StartNützlichesAllgemeine Meldungen und BerichteKatwarn: Hochwasser-Test geht schief – Stadt Mainz benutzt Warn-App Nina

Katwarn: Hochwasser-Test geht schief – Stadt Mainz benutzt Warn-App Nina

Na, das war aber nix: Am Montag sollte eigentlich ein landesweiter Test mit der Warn-App Katwarn Hochwasser-Warnmeldungen auf die Smartphones der App-Benutzer verschicken, doch das ging offenbar schief. Der Katwarn-Probealarm habe „nicht reibungslos funktioniert“, räumte das Mainzer Innenministerium am Dienstag ein. Nur etwa die Hälfte der Nutzer habe die entsprechende Warnmeldung mit akustischem Signal erhalten. Das ist eine echte Pleite, soll doch Katwarn gerade im Katastrophenfall die Benutzer zuverlässig auf Probleme aufmerksam machen. Derweil mussten wir feststellen: Katwarn ist gar nicht die einzige Warn-App – die Stadt Mainz benutzt stattdessen die App Nina.

NINA steht für „Notfall-Informations- und Nachrichten- App“ und ist ein Produkt des Bundes. Nina funktioniert offenbar ganz ähnlich wie Katwarn und soll die Bevölkerung ebenfalls flächendeckend bei nationalen Gefahrenlagen warnen. Technische Grundlage ist hier das Modulare Warnsystem (Mowas) des Bundes, das vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe betrieben wird. Und während das rheinland-pfälzische Innenministerium in den vergangenen Monaten eifrig und ständig für die Nutzung von Katwarn warb, blieb Nina weitgehend unbekannt. Das aber ist ein Problem: Manche Kommunen oder Landkreise in Rheinland-Pfalz nutzen nämlich statt Katwarn lieber Nina – man braucht also eigentlich beide Apps, will man flächendeckend gewarnt werden.

Bei der Stadt Mainz jedenfalls heißt es, man habe sich aus Kostengründen für Nina und gegen Katwarn entschieden. „Nina ist lizenzkostenfrei, uns entstehen keine Kosten“, erklärt Stadtsprecher Marc André Glöckner, bei Katwarn dagegen fielen regelmäßige Gebühren an. Nach Informationen von SWR-Online muss bei Katwarn ein Landkreis einmalig rund 15.000 Euro für das Programm bezahlen, dazu wird eine Jahresgebühr von 3.000 Euro fällig – und jede verschickte Warn-SMS koste auch noch ein paar Cent. Bei Nina hingegen, heißt es beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz, müsse eine Rettungsleitstelle an das System Mowas angeschlossen werden, für 20.000 Euro kaufe man die entsprechende Sendestation. Die App Nina und deren Nutzung sei dann aber kostenlos.

Quelle: http://www.mainzund.de/katwarn-hochwasser-test-geht-schief-stadt-mainz-warnt-mit-nina/