StartNützlichesAllgemeine Meldungen und BerichteNeckarsulm: Kläranlage wird Vorreiter für innovative Technik zur Abwasserreinigung

Neckarsulm: Kläranlage wird Vorreiter für innovative Technik zur Abwasserreinigung

In Neckarsulm ist der Startschuss für ein zukunftsweisendes neues Verfahren der Abwasserreinigung gefallen. Auf dem Gelände der Verbandskläranlage Neckarsulm, die vom Abwasserzweckverband „Unteres Sulmtal“ betrieben wird, entstehen in etwa zweieinhalb Jahren Bauzeit drei Bioreaktoren, mit deren Hilfe die Reinigungsleistung der Kläranlage um 60.000 auf 200.000 Einwohnerwerte erhöht wird. Der Vorsitzende des Abwasserzweckverbandes, Oberbürgermeister Joachim Scholz, signalisierte mit dem symbolischen ersten Baggerbiss den offiziellen Beginn der Bauarbeiten. Errichtet werden drei SBR-Reaktoren mit einem Volumen von jeweils 2400 Kubikmetern und ein gleichgroßer Vorlagebehälter. Die von den Mitgliedskommunen des Zweckverbandes anteilig zu tragenden Baukosten betragen
18 Millionen Euro.

Die neuen Bioreaktoren bilden das Herzstück der im Jahr 2005 konzipierten Modernisierung und Erweiterung der bis zur Kapazitätsgrenze ausgelasteten Verbandskläranlage. Um die Abwässer der angeschlossenen Verbandskommunen und der Industrie auch künftig sicher entsorgen zu können, ist eine höhere Reinigungsleistung erforderlich. Mit den neuen Reaktoren wird die Kläranlage nicht nur leistungsmäßig erweitert, sondern sie kann auch effizienter und mit weniger chemischen Zusatzstoffen betrieben werden. Dies ermöglicht das neue Verfahren der Sequentiellen Biologischen Reinigung (SBR). In den Reaktoren kommen Bakterien und andere Mikroorganismen zum Einsatz, die sich von den Schmutzpartikeln im Abwasser ernähren. Diese biologischen Abbauprozesse können durch unterschiedliche Beschickung und Belüftung der Reaktoren gezielt gesteuert werden. Damit erfüllen die Bioreaktoren die gleiche Funktion wie herkömmliche Klärbecken, nehmen aber durch ihre kompakte Bauweise wesentlich weniger Fläche ein und sind zudem flexibel nutzbar. Auch speziell geeignete Industrieabwässer können so gezielt mitgereinigt werden. Entwickelt wurde diese Kombinationstechnik von Diplom-Ingenieur Gunter Lorenz, dessen Ingenieurbüro für Wasserwirtschaft in diesem Bereich verschiedene Patente hält. Derartige Reaktoren sind in Baden-Württemberg bislang nur an zwei Standorten im Rhein-Neckar-Kreis in Betrieb. Im Unterland ist der Abwasserzweckverband „Unteres Sulmtal“ der erste, der auf die neue Verfahrenstechnik setzt.               
„Wir steigen in einen neuen hochtechnischen Bereich ein“, erklärte OB Scholz. „Dies ist ein Meilenstein in der weiteren Entwicklung des Zweckverbandes.“ Die Millioneninvestition sichere nicht nur den Standort der Wohnräume, sondern auch der Industrie. Solche Kooperationen würden zukünftig für die Sicherung der Arbeitsplätze immer wichtiger, hob der Verbandsvorsitzende hervor. Er kündigte einen Tag der offenen Tür an, sobald die Erweiterung der Kläranlage abgeschlossen ist. „Damit die Bevölkerung auch einmal zu sehen bekommt, was in die weniger publikumswirksamen Bereiche investiert wird, die gleichwohl für unsere Lebensqualität unentbehrlich sind.“ Die Erweiterung der Verbandskläranlage verursacht Gesamtkosten von 28 Millionen Euro. Bereits fertiggestellt ist die Sanierung und Erweiterung der Eingangsgruppe. Sie bildet die erste mechanische Klärstufe. Zudem wurde ein neues Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen. Im Bau befindet sich derzeit noch die thermogestützte solare Klärschlammtrocknung.
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