Sonntag, Mai 19, 2024

Meldungen der DWA

DWA Meldungen 2012DWA Meldungen 2013DWA Meldungen 2014DWA Meldungen 2015
DWA Meldungen 2016DWA Meldungen 2017DWA Meldungen 2018DWA Meldungen 2019
DWA Meldungen 2020DWA Meldungen 2021DWA Meldungen 2022DWA Meldungen 2023

Mai 2024

April 2024

März 2024

Februar 2024

Januar 2024


Projektstart: Harmonisierung bestehender Messverfahren für den optimierten Betrieb von Faulungen und Biogas- anlagen

Die biologische Methanproduktion in Faulungs und Biogasanlagen erfordert unter anderem eine Überwachung der organischen Säuren. Jedoch sind die in der Praxis angewendeten Messverfahren noch nicht miteinander vergleichbar. Das von der Universität der Bundeswehr München koordinierte Verbundprojekt AciDi (Acid Digester; Organische Säuren als Steuerungsparameter für den optimierten Betrieb von Faulungen und Biogasanlagen) verfolgt das Ziel, die Verfahren zur Bestimmung des Stabilitätsparameters organische Säuren zu validieren und zu korrelieren.
„Betriebsweisen, welche die Methanausbeute erhöhen, bergen das Risiko von Prozessinstabilitäten“, erklärt Prof. Christian Schaum, Professur für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik. Dies kann sich ändern, wenn Prozessinstabilitäten durch einen Frühindikator angezeigt werden und sich daraus klare Betriebs und Handlungsempfehlungen für die Betreiber ergeben. Die Konzentration an organischen Säuren ist ein geeigneter Frühindikator, da diese Säuren eine Hemmung durch die Akkumulation von Stoffwechselzwischenprodukten darstellen. In der Praxis gibt es eine Vielzahl von nicht standardisierten Verfahren zur Überwachung der organischen Säuren.
Der hohe Innovationsgrad von AciDi ergibt sich aus der Zusammenführung verschiedener Messverfahren und -methoden für organische Säuren. Dabei wird die neuartige Entwicklung eines Sensors integriert. Mit Abschluss von AciDi wird es für Betreiber eine allgemeingültige Leitlinie für die Bewertung von Prozessinstabilitäten geben. Das dreijährige Forschungsvorhaben läuft seit Januar 2024 und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) im Rahmen des 7. Energieforschungsprogramms im Themenfeld „Energetische Nutzung biogener Rest und Abfallstoffe“ gefördert. Am Projekt AciDi sind neben der Universität der Bundeswehr München das Fraunhofer Institut für Bauphysik IBP, die Hach Lange GmbH sowie die Finsterwalder Umwelttechnik GmbH & Co. KG und die ALLNET GmbH beteiligt. Das Forschungskonsortium wird zusätzlich von acht assoziierten Partnern unterstützt, die vor allem als Betreiber von Kläranlagen tätig sind.

(nach oben)


Notfallvorsorgeplanung: Abschluss des Projekts „NOWATER“

Am 1. März 2024 fand die Abschlussveranstaltung des Forschungsprojekts NOWATER (Notfallvorsorgeplanung der Wasserver und entsorgung von Einrichtungen des Gesundheitswesens – organsatorische und technische Lösungsstrategien zur Erhöhung der Resilienz) statt. Die Online Vorstellung bot neben der Vorstellung der Ergebnisse durch die Projektbeteiligten Raum für Fragen und Diskussionen mit den über 200 interessierten Teilnehmenden. Das Forschungsprojekt NOWATER wurde zwischen Mai 2020 und Oktober 2023 als interdisziplinäres Verbundprojekt realisiert. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung förderte NOWATER im Rahmen des Programms „Forschung für die zivile Sicherheit“.

Projekt Website mit Download Möglichkeiten:
www.gfa-news.de/gfa/webcode/20240308_005

(nach oben)


Leitfaden Nachhaltigkeitsberichterstattung in der Wasserwirtschaft in Arbeit

Die deutsche Wasserwirtschaft arbeitet als einer der ersten Wirtschaftssektorenverbändeübergreifend an einem Leitfaden zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach CSRD, der EU Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Angesiedelt im European Green Deal der Europäischen Union geht es dabei um eine nachvollziehbare Unternehmenssteuerung in Richtung Nachhaltigkeit und eine ebensolche Neuausrichtung des Kapitalmarkts. Nachhaltigkeitsleistungen sollen künftig gleichwertig zu finanziellen Aspekten zur Beurteilung von Unternehmen herangezogen werden.
Umsetzung findet dieser Ansatz in verschiedenen Richtlinien: die CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive), die Taxonomy Regulation, die SFDR (Sustainable Finance Disclosure Regulation) bei den Banken, das LkSG (Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz) auf deutscher Seite bzw. die CSDDD (Corporate Sustainability Due Diligence Directive) auf europäischer Seite.
Um als deutscher Trinkwasser und Abwassersektor die Anforderungen der Berichterstattung gut bewältigen zu können, wurde eine verbändeübergreifende Arbeitsgruppe zwischen BDEW, DVGW, DWA und VKU gegründet, um allen Unternehmen, die direkt nach CSRD und Taxonomie berichterstattungspflichtig sind, ebenso wie die mittleren und kleinen Unternehmen, die ihre Nachhaltigkeitsentwicklung auf Anfrage ebenfalls offenlegen müssen, bestmöglich zu unterstützen. Ziel ist zunächst, eine praxistaugliche Handlungsorientierung zur Umsetzung der verbindlich vorgeschriebenen europäischen Nachhaltigkeitsberichtstandards, den ESRS (European Sustainability Reporting Standards), zu geben, an der sich jedes einzelne Unternehmen individuell orientieren kann.
Zentrales Element wird dabei die sektorbezogene Wesentlichkeitsanalyse der Themen der Trink wie Abwasserunternehmen sein, in der sich viele Unternehmen hoffentlich wiederfinden können.
Das so erarbeitete ESRS Set für die Wasserwirtschaft soll neben weiteren konkreten Handlungsempfehlungen bis zum Jahresende in einen Branchenleitfadenmünden.
Nicht zuletzt hält die Arbeitsgruppe engen Kontakt mit dem Rat für Nachhaltige Entwicklung, der derzeit an einem Reformvorhaben des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) arbeitet. Einige Wasserwirtschaftsunternehmen nutzen den DNK als vergleichsweise einfach zu gänglichen Prozessstandard der Nachhaltigkeitsberichterstattung bereits heute. Auch hierüber verspricht sich die Arbeitsgruppe gute Hinweise und nutzbringende Möglichkeiten, um gesetzliche Anforderungen mit vertretbarem Aufwand zugunsten der Wasserwirtschaftsunternehmen verfügbar zu machen.

