Sonntag, Juli 25, 2021
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Die Weltmeere als Deponie für CO2-Gas!

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Um CO2-Emissionen unschädlich zu machen, will der US-Unternehmer Ozeanwüsten begrünen und von Meerestieren abernten lassen. Der Plan zum Klimaschutz stößt bei Wissenschaftlern allerdings noch auf Skepsis.

Was das Meer einmal verschlungen hat, gibt es so schnell nicht wieder her. Die Ozeane nehmen gut die Hälfte des vom Menschen produzierten Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) auf und speichern es mancherorts über Hunderte von Jahren. Ein Puffer, ohne den der Klimawandel noch schneller voranschreiten würde.

Dabei könnten die Weltmeere viel mehr CO2 schlucken – wenn sie mehr Phytoplankton enthalten würden. Diese winzigen Pflanzen wachsen, indem sie CO2 aufnehmen und per Fotosynthese in Biomasse umwandeln. Doch in weiten Teilen der subtropischen Meere sind die oberen Wasserschichten zu nährstoffarm für Phytoplankton. Philip Kithil, CEO des kleinen Unternehmens Atmocean im US-Bundesstaat New Mexico, will hier abhelfen: Durch Wellenenergie angetriebene Pumpen sollen nährstoffreiches Tiefenwasser an die Oberfläche befördern und so die blauen Wüsten begrünen. Um ein Drittel der jährlich vom Menschen produzierten CO2-Emissionen zu binden, müssten laut Kithil 134 Millionen Quadratkilometer Ozean mit seinen Pumpen bestückt werden.

Würde das neue Phytoplankton von Tieren gefressen, die das CO2 wieder ausatmen, wäre dem Klimaschutz nicht gedient. An dieser Stelle bringt Kithil seinen Joker ins Spiel: Salpen. Diese tönnchenförmigen Meerestiere treiben wie kleine Staubsauger dahin. Was sich in ihren Filtern verfängt, wird verdaut und als Kotballen ausgeschieden, die so schwer sind, dass sie schleunigst in die Tiefe sinken – und mit ihnen der Kohlenstoff. „Salpen sind allerdings an geringe Futtermengen angepasst“, sagt Ulrich Bathmann, Leiter der Sektion Biologische Ozeanographie am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. Zu viel Plankton würde ihre Filter verstopfen. Außerdem sei es ungewiss, ob sich Salpen in den begrünten Arealen einfinden würden.