Hierfür sind Anpassungsstrategien dringend notwendig.
Die DWA möchte mit diesem Preis ausschließlich bereits realisierte Maßnahmen zur Klimaanpassung und zum Klimaschutz mit Leuchtturmcharakter auszeichnen. Ganz wichtig hierbei ist, dass das gute Beispiel und die damit verbundenen Maßnahmen geeignet sein müssen, auch in anderen Regionen oder Siedlungen realisiert zu werden. Um den DWA-Klimapreis sollen sich die Träger der jeweiligen Maßnahme bewerben.
Ansprechpartnerin: aschenbrenner@dwa.de

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Verbessertes Benchmarking Abwasser und/oder Notfallvorsorge

Gleich anmelden und profitieren

Wie im Sommer 2022 angekündigt haben wir Ihre Anregungen zur Projekt-Optimierung aufgenommen und können Ihnen in diesem Jahr ein nochmals verbessertes Abwasserbenchmarking Baden-Württemberg anbieten.
Die Erhebung wurde nahezu halbiert auf nun rund 150 Eingabewerte. Trotzdem geben die hieraus gebildeten Kennzahlen für das Gesamtunternehmen, die Abwasserableitung und die -behandlung sowohl eine Standortbestimmung als auch Hinweise auf betriebliche Optimierungspotentiale.
Unternehmen, die ausschließlich Kläranlagen betreiben ohne die vorgeschaltete Ortsentwässerung haben zudem die Möglichkeit, sich in einer eigenen Projektgruppe zu vergleichen. Sollten Sie dies wünschen, können Sie dies bei der Anmeldung Abwasserbenchmarking auswählen.
Auch dieses Jahr werden wir Ihnen ein optional buchbares Thema anbieten. Es handelt sich um das Thema Notfallvorsorge.
Nicht nur die Corona-Pandemie hat deutlich vor Augen geführt, wie wichtig eine gute Notfallvorsorgeplanung ist. Cyberangriffe, eine stark eingeschränkte Personalverfügbarkeit z. B. aufgrund von Krankheiten oder Quarantäne, großflächige längere Stromausfälle oder Extremwetterereignisse wie Hochwasser oder längere Trockenheit stellen außerordentliche Sondersituationen für jedes kommunale Unternehmen dar. Dafür ist es notwendig, dass alle fünf Prozessschritte des Risiko- und Krisenmanagements mit der notwendigen Sorgfalt durchgeführt werden. Um die Effektivität Ihrer bisherigen Maßnahmen einzuschätzen und Verbesserungsbedarf zu identifizieren, benötigt es zunächst einer Beurteilung des Status quo. Als Ergebnis erhalten Sie individualisierte Hinweise zur gezielten Verbesserung des Risiko- und Krisenmanagements Ihres Unternehmens.

Das Thema Notfallvorsorge kann auch ohne eine Teilnahme am Benchmarking gebucht werden! Zudem haben Sie die Möglichkeit unser Coaching in Anspruch zu nehmen, mit dem wir Sie während der Datenermittlung unterstützen. Zur Anmeldung Vertiefungsthema: Notfallvorsorge
Wie im Vorjahr werden wir den Workshop nutzen, um eines Ihrer aktuellen Themen vertieft zu diskutieren.
https://www.abwasserbenchmarking-bw.de/2023/01/30/verbessertes-abwasserbenchmarking/

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Abwasserwiederverwendung: Projekt des Wasserverbands Gardelegen zur Stabilisierung des Grundwasserhaushalts

Der Wasserverband Gardelegen (Sachsen-Anhalt) will mit Unterstützung des Landesumweltministeriums in einem Pilotprojekt gereinigtes Abwasser verstärkt dafür nutzen, den Gebietswasserhaushalt zu stabilisieren. Umweltminister Armin Willingmann hat am 3. Juli einen Förderbescheid über 780000 Euro an den Verband überreicht. Neben einem Wasserwerk betreibt der Wasserverband in Gardelegen bereits heute eine Abwasserreinigungsanlage. Das gereinigte Wasser soll künftig nicht mehr nur in Flüsse eingeleitet, sondern auch verrieselt werden, um Grundwasserpegel außerhalb von Wasserschutzgebieten zu stabilisieren. Um die Unbedenklichkeit eines solchen Vorhabens zu untersuchen, soll die Kläranlage Gardelegen durch eine Versuchsanlage im Pilotmaßstab erweitert werden. Die wissenschaftliche Begleitung des Pilotprojekts übernimmt die Hochschule Magdeburg-Stendal.

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Bundestag: Anhörung zur Wärme aus Abwasser

Am 3. Juli 2024 hat sich der Ausschuss für Klimaschutz und Energie des Deutschen Bundestags in öffentlicher Anhörung mit dem Antrag der Unionsfraktion „Ungenutzte Potenziale der Wärme aus Abwasser erschließen“ (Bundestags-Drucksache 20/10617) befasst.
Darin fordert die Unionsfraktion die Bundesregierung auf, Abwasserwärme als wesentliche Option für eine klimaneutrale Wärmeversorgung klar zu benennen, zu fördern und eine Strategie zur stärkeren Nutzung der Abwasserwärme zu entwickeln. Bis zu 15 Prozent des Wärmebedarfs im Gebäudesektor könnten mit Abwasserwärme abgedeckt werden, heißt es in dem Antrag. In der Anhörung wurde klar, dass die meisten Sachverständigen grundsätzlich in der Tat ungenutzte Potenziale in der Abwasserwärme sehen – allerdings seien die konkreten Bedingungen vor Ort oftmals höchst unterschiedlich. Tim Bagner vom Deutschen Städtetag begrüßte den Antrag. Abwasserwärme sei vor allem in Kommunen ein wichtiges Thema. Auch wenn er aus seiner Beobachtung sagen würde, das Potenzial liege eher bei fünf als bei 15 Prozent, könne Abwasserwärme ein relevanter Faktor sein. Für die Umsetzung aber brauche es eine verstärkte Förderung für die Kommunen: Die Anfangsinvestitionen seien zu hoch. Das Thema der Finanzierung griff auch Volkmar Langefeld, Geschäftsführer der Stadtwerke Frankenthal GmbH, auf. Die milliardenteure Wärmewende benötige zwingend eine Fremdfinanzierung zum Beispiel durch Banken. Bei Projekten aber, die nur gefördert wirtschaftlich würden, komme es entscheidend auf die Langfristigkeit und Stabilität der Förderung an. Sein Vorschlag: „Der Volatilität einer haushaltsfinanzierten Förderung könnte man dadurch begegnen, dass die Förderung gesetzlich geregelt und umlagefinanziert ausgestaltet wird.“
Einen Mangel an Wissen konstatierte Ulrike Franzke, Vorstand der Stadtentwässerungsbetriebe Köln. Es fehle an Informationen. Potenzialkarten könnten ein Hilfsmittel sein, seien aber aufwendig und nicht für alle nutzbar. In der Praxis gebe es viele einzelfallbezogene Fragen, die Antworten bräuchten. Christoph Donner, Vorstandsvorsitzender der Berliner Wasserbetriebe schilderte seine Erfahrungen in der Hauptstadt. So seien die Wasserbetriebe dort frühzeitig in das Thema Wärme aus Wasser eingestiegen, hätten einen Potenzialatlas entwickelt und im Rahmen der Wärmeplanung einen engen Austausch mit den Verantwortlichen in der Stadt gesucht.

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Vierte Reinigungsstufe für Kläranlage Schweinfurt

Die städtische Kläranlage in Schweinfurt wird um eine vierte Reinigungsstufe erweitert. Die Stadt geht mit einem Forschungsprojekt sogar noch einen Schritt weiter: Sie will bei der Bewässerung Grundwasser und Wasser aus Oberflächengewässern durch aufbereitetes Abwasser aus der Kläranalage als Nutzwasser ersetzen. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber hat im Juni 2024 einen Förderbescheid über 10,8 Millionen Euro überreicht und das Projekt offiziell gestartet. Das Forschungsvorhaben läuft unter dem Namen „Nutzwasser für städtisches Grün“ an der TU München.
Das Umweltministerium stellt der TU München dafür 2,2 Millionen Euro zur Verfügung.

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Ausschreibung der EU: Überwachung von Krankheitserregern und Schadstoffen in Abwasser

Die EU hat den Erwerb von Material und Ausrüstung für die Probenahme und Untersuchung von Abwasser sowie von Dienstleistungen zur Messung neu auftretender Krankheitserreger und Schadstoffe in unbehandelten Abwasserproben an strategischen Standorten, die als Superstandorte bezeichnet werden, ausgeschrieben. Diese Supersites sollen ein Überwachungssystem (Sentinel) bilden, das Teil des globalen Sentinel-Systems sein wird, das den Datenaustausch gewährleistet, um ein Frühwarnsystem für künftige Pandemien einzurichten, so die Ausschreibung der EU. Das Gesamtvolumen der Beschaffung wird mit 32 Millionen Euro angegeben.
Ausschreibung der EU: www.gfa-news.de/gfa/

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Infoveranstaltung zur Nachwuchskräfte- und Imageinitiative der DWA wasser-allesklar

Werden Sie Teil unserer Initiative wasser-allesklar, um unsere Branche und die Vielfalt ihrer Berufe bekannter und beliebter zu machen. Denn nur zusammen werden wir für den Nachwuchs und die Öffentlichkeit sichtbar.

Sie bekommen in dieser Veranstaltung live Antworten auf folgende Fragen

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Projektpartner für Point-of[1]Care-Wasseranalytik gesucht

Über den Abwasserpfad lassen sich ver schiedenste Krankheitserreger nachwei sen. Aktuell findet die Analyse überwie gend in Laboren statt. Eine schnellere Verfügbarkeit von Daten zur Schadstoff und Pathogenkonzentration in Wasser und Umwelt würde sofortige Entschei dungen oder Eindämmungsmaßnahmen erlauben. Effizienter und schneller als der Weg über das Labor sind mobile und leicht zu bedienende Testsysteme. Fluxergy Europe GmbH, Anbieter von Point-of-Care-Systemen, sucht Entwick lungspartner für die Integration und/ oder Testung mobiler Testsysteme für Coronaviren und andere Krankheitserre ger im Abwasser. Basierend auf einem multimodalen Analyzer zur einfachen Durchführung verschiedenster verschiedenster Analyseverfahren sollen Probenahtung effizient und kostensparend umgesetzt werden, wobei der initiale Fokus auf dem molekularbiologischen Nachweis von Pathogenen liegt. Eine Erweiterung auf chemische Parameter soll im Anschluss erfolgen.

Kontakt:
rbartl@fluxergy-europe.com, Stichwort Wasseranalytik

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Bundesweites Klimaanpassungsgesetz in Kraft getreten

Am 1. Juli 2024 ist das erste bundesweite Klimaanpassungsgesetz in Kraft getreten. Damit erhält Deutschland erstmals einen verbindlichen Rechtsrahmen für die Klimaanpassung des Bundes, der Länder und der Kommunen. Das Gesetz schafft die Grundlagen dafür, dass alle Verwaltungsebenen strategisch Vorsorge gegen die Folgen der Klimakrise treffen und verankert erstmals die Anpassung an die Folgen der Klimakrise als staatliche Aufgabe im Bundesrecht. Ziel des Gesetzes ist eine flächendeckende Vorsorge in Deutschland gegen die Folgen der weltweiten Klimaerwärmung. Das Gesetz berücksichtigt, dass die Betroffenheit und die Gegebenheiten von Region zu Region sehr unterschiedlich sind, und legt daher einen Schwerpunkt darauf, eine passgenaue Klimaanpassung vor Ort zu stärken. Dafür werden die Länder beauftragt, mit Bezug zu Gebieten der Gemeinden und Kreise Anpassungskonzepte mit Maßnahmenplänen erstellen zu lassen. Grundlage hierfür sind Risikoanalysen, die die lokalen Gegebenheiten berücksichtigen. Nach dem Klimaanpassungsgesetz werden auch alle Länder jeweils eigene Klimaanpassungsstrategien vorlegen und umsetzen. Die vorsorgende Klimaanpassungsstrategie des Bundes mit messbaren Zielen wird aktuell von allen beteiligten Bundesressorts entwickelt und soll voraussichtlich zum Ende dieses Jahres verabschiedet werden.
Als weiteres Instrument zur Stärkung der Klimaanpassung in Deutschland haben Träger öffentlicher Aufgaben bei ihren Planungen und Entscheidungen das Ziel der Klimaanpassung fachübergreifend und integriert zu berücksichtigen (Berücksichtigungsgebot). Dabei sollen sie auch im Rahmen ihrer Maßnahmen darauf hinwirken, bereits versiegelte Böden, deren Versiegelung dauerhaft nicht mehr notwendig ist, in den natürlichen Bodenfunktionen wiederherzustellen und zu entsiegeln, soweit dies erforderlich und zumutbar ist. Das Klimaanpassungsgesetz regelt die Planung und Steuerung von Maßnahmen der Klimaanpassung in ganz Deutschland. Als nächster Schritt muss die Finanzierung der zur Klimaanpassung erforderlichen Maßnahmen gesichert werden. In der Umweltministerkonferenz wird diskutiert, ob die Beteiligung des Bundes an dieser langfristigen Aufgabe durch die Schaffung einer neuen Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz abgesichert werden sollte.
https://www.bmuv.de/WS7195

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Impulspapier für einen vorsorgenden Umgang mit Starkregen- und Sturzflutereignissen

Ein Impulspapier fasst Erkenntnisse für einen nachhaltigen und vorsorgenden Umgang mit Starkregen- und Sturzflutereignissen zusammen. Hervorgegangen ist das Papier aus der Fördermaßnahme „Wasser-Extremereignisse (WaX)“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Anhand von sechs Punkten werden neue wissenschaftliche Erkenntnisse und praxisnahe Anwendungstools vorgestellt, die Impulse für kommunale Akteure geben und diese beim Umgang mit Starkregengefahren unterstützen sollen. Das Impulspapier richtet sich an die kommunale Verwaltung und Wasserbehörden genauso wie privatwirtschaftliche und öffentliche Akteure, die auf kommunaler und regionaler Ebene tätig sind, wie Abwasserbetriebe, Wasserverbände oder Planungsbüros. Die sechs übergreifenden Erkenntnisse aus WaX:

  1. Naturbasierte dezentrale Wasserrückhaltemaßnahmen können Abflussspitzen gezielt abmildern. Durch technische Erweiterung dieser Maßnahmen kann das gespeicherte Wasser zeitverzögert bereitgestellt und der Wasserrückhalt in der Landschaft verstärkt werden.
  2. Das Kanalnetz kann durch eine flexible und vorausschauende Bewirschaftung sowie eine dynamische Steuerung besser ausgelastet werden.
  3. Blau-grüne Infrastrukturen sollten bei Neuplanungen erwogen werden. Ihr Potenzial in der Starkregenvorsorge kann gezielt durch funktionale Anpassung und zusätzliche Speicherräume erweitert werden.
  4. Durch die gezielte Ausweisung von Notabflusswegen können Wassermassen möglichst schadfrei durch die urbane Bebauung abgeleitet werden.
  5. Neue Verfahren erlauben genauere Niederschlagsvorhersagen für Starkregenereignisse. Durch die zeitgleiche Berücksichtigung relevanter hydrologischer Prozesse werden Starkregenvorhersagen zu Sturzflutvorhersagen weiterentwickelt, sodass das tatsächlich abfließende Wasser besser prognostiziert und potenzielle Schäden beurteilt werden können.
  6. Neue Kommunikations- und Partizipationsansätze, wie Citizen Science, können das Bewusstsein zum Umgang mit Wasserextremen in der Gesellschaft verbessern.

    https://www.bmbf-wax.de

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Start des Forschungsprojekts „HybridGAK“

Am 1. April 2024 startete das Forschungsprojekt „HybridGAK – Einsatzmöglichkeiten und Grenzen der hybriden Nutzung eines GAK Filters zur Elimination von Phosphor und Mikroschadstoffen“. Mit der Novellierung der EU-Kommunalabwasserrichtlinie werden sich für viele Kläranlagen verschärfte Anforderungen an die Abwasserbehandlung ergeben, insbesondere in Bezug auf Phosphor und Mikroschadstoffe. Für die weitergehende Phosphorelimination stellen Flockungsfilter bereits gängige Systeme dar. Diese können mit verhältnismäßig geringem Aufwand auf eine Filtration mittels granulierter Aktivkohle (GAK) umgerüstet werden. Unklar ist derzeit noch, wie sich die Zugabe von Fällmitteln in den Zulauf eines GAK-Filters auf dessen Leistungsfähigkeit und die Aktivkohleeigenschaften auswirkt bzw. inwieweit GAK-Filter für einen simultanen Rückhalt von Phosphor und Mikroschadstoffen verwendet werden können. Ziel des Forschungsprojekts ist es daher, großtechnische Betriebserfahrungen in einer realen Abwassermatrix auf der Kläranlage Paderborn zu sammeln. Dazu wird das Filtermaterial von zwei der insgesamt 16 bestehenden Filterzellen gegen GAK getauscht und mit dem Ablauf der Nachklärung beschickt – ein Filter mit Zugabe von Eisen(III)chlorid, eine Filter ohne Zugabe. Parallel dazu erfolgen ergänzende labor- und halbtechnische Versuche. Gleichzeitig werden großtechnische Versuche auf der Kläranlage Vlotho durchgeführt. Die Ergebnisse werden zum Projektende (Mitte 2026) in einem Leitfaden mit konkreten Empfehlungen zu Planung und Betrieb zusammengefasst und veröffentlicht. Das Projekt wird über das Förderprogramm „Zukunftsfähige und nachhaltige Abwasserbeseitigung in Nordrhein-Westfalen“ (ZunA) vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen finanziert. Das Projektkonsortium besteht aus der Universität Duisburg-Essen (Koordinatorin), dem Stadtentwässerungsbetrieb Paderborn, dem Institut für Umwelt & Energie, Technik & Analytik e.V. (IUTA) und Schölzel Consulting sowie der PFI Planungsgemeinschaft GmbH und der Stadt Vlotho als assoziierten Partnerinnen.

Kontakt:
Univ.-Prof. Dr. Stefan Panglisch

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Bundesrat fordert von Bundesregierung erneut Pflichtversicherung gegen Elementarschäden

Nach ausführlicher Debatte im Plenum verabschiedete der Bundesrat am 14. Juni 2024 eine Entschließung, mit der er die Bundesregierung erneut auffordert, nunmehr unverzüglich einen geeigneten Vorschlag zur Einführung einer bundesweiten Pflichtversicherung gegen Elementarschäden zu unterbreiten. Darin nehmen die Länder Bezug auf die jüngsten Extremwetterereignisse und die dadurch ausgelösten Großschaden iese hätten erneut gezeigt, wie notwendig eine solche Versicherung sei. 99 Prozent der Immobilien in Deutschland verfügten über eine Wohngebäudeversicherung, aber nicht einmal die Hälfte sei auch gegen Elementarschäden versichert. Dies liege insbesondere an den kostenintensiven Versicherungsprämien in Gebieten mit höherem Risiko, heißt es in der Begründung zur Entschließung. Ziel müsse es sein, für die Betroffenen eine wirksame finanzielle Absicherung gegen die massiven materiellen Schäden zu schaffen, bei der auch die Bezahlbarkeit für alle gewährleistet ist. Der Bundesrat verweist in diesem Zusammenhang auf seinen Beschluss aus dem März 2023, in dem er schon einmal die Bundesregierung um einen Vorschlag zur Einführung einer Elementarschaden-Pflichtversicherung gebeten hatte.

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Ende der gemeinsamen Behandlung von industriellem und kommunalem Abwasser in Leverkusen

Der Wupperverband ist mitten in der Planung für umfangreiche Bauarbeiten am Kläranlagenstandort Leverkusen. Dort betreibt er zusammen mit dem Chempark-Betreiber Currenta die Gemeinschaftskläranlage Leverkusen, wo kommunale Abwässer gemeinsam mit industriellen Abwässern behandelt werden. Im Anlagenteil des Wupperverbandes werden die kommunalen Abwässer mechanisch gereinigt. Die biologische Reinigung erfolgt anschließend im Anlagenteil von Currenta. Die Bauwerke der mechanischen Reinigungsstufe – Rechen, Sandfang und Vorklärung – sowie das Hochwasserpumpwerk und das Betriebsgebäude werden jetzt komplett nach aktuellem Stand der Technik erneuert. Ab 2032 wird der Wupperverband den kommunalen Abwasserstrom komplett behandeln.
Hierfür wird er auf seinem Gelände eine eigene biologische Reinigungsstufe bauen. Zunächst werden bis Ende 2031 wie bisher die kommunalen und industriellen Abwässer in der Gemeinschaftskläranlage Leverkusen von Wupperverband und Currenta zusammen behandelt Die Bauwerke der mechanischen Reinigungsstufe – Rechen, Sandfang und Vorklärung – sowie das Hochwasserpumpwerk und das Betriebsgebäude werden jetzt komplett nach aktuellem Stand der Technik erneuert. Ab 2032 wird der Wupperverband den kommunalen Abwasserstrom komplett behandeln. Hierfür wird er auf seinem Gelände eine eigene biologische Reinigungsstufe bauen. Zunächst werden bis Ende 2031 wie bisher die kommunalen und industriellen Abwässer in der Gemeinschaftskläranlage Leverkusen von Wupperverband und Currenta zusammen behandelt. Der aktuelle Kooperationsvertrag hat eine Laufzeit bis Ende 2031.

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Einladung zur 77. Mitgliederversammlung

Wir laden alle Mitglieder herzlich zur 77. Mitgliederversammlung am Montag, den 16. September 2024, um 17:00 Uhr ein. Die Versammlung findet online statt. Die Einladung mit Tagesordnung wurde in den Juliausgaben der Verbandszeitschriften KA und KW veröffentlicht. Sie finden diese auch in DWAdirekt.
Wir freuen uns, dass wir zum Auftakt um 16:30 Uhr die Ministerialdirektorin Dr. Sibylle Pawlowski, Leiterin der Abteilung W „Wasserwirt¬schaft, Gewässer- und Bodenschutz, Meeresschutz“ im Bundesumweltministerium, für einen Vortrag gewinnen konnten.
https://de.dwa.de/de/mitgliederversammlung.html

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Abwassermeister*in: Dozentinnen & Dozenten gesucht

Der Fachausschuss BIZ-5 sucht für seine Fortbildungsveranstaltungen engagierte Fachkräfte mit mehrjähriger Berufserfahrung in den Bereichen:
Abwassertechnik | Schlammbehandlung | Maschinentechnik | Personalführung | Sicherheit auf Kläranlagen | Ausbildung von Fachkräften.

Bei Interesse melden Sie sich bitte bei uns und bringen Ihr Fachwissen ein: braeunig@dwa.de

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Klärschlamm: Vorkommen von PFAS in Abfallströmen

Zur Abschätzung des Risikos von Per und polyfluorierten Verbindungen (PFAS) für Mensch hat das Umweltbundesamt das Forschungsvorhaben „Untersuchung des Vorkommens von PFAS (Per und polyfluorierte Alkylverbindungen) in Abfallströmen“ initiiert. Dieses Vorhaben, das auch Klärschlamm umfasst, hat das Ziel einer ersten Identifizierung, Quantifizierung und Bewertung des Vorkommens von PFAS in bestimmten Abfallströmen. Um eine repräsentative Probennahme durchführen zu können, wurde hierzu in einem ersten Schritt die aktuelle Situation anhand der verfügbaren Literatur dargestellt und hieraus relevante Abfallströme identifiziert. Auf Grundlage dieser Ergebnisse wurde ein Probenplan für die als relevant identifizierten Abfallströme entwickelt und eine gezielte Probennahme vorbereitet und durchgeführt. Anhand der erhaltenen Ergebnisse aus der Literaturrecherche und der Analytik wurden die Risiken für Mensch und Umwelt sowie die Auswirkungen auf die Abfallwirtschaft abgeschätzt, sowie Vorschläge zur Grenzwertsetzung und zu möglichen Entsorgungswegen abgeleitet. Der Abschlussbericht steht als Texte 85/2024 des Umweltbundesamt zum…
Download zur Verfügung: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/untersuchung-desvorkommens-von-pfas-per

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Phosphor: EU-Verordnung zu kritischen Rohstoffen in Kraft getreten

Am 23. Mai 2024 ist die europäische Verordnung zu kritischen Rohstoffen in Kraft getreten (Amtsblatt der Europäischen Union, 3. Mai 2024, L1–67). Europa verfügt nunmehr über einen Rechtsrahmen, um Kapazitäten innerhalb der EU auszubauen, Lieferketten für kritische Rohstoffe EU-weit nachhaltig und kreislauforientiert auszurichten und gleichzeitig die EU-Diversifizierungsagenda weiter zu verfolgen. Mit dieser Verordnung will die EU die Versorgung innerhalb der EU stärker absichern und die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern senken. Anhang II „Kritische Rohstoffe“ enthält Phosphatgestein und Phosphor.
Download der Richtlinie: www.gfa-news.de/gfa/webcode/20240527_012

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Seifenblasenkünstler: Wasserreinigung verursacht hohe Kosten

Seifenblasenvorführungen dürfen nicht mehr in der Nähe von städtischen Brunnen stattfinden. Durch die Entsorgung der Seifenlauge in Bachläufen kann die Technik beschädigt werden. Außerdem entstehen hohe Kosten für die Reinigung des Wassers. Das teilt die Landeshauptstadt Wiesbaden mit. Ein Seifenblasenkünstler entsorgte in den vergangenen Wochen mehrfach Reste seiner Seifenlauge in einem Bachlauf in der Innenstadt. Der Wasserlauf (Schützenhofquelle) fließt in einen Behälter und wird von dort zurück in den Technikraum gepumpt. Es handelt sich also um einen geschlossenen Wasserkreislauf. Die entsorgte Seifenlauge hatte zur Folge, dass sich im Technikraum große Mengen an Schaum bildeten. Um das Wasser wieder zu säubern, entstehen bei jeder Reinigung nicht unerhebliche Kosten, so die Stadt. Ein weiteres Problem: Der Künstler schüttete immer wieder große Mengen Seifenwasser auf den Boden. Dadurch entstand eine Rutschgefahr. Immer wieder gingen bei der Stadtpolizei Beschwerden von Passanten über Stürze oder Beinahe-Stürze ein.

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Phosphorrückgewinnung: Schkopau baut weltweit erste Ash2Phos-Anlage

EasyMining und Gelsenwasser, Partner im Gemeinschaftsunternehmen Phosphorgewinnung Schkopau GmbH (PGS), bauen in Schkopau (Sachsen-Anhalt) die weltweit erste Anlage zur Phosphorrückgewinnung nach dem Ash2Phos-Verfahren. Die Anlage soll Anfang 2027 in Betrieb gehen. Die von EasyMining entwickelte Ash2Phos-Technologie weist nach eigenen Angaben eine Phosphorextraktionsrate von über 90 % aus Klärschlammverbrennungsasche auf. Die geplante Anlagenkapazität beträgt 30000 Tonnen Klärschlammasche pro Jahr. Darüber hinaus liefert die Ash2Phos-Anlage nicht nur Phosphor, sondern auch Rohstoffe als Nebenprodukte wie Eisenchlorid, triumaluminat und Sand. Der Ash2PhosProzess besteht aus drei Schritten: einem ersten sauren Schritt, einem zweiten alkalischen Schritt (Herstellung von Zwischenprodukten) und einem Umwandlungsschritt, bei dem die Zwischenprodukte zu Endprodukten verarbeitet werden.

