Samstag, September 25, 2021
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Forscher tüfteln an Neuerfindung der Toilette

Rund 2,6 Milliarden Menschen haben keinen Anschluss an Abwassernetze – und werden ihn wohl auch nie bekommen. Ein neuer Wettbewerb sucht deswegen Ideen für die Toilette der Zukunft. Im Gespräch sind Mikrowellen, Brennstoffzellen – und ein Fäkalientransport per Fahrrad.

Berlin – Es ist ein höchst delikater Auftrag, mit dem sich acht Forschergruppen auf vier Kontinenten da gerade befassen. Und ein wichtiger dazu. Es geht um nicht mehr und nicht weniger als die Toilette der Zukunft. Gefördert von der Gates-Foundation arbeiten die Teams daran, Technologien für all jene 2,6 Milliarden Menschen zu entwickeln, die bislang keinen Anschluss an Abwassernetze haben – und wohl in den allermeisten Fällen auch nie bekommen werden.

“ Reinvent the Toilet“, erfinde die Toilette neu, heißt der kürzlich gestartete Wettbewerb um die besten Konzepte. Der Stiftung ist die Angelegenheit in einer ersten Projektphase schon einmal drei Millionen Dollar wert – später sollen es noch deutlich mehr werden. „Keine Innovation in den vergangenen 200 Jahren hat mehr für Lebensrettung und Verbesserung der gesundheitlichen Lage getan als die sanitäre Revolution, die von der Erfindung der Toilette ausgelöst wurde“, sagt Stiftungsvertreterin Sylvia Mathews Burwell.
Doch klar ist bereits jetzt: Das klassische Modell mit Wasserspülung kann und wird nicht das Ende der weltweiten Sanitär-Evolution sein. Das Prinzip ist schlicht zu aufwendig. Die benötigten Wassermengen sind zu groß, der Aufbau von Kanalsystemen und zentralen Kläranlagen zu kompliziert und teuer.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,780162,00.html