Dienstag, April 13, 2021
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Meldungen zu Phosphor-Rückgewinnung aus Klärschlamm

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Februar 2021
2,7 Millionen Euro für Phosphorrückgewinnung im Odenwaldkreis
Januar 2021
Von der Stickstoffkrise zur Phosphatkrise?
Phosphorrückgewinnung bei der Abwasserbehandlung

 


2,7 Millionen Euro für Phosphorrückgewinnung im Odenwaldkreis

Mit 2,7 Millionen Euro unterstützt das hessische Umweltministerium das interkommunale Phosphor-Recycling-Projekt (InterPhOs) des Odenwaldkreises und der Stadt Heppenheim an der Bergstraße. Dort beteiligen sich zehn kommunale Kläranlagen an der Phosphorrückgewinnung für die Region. Nach derzeitigem Projektstand soll die Klärschlammverwertung am Standort Michelstadt im Jahr 2022 beginnen. Insgesamt stellt das Land Hessen im Jahr 2021 zwölf Millionen Euro für Demonstrationsvorhaben und Machbarkeitsstudien zur Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm und Klärschlammasche zur Verfügung.

Weiterführende Links
Unternehmen zur Phosphorrückgewinnung aus kommunalen Klärschlämmen im Odenwald

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Von der Stickstoffkrise zur Phosphatkrise?

Internationales Forschungsteam fordert europaweite Phosphatrichtlinie
 Durch eine europaweite Nitrat-Richtlinie will die EU Stickstoffemissionen in der Umwelt reduzieren. Es wird angenommen, dass dies gleichzeitig viele gefährdete Pflanzenarten schützen könnte, von denen viele unter hohen Nährstoffkonzentrationen in der Umwelt leiden. Aber gerade die Nitrat-Richtlinie der EU könnte dazu führen, dass viele der seltenen und bedrohten Pflanzenarten besonders leiden. Das hat ein internationales Forschungsteam der Universitäten Göttingen, Utrecht und Zürich herausgefunden. Ihre Studie wurde in der internationalen Zeitschrift Nature Ecology and Evolution veröffentlicht.

(pug) Stickstoff ist ein wichtiger Nährstoff für Pflanzenarten, aber ein Übermaß an Stickstoff kann schädlich für die Artenvielfalt sein. Das liegt daran, dass die Pflanzenarten, die mit viel Stickstoff gedeihen können, andere Arten verdrängen können, die an niedrige Stickstoffkonzentrationen angepasst sind. „Aber es reicht nicht aus, nur den Stickstoff zu reduzieren“, sagt Koautor Julian Schrader, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Biodiversität, Makroökologie und Biogeographie der Universität Göttingen. „Eine solche Politik kann sogar kontraproduktiv für den Schutz bedrohter Pflanzenarten sein, wenn man nicht auch andere Nährstoffe mit einbezieht.“

Neben Stickstoff benötigen Pflanzen für ihr Wachstum unter anderem auch Phosphor und Kalium. Entscheidend dafür sind die Proportionen dieser Nährstoffe im Boden. Die Forscher stellten fest, dass, wenn die Stickstoffkonzentration im Boden reduziert wird, ohne die Phosphorkonzentration zu verringern, genau die Pflanzenarten nicht mehr vorkommen, die bedroht sind.

„Viele gefährdete Pflanzenarten in Europa kommen an Orten vor, an denen die Phosphorkonzentration niedrig ist“, erläutert Schrader. Aufgrund der Tatsache, dass die relative Konzentration von Phosphor zunimmt, wenn die Stickstoffkonzentrationen infolge einer wirksamen Politik abnehmen, geraten diese Arten unter Druck. Die gefährdeten Arten reagieren besonders empfindlich auf Veränderungen der Nährstoffkonzentrationen und sollten nach Ansicht der Forscher stärker geschützt werden.

Die Ergebnisse dieser Forschung haben erhebliche Konsequenzen für die aktuelle Stickstoffpolitik: Die Autoren plädieren daher für die Einführung einer europäischen Phosphat-Richtlinie zusätzlich zur bereits bestehenden Nitrat-Richtlinie.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Julian Schrader
Georg-August-Universität Göttingen
Abteilung Biodiversität, Makroökologie und Biogeographie
E-Mail: jschrad@uni-goettingen.de
Internet: www.uni-goettingen.de/en/128741.html

https://idw-online.de/de/news756865

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Phosphorrückgewinnung bei der Abwasserbehandlung

Abschlussbericht im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU)
Mit der Novellierung der Klärschlammverordnung müssen alle Kläranlagenbetreiber, die kommunales Abwasser behandeln und den Klärschlamm bodenbezogenen verwerten, der zuständigen Behörde einen Bericht über deren geplante Maßnahmen zur Phosphorrückgewinnung vorlegen. Im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) hat sich daher die Professur für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik gemeinsam mit Dr.-Ing. Steinle Ingenieurgesellschaft für Abwassertechnik mbH mit der Frage auseinandergesetzt, ob und mit welchen Verfahren eine geeignete Phosphorrückgewinnung auch auf Kläranlagen durchgeführt werden kann. Ziel war es, eine ganzheitliche Handlungsempfehlung für Kläranlagenbetreiber zum Umgang mit einer Phosphorrückgewinnung aus Abwasser/Klärschlamm zu entwickeln.
https://www.unibw.de/wasserwesen/swa/aktuelle-nachrichten/abschlussbericht-phosphorrueckgewinnung

 Der Bericht wurde nun in den Mitteilungen des Instituts für Wasserwesen Nr. 130 veröffentlicht und kann unter https://www.unibw.de/wasserwesen/swa/aktuelle-nachrichten/200522_mitteilungen_130_final_gesamtdokument.pdf eingesehen werden.

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