(nach oben)


Umweltkriminalität: Liste der Straftaten und Sanktionen wird länger

Das EU Parlament hat neue Vorschriften gegen Umweltkriminalität in der EU angenommen, in denen entsprechende Strafen vorgesehen sind. Die neue Richtlinie, auf die man sich am 16. November 2023 mit dem Rat geeinigt hatte, enthält eine aktualisierte Liste von Straftatbeständen, die nun unter anderem auch die Erschöpfung von Wasservorräten umfasst. Die Abgeordneten sorgten dafür, dass in den neuen Vorschriften sogenannte qualifizierte Straftaten aufgeführt werden, zum Beispiel weitreichende Verschmutzungen von Luft, Wasser und Boden, die Ökosysteme zerstören und deshalb mit Ökoziden vergleichbar sind.
Umweltdelikte, die von Einzelpersonen und Vertretern von Unternehmen begangen werden, sollen je nach Dauer, Schwere oder Umkehrbarkeit der Schäden mit Freiheitsstrafen geahndet werden können. Qualifizierte Straftaten sollen mit acht Jahren Haft, Straftaten, die den Tod eines Menschen zur Folge haben, mit zehn Jahren Haft und die übrigen Straftaten mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden. Die Geldstrafen für Unternehmen können je nach Art der Straftat bis zu drei oder fünf Prozent ihres weltweiten Jahresumsatzes bzw. 24 oder 40 Millionen Euro betragen. Die Mitgliedstaaten können entscheiden, ob sie Straftaten verfolgen, die nicht in ihrem Hoheitsgebiet begangen wurden.
Die Richtlinie tritt am 20. Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft. Die Mitgliedstaaten haben anschließend zweiJahre Zeit, sie in innerstaatliches Recht umzusetzen.
Vorgang im Informationssystem des EU Parlaments:
www.gfa-news.de/gfa/webcode/20240227_002

(nach oben)


IBM stellt bis zu 45 Millionen US-Dollar für Anpassung an Klimawandel bereit

Die Resilienz von Städten verbessern – das ist das Ziel der neuen Ausschreibung des IBM Sustainability Accelerator. IBM ruft Behörden und Non Profit Organisationen auf, ihre Bewerbungen für das Pro Bono Umweltprogramm abzugeben. IBM erhöht zudem die Investitionen in den Sustainability Accelerator um 50 Prozent: In den nächsten fünf Jahren investiert das Unternehmen bis zu 45 Millionen US Dollar in Form von Geld und Sachspenden für Technologie und Dienstleistungen. Mit dem Sustainability Accelerator unterstützt IBM weltweit Bevölkerungsgruppen, die durch den Klimawandel besonders gefährdet sind. Da zu kommen Technologien von IBM ein schließlich IBM watsonx, eine KI und Datenplattform sowie KI Assistenten, zum Einsatz. Jährlich werden eine neue Ausschreibung und ein neues Nachhaltigkeitsthema angekündigt. Bewerbungen sind bis zum 30. April 2024 möglich.
https://www.ibm.com/impact/initiatives/ibm-sustainability-accelerator/cities

(nach oben)


Künstliche Intelligenz erkennt Gebäude in Luftbildern

Seit über vier Jahren wird im Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN) eine Software entwickelt, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) Gebäude in Luftbildern erkennen kann. Die erste KI, die im LGLN zum Einsatz kommt, gehört in den Bereich der Bildsegmentierung. Vereinfacht gesagt klassifiziert sie jedes Pixel eines Luftbildes in die Klassen „Dach“ und „kein Dach“. Somit ist es der KI möglich, die Lage und Form jedes aus der Luft sichtbaren Gebäudes zu erfassen. Genau genommen nutzt die KI dabei keine Luftbilder, sondern sogenannte Digitale Orthophotos (DOP), also auf eine Referenzfläche entzerrte und damit lagerichtige Luftbilder. Da heutzutage bei den DOPs ein digitales Oberflächenmodell als Referenzfläche verwendet wird, spricht man auch von TrueDOPs. In diesen sind auch die Dächer der Gebäude lagerichtig abgebildet und verdecken keine Bereiche neben den Gebäuden. Wie in den meisten Bundesländern haben diese TrueDOPs in Niedersachsen eine Bodenpixelgröße von 20 cm. Um alle Gebäude in Niedersachsen zu finden, muss die KI rund 12 000 TrueDOP Kacheln durchsuchen. Diese haben jeweils eine Größe von 2 km × 2 km. Mit den aktuell verfügbaren Cloud Ressourcen dauert die KI Gebäudeerkennung für ganz Niedersachsen ca. drei Tage. Diese Zeit ließe sich aber durch das Buchen weiterer Ressourcen nahezu beliebig reduzieren.

(nach oben)


K+S und die Anrainer von Werra und Weser vertiefen den gemeinsamen Austausch

K+S und das Landkreisbündnis Hamelner Erklärung e. V. wollen ihren gemeinsamen Austausch zur Reduzierung der Salzbelastung in Werra und Weser weiter vertiefen. Der Kasseler Düngemittel und Salzproduzent und die überregionale Vereinigung von Landkreisen und Anrainerkommunen der Flüsse haben in Göttingen eine Vereinbarung unterzeichnet, um die konstruktiven Gespräche der vergangenen Jahre zu würdigen und künftig noch stärker zu institutionalisieren.
Die Vereinbarung ist auf eine Dauer von zehn Jahren ausgelegt und sieht einen regelmäßigen Austausch vor. Gemeinsames Ziel ist es, die weitere Reduzierung der Salzbelastung in Werra und Weser und die dafür vorgesehenen Maß nahmen konstruktiv zu begleiten sowie die nachhaltige Wertschöpfung der Kali Industrie im hessisch thüringischen Kalirevier zu stärken, so K+S in einer Presse mitteilung. Dabei werde das Landkreis bündnis prüfen, welche Fortschritte bei der Rückstandsentsorgung bereits erzielt wurden und welchen Beitrag die weiteren Planungen von K+S für die Verbesserung des ökologischen Zustands von Werra und Weser leisten. Im Geiste dieser neuen, vertieften Zusammenarbeit wurde auch vereinbart, etwaige Streitpunkte im konstruktiven Dialog zu klären.

(nach oben)


Bürgerinnen und Bürger fordern mehr Stadtbegrünung gegen Hitze und Entsiegelung

Bürgerinnen und Bürger erwarten von der Bundesregierung ein entschlossenes Handeln gegen die Folgen des Klimawandels. Das ist das zentrale Ergebnis der fünf regionalen Dialogveranstaltungen zur Klimaanpassung, die Anfang März 2024 der Staatssekretärin Christiane Rohleder im Bundesumweltministerium übergeben wurden. Die Bürgerinnen und Bürger fordern mehr innerstädtisches Grün gegen die Hitze und die Entsiegelung von Flächen, damit das Regenwasser wieder in den Boden gelangen kann. Außerdem möchten sie, dass die Entnahme von Grundwasser zum Schutz der Ressourcen klar geregelt wird und sie vor Wetterextremen geschützt arbeiten, lernen und wirtschaften können, damit Leistungsfähigkeit und Gesundheit erhalten bleiben. Die Verkehrsinfrastruktur, insbesondere ÖPNV und Bahn, müsse auch bei Extremwetterereignissen und Hitze zuverlässig funktionieren.
Auf Einladung des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes trafen sich im Herbst letzten Jahres zu fällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger in fünf Dialogveranstaltungen in den unterschiedlich vom Klimawandel betroffenen Regionen Ostseeküste in Wismar, Mittelelbe in Dessau Roßlau, Rhein Ruhr in Duisburg, Rhein Main in Worms und Bayerischer Wald in Zwiesel. Jeweils zwei Tage lang erarbeiteten insgesamt 331 Personen Ideen und Empfehlungen dazu, wie sich die Zukunft im Klimawandel lebenswert gestalten lässt. Bürger delegierte aus den verschiedenen Regionen haben im März die Empfehlungen dem Bundesumweltministerium übergeben.