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Initiative „Sauberer Phosphor“‘ wächst

Die Mitglieder der Initiative „Sauberer Phosphor“ freuen sich über den Zuwachs von fünf neuen Mitgliedern: Oldenburgisch Ostfriesischer Wasserverband (OOWV), enercity Contracting GmbH, KENOW GmbH & Co. KG, hanseWasser Bremen GmbH und Hamburg Wasser.
Vier davon haben ihre Mitgliedschaft am 15.Mai 2024 auf der IFAT unterzeichnet.
Die Initiative setzt sich dafür ein, eine saubere und qualitätsgesicherte Phosphorrückgewinnung gemäß den Anforderungen der Klärschlammverordnung und des Bodenschutzes zu fördern. Die „Leitsätze Sauberer Phosphor 2029“ der Initiative umfassen Kriterien wie die weitestmögliche Schwermetall-Entfrachtung, nachhaltige Lieferketten und die Erzeugung hochwertiger und marktgängiger Phosphorprodukte. Die Initiative hat jetzt 17 Mitglieder.

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Ausbau des Gruppenklärwerks Flerzheim zur Membranbelebungsanlage mit PAK-Dosierung

Das Gruppenklärwerk des Erftverbands in Rheinbach-Flerzheim (NordrheinWestfalen) wird um- und ausgebaut: Neben der Erweiterung von 50 000 auf 67 000 wird die Kläranlage zu einer Membranbelebungsanlage mit integrierter Spurenstoffelimination durch Dosierung von Pulveraktivkohle (PAK-MBR) umgebaut. Mikroplastik und Keime sollen so vollständig zurückgehalten werden. Überdies werden durch den Einsatz von Pulveraktivkohle ein Großteil der gelösten Stoffe wie Arzneimittelrückstände, Haushalts- und Industriechemikalien entfernt. Die Fertigstellung der Baumaßnahme ist für 2025/26 vorgesehen. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert die Maßnahme mit rund 17 Millionen Euro. Die Kläranlage ist für die Wasserführung und -qualität in der Swist von zentraler Bedeutung. Gerade in den Sommermonaten hat das gereinigte Abwasser aus der Kläranlage einen Anteil von rund 90 Prozent an der Wasserführung. Außerdem wird das Wasser der Swist auch für die Beregnung von Obst- und Gemüsekulturen verwendet. Daher besteht hier ein besonders hoher Anspruch an die Qualität der Abwasserreinigung auf der Kläranlage.

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Münchner Klärwerke: MSE entwickelt Abwasserreinigung strategisch weiter

Die Münchner Stadtentwässerung (MSE) hat ein langfristiges Konzept zum zukünftigen verfahrenstechnischen Optimierungs- und Anpassungsbedarf der Abwasserreinigungsprozesse in den Münchner Klärwerken Gut Großlappen und Gut Marienhof aufgestellt und dem Stadtentwässerungsausschuss des Münchner Stadtrats vorgelegt. Die biologische Abwasserreinigung in beiden Klärwerken funktioniert auf Basis des Belebungsverfahrens. Die Münchner Kläranlagen mit ihren drei Reinigungsstufen reduzieren neben Feststoffen auch gelöste Kohlenstoffverbindungen und Nährstoffe, sodass aktuell die rechtlich vorgeschriebenen Grenzwerte sicher eingehalten werden. In den Sommermonaten betreibt die MSE auf dem Klärwerk Gut Marienhof zusätzlich eine UV-Anlage zur Keimreduktion. Sie reinigt das Abwasser entsprechend den Anforderungen der EU-Badegewässerrichtlinie für die Isar. Damit die MSE auch künftig die Abwasserreinigung gemäß den gesetzlichen Anforderungen erfüllen kann, ist ein langfristiges Entwicklungskonzept mit dem Zeithorizont bis 2040 und eine Anpassung der Technik in den Klärwerken notwendig. Die MSE bewertet dafür die aktuelle verfahrenstechnische Situation vor dem Hintergrund der Bevölkerungsentwicklung, der technischen Anforderungen und der Novellierung der EUKommunalabwasserrichtlinie. In den Fokus rücken dabei die Verschärfung der Ablaufgrenzwerte für Stickstoff- und Phosphorverbindungen sowie die Spurenstoffelimination. Die für die künftigen Aufgaben notwendige neue Technik muss in die bestehende Verfahrenstechnik der Klärwerke eingebunden werden. Dabei sind auch die ökologischen Auswirkungen zu berücksicist es, modulare Lösungsansätze für diese komplexen Aufgaben zu entwickeln, damit München und die Region auch künftig von einer sicheren sowie effizienten Abwasserreinigung und letztlich einer sauberen Isar profitieren. Eine konkrete Kostenangabe ist in diesem Konzeptstadium noch nicht möglich. Für die notwendige Weiterentwicklung der Verfahrenstechnik in den Klärwerken werden bei einem Zeithorizont bis 2040 voraussichtlich Investitionen in einem niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionenbereich anfallen. Die konkreten Kosten werden im Rahmen der sich anhand der spezifischen Bedarfsentwicklung ergebenden Einzelprojekte ermittelt. Download der Ratsvorlage: www.gfa-news.de/gfa/webcode/20240527_008

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Neues Verfahren: Erweiterung der Zentralkläranlange Ingolstadt gestartet

Auf der Zentralkläranlage Ingolstadt (ZKA) hat im Mai ein neues Bauprojekt begonnen: die Implementierung einer Restdenitrifikationsstufe mit dem Wirbelschwebebettverfahren im Bypass. Die Kläranlage entwickelte das Verfahren zusammen mit dem Ingenieurbüro Dr.-Ing. Schreff aus Miesbach. Mit einer kleinen Pilotanlage testeten sie mehrere Jahre den Einsatz dieser neuen Technologie – von Beginn an wissenschaftlich unterstützt: Die Technische Hochschule Augsburg begleitet das Projekt. Als erste Kläranlage in Deutschland sammelt die ZKA wertvolle Erfahrungen aus Planung, Bau und Betrieb dieser Denitrifikationsstufe.
2018 wurde die Idee vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz mit dem Abwasser-Innovationspreis ausgezeichnet und erhält bis zu 720000 Euro Fördergeld. Mit einer Kostenkalkulation von circa fünf Millionen Euro erspart diese Anlage ein.

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Länder machen sich für bessere Finanzierung des Hochwasserschutzes stark

Die Umweltministerkonferenz der Länder hat sich mit Blick auf die extremen Hochwasserereignisse in Bayern und Baden-Württemberg dafür ausgesprochen, die Anstrengungen zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung deutlich zu verstärken. Bund, Länder und Kommunen, aber auch die Bürgerinnen und Bürger müssen ihren Beitrag zu dieser weitreichenden Aufgabe leisten. Die Umweltministerinnen, -minister, -senatorinnen und der -senator der Länder fordern den Bund auf, ohne weiteren Zeitverzug sicherzustellen, dass auch in Zukunft die Finanzierung wasserwirtschaftlicher Maßnahmen auskömmlich und verlässlich gestaltet wird. Dies gelte auch für den Hochwasserschutz – unter anderem im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK). Die Umweltministerinnen, -minister, -senatorinnen und der -senator der Länder griffen das Thema der gemeinsamen Finanzierung von Maßnahmen zur Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe auf. Hierzu wäre eine Grundgesetzänderung notwendig. Durch eine Gemeinschaftsaufgabe würden Bund und Länder zur Kooperation und der gemeinsamen Finanzierung kommunaler Klimaaufgaben verpflichtet. Die Länder fordern die Bundesregierung auf, in diesem Zusammenhang zeitnah über die laufende Prüfung offener Rechtsfragen zu berichten. Zudem wird der Bund gebeten, diese Gemeinschaftsaufgabe auch für den Klimaschutz als langfristige Finanzierungslösung zu prüfen, um die Umsetzung von insbesondere kommunalen Klimaaufgaben zu gewährleisten. Schließlich wird der Bund gebeten, zeitnah einen Regelungsvorschlag zur Einführung einer Pflichtversicherung für Elementarschäden vorzulegen, damit das Gesetzgebungsverfahren noch in dieser Legislaturperiode.

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Gründung eines Netzwerks zur Geschichte der Abwasserentsorgung

In vielen Städten oder Verbänden wird die jeweilige Abwassergeschichte aufgearbeitet und aufbereitet. Der Leiter des Dresdner Kanalnetzbetriebs, Dipl.-Ing. Frank Männig, beispielsweise hat vor einigen Jahren angefangen, zur Geschichte des Dresdner Entwässerungssystems (und darüber hinaus) zu recherchieren. Die zeitliche Spanne reicht dabei vom 13. Jahrhundert bis in die jüngere Vergangenheit. Er sucht nun Gleichgesinnte und historisch Interessierte, um sich bei Nachforschungen und den nachfolgenden Deutungsversuchen auszutauschen und eine entsprechende Community zu aktivieren. Denkbar wäre, sich regelmäßig, online oder in Präsenz, zu treffen und auszutauschen. Wer interessiert ist, an einem solchen Austausch teilzunehmen, möge sich melden:
Frank Männig, Stadtentwässerung
Dresden GmbH
E-Mail: fmaennig@se-dresden.de
Tel. 0351/822-1174

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Schleswig-Holstein: Vorgaben für die Dichtheitsprüfung von privaten Entwässerungsleitungen entschärft

Das Umweltministerium von SchleswigHolstein regelt die Vorgaben zur Dichtheitsprüfung von privaten Grundstücksentwässerungsleitungen neu. Vorgesehen sind vereinfachte fachliche Vorgaben und eine Fristverlängerung bis 2040. Hintergrund, so das Ministerium, ist die Tatsache, dass viele private Abwasserrohre bis dato noch nicht überprüft werden konnten und dies auch für die öffentlichen Leitungen gilt. „Wir setzen die Prioritäten bei öffentlichen Abwasserkanälen und Wasserschutzgebieten“, sagt Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt mit Blick auf eine Neuregelung der Vorgaben für die Dichtheitsprüfung von privaten Entwässerungsleitungen. „Und nicht zuletzt soll die Prüfung außerhalb von Wasserschutzgebieten – im privaten Raum – in einem angemessenen zeitlichen Rahmen erfolgen, der auch zu bewältigen ist und niemanden überfordert“, so der Minister weiter Bislang war die Dichtheitsprüfung der privaten Grundstücksentwässerungsleitungen drei Jahre nach der Sanierung des öffentlichen Kanalnetzes vorgeschrieben. Da letztere aber noch nicht flächendeckend erfolgt ist, wurde die Verpflichtung zur Dichtheitsprüfung privater Kanäle im November 2022 ausgesetzt. Dabei war das Ziel, die Zustandserfassung des öffentlichen Kanalwesens voranzutreiben und die Kapazitäten der Prüffirmen hier primär einzusetzen. Zwar bleibt die geltende DIN 1986 Teil 30 in Kraft, sie gilt als sogenannte allgemein anerkannte Regel der Technik kraft Gesetzes unmittelbar, so das Landesumweltministerium. Trotzdem hat sich das Umweltministerium entschlossen, neue und für die Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer großzügigere Umsetzungsfristen abweichend von der DIN 1986 Teil 30 bis zum Jahr 2040 einzuführen. Bis zu diesem Jahr soll die
Dichtheitsprüfung der privaten Grundstücksentwässerungsleitungen unabhängig von der Zustandserfassung des öffentlichen Bereiches vorgelegt werden In den Schutzzonen II, III und III A soll die Prüfung umgehend erfolgen, um die Trinkwassergewinnung in sensiblen Bereichen zu schützen. Gleiches gilt für Entwässerungsanlagen gewerblicher Abwässer, da diese potenziell gefährliche Stoffe enthalten.
Wer bereits die Nachweise zur Dichtheitsprüfung erbracht hat, erhält aus der neuen Regelung keine Nachteile: Diese behalten ihre Gültigkeit und brauchen nicht bis 2040 wiederholt zu werden. Die Änderungen gelten ab sofort, wie das Ministerium am 10. Mai 2024 mitteilte. Die bisherigen Regelungen werden dann aufgehoben.
Weitere Informationen zu den Regelungen:
www.gfa-news.de/gfa/webcode/20240510_009

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Branchendialog „Phosphorrückgewinnung  aus Klärschlamm“

Um die Umsetzung der Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm zu fördern, hat das Bundesumweltministerium einen hochrangigen Branchendialog ausgerichtet. Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Bundes- und Landesministerien, kommunaler sowie Fachverbände und Unternehmen der Branche diskutierten in vier Themenblöcken über die Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze. Dabei wurden folgende Aspekte thematisiert: Stand der Technologien zur Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm einschließlich einer möglichen vorgeschalteten Verbrennung; Möglichkeiten zur Finanzierung und Kostenumlegung auf die Abwassergebühren; Verwendung der Phosphorrezyklate als Düngemittel und gegebenenfalls in weiteren Industriezweigen; offene rechtliche, technische und wirtschaftliche Fragen und Probleme, wenn eine Zwischenlagerung der Klärschlammverbrennungsaschen anstelle einer direkten Phosphorrückgewinnung in Betracht gezogen wird.
Zentrale Punkte in der Diskussion waren das Fehlen von langfristigen Aus schreibungen, die Umlagefähigkeit der zu entrichtenden Gebühren sowie die gravierenden Implikationen der Zwischenlagerung von Klärschlammaschen für Kommunen und Anlagenbetreiber. Im weiteren Verlauf ist die Einrichtung einer Länder geführten Arbeitsgruppe vorgesehen, die sich mit der Klärung der offenen Fragen zur erfolgreichen Umsetzung der Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm befassen wird. Eine Fortsetzung des Branchendialogs ist für die Jahre 2026 und 2028 geplant.

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Wiederaufbau im Ahrtal macht Fortschritte

„Der Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe im Ahrtal kommt mit drei Großprojekten einen wichtigen Schritt voran. Die Kläranlage Sinzig wird als Leuchtturmprojekt neugebaut, die Haupttrinkwasserleitung im Ahrtal wiederh stellt. Und im Unterlauf der Ahr wird eine Engstelle neumodelliert, die sich positiv auf die Elektrifizierung der Bahnstrecke auswirkt. Bei all diesen Projekten wird nicht nur zerstörte Infrastruktur wiederhergestellt, sondern es werden auch neue Standards integriert – möglichst hochwassersicher und klimafreundlich.“, erklärte die rhein-pfälzische Umwelt- und Klimaschutzministerin Katrin Eder, als sie am 22. Mai 2024 entsprechende Förderbescheide in einem Gesamtvolumen von 25,1 Millionen Euro übergab. Die Ahrflut hatte das gesamte Abwassersystem im Ahrtal zerstört, so auch die Sinziger Kläranlage. „Sie wird nun an hochwassersicherer Stelle mit bundesweitem Modellcharakter wiederaufgebaut. Das ist das größte wasserwirtschaftliche Wiederaufbauprojekt im Ahrtal mit Investitionen vermutlich von mehr als 130 Millionen Euro“, so Umweltministerin Katrin Eder. Mit der neuen Kläranlage auf einem hochwassersicheren Standort wird ein Modellprojekt für das Ahrtal umgesetzt. Ausgestattet mit einer vierten Reinigungsstufe wird die Anlage eine Reinigungsleistung gerade auch für Spurenstoffe bringen, wie diese von der kürzlich verabschiedeten EU-Kommunalabwasserrichtlinie als neuer Stand der Technik gefordert wird. Die Sinziger Kläranlage soll zudem weitgehend energieneutral arbeiten, also möglichst den eigenen Energiebedarf aus dem Faulgas und durch Solarenergie decken. Zugleich ist das Projekt auch ein Modellprojekt der Digitalisierung, indem die Anlage bereits mit digitalen Methoden geplant wird und durch den Einsatz künstlicher Intelligenz auf den modernsten Stand der Prozesstechnik gehoben wird. Nach der Katastrophe im Ahrtal musste auch die Trinkwasserversorgung neu errichtet werden. Dazu gehörte im Bereich des Zweckverbandes Eifel-Ahr die zentrale Wassertransportleitung, die sogenannte Tallinie. Diese musste auf einer
Länge von rund 27 Kilometern vollständig neu verlegt werden, damit die Bürgerinnen und Bürger mit sauberem Trinkwasser versorgt werden können. „Bis Ende 2025 soll die gesamte Trinkwasserversorgung im Bereich der Verbandsgemeinden Adenau und Altenahr weitgehend hochwasserresilient wiederhergestellt sein“, erläuterte Umweltministerin Katrin Eder. Die Ministerin übergab einen weiteren Förderbescheid in von 4,2 Millionen Euro an Landrätin Cornelia Weigand als Verbandsvorsteherin des Zweckverbandes Wasserversorgung Eifel-Ahr und an den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenahr, Dominik Gieler, zugleich stellvertretender Verbandsvorsteher. Damit gelten die beantragten Investitionskosten von 27,1 Millionen Euro zunächst als ausgefördert. Am Unterlauf der Ahr muss eine gefährliche Engstelle bei Heppingen/Heimersheim beseitigt werden. Diese Engstelle hatte bei der Ahrtalflut 2021 für einen erheblichen Rückstau des Hochwassers in Bad Neuenahr-Ahrweiler und schwere Überflutungen gesorgt. Bei der Neumodellierung des Gewässers wird aus der V-Form eine U-Form.

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Handlungsempfehlung für schnelle Umsetzung von Infrastrukturprojekten entlang der Ahr entwickelt

Für eine reibungslose Umsetzung der Maßnahmen zum Wiederaufbau im Ahrtal hat die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord als Obere Naturschutz- und Fischereibehörde eine Handlungsempfehlung erarbeitet. Dies betrifft insbesondere große Infrastrukturprojekte sowie Gewässergestaltungen zum Hochwasserschutz oder -vorsorge in den Siedlungsbereichen entlang der Ahr, die nun anstehen. Diese Empfehlung optimiert die Anwendung des Bundesnaturschutzgesetzes und seiner Verordnungen, um den Schutz von Vögeln und Fischen entlang der Ahr und ihren Nebengewässern sicherzustellen und gleichzeitig eine schnelle Bauausführung zu ermöglichen. Die Handlungsempfehlung basiert auf einer ganzheitlichen Planung, die eine integrierte räumliche und zeitliche Strategie sowie vereinfachte Beurteilungskriterien umfasst. Ein Ziel der Empfehlung ist es, eine ununterbrochene Durchführung von Baumaßnahmen zu gewährleisten.
Zudem sind dank einer fachkundigen Beurteilung durch die SGD Nord keine zusätzlichen Untersuchungen oder Kartierungen erforderlich. Bauträger müssen lediglich nachweisen, dass diese Beurteilung auf ihre spezifischen Baumaßnahmen zutrifft und ihre Entscheidungen bezüglich Eingriff, Flora-Fauna-Habitat-(FFH)-Verträglichkeit und Artenschutz dokumentieren.
https://s.rlp.de/lyvFn

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Biokohle im Pflanzenbau: Düngeexperten für Vorsicht bei Einsatz von Klärschlamm als Ausgangsmaterial

Der Wissenschaftliche Beirat für Düngungsfragen (WBD) des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat sein neues Gutachten „Biokohle in der Landwirtschaft – Nutzen, Grenzen und Zielkonflikte“ vorgelegt. Darin gibt der WBD auf Grundlage des derzeitigen Wissensstandes Empfehlungen für den weiteren Umgang mit Biokohle ab, um den Pflanzenbau nachhalti- ger aufzustellen. Biokohle kann aus or-ganischen Materialien – wie etwa Grünschnitt oder Holzspänen – hergestellt werden und wird als ein Beitrag zum Klima- und Bodenschutz diskutiert. Eigene Abschnitte in dem Bericht gehen auch auf die Pyrolyse und Hydrothermale Carbonisierung von Klärschlamm ein. Wörtlich heißt es „Bioabfall und Klärschlamm können generell mit Schwermetallen belastet sein. Bei deren Verwertung in der Landwirtschaft muss daher eine ständige Nachweisführung über die Einhaltung der Schadstoffgrenzwerte erfolgen … Bei allen Reststoffen sollte auf eine eventuelle Belastung mit organischen Kontaminanten geachtet werden. Deren Einsatz für die Biokohleherstellung sollte nur möglich sein, wenn die Prozessbedingungen einen Abbau gewährleisten. Ins- gesamt schränken die Anforderungen an die Ausgangsstoffe, insbesondere im Hinblick auf die Nährstoff- und Schadstoffgehalte, deren Eignung für die Biokohleerzeugung deutlich ein.“ Und an anderer Stelle in dem Bericht: „Der Einsatz von Materialien aus der Recyclingwirtschaft für die Herstellung von Biokohle wird aufgrund der Risiken durch Stör- und Schadstoffe grundsätzlich abgelehnt. Weitere Argumente für einen Ausschluss dieser Stoffe für die Biokohleherstellung sind zu erwartende Stickstoffverluste bei der Herstellung von Biokohle (Biotonne, Klärschlamm) sowie die Verminderung der Phosphatverfügbarkeit, was ein erhebliches Problem bei der Herstellung von Klärschlammcarbonisaten darstellt.“ Der neue Beiratsvorsitzende Prof. Dr. Falko Holz sagte: „Unsere Ergebnisse zeigen: Biokohle birgt Chancen auf dem Weg zu einem nachhaltigen Pflanzenbau. Sichergestellt werden muss in der Praxis, dass Schadstoffgrenzwerte eingehalten werden.“ Der ehemalige Vorsitzende Prof. Dr. Franz Wiesler fügte hinzu: „Der Einsatz von Biokohle in der Pflanzenproduktion birgt Chancen für die Bodenfruchtbarkeit, den Nährstoffhaushalt des Bodens und die Erträge. Klar ist aber, dass noch viel geforscht werden muss. Besonders zur Langzeitwirkung von Biokohle fehlen uns Erkenntnisse. Was die Potenziale von Biokohle auf den Klimaschutz angeht, braucht es dringend eine Modellierung unterschiedlicher Nutzungspfade von Biomasse und deren Effekte auf die Emission klimaschädlicher Gase.“
Download des Gutachtens: http://bmel.de/goto?id=107916

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Kläranlage Brilon: Vom Bau zum Betrieb der vierten Reinigungsstufe

Am 2. Mai 2024 wurde auf der Kläranlage in Brilon der Start für die Inbetriebnahme der ersten vierten Reinigungsstufe des Ruhrverbands offiziell gefeiert. Herzstück der weitergehenden Reinigungsstufe ist eine Flockungsfiltration mit kombinierter Pulveraktivkohle (PAK)-Dosierung im Vollstromverfahren.
Hinzu kommt eine Fällmittelstation zur eitestgehenden Phosphor-Elimination, die am Standort des früheren dritten Schönungsteichs errichtet wurde. Die Flockungsfiltration besteht im Wesentlichen aus drei nacheinander durchflossenen Kontaktbecken mit jeweils einem Hyperboloid-Rührwerk. Zur Erhöhung des Wirkungsgrads wurde zusätzlich eine dynamische Rückführung des Schlamm-Aktivkohle-Wasser-Gemisches mittels zweier Kreiselpumpen installiert. In den daran anschließenden Filterkammern wird die Pulveraktivkohle mithilfe einer Filtration, in der sich mit Tüchern bespannte Scheiben befinden, wieder entfernt. Das belüftete Beckenvolumen der biologischen Reinigungsstufe wurde durch den Einbau von zusätzlichen Streifenbelüftern sowie eines neuen Drehkolbengebläses erweitert und kann den Ammoniumstickstoff nun noch besser abbauen. Auch die Onlinemesstechnik der gesamten Kläranlage Brilon wurde auf den neuesten Stand gebracht. Die vierte Reinigungsstufe wurde im Rahmen des Programms „Ressourceneffiziente Abwasserbeseitigung NRW II“ des Landesumweltministeriums mit zwei Millionen Euro gefördert. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund sechs Millionen Euro.

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Bundesregierung antwortet auf Große Anfrage zur Wasserwirtschaft

Die Bundesregierung hat am 10. April 2024 die Antwort auf die Große Anfrage der Fraktion Die Linke zum Thema „Verfügbarkeit von sauberem Wasser“ beschlossen. In ihrer Antwort bekennt sich die Bundesregierung umfassend dazu, wie wichtig der vorbeugende Schutz der lebenswichtigen Ressource Wasser ist und welche Aktivitäten auf allen Ebenen unternommen werden, um Wasser zu schützen und für die Zukunft zu sichern. Die Antwort der Bundesregierung auf die Große Anfrage schließt neben den Binnengewässern auch den Meeresschutz ein. Das Spektrum betrifft sämtliche wassernutzende Sektoren und erstreckt sich vom Umsetzungsstand der Nationalen Wasserstrategie über die Regulierung von Wasserentnahmen, den Umsetzungsstand der europäischen Wasserrahmenrichtlinie, die Trinkwasserversorgung, Trinkwasserhygiene, Schadstoffeinträge jeglicher Art in Gewässer inklusive Altmunition in Nord- und Ostsee bis hin zu Fragen zur wasserwirtschaftlichen Infrastruktur, zur Wasserkraft, zur wassersensiblen Stadtentwicklung, zum allgemeinen Zugang zu Trinkwasser sowie zum Fachkräftemangel in der Wasserwirtschaft. In ihrer Antwort kommt die Bundesregierung zusammenfassend zu dem Ergebnis, dass sie auf die aktuellen Probleme der Wasserwirtschaft – sofern der Bund hier Zuständigkeiten hat – angemessen reagiert und die bereits absehbaren Herausforderungen vorausschauend im Blick behält.
Download der Antwort der Bundesregierung: https://www.bmuv.de/DL3262

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Phosphor-Recycling aus Abwasser: Demonstrationsanlage in Bottrop eingeweiht

Auf dem Gelände der Kläranlage der Emschergenossenschaft in Bottrop wurde eine Demonstrationsanlage zur Phosphorrückgewinnung aus Klärschlammasche eingeweiht. Bereits in Kürze startet die zweijährige Versuchsphase. Gebaut wurde die Anlage von der PhosRec Phosphor-Recycling GmbH. Planung, Bau und Betrieb der in Bottrop gebauten Anlage werden im Rahmen des Forschungsvorhabens AMPHORE vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 6,7 Millionen Euro gefördert. Die PhosRec Posphor-Recycling GmbH wurde zum Zweck der gemeinsamen Umsetzung der zukünftig vorgeschriebenen Phosphorrückgewinnung von Ruhrverband, Wupperverband, Linksniederrheinische Entwässerungsgenossenschaft (LINEG), Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) gegründet. Die Gesellschaft ist Bauherrin und Betreiberin der großtechnischen Demonstrationsanlage mit einer Kapazität von jährlich 1000 Tonnen Asche aus der Klärschlammverbrennung. Kernaufgabe ist die Optimierung und Prüfung der Betriebsstabilität bei verschiedenen Betriebszuständen unter Einsatz unterschiedlichster Verbrennungsaschen. Auch die Qualitäten und Verwertungspfade für Nebenprodukte und Reststoffe (unter anderem Metallsalze, Salzsole und silikatische Rückstände) werden neben der späteren Vermarktung der erzeugten Phosphorsäure gemeinsam mit Projektpartnern betrachtet. Die Anlage ist nach der PARFORCE-Technologie® durch die Parforce Technology Cooperation GmbH geplant und gebaut worden, die hier erstmalig in großtechnischem Maßstab realisiert wird. Dabei wird der Phosphor aus den Klärschlammaschen in Form von Phosphorsäure zurückgewonnen. In Bottrop wird die Asche mit Salzsäure aufgeschlossen, um den Phosphor aus der Aschematrix herauszulösen. Parallel werden weitere Stoffe wie Eisen, Aluminium und Calcium aus der Asche zurückgelöst. Diese werden nachfolgend durch eine Kombination von Ionenaustauschern und Elektrodialyse von der Rohphosphorsäure abgetrennt Im letzten Schritt der Vakuumverdampfung wird die Phosphorsäure auf marktgängige Konzentrationen gebracht Geplant ist, dass die Anlage in nacheinander folgenden „Kampagnen“ betrieben wird: Diese dauern jeweils 14 Tage, pro Durchgang gehen rund 40 Tonnen Asche in die Anlage. Untersucht werden dabei die Aschen aus dem gesamten Projektgebiet, das heißt der Verbrennungsanlagen in Bottrop (Emschergenossenschaft), Buchenhofen (Wupperverband), Elverlingsen (WFA Elverlingsen GmbH – 50-prozentige Tochter des Ruhrverbands) und Lünen (Innovatherm – Tochtergesellschaft der BETREM GmbH, die wiederum eine 100-prozentige Tochter der Emschergenossenschaft ist). Im Rahmen der zweijährigen Versuchsphase sollen auch Mischungen dieser Aschen gefahren werden. Das Ziel ist, hier zunächst die Betriebsfähigkeit der Anlage mit den verfügbaren Aschen zu untersuchen und die dafür optimierten Betriebsparameter zu finden. Wissenschaftlich begleitet wird die Betriebsphase vom Institut für Siedlungswasserwirtschaft an der RWTH Aachen.
https://www.ruhrverband.de/wissen/projekt-amphore
https://phosrec.de

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G7 will Wasserknappheit bekämpfen

Mit einer neu zu gründenden Wasserkoalition wollen die Industriestaaten G7 ihr gemeinsames Vorgehen im Kampf gegen die globale Wasserkrise besser abstimmen. Das haben die G7-Staaten haben Ende April 2024 in Turin vereinbart Um der weltweiten Verschmutzung des Wassers und dem Wassermangel entgegenzutreten, will die Koalition Strategien und Maßnahmen für ein integriertes Wassermanagement entwickeln. Damit soll der nun anlaufende Vorbereitungsprozess zur UN-Wasserkonferenz 2026 begleitet werden.
Neben dem Schutz der weltweiten Wasserversorgung vereinbarten die sieben führenden Industriestaaten den Kohleausstieg bis spätestens 2035. Mit einem Plastikabkommen soll außerdem die weltweite Plastikverschmutzung auf Null reduziert werden.

