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Februar 2022
Das Spurenstoffzentrum des Bundes
Januar 2022
Emissionshandel 2021 mit Rekordeinnahmen von über 12 Milliarden Euro

 


Das Spurenstoffzentrum des Bundes

Das Spurenstoffzentrum des Bundes (SZB) wurde als ein Ergebnis der Spurenstoffstrategie des Bundes im Jahr 2021 am Umweltbundesamt gegründet. Es soll zukünftig eine koordinierende und integrierende Funktion im Themenbereich „Spurenstoffe in Oberflächengewässern“ übernehmen.

Hintergrund
Unsere Gewässer und Abwässer werden zunehmend durch sogenannte Spurenstoffe (Mikroschadstoffe) belastet. Spurenstoffe sind Schadstoffe, die in sehr geringen Konzentrationen in Gewässern vorkommen und bereits in niedrigsten Konzentrationen nachteilig auf aquatische Ökosysteme und den Menschen wirken beziehungsweise langfristig den Zustand von Gewässern und die Qualität des Trinkwassers beeinträchtigen können. Viele dieser Chemikalien gelangen über das Abwasser unserer Haushalte (Arzneimittel, Haushaltschemikalien und Pflegemittel, Nahrungsergänzungsmittel), von Industrieanlagen oder über landwirtschaftlich genutzte Flächen in unsere Gewässer.

Unsere Ziele und Aufgaben
Hauptziel des Spurenstoffzentrums ist es, in Zusammenarbeit mit allen Akteuren und Betroffenen Oberflächengewässer und das Rohwasser für die Trinkwassergewinnung in Deutschland umfassend und vorsorgend zu schützen.

Zu den Hauptaufgaben des SZB zählen die Bewertung der toxikologischen und ökotoxikologischen Relevanz von Spurenstoffen, die Koordination des Stakeholderdialogs und die Führung der Geschäftsstelle für das „Gremium zur Bewertung der Relevanz von Spurenstoffen“. Diesem Gremium gehören bis zu 15 Expert*innen aus Behörden, Industrie, Umwelt- und Wasserverbänden an. Sie treffen sich in regelmäßigen Abständen, um auf Grundlage von Vorschlägen des SZB, Spurenstoffe auf ihre Umweltrelevanz für die Gewässer abschließend zu bewerten.

Wird durch das Gremium eine Substanz als umweltschädlich eingestuft, können zum Beispiel in sogenannten „Runden Tischen“ alle Betroffenen zusammengebracht werden, um im Sinne einer erweiterten Herstellerverantwortung Maßnahmen zur Minderung des Eintrags bei Produktion und Verwendung zu beraten und zu beschließen. Drei solcher Runden Tische wurden bereits im Rahmen des Stakeholderdialogs zu den Stoffen Diclofenac, Benzotriazol sowie zu Röntgenkontrastmitteln etabliert. Runde Tische sollen auch zukünftig über das Spurenstoffzentrum organisiert, hinsichtlich der zu erreichenden Umweltziele evaluiert und verbessert werden. Das Spurenstoffzentrum wird den Erfolg der beschlossenen Maßnahmen überprüfen und bewerten.

Um für den Schutz unserer Gewässer zu erreichen, sollen hierfür stets alle Maßnahmen entlang des Lebenszyklus von Mikroschadstoffen übergreifend betrachtet werden. Das Spurenstoffzentrum verfolgt den Ansatz, dass Mikroschadstoffe gar nicht erst ins Abwasser gelangen sollen. Deshalb muss bereits bei der Herstellung und der Anwendung von Produkten auf Minimierung, Ersatz oder Vermeidung des Einsatzes von Stoffen mit problematischen Eigenschaften geachtet werden.

Außerdem werden vom SZB im Kontext der Europäischen ⁠Wasserrahmenrichtlinie⁠ RL 2000/60/EG (WRRL) auch die Stoffpriorisierung und die Ableitung von Umweltqualitätsnormen (UQNs) im Rahmen der Oberflächengewässerverordnung (OGewV) und der WRRL übernommen.

Im Stakeholderdialog wurde ebenfalls ein „Orientierungsrahmen für kommunale Kläranlagen“ entwickelt, der als systematische Vorgehensweise zur Prüfung einer weitergehenden Abwasserbehandlung zur Spurenstoffreduktion dienen soll. In Kooperation mit den hierfür zuständigen Bundesländern soll dieser Orientierungsrahmen fortentwickelt und interessierten Bundesländern Hinweise zu dessen Anwendung gegeben werden.

Kooperation und Austausch
Gemessen an der zunehmenden Bedeutung des Einflusses von Mikroverunreinigungen auf unsere Gewässer und das Trinkwasser kann das SZB nur mit vereinter Kraft aller Beteiligten und Betroffenen anstehende Probleme lösen. Unser Ziel ist es, alle ⁠Stakeholder⁠ zu befähigen, gemeinsam mit dem SZB effektive und koordinierte Minderungsstrategien zu entwickeln und umzusetzen. Durch Wissensvermittlung und Aufzeigen von Handlungsoptionen möchten wir alle Beteiligte ertüchtigen, umwelt- und gesundheitsschädliche Spurenstoffe bei deren Entstehung, während des Gebrauchs oder als Abfall zu vermeiden. Das SZB ist offen für den Austausch und Kooperationen unter anderem mit den Bundesländern, mit wissenschaftlichen Einrichtungen und allen (Fach)verbänden. Auch auf europäischer und internationaler Ebene steht das SZB für Kooperationen zur Verfügung.