Weitere Informationen:
www.gfa-news.de/gfa/webcode/20240308_002

(nach oben)


Emschergenossenschaft: Bis zu 10 000 Euro Zuschuss für Dachbegrünungen

Hauseigentümer*innen im Einzugsgebiet der Emschergenossenschaft in den 16 Emscher Kommunen können für Dachbegrünungen Geld aus dem Förderprogramm „10 000 Grüne Dächer“ bekommen. Bis zu 200 Quadratmeter Dachbegrünung pro Grundstück werden bezuschusst, das kann in Summe 10 000 Euro Förderung bedeuten. Das Förderprogramm „10 000 Grüne Dächer“ hat die Emschergenossenschaft 2023 als Teil der Zukunftsinitiative Klima.Werk veröffentlicht. „Wir brauchen dieses Engagement von privaten Immobilienbesitzerinnen und besitzern, um Flächen und Infrastrukturen in den Städten an die Folgen des Klimawandels anzupassen“, betont Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzen der der Emschergenossenschaft. „Damit Regenwasser nicht mehr in die Kanalisation fließt, benötigen wir Speichermöglichkeiten – zum Beispiel in Form von Gründächern.“
www.klima-werk.de/gruendachfoerderung

(nach oben)


CrowdWater-App: Daten für die Forschung

Um die Auswirkungen des Klimawandels besser dokumentieren und wissenschaftlich untersuchen zu können, setzen Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) auch auf die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger. Mittels ihrer Smartphones und der App „CrowdWater“ können sie einfach Pegelstände von Gewässern melden. Die Daten der Bürger*innen ergänzen die durch die EGLV eigenen Pegelstationen erfassten Messdaten – besonders an den kleineren Zuflüssen zur Emscher und Lippe, die häufig über ein weniger dichtes Pegelnetz verfügen. Emschergenossenschaft und Lippeverband bieten ab dem Sommer Workshops und Führungen an den Gewässern an, um Interessierte zu schulen. Dabei erfahren die Teilnehmenden mehr über die Folgen des Klimawandels auf die örtlichen Fließgewässer und üben den Umgang mit der App. Die kostenlose Crowd Water App wurde von der Universität Zürich entwickelt und kann in den gängigen App Stores für Smartphones her untergeladen werden. Weitere Informationen zum Projekt:
www.eglv.de/bachbeobachter

(nach oben)


Bundestag: DWD-Gesetz beschlossen

Der Bundestag hat im Februar 2024 mit breiter Mehrheit das DWD Gesetz beschlossen. Damit wird – vor dem Hintergrund der Flutkatastrophe in Rheinland Pfalz und Nordrhein Westfalen 2021 – die Rechtsgrundlage dafür geschaffen, dass der Deutsche Wetterdienst (DWD) ein Naturgefahrenportal betreiben und künftig besser zu Extremwetterlagen in formieren kann.

(nach oben)


NRW: Vernetzungsstelle gegen Umweltkriminalität am Start

Zum Jahresbeginn hat die Vernetzungsstelle Umweltkriminalität im Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen ihre Arbeit aufgenommen. Ihre Aufgabe ist es, die an der Bekämpfung der Umweltkriminalität beteiligten Behörden enger miteinander zu vernetzten. Ziel ist es, gemeinsam mit den beteiligten Netzwerkpartnern standardisierte Konzepte zur Bekämpfung, Verfolgung und Prävention von Straftaten gegen die Umwelt zu entwickeln. Die neue Vernetzungsstelle berät die Akteure der Bekämpfung der Umweltkriminalität und fungiert als Bindeglied zwischen den zuständigen Stellen. DieZentralstelle für die Verfolgung von Umweltkriminalität bei der Staatsanwaltschaft Dortmund, das Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, die Bezirksregierungen, die Wasserschutzpolizei und das Institut der Feuerwehr sind nur einige der vielzähligen Akteure. Die Vernetzungsstelle des Landeskriminalamts ist mit vier Polizeibeamtinnen und -beamten besetzt, die durch Fachkräfte des Umweltingenieurwesens und der Finanzanalysen unterstützt werden.

(nach oben)


Sturzflut-Hinweiskarte für Bayern veröffentlicht

Die neue Hinweiskarte „Oberflächenabfluss und Sturzflut“ liefert Kommunen und Bürgern in ganz Bayern individuelle Hinweise auf mögliche Sturzflutgefahren. Diese Hinweise können in gemeindlichen Planungen und Konzeptionen für künftige Bauvorhaben berücksichtigt werden. Auch Alarm- und Einsatzpläne in den Gemeinden können aufgrund der Daten angepasst werden. Daneben können Kommunen die Hinweise zum Anlass nehmen, weiterführende Detailkonzepte zum Sturzflut-Risikomanagement zu erstellen. Der Freistaat fördert die Erstellung dieser kommunalen Konzepte zum Sturzflut-Risikomanagement mit 75 Prozent. Aktuell haben rund 200 Kommunen Mittel im Umfang von rund 20 Millionen Euro beantragt. Mittel für weitere Förderanträge werden zur Verfügung gestellt. Das Umweltministerium appelliert an die Kommunen, von den Fördermöglichkeiten entsprechend Gebrauch zu machen. Die Karte wurde auf der Basis eines digitalen Geländemodells erstellt. Im Vorfeld der Veröffentlichung wurden alle bayerischen Gemeinden einbezogen und erhielten Zugang zum Entwurf der Karte. Die Karten sind im Internet über den Umwelt-Atlas abrufbar:
https://s.bayern.de/hios

(nach oben)


Berlin: Karten zu Starkregen veröffentlicht

Berlin veröffentlicht im Rahmen des Starkregenrisikomanagements eine Starkregenhinweiskarte und für ausgewählte Gebiete Starkregengefahrenkarten. Die flächendeckende Starkregenhinweiskarte für Berlin bietet eine erste Orientierungshilfe, wo es bei Starkregen aufgrund von Geländetiefpunkten zu möglichen Überflutungen kommen könnte. Zudem dokumentiert sie Daten von
Stark regeneinsätzen der Berliner Feuerwehr. Desweitern liegen aktuell für die Gebiete Flughafensee, Moabit sowie rund um den Obersee und den Orankesee in Lichtenberg detaillierte Starkregengefahrenkarten vor. Weitere Gebiete werden in den kommenden Jahren sukzessive in enger Zusammenarbeit von den Berliner Wasserbetrieben und der Senatsverwaltung ergänzt. Die Starkregengefahrenkarte gibt unter anderem Aufschluss darüber, wie hoch Wasser an bestimmten Standorten stehen kann oder welche maximalen Fließgeschwindigkeiten für verschiedene Regenszenarien auftreten können.
https://www.berlin.de/sen/uvk/umwelt/wasser-und-geologie/starkregen-und-ue-berflutungen