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KMU-innovativ: Förderung für Wassertechnologien

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können eine Förderung bei FuE Vorhaben zur Wassertechnologie erhalten. Die entsprechende Richtlinie „KMU-innovativ: Ressourcen und Kreislaufwirtschaft“ hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung am 2. Mai 2024 im Bundesanzeiger veröffentlicht. Angesprochen werden KMU insbesondere aus den Branchen Baugewerbe, Chemie- und Rohstoffindustrie, Wasserwirtschaft, Abfall- und Kreislaufwirtschaft, Textilwirtschaft, Umwelttechnik sowie Dienstleistungen. Gefördert werden FuE-Vorhaben für Technologien, Verfahren oder Dienstleistungen unter anderem zum nachhaltigen Wassermanagement: Technologien und Maßnahmen zur effizienten Nutzung der Ressource Wasser; Wasserwiederverwendung, Energiegewinnung und Rückgewinnung von Nährstoffen aus Abwasser und Prozesswasser; innovative Verfahren zur Trinkwassergewinnung und -aufbereitung; Mess-, Steuer- und Regelungstechnik in der Wassertechnologie; effizientere Bewässerungstechnologien; innovative Abwasser- und Regenwasserbehandlungstechnologien; Maßnahmen zur Sanierung und Renaturierung von Wasserressourcen (zum Beispiel Grundwasser, Oberflächengewässer), aber auch Verfahren zur effizienten Bereitstellung und Nutzung kritischer Rohstoffe. Bewertungsstichtage für Projektskizzen sind jeweils der 15. April und der 15. Oktober eines Jahres, beginnend mit dem 15.Oktober 2024.
Förderaufruf des BMBF: www.gfa-news.de/gfa/webcode/20240503_001

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Bewerbungen als KUMAS-Leitprojekt gesucht

Bis zum 31. August 2024 sind Bewerbungen als KUMAS-Leitprojekt möglich. Projekte müssen aus Bayern stammen.
KUMAS ist das Kompetenzzentrum Umwelt e. V. mit Sitz in Augsburg. Der Verein zeichnet auf diese Weise innovative Verfahren, Produkte, Dienstleistungen, Anlagen, Entwicklungen oder Forschungsergebnisse aus, die in besonderem Maße geeignet sind, Umweltkompetenz zu demonstrieren. Die Auszeichnung „Offizielles Leitprojekt des KUMAS-Umweltnetzwerks“ wird an bis zu drei Projekte jährlich vergeben.
www.kumas.de

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Seifriz-Preis für Baumrigolensystem

Ein Baumrigolensystem, das der Überflutungsvorsorge, Baumbewässerung und dezentralen Wasserspeicherung dient, wurde mit dem Seifriz-Sonderpreis für ganzheitliche Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Entwickelt wurde das Baumrigolensystem von Prof. Dr.-Ing. Helmut Grüning und Doktorand Nils Siering (FH Münster) im Rahmen des vom BMUV-finanzierten Projekts „Bewässerungskonzept für urbanes Grün während klimatisch bedingter Trockenphasen“ (BeGrüKlim), produziert und vermarktet wird es unter dem Namen ALVEUS von der Firma Humberg (Nottuln/Nordrhein-Westfalen). Der „Seifriz-Transferpreis Handwerk + Wissenschaft“ wird unter der Federführung von Handwerk BW durch den Verein Technologietransfer Handwerk e. V. verliehen. Er wird bereits seit über 30 Jahren vergeben. An drei Orten in Nottuln hat das Team die Baumrigolen getestet – insgesamt drei Bäume mit Bewässerungssystem neben einem Referenzbaum ohne Reservoir.

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EU-Programm „LIFE für Umwelt und Klimaschutz“: 571 Millionen Euro für neue Projekte

Die Europäische Kommission sammelt Projektvorschläge im Rahmen des EU-Programms „LIFE für Umwelt und Klimaschutz“. Insgesamt stehen 571 Millionen Euro Förderung zur Verfügung. Vorschläge können unter anderem in folgenden Kategorien eingereicht werden, für die die folgenden Summen zur Verfügung stehen: Natur und biologische Vielfalt (155 Millionen Euro), Kreislaufwirtschaft und Lebensqualität (65 Millionen Euro), Klimaschutz und Anpassung anden Klimawandel (61,98 Millionen Euro), Energiewende (4 Millionen Euro), Neues Europäisches Bauhaus (8 Millionen Euro), Umweltgovernance (10 Millionen Euro).
Website zur Einreichung von Vorschlägen 2024:
https://cinea.ec.europa.eu/programmes/life/2024-life-calls-proposals_en

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Kooperationsvereinbarung unterzeichnet: Gemeinsame Phosphorrückgewinnung aus Klärschlammasche im Südwesten

In einer Kooperationsvereinbarung haben im März 2024 das Tiefbauamt der Stadt Karlsruhe, der Zweckverband Klärschlammverwertung Steinhäule und die Stadtentwässerung der Landeshauptstadt Stuttgart ihre Zusammenarbeit besiegelt: Die drei Betreiber von Klärschlammverbrennungsanlagen wollen in Zukunft die Herausforderungen der Phosphorrückgewinnung gemeinsam meistern. Die drei kommunalen Klärschlammverbrennungsanlagen in Stuttgart, Karlsruhe und Ulm/Neu-Ulm ver- brennen in Summe die anfallenden Klärschlämme der drei Kläranlagen mit einer Ausbaugröße von rund 3,6 Millionen Einwohnerwerten. Insgesamt fallen bei den drei kommunalen Partnern jedes Jahr rund 20 000 Tonnen Klärschlammverbrennungsasche an, die es gilt, der Phosphorrückgewinnung zuzuführen.

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UBA-Studie erschienen: Fällmittelnotstand bei der Abwasserbehandlung

Unter dem Titel „Fällmittelnotstand bei der Abwasserbehandlung“ hat das Umweltbundesamt eine Studie herausgegeben, die die benötigte Fällmittelmenge für Deutschland hinsichtlich chemischer Phosphorelimination ermittelt sowie die voraussichtlichen Fehlmengen aufgrund der Mangellage berechnet. Weiterhin werden Lösungsmöglichkeiten identifiziert, wie Fällmittel eingespart oder substituiert werden kann. Es werden Hilfestellungen für die Praxis und Modifikationen des Betriebsablaufs formuliert und wie sich der verfahrenstechnische Einfluss von regulatorischen Änderungen auf den Betrieb auswirkt. Die Studie wurde erarbeitet von Matthias Barjenbruch, Cora Eichholz und Peter Hartwig.
Kostenloser Download:
https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/faellmittelnotstand-bei-der-abwasserbehandlung

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Funktionalisiertes Chitosan als biobasiertes Flockungsmittel für die Aufbereitung komplexer Abwässer

Forschende am Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB haben ein biobasiertes, funktionalisiertes und abbaubares Flockungsmittel, LaChiPur, entwickelt, mit dem sich Abwässer mit komplexen Inhaltsstoffen effizient aufreinigen lassen. Dabei sorgt das Enzym Laccase in einer Matrix aus Chitosan zusätzlich dafür, dass Phenole aus dem Wasser entfernt werden. Chitosan wird aus dem nachwachsenden Rohstoff Chitin gewonnen, der als strukturelle Komponente in den Schalen von Krustentieren, Panzern und Häuten von Insekten und in Pilzen enthalten ist. Damit ist Chitin – nach der aus Pflanzen stammenden Cellulose – das zweithäufigste natürliche Polymer auf der Erde. Laccase ist in vielen Pflanzen, aber auch in Pilzen und Bakterien, zu finden. In der Natur sind Laccasen an der Vernetzung aromatischer Monomere zu Lignin wie auch an dessen Abbau beteiligt. Ihre Eigenschaft, Phenole und andere phenolische Substanzen zu oxidieren, macht sie für verschiedene industrielle Anwendungen gefragt, von der Entfernung toxischer Phenole in Fruchtsäften, über die Entfärbung von Textilabwässern bis zum Abbau von Schadstoffen in Wasser und Boden.
Das Flockungsmittel LaChiPur ist Ergebnis eines zweijährigen Fraunhofer-Forschungsprojekts, das bis Dezember 2023 im Programm „Schnelle Mittelstandsorientierte Eigenforschung (SME)“ gefördert wurde. Beteiligt war auch das Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP in Potsdam, dessen Part die Funktionalisierung des Chitosans mit Laccase war. LaChiPur eignet sich nach Angaben des Fraunhofer IGB auch als Filtermaterial und weist Eigenschaften von Fällmitteln auf. Daher soll das Produkt auch für den Einsatz in der Phosphorfällung weiterentwickelt werden.
Projekt-Website: https://www.igb.fraunhofer.de/de/referenzprojekte/lachipur.html

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Stand der Arbeiten an der Klimaanpassungsstrategie

Das Bundeskabinett will sich in der 51. Kalenderwoche mit der vorsorgenden Klimaanpassungsstrategie befassen. Das geht aus einer Antwort (Bundestags-Drucksache 20/10919) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der CDU/ CSU-Fraktion hervor. Davor soll es eine „mehrstufige Beteiligung und Konsultation der Bundesländer sowie von weiteren Stakeholdern und Bürger geben“, schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort. Die Bundesländer seien bereits frühzeitig punktuell in die Phase der Zielentwicklung, insbesondere im zweiten und dritten Quartal des Jahres 2023, in Form von informellen Fachgesprächen und Workshops eingebunden gewesen. Anschließend sei eine umfassende, informelle Beteiligung zu den Entwürfen der Ziele im vierten Quartal des Jahres 2023 erfolgt. Die Bundesländer hätten im Rahmen einer für das dritte Quartal des Jahres 2024 geplanten, formellen Konsultation des Strategieentwurfs erneut die Gelegenheit, Stellung zu nehmen. Hintergrund ist das im November 2023 vom Deutschen Bundestag beschlossene Bundes Klimaanpassungsgesetz (KAnG). Das Gesetz soll einen verbindlichen Rahmen für eine vorsorgende Klimaanpassungsstrategie des Bundes und die Zusammenarbeit von Bund und Ländern schaffen. In § 3 des KAnG heißt es, dass die Bundesregierung bis 30. September 2025 eine vorsorgende Klimaanpassungsstrategie mit messbaren Zielen vorlegen werde.
Download der Antwort der Bundesregierung:
https://dserver.bundestag.de/btd/20/109/2010919.pdf

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Klärschlammverwertung: Erftverband, Wasserverband Eifel-Rur und RWE gründen gemeinsames Unternehmen

Ab 2029 werden der Erftverband und der Wasserverband Eifel-Rur jährlich bis zu 148 000 Tonnen entwässerten Klärschlamm nach Hürth-Knapsack liefern. Der Schlamm wird dort in einer neuen Anlage thermisch verwertet, die von einem gemeinsam mit RWE Power gegründeten Tochterunternehmen, der Klärschlamm-Verwertung Rheinland GmbH, betrieben wird. RWE Power hält 50,1 Prozent der Gesellschaftsanteile, plant und errichtet die Klärschlamm-Verwertungsanlage und führt den Betrieb technisch. Die Wasserverbände sind mit 49,9 Prozent beteiligt und für die kaufmännische Geschäftsführung in dem neuen Unternehmen verantwortlich. Die neue Anlage hat eine Kapazität von 180 000 Jahrestonnen Klärschlamm (Originalsubstanz). Neben den Wasserverbänden liefert RWE 32000 Tonnen Klärschlamm an die Anlage. Die Anlage ermöglicht auch die ab 2029 gesetzlich geforderte Phosphorrückgewinnung.
Erftverband und Wasserverband Eifel-Rur verwerten heute ihre Klärschläm-me in Braunkohlenkraftwerken von RWE Power. Der Energieträger Braunkohle, der die bei der Mitverbrennung des Klärschlamms nötige Heizenergie liefert, fällt jedoch ab 2030 im Zuge des gesetzlichen Kohleausstiegs weg. Eine Mitverbrennung dann nicht mehr möglich. Die Wasserverbände haben deshalb frühzeitig mit der Suche nach Alternativen begonnen und mit einem EU-weiten Vergabeverfahrens einen Partner gesucht, der einen Standort für ein Verwertungskraftwerk und das notwendige Know-how für den Betrieb mitbringt. Die von der Klärschlamm-Verwertung Rheinland GmbH vorgesehene Anlage befindet sich bereits im Bau. In der Anlage kann der Klärschlamm ohne fossile Energieträger thermisch verwertet werden, weil die erzeugte Wärme wiederverwertet und zur Vortrocknung des Materi- als genutzt wird. Die Überschussenergie der Anlage wird zunächst in einer Turbine zur Erzeugung elektrischer Energie genutzt und anschließend in Form von „grünem“ Dampf und Fernwärme den benachbarten Industriepartnern und den Stadtwerken Hürth geliefert.

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Vier Umsetzungshilfen zu den umwelttechnischen Berufen erschienen

Zu den modernisierten Ausbildungsordnungen der Berufe im umwelttechnischen Bereich, die ab dem 1. August 2024 in Kraft treten, sind in der Reihe „Ausbildung gestalten“ jetzt vier neue Umsetzungshilfen für die Ausbildungspraxis erschienen. Sie erläutern sowohl die an neue Herausforderungen angepassten Ausbildungsinhalte als auch die neue Prüfungsstruktur. In Zusammenarbeit von Sachverständigen aus Betrieben und Berufsschulen mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) wurden viele Erläuterungen, Beispiele und Checklisten erarbeitet, die das Ausbildungspersonal bei der Planung und Durchführung der Ausbildung unterstützen. Die Umsetzungshilfen beinhalten unter anderem Erläuterungen zur Vermittlung der Lernziele aus den Ausbildungsrahmenplänen, Beispiele zu den Lernfeldern des Rahmenlehrplans sowie Informationen zur neu eingeführten „Gestreckten Abschlussprüfung“ und den Prüfungsbereichen. Die Umsetzungshilfen und umfangreiche Zusatzmaterialien können über die Webseite des BIBB kostenlos heruntergeladen werden:
https://www.bibb.de/de/184902.php

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Versicherer beziehen Sturzflutgefahr in ihre Risikomodelle ein

Künftig werden in den Risikomodellen der Versicherer Sturzfluten als separates Risiko erfasst – für rund ein Drittel der Adressen in Deutschland. Nachdem der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bereits 2023 für vier Test Regionen – darunter das 2021 schwer getroffene Ahr Tal – die Sturzflutgefahr erfolgreich modelliert hatte, soll dies nun großflächig geschehen. Die Versicherer konzentrieren sich auf die relevanten Gebiete. Das seien die Mittel und Hochgebirge. Die neuen Informationen sollen anschließend in das Geoinformationssystem ZÜRS Geo einfließen. Die Integration der Sturzflutdaten ist für 2025 geplant, so der GDV. Die Versicherer nutzen ZÜRS unter anderem für die Prämienkalkulation von Elementarschadenver sicherungen. Bislang bildet ZÜRS die Risiken Hochwasser und Starkregen ab – mit vier beziehungsweise drei verschiedenen Gefährdungsklassen.

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DWA: Bei Umsetzung der Abwasserrichtlinie nationale Verschärfungen vermeiden

Berichte von vergangenen Stammtischen
sich heraus, dass durch die anstehenden Abschlussarbeiten auch Potenzial für mögliche Fachvorträge im … betrifft, scheint auch durch die ehrenamtliche Arbeit unserer Referenten und anderen Beteiligten der … aufgezeigt wurden, genauso im Fokus wie auch die Arbeit in interdisziplinären Planungsteams, die … Sie allesamt berichteten über ihre ehrenamtliche Arbeit bei der DWA. Die Zeit verging – wie so häufig – … Stunden verlängert. Neben den Strukturen der Arbeit in den beiden Fachausschüssen wurden auch … in kleiner Runde über die Themen und ihre Arbeit in den Fachgremien des HA WI der DWA. Auch wenn … , wie in den Stammtischen gewohnt, über ihre Arbeit bei der DWA. Es entwickelte sich eine spannende … Motto des 7. Thematischen Stammtisches über die Arbeit des DWA Hauptausschusses Recht. Mit viel Humor, … Für junge Ingenieurinnen und Ingenieure ist die Arbeit im HA RE häufig wohl nur wenig sexy, wenn es um … wurden die beteiligten Fachverbände, deren Arbeit und Ziele kurz vorgestellt. So
https://de.dwa.de/de/berichte-von-vergangenen-stammtischen.html
https://de.dwa.de/de/suche.html?keywords=Bei+Umsetzung+der+Abwasserrichtlinie+nationale+Versch%C3%A4rfungen+vermeiden

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Modelle kombinieren: Wasserhaushalt und Schadstoffeinträge

Das Umweltbundesamt (UBA) und die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) haben zwei ihrer Computermodelle gekoppelt und so ihre Verfahren des Wasserressourcenmonitorings und der Stoffeintragsbilanzierung technisch aufeinander abgestimmt. Hierzu wurde eine Harmonisierung und Integration der Ergebnisse des Wasserhaushaltsmodells LARSIM (Large Area Runoff Simulation Model) der BfG mit dem Stoffeintragsmodell MoRE (Modeling of Regionalized Emissions) vorgenommen. Die bundesweite Stoffeintragsmodellierung basiert somit fortan auf einer konsolidierten Wasserhaushaltsmodellierung auf Tages basis, die Wasserflüsse dezidiert in unterschiedlichen Bodentiefen abbildet. Mit dieser Harmonisierung wird auch die Kohärenz zwischen den Datengrund lagen für die nationalen Berichtspflichten gegenüber der EU verbessert, und Wasser und Stoffhaushaltssimulationen stehen für das Bundesumweltministerium auf einer harmonisierten methodischen Basis.
UBA und BfG werden in Zukunft noch enger kooperieren: Die Weiterentwicklungsarbeiten des Wasserhaushaltsmodells mit Relevanz für die Stoffeintrags modellierung werden gemeinsam geplant und fachlich begleitet. Die Stoffeintragsmodellierung am UBA und die Wasserhaushaltsmodellierung an der BfG sollen langfristig noch besser kombiniert werden.

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Ruhrverband engagiert sich in Sambia

Seit Anfang März 2024 ist der Ruhrverband Kooperationspartner des sambischen Wasserwirtschaftsunternehmens Eastern Water and Sanitation Co Ltd (EWSC). Ziel der Partnerschaft zwischen Ruhrverband und dem Partnerunternehmen in Sambia ist ein anhaltender Wissenstransfer zu den Themen wasserwirtschaftliche Infrastruktur, Wasserentnahme und aufbereitung sowie Abwasserbehandlung. Gefördert wird das Projekt von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH. Als weitere deutsche Partnerunternehmen sind die Energieversorgung Dormagen und die Technischen Betriebe Dormagen an dem Projekt beteiligt.

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Phosphorrückgewinnung: Veolia und SKW Piesteritz gehen strategische Partnerschaft ein

Die Veolia Klärschlammverwertung Deutschland GmbH und die SKW Stickstoffwerke Piesteritz GmbH sind eine strategische Partnerschaft eingegangen, um Phosphor aus Klärschlamm zurückzugewinnen und zu marktfähigen Düngern zu verarbeiten. Veolia arbeitet bereits seit 2020 an der Erprobung einer Prozesskette zur dezentralen, thermischen Klärschlammverwertung mit anschließendem Phosphorrecycling. Im Rahmen der Partnerschaft wird SKW Piesteritz das heutige Düngemittelvorprodukt analysieren, um es gemeinsam mit Veolia weiter zu optimieren und daraus einen Dünger herzustellen, der den Qualitätsvorgaben des Marktes entspricht und wirtschaftlich nachhaltig produziert werden kann. SKW Piesteritz ist einer der größten Ammoniak und Harnstoffhersteller Europas und betreibt in Piesteritz (Sachsen Anhalt) eines der größten deutschen Werke zur Produktion von Stickstoffdüngern.

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Niedersachsen: Förderung für lokale Projekte für zukunftsweisendes Wassermanagement und Anpassung an die Klimakrise

Das niedersächsische Umweltministerium stellt etwa 3,4 Millionen Euro für Projekte zur Klimafolgenanpassung beim Wassermanagement bereit. In der zweiten Antragsrunde wurden 21 nachhaltige Vorhaben ausgewählt, die dazu beitragen sollen, die Herausforderungen der Klimakrise bei der Wasserversorgung und nutzung zu bewältigen. Die Antragsteller waren zumeist Landkreise oder einzelne Gemeinden, aber auch Wasserverbände. Die Maßnahmen umfassen etwa die Erstellung von Wasserbewirtschaftungskonzepten von Landkreisen, die auf zukünftigen Klimaprognosen basieren. Im Landkreis Cloppenburg wird ein Projekt gefördert, wo ein Konzept zur Nutzung von Klarwasser aus einer Kläranlage erarbeitet wird, um die Grundwasseranreicherung zu unterstützen. Die nächste Antragsfrist ist der 31. Juli 2024.
https://www.nbank.de/Förderprogramme/Aktuelle-Förderprogramme/Wassermengenmanagement.html#hinweis

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EU Kommission: Neue Methodik zur Messung von Mikroplastik im Trinkwasser und Nutzung von behandeltem Abwasser für die Bewässerung beschlossen

Damit die EU Staaten Informationen über Mikroplastik im Wasser verlässlicher sammeln können, hat die Europäische Kommission eine standardisierte Messmethode beschlossen. Auch zur sicheren Wiederverwendung von aufbereitetem Abwasser für die landwirtschaftliche Bewässerung hat sie einen delegierten Rechtsakt angenommen. Die harmonisierte, standardisierte Methodik wird die Mitgliedstaaten dabei unterstützen, Informationen über das Vorhandensein von Mikroplastik in ihrer Wasserversorgungskette zu sammeln. Dies wird den Vergleich und die Interpretation von Überwachungsergebnissen erleichtern. Derzeit wenden die Mitgliedstaaten eine Vielzahl unterschiedlicher Methoden an. Der Rechtsakt über die Wiederverwendung von Wasser legt fest, wie die nationalen Behörden Pläne zur Bewältigung von Risiken im Zusammenhang mit der Verwendung von Abwasser zur Bewässerung erstellen sollten. Dazu gehören zum Beispiel Methoden zur Ermittlung von Gefahren.
Download der Rechtsakte: www.gfa-news.de/gfa/webcode/20240311_002

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Zweites LNG Terminal in Wilhelmshaven wird ohne Einleitung von Bioziden betrieben

Das zweite schwimmende LNG Terminal in Wilhelmshaven wird anders als die bereits bestehende FSRU [Floating Storage and Regasification Unit, eine schwimmende Anlage zur Regasifizierung von Flüssiggas (LNG)] die Reinigung der Rohre ohne Chlor und Biozide mit Ultraschall vornehmen. Nach Angaben des niedersächsischen Umweltministeriums übernimmt der Bund die Mehrkosten für die umweltschonende Umrüstung. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN) hat im März 2024 der FSRU Wilhelmshaven GmbH die wasserrechtliche Erlaubnis zur Einleitung von Abwasser aus der FSRU in die Innenjade erteilt. Damit ist eine wesentliche Voraussetzung für die Inbetriebnahme der zweiten FSRU in Wilhelmshaven erfüllt.

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Klimaprojekte wegen Haushaltskürzungen „zurückgestellt“

Nach Kürzungen von Haushaltsmitteln von ursprünglich fünf Milliarden Euro für 2023 bis 2026 auf 3,5 Milliarden Euro für Maßnahmen des „Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz“ (ANK) durch den Klima und Transformationsfonds (KTF) sind für das Jahr 2024 fünf Vorhaben zurückgestellt worden. Das schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (Bundestags-Drucksache 20/ 10784) auf eine Kleine Anfrage der CDU/CSU Fraktion im Bundestag. Bei den einzelnen Vorhaben handelt es sich um die Maßnahmen „Neue Wertschöpfungsketten für Paludikultur und Produktvermarktung“, „Leitbilder für regionalen naturnahen Wasserhaushalt entwickeln“, „Biodiversitätsfördernde Mehrung der Waldfläche“, „Leitbild der wassersensiblen Stadt weiterentwickeln“ sowie die „Förderung von Solargründächern“. „Die begonnenen Vorhaben werden fortgesetzt und ausfinanziert; die Entwicklung der noch nicht begonnenen Vorhaben wird ohne Einschränkung fort gesetzt“, schreibt die Bundesregierung. Allerdings habe die unterjährige Sperre Ende des Haushaltsjahres 2023 wie auch die vorläufige Haushaltsführung 2024 zu Verzögerungen bei der Umsetzung von Maßnahmen geführt.

