Mittwoch, Oktober 28, 2020
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Straßenablauffilter für einen wirkungsvollen Gewässerschutz

Einführung
Obwohl längst nachgewiesen ist, dass die Einträge des
Niederschlagswassers aus dem Trennsystem einen maßgeblichen
Anteil an der Gewässerverschmutzung haben, wird
in den meisten Fällen das Niederschlagswasser ohne Reinigung
in die Gewässer eingeleitet. Um die Gewässerqualität
in Zukunft weiter verbessern zu können, ist es aber erforderlich,
in diesem Bereich mehr zu tun.
Erste Schritte in dieser Richtung sind zu erkennen, denn in
den letzten Jahren wurden zunehmend dezentrale Lösungen
zur Niederschlagswasserbehandlung entwickelt. Dazu
gehören sowohl Infiltrationssysteme wie das Mulden-Rigolen-
System oder das INNOLET-System als auch technische
Schachtfilteranlagen, die in die Straße integriert werden
können.
Dieser Bericht befasst sich mit dem System INNOLET, einer
Nachrüstmethode für vorhandene Straßenabläufe. Hier erfolgt
die Reinigung des Straßenablaufwassers über Sedimentation
und Filtration mit dem Ziel, hoch belastetes Straßenablaufwasser
getrennt von den übrigen Quellen vor Eintrag
in das Gewässer zu reinigen.

INNOLET-Filtrationssystem
Die Idee des Systems ist, die hoch belastete Schmutzfracht
von stark befahrenen Straßen separat zu behandeln. Ohne
Umbau der vorhandenen Einläufe kann der Nachrüstsatz
eingesetzt warden. Der Filter besteht aus drei Teilen: Filterpatrone,
Grobschmutzfang und Filterkorb (Abbildung 1). Mit
dem zweistufigen Filter (Sedimentation und Filtration) wird
der belastete Zulauf behandelt. In der Sedimentationsstufe
werden zum Beispiel größere Partikel und Laub zurückgehalten.
In der zweiten Filterstufe werden Feinstoffe zurückgehalten
und gelöste Stoffe am adsorptiv wirkenden Filtermaterial
gebunden. Beide Bauteile werden in die Filterpatrone
eingehängt.

Pilotvorhaben
Nach den ersten Feldversuchen wurde der Straßenablauffilter
in einem Pilotvorhaben im Rahmen des EU-Interreg-
IIIB-Programms in der Nordsee-Region eingesetzt. Im NORISProjekt
(No Rainwater in Sewers) in Hannover wurden unterschiedliche
dezentrale Behandlungsmaßnahmen betrachtet.
In zwei Pilotgebieten im Hannoveraner Stadtteil Linden
wurden folgende Maßnahmen ausgewählt:- Straßenablauffiltration im Einlauf mit INNOLET,
– verbesserte Straßenreinigung,
– verbesserte Einlaufreinigung.

Pilotgebiet Hannover-Linden
Die Stadtentwässerung Hannover benutzt einen speziellen
Nassgully, der in den letzten Jahren bei Neubau und Sanierung
eingesetzt wurde. Dieser Gully hat einen Schlammfang
mit einem Inhalt von 115 l und einen Syphon, der den
direkten Eintrag von Laub und Partikeln in den Kanal während
des Regenereignisses verhindern soll. Ein Grobschmutzeimer
ist nicht vorhanden. Der Gitterrost hat im Gegensatz
zum üblichen Standardgitterrost (300-500 mm) zwei angeformte
Stege, die eine Anpassung der Auflage des INNOLETFilters
im Straßeneinlauf erforderten (Abbildung 2).
INNOLET wurde im Gebiet Fössestraße eingesetzt (Abbildung
3). Das ausgewählte Teilgebiet ist die Anfangshaltung eines
Trennsystems. Die Probenahme erfolgte mit einem automatischen
Probenehmer im unteren Kontrollschacht der dritten
Haltung in der Selmastraße.
In diesem Teileinzugsgebiet mit insgesamt 6281 m² sind
4802 m² Straßen (zehn Einläufe) und 1178 m² Dachflächen…mehr:

http://www.kan.at/upload/medialibrary/KA-Betriebs-Info4-2010.pdf

Autoren
Dr.-Ing. Harald Sommer
Ingenieurgesellschaft Prof. Dr. Sieker mbH
15366 Hoppegarten
E-Mail: h.sommer@sieker.de
Dipl.-Ing. Jürgen Lüddecke
Stadtentwässerung Hannover

 

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