Sonntag, Juli 25, 2021
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Kapazitätsreserven bei der CO- Vergärung

Bild FW-SCHLA-Vergaerung-F.JPG Auf dem ersten deutschen Wasser- und Energie Tag Anfang Februar berichtete Hermann-Josef Roos/ Entsorgungsgesellschaft Niederrhein über Kapazitäten in Klär- und Biogasanlagen sowie über die Mengen geeigneter Abfälle.

Die CO-Vergärung von biogenen Abfallstoffen in Faulbehältern verbessert die Auslastung und erhöht den Energieertrag. Obwohl wirtschaftliche Vorteile für Betreiber und Nutzer vorhanden sind, wurden nicht so viele CO-Substrate eingebracht, wie Kapazität vorhanden ist. Bundesweit wurden dagegen land- und abfallwirtschaftliche Biogasanlagen errichtet, die heute im Wettbewerb mit den Kläranlagen stehen. Für die Berechnung der freien Kapazitäten in Faultürmen hat Roos auf Daten des Statistischen Bundesamtes zurückgegriffen. Danach gibt es in Deutschland 3136 Kläranlagen mit einer Gesamtausbaugröße von 140 Mio. EW, die eigene Faultürme haben. Angeschlossen sind aber nur 117,8 EW, daraus ergibt sich eine Reserve von 28,9 Mio. EW. Hieraus leitet Roos ein insgesamt vorhandenes Faulbehältervolumen von 2,9 Millionen Kubikmeter ab. Davon sind 2,4 Millionen Kubikmeter für die Klärschlammbehandlung gebunden. 0,5 Millionen Kubikmeter stehen demnach für andere Verwendungen zur Verfügung, was einem Trockenmasseninput von 0,9 Mio. t/ Jahr entspricht. Dies wurde auf Basis einer Faulzeit von 20 Tagen berechnet, bei einer Faulzeit von nur 18 Tagen erhöht sich das freie Volumen auf 0,75 Mio. Kubikmeter. Daraus ergibt sich, dass  in Deutschland jährlich rund 6,6 Mio. t Speiseabfälle oder 3,1 Mio. t Bioabfälle von den vorhandenen Faultürmen aufgenommen werden könnten.

Laut Statistischem Bundesamt gibt es in Deutschland 581 Biogas- und Vergärungsanlagen mit einer Kapazität von 3,2 Mio. t. Dazu kommen Kompostierungsanlagen mit etwa 11 Mio. t/Jahr.

Neue Chancen für Kläranlagen könnten durch eine Gesetzesänderung bei der Entsorgung von Speiseabfällen entstehen. Bis Ende 2006 konnten Speise- und Küchenabfälle verfüttert werden, dies ist in 2007 nicht mehr möglich. Das Potenzial an Küchen- und Speiseabfällen wird auf 2 Mio. t geschätzt, bisher wurden nur 430.000 t/ Jahr entsorgt. Diesen theoretisch neu verfügbaren Mengen stehen jedoch rechtliche Hürden gegenüber, denn bei der CO Vergärung in Kläranlagen muss sowohl das Wasserrecht als auch das Abfallrecht berücksichtigt werden. Da Kläranlagen Abwasserbehandlungsanlagen sind und keine Abfallentsorgungsanlagen können nur Abfälle zur Verwertung eingesetzt werden. Deshalb müssen alle Abfallarten einzeln genehmigt werden.