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Klärschlamm Verwertung Rheinland GmbH gegründet

Der Erftverband und der Wasserverband Eifel Rur sichern die Entsorgung des Klärschlamms aus ihren Kläranlagen langfristig ab: Ab 2029 werden die bei den Wasserverbände jährlich bis zu 148 000 Tonnen entwässerten Klärschlamm nach Hürth Knapsack liefern. Der Schlamm wird dort in einer neuen Anlage thermisch verwertet, die von dem gemeinsam mit RWE gegründeten Tochterunternehmen Klärschlamm Verwertung Rheinland GmbH betrieben wird. RWE Power hält 50,1 Prozent der Gesell schaftsanteile, plant und errichtet die Klärschlamm Verwertungsanlage und führt den Betrieb technisch. Die Wasserverbände sind mit 49,9 Prozent beteiligt und sind für die kaufmännische Geschäftsführung in dem neuen Unternehmen verantwortlich. Die neue Anlage hat eine Kapazität von 180 000 Jahrestonnen Klärschlamm (Originalsubstanz). Die Auslastung der Anlage erfolgt zu einem Anteil von 148 000 Tonnen über die Wasserverbände und zu 32 000 Tonnen durch RWE Power. Erftverband und Wasserverband Eifel Rur verwerten heute ihre Klärschlämme in Braunkohlenkraftwerken von RWE Power. Der Energieträger Braunkohle, der die bei der sogenannten Mitverbrennung des Klärschlamms nötige Heizenergie liefert, fällt jedoch ab 2030 im Zuge des gesetzlichen Kohleausstiegs weg.
Deshalb ist die Mitverbrennung dann nicht mehr möglich. Zudem fordert die Klärschlammverordnung eine gezielte Phosphorrückgewinnung aus dem Klärschlamm ab 2029. Vor diesem Hintergrund haben die Wasserverbände frühzeitig mit der Suche nach Alternativen begonnen und mit einem EU weiten Vergabeverfahrens einen Partner gesucht, der einen Standort für ein Verwertungskraftwerk und das notwendige Know how für den Betrieb mitbringt. Mit einer der bereits in Bau befindlichen Verwertungsanlagen am Knapsacker Hügel und eigenen Erfahrungen mit der Verwertung von Klärschlämmen hat sich RWE Power in dem Wettbewerb durchgesetzt. Die Rückgewinnung des Phosphors aus der Asche, die ab 2029 Pflicht ist, ist der nun folgende Schritt, den die Wasserverbände weiterverfolgen.

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Neue Kommunalabwasserrichtlinie im EU Parlament verabschiedet

Bessere Überwachung von chemischen Schadstoffen, Krankheitserregern und antimikrobiellen Resistenzen; Hersteller von Arzneimitteln und Kosmetika und die Mitgliedstaaten müssen die Kosten für die zusätzliche Behandlung von Mikroverunreinigungen finanzieren; breitere Wiederverwendung von behandeltem kommunalem Abwasser zur Vermeidung von Wasserknappheit – das sind wesentliche Eckpunkte der neuen Kommunalabwasserrichtlinie, die das Europäische Parlament am 10. April 2024 verabschiedet hat. Damit die Richtlinie in Kraft treten kann, muss als Letztes noch der EU Ministerrat zustimmen. Mit dem Inkrafttreten der Richtlinie wird bis 2035 kommunales Abwasser in der EU einer Zweitbehandlung (das heißt der Entfernung biologisch abbaubarer organischer Stoffe) unterzogen, bevor es in die Umwelt eingeleitet wird, und zwar in allen Gemeinden mit einer Größe von 1000 Einwohnerwerten oder mehr. Bis 2039 wird die Tertiärbehandlung (das heißt die Entfernung von Stickstoff und Phosphor) in allen Kläranlagen mit einer Kapazität von 150 000 EW und mehr und bis 2045 in allen Kläranlagen mit einer Kapazität von 10 000 EW und mehr durchgeführt. Bis 2045 wird für alle Anlagen mit mehr als 150 000 EW (und über 10 000 EW auf der Grundlage einer Risikobewertung) eine zusätzliche Behandlung zur Entfernung eines breiten Spektrums von Mikroverunreinigungen („vierte Reinigungsstufe“) obligatorisch sein. Die Überwachung verschiedener Parameter der öffentlichen Gesundheit (zum Beispiel bekannte Viren und neu auftretende Krankheitserreger), chemischer Schadstoffe einschließlich sogenannter „Ewigkeitschemikalien“ wie per und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS), Mikroplastik und antimikrobieller Resistenzen wird streng überwacht. Das Gesetz führt eine erweiterte Her stellerverantwortung für Humanarzneimittel und kosmetische Mittel ein, um die Kosten für die Entfernung von Mikroverunreinigungen aus kommunalem Abwasser zu decken. Mindestens 80 % der Kosten werden von den Erzeugern getragen, ergänzt durch nationale Finanzierungen. Die EU Länder werden verpflichtet, gegebenenfalls die Wiederverwendung von behandeltem Abwasser aus allen kommunalen Kläranlagen zu fördern, insbesondere in Gebieten mit Wasser knappheit.
Download des beschlossenen Textes und weiterer Materialien:
www.gfa-news.de/gfa/webcode/20240411_001

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Deutscher Ideenmanagement Preis: Berliner Wasserbetriebe ausgezeichnet

Das standardisierte Baukastensystem für Interimsrohrleitungen der Berliner Wasserbetriebe wurde mit dem Deutschen Ideenmanagement Preis ausgezeichnet. Die die Initiative, die für die Erneuerung von Trinkwasser und Abwasserleitungen nötigen Interimsleitungen zu einem System Standard zu entwickeln, kam auf Platz 1 in der Kategorie „Beste Ideen aus Produktion und Technik“. Die Preisträger haben zusammen mit Netzbetreibern und Verkehrsplanern die Gegebenheiten der Berliner Innenstadt klassifiziert. Aus diesen Standards wurden benötigte Rohrdurchmesser, Durchfahrtshöhen und breiten sowie Untergründe heraus gearbeitet und ein passendes Baukastensystem aus Rohren, Fundamenten, Rohrbrücken, Dükern und Dehnungsbogen entworfen. Aus diesen Bauteilen kann schnell und flexibel eine Interimsleitung erstellt werden, ohne zusätzlichen Planungs , Fertigungs und Freigabe Aufwand. Die Einzelteile sind außerdem mehrfach wiederverwendbar. Für die Jury war die mit dem Baukastensystem verbundene außerordentliche Kosten und Zeitersparnis exzeptionell. Angesichts des großen aktuellen Bedarfs an Rohrleitungserneuerungen war auch die außer ordentliche Zukunftsfähigkeit, sowie der direkte Bezug zur Grundausrichtung der Berliner Wasserbetriebe ausschlaggebend. Außerdem wurden die Berliner Wasserbetriebe für die Arbeit „Nudging im Veränderungsmanagement“ mit Platz 2 in der Kategorie „Beste wissenschaftliche Arbeit im Ideenmanagement“ ausgezeichnet. Nudging als Methode nutzt erhaltenswissenschaftliche Erkenntnisse, die zum Beispiel im Thema Veränderungsmanagement und Unternehmens ulturentwicklung eingesetzt werden können. Es wird davon ausgegangen, dass Menschen nur begrenzt rational handeln und es durch kognitive Verzerrungen zu systematischen Urteilsfehlern kommen kann. Nudging als Methode setzt bei einer Änderung des Kontextes von Entscheidungen an, um Entscheidungsfehlern entgegenzuwirken. Für die Jury waren insbesondere den Innovationsgrad und die Zukunftsfähigkeit der Ergebnisse Ihrer Arbeit in der Praxis ausschlaggebend. Mit der Verleihung des Deutschen Ideenmanagement Preises fördert das Deutsche Institut für Ideen und Innovationsmanagement Ideengeberinnen und Ideengeber sowie Führungs und Nachwuchskräfte, die eine ideenreiche Unternehmenskultur leben. Die nächste Bewerbungsphase beginnt im August 2024.
https://www.zentrum-ideenmanagement.de

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BMUV: Dritter Förderaufruf der Initiative „KI Leuchttürme“ gestartet

Das Bundesumweltministerium hat den dritten Förderaufruf der Initiative „KI Leuchttürme“ gestartet. Gesucht werden digitale Projekte mit Leuchtturmcharakter, die mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) den Natürlichen Klimaschutz voran treiben. Die Mittel des diesjährigen Förderaufrufs in Höhe von rund 24 Millionen Euro werden über das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) des Ministeriums bereitgestellt. Projektskizzen können bis zum 17. Mai 2024 eingereicht werden.
https://www.z-u-g.org/foerderung/ki-leuchttuerme-fuer-umwelt-klima-natur-und-ressourcen/dritter-foerderaufruf

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Neugründung der Parlamentariergruppe „Frei fließende Flüsse“

Die Parlamentariergruppe „Frei fließende Flüsse“ des Deutschen Bundestages hat am 22. März zum Tag des Wassers die Arbeit aufgenommen. Gegründet hat sich die Gruppe bereits am 12. Dezember. Erstmalig schloss sich die Parlamentariergruppe bereits 2007 zusammen und wurde seither in jeder Wahlperiode weitergeführt. Die Gruppe befasst sich mit dem Schutz, der Wiederherstellung und der Verbesserung des Gewässerzustands von Wasserläufen und Auen. Zur Vorsitzenden der aktuellen Gruppe wurde Dunja Kreiser (SPD) gewählt, als stellvertretende Vorsitzende gehören dem Vorstand Astrid Damerow (CDU), Muhanad Al Halak (FDP), Ralph Lenkert (Die Linke) und Jürgen Kretz (Bündnis90/Grüne) an. Jürgen Kretz über nimmt den stellvertretenden Vorsitz von Dr. Jan Niclas Gesenhues, der seit Februar 2024 Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Natur schutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz ist.

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Exporte von Wasser und Abwassertechnik 2023 erneut gestiegen

Die deutschen Anbieter von Wasser und Abwassertechnik trotzen der schleppen den Konjunktur. Trotz vielfältiger politischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten konnte die Branche die internationalen Märkte überwiegend erfolgreich bearbeiten. Das Rekordniveau der Exporteaus dem Vorjahr konnte erneut übertroffen werden. Im Vergleich zum Jahr 2022 seien die Ausfuhren um 5,5 Prozent auf fast 1,3 Milliarden Euro gestiegen, meldet der Branchenverband VDMA zum Weltwassertag am 22. März. Bezüglich der Entwicklung einzelner Absatzregionen bietet der Blick in die Statistik kein einheitliches Bild. In die die EU Staaten, die weiter mit Abstand wichtigste Absatzregion, stieg das Exportvolumen der heimischen Hersteller leicht unterdurchschnittlich um 2,6 Prozent auf 611 Millionen Euro. Damit wurden 47 Prozent aller Exporte von Wasser und Abwassertechnik aus Deutschland in die anderen EU Staaten ausgeführt. Für die ebenfalls wichtigen Abnehmerregionen Sonstiges Europa (plus 6,5 Prozent) und Nordamerika (plus 7,9 Prozent) steht ebenfalls eine positive Veränderungsrate zu Buche, für Ostasien mit minus 4,7 Prozent eine negative Entwicklung. Die deutlichsten positiven Veränderungen gab es in den vergleichsweise kleineren Absatzregio nen Nordafrika (plus 55,2 Prozent), Süd ostasien (plus 54,7 Prozent) und Zentralund Südasien (plus 50,1 Prozent). Der stärkste Rückgang wurde im Nahen/ Mittleren Osten (minus 5,5 Prozent) verbucht. Damit gelang es den deutschen Anbietern von Wasser und Abwassertechnik wie schon den Jahren zuvor erneut, teilweise signifikante Rückgänge der Ausfuhren in eine wichtige Region durch ebenso deutliche Zuwächse in anderen Absatzregionen zu kompensieren. Von den zehn wichtigsten Einzelmärkten für Wasser und Abwassertechnik aus Deutschland entwickelten sich 2023 die Ausfuhren in sieben Märkte positiv und in drei Märkte (teils nur sehr leicht) negativ. Darunter ist auch China, 2020 noch der wichtigste Markt. China rangiert damit nur noch auf Platz 8 der wichtigsten Absatzmärkte vor der Schweiz und Spanien. Verändert wurde auch die Rangfolge der drei wichtigsten Exportmärkte. Angeführt von Frankreich mit 94 Millionen Euro (plus 3,4 Prozent) folgten die USA (92 Millionen Euro, plus 8,7 Prozent) und die Niederlande (70 Millionen Euro, minus 0,2 Prozent). Polen, 2022 noch auf Platz drei, verzeichnete einen Rückgang um 11,7 Prozent und reiht sich damit auf Platz vier vor Italien ein. Den prozentual höchsten Zuwachs der Ausfuhren aus Deutschland verzeichnete Spanien mit plus 20,4 Prozent.

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DWA Dialog Berlin und Mitgliederversammlung 2024

Der DWA Dialog Berlin, angekündigt für den 16. und 17. September 2024, muss abgesagt werden. Für die Veranstaltung wird ein neues Konzept erarbeitet und mit den Aufsichtsgremien der DWA abgestimmt. Die Mitgliederversammlung wird satzungsgemäß stattfinden, dieses Jahr als reine Online Versammlung am 16. September. MinDir’in Dr. Sibylle Pawlowski, Leiterin der Abteilung „Wasserwirtschaft, Gewässer und Bodenschutz, Meeresschutz“ im Bundesumweltministerium, wird um 16.30 Uhr zur Eröffnung einen Vortrag über Aktuelles aus der Wasserwirtschaft halten. Die eigentliche Mitgliederversammlung findet direkt im Anschluss von 17.00 bis ca. 19 Uhr statt. In den Juli Ausgaben der DWA Verbandszeitschriften KA und KW wird die Einladung mit Tagesordnung so wie Hinweisen zur Anmeldung und Teilnahme veröffentlicht.

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Biozide in der Umwelt: Neue Datenbank für Umweltmonitoring

In der neuen Datenbank „Biozide in der Umwelt“ (BiU) werden Daten zu Biozid Wirkstoffen in Gewässern, Böden oder Lebewesen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengestellt und sind frei abrufbar. Die Datenbank ist als eigenständiges Modul in der Datenbank „Informationssystem Chemikalien“ (ChemInfo) des Bundes und der Länder angelegt. Die Grundlage für die Datenbank wurde im Rahmen eines Gutachtens „Integration von Biozidmonitoringdaten aus Literaturquellen in eine Datenbank“ geschaffen. Hierbei wurden durch eine intensive Literaturrecherche Umweltmonitoringdaten von bioziden Wirkstoffen und ausgewählten Metabolitenaus wissenschaftlichen Publikationen, Forschungsberichten sowie Datenbanken zusammengetragen. Initial sind 91 biozide Wirkstoffe mit Datensätzen aus etwa 80 000 Wasser /Abwasserproben, 380 Boden /Klärschlammproben sowie 4500 biotischen Proben recherchierbar. Neben den Monitoringdaten werden auch Informationen zur Zulassung der Wirkstoffe im Rahmen der Biozid Verordnung sowie physikalisch chemische Daten bereitge stellt.
https://recherche.chemikalieninfo.de/biu

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MSE und PGS unterzeichnen Vertrag zur Lieferung von Klärschlammasche

MSE Mobile Schlammentwässerung GmbH (MSE) und die Phosphorgewinnung Schkopau GmbH (PGS), ein Gemeinschaftsunternehmen der Gelsen wasser AG und der EMG Easymining Germany GmbH, haben einen Vertrag über die Lieferung von Klärschlammasche unterzeichnet. Die Asche soll den Grundstein für die regionale Einführung der Phosphor Rückgewinnung mittels der Ash2Phos Technologie legen. Im Südwesten Deutschlands soll eine Ash2Phos Anlage errichtet werden. Bis diese mittelfristig in Betrieb gehen wird, können Aschen aus der Klärschlammverbrennung nach Schkopau in Sachsen Anhalt geliefert werden. In Schkopau läuft derzeit das Genehmigungsverfahren für die erste Phosphor Rückgewinnungsanlage der PGS auf Basis der Ash2Phos Technologie, deren Inbetriebnahme für Ende 2026 vorgesehen ist. Zum Betrieb der Anlage können direkt die Chemikalien genutzt werden, die im Chemiepark Schkopau bereits zur Verfügung stehen. Mit dem patentierten Ash2Phos Verfahren von Easymining, einem Tochterunternehmen innerhalb der Ragn Sells Gruppe, steht ein System zur Verfügung, das aus dem mineralischen Rohstoff Asche Calciumphosphat (RevoCaP™) als Rohstoff für phosphorhaltige Produkte gewinnt.

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Abwassersurveillance: Internationales Projekt EU-WISH gestartet

Die europäische Union hat im Dezember 2023 das Projekt „EU – Wastewater integrated Surveillance in Health“ (EUWISH) gestartet, das Nachweise von Krankheitserregern im Abwasser in allen teilnehmenden EU Mitgliedsstaaten etablieren und das Vorgehen vereinheitlichen soll. Dazu wurde ein Konsortium aus 62 Institutionen aus 26 Mitgliedsstaaten gebildet, das nationale Abwassersurveillance unterstützen, Experten wissen austauschen und Handlungsempfehlungen entwickeln soll. Deutschland wird hier vom Robert Koch Institut (RKI) und Umweltbundesamt (UBA) vertreten. Das RKI beteiligt sich insbesondere mit epidemiologischer und datenwissenschaftlicher Expertise sowohl an der Erstellung von Abwassersurveillance Strategien für die öffentliche Gesundheit als auch an der Entwicklung von Handlungsempfehlungen für die statistische Analyse von Abwasserdaten. Außerdem übernimmt das RKI federführend die Aufgabe der Projektevaluation. Das UBA beteiligt sich an der Etablierung und Harmonisierung von technischen Verfahren zur Abwassersurveillance, insbesondere hinsichtlich der Beurteilung und Bewertung der derzeitigen technischen Verfahren für Probenahme sowie Laborverfahren für den Nachweis (Quantifizierung) von Pathogenen. Dabei sollen auch strategische Probenahmeorte, die Probenahme, die Häufigkeit und der Transport von Proben sowie der analytische Nachweis mittels Laborverfahren so festgelegt werden, dass eine harmonisierte Vorgehensweise im Rahmen der Abwasserüberwachung innerhalb der EU erreicht werden kann.
https://www.eu-wish.eu

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Abwasserwiederverwendung: AIX-Net-WWR gestartet

Die Entwicklung standardisierter, semidezentraler Abwasserwiederverwendungssysteme und verschiedener innovativer Einzeltechnologien ist Ziel des AIX Net WWR, des „Aachen Network for Waste Water Reuse“, ein Netzwerk aus elf Unternehmen, einem Start Up und fünf Forschungseinrichtungen aus der Region Aachen, das am 1. Januar 2024 gestartet ist. Das Bündnis umfasst fünf Verbundprojekte: AIX WWR – Entwicklung und Beprobung eines kompletten Container Abwasserwiederverwendungs Systems für die Aufbereitung von häuslichem Abwasser mit innovativem, energieeffizientem Membranbioreaktor; AIXSOLVED – Entwicklung eines Reinigungsverfahrens, in dem Adsorber Granulat mit Enzymen biofunktionalisiert wird; AIX OXI – Entwicklung eines neuartigen Plasmareaktors zur energieeffizienten Spurenstoffentfernung und Entkeimung von Wasser; AIX WATCH – Entwicklung einer neuartigen Validierungsmethodik mittels innovativer Überwachungs und Steuerungskonzepte zur Sicherstellung der Wasserqualität; AIX DEZI – Entwicklung innovativer Nanofiltrationsmembranen und einer neuartigen FCDI Deionisierung, um salz , schwermetall oder spurenstoffenthaltende, industrielle Abwasserströme aufzuarbeiten und eine Wiederverwendung im Prozess zu er möglichen. Gefördert wird das Vorhaben durch das Programm RUBIN („Regionale unternehmerische Bündnisse für Innovation“) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.
https://www.intewa.com/de/forschung-und-entwicklung/aix-net-wwr

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Hessen: Land fördert Maßnahmen zum Wasserrückhalt

Damit die Städte und Gemeinden mit der durch trockene Sommer ausgelösten Wasserknappheit besser umgehen können, fördert das Land Hessen Maßnahmen zum Wasserrückhalt. Das sagte Umweltstaatssekretär Michael Ruhl Anfang März 2024 vor Vertretern aus Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft beim Wasserforum in Frankfurt am Main. Bei der Veranstaltung informierte das Umweltministerium als oberste Wasserbehörde über die Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie für den guten Zustand von Hessens Flüssen, Seen, Bächen und dem Grundwasser. Für die Maßnahmen der Gewässerentwicklung und des Hochwasserschutzes, die auch dem Wasserrückhalt dienen, stehen Fördermittel in Höhe von rund 40 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung, sagte Ruhl. Dazu zählen Maßnahmen der Ufer und Auenrenaturierung oder die Wasserrückhaltung im Wald, bei der das Oberflächenwasser durch Vertiefungen vor dem schnellen Abfließen geschützt wird.
https://flussgebiete.hessen.de/oeffentlichkeitsarbeit/wasserforum/2024

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Auftragseingang im Tiefbau 2023 gegenüber dem Vorjahr gestiegen

Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Bauhauptgewerbe ist im Jahr 2023 um 4,4 % gegenüber dem Vorjahr gesunken. Mit einem Volumen von 102,3 Milliarden Euro lag der Auftragseingang nominal (nicht preisbereinigt) 3,3 % über dem Vorjahresniveau und da mit erstmals im dreistelligen Milliardenbereich, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Die unterschiedliche Entwicklung von realen und nominalen Werten ist auf die zu Beginn des Jahres deutlich gestiegenen Baupreise zurück zuführen.
Im Hochbau gingen die realen Auftragseingänge um 11,4 % zurück und lagen mit 49,1 Milliarden Euro nominal 5,0 % unter dem Vorjahresergebnis. Der Tiefbau stieg im Vergleich zum Vorjahr real um 3,0 % und steigerte sich nominal um 12,2 % auf 53,2 Milliarden Euro. Großaufträge, vor allem im Bahnstreckenausbau und beim Bau der Kabeltrassen Suedlink und Süd Ost Link trugen maßgeblich zum vorliegenden Rekordergebnis bei. Der Jahresumsatz im Bauhauptgewerbe sank im Vergleich zum Vorjahr real um 3,3%. Nominal steigerte er sich um 3,5 % und erreichte einen neuen Höchststand von 113,8 Milliarden Euro. In dieser Statistik werden alle Betriebe von Unternehmen mit 20 und mehr tätigen Personen erfasst. Im Jahr 2023 waren das rund 9600 Betriebe und damit 1,8 % mehr als im Vorjahr. Seit 13 Jahren (2009: 7000 Betriebe) steigt die Zahl dieser Betriebe kontinuierlich.

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Experten: Wassermanagement der Spree ist dringend

Um die Sicherung des Wassermanagements der Spree und deren Nebenflüsse vor dem Hintergrund des Kohleausstiegs ging es in einer öffentlichen Anhörung des Umweltausschusses des Deutschen Bundestags am 21. Februar 2024. Der Anhörung zugrunde lag ein Antrag der CDU/CSU Fraktion (Bundestags-Drucksache 20/7585), in dem wegen drohen der Wasserknappheit in der Spree nach dem Kohleausstieg in der Lausitz ein Wassermanagementkonzept für die Region gefordert wird. Darin wird auf das Ergebnis einer Studie im Auftrag des Umweltbundesamts verwiesen, wonach nach dem gesetzlich festgelegten Ende der Braunkohleförderung im Lausitzer Revier im Jahr 2038 die Spree „örtlich bis zu 74 Prozent weniger Wasser“ führen könnte. Die Sachverständigen unterstützten das Ziel des Antrags und schlugen eine Reihe von Maßnahmen wie Wasserspeicherung und überleitung vor. Die Fragen der Abgeordneten betrafen vor allem diese Maßnahmen, aber auch die vorhandene Datenlage und die Zusammenarbeit von Bund und Ländern. Insgesamt äußerten sich neun Sachverständige in der Anhörung. Ihre Stellungnahmen, die Sachverständigenliste und das Video der Anhörung stehen im Internet zum Download bereit:
https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2024/kw08-pa-umwelt-wassermanagement-989406

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200 000 Euro Förderung für Pilotbetrieb zur Spurenstoffelimination auf der Kläranlage Speyer

In einem wissenschaftlich begleiteten Pilotbetrieb auf der Kläranlage Speyer testen die Entsorgungsbetriebe der Stadt Speyer (EBS) gemeinsam mit der rheinland pfälzischen Firma Zahnen Technik GmbH ein innovatives Verfahren zur Entfernung anthropogener Spurenstoffe, wie beispielsweise des Schmerzmittels Diclofenac, aus dem kommunalen Abwasser. Neu ist dabei neben einer innovativen Filtertechnologie die spezielle modulare Containerbauweise der Anlage, die einen flexibleren Betrieb und Einsatz ermöglicht und im Erfolgsfall eine potenzielle Lösung für vergleichsweise kleine Kläranlagen darstellt. Gereinigt wird das Abwasser in dieser 4. Reinigungsstufe durch Zugabe von Pulveraktivkohle und Fällmittel in ein Kontakt becken. Das rheinland pfälzische Klimaschutzministerium unterstützt das Projekt mit 200 000 Euro. Einen entsprechenden Förderbescheid übergab die rheinlandpfälzische Umweltministerin Katrin Eder am 23. Februar 2023 an die Entsorgungsbetriebe Speyer.

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Projektstart: Harmonisierung bestehender Messverfahren für den optimierten Betrieb von Faulungen und Biogas- anlagen

Die biologische Methanproduktion in Faulungs und Biogasanlagen erfordert unter anderem eine Überwachung der organischen Säuren. Jedoch sind die in der Praxis angewendeten Messverfahren noch nicht miteinander vergleichbar. Das von der Universität der Bundeswehr München koordinierte Verbundprojekt AciDi (Acid Digester; Organische Säuren als Steuerungsparameter für den optimierten Betrieb von Faulungen und Biogasanlagen) verfolgt das Ziel, die Verfahren zur Bestimmung des Stabilitätsparameters organische Säuren zu validieren und zu korrelieren.
„Betriebsweisen, welche die Methanausbeute erhöhen, bergen das Risiko von Prozessinstabilitäten“, erklärt Prof. Christian Schaum, Professur für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik. Dies kann sich ändern, wenn Prozessinstabilitäten durch einen Frühindikator angezeigt werden und sich daraus klare Betriebs und Handlungsempfehlungen für die Betreiber ergeben. Die Konzentration an organischen Säuren ist ein geeigneter Frühindikator, da diese Säuren eine Hemmung durch die Akkumulation von Stoffwechselzwischenprodukten darstellen. In der Praxis gibt es eine Vielzahl von nicht standardisierten Verfahren zur Überwachung der organischen Säuren.
Der hohe Innovationsgrad von AciDi ergibt sich aus der Zusammenführung verschiedener Messverfahren und -methoden für organische Säuren. Dabei wird die neuartige Entwicklung eines Sensors integriert. Mit Abschluss von AciDi wird es für Betreiber eine allgemeingültige Leitlinie für die Bewertung von Prozessinstabilitäten geben. Das dreijährige Forschungsvorhaben läuft seit Januar 2024 und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) im Rahmen des 7. Energieforschungsprogramms im Themenfeld „Energetische Nutzung biogener Rest und Abfallstoffe“ gefördert. Am Projekt AciDi sind neben der Universität der Bundeswehr München das Fraunhofer Institut für Bauphysik IBP, die Hach Lange GmbH sowie die Finsterwalder Umwelttechnik GmbH & Co. KG und die ALLNET GmbH beteiligt. Das Forschungskonsortium wird zusätzlich von acht assoziierten Partnern unterstützt, die vor allem als Betreiber von Kläranlagen tätig sind.