(nach oben)


Deutscher Städtetag: Ressource Wasser besser schützen

Die Städte wollen die Ressource Wasser in Deutschland besser schützen und den Verbrauch von Oberflächen- und Grundwasser gerade in den Sommermonaten noch stärker in den Blick nehmen. Dazu braucht es mehr Daten zum Wasserverbrauch und für das Gewässermonitoring sowie mehr Möglichkeiten, die Wasserentnahme aus Grundwasser, Flüssen und Seen bei Wasserknappheit zu regulieren. Dies betonte Katja Dörner, Oberbürgermeisterin in Bonn und Vizepräsidentin des Deutschen Städtetages, nach der Sitzung des Präsidiums und des Hauptausschusses in Trier. Außerdem sprechen sich die Städte für bundesweit einheitliche Entnahmeentgelte aus und wollen, dass gereinigtes Abwasser zur Bewässerung von Feldern und Stadtgrün genutzt werden kann.
In den heißen Sommern der Jahre 2022 und 2023 haben bereits jeweils rund 80 Kommunen Allgemeinverfügungen oder Rechtsverordnungen erlassen, die die Nutzung von Trink- oder Grundwasser für bestimmte Zwecke beschränken oder die Entnahme von Wasser aus Oberflächengewässern wie Flüssen oder Seen zeitweise untersagt haben. Bisher muss jede Kommune diese Allgemeinverfügungen für sich selbst stricken. Die Städte wünschen sich deshalb klarere Leitlinien von Bund und Ländern, wie sie etwa mit Nutzungskonflikten von Industrie und Landwirtschaft umgehen und ab wann die Wassersituation vor Ort ein Eingreifen erfordert.

(nach oben)


RKI: Infektionsrisiken durch Überschwemmungen überschätzt

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat eine Übersichtsseite zu überschwemmungsassoziierten Infektionskrankheiten mit zahlreichen weiterführenden Links erstellt. Das Risiko von Ausbrüchen von Infektionskrankheiten durch Überschwemmungen wird nach Einschätzung des RKI in der Öffentlichkeit meist überschätzt, gerade bei Überschwemmungen in Industrieländern. Grundsätzlich können aber über fäkal kontaminiertes Wasser (zum Beispiel Überflutung von Abwassersystemen) bestimmte mit dem Stuhl ausgeschiedene Erreger übertragen werden und zu Magen-Darm-Erkrankungen oder Hepatitis A führen. In der Vergangenheit gab es bei
Überschwemmungen in Deutschland allerdings keine Hinweise auf außergewöhnliche Infektionsgeschehen. Trotzdem empfiehlt das RKI in von Überschwemmungen betroffenen Gebieten bestimmte Vorsichtsmaßnahmen zur Vermeidung von Infektionsrisiken.
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/U/Ueberschwemmung/Infektionsrisiken.html

(nach oben)


Klimawandel künftig Schwerpunkt des Europäischen Rechnungshofs

Klimawandel wird einer von vier Bereichen, die künftig bei Prüfungen des Europäischen Rechnungshofs besondere Priorität bekommen. Intensiver prüfen will der Rechnungshof auch in den Bereichen Wettbewerbsfähigkeit, außenpolitisches Handeln und öffentliche Finanzen. Die Institution hat am 12. Dezember 2023 ihr Arbeitsprogramm mit den Prüfungsschwerpunkten für die kommenden zwei Jahre veröffentlicht. Die neue Liste des Rechnungshofs enthält 73 Prüfungsaufgaben und Analysen, in deren Rahmen EU-Maßnahmen in strategischen Schwerpunktbereichen bewertet werden. Unter der Rubrik „Klimawandel, Umwelt und natürliche Ressourcen“ sind im Arbeitsprogramm zwölf Prüfungen zu so unterschiedlichen Themen wie Gasversorgungssicherheit, Hungerbekämpfung, Bio-Landwirtschaft, Qualität des eerwassers und Waldbrände vorgesehen. Außerdem wollen die Prüfer auch die Anerkennung von Berufsqualifikationen in der EU analysieren.
https://www.eca.europa.eu/de/publications/WP-2024

(nach oben)


Handbuch zur Betriebsanalytik auf Kläranlagen – 4. Auflage Juli 2023

Mit den stetig wachsenden Anforderungen an die Abwasserreinigung und Schlammbehandlung werden auch die zu bewältigenden Aufgaben in der Abwasseranalytik immer umfangreicher.
Um dem Betriebspersonal auf Kläranlagen eine Unterstützung bei der täglichen Arbeit zu geben, wurde im Handbuch zur Betriebsanalytik auf Kläranlagen auf eine übersichtliche und prägnante Beschreibung der wichtigsten Analysemethoden besonders geachtet.
Eine nachvollziehbare Arbeitsweise und die richtige und gleichermaßen gewissenhafte Anwendung der beschriebenen Analysemethoden bilden die Grundlage, um die Funktionalität der ihnen anvertrauten Anlagen zu beurteilen und verfahrenstechnisch optimal zu betreiben.

Die Seiten sind laminiert und haben eine Spiralbindung.
Ausgabe: Oktober 2023
Autor: Cybulski, Barbara; Schwentner Gert

(nach oben)


„Gurkenwasser“ gegen Eis

Eine besondere Kooperation gibt es in Bayern beim Winterdienst auf den Straßen: In den Straßenmeistereien des Staatlichen Bauamts Landshut wird Salzwasser, das bei der Produktion von Gewürzgurken übrigbleibt, aufbereitet und für den Winterdienst eingesetzt. Das „Gurkenwasser“ wird von der Firma Develey Senf & Feinkost GmbH geliefert. „Das Projekt ist ein voller Erfolg“, so der bayerische Verkehrsminister Christian Bernreiter. „Deshalb setzen wir die Zusammenarbeit mit der Firma Develey fort und sparen so jedes Jahr mindestens 100 Tonnen Salz und 800000 Liter Wasser an den Straßenmeistereien rund um Dingolfing ein.“

(nach oben)


DWA distanziert sich von rechtsextremem Gedankengut

Aus aktuellem Anlass haben Präsident und Bundesgeschäftsführung der DWA eine Erklärung zu rechtsextremem Gedankengut abgegeben: „Mit großer Erschütterung haben wir die zunehmende Verbreitung autoritärnationalistischen Gedankenguts und das Erstarken von demokratiefeindlichen politischen Parteien, die derartiges Gedankengut vertreten, beobachtet. Die im Januar 2024 bekannt gewordenen Geheimtreffen zwischen Politikern, Neonazis und Unternehmern entsetzen uns. Wir, die DWA Bundesgeschäftsführung und der DWA-Präsident, distanzieren uns – stellvertretend für die gesamte DWA – scharf von einem solchen Gedankengut!
Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. setzt sich bei ihrer Arbeit im Umweltschutz für Diversität und Toleranz und für das demokratische Gemeinwesen ein. Unsere Vielfalt ist unsere Stärke.“

(nach oben)


