Mittwoch, November 25, 2020
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Sind phosphatfreie Geschirrspültabs alles Versager?

Auswertung der Testergebnisse des Tests der Stiftung Warentest

Der Test der Stiftung Warentest zeigt, dass viele der in Deutschland angebotenen phosphatfreien Geschirrspültabs die bestehenden Testanforderungen derzeit nicht in dem Maße erfüllen können wie ihre phosphathaltigen Konkurrenten. Umso erfreulicher ist es, dass zwei phosphatfreie Geschirrspültabs das Qualitätsurteil „GUT“ erhalten haben.

Bei den Testergebnissen der vier getesteten phosphatfreien Multifunktionstabs fällt auf, dass das Testkriterium „Verhinderung von Belägen“ (d.h. milchige Gläser, Schlieren auf Besteck usw.) nur mit „ausreichend“ bewertet wurde, was in allen vier Fällen zur Abwertung im Gesamturteil geführt hat.
Da die Tests bei einer Wasserhärte von 21 Grad deutscher Härte (°dH) durchgeführt wurden, konnte jedoch auch nicht mit einem anderen Ergebnis gerechnet werden. Die Hersteller der getesteten phosphatfreien Multifunktionstabs weisen auf der Verpackung darauf hin, dass die Anwendung ohne zusätzliche Spezialsalze nur bis 13°dH bzw. bei einem Produkt bis 15°dH möglich ist. Bei härterem Wasser wird die Verbraucherin, der Verbraucher auf die notwendige Zudosierung von Spezialsalz hingewiesen. Diese Multifunktionstabs bei 21°dH ohne Zusatz von Spezialsalz zu testen, entspricht aus Sicht des Umweltbundesamtes nicht dem bestimmungsgemäßen Gebrauch.

Einer der wesentlichen Kritikpunkte der Stiftung Warentest bei der Reinigungsleistung sind die ei- und stärkehaltigen Essensreste an Geschirr und Besteck, für deren Beseitigung allerdings nicht vorrangig Phosphate, sondern Enzyme zuständig sind, die in einigen der getesteten phosphatfreien Mittel anscheinend nicht oder nicht ausreichend enthalten sind. Dies hat jedoch nichts mit dem Verzicht auf Phosphat zu tun.

Fraglich ist auch, ob die angewendeten Testanforderungen in Anlehnung an Methoden des Arbeitskreises Maschinengeschirrspülmittel des Industrieverbandes Körperpflege und Waschmittel (IKW) dem typischen Verbraucherverhalten entsprechen. In Familien wird im Allgemeinen das Geschirr täglich oder alle 2 Tage gespült und der Schmutz hat sicher keine Chance, so stark anzutrocknen.
Verbraucherinnen und Verbraucher sollten ruhigen Gewissens selbst testen, ob sie mit der Reinigungsleistung phosphatfreier Produkte zufrieden sind, denn was die Verhinderung von Belägen und die Materialschonung anbelangt, schneiden die meisten phosphatfreien Produkte mit „sehr gut“ bis „gut“ ab.

Quelle: http://www.umweltbundesamt.de/chemikalien/waschmittel/geschirrspueltabs.htm