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Notfallvorsorgeplanung: Abschluss des Projekts „NOWATER“

Am 1. März 2024 fand die Abschlussveranstaltung des Forschungsprojekts NOWATER (Notfallvorsorgeplanung der Wasserver und entsorgung von Einrichtungen des Gesundheitswesens – organsatorische und technische Lösungsstrategien zur Erhöhung der Resilienz) statt. Die Online Vorstellung bot neben der Vorstellung der Ergebnisse durch die Projektbeteiligten Raum für Fragen und Diskussionen mit den über 200 interessierten Teilnehmenden. Das Forschungsprojekt NOWATER wurde zwischen Mai 2020 und Oktober 2023 als interdisziplinäres Verbundprojekt realisiert. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung förderte NOWATER im Rahmen des Programms „Forschung für die zivile Sicherheit“.

Projekt Website mit Download Möglichkeiten:
www.gfa-news.de/gfa/webcode/20240308_005

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Leitfaden Nachhaltigkeitsberichterstattung in der Wasserwirtschaft in Arbeit

Die deutsche Wasserwirtschaft arbeitet als einer der ersten Wirtschaftssektorenverbändeübergreifend an einem Leitfaden zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach CSRD, der EU Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Angesiedelt im European Green Deal der Europäischen Union geht es dabei um eine nachvollziehbare Unternehmenssteuerung in Richtung Nachhaltigkeit und eine ebensolche Neuausrichtung des Kapitalmarkts. Nachhaltigkeitsleistungen sollen künftig gleichwertig zu finanziellen Aspekten zur Beurteilung von Unternehmen herangezogen werden.
Umsetzung findet dieser Ansatz in verschiedenen Richtlinien: die CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive), die Taxonomy Regulation, die SFDR (Sustainable Finance Disclosure Regulation) bei den Banken, das LkSG (Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz) auf deutscher Seite bzw. die CSDDD (Corporate Sustainability Due Diligence Directive) auf europäischer Seite.
Um als deutscher Trinkwasser und Abwassersektor die Anforderungen der Berichterstattung gut bewältigen zu können, wurde eine verbändeübergreifende Arbeitsgruppe zwischen BDEW, DVGW, DWA und VKU gegründet, um allen Unternehmen, die direkt nach CSRD und Taxonomie berichterstattungspflichtig sind, ebenso wie die mittleren und kleinen Unternehmen, die ihre Nachhaltigkeitsentwicklung auf Anfrage ebenfalls offenlegen müssen, bestmöglich zu unterstützen. Ziel ist zunächst, eine praxistaugliche Handlungsorientierung zur Umsetzung der verbindlich vorgeschriebenen europäischen Nachhaltigkeitsberichtstandards, den ESRS (European Sustainability Reporting Standards), zu geben, an der sich jedes einzelne Unternehmen individuell orientieren kann.
Zentrales Element wird dabei die sektorbezogene Wesentlichkeitsanalyse der Themen der Trink wie Abwasserunternehmen sein, in der sich viele Unternehmen hoffentlich wiederfinden können.
Das so erarbeitete ESRS Set für die Wasserwirtschaft soll neben weiteren konkreten Handlungsempfehlungen bis zum Jahresende in einen Branchenleitfadenmünden.
Nicht zuletzt hält die Arbeitsgruppe engen Kontakt mit dem Rat für Nachhaltige Entwicklung, der derzeit an einem Reformvorhaben des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) arbeitet. Einige Wasserwirtschaftsunternehmen nutzen den DNK als vergleichsweise einfach zu gänglichen Prozessstandard der Nachhaltigkeitsberichterstattung bereits heute. Auch hierüber verspricht sich die Arbeitsgruppe gute Hinweise und nutzbringende Möglichkeiten, um gesetzliche Anforderungen mit vertretbarem Aufwand zugunsten der Wasserwirtschaftsunternehmen verfügbar zu machen.

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Umweltkriminalität: Liste der Straftaten und Sanktionen wird länger

Das EU Parlament hat neue Vorschriften gegen Umweltkriminalität in der EU angenommen, in denen entsprechende Strafen vorgesehen sind. Die neue Richtlinie, auf die man sich am 16. November 2023 mit dem Rat geeinigt hatte, enthält eine aktualisierte Liste von Straftatbeständen, die nun unter anderem auch die Erschöpfung von Wasservorräten umfasst. Die Abgeordneten sorgten dafür, dass in den neuen Vorschriften sogenannte qualifizierte Straftaten aufgeführt werden, zum Beispiel weitreichende Verschmutzungen von Luft, Wasser und Boden, die Ökosysteme zerstören und deshalb mit Ökoziden vergleichbar sind.
Umweltdelikte, die von Einzelpersonen und Vertretern von Unternehmen begangen werden, sollen je nach Dauer, Schwere oder Umkehrbarkeit der Schäden mit Freiheitsstrafen geahndet werden können. Qualifizierte Straftaten sollen mit acht Jahren Haft, Straftaten, die den Tod eines Menschen zur Folge haben, mit zehn Jahren Haft und die übrigen Straftaten mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden. Die Geldstrafen für Unternehmen können je nach Art der Straftat bis zu drei oder fünf Prozent ihres weltweiten Jahresumsatzes bzw. 24 oder 40 Millionen Euro betragen. Die Mitgliedstaaten können entscheiden, ob sie Straftaten verfolgen, die nicht in ihrem Hoheitsgebiet begangen wurden.
Die Richtlinie tritt am 20. Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft. Die Mitgliedstaaten haben anschließend zweiJahre Zeit, sie in innerstaatliches Recht umzusetzen.
Vorgang im Informationssystem des EU Parlaments:
www.gfa-news.de/gfa/webcode/20240227_002

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IBM stellt bis zu 45 Millionen US-Dollar für Anpassung an Klimawandel bereit

Die Resilienz von Städten verbessern – das ist das Ziel der neuen Ausschreibung des IBM Sustainability Accelerator. IBM ruft Behörden und Non Profit Organisationen auf, ihre Bewerbungen für das Pro Bono Umweltprogramm abzugeben. IBM erhöht zudem die Investitionen in den Sustainability Accelerator um 50 Prozent: In den nächsten fünf Jahren investiert das Unternehmen bis zu 45 Millionen US Dollar in Form von Geld und Sachspenden für Technologie und Dienstleistungen. Mit dem Sustainability Accelerator unterstützt IBM weltweit Bevölkerungsgruppen, die durch den Klimawandel besonders gefährdet sind. Da zu kommen Technologien von IBM ein schließlich IBM watsonx, eine KI und Datenplattform sowie KI Assistenten, zum Einsatz. Jährlich werden eine neue Ausschreibung und ein neues Nachhaltigkeitsthema angekündigt. Bewerbungen sind bis zum 30. April 2024 möglich.
https://www.ibm.com/impact/initiatives/ibm-sustainability-accelerator/cities

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Künstliche Intelligenz erkennt Gebäude in Luftbildern

Seit über vier Jahren wird im Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN) eine Software entwickelt, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) Gebäude in Luftbildern erkennen kann. Die erste KI, die im LGLN zum Einsatz kommt, gehört in den Bereich der Bildsegmentierung. Vereinfacht gesagt klassifiziert sie jedes Pixel eines Luftbildes in die Klassen „Dach“ und „kein Dach“. Somit ist es der KI möglich, die Lage und Form jedes aus der Luft sichtbaren Gebäudes zu erfassen. Genau genommen nutzt die KI dabei keine Luftbilder, sondern sogenannte Digitale Orthophotos (DOP), also auf eine Referenzfläche entzerrte und damit lagerichtige Luftbilder. Da heutzutage bei den DOPs ein digitales Oberflächenmodell als Referenzfläche verwendet wird, spricht man auch von TrueDOPs. In diesen sind auch die Dächer der Gebäude lagerichtig abgebildet und verdecken keine Bereiche neben den Gebäuden. Wie in den meisten Bundesländern haben diese TrueDOPs in Niedersachsen eine Bodenpixelgröße von 20 cm. Um alle Gebäude in Niedersachsen zu finden, muss die KI rund 12 000 TrueDOP Kacheln durchsuchen. Diese haben jeweils eine Größe von 2 km × 2 km. Mit den aktuell verfügbaren Cloud Ressourcen dauert die KI Gebäudeerkennung für ganz Niedersachsen ca. drei Tage. Diese Zeit ließe sich aber durch das Buchen weiterer Ressourcen nahezu beliebig reduzieren.

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K+S und die Anrainer von Werra und Weser vertiefen den gemeinsamen Austausch

K+S und das Landkreisbündnis Hamelner Erklärung e. V. wollen ihren gemeinsamen Austausch zur Reduzierung der Salzbelastung in Werra und Weser weiter vertiefen. Der Kasseler Düngemittel und Salzproduzent und die überregionale Vereinigung von Landkreisen und Anrainerkommunen der Flüsse haben in Göttingen eine Vereinbarung unterzeichnet, um die konstruktiven Gespräche der vergangenen Jahre zu würdigen und künftig noch stärker zu institutionalisieren.
Die Vereinbarung ist auf eine Dauer von zehn Jahren ausgelegt und sieht einen regelmäßigen Austausch vor. Gemeinsames Ziel ist es, die weitere Reduzierung der Salzbelastung in Werra und Weser und die dafür vorgesehenen Maß nahmen konstruktiv zu begleiten sowie die nachhaltige Wertschöpfung der Kali Industrie im hessisch thüringischen Kalirevier zu stärken, so K+S in einer Presse mitteilung. Dabei werde das Landkreis bündnis prüfen, welche Fortschritte bei der Rückstandsentsorgung bereits erzielt wurden und welchen Beitrag die weiteren Planungen von K+S für die Verbesserung des ökologischen Zustands von Werra und Weser leisten. Im Geiste dieser neuen, vertieften Zusammenarbeit wurde auch vereinbart, etwaige Streitpunkte im konstruktiven Dialog zu klären.

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Bürgerinnen und Bürger fordern mehr Stadtbegrünung gegen Hitze und Entsiegelung

Bürgerinnen und Bürger erwarten von der Bundesregierung ein entschlossenes Handeln gegen die Folgen des Klimawandels. Das ist das zentrale Ergebnis der fünf regionalen Dialogveranstaltungen zur Klimaanpassung, die Anfang März 2024 der Staatssekretärin Christiane Rohleder im Bundesumweltministerium übergeben wurden. Die Bürgerinnen und Bürger fordern mehr innerstädtisches Grün gegen die Hitze und die Entsiegelung von Flächen, damit das Regenwasser wieder in den Boden gelangen kann. Außerdem möchten sie, dass die Entnahme von Grundwasser zum Schutz der Ressourcen klar geregelt wird und sie vor Wetterextremen geschützt arbeiten, lernen und wirtschaften können, damit Leistungsfähigkeit und Gesundheit erhalten bleiben. Die Verkehrsinfrastruktur, insbesondere ÖPNV und Bahn, müsse auch bei Extremwetterereignissen und Hitze zuverlässig funktionieren.
Auf Einladung des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes trafen sich im Herbst letzten Jahres zu fällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger in fünf Dialogveranstaltungen in den unterschiedlich vom Klimawandel betroffenen Regionen Ostseeküste in Wismar, Mittelelbe in Dessau Roßlau, Rhein Ruhr in Duisburg, Rhein Main in Worms und Bayerischer Wald in Zwiesel. Jeweils zwei Tage lang erarbeiteten insgesamt 331 Personen Ideen und Empfehlungen dazu, wie sich die Zukunft im Klimawandel lebenswert gestalten lässt. Bürger delegierte aus den verschiedenen Regionen haben im März die Empfehlungen dem Bundesumweltministerium übergeben.

Weitere Informationen:
www.gfa-news.de/gfa/webcode/20240308_002

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Emschergenossenschaft: Bis zu 10 000 Euro Zuschuss für Dachbegrünungen

Hauseigentümer*innen im Einzugsgebiet der Emschergenossenschaft in den 16 Emscher Kommunen können für Dachbegrünungen Geld aus dem Förderprogramm „10 000 Grüne Dächer“ bekommen. Bis zu 200 Quadratmeter Dachbegrünung pro Grundstück werden bezuschusst, das kann in Summe 10 000 Euro Förderung bedeuten. Das Förderprogramm „10 000 Grüne Dächer“ hat die Emschergenossenschaft 2023 als Teil der Zukunftsinitiative Klima.Werk veröffentlicht. „Wir brauchen dieses Engagement von privaten Immobilienbesitzerinnen und besitzern, um Flächen und Infrastrukturen in den Städten an die Folgen des Klimawandels anzupassen“, betont Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzen der der Emschergenossenschaft. „Damit Regenwasser nicht mehr in die Kanalisation fließt, benötigen wir Speichermöglichkeiten – zum Beispiel in Form von Gründächern.“
www.klima-werk.de/gruendachfoerderung

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CrowdWater-App: Daten für die Forschung

Um die Auswirkungen des Klimawandels besser dokumentieren und wissenschaftlich untersuchen zu können, setzen Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) auch auf die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger. Mittels ihrer Smartphones und der App „CrowdWater“ können sie einfach Pegelstände von Gewässern melden. Die Daten der Bürger*innen ergänzen die durch die EGLV eigenen Pegelstationen erfassten Messdaten – besonders an den kleineren Zuflüssen zur Emscher und Lippe, die häufig über ein weniger dichtes Pegelnetz verfügen. Emschergenossenschaft und Lippeverband bieten ab dem Sommer Workshops und Führungen an den Gewässern an, um Interessierte zu schulen. Dabei erfahren die Teilnehmenden mehr über die Folgen des Klimawandels auf die örtlichen Fließgewässer und üben den Umgang mit der App. Die kostenlose Crowd Water App wurde von der Universität Zürich entwickelt und kann in den gängigen App Stores für Smartphones her untergeladen werden. Weitere Informationen zum Projekt:
www.eglv.de/bachbeobachter

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Bundestag: DWD-Gesetz beschlossen

Der Bundestag hat im Februar 2024 mit breiter Mehrheit das DWD Gesetz beschlossen. Damit wird – vor dem Hintergrund der Flutkatastrophe in Rheinland Pfalz und Nordrhein Westfalen 2021 – die Rechtsgrundlage dafür geschaffen, dass der Deutsche Wetterdienst (DWD) ein Naturgefahrenportal betreiben und künftig besser zu Extremwetterlagen in formieren kann.

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NRW: Vernetzungsstelle gegen Umweltkriminalität am Start

Zum Jahresbeginn hat die Vernetzungsstelle Umweltkriminalität im Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen ihre Arbeit aufgenommen. Ihre Aufgabe ist es, die an der Bekämpfung der Umweltkriminalität beteiligten Behörden enger miteinander zu vernetzten. Ziel ist es, gemeinsam mit den beteiligten Netzwerkpartnern standardisierte Konzepte zur Bekämpfung, Verfolgung und Prävention von Straftaten gegen die Umwelt zu entwickeln. Die neue Vernetzungsstelle berät die Akteure der Bekämpfung der Umweltkriminalität und fungiert als Bindeglied zwischen den zuständigen Stellen. DieZentralstelle für die Verfolgung von Umweltkriminalität bei der Staatsanwaltschaft Dortmund, das Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, die Bezirksregierungen, die Wasserschutzpolizei und das Institut der Feuerwehr sind nur einige der vielzähligen Akteure. Die Vernetzungsstelle des Landeskriminalamts ist mit vier Polizeibeamtinnen und -beamten besetzt, die durch Fachkräfte des Umweltingenieurwesens und der Finanzanalysen unterstützt werden.

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Sturzflut-Hinweiskarte für Bayern veröffentlicht

Die neue Hinweiskarte „Oberflächenabfluss und Sturzflut“ liefert Kommunen und Bürgern in ganz Bayern individuelle Hinweise auf mögliche Sturzflutgefahren. Diese Hinweise können in gemeindlichen Planungen und Konzeptionen für künftige Bauvorhaben berücksichtigt werden. Auch Alarm- und Einsatzpläne in den Gemeinden können aufgrund der Daten angepasst werden. Daneben können Kommunen die Hinweise zum Anlass nehmen, weiterführende Detailkonzepte zum Sturzflut-Risikomanagement zu erstellen. Der Freistaat fördert die Erstellung dieser kommunalen Konzepte zum Sturzflut-Risikomanagement mit 75 Prozent. Aktuell haben rund 200 Kommunen Mittel im Umfang von rund 20 Millionen Euro beantragt. Mittel für weitere Förderanträge werden zur Verfügung gestellt. Das Umweltministerium appelliert an die Kommunen, von den Fördermöglichkeiten entsprechend Gebrauch zu machen. Die Karte wurde auf der Basis eines digitalen Geländemodells erstellt. Im Vorfeld der Veröffentlichung wurden alle bayerischen Gemeinden einbezogen und erhielten Zugang zum Entwurf der Karte. Die Karten sind im Internet über den Umwelt-Atlas abrufbar:
https://s.bayern.de/hios

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Berlin: Karten zu Starkregen veröffentlicht

Berlin veröffentlicht im Rahmen des Starkregenrisikomanagements eine Starkregenhinweiskarte und für ausgewählte Gebiete Starkregengefahrenkarten. Die flächendeckende Starkregenhinweiskarte für Berlin bietet eine erste Orientierungshilfe, wo es bei Starkregen aufgrund von Geländetiefpunkten zu möglichen Überflutungen kommen könnte. Zudem dokumentiert sie Daten von
Stark regeneinsätzen der Berliner Feuerwehr. Desweitern liegen aktuell für die Gebiete Flughafensee, Moabit sowie rund um den Obersee und den Orankesee in Lichtenberg detaillierte Starkregengefahrenkarten vor. Weitere Gebiete werden in den kommenden Jahren sukzessive in enger Zusammenarbeit von den Berliner Wasserbetrieben und der Senatsverwaltung ergänzt. Die Starkregengefahrenkarte gibt unter anderem Aufschluss darüber, wie hoch Wasser an bestimmten Standorten stehen kann oder welche maximalen Fließgeschwindigkeiten für verschiedene Regenszenarien auftreten können.
https://www.berlin.de/sen/uvk/umwelt/wasser-und-geologie/starkregen-und-ue-berflutungen

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Deutscher Städtetag: Ressource Wasser besser schützen

Die Städte wollen die Ressource Wasser in Deutschland besser schützen und den Verbrauch von Oberflächen- und Grundwasser gerade in den Sommermonaten noch stärker in den Blick nehmen. Dazu braucht es mehr Daten zum Wasserverbrauch und für das Gewässermonitoring sowie mehr Möglichkeiten, die Wasserentnahme aus Grundwasser, Flüssen und Seen bei Wasserknappheit zu regulieren. Dies betonte Katja Dörner, Oberbürgermeisterin in Bonn und Vizepräsidentin des Deutschen Städtetages, nach der Sitzung des Präsidiums und des Hauptausschusses in Trier. Außerdem sprechen sich die Städte für bundesweit einheitliche Entnahmeentgelte aus und wollen, dass gereinigtes Abwasser zur Bewässerung von Feldern und Stadtgrün genutzt werden kann.
In den heißen Sommern der Jahre 2022 und 2023 haben bereits jeweils rund 80 Kommunen Allgemeinverfügungen oder Rechtsverordnungen erlassen, die die Nutzung von Trink- oder Grundwasser für bestimmte Zwecke beschränken oder die Entnahme von Wasser aus Oberflächengewässern wie Flüssen oder Seen zeitweise untersagt haben. Bisher muss jede Kommune diese Allgemeinverfügungen für sich selbst stricken. Die Städte wünschen sich deshalb klarere Leitlinien von Bund und Ländern, wie sie etwa mit Nutzungskonflikten von Industrie und Landwirtschaft umgehen und ab wann die Wassersituation vor Ort ein Eingreifen erfordert.

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RKI: Infektionsrisiken durch Überschwemmungen überschätzt

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat eine Übersichtsseite zu überschwemmungsassoziierten Infektionskrankheiten mit zahlreichen weiterführenden Links erstellt. Das Risiko von Ausbrüchen von Infektionskrankheiten durch Überschwemmungen wird nach Einschätzung des RKI in der Öffentlichkeit meist überschätzt, gerade bei Überschwemmungen in Industrieländern. Grundsätzlich können aber über fäkal kontaminiertes Wasser (zum Beispiel Überflutung von Abwassersystemen) bestimmte mit dem Stuhl ausgeschiedene Erreger übertragen werden und zu Magen-Darm-Erkrankungen oder Hepatitis A führen. In der Vergangenheit gab es bei
Überschwemmungen in Deutschland allerdings keine Hinweise auf außergewöhnliche Infektionsgeschehen. Trotzdem empfiehlt das RKI in von Überschwemmungen betroffenen Gebieten bestimmte Vorsichtsmaßnahmen zur Vermeidung von Infektionsrisiken.
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/U/Ueberschwemmung/Infektionsrisiken.html

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Klimawandel künftig Schwerpunkt des Europäischen Rechnungshofs

Klimawandel wird einer von vier Bereichen, die künftig bei Prüfungen des Europäischen Rechnungshofs besondere Priorität bekommen. Intensiver prüfen will der Rechnungshof auch in den Bereichen Wettbewerbsfähigkeit, außenpolitisches Handeln und öffentliche Finanzen. Die Institution hat am 12. Dezember 2023 ihr Arbeitsprogramm mit den Prüfungsschwerpunkten für die kommenden zwei Jahre veröffentlicht. Die neue Liste des Rechnungshofs enthält 73 Prüfungsaufgaben und Analysen, in deren Rahmen EU-Maßnahmen in strategischen Schwerpunktbereichen bewertet werden. Unter der Rubrik „Klimawandel, Umwelt und natürliche Ressourcen“ sind im Arbeitsprogramm zwölf Prüfungen zu so unterschiedlichen Themen wie Gasversorgungssicherheit, Hungerbekämpfung, Bio-Landwirtschaft, Qualität des eerwassers und Waldbrände vorgesehen. Außerdem wollen die Prüfer auch die Anerkennung von Berufsqualifikationen in der EU analysieren.
https://www.eca.europa.eu/de/publications/WP-2024

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Handbuch zur Betriebsanalytik auf Kläranlagen – 4. Auflage Juli 2023

Mit den stetig wachsenden Anforderungen an die Abwasserreinigung und Schlammbehandlung werden auch die zu bewältigenden Aufgaben in der Abwasseranalytik immer umfangreicher.
Um dem Betriebspersonal auf Kläranlagen eine Unterstützung bei der täglichen Arbeit zu geben, wurde im Handbuch zur Betriebsanalytik auf Kläranlagen auf eine übersichtliche und prägnante Beschreibung der wichtigsten Analysemethoden besonders geachtet.
Eine nachvollziehbare Arbeitsweise und die richtige und gleichermaßen gewissenhafte Anwendung der beschriebenen Analysemethoden bilden die Grundlage, um die Funktionalität der ihnen anvertrauten Anlagen zu beurteilen und verfahrenstechnisch optimal zu betreiben.

Die Seiten sind laminiert und haben eine Spiralbindung.
Ausgabe: Oktober 2023
Autor: Cybulski, Barbara; Schwentner Gert

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„Gurkenwasser“ gegen Eis

Eine besondere Kooperation gibt es in Bayern beim Winterdienst auf den Straßen: In den Straßenmeistereien des Staatlichen Bauamts Landshut wird Salzwasser, das bei der Produktion von Gewürzgurken übrigbleibt, aufbereitet und für den Winterdienst eingesetzt. Das „Gurkenwasser“ wird von der Firma Develey Senf & Feinkost GmbH geliefert. „Das Projekt ist ein voller Erfolg“, so der bayerische Verkehrsminister Christian Bernreiter. „Deshalb setzen wir die Zusammenarbeit mit der Firma Develey fort und sparen so jedes Jahr mindestens 100 Tonnen Salz und 800000 Liter Wasser an den Straßenmeistereien rund um Dingolfing ein.“

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DWA distanziert sich von rechtsextremem Gedankengut

Aus aktuellem Anlass haben Präsident und Bundesgeschäftsführung der DWA eine Erklärung zu rechtsextremem Gedankengut abgegeben: „Mit großer Erschütterung haben wir die zunehmende Verbreitung autoritärnationalistischen Gedankenguts und das Erstarken von demokratiefeindlichen politischen Parteien, die derartiges Gedankengut vertreten, beobachtet. Die im Januar 2024 bekannt gewordenen Geheimtreffen zwischen Politikern, Neonazis und Unternehmern entsetzen uns. Wir, die DWA Bundesgeschäftsführung und der DWA-Präsident, distanzieren uns – stellvertretend für die gesamte DWA – scharf von einem solchen Gedankengut!
Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. setzt sich bei ihrer Arbeit im Umweltschutz für Diversität und Toleranz und für das demokratische Gemeinwesen ein. Unsere Vielfalt ist unsere Stärke.“

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Umweltinnovationsprogramm: Förderung durch das Bundesumweltministerium

Das Bundesumweltministerium hat die Richtlinie zur Förderung von Investitionen mit Demonstrationscharakter zur Verminderung von Umweltbelastungen (Umweltinnovationsprogramm) veröffentlicht. Gefördert werden modellhafte Investitionen zur Vermeidung und Verminderung von Umweltbelastungen in unter anderem folgenden Bereichen: Abwasserbehandlung; Abfallvermeidung, -verwertung und -beseitigung; Circular Economy; Bodenschutz; Luftreinhaltung, Klimaschutz; Energieeinsparung, Energieeffizienz, Nutzung erneuerbarer Energien; Ressourceneinsparung und -effizienz, Materialeinsparung und -effizienz. Gefördert werden können auch modellhafte Investitionsvorhaben, mit denen eine Anpassung an den Klimawandel erreicht werden soll, sofern dadurch Umweltbelastungen unmittelbar vermieden oder vermindert werden. Die Anlagen und Verfahren müssen über den Stand der Technik hinausgehen oder eine neuartige Verfahrenskombination im ausgewählten Anwendungsbereich darstellen und im technischen Sinne Demonstrationscharakter (großtechnische Demonstration) haben. Die Förderrichtlinie ist am 1. Januar 2024 in Kraft getreten und läuft bis zum 31. Dezember 2026.

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EU stärkt Abwasserepidemiologie

HERA, die für Krisenvorsorge und -reaktion im Gesundheitsbereich zuständige Behörde der EU-Kommission, will im Jahr 2024 das Global Wastewater Sentinel System erweitern und ein internationales Konsortium gründen, das sich auf die Überwachung von COVID und anderen Viren im Abwasser konzentriert. Das Programm soll Mittel aus verschiedenen Quellen einwerben und wird in einem ersten Schritt in Zusammenarbeit mit der Bill and Melinda Gates Foundation mehr als 20 Flughäfen in Europa und Afrika
abdecken. Ihren Arbeitsplan für 2024 und das Budget hat die Einrichtung im Dezember 2023 verabschiedet.

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Abwasser als Wärmequelle: Prüfung in Düren

Wärme aus dem Dürener Abwasser für die Heizung und für die Trinkwarmwasseraufbereitung nutzen – dieses Ziel, neue Wege bei der Nutzung erneuerbarer Energien zu begehen, möchten die Stadt werke Düren (SWD) und der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) gemeinsam verfolgen. Deshalb haben sie im Dezember 2023 eine Absichtserklärung – unterzeichnet, der eine gemeinsame Abstimmung von Zielen und Grundlagen für eine künftige Kooperation der beiden Unternehmen beinhaltet. Dies geschieht mit der Intention, die Wärmepotenziale des Hauptabwassersammlers und seiner Nebensammler vor dem Hintergrund der Sanierung der Abwassersammlergesamtstrecke sowie die Wärmepotenziale des Ablaufs der Kläranlage Düren-Merken für eine energetische Nutzung zu erschließen. In diesem Rahmen wird auch über eine gemeinsame Machbarkeitsstudie gesprochen, die erforscht, welche Potenziale es gibt, die Abwärme des Dürener Abwassers für die Wärmeversorgung von Haushalten und Gewerbe zu nutzen, und welche Vorteile sich daraus für die Umwelt ergeben. Die Analyse erfolgt parallel zur umfangreichen Sanierung des Dürener Abwassersystems. Das gesammelte Abwasser hat in Düren derzeitig ganzjährig eine Temperatur von 12 bis 30 °C. Eine Besonderheit ist in Düren der hohe Anteil von warmen Abwässern der Industrie.