Umweltinnovationsprogramm: Förderung durch das Bundesumweltministerium

Das Bundesumweltministerium hat die Richtlinie zur Förderung von Investitionen mit Demonstrationscharakter zur Verminderung von Umweltbelastungen (Umweltinnovationsprogramm) veröffentlicht. Gefördert werden modellhafte Investitionen zur Vermeidung und Verminderung von Umweltbelastungen in unter anderem folgenden Bereichen: Abwasserbehandlung; Abfallvermeidung, -verwertung und -beseitigung; Circular Economy; Bodenschutz; Luftreinhaltung, Klimaschutz; Energieeinsparung, Energieeffizienz, Nutzung erneuerbarer Energien; Ressourceneinsparung und -effizienz, Materialeinsparung und -effizienz. Gefördert werden können auch modellhafte Investitionsvorhaben, mit denen eine Anpassung an den Klimawandel erreicht werden soll, sofern dadurch Umweltbelastungen unmittelbar vermieden oder vermindert werden. Die Anlagen und Verfahren müssen über den Stand der Technik hinausgehen oder eine neuartige Verfahrenskombination im ausgewählten Anwendungsbereich darstellen und im technischen Sinne Demonstrationscharakter (großtechnische Demonstration) haben. Die Förderrichtlinie ist am 1. Januar 2024 in Kraft getreten und läuft bis zum 31. Dezember 2026.

(nach oben)


EU stärkt Abwasserepidemiologie

HERA, die für Krisenvorsorge und -reaktion im Gesundheitsbereich zuständige Behörde der EU-Kommission, will im Jahr 2024 das Global Wastewater Sentinel System erweitern und ein internationales Konsortium gründen, das sich auf die Überwachung von COVID und anderen Viren im Abwasser konzentriert. Das Programm soll Mittel aus verschiedenen Quellen einwerben und wird in einem ersten Schritt in Zusammenarbeit mit der Bill and Melinda Gates Foundation mehr als 20 Flughäfen in Europa und Afrika
abdecken. Ihren Arbeitsplan für 2024 und das Budget hat die Einrichtung im Dezember 2023 verabschiedet.

(nach oben)


Abwasser als Wärmequelle: Prüfung in Düren

Wärme aus dem Dürener Abwasser für die Heizung und für die Trinkwarmwasseraufbereitung nutzen – dieses Ziel, neue Wege bei der Nutzung erneuerbarer Energien zu begehen, möchten die Stadt werke Düren (SWD) und der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) gemeinsam verfolgen. Deshalb haben sie im Dezember 2023 eine Absichtserklärung – unterzeichnet, der eine gemeinsame Abstimmung von Zielen und Grundlagen für eine künftige Kooperation der beiden Unternehmen beinhaltet. Dies geschieht mit der Intention, die Wärmepotenziale des Hauptabwassersammlers und seiner Nebensammler vor dem Hintergrund der Sanierung der Abwassersammlergesamtstrecke sowie die Wärmepotenziale des Ablaufs der Kläranlage Düren-Merken für eine energetische Nutzung zu erschließen. In diesem Rahmen wird auch über eine gemeinsame Machbarkeitsstudie gesprochen, die erforscht, welche Potenziale es gibt, die Abwärme des Dürener Abwassers für die Wärmeversorgung von Haushalten und Gewerbe zu nutzen, und welche Vorteile sich daraus für die Umwelt ergeben. Die Analyse erfolgt parallel zur umfangreichen Sanierung des Dürener Abwassersystems. Das gesammelte Abwasser hat in Düren derzeitig ganzjährig eine Temperatur von 12 bis 30 °C. Eine Besonderheit ist in Düren der hohe Anteil von warmen Abwässern der Industrie.

(nach oben)


Deutschlandwetter: 2023 mit neuem Rekord und reichlich Niederschlag

Das Jahr 2023 war in Deutschland das wärmste seit Messbeginn 1881. Im Gegensatz zu den früheren warmen Jahren, die oft von Trockenheit und Hitzewellen geprägt waren, dominierten 2023 eher feucht-warme Bedingungen mit hohen Niederschlagsmengen, so der Deutsche Wetterdienst (DWD) in einer Mitteilung zum Jahresende. Leicht positiv war auch die Sonnenscheinbilanz 2023, wie der DWD nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen meldete. Auch global wird 2023 nach Angaben des EU-Klimadienstes Copernicus das bisher wärmste Jahr. Im Jahr fielen mit rund 958 l/m² über 20 Prozent mehr Niederschlag als in der Referenzperiode 1961 bis 1990 (789 l/m²). Im Vergleich zu 1991 bis 2020 erreichte die Menge ebenfalls ein Plus von rund 20 Prozent des Solls (791 l/m²). Einen Niederschlagsüberschuss gab es bis auf Februar, Mai, Juni und September in allen anderen Monaten des Jahres. Der November erwies sich sogar als Zweitnassester seit 1881. Entlang der Alpen, im Schwarzwald und sogar im Bergischen Land fielen mehr als 2000 l/m². Hingegen blieb der Nordosten der Republik mit weit verbreiteten Mengen um 600 l/m² vergleichsweise „trocken“. Bad Berneck im Fichtelgebirge verkündete während eines Unwetters am 22.6. mit 120,7 l/m² den höchsten Tagesniederschlag. Mit größeren Hochwassern, vor allem in Teilen des Nordens, endete 2023.
www.dwd.de/klimastatu

(nach oben)


Novelle der dualen Ausbildung für Umwelttechnologen

Die Ausbildungsordnungen der umwelttechnischen Berufe wurden aktualisiert und die Berufe mit neuen Abschlussbezeichnungen versehen. Herausforderungen wie Digitalisierung, Klimawandel sowie technische und rechtliche Anforderungen haben diese Modernisierung der umwelttechnischen Berufe erforderlich gemacht, so die beteiligten Ministerien und das Bundesinstitut für Berufsbildung. Veröffentlicht sind die neuen Ausbildungsordnungen im Bundesgesetzblatt I, Nr. 395 vom 22. Dezember 2023, 1–61.
Sie treten zum 1. August 2024 in Kraft. Die Berufe heißen jetzt statt „Fachkraft für …“ „Umwelttechnologe/Umwelttechnologin …“ für Wasserversorgung, für Abwasserbewirtschaftung, für Kreislauf- und Abfallwirtschaft sowie für Rohrleitungsnetze und Industrieanlagen.
Gleichzeitig gibt es in den einzelnen Berufen verschiedene Neuerungen, unter anderem: Bei den Umwelttechnologen/ Umwelttechnologinnen für Wasserversorgung waren der nachhaltige Umgang mit der Ressource Wasser und die Optimierung von Prozessen, um Wasserverluste zu verhindern, wichtige Aspekte im Neuordnungsprozess. Das Berufsprofil der Umwelttechnologen Umwelttechnologinnen für Abwasserbewirtschaftung wird vor dem Hintergrund des Klimawandels um den Schwerpunkt Regenwasserbewirtschaftung erweitert und es kommen weitergehende Reinigungsverfahren hinzu. Bei den Umwelttechnologen Umwelttechnologinnen für Kreislauf- und Abfallwirtschaft entfallen die bisherigen Schwerpunkte, sodass sie zukünftig vielfältiger einsetzbar sind. Die Umwelttechnologen/Umwelttechnologinnen für Rohrleitungsnetze und Industrieanlagen werden weiterhin in diesen beiden Schwerpunkten ausgebildet, allerdings haben sich die zeitlichen Richtwerte von 30 auf 42 Wochen erhöht. Die gemeinsamen Kernqualifikationen bleiben erhalten. Allerdings reduziert sich der zeitliche Umfang hier von 15 auf zwölf Monate. So wird mehr Raum für die berufsspezifischen fachlichen Inhalte und die erhöhten Anforderungen an die IT-Sicherheit geschaffen. An die Stelle der traditionellen Prüfungsstruktur aus Zwischen- und Abschlussprüfung tritt in Zukunft die Gestreckte Abschlussprüfung.
www.bibb.de/UT-Berufe
www.recht.bund.de/bgbl/1/2023/395/VO.html