Das SZB sucht den Erfahrungsaustausch und offenen Dialog mit allen Beteiligten bzw. Akteuren (aus anderen Behörden, der Wasserwirtschaft, den Agrarverbänden, der Industrie, den Umweltorganisationen und nicht zuletzt mit Personen aus Wissenschaft und Forschung), um ein gemeinschaftliches, zielgerichtetes Handeln voranzubringen.

Perspektivisch wird sich das SZB zu einer Plattform für den Erfahrungsaustausch über innovative und partizipative Möglichkeiten der Spurenstoffreduktion in den Gewässern entwickeln, um einen breiten Wissenstransfer in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zu ermöglichen.

Sie erreichen das Spurenstoffzentrum per E-Mail über spurenstoffzentrum@uba.de.

https://www.umweltbundesamt.de/das-spurenstoffzentrum-des-bundes

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Emissionshandel 2021 mit Rekordeinnahmen von über 12 Milliarden Euro

Einnahmen fördern Klimaschutz und entlasten Verbraucher mit 4,7 Mrd. € beim Strompreis
 
Der Europäische Emissionshandel (EU-ETS) hat dem Bund im Jahr 2021 Auktionserlöse in Höhe von 5,3 Milliarden Euro generiert. Die Einnahmen sind damit doppelt so hoch wie im Jahr 2020. Zusätzlich wurden durch den Zertifikateverkauf beim neuen nationalen Emissionshandelssystem (nEHS), das seit 2021 die Sektoren Wärme und Verkehr umfasst, rund 7,2 Milliarden Euro eingenommen. Die Gesamteinnahmen aus beiden Systemen belaufen sich damit für 2021 auf rund 12,5 Milliarden Euro und fließen in den Energie- und Klimafonds (EKF). Sie eröffnen so neue Spielräume zur staatlichen Unterstützung von Klimaschutzmaßnahmen und werden außerdem genutzt, um anteilig die Stromkosten in Deutschland zu stabilisieren.
 
„Die Einnahmen aus der CO₂-Bepreisung leisten einen wichtigen Beitrag für die Umsetzung der Energiewende, finanzieren Klimaschutzprojekte und werden außerdem zur Entlastung der Verbraucher genutzt. Damit zeigen wir, dass ⁠ Klimaschutz ⁠ und sozialer Ausgleich Hand in Hand gehen können. Dies kann und muss auch mit weiter steigenden CO₂-Preisen möglich sein“, so Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes (⁠ UBA ⁠).

Der EU-ETS zielt seit 2005 darauf ab, die Treibhausgasemissionen von Kraftwerken, Industrieanlagen und seit 2012 auch des innereuropäischen Luftverkehrs zu begrenzen. Im Jahr 2021 wurden insgesamt rund 101 Millionen Emissionsberechtigungen im Gesamtwert von über 5,3 Milliarden Euro für Deutschland an der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig versteigert. Aufgrund der sinkenden Maximalmenge insgesamt handelbarer Zertifikate (dem „Cap“) im Emissionshandel sind das sechs Millionen Emissionsberechtigungen weniger als im Vorjahr (2020: ca. 107 Mio.). Gleichzeitig stiegen die Einnahmen jedoch um mehr als zwei Milliarden Euro (2020: 2,66 Mrd. €), was an dem gestiegenen Durchschnittserlös pro Berechtigung liegt. Dieser stieg von 24,61 Euro im Jahr 2020 auf 52,50 Euro im Jahr 2021 und hat sich damit mehr als verdoppelt. Seit Beginn der Versteigerungen im Jahr 2010 wurde dabei am 17. Dezember mit 82,25 Euro der höchste Preis bei einer deutschen Auktion erzielt.

Ergänzend zum EU-ETS startete 2021 in Deutschland das nationale Emissionshandelssystem (nEHS) für die Bereiche Wärme und Verkehr, um dort den klimaschädlichen CO₂-Ausstoß zu senken. Bis 2022 sind zunächst nur die Hauptbrennstoffe Benzin, Diesel, Heizöl, Flüssig- und Erdgas Teil des nEHS, ab 2023 alle weiteren Brennstoffe, darunter auch Kohle. Im Rahmen des nEHS gilt zunächst ein gesetzlich festgelegter Festpreis bis 2025. Der Festpreis für ein nEHS-Zertifikat und damit für eine Tonne CO₂ startete in 2021 mit 25 Euro, wird bis 2025 schrittweise auf 55 Euro ansteigen und ab 2026 in ein Auktionsverfahren übergehen. Seit Verkaufsbeginn im Oktober 2021 wurden insgesamt rund 287 Millionen nEHS-Zertifikate zu einem Festpreis von 25 Euro im Gesamtwert von rund 7,2 Milliarden Euro an der EEX verkauft.

Sämtliche Einnahmen aus dem EU-ETS und dem nEHS fließen in den Energie- und Klimafonds (EKF). Der Fonds fördert Klimaschutzmaßnahmen, darunter erneuerbare Energien, Energieeffizienzinvestitionen, nationale und internationale Klimaschutzprojekte, Elektromobilität und die Erweiterung des Nationalen Aktionsplans für Energieeffizienz. Für das Haushaltsjahr 2021 wurden außerdem über den EKF 4,7 Mrd. Euro aus Erlösen des nEHS zur Absenkung der EEG-Umlage verwendet. Durch den Zuschuss konnte der Strompreisanstieg in Deutschland gedrosselt werden. Die unmittelbar aus den Erlösen resultierende Entlastung der EEG-Umlage lag für das Jahr 2021 bei 1,37 ct/kWh.

Die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im UBA ist für den Vollzug des nationalen Emissionshandels und des Europäischen Emissionshandels in Deutschland zuständig. Die Leipziger Energiebörse EEX ist mit der Veräußerung von entsprechenden Berechtigungen und nEHS-Zertifikaten beauftragt.

Quelle: UBA

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