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Deutschlandwetter: 2023 mit neuem Rekord und reichlich Niederschlag

Das Jahr 2023 war in Deutschland das wärmste seit Messbeginn 1881. Im Gegensatz zu den früheren warmen Jahren, die oft von Trockenheit und Hitzewellen geprägt waren, dominierten 2023 eher feucht-warme Bedingungen mit hohen Niederschlagsmengen, so der Deutsche Wetterdienst (DWD) in einer Mitteilung zum Jahresende. Leicht positiv war auch die Sonnenscheinbilanz 2023, wie der DWD nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen meldete. Auch global wird 2023 nach Angaben des EU-Klimadienstes Copernicus das bisher wärmste Jahr. Im Jahr fielen mit rund 958 l/m² über 20 Prozent mehr Niederschlag als in der Referenzperiode 1961 bis 1990 (789 l/m²). Im Vergleich zu 1991 bis 2020 erreichte die Menge ebenfalls ein Plus von rund 20 Prozent des Solls (791 l/m²). Einen Niederschlagsüberschuss gab es bis auf Februar, Mai, Juni und September in allen anderen Monaten des Jahres. Der November erwies sich sogar als Zweitnassester seit 1881. Entlang der Alpen, im Schwarzwald und sogar im Bergischen Land fielen mehr als 2000 l/m². Hingegen blieb der Nordosten der Republik mit weit verbreiteten Mengen um 600 l/m² vergleichsweise „trocken“. Bad Berneck im Fichtelgebirge verkündete während eines Unwetters am 22.6. mit 120,7 l/m² den höchsten Tagesniederschlag. Mit größeren Hochwassern, vor allem in Teilen des Nordens, endete 2023.
www.dwd.de/klimastatu

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Novelle der dualen Ausbildung für Umwelttechnologen

Die Ausbildungsordnungen der umwelttechnischen Berufe wurden aktualisiert und die Berufe mit neuen Abschlussbezeichnungen versehen. Herausforderungen wie Digitalisierung, Klimawandel sowie technische und rechtliche Anforderungen haben diese Modernisierung der umwelttechnischen Berufe erforderlich gemacht, so die beteiligten Ministerien und das Bundesinstitut für Berufsbildung. Veröffentlicht sind die neuen Ausbildungsordnungen im Bundesgesetzblatt I, Nr. 395 vom 22. Dezember 2023, 1–61.
Sie treten zum 1. August 2024 in Kraft. Die Berufe heißen jetzt statt „Fachkraft für …“ „Umwelttechnologe/Umwelttechnologin …“ für Wasserversorgung, für Abwasserbewirtschaftung, für Kreislauf- und Abfallwirtschaft sowie für Rohrleitungsnetze und Industrieanlagen.
Gleichzeitig gibt es in den einzelnen Berufen verschiedene Neuerungen, unter anderem: Bei den Umwelttechnologen/ Umwelttechnologinnen für Wasserversorgung waren der nachhaltige Umgang mit der Ressource Wasser und die Optimierung von Prozessen, um Wasserverluste zu verhindern, wichtige Aspekte im Neuordnungsprozess. Das Berufsprofil der Umwelttechnologen Umwelttechnologinnen für Abwasserbewirtschaftung wird vor dem Hintergrund des Klimawandels um den Schwerpunkt Regenwasserbewirtschaftung erweitert und es kommen weitergehende Reinigungsverfahren hinzu. Bei den Umwelttechnologen Umwelttechnologinnen für Kreislauf- und Abfallwirtschaft entfallen die bisherigen Schwerpunkte, sodass sie zukünftig vielfältiger einsetzbar sind. Die Umwelttechnologen/Umwelttechnologinnen für Rohrleitungsnetze und Industrieanlagen werden weiterhin in diesen beiden Schwerpunkten ausgebildet, allerdings haben sich die zeitlichen Richtwerte von 30 auf 42 Wochen erhöht. Die gemeinsamen Kernqualifikationen bleiben erhalten. Allerdings reduziert sich der zeitliche Umfang hier von 15 auf zwölf Monate. So wird mehr Raum für die berufsspezifischen fachlichen Inhalte und die erhöhten Anforderungen an die IT-Sicherheit geschaffen. An die Stelle der traditionellen Prüfungsstruktur aus Zwischen- und Abschlussprüfung tritt in Zukunft die Gestreckte Abschlussprüfung.
www.bibb.de/UT-Berufe
www.recht.bund.de/bgbl/1/2023/395/VO.html

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Wiederherstellung der Ahr als Projekt mit bundespolitischer Bedeutung

Die an der Ahr zerstörten Flusslandschaften entstehen neu oder werden wiederaufgebaut. Dazu wurde Anfang Januar 2024 eine Forschungskooperation besiegelt, die eine wissenschaftliche Begleitung dieses Vorhabens ermöglicht. Kooperationspartner sind neben der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler das Umweltund Klimaschutzministerium RheinlandPfalz, der Landkreis Ahrweiler, die Universität Koblenz sowie die Hochschulen Koblenz und Trier samt dem UmweltCampus Birkenfeld. Das Land hat einer Pressemitteilung des Umweltministeriums zufolge zusätzliche Haushaltsmittel in Höhe von 1,8 Millionen Euro für die Laufzeit von sechs Jahren vorgesehen. Es soll keine Eins-zu-eins-Wiederherstellung erfolgen: Die Ahr und ihre Zuflüsse sollen künftig resilienter werden und für zukünftige Hochwasserereignisse, aber auch für Zeiten mit Niedrigwasser besser gerüstet sein. Insgesamt fünf Ingenieurbüros haben eine Bestandsaufnahme der Schäden und Defizite vorgenommen und rund 1000 Einzelmaßnahmen zur Gewässerwiederherstellung vorgesehen. Projektkoordinator ist Stefan Stoll, Professor für Interdisziplinären Umweltschutz am Umwelt-Campus Birkenfeld, der zur Hochschule Trier gehört.

Kompetenzzentrum Wasser
Hessen geht an den Start

Die hessische Umweltministerin Priska Hinz hat an der Goethe-Universität Frankfurt das Hessische Kompetenzzentrum Wasser (KWH) eröffnet, in dem Akteure aus Wissenschaft und Bildung, Verwaltung, Politik und Wasserwirtschaft vernetzt sind. Die Ziele: Probleme sollen auf Systemebene angegangen, wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in die wasserwirtschaftliche Praxis überführt und das Bildungsangebot erweitert werden. In das KWH werden das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV), das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG), die Regierungspräsidien, alle hessischen Universitäten, viele hessische Hochschulen sowie die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) ihre jeweilige Expertise einbringen und kooperieren.
Ziel des KWH ist es, praxistaugliche, wissenschaftlich fundierte, evidenzbasierte und innovative Lösungen entsprechend den Herausforderungen im Wassersektor zu entwickeln. Statt einzelner hydrologischer, ökologischer und technisch ingenieurwissenschaftlicher Fragestellungen können im KWH die dringenden Probleme zu Prozessen und Dynamiken des Wasserressourcenmanagements interdisziplinär und integriert betrachtet werden. Soziale, ökonomische und politische Aspekte, als weitere wichtige Handlungsfelder in der Wasserwirtschaft, können durch diese übergreifende Zusammenarbeit ebenfalls berücksichtigt werden.

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Pumpwerke: Effizienz durch Automatisierung

In Hamm (Nordrhein-Westfalen) sind die ersten Pumpwerke des Lippeverbands mittlerweile „begehungsfrei“: Ein Großteil der Wartungs- und Überprüfungsmechanismen funktioniert damit automatisiert. Nur noch ca. zehn Prozent der bisherigen Wartungszeit werden benötigt, um die Technik der Pumpwerke durch das Betriebspersonal zu kontrollieren.
2021 hat der Lippeverband im Bereich seiner Stadtentwässerung Hamm das erste begehungsfreie Pumpwerk neu in Betrieb genommen. Kurz darauf folgte der Neubau eines Pumpwerks mit derselben Technik. „Nach gut zwei Jahren Betrieb kann eine erste Bilanz gezogen werden. Unser Fazit fällt positiv aus: Die begehungsfreien Pumpwerke halten, was sie versprechen. Das Pumpwerk Soester Straße muss beispielsweise nur noch einmal im halben Jahr durch das Betriebspersonal gewartet werden“, sagt Dr.-Ing. Frank Obenaus, Vorstand für Wassermanagement und Technik beim Lippeverband. Vorher war eine wöchentliche vor Ort-Wartung von Pumpwerkskomponenten, wie zum Beispiel der Fördermaschinen oder der Elektroschaltanlage, erforderlich. „Begehungsfreie“ Pumpwerke sind damit nicht völlig frei von Vor-Ort-Begehungen, jedoch deutlich begehungsärmer. Die frequenten Überprüfungen finden in diesen Anlagen entweder automatisiert statt oder können bei Bedarf mittels des virtuellen Prozessleitsystems – quasi von überall – durchgeführt werden.
Dabei können die automatisierten Überprüfungsmechanismen nicht nur Probleme identifizieren, sondern auch selbstständig kleine, reguläre Störungen beheben. Ist zum Beispiel eine Pumpe durch falsch über die Toilette entsorgte Feuchttücher verstopft, greift in Hamm ein Notfall-Mechanismus: Die Anlage er- kennt die Situation selbstständig durch den erhöhten Stromverbrauch der Pumpe. Mit einer automatischen Rückspülung kann die drohende Verstopfung in der Regel frühzeitig gelöst werden.
In den nächsten Jahren ist der Um- und Neubau von mindestens 14 weiteren begehungsfreien Pumpwerken geplant. Alle Maßnahmen zur Automatisierung finden in enger Abstimmung mit der Bezirksregierung statt.

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OVG: Bebauungsplan wegen mangelnder Hochwasservorsorge unwirksam

Das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht hat einen Bebauungsplan der Stadt Haren für unwirksam erklärt (Az. 1 KN 140/21). Der Bebauungsplan regelt die Nachverdichtung eines Straßenkarrees in der Innenstadt von Haren. Eine Anwohnerin sah sich insbesondere durch Belästigungen von einer im Plan festgesetzten Verkehrsfläche beeinträchtigt und hatte sich daher gegen diesen mit einem Normenkontrollantrag gewandt. Der Senat ist dieser Argumentation zwar nicht gefolgt, hat den Bebauungsplan jedoch aus einem anderen Grund als fehlerhaft angesehen: Das Plangebiet liegt in einem Hochwasserrisikogebiet. In derartigen Gebieten sind nach § 78b Wasserhaushaltsgesetz bei der Bauleitplanun insbesondere der Schutz von Leben und Gesundheit sowie die Vermeidung erheblicher Sachschäden in der planerischen Abwägung zu berücksichtigen. Die Stadt Haren hatte einen Hinweis des Landkreises Emsland auf diese Vorschrift lediglich zur Kenntnis genommen und die Lage im Risikogebiet in der Planurkunde vermerkt. In Überlegungen, ob etwa die konkret anstehende Nachverdichtung des Plangebiets Anlass zur Vorgabe einer hochwasserangepassten Bauweise (§ 9 Abs. 1 Nr. 16 Buchst. c BauGB) bot, ist sie nicht eingetreten. Dies hat der Senat für unzureichend erachtet. Die Revision zum Bundesverwaltungsgericht hat das Ober- verwaltungsgericht nicht zugelassen.
Download der Entscheidung.
https://voris.wolterskluwer-online.de

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Vierte Reinigungsstufe der Kläranlage Mainz: 6,5 Millionen Euro Förderung

Die Kläranlage Mainz soll eine vierte Reinigungsstufe bekommen. Das Landesumweltministerium fördert das Vorhaben mit 6,5 Millionen Euro. Den Förderbescheid überreichte Umweltministerin Katrin Eder am 22. Januar 2024. Gleichzeitig stellte sie dem Wirtschaftsbetrieb Mainz weitere vier Millionen Euro in Aussicht. Mit dem Ausbau einer vierten Reinigungsstufe wird die Mainzer Kläranlage mit einer Kapazität von rund 400 000 EW eine der bundesweit modernsten Anlagen, so das Umweltministerium in einer Pressemitteilung. Mittels Ozonung mit Fremdsauerstoff und einerAktivkohlefiltration sollen Spurenstoffe aus dem Abwasser entfernt beziehungsweise reduziert werden. Mit der neuen Technologie sollen mindestens 80 Prozent der Spurenstoffe aus dem Abwasser beseitigt werden können. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2026 geplant.

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Klärschlamm: Änderung des Umweltstatistikgesetzes

Die Auskunftspflichtigen bei der Erhebung der Geokoordinaten der Klärschlammaufbringungsflächen in der Landwirtschaft sollen entlastet werden. Das sieht der Entwurf des Zweiten Gesetzes zur Änderung des Umweltstatistikgesetzes (Bundestags-Drucksache 20/10285) vor, den die Bundesregierung vorgelegt hat. Weiter sollen mit dem Änderungsgesetz Zeiträume für Berichtspflichten angepasst und die Erhebung der öffentlichen Wasserversorgung erweitert werden.
Download der Drucksache:
https://dserver.bundestag.de/btd/20/102/2010285.pdf

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Bundeskabinett beschließt neues Rahmenprogramm zur zivilen Sicherheitsforschung

Das Bundeskabinett hat am Mitte Januar das neue Rahmenprogramm der Bundesregierung „Forschung für die zivile Sicherheit – gemeinsam für ein sicheres Leben in einer resilienten Gesellschaft beschlossen“. Es wurde federführend vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) erarbeitet. Dazu erklärte Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger, ihr Ministerium werde bis 2029 bis zu 360 Millionen Euro investieren. Mit dem Programm sollen besonders diejenigen unterstützet werden, die für zivile Sicherheit sorgen, darunter auch die Betreiber kritischer Infrastrukturen.
www.bmbf.de/sicherheitsforschung

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Wetter- und Klimamodell ICON als Open-Source veröffentlicht

Das renommierte Klima- und Wettermodell ICON steht der Öffentlichkeit nun unter einer Open-Source-Lizenz zur Verfügung. Die Institutionen hinter ICON (Icosahedral non-hydrostatic modelling framework) und dessen heutige Entwickler sind das Schweizer Center for Climate Systems Modeling (Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie Meteo-Schweiz und ETH Zürich als C2SM- Partner), das Deutsche Klimarechenzentrum (DKRZ), der Deutsche Wetterdienst (DWD), das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sowie das Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M).
ICON wurde zunächst gemeinsam von DWD und MPI-M als Atmosphären- bzw. Wettervorhersagemodell entwickelt und wird heute in Deutschland und der Schweiz für die operationelle Wettervorhersage eingesetzt. Im Hinblick auf die Klimaforschung hat das MPI-M passende Modelle weiterer Komponenten des Erdsystems entwickelt, die es erlauben, ICON als vollständig gekoppeltes Klima- und Erdsystemmodell zu nutzen. Neben der Modellkomponente für die Ozeanzirkulation gibt es eine für die marine Bio-geochemie sowie für die Landbiosphäre und die hydrologischen Prozesse. Das KIT hat mit ICON-ART eine Modellkomponente entwickelt, die die Vorhersage von Aerosolen und atmosphärischer Chemie und deren Wechselwirkung mit dem physikalischen Zustand der Atmosphäre erlaubt. Alle Teilmodelle und Versionen sind in dem Open-Source-Release enthalten, so dass ICON in verschiedensten Auflösungen und Konfigurationen genutzt werden kann, um eine ganze Bandbreite von Anwendungen – von globalen und regionalen Wettervorhersagen über Klimaprojektionen bis hin zu sehr hoch aufgelösten digitalen Zwillingen des Erdsystems – zu ermöglichen.
www.icon-model.org

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BSI eröffnet neues Nationales IT-Lagezentrum

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat ein neues Lagezentrum, das Bundesinnenministerin Nancy Faeser und BSI-Präsidentin Claudia Plattner im Februar 2024 feierlich eröffnet haben. Dabei fiel auch der Startschuss für die BSI-Initiative „Cybernation Deutschland“. Das neue Nationale IT-Lagezentrum ist mit modernster Kommunikationstechnik ausgestattet und verfügt im Regelbetrieb über zehn Arbeitsplätze, von denen aus die Spezialistinnen und Spezialisten des BSI die Cybersicherheitslage für Deutschland rund um die Uhr im Blick behalten. Das Lagezentrum empfängt pro Jahr von 22 Meldestellen rund 2800 Meldungen zu IT Sicherheitsvorfällen und Sicherheitslücken. Bei besonderen Cybersicherheitsvorfällen oder in IT-Krisen wird aus dem BSI-Lagezentrum das Nationale IT-Krisenreaktionszentrum. Im Ernstfall können dann durch die neue Infrastruktur bis zu 100 IT-Sicherheitsfachkräfte orchestriert zusammenarbeiten.

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Bau einer Wärmepumpe auf der Kläranlage der BASF wird geprüft

Die Technischen Werke Ludwigshafen, die Stadtwerke Frankenthal und die BASF prüfen den Bau einer Abwasserwärmepumpe auf dem Gelände der BASF-Kläranlage in Frankenthal. Diese soll künftig eine Schlüsselfunktion in der klimaneutralen Fernwärmeversorgung der Städte Ludwigshafen und Frankenthal übernehmen. Im ersten Schritt erstellen die Projektpartner einen Wärmetransformationsplan. Diese Planung soll Ende 2024 abgeschlossen sein und wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) gefördert.
Betrieben mit Strom aus erneuerbaren Quellen hätte die geplante Abwasserwärmepumpe eine Heizleistung von circa 50 Megawatt. Rund 18 000 Hausanschlüsse könnten mit klimaneutraler undkostengünstiger Energie versorgt werden. Gleichzeitig würde der Einsatz der Wärmepumpe die CO2-Emissionen um circa 60 000 Tonnen im Vergleich zur Wärmeversorgung durch Gas oder Heizöl reduzieren. Dank der hohen Temperatur des Abwassers im Auslauf der Kläranlage wäre der Wirkungsgrad der Abwasserwärmepumpe im Vergleich zu einer klassischen Wärmepumpe deutlich höher.

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Abwasserwärmenutzung: Wärmeplanungsgesetz in Kraft getreten

Die Abwasserwärmenutzung ist in einem Gesetz des Bundes erwähnt: Am 1. Januar 2024 ist das Wärmeplanungsgesetz (Bundesgesetzblatt I, Nr. 394 vom 22. Dezember 2023) zusammen mit dem Gesetz für erneuerbares Heizen in Kraft getreten. Bis 2045 soll Deutschland klimaneutral heizen. Erstmals sollen alle Städte und Gemeinden in Deutschland eine lokale Wärmeplanung bekommen, und auch Abwasser könnte dabei eine Rolle spielen. Die Länder werden mit dem Gesetz verpflichtet, sicherzustellen, dass Wärmepläne erstellt werden. In der Regel werden die Städte und Kommunen diese Aufgabe übernehmen. Im Wärmeplanungsgesetz heißt es: „Die planungsverantwortliche Stelle ist berechtigt … die folgenden Daten zu erheben: …
9. Informationen zu Kläranlagen, die für die Abwasserwärmenutzung relevant sind, mindestens die Kapazität in Einwohnergleichwerten,
10. Informationen zu Abwassernetzen mit einer Mindestnennweite von DN 800, a) zur Lage, die straßenbezogen zu benennen ist, b) zur Nennweite in Metern, die straßenbezogen anzugeben ist, c) zum Jahr der Inbetriebnahme, das straßenbezogen zu erfassen ist, und d) zum Trockenwetterabfluss“.

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StädteRegion Aachen erhält Förderung für wirksamen Hochwasserschutz

In der StädteRegion Aachen sollen ein ganzheitliches Frühwarnkonzept und einInformationssystem für Überflutungen entwickelt werden. Diese Maßnahmen verbessern die Kommunikation und Informationslage im Fall von Starkregen und Hochwasser. Das Vorhaben der Städte Region Aachen zusammen mit der RWTH Aachen wird über die DAS-Förderung des Bundesumweltministeriums mit rund 300 000 Euro unterstützt.
In dem Vorhaben werden wasserwirtschaftliche Fachinformationen aufbereitet und mit weiteren Ereignisdaten, wie Einsatzdaten oder Daten der Bevölkerung, kombiniert. Anschließend stehen sie allen relevanten Akteuren der Hochwasserbewältigung zur Verfügung. Erweitert wird der Ansatz durch innovative Crowd-Sourcing-Methoden einschließlich Social-Media-Monitoring für eine verbesserte Darstellung der jeweiligen Hochwasserlage. Zudem wird ein KI-basiertes Vorhersagesystem entwickelt, das Überflutungsinformationen und -vorhersagen für Bereiche ergänzt, in denen keine behördlichen Prognosen bereitgestellt werden können. Warnkonzept und Informationssystem sollen die Gefahrenabwehr in der Region verbessern, die Bevölkerung für Starkregen- und Hochwasserereignisse sensibilisieren und eine we- sentliche Grundlage für die zukünftige Koordination von Spontanhelfer*innen darstellen.
Die StädteRegion Aachen war von der Hochwasserkatastrophe 2021 besonders stark betroffen. Im Nachgang durchgeführte Analysen identifizierten das Fehlen eines effektiven Warnsystems und eines Informations- und Kommunikationskonzeptes für Hochwassergefahren als ein wesentliches Kernproblem.

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Novellierung der Kommunalabwasserrichtlinie: DWA-Statement zur Trilog-Einigung

EU stellt Weichen für zukunftsfähige und nachhaltige Wasserwirtschaft
Hennef. Paradigmenwechsel und Meilenstein – mit der Novellierung der Kommunalabwasserrichtlinie setzt die Europäische Union sowohl die im Green Deal beschlossene Null-Schadstoff-Politik als auch das Verursacherprinzip für den Bereich Wasserwirtschaft konsequent um. „ Die Novellierung der Kommunalabwasserrichtlinie ist ein wichtiger Schritt für einen nachhaltigen Gewässerschutz und den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Die Ziele und Vorgaben sind zum Teil äußerst ambitioniert, insbesondere im Bereich Nährstoffe und der geforderten Energieneutralität des Sektors“, betont Dr. Lisa Broß, Sprecherin der Bundesgeschäftsführung der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA). „Absolut zu begrüßen ist die jetzt feststehende Verankerung der Erweiterten Herstellerverantwortung. Das bereits 1987 in die Umweltpolitik der EU eingeführte Verursacherprinzip findet damit endlich auch in der Wasserwirtschaft Anwendung“, so Broß weiter.

Das EU-Parlament und der Ministerrat haben am 29. Januar im Trilog-Verfahren politische Einigung über die Novellierung der EU-Kommunalabwasserrichtlinie erzielt. Vorbehaltlich der noch ausstehenden Bestätigungen im EU-Parlament und im Ministerrat wird die novellierte Kommunalabwasserrichtlinie voraussichtlich bis Ende April dieses Jahres veröffentlicht und Inkrafttreten. Bereits 2026 müssen dann die EU-Mitgliedstaaten der EU-Kommission nationale Umsetzungsprogramme übermitteln.

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Studie: Möglichkeiten zur Einführung eines „Wassercents“ in Hessen

Eine Studie kommt zum Ergebnis, dass ein Wasserentnahmeentgelt, der sogenannte „Wassercent“, kann Lenkungsanreize zum sorgsamen Umgang mit Wassersetzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die im November 2023 vorgelegt wurde. Autoren der Studie „Internalisierung von Umwelt und Ressourcenkosten gemäß Vorgaben des Zukunftsplans Wasser“ sind Prof. Dr. Erik Gawel (Universität Leipzig und HelmholtzZentrum für Umweltforschung) und Prof. Dr. Wolfgang Köck (Universität Leipzig). „Wenn Wasser Geld kostet, wird sich jeder überlegen, wo er sparen kann“, folgert Hessens Umweltministerin Priska Hinz. Die Einnahmen können dann zur Umsetzung der Maßnahmen aus dem Zukunftsplan Wasser und damit zur Sicherstellung der Wasserversorgung in Zeiten des Klimawandels beitragen. Praktikable und auch nur konzeptionell überzeugende Alternativen für ein solches Lenkungs und Finanzierungsinstrument werden von den Gutachtern nicht gesehen. Hessen ist derzeit eines von nur drei Bundesländern, das bisher keinen „Wassercent“ erhebt. Der Zukunftsplan Wasser des Landes Hessen sieht vor, mittels einer Studie zu prüfen, welche Möglichkeiten es gibt, Umwelt und Ressourcenkosten im Zusammenhang mit Wasserentnahmen in Hessen zu berücksichtigen. Eine „Wassercent“Regelung in Hessen würde an die derzeit in 13 Bundesländern geltende Abgabepflicht für Wasserentnahmen anknüpfen, die das Bundesverfassungsgericht in seiner grundlegenden „Wasserpfennig“ Entscheidung von 1995 zur Abschöpfung von Sondervorteilen beim Zugriff auf den Wasserhaushalt als gerechtfertigt ansieht. Bayern plant zudem als 14. Bundesland die Einführung. Zugleich hat sich der Bund in seiner „Nationalen Wasserstrategie“ 2023 zu einem rechtspolitischen Vorhaben der „Harmonisierung und gegebenenfalls Bundesregelung“ eines „Wasserentnahmeentgeltes“ bekannt.

Zusammenfassung der Studie:
https://umwelt.hessen.de/wasser/grundwasser-und-wasserversorgung

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Vergaberecht: Neue EU-Schwellenwerte

Die EUKommission hat die Schwellenwerte für Auftragswerte veröffentlicht, ab deren Erreichen Beschaffungen von öffentlichen Auftraggebern, Sektorenauftraggebern und Konzessionsgebern in den Jahren 2024 und 2025 nach den Vorgaben des Europäischen Vergaberechts erfolgen müssen. In Deutschland sind diese Vorgaben insbesondere im Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB), in der Vergabeverordnung (VgV), der Sektorenverordnung (Sekt VO) und in der Konzessionsvergabever ordnung (KonzVgV) umgesetzt.
Für öffentliche Auftraggeber gelten aufgrund der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2495 der Kommission vom 15. November 2023 folgende Schwellenwerte:
● Bauaufträge: 5 538 000 € (5 382 000 €)
● Liefer und Dienstleistungsaufträge: 221 000 € (215 000 €).

Für Konzessionsgeber wird aufgrund der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2497 der Kommission vom 15. November 2023 für die Vergabe von Dienstleistungs und Baukonzessionen der Schwellenwert von 5 382 000 € auf 5 538 000 €angehoben.

