Freitag, Dezember 9, 2022
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Die deutsche Toilettenorganisation

Bild Nuet-Welt-Toilettenjahr-J.jpgDie UN hat das Jahr 2008 zum Jahr der Sanitärfragen erklärt. Da wird die deutsche Organisation, die im Haus für Demokratie und Menschenrechte in Berlin ihren Sitz hat, erst richtig bekannt werden. „Wir wollen saubere Toiletten und nachhaltige Abwassersysteme für alle Menschen auf der Welt “ sagte Reinhard Marth, der im Vorstand der Deutschen Toilettenorganisation ist.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit ist mit dem Projekt „Ecosan“ beim Sanitärthema engagiert. Hier geht es um Recycling von Abwasser und Fäkalien, um Urintrennung, Trockentoiletten, natürlichem Dünger und um sanitäre Grundversorgung für Länder ohne Wasser und ohne Geld für eine Kanalisation. Nach Schätzungen der GTZ haben 2,6 Milliarden Menschen auf der Welt statt Toiletten nur  einfache Löcher oder sie müssen auf Acker und Straßengraben ausweichen. Dabei werden natürlich Krankheitskeime unkontrolliert verteilt. Deshalb favorisiert die GTZ die sogenannten Urin-Trenn-Trocknungstoiletten. „Wenn Urin getrennt und Fäkalien sicher aufbewahrt und getrocknet werden, kann das Hygieneproblem gelöst und wertvoller Dünger gewonnen werden“ sagte Christine Werner von der GTZ. Dass diese Idee nicht nur für Entwicklungsländer faszinierend ist, zeigt der Einbau von so genannten Vakuum -Toiletten. Diese neuartige Technologie wird im Stadtteil Jenfeld /Hamburg gerade in einer Neubausiedlung für 2000 Einwohner installiert. Vakuum -Toiletten brauchen sehr wenig Spülwasser und gleichzeitig gewinnt man konzentriertes Schwarzwasser. Darunter versteht man Toilettenabwasser, während normales häusliches Abwasser als Grauwasser bezeichnet wird. In der Neubausiedlung werden beide Ströme an der Quelle getrennt und das Schwarzwasser wird mit Hilfe der Vakuumtechnik einer Behandlung zugeführt, die quasi einer Kläranlage entspricht.

Wahren  Luxus findet man in der japanischen Toilettenkultur. Dort gibt es Toiletten, die sich automatisch auf öffnen und den Benutzer mit beheizten Brille verwöhnen. Statt Papier verwendet das so genannte Washlet lauwarmes Wasser, das auch noch angenehm duftet. Noch bessere Modelle können beispielsweise auch noch mit medizinischen Sensoren den Blutzucker im Urin messen.

So wird man sich in 2008 , dem Jahr der Sanitärfragen- auf viele neue Informationen freuen können.

Br 10-07