(nach oben)


Wiederherstellung der Ahr als Projekt mit bundespolitischer Bedeutung

Die an der Ahr zerstörten Flusslandschaften entstehen neu oder werden wiederaufgebaut. Dazu wurde Anfang Januar 2024 eine Forschungskooperation besiegelt, die eine wissenschaftliche Begleitung dieses Vorhabens ermöglicht. Kooperationspartner sind neben der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler das Umweltund Klimaschutzministerium RheinlandPfalz, der Landkreis Ahrweiler, die Universität Koblenz sowie die Hochschulen Koblenz und Trier samt dem UmweltCampus Birkenfeld. Das Land hat einer Pressemitteilung des Umweltministeriums zufolge zusätzliche Haushaltsmittel in Höhe von 1,8 Millionen Euro für die Laufzeit von sechs Jahren vorgesehen. Es soll keine Eins-zu-eins-Wiederherstellung erfolgen: Die Ahr und ihre Zuflüsse sollen künftig resilienter werden und für zukünftige Hochwasserereignisse, aber auch für Zeiten mit Niedrigwasser besser gerüstet sein. Insgesamt fünf Ingenieurbüros haben eine Bestandsaufnahme der Schäden und Defizite vorgenommen und rund 1000 Einzelmaßnahmen zur Gewässerwiederherstellung vorgesehen. Projektkoordinator ist Stefan Stoll, Professor für Interdisziplinären Umweltschutz am Umwelt-Campus Birkenfeld, der zur Hochschule Trier gehört.

Kompetenzzentrum Wasser
Hessen geht an den Start

Die hessische Umweltministerin Priska Hinz hat an der Goethe-Universität Frankfurt das Hessische Kompetenzzentrum Wasser (KWH) eröffnet, in dem Akteure aus Wissenschaft und Bildung, Verwaltung, Politik und Wasserwirtschaft vernetzt sind. Die Ziele: Probleme sollen auf Systemebene angegangen, wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in die wasserwirtschaftliche Praxis überführt und das Bildungsangebot erweitert werden. In das KWH werden das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV), das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG), die Regierungspräsidien, alle hessischen Universitäten, viele hessische Hochschulen sowie die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) ihre jeweilige Expertise einbringen und kooperieren.
Ziel des KWH ist es, praxistaugliche, wissenschaftlich fundierte, evidenzbasierte und innovative Lösungen entsprechend den Herausforderungen im Wassersektor zu entwickeln. Statt einzelner hydrologischer, ökologischer und technisch ingenieurwissenschaftlicher Fragestellungen können im KWH die dringenden Probleme zu Prozessen und Dynamiken des Wasserressourcenmanagements interdisziplinär und integriert betrachtet werden. Soziale, ökonomische und politische Aspekte, als weitere wichtige Handlungsfelder in der Wasserwirtschaft, können durch diese übergreifende Zusammenarbeit ebenfalls berücksichtigt werden.

(nach oben)


Pumpwerke: Effizienz durch Automatisierung

In Hamm (Nordrhein-Westfalen) sind die ersten Pumpwerke des Lippeverbands mittlerweile „begehungsfrei“: Ein Großteil der Wartungs- und Überprüfungsmechanismen funktioniert damit automatisiert. Nur noch ca. zehn Prozent der bisherigen Wartungszeit werden benötigt, um die Technik der Pumpwerke durch das Betriebspersonal zu kontrollieren.
2021 hat der Lippeverband im Bereich seiner Stadtentwässerung Hamm das erste begehungsfreie Pumpwerk neu in Betrieb genommen. Kurz darauf folgte der Neubau eines Pumpwerks mit derselben Technik. „Nach gut zwei Jahren Betrieb kann eine erste Bilanz gezogen werden. Unser Fazit fällt positiv aus: Die begehungsfreien Pumpwerke halten, was sie versprechen. Das Pumpwerk Soester Straße muss beispielsweise nur noch einmal im halben Jahr durch das Betriebspersonal gewartet werden“, sagt Dr.-Ing. Frank Obenaus, Vorstand für Wassermanagement und Technik beim Lippeverband. Vorher war eine wöchentliche vor Ort-Wartung von Pumpwerkskomponenten, wie zum Beispiel der Fördermaschinen oder der Elektroschaltanlage, erforderlich. „Begehungsfreie“ Pumpwerke sind damit nicht völlig frei von Vor-Ort-Begehungen, jedoch deutlich begehungsärmer. Die frequenten Überprüfungen finden in diesen Anlagen entweder automatisiert statt oder können bei Bedarf mittels des virtuellen Prozessleitsystems – quasi von überall – durchgeführt werden.
Dabei können die automatisierten Überprüfungsmechanismen nicht nur Probleme identifizieren, sondern auch selbstständig kleine, reguläre Störungen beheben. Ist zum Beispiel eine Pumpe durch falsch über die Toilette entsorgte Feuchttücher verstopft, greift in Hamm ein Notfall-Mechanismus: Die Anlage er- kennt die Situation selbstständig durch den erhöhten Stromverbrauch der Pumpe. Mit einer automatischen Rückspülung kann die drohende Verstopfung in der Regel frühzeitig gelöst werden.
In den nächsten Jahren ist der Um- und Neubau von mindestens 14 weiteren begehungsfreien Pumpwerken geplant. Alle Maßnahmen zur Automatisierung finden in enger Abstimmung mit der Bezirksregierung statt.