Die Schwellenwerte für soziale und besondere Dienstleistungen betragen unverändert 750 000 € für öffentliche Auftraggeber und 1000 000 € für Sektorenauftraggeber. Die vorgenannten Angaben enthalten Netto Werte. In Klammern stehen die noch bis Ende 2023 geltenden Werte. Abweichende Schwellenwerte für Bundesbehörden sind nicht dargestellt.
Download der Verordnungen: www.gfa-news.de/gfa/webcode/20231117_001

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Straßenabflüsse: Weniger Überschwemmungen dank intelligentem Sensor

Am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik der FH Aachen wird derzeit ein Sensor für Laubfangkörbe in Straßenabflüssen entwickelt. Der Sensor soll die Daten an einen Webservice über mitteln, sodass die Anwender*innen je derzeit die Gefahr einer Verstopfung einschätzen können. So soll das Über schwemmungsrisiko gesenkt werden. Der Sensor misst den Füllstand des Korbs und überträgt die Daten mittels LoRaWAN, einer energieeffizienten Funktech nologie mit sehr hoher Reichweite, so dass die Daten in Echtzeit für Anwendungen zur Verfügung stehen, beispiels weise für Straßenreinigungsbetriebe. Im ersten Schritt soll der Sensor prototypisch entwickelt werden. Dabei stehen eine geeignete Sensorik sowie ein robuster Aufbau des Sensors im Vordergrund, um den rauen Umgebungsbedingungenim Laubfangkorb gerecht zu werden. Im zweiten Schritt erfolgt die Validierung von 20 Sensoren im Feldtest, die dabei durchgängig Echtzeitdaten erzeugen und über LoRaWAN übertragen. Parallel dazu wird ein Webservice entwickelt, der die Echtzeitdaten anwendungsgerecht aufbereitet und bereitstellt.
Das Projekt Intelligenter LaubfangkorbSensor (ILSe) wird von Prof . Dr. Fe-lix Hüning koordiniert und läuft seit September 2023 mit einer Laufzeit von zwölf Monaten. ILSe wird im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND mit insgesamt 160 000 Euro durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert.

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Emergency Support Instrument – Nachweis von SARSCoV 2 im Abwasser

Nachweis: Abwasser als Corona-Frühwarnsystem – von SARSCoV im Abwasser
Abschlussbericht: Der Projektverbund „ESICorA“ (Emergency Support Instrument – Nachweis von SARSCoV 2 im Abwasser) hat sei nen Abschlussbericht vorgelegt. Im Rahmen des Projekts wurde seit 2022 in einer bundesweiten Pilotphase das Potenzial eines abwasserbasierten Covid 19 Frühwarnsystems geprüft. Über die genaue Anzahl der Infizierten und die Krankheitsschwere gibt das Verfahren zwar keinen Aufschluss, jedoch unterstützt es die Entwicklung konkreter Vorsorge und Schutzmaßnahmen – sowohl auf lokaler als auch auf Landes und Bundesebene. Für „ESICorA“ hat die EU Fördergelder in Höhe von 3,7 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Koordiniert wurde das Projekt vom Projektträger Karlsruhe am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Partner waren die TU Universität Darmstadt, das Umweltbundesamt und das Robert KochInstitut.
https://www.ptka.kit.edu/AbschlussPilotbetrieb.html

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Bundeskabinett: Fünf-Punkte Plan zum Schutz vor hormonell schädigenden Stoffen beschlossen

Das Bundeskabinett hat einen Fünf PunktePlan zum weiteren Schutz vor hormonell schädigenden Stoffen beschlossen. Der Plan zielt darauf ab, die Regulierung zu verbessern, Informationen bereitzustellen, gemeinsames Handeln zu fördern, den Wissensstand wei terzuentwickeln und die internationale Zusammenarbeit zu stärken.
Download des Fünf-Punkte Plans: www.gfa-news.de/gfa/webcode/20231122_007

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Klimaschutz-Projekte für Bayerischen Klimaschutzpreis Bayerischen Klimaschutzpreis

Die Vorschlagsrunde für den vierten Bayerischen Klimaschutzpreis ist gestartet. Projekte können bis einschließlich 28. Februar 2024 eingereicht werden. DerBayerische Klimaschutzpreis ist mit ins gesamt 15 000 Euro dotiert. Der Betrag kann auf mehrere Preisträger aufgeteilt werden. Neben dem Preisgeld wird ein Imagefilm über die ausgezeichnete Initiative gedreht, den die Preisträger für sich nutzen können. Vorgeschlagen werden können so wohl Privatpersonen und private Initiativen als auch Vereine, Verbände, Kommunen und Unternehmen mit Bezug zu Bayern. Entweder haben die Vorgeschlagenen ihren dauerhaften Hauptwohnsitz oder Firmensitz im Freistaat oder sie engagieren sich in Bayern für den Klimaschutz oder die Klimaanpassung. Die Initiative sollte bereits laufen und sichtbare Ergebnisse zeigen oder – wenn sie bereits abgeschlossen ist – in die Gegenwart wirken.
https://www.lenk.bayern.de/themen/projekte/klimaschutzpreis/index.html

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KlimAR.Werk-App: „Augmented Reality“-Anwendung für Bürger*innen und Fachplaner*innen

Wie kann ich mein Haus klimafest machen? Welche Rolle spielt dabei Regenwasser? Warum sollten in meinem Garten bestimmte Pflanzen wachsen? Und was ist eine Baumrigole? Mit der neuen App KlimAR. Werk können Bürger*innen ihre Immobilie virtuell an die Folgen des Klimawandels anpassen. Das digitale InfoAngebot haben die Stadt Bochum und die Emschergenossenschaft als Teil der Zukunftsinitiative Klima.Werk entwickelt. Das Land Nordrhein Westfalen hat die Anwendung für mobile Endgeräte mit 161 000 Euro gefördert. Durch die App wird die reale Welt um virtuelle Elemente auf dem Display ergänzt. Beide Aspekte greift die KlimAR.WerkApp auf und nutzt dafür die Technik der Augmented Reality (AR). Die digitale Anwendung für mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets hat zwei Module: „Klimaanpassung.Stadt“ und „Klimaanpassung.Privat“.
www.klima-werk.de/gruendachfoerderung
www.klima-werk.de/starkregenberatung

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Klärschlammentsorgung: Kooperation zwischen Niersverband und Emschergenossenschaft

Der Niersverband und die Emschergenossenschaft haben einen Kooperationsvertrag über die gemeinsame Nutzung der Monoverbrennungsanlage der Emschergenossenschaft in Bottrop für dievollständige Verwertung der Klärschlämme des Niersverbands ab dem Jahr 2029 geschlossen. Die Emschergenossenschaft, die erfolgreich ihre Verbrennungsanlage in Bottrop betreibt, bietet dem Niersverband damit eine langfristige Kooperation an.

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Landkreis Lüneburg ordnet Rückbau des Brunnens von Coca-Cola an

Die als MineralwasserBrunnen geplante Grundwasser Entnahmestelle in der Samtgemeinde Gellersen wird zurückgebaut. Am 24. November 2023 ließ das Unternehmen CocaCola bzw . die Apollinaris Brands GmbH als Eigentümerin der Bohrung die Baustelle einrichten, in der Woche danach begannen die Bauarbeiten. Angeordnet hat den Rückbau die Untere Wasserbehörde des Landkreises Lüneburg, die auch das Antragsverfahren beLandkreis Lüneburg ordnet Rückbau des Brunnens von Coca-Cola an.
Rund um den Brunnen hatte sich vor rund vier Jahren eine deutschlandweite Diskussion zum Thema Grundwasserschutz entwickelt. Ziel ist es, den Brunnen wieder komplett abzuschließen, sodass weder Wasser entnommen noch Stoffe über das rund 260 Meter tiefe Bohrloch ins Grundwasser gelangen können. Dazu wird das Bohrloch fachgerecht verfüllt und verpresst. Dadurch wird auch gewährleistet, dass keine Verbindungen zwischen verschiedenen Grundwasser Stockwerken entstehen können.
www.landkreis-lueneburg.de/grundwasser

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Nachweis von Polioviren in Abwasserproben

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Im Rahmen des Abwassermonitorings des Robert Koch-Instituts (RKI) wurden in mehreren deutschen Städten Schluckimpfstoff-abgeleitete Polio-Viren nachgewiesen.

Aus diesem Anlass und angesichts bestehender Impflücken in Baden-Württemberg hat das Sozialministerium die Bevölkerung im Rahmen einer Pressemitteilung dazu aufgerufen, den Impfstatus zu überprüfen und gegebenenfalls notwendige Impfungen nachzuholen.

Das Robert Koch-Institut empfiehlt für medizinisches Personal und Mitarbeitende im öffentlichen Gesundheitsdienst folgende Maßnahmen:
– Erhöhte Wachsamkeit in Hinblick auf Poliomyelitis-typische Symptome, insbesondere akute schlaffe Lähmungen (acute flaccid paralysis, AFP), sofern sie nicht traumatisch bedingt sind.
– Unverzügliche Meldung an das zuständige Ge­sundheitsamt bereits bei Verdacht auf Poliomyelitis gemäß § 6 IfSG. Weiteres Vorgehen dann mit dem Gesundheitsamt absprechen. Diagnostik gemäß RKI-Ratgeber (siehe „Weitere Informationen“).
– Nutzung der unentgeltlichen Diagnostik auf Enteroviren inklusive Polioviren mit Hilfe des Labornetzwerks für Enterovirusdiagnostik (LaNED) für alle pädiatrischen und neurologi­schen Kliniken zur differenzialdiagnostischen Abklärung von viralen Meningitiden bzw. En­zephalitiden sowie akuten schlaffen Lähmun­gen. Einsendescheine können per E-Mail an EVSurv@rki.de mit Angabe der gewünschten Menge und der Klinikadresse kostenlos angefor­dert werden.
– Händehygiene: Polioviren werden mit dem Stuhl ausgeschieden und vorwiegend durch Kontaktinfektion (Stuhl-Hand-Mund) übertra­gen. Deshalb ist wie immer auf eine gute Händehygiene zu achten.
– Überprüfung des Impfstatus gegen Polio, ggf. Vervollständigung oder Auffrischung entspre­chend den aktuellen STIKO-Empfehlungen, ins­besondere
a) bei Kindern, Jugendlichen und bei Erwachsenen ohne vollständige Grundimmuni­sierung bzw. Auffrischimpfung,
b) bei Geflüch­teten, die in Gemeinschaftsunterkünften leben, sowie
c) bei Personen mit einem beruflichen Risiko, z. B. in Gemeinschaftsunterkünften, in medizinischen Einrichtungen mit engem Kon­takt zu Erkrankten sowie in Laboren mit Infektionsrisiko.

https://www.aerztekammer-bw.de/nachweis-von-polioviren-in-abwasserproben-248125476684981a
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2024/Ausgaben/49_24.pdf?__blob=publicationFile
https://sozialministerium.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/nachweis-von-polioviren-im-abwasser-vier-deutscher-staedte

Richtlinie (EU) des europäischen Parlaments und des Rates über die Behandlung von kommunalem Abwasser im Ministerrat veröffentlicht

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Die novellierte Kommunalabwasserrichtlinie wurde am 12. Dezember 2024 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht.
Sie tritt 20 Tage später, also am 1. Januar 2025 in Kraft.

Mit Inkrafttreten der novellierten Kommunalabwasserrichtlinie am 1. Januar 2025 müssen die wesentlichen Regelungen der Richtlinie bis zum 31. Juli 2027 in nationales Recht umgesetzt worden sein. Die Hersteller müssen die erweiterte Herstellerverantwortung erst zum Ende des Jahres 2028 übernehmen.

Zur Richtlinie: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=OJ:L_202403019


Die Kläranlage der Zukunft versorgt die Landwirtschaft

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Mit neuen Verfahren können Kläranlagen zu einer kommunalen Kreislaufwirtschaft und zum Klimaschutz beitragen. Dies zeigt das durch das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB und Umwelttechnik BW koordinierte Verbundprojekt RoKKa: Auf der Kläranlage der Stadt Erbach (Donau) haben zehn Projektpartner sieben Pilotanlagen betrieben, um Phosphor- und Stickstoffverbindungen für die Düngemittelproduktion zurückzugewinnen, CO2 aus dem Faulgas als Rohstoff für neue Produkte zu nutzen und Lachgasemissionen auf der Kläranlage zu reduzieren.

Kläranlagen reinigen unser Abwasser – in Deutschland über 9 Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Dabei entfernen sie nicht nur organische Verunreinigungen, sondern auch große Mengen an Nährstoffen wie Stickstoff und Phosphor. So sorgen Kläranlagen dafür, dass natürliche Gewässer intakt bleiben, wenn das gereinigte Abwasser eingeleitet wird. Doch mit der konventionellen Abwasserreinigung gehen die wichtigen Pflanzennährstoffe verloren: Stickstoffverbindungen werden unter hohem Energieverbrauch zu molekularem Stickstoff umgewandelt, der als Gas in die Atmosphäre entweicht. Phosphor wird zumeist in Form von nicht pflanzenverfügbaren Eisen- oder Aluminiumphosphaten gefällt und mit dem Klärschlamm entsorgt – obwohl die natürlichen Phosphatvorkommen für die Produktion von Düngemitteln knapper werden.

Dass Kläranlagen nicht nur Abwasser reinigen, sondern vielmehr zu einer klimaschonenden Kreislaufwirtschaft beitragen können, zeigt nach drei Jahren Forschung, Entwicklung und Betrieb das Projekt »RoKKa – Rohstoffquelle Klärschlamm und Klimaschutz auf Kläranlagen«. Auf der Kläranlage Erbach (Donau) haben zehn Projektpartner zukunftsweisende Verfahren zur Rückgewinnung von Rohstoffen aus Abwasser pilotiert und über mehrere Monate erprobt. Insgesamt wurden dazu sieben innovative Demonstrationsanlagen betrieben, die sich auch als eigenständige Module auf bestehende Kläranlagen integrieren lassen.

Klärschlamm als Rohstoffquelle
RoKKa macht sich die Klärschlammfaulung zunutze, bei der organische Stoffe aus dem Abwasser vergärt werden, um Biogas als erneuerbaren Energieträger zu produzieren. Seit 2016 setzt auf der Kläranlage Erbach eine Hochlastfaulung den anfallenden Schlamm schneller und effizienter zu Faulgas um als herkömmliche Verfahren. Nach der Faulung wird der Schlamm entwässert, um sein Volumen zu verringern. Bei diesem Filtrationsschritt entsteht ein Schlammwasser, das reich an den Pflanzennährstoffen Phosphor und Stickstoff ist. »Da sich Stoffe umso besser zurückgewinnen lassen, je höher sie konzentriert sind, setzen wir genau hier in RoKKa an«, erklärt Dr.-Ing. Marius Mohr, Projektleiter von RoKKa und Leiter der Abteilung Wassertechnologien, Wertstoffgewinnung und Scale-up am Fraunhofer IGB.
Erhöhter Energieverbrauch und Lachgasemissionen durch Stickstoff-Rückbelastung
Üblicherweise wird das nährstoffreiche Filtrat der Schlammentwässerung zurück in die Belebungsbecken der Kläranlage geleitet. »Doch diese Nährstoff-Rückbelastung steigert bekanntermaßen den Energieverbrauch für die Belüftung der biologischen Reinigungsstufen«, erläutert Jürgen Schmidtke, Gesamtprojektleiter Wasserwirtschaft bei der baden-württembergischen Landesagentur Umwelttechnik BW und Koordinator von RoKKa.

In den Belebungsbecken bauen Mikroorganismen unter Verbrauch von Sauerstoff nicht nur die organischen Kohlenstoffsubstanzen zu Kohlenstoffdioxid (CO2) und Biomasse um, sondern auch die Stickstoffverbindungen. Häufig führt die Stickstoff-Rückbelastung zu einer erhöhten Emission von Lachgas (N2O), dessen klimaschädliche Wirkung rund 265-mal so stark ist wie die von CO2. Zudem wächst das Risiko, dass die Konzentration von Ammonium oder Nitrat im Ablauf der Kläranlage steigt, was die Umweltbelastung erhöht. Mittels großtechnischer Messungen konnte die Universität Kassel in RoKKa nun aufzeigen, dass eine Rückgewinnung von Stickstoff aus dem Schlammwasser sowie die daraus resultierende Verringerung der Stickstoff-Rückbelastung in den Hauptstrom der Kläranlage eine Minderung der Lachgasemissionen bei der biologischen Stickstoffelimination bewirkt.

Produkte der Kläranlagen-Bioraffinerie: Düngemittel, Pflanzenstärkungsmittel und Grundstoffe
Anstatt zurück ins Belebungsbecken gelangt das nährstoffreiche Filtratwasser in RoKKa daher nach einer Feststoffabtrennung zunächst in die ePhos®-Anlage, einem vom Fraunhofer IGB entwickelten Verfahrensmodul zur Rückgewinnung von Phosphor und Stickstoff. »Mit ePhos® wird Phosphor elektrochemisch als Magnesium-Ammonium-Phosphat ausgefällt, auch Struvit genannt. Das hierfür benötigte Magnesium wird in einer Elektrolysezelle über eine Opferanode aus Magnesium zudosiert, welche sich im fortwährenden Prozess verbraucht«, erklärt Mohr das innovative Prinzip. Das Produkt Struvit kann als regional erzeugter Phosphordünger in der Landwirtschaft genutzt werden. Voraussetzung für den effizienten Einsatz dieses Verfahrens sind möglichst hohe Konzentrationen an gelöstem Phosphat im Schlammwasser. Dies ist durch den Betrieb einer biologischen Phosphorelimination (Bio-P) auf der Kläranlage gewährleistet.
Um weiteren Stickstoff aus dem Schlammwasser zurückzugewinnen, kamen zwei Membranverfahren zum Einsatz. Ein Verfahren wurde vom Fraunhofer IGB entwickelt, ein weiteres von der Firma SolarSpring GmbH. Auch das hierbei entstehende Ammoniumsulfat kann direkt als regionaler Dünger Verwendung finden. In den RoKKa-Pilotanlagen waren die in der Produktlösung erreichten Ammoniumkonzentrationen zwar noch gering. »Wir konnten jedoch zeigen, dass sich die Ammoniumsulfat-Lösung weiter aufkonzentrieren lässt, um ein wirtschaftlich nutzbares Produkt zu erhalten«, so Mohr.

Alternativ wurden die Nährstoffe mit dem Schlammwasser einem neuartigen Flachplatten-Airlift-Photobioreaktorsystem des Fraunhofer IGB zur Mikroalgenkultivierung zugeführt. Neben Stickstoff und Phosphor benötigen diese photosynthetischen Einzeller Licht und CO2, um wachsen zu können. So wird auch der CO2-Kreislauf geschlossen, denn dieses stammt aus dem Biogas, das bei der Klärschlammfaulung im Faulturm entsteht. Es besteht zu etwa zwei Dritteln aus energiereichem Methan und zu einem Drittel aus Kohlenstoffdioxid. Mit einem neuen Verfahren der Deukum GmbH wird CO2 mithilfe einer Aminosäurelösung abgetrennt und über eine Elektrodialyse-Vorrichtung zurückgewonnen. Zurück bleibt hochreines Biomethan, das direkt ins Erdgasnetz eingespeist werden könnte.
Die Algen bilden während ihres Wachstums pflanzenstimulierende Polysaccharide, sogenannte Beta-Glucane. Diese können Pflanzen bei der Abwehr von Pilzinfektionen wie Mehltau unterstützen und chemische Pflanzenschutzmittel ersetzen, beispielsweise im Weinbau. Zusätzlich wandelt in RoKKa eine Elektrosyntheseanlage CO2 in Ameisensäure um, einen vielseitig einsetzbaren Grundstoff der chemischen Industrie.

RoKKa: Erfolgreiches Update für die Kläranlage
RoKKa zeigt eindrucksvoll, wie bestehende Kläranlagen modernisiert und nachhaltiger gestaltet werden können, um ihre Klimabilanz zu verbessern und wertvolle Rohstoffe zurückzugewinnen. Neue Ansätze wie das Nährstoffrecycling mindern nicht nur den Einsatz fossiler Rohstoffe, sondern auch den Energieverbrauch. Gleichzeitig vermeidet die Implementierung von Verfahren zur Stickstoffrückgewinnung klimaschädliche Lachgas-Emissionen. »Ausgebaut zu Bioraffinerien leisten Kläranlagen wertvolle Beiträge zur Rohstoffsicherheit und zum Klimaschutz und tragen damit zur Resilienz und zu nationalen Klima- und Nachhaltigkeitszielen bei«, resümiert Schmidtke.
Ziel der Initiatoren ist es nun, die Projektergebnisse auch großtechnisch umzusetzen. Aus diesem Grund war von Beginn an die Kläranlage Ulm-Steinhäule im Projekt involviert. Mit einer Ausbaugröße von 440.000 Einwohnerwerten ist sie prädestiniert für die Übertragung auf einen größeren Maßstab. »Derzeit wird der Bau einer Hochlastfaulung geplant. Als direktes Resultat des RoKKa-Projekts wird auch gleich eine Stickstoffrückgewinnung mitgedacht, um die Rückbelastung der Kläranlage zu minimieren«, verrät Mohr. Derweil stehen die einzelnen Verfahrensmodule wie Ultrafiltration, ePhos® und Stickstoffrückgewinnung interessierten Kläranlagen für Tests mit realem Abwasser am Fraunhofer IGB oder vor Ort zur Verfügung.

Projektergebnisse im Detail und Konsortium
Alle Projektergebnisse, Umsetzungsmöglichkeiten und Produktpotenziale finden Sie in der Abschlussbroschüre des Projekts: https://www.umwelttechnik-bw.de/de/biooekonomie-abwasser
Das Konsortium setzte sich zusammen aus dem Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB sowie Umwelttechnik BW GmbH, der Stadt Erbach sowie dem Zweckverband Klärwerk Steinhäule (Stadt Ulm), den Unternehmen Deukum GmbH, Nanoscience for life GmbH & Co. KG und SolarSpring GmbH sowie den Universitäten Stuttgart, Kassel und der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau.
Das Projekt wurde von Oktober 2021 bis Oktober 2024 vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Programms »Bioökonomie – Bioraffinerien zur Gewinnung von Rohstoffen aus Abfall und Abwasser – Bio-Ab-Cycling« gefördert.

Weitere Informationen:
https://www.igb.fraunhofer.de/de/presse-medien/presseinformationen/2024/die-klae…

Corona, Grippe und Co.: Abwasser-Überwachung als Pandemie-Frühwarnsystem bleibt

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Finanzierung gesichert: Proben aus Kläranlagen bilden Verbreitung von Corona, Grippe und Co. ohne Personen-Tests ab. Die Maßnahme stand auf der Kippe.

Die Überwachung von Corona-, Grippe- und RS-Viren im Abwasser soll in Deutschland trotz der vorläufigen Haushaltsführung im Jahr 2025 weitergehen. „Das Abwassermonitoring wird fortgesetzt“, teilte am Mittwoch ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) laut einem Bericht des Deutschen Ärzteblatts mit.

Die Anschlussfinanzierung wird demnach durch das BMG und das Bundesumweltministerium (BMUV) in Kooperation mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) und dem Umweltbundesamt (UBA) sichergestellt.

Abwasser-Monitoring zur Pandemie-Lagebewertung eingeführt
Das Monitoring war während der Corona-Infektionswellen im Zuge des Projekts Amelag (Abwassermonitoring für die epidemiologische Lagebewertung) von RKI und Umweltbundesamt ins Leben gerufen worden.
https://www.telepolis.de/features/Corona-Grippe-und-Co-Abwasser-Ueberwachung-als-Pandemie-Fruehwarnsystem-bleibt-10179624.html?wt_mc=rss.red.tp.tp.atom.beitrag.beitrag

https://www.bundestag.de/resource/blob/848440/484417db3669d04d1980cadb380de056/Abwasser-Covid-19-data.pdf

KARL: Kommt es zum Medikamentenengpass? EU zwingt deutsche Pharmafirmen zu Umbauten in Milliardenhöhe

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Pharma- und Kosmetikunternehmen sollen künftig für die Abwasserreinigung in der EU mehr zahlen. Deutsche Kläranlagen stehen vor Umbaukosten in Milliardenhöhe – eine Klage ist in Vorbereitung.

Brüssel – Über 90 Prozent der in europäischen Gewässern gefundenen Mikroschadstoffe sollen laut Europäischer Union (EU) von Kosmetika wie Make-up und Arzneimitteln stammen. Pharma- und Kosmetikhersteller sollen daher mindestens 80 Prozent der Kosten für die Erweiterung und den Betrieb von Kläranlagen mit einer vierten Reinigungsstufe übernehmen. Doch das stößt deutschen Pharmafirmen sauer auf, denn sie sehen sich nicht als die einzigen Verursacher. Die Umbaukosten der Kläranlagen sollen mehrere Milliarden Euro ausmachen. Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie bereitet eine Klage gegen die EU-Kommission vor. Außerdem wird eindringlich vor Medikamentenengpässen gewarnt.

https://www.fr.de/wirtschaft/eu-zwingt-deutsche-pharmafirmen-zu-klaerwerks-umbauten-in-milliardenhoehe-nun-folgt-die-klage-zr-93420447.html

Gefährlicher Abfall: Zigarettenkippen schaden Gewässern doppelt

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Zigarettenstummel gehören nicht in die Umwelt. Und doch landen sie dort, oft auch in der Nähe von Gewässern. Wie eine Untersuchung des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) gezeigt hat, finden sich in vielen Berliner Gewässern erhebliche Mengen an Nikotin, das auch für Wasserlebewesen giftig ist. Eine neue Studie des IGB zeigt nun, dass einige Organismen indirekt davon profitieren könnten: giftige Cyanobakterien. Denn Zigarettenkippen im Wasser schädigen ihre Parasiten. Die Studie ist in der Fachzeitschrift Ecotoxicology and Environmental Safety erschienen.

Weltweit werden jährlich etwa 5 Billionen Zigaretten konsumiert, von denen Studien zufolge etwa 90 Prozent (4,5 Billionen) unsachgemäß entsorgt werden. Damit gehören Zigaretten zu den weltweit häufigsten Abfallarten.

Nikotin gelangt vor allem durch Niederschläge in die Berliner Gewässer
Zigarettenstummel werden am Ufer weggeworfen oder sogar im Gewässer entsorgt. Selbst in die Kanalisation geworfene Zigarettenkippen können in Süßwasser-Ökosystemen Schaden anrichten: Denn Nikotin ist sehr gut wasserlöslich. Bei Regen ist bereits nach 30 Minuten etwa die Hälfte der Substanz aus der Kippe gelöst.

Ein Team um IGB-Forscher Dr. Markus Venohr hat im Sommer 2019 die Nikotinkonzentration in verschiedenen Berliner Gewässern gemessen. Die Forschenden beprobten dazu vier Seen, neun Teiche, acht Kanäle und zwei kanalisierte Bäche. „Nach Regenfällen stieg die Nikotinkonzentration in fast allen untersuchten Gewässern deutlich an, am stärksten in den Kanälen mit Anschluss an die Kanalisation, dort im Durchschnitt um das 16-fache. Im Sommer bei Trockenheit waren die Nikotinwerte in Badeseen wie der Krummen Lanke erhöht“, sagt Markus Venohr.

https://www.igb-berlin.de/news/gefaehrlicher-abfall-zigarettenkippen-schaden-gewaessern-doppelt

Meldungen zu Hochwasser

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Zu den Archiv Meldungen aus 2010 bis 2022.

