Wie süß ist unser Grundwasser?

Der künstliche Süssstoff Acesulfam ist in zahlreichen Light-Produkten enthalten. Die Substanz wird weder im menschlichen Körper noch später in den Kläranlagen abgebaut. Wissenschafter der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW konnten Acesulfam erstmals in zwei Dritteln der unter-suchten Grundwasserproben nachweisen. Anhand von Acesulfam ist es daher möglich, den Weg von häuslichem Abwasser über Kläranlagen und Flüsse bis ins Grundwasser zu verfolgen und die Qualität des Grundwassers zu überprü-fen.

Kalorienarme Ernährung liegt im Trend, künstliche Süssstoffe ersetzen den Zucker. Der Süssstoff Acesulfam beispielsweise wird in beträchtlichen Mengen konsumiert und vom menschlichen Körper fast vollständig wieder ausgeschieden. Aus den Haushalten gelangt Acesulfam über die Kanalisation in die Kläranlagen. Doch was geschieht dann mit dem Süssstoff?

Die Experten der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW wollten es genau wissen und haben erstmals eine Methode zum Nachweis von Acesulfam in Abwasser und Gewässern entwickelt. Wasserproben wurden im Kanton Zürich von kommunalen Kläranlagen, vom Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL), vom kantonalen Labor und von der Wasserversorgung Zürich zur Verfügung gestellt.

Vom Abwasser in den Fluss, dann ins Grundwasser

Die ACW-Fachleute fanden heraus, dass der Süssstoff in den Kläranlagen nicht ab-gebaut wird und somit in Flüsse und Seen gelangt. In dicht besiedelten Gebieten fin-det man erwartungsgemäss mehr Acesulfam als in ländlichen Regionen. Der Süss-stoff geht aber noch weiter: In zwei Dritteln der untersuchten Grundwasserproben war er nachzuweisen. Die Daten zeigen, dass Acesulfam hauptsächlich durch Versi-ckern von Flusswasser ins Grundwasser gelangt. Acesulfam könnte aber auch auf eine lecke Kanalisationsleitung hinweisen.

Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement EVD Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW Mediendienst Medienmitteilung

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