(nach oben)


OVG: Bebauungsplan wegen mangelnder Hochwasservorsorge unwirksam

Das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht hat einen Bebauungsplan der Stadt Haren für unwirksam erklärt (Az. 1 KN 140/21). Der Bebauungsplan regelt die Nachverdichtung eines Straßenkarrees in der Innenstadt von Haren. Eine Anwohnerin sah sich insbesondere durch Belästigungen von einer im Plan festgesetzten Verkehrsfläche beeinträchtigt und hatte sich daher gegen diesen mit einem Normenkontrollantrag gewandt. Der Senat ist dieser Argumentation zwar nicht gefolgt, hat den Bebauungsplan jedoch aus einem anderen Grund als fehlerhaft angesehen: Das Plangebiet liegt in einem Hochwasserrisikogebiet. In derartigen Gebieten sind nach § 78b Wasserhaushaltsgesetz bei der Bauleitplanun insbesondere der Schutz von Leben und Gesundheit sowie die Vermeidung erheblicher Sachschäden in der planerischen Abwägung zu berücksichtigen. Die Stadt Haren hatte einen Hinweis des Landkreises Emsland auf diese Vorschrift lediglich zur Kenntnis genommen und die Lage im Risikogebiet in der Planurkunde vermerkt. In Überlegungen, ob etwa die konkret anstehende Nachverdichtung des Plangebiets Anlass zur Vorgabe einer hochwasserangepassten Bauweise (§ 9 Abs. 1 Nr. 16 Buchst. c BauGB) bot, ist sie nicht eingetreten. Dies hat der Senat für unzureichend erachtet. Die Revision zum Bundesverwaltungsgericht hat das Ober- verwaltungsgericht nicht zugelassen.
Download der Entscheidung.
https://voris.wolterskluwer-online.de

(nach oben)


Vierte Reinigungsstufe der Kläranlage Mainz: 6,5 Millionen Euro Förderung

Die Kläranlage Mainz soll eine vierte Reinigungsstufe bekommen. Das Landesumweltministerium fördert das Vorhaben mit 6,5 Millionen Euro. Den Förderbescheid überreichte Umweltministerin Katrin Eder am 22. Januar 2024. Gleichzeitig stellte sie dem Wirtschaftsbetrieb Mainz weitere vier Millionen Euro in Aussicht. Mit dem Ausbau einer vierten Reinigungsstufe wird die Mainzer Kläranlage mit einer Kapazität von rund 400 000 EW eine der bundesweit modernsten Anlagen, so das Umweltministerium in einer Pressemitteilung. Mittels Ozonung mit Fremdsauerstoff und einerAktivkohlefiltration sollen Spurenstoffe aus dem Abwasser entfernt beziehungsweise reduziert werden. Mit der neuen Technologie sollen mindestens 80 Prozent der Spurenstoffe aus dem Abwasser beseitigt werden können. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2026 geplant.

(nach oben)


Klärschlamm: Änderung des Umweltstatistikgesetzes

Die Auskunftspflichtigen bei der Erhebung der Geokoordinaten der Klärschlammaufbringungsflächen in der Landwirtschaft sollen entlastet werden. Das sieht der Entwurf des Zweiten Gesetzes zur Änderung des Umweltstatistikgesetzes (Bundestags-Drucksache 20/10285) vor, den die Bundesregierung vorgelegt hat. Weiter sollen mit dem Änderungsgesetz Zeiträume für Berichtspflichten angepasst und die Erhebung der öffentlichen Wasserversorgung erweitert werden.
Download der Drucksache:
https://dserver.bundestag.de/btd/20/102/2010285.pdf

(nach oben)


Bundeskabinett beschließt neues Rahmenprogramm zur zivilen Sicherheitsforschung

Das Bundeskabinett hat am Mitte Januar das neue Rahmenprogramm der Bundesregierung „Forschung für die zivile Sicherheit – gemeinsam für ein sicheres Leben in einer resilienten Gesellschaft beschlossen“. Es wurde federführend vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) erarbeitet. Dazu erklärte Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger, ihr Ministerium werde bis 2029 bis zu 360 Millionen Euro investieren. Mit dem Programm sollen besonders diejenigen unterstützet werden, die für zivile Sicherheit sorgen, darunter auch die Betreiber kritischer Infrastrukturen.
www.bmbf.de/sicherheitsforschung

(nach oben)


Wetter- und Klimamodell ICON als Open-Source veröffentlicht

Das renommierte Klima- und Wettermodell ICON steht der Öffentlichkeit nun unter einer Open-Source-Lizenz zur Verfügung. Die Institutionen hinter ICON (Icosahedral non-hydrostatic modelling framework) und dessen heutige Entwickler sind das Schweizer Center for Climate Systems Modeling (Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie Meteo-Schweiz und ETH Zürich als C2SM- Partner), das Deutsche Klimarechenzentrum (DKRZ), der Deutsche Wetterdienst (DWD), das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sowie das Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M).
ICON wurde zunächst gemeinsam von DWD und MPI-M als Atmosphären- bzw. Wettervorhersagemodell entwickelt und wird heute in Deutschland und der Schweiz für die operationelle Wettervorhersage eingesetzt. Im Hinblick auf die Klimaforschung hat das MPI-M passende Modelle weiterer Komponenten des Erdsystems entwickelt, die es erlauben, ICON als vollständig gekoppeltes Klima- und Erdsystemmodell zu nutzen. Neben der Modellkomponente für die Ozeanzirkulation gibt es eine für die marine Bio-geochemie sowie für die Landbiosphäre und die hydrologischen Prozesse. Das KIT hat mit ICON-ART eine Modellkomponente entwickelt, die die Vorhersage von Aerosolen und atmosphärischer Chemie und deren Wechselwirkung mit dem physikalischen Zustand der Atmosphäre erlaubt. Alle Teilmodelle und Versionen sind in dem Open-Source-Release enthalten, so dass ICON in verschiedensten Auflösungen und Konfigurationen genutzt werden kann, um eine ganze Bandbreite von Anwendungen – von globalen und regionalen Wettervorhersagen über Klimaprojektionen bis hin zu sehr hoch aufgelösten digitalen Zwillingen des Erdsystems – zu ermöglichen.
www.icon-model.org

(nach oben)


BSI eröffnet neues Nationales IT-Lagezentrum

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat ein neues Lagezentrum, das Bundesinnenministerin Nancy Faeser und BSI-Präsidentin Claudia Plattner im Februar 2024 feierlich eröffnet haben. Dabei fiel auch der Startschuss für die BSI-Initiative „Cybernation Deutschland“. Das neue Nationale IT-Lagezentrum ist mit modernster Kommunikationstechnik ausgestattet und verfügt im Regelbetrieb über zehn Arbeitsplätze, von denen aus die Spezialistinnen und Spezialisten des BSI die Cybersicherheitslage für Deutschland rund um die Uhr im Blick behalten. Das Lagezentrum empfängt pro Jahr von 22 Meldestellen rund 2800 Meldungen zu IT Sicherheitsvorfällen und Sicherheitslücken. Bei besonderen Cybersicherheitsvorfällen oder in IT-Krisen wird aus dem BSI-Lagezentrum das Nationale IT-Krisenreaktionszentrum. Im Ernstfall können dann durch die neue Infrastruktur bis zu 100 IT-Sicherheitsfachkräfte orchestriert zusammenarbeiten.