2025

2024

2023


Hochwasserschutz, Artenvielfalt, Klimaschutz: Wie ein zurückgebauter Deich das Leben an der Elbe verändert und was Deutschland aus diesem Projekt lernen kann

Vor rund zwanzig Jahren begann der BUND, den Deich in Lenzen an der Elbe auf einer Länge von sieben Kilometern nach hinten zu verlegen und die Fläche zu einer Auenwildnis zu entwickeln. Das Ergebnis: Wo einst Sandsäcke nötig waren, schützt heute die Natur selbst vor Hochwasser.
420 Hektar ehemaliges Grünland in der Lenzener Elbaue wurden der Elbe wieder überlassen. Die Fläche ist etwa so groß wie 587 Fußballfelder. Der Rückbau des Deiches und die Auenrenaturierung wurden von 2002 bis 2011 vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) aus Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert. Gut zehn Jahre nach Projektabschluss wurde geprüft, was sich an der Lenzener Elbaue konkret verändert hat. Die Resultate sind nun veröffentlicht.

mehr: https://www.bund.net/themen/aktuelles/detail-aktuelles/news/hochwasserschutz-artenvielfalt-klimaschutz-wie-ein-zurueckgebauter-deich-das-leben-an-der-elbe-veraendert-und-was-deutschland-aus-diesem-projekt-lernen-kann/

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Baustart des Hochwasserschutzes an der Weißen Elster/ Gera-Zwötzen bis Gera-Liebschwitz

Im Stadtgebiet von Gera wird Schritt für Schritt der Hochwasserschutz verbessert. 2013 waren im Einzugsgebiet der Weißen Elster mehrere Städte und Gemeinden vom dem Jahrhundert-Hochwasser betroffen.
egonnen wurde heute mit einem weiteren Abschnitt zum Hochwasserschutz vom Ortsteil Zwötzen, rechte Gewässerseite bis zum Ortsteil Liebschwitz in Gera.

Dazu erklärt Umweltstaatssekretärin Karin Arndt: „Heute wird ein weiterer Puzzle-Baustein vom Hochwasserschutz im Stadtgebiet Gera gesetzt. Es geht darum, Stadt und Land besser auf die Herausforderungen von Hochwasser vorzubereiten, die die Klimaveränderungen mit sich bringen. Thüringen investiert in den Hochwasserschutz nicht nur in Gera, sondern an vielen Risikogewässern unseres Landes, diese Maßnahmen sind im Landesprogramm Hochwasserschutz gebündelt.“

mehr: https://umwelt.thueringen.de/aktuelles/anzeigen-medieninformationen/medieninformation-baustart-des-hochwasserschutzes-an-der-weissen-elster-gera-zwoetzen-bis-gera-liebschwitz

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GDV-Naturgefahrenstatistik 2024: Hochwasserschäden mehr als verdoppelt

Die deutschen Versicherer verzeichnen einen deutlichen Anstieg bei Elementarschäden. Vor allem in Süddeutschland richteten Überschwemmungen hohe Schäden an.
Starkregen, Überschwemmungen, Sturm und Hagel haben 2024 in Deutschland versicherte Schäden in Höhe von 5,7 Mrd. Euro verursacht – genauso viel wie in 2023. Besonders schwer traf es die Menschen in Süddeutschland. „Allein Starkregenereignisse und Überschwemmungen schlugen mit 2,6 Mrd. Euro zu Buche – rund eine Milliarde Euro mehr als im langjährigen Durchschnitt“, sagt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV. Das geht aus der jährlichen GDV-Naturgefahrenstatistik hervor.

mehr: https://www.gdv.de/gdv/medien/medieninformationen/gdv-naturgefahrenstatistik-2024-hochwasserschaeden-mehr-als-verdoppelt-188734

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So rüsten sich die Gemeinden für zukünftige Hochwasserereignisse

Das vergangene Jahr war von verheerenden Unwettern geprägt. Die Gemeinden Wald am Schoberpass, Mautern, Traboch, Kalwang und Trofaiach bereiten sich schon jetzt auf den kommenden Sommer vor.

Die Bilder der schweren Unwetter und Überschwemmungen, die sich im vergangenen Sommer in der gesamten Steiermark ereignet haben, sind vielen Menschen im Gedächtnis geblieben. Im Bezirk Leoben waren besonders Wald am Schoberpass, Mautern und Kalwang, die kurzzeitig zu Katastrophengebieten erklärt wurden, sowie Traboch und Trofaiach betroffen. Seitdem wurde viel wiederhergestellt und aufgebaut, …

mehr: https://www.kleinezeitung.at/steiermark/leoben/19470095/so-ruesten-sich-die-gemeinden-fuer-zukuenftige-hochwasserereignisse

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Experten: Mehr Schutz vor Hochwasser und Starkregen nötig

Bayern wird immer häufiger von Hochwasser und Überschwemmungen heimgesucht. Schutzmaßnahmen gibt es schon viele – es gibt aber auch noch einiges zu tun, wie in einer Anhörung im Landtag deutlich wird.

mehr: https://www.sueddeutsche.de/bayern/anhoerung-im-landtag-experten-mehr-schutz-vor-hochwasser-und-starkregen-noetig-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-250206-930-367107

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Experte: Hochwasser wie 2021 hätte heute fast gleiche Folgen

Mehr als drei Jahre nach der Hochwasserkatastrophe fehlt es in NRW weiterhin an ausreichend Schutz. Warum es nur schleppend vorangeht – und welche Rolle dabei ein seltenes Moos in der Eifel spielt.
Mehr als drei Jahre nach der verheerenden Hochwasserkatastrophe wäre Nordrhein-Westfalen bei einem vergleichbaren Ereignis nach Ansicht eines Experten heute kaum besser vorbereitet. „Die Warnsysteme haben sich verbessert, aber beim Hochwasserschutz selbst sind wir noch nicht viel weiter“, sagte der Hochwasserexperte Holger Schüttrumpf von der RWTH Aachen der Deutschen Presse-Agentur. Sollte es noch mal zu einer Katastrophe kommen, würde die Zahl der Todesopfer dank besserer Warnungen wahrscheinlich geringer ausfallen, die Sachschäden jedoch wären wohl genauso hoch.

mehr: https://www.sueddeutsche.de/panorama/papier-schuetzt-nicht-experte-hochwasser-wie-2021-haette-heute-fast-gleiche-folgen-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-250104-930-334445

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Internationale Flussgebietskommissionen IKSR für den Rhein und IKSMS für Mosel und Saar beraten in Luxemburg über Lösungen für aktuelle wasserwirtschaftliche Herausforderungen

Das Großherzogtum Luxemburg war 2024 Gastgeber der Plenarsitzung der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) und der Vollversammlung der Internationalen Kommissionen zum Schutz der Mosel und der Saar (IKSMS). Beide zwischenstaatliche Kommissionen tagten am 5. und 6. Dezember in Luxemburg-Stadt.
„Der Wechsel von Phasen mit Dürre und Hochwasser sowie der Verlust an Biodiversität zeigen, dass wir in der Wasserwirtschaft vor großen Herausforderungen stehen. Diese können wir als Nachbarstaaten gemeinsam am wirkungsvollsten lösen.“ Mit diesen Worten begrüßte Tom Schaul vom luxemburgischen Ministerium für Umwelt, Klima und Biodiversität die Delegierten und anerkannten Beobachter zusammen mit IKSR-Präsidentin Miriam Haritz und IKSMS-Präsident Marc Hoeltzel.

Die IKSR präsentierte anlässlich ihrer Plenarsitzung einen Bericht über die bisherige Entwicklung der Wassertemperaturen des Rheins seit den 1970er Jahren, einen Bericht über das extreme Niedrigwasser 2022 im Rheineinzugsgebiet sowie den Ergebnisbericht des Workshops „Starkregen und Sturzfluten“. Außerdem haben die Fachleute der IKSR erstmals Empfehlungen für den Fischschutz und Fischabstieg an Wasserkraftanlagen erarbeitet.

mehr: https://www.iksr.org/de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen-einzeldarstellung/internationale-flussgebietskommissionen-iksr-fuer-den-rhein-und-iksms-fuer-mosel-und-saar-beraten-in-luxemburg-ueber-loesungen-fuer-aktuelle-wasserwirtschaftliche-herausforderungen

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Stellungnahme der agw zum Referentenentwurf der Bundesregierung zum „Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung des Hochwasserschutzes und des Schutzes vor Starkregenereignissen sowie zur Beschleunigung von Verfahren des Hochwasserschutzes“ vom 18.09.2024

Die großräumige länderübergreifende Hochwassersituation in der Jahresmitte 2024, die Hochwasserkatastrophe 2021 in Rheinland Pfalz und Nordrhein-Westfalen, deutlich häufigere lokale Starkregenereignisse aber auch langanhaltende Trockenperioden in den vergangenen Jahren erfordern von der Wasserwirtschaft, den weiteren beteiligten Akteuren, vor allem aber auch von Politik und Verwaltung ein entschlossenes Vorgehen für eine Beschleunigung und Verbesserung des richtigerweise eingeschlagenen Transformationsprozesses hin zu einem effektiven und starken Hochwasserschutz.
In diesem Sinne ist die Novellierung der bestehenden Gesetze im Bereich des Hochwasserschutzes grundsätzlich zu begrüßen. Aus wasserwirtschaftlicher Sicht ist darauf zu achten, …

https://www.agw-nw.de/fileadmin/pdf/Dokumente_extern_2024/agw_stellungnahme_hochwasserschutzgesetziii_entg_041124.pdf

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AöW-Pressemitteilung: AöW fordert nachhaltigen Hochwasserschutz durch Flussgebietspartnerschaften

Berlin. Angesichts zunehmender Hochwasser- und Starkregenereignisse fordert die Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft e.V. (AöW) in ihrem aktuellen Positionspapier die Einrichtung und Förderung von Flussgebietspartnerschaften, um den Hochwasserschutz in Deutschland nachhaltig zu sichern. Die AöW sieht diese Form der Kooperation als wichtigen Beitrag, um Maßnahmen im gesamten Flusseinzugsgebiet koordiniert und effizient umzusetzen. Hochwasserschutz sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die über die kommunale Ebene hinausreichen müsse. Flussgebietspartnerschaften böten die Möglichkeit, Hochwasserschutzmaßnahmen überregional abzustimmen und so eine ganzheitliche Planung zu fördern.

https://aoew.de/umweltschutz/klimafolgenanpassung/aoew-pressemitteilung-aoew-fordert-nachhaltigen-hochwasserschutz-durch-flussgebietspartnerschaften/

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VKU-Stellungnahme zum Hochwasserschutzgesetz III

Der Klimawandel und die damit einhergehenden extremen Wetterereignisse wie Starkregen und Hochwasser zeigen, dass ein ganzheitlicher und präventiver Ansatz im Hochwasserschutz für die Daseinsvorsorge unerlässlich ist. In seiner Stellungnahme fordert der VKU, dass die Vorgaben zur Starkregenvorsorge präzisiert und die Finanzierung der Maßnahmen sichergestellt wird. Ob und wann das Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen wird, ist derzeit kaum vorherzusagen.

Der VKU hat in seinem Positionspapier Hochwasser, Starkregen, Sturzfluten insbesondere auf das notwendige Vorsorge- und Risikomanagement vor dem Hintergrund aktueller Ereignisse hingewiesen und darin gefordert, Planung und Bebauung besser auf die sich ändernden Klimaverhältnisse abzustimmen. Nunmehr greift der vorliegende Referentenentwurf des Hochwasserschutzgesetzes III (HWG III) wesentliche Punkte des VKU-Positionspapiers Starkregenkarten auf.

https://www.vku.de/themen/umwelt/artikel/vku-stellungnahme-zum-hochwasserschutzgesetz-iii/

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Kälteschutz in Hochwassergebieten

Prof. Norbert Gebbeken von der Universität der Bundeswehr München ist Experte für Baustatik. Er gibt Tipps, wie Gebäude in den Hochwassergebieten angesichts der drohenden Kälte geschützt werden können.
Kälte nicht in das Material lassen

„Wenn Wasser gefriert, dehnt es sich um zehn Prozent aus“, so der Bauingenieur Prof. Norbert Gebbeken: „Und diese Ausdehnung kann einen so hohen Druck erzeugen, dass Material oder Bauteile wirklich zerstört werden. Vor allem, wenn Gebäudeteile bereits durchfeuchtet sind. Wenn nun mehrere Tage und Nächte mit Minusgraden um die zehn Grad kommen, muss man versuchen, dass die Kälte nicht in die durchnässten Gebäudeteile eindringen kann. Im ländlichen Raum könne man dazu Stroh- und Heuballen verwenden, ansonsten eignen sich Wärmedämmplatten aus dem Baumarkt. Wenn man diese Wärmedämmplatten von außen an die Bauteile bringt, sodass die niedrigen Temperaturen die Baumaterialien nicht gefrieren lassen, dann kann man eine Menge schützen.“
Bedarf messen

Wer unsicher ist, ob Handlungsbedarf besteht, etwa weil der Keller schon ausgepumpt ist, kann das überprüfen: „Man kann im Baumarkt für wenige Euro ein Feuchtemessgerät kaufen. Bei diesen Geräten ist meistens eine Beschreibung dabei, was eine normale und was eine zu hohe Feuchte ist, sodass man auch im Übergangsbereich dessen, wo Wasser gestanden hat oder noch immer steht, sehen kann, wo etwas abgedämmt werden sollte.“

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Süddeutschland unter Wasser – auch Schweiz betroffen

• Der Süden Deutschlands hat mit einem schweren Hochwasser zu kämpfen.
• Auch in der Schweiz haben starke Niederschläge am Samstagmorgen in der Ost-und Teilen der Innerschweiz sowie im Mittelland zu zahlreichen Überschwemmungen, Erdrutschen und überfluteten Kellern geführt.
• Die Hochwasserlage bleibt angespannt. Denn bereits für Sonntag sind weitere Regenfälle angesagt.
In der Ostschweiz waren am Samstag mehrere Verkehrswege wegen Erdrutschen oder Hochwasser vorübergehend unpassierbar. Betroffen waren einzelne Kantonsstrassen in den Kantonen Zürich, St. Gallen und Thurgau, wie der Touring Club Schweiz (TCS) mitteilte.
Seit Freitagabend gilt am Rhein vom Bodensee bis nach Basel und an der Thur von der Mündung Sitter bis zum Rhein erhebliche Hochwassergefahr.
https://www.srf.ch/news/schweiz/hochwasser-sueddeutschland-unter-wasser-auch-schweiz-betroffen

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Land unter: –Was extreme Überschwemmungen verursacht

UFZ-Forschende haben gezeigt, dass Hochwasser umso extremer ausfallen, je mehr Faktoren dafür eine Rolle spielen.
Wenn Flüsse über die Ufer treten, können die Folgen verheerend sein, wie beispielsweise das katastrophale Hochwasser in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz vor drei Jahren gezeigt hat. Um in Zukunft die Überschwemmungsschäden in Grenzen zu halten und die Bewertung von Hochwasserrisiken zu optimieren, muss besser verstanden werden, welche Variablen in welchem Ausmaß zu extremen Ausprägungen von Überflutungen führen können. Mit Methoden des Erklärbaren Maschinellen Lernens haben Forschende des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) nachgewiesen, dass Überschwemmungen extremer ausfallen, wenn mehrere Faktoren an deren Entstehung beteiligt sind. Die Forschungsarbeit wurde im Fachjournal Science Advances veröffentlicht.
Halle (Juni 2013). Die Saale zählt nach den Ergebnissen der UFZ-Wissenschaftler zu den Flüssen mit einer hohen Hochwasserkomplexität.
Foto: André Künzelmann / UFZ Das Zusammenspiel mehrerer Variablen spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Hochwasser. Fallen die Hochwasser in einem Flusseinzugsgebiet extremer aus, je mehr Variablen beteiligt sind, dann hat dieses eine hohe Hochwasserkomplexität. In Deutschland sind u.a. der Oberlauf der Elbe, die Saale und die Mosel Flusseinzugsgebiete mit einer hohen Hochwasserkomplexität. Zu den Flüssen mit einer niedrigen Hochwasserkomplexität in ihren Einzugsgebieten zählen dagegen z.B. die Havel und die Zusam (Nebenfluss der Donau).

Die Lufttemperaturen, die Bodenfeuchte und die Höhe der Schneedecke sowie die tägliche Niederschlagsmenge in den Tagen vor einem Hochwasser – sie alle sind Variablen, die bei der Entstehung von Hochwasser eine wichtige Rolle spielen. Um zu verstehen, welchen Anteil die einzelnen Faktoren an Überschwemmungen haben, haben Forschende des UFZ mehr als 3.500 Flusseinzugsgebiete weltweit untersucht und für jedes von ihnen Hochwasserereignisse zwischen den Jahren 1981 und 2020 analysiert. Das Ergebnis: Lediglich für rund ein Viertel der fast 125.000 Hochwasserereignisse war die Niederschlagsmenge der alleinig ausschlaggebende Faktor. Die Bodenfeuchte war in etwas mehr als zehn Prozent der Fälle entscheidend, Schneeschmelze und Lufttemperatur spielten als alleiniger Faktor nur jeweils bei etwa 3 Prozent eine Rolle. Dagegen waren für etwas mehr als die Hälfte der Überschwemmungen (51,6 Prozent) mindestens zwei Faktoren verantwortlich. Dabei tritt mit etwa 23 Prozent die Kombination aus Niederschlagsmenge und Bodenfeuchte am häufigsten auf.
Allerdings fanden die UFZ-Forschenden bei der Datenanalyse auch heraus, dass drei oder sogar alle vier Variablen gemeinsam für ein Hochwasserereignis verantwortlich sein können. So sind zum Beispiel Temperatur, Bodenfeuchte und Schneedecke immerhin für rund 5.000 Überschwemmungen entscheidend gewesen, während alle vier Faktoren bei etwa 1.000 Hochwasserereignissen bestimmend waren. Und nicht nur das: „Wir konnten auch zeigen, dass die Hochwasserereignisse immer extremer ausfallen, je mehr Variablen dafür ausschlaggebend waren“, sagt Prof. Jakob Zscheischler, Leiter des UFZ-Departments „Compound Environmental Risks“ und Letztautor des Artikels. Lag der Anteil mehrerer Variablen an einem 1-jährlichen Hochwasser bei 51,6 Prozent, waren es bei einem 5-Jahres-Hochwasser 70,1 Prozent und bei einem 10-Jahres-Hochwasser 71,3 Prozent. Je extremer die Hochwasser also ausfallen, desto mehr treibende Faktoren gibt es und desto wahrscheinlicher ist es, dass sie bei der Entstehung des Ereignisses zusammenwirken. Dieser Zusammenhang gilt oft auch für einzelne Flusseinzugsgebiete und wird von den Autoren als Hochwasserkomplexität bezeichnet.
Als Flusseinzugsgebiete mit geringer Hochwasserkomplexität stuften die Forscher zum Beispiel die nördlichen Regionen Europas und Amerikas sowie den Alpenraum ein, weil dort die Schneeschmelze als entscheidender Faktor für die meisten Hochwasser unabhängig von der Abflussmenge dominiert. Ähnliches gilt für das Amazonasbecken, wo oft die hohe Bodenfeuchte infolge der Regenzeit ein wesentlicher Auslöser von Überschwemmungen unterschiedlicher Ausprägung ist. In Deutschland sind zum Beispiel die Havel und die Zusam, ein Nebenfluss der Donau in Bayern, Flusseinzugsgebiete mit einer niedrigen Hochwasserkomplexität. Zu den Regionen mit einer hohen Hochwasserkomplexität in den Flusseinzugsgebieten zählen dagegen vor allem Ostbrasilien, die Anden, Ostaustralien, die Rocky Mountains bis zur US-Westküste sowie die west- und mitteleuropäischen Ebenen. In Deutschland gehören dazu beispielsweise die Mosel und der Oberlauf der Elbe. „Einzugsgebiete in diesen Regionen weisen in der Regel mehrere Überflutungsmechanismen auf“, sagt Jakob Zscheischler. So können Flusseinzugsgebiete in den europäischen Ebenen von Überschwemmungen betroffen sein, die durch das Miteinander von hohen Niederschlägen, Schneeschmelze und hoher Bodenfeuchte verursacht werden.
Entscheidend für die Frage, wie komplex Hochwasserprozesse sind, ist aber auch die Beschaffenheit der Landoberfläche. Denn jedes Flusseinzugsgebiet hat seine eigenen Besonderheiten. Dazu zählten die Forschenden unter anderen den Klima-Feuchtigkeits-Index, die Bodentextur, die Waldbedeckung, die Größe des Flusseinzugsgebiets und das Flussgefälle. „In trockeneren Regionen etwa sind die Mechanismen, die zur Entstehung des Hochwassers führen, heterogener. Für moderate Hochwasser reichen dort schon wenige Tage mit viel Regen, während es für extreme Hochwasser länger auf feuchte Böden regnen muss“, sagt der Erstautor Dr. Shijie Jiang, der mittlerweile nicht mehr am UFZ, sondern am Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena tätig ist.
Die Wissenschaftler:innen nutzten für die Analyse das sogenannte Explainable Machine Learning, also erklärbares maschinelles Lernen. „Dabei sagen wir zuerst aus den zehn Treibern – Lufttemperatur, Bodenfeuchte und Schneedecke sowie dem wöchentlichen Niederschlag, der für jeden Tag als einzelner Treiber genutzt wird -, die Abflussmenge und damit die Größe des Hochwassers vorher“, erläutert Jakob Zscheischler. Anschließend wird quantifiziert, welche Variablen und Variablenkombinationen wie viel zu der Abflussmenge eines bestimmten Hochwassers beigetragen haben. Erklärbares maschinelles Lernen nennt sich dieser Ansatz, weil man so versuche, die Black Box des trainierten Modells zwischen Hochwassertreibern und Abflussmenge im Hochwasserfall zu verstehen. „Mit dieser neuen Methodik können wir quantifizieren, wie viele Treiber und Treiberkombinationen relevant für die Entstehung und die Intensität von Überschwemmungen sind“, ergänzt Shijie Jiang.
Helfen sollen die Ergebnisse der UFZ-Forschenden künftig bei der Vorhersage von Hochwasserereignissen. „Unsere Studie leistet einen Beitrag, besonders extreme Hochwasser besser abschätzen zu können“, sagt Klimaforscher Jakob Zscheischler. Denn bislang erfolge die Abschätzung von Hochwasser, indem man weniger extreme Werte extrapoliere und so zu neuen Abschätzungen zur Abflussmenge komme. Das sei aber zu ungenau, da bei sehr extremen Hochwasserereignissen die einzelnen Faktoren einen anderen Einfluss bekommen könnten.

Publikation:
Shijie Jiang, Larisa Tarasova, Guo Yu, Jakob Zscheischler (2024): Compounding effects in flood drivers challenge estimates of extreme river floods. Science Advances, https://www.science.org/doi/10.1126/sciadv.adl4005
https://www.ufz.de/index.php?de=36336&webc_pm=13/2024

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Operativer Hochwasserschutz beginnt bei der Qualifizierung von Einsatzkräften: RPTU entwickelt Weiterbildungsprogramm

Wie lassen sich Hochwasser- und Starkregenereignisse bewältigen? Hierzu forscht das Fachgebiet Wasserbau und Wasserwirtschaft an der RPTU – aktuell im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Verbundprojekts KAHR (Klima-Anpassung, Hochwasser, Resilienz) zur wissenschaftlichen Begleitung des Wiederaufbaus nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Ein Weiterbildungsprogramm für Einsatzkräfte ist bereits entstanden. Ebenso hat Fachgebietsleiter Professor Dr. Robert Jüpner gemeinsam mit Partnern im Ahrtal wie THW und Feuerwehr das Katastrophenschutz-Netzwerk „H-Kat-Net“ gegründet, um den Wissenstransfer zu fördern.
Das Weiterbildungsprogramm, welches das Fachgebiet Wasserbau und Wasserwirtschaft im Rahmen des KAHR-Forschungsverbundvorhabens bereitgestellt hat, befasst sich mit dem operativen Hochwasserschutz.

Hierzu Professor Jüpner, der seit dem Hochwasserereignis an der Elbe 2002 regelmäßig selbst Mitglied in Katastrophenstäben war: „Operativer Hochwasserschutz vereint alle vorbereitenden und durchführenden Maßnahmen und Planungen an der Schnittstelle zwischen Katastrophenschutz und Wasserwirtschaft mit dem Ziel, Risiken vorzubeugen und Schäden durch Hochwasser und Starkregen – über die rein wasserwirtschaftliche Hochwasservorsorge hinaus – zu reduzieren. So richtet sich unser Bildungsmodul insbesondere an Personen aus THW-Ortsverbänden, Berufsfeuerwehren, freiwilligen Feuerwehren sowie weitere Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben und ebenso an Verantwortliche in Kommunen und Städten. Wir sind überzeugt, dass eine intensive und fachlich fundierte Vorbereitung der Schlüssel für effektives, koordiniertes und zielführendes Handeln im Einsatzfall ist.“

Dabei spielt der Umgang mit Hochwasser- und Starkregengefahrenkarten zur Lagebeurteilung ebenso eine Rolle wie das Vermitteln von Wissen und Erfahrungen aus der Einsatzpraxis.

Erfahrung mit Bildungsprojekten vorhanden
Es handelt sich dabei nicht um das erste Bildungsmodul, welches Professor Jüpner und seine Arbeitsgruppe konzipiert haben. Bereits seit 2021 bieten sie gemeinsam mit dem Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft an der RPTU und dem Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz „BiWaWehr“ als festes Weiterbildungsangebot an. Über 500 Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW haben das Training bereits absolviert.

Auf Vorschlag des Umweltbundesamts bewarben sich die Forschenden mit ihrem Bildungsprojekt für die Feuerwehr um den Bundespreis „Blauer Kompass“ 2022 und erreichten die Endausscheidung (20 aus 240 Bewerbungen; Beschreibung der Maßnahme einsehbar in der KomPass-Tatenbank des Umweltbundesamtes).

Regionales Wissen aktivieren
Bilateraler Erfahrungsaustausch zwischen Wissenschaft und Praxis ist ein weiterer Aspekt, der für Professor Jüpner mit Blick auf die Katastrophenvorsorge in Risikogebieten entscheidend ist. Mit „H-Kat-Net“ hat er den Anstoß für ein Katastrophenschutz-Netzwerk für das Ahrtal gegeben, welches er gemeinsam mit zwei THW-Ortsverbänden, dem Kreisverbindungskommando Ahrweiler der Bundeswehr sowie der Feuerwehr Sinzig und dem Brand- und Katstrophenschutz des Landkreises Ahrweiler gegründet hat.

„Mit dem Netzwerk schlagen wir die Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis. Wir lernen aus dem Wissen der Einsatzkräfte für die Forschung und können andererseits unsere Forschungsergebnisse direkt dorthin bringen, wo sie gebraucht werden“, unterstreicht der Wissenschaftler. Dabei unterstützen ihn die Partner aus dem KAHR-Projekt – wie etwa der Sprecher des Forschungsverbundvorhabens Professor Dr.-Ing. Jörn Birkmann, der bei der Auftaktveranstaltung am 17. Oktober ein Grußwort sprach und über seine Forschung berichtete.

Über KAHR
Das vom BMBF geförderte Projekt KAHR soll mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen die Aufbaumaßnahmen in den von der Flutkatastrophe im Juli 2021 zerstörten Regionen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz unterstützen. Bis Ende 2024 werden in dem Verbundprojekt mit insgesamt 13 Partnern aus Wissenschaft und Praxis Fragen zur Klimaanpassung, der risikobasierten Raumplanung und zum Hochwasserschutz erarbeitet. Ziel ist es, konkrete Maßnahmen für einen klimaresilienten und zukunftsorientierten Wieder- und Neuaufbau zu schaffen. Weiterführende Informationen unter: https://hochwasser-kahr.de/index.php/de/

Pressekontakt:
Prof. Dr. Robert Jüpner
RPTU Kaiserslautern-Landau, Fachgebiet Wasserbau und Wasserwirtschaft
Tel.: 0631/205-3805
E-Mail: robert.juepner@rptu.de

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