(nach oben)


Bau einer Wärmepumpe auf der Kläranlage der BASF wird geprüft

Die Technischen Werke Ludwigshafen, die Stadtwerke Frankenthal und die BASF prüfen den Bau einer Abwasserwärmepumpe auf dem Gelände der BASF-Kläranlage in Frankenthal. Diese soll künftig eine Schlüsselfunktion in der klimaneutralen Fernwärmeversorgung der Städte Ludwigshafen und Frankenthal übernehmen. Im ersten Schritt erstellen die Projektpartner einen Wärmetransformationsplan. Diese Planung soll Ende 2024 abgeschlossen sein und wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) gefördert.
Betrieben mit Strom aus erneuerbaren Quellen hätte die geplante Abwasserwärmepumpe eine Heizleistung von circa 50 Megawatt. Rund 18 000 Hausanschlüsse könnten mit klimaneutraler undkostengünstiger Energie versorgt werden. Gleichzeitig würde der Einsatz der Wärmepumpe die CO2-Emissionen um circa 60 000 Tonnen im Vergleich zur Wärmeversorgung durch Gas oder Heizöl reduzieren. Dank der hohen Temperatur des Abwassers im Auslauf der Kläranlage wäre der Wirkungsgrad der Abwasserwärmepumpe im Vergleich zu einer klassischen Wärmepumpe deutlich höher.

(nach oben)


Abwasserwärmenutzung: Wärmeplanungsgesetz in Kraft getreten

Die Abwasserwärmenutzung ist in einem Gesetz des Bundes erwähnt: Am 1. Januar 2024 ist das Wärmeplanungsgesetz (Bundesgesetzblatt I, Nr. 394 vom 22. Dezember 2023) zusammen mit dem Gesetz für erneuerbares Heizen in Kraft getreten. Bis 2045 soll Deutschland klimaneutral heizen. Erstmals sollen alle Städte und Gemeinden in Deutschland eine lokale Wärmeplanung bekommen, und auch Abwasser könnte dabei eine Rolle spielen. Die Länder werden mit dem Gesetz verpflichtet, sicherzustellen, dass Wärmepläne erstellt werden. In der Regel werden die Städte und Kommunen diese Aufgabe übernehmen. Im Wärmeplanungsgesetz heißt es: „Die planungsverantwortliche Stelle ist berechtigt … die folgenden Daten zu erheben: …
9. Informationen zu Kläranlagen, die für die Abwasserwärmenutzung relevant sind, mindestens die Kapazität in Einwohnergleichwerten,
10. Informationen zu Abwassernetzen mit einer Mindestnennweite von DN 800, a) zur Lage, die straßenbezogen zu benennen ist, b) zur Nennweite in Metern, die straßenbezogen anzugeben ist, c) zum Jahr der Inbetriebnahme, das straßenbezogen zu erfassen ist, und d) zum Trockenwetterabfluss“.

(nach oben)


StädteRegion Aachen erhält Förderung für wirksamen Hochwasserschutz

In der StädteRegion Aachen sollen ein ganzheitliches Frühwarnkonzept und einInformationssystem für Überflutungen entwickelt werden. Diese Maßnahmen verbessern die Kommunikation und Informationslage im Fall von Starkregen und Hochwasser. Das Vorhaben der Städte Region Aachen zusammen mit der RWTH Aachen wird über die DAS-Förderung des Bundesumweltministeriums mit rund 300 000 Euro unterstützt.
In dem Vorhaben werden wasserwirtschaftliche Fachinformationen aufbereitet und mit weiteren Ereignisdaten, wie Einsatzdaten oder Daten der Bevölkerung, kombiniert. Anschließend stehen sie allen relevanten Akteuren der Hochwasserbewältigung zur Verfügung. Erweitert wird der Ansatz durch innovative Crowd-Sourcing-Methoden einschließlich Social-Media-Monitoring für eine verbesserte Darstellung der jeweiligen Hochwasserlage. Zudem wird ein KI-basiertes Vorhersagesystem entwickelt, das Überflutungsinformationen und -vorhersagen für Bereiche ergänzt, in denen keine behördlichen Prognosen bereitgestellt werden können. Warnkonzept und Informationssystem sollen die Gefahrenabwehr in der Region verbessern, die Bevölkerung für Starkregen- und Hochwasserereignisse sensibilisieren und eine we- sentliche Grundlage für die zukünftige Koordination von Spontanhelfer*innen darstellen.
Die StädteRegion Aachen war von der Hochwasserkatastrophe 2021 besonders stark betroffen. Im Nachgang durchgeführte Analysen identifizierten das Fehlen eines effektiven Warnsystems und eines Informations- und Kommunikationskonzeptes für Hochwassergefahren als ein wesentliches Kernproblem.

(nach oben)


Novellierung der Kommunalabwasserrichtlinie: DWA-Statement zur Trilog-Einigung

EU stellt Weichen für zukunftsfähige und nachhaltige Wasserwirtschaft
Hennef. Paradigmenwechsel und Meilenstein – mit der Novellierung der Kommunalabwasserrichtlinie setzt die Europäische Union sowohl die im Green Deal beschlossene Null-Schadstoff-Politik als auch das Verursacherprinzip für den Bereich Wasserwirtschaft konsequent um. „ Die Novellierung der Kommunalabwasserrichtlinie ist ein wichtiger Schritt für einen nachhaltigen Gewässerschutz und den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Die Ziele und Vorgaben sind zum Teil äußerst ambitioniert, insbesondere im Bereich Nährstoffe und der geforderten Energieneutralität des Sektors“, betont Dr. Lisa Broß, Sprecherin der Bundesgeschäftsführung der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA). „Absolut zu begrüßen ist die jetzt feststehende Verankerung der Erweiterten Herstellerverantwortung. Das bereits 1987 in die Umweltpolitik der EU eingeführte Verursacherprinzip findet damit endlich auch in der Wasserwirtschaft Anwendung“, so Broß weiter.

Das EU-Parlament und der Ministerrat haben am 29. Januar im Trilog-Verfahren politische Einigung über die Novellierung der EU-Kommunalabwasserrichtlinie erzielt. Vorbehaltlich der noch ausstehenden Bestätigungen im EU-Parlament und im Ministerrat wird die novellierte Kommunalabwasserrichtlinie voraussichtlich bis Ende April dieses Jahres veröffentlicht und Inkrafttreten. Bereits 2026 müssen dann die EU-Mitgliedstaaten der EU-Kommission nationale Umsetzungsprogramme übermitteln.

(nach oben)


Studie: Möglichkeiten zur Einführung eines „Wassercents“ in Hessen

Eine Studie kommt zum Ergebnis, dass ein Wasserentnahmeentgelt, der sogenannte „Wassercent“, kann Lenkungsanreize zum sorgsamen Umgang mit Wassersetzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die im November 2023 vorgelegt wurde. Autoren der Studie „Internalisierung von Umwelt und Ressourcenkosten gemäß Vorgaben des Zukunftsplans Wasser“ sind Prof. Dr. Erik Gawel (Universität Leipzig und HelmholtzZentrum für Umweltforschung) und Prof. Dr. Wolfgang Köck (Universität Leipzig). „Wenn Wasser Geld kostet, wird sich jeder überlegen, wo er sparen kann“, folgert Hessens Umweltministerin Priska Hinz. Die Einnahmen können dann zur Umsetzung der Maßnahmen aus dem Zukunftsplan Wasser und damit zur Sicherstellung der Wasserversorgung in Zeiten des Klimawandels beitragen. Praktikable und auch nur konzeptionell überzeugende Alternativen für ein solches Lenkungs und Finanzierungsinstrument werden von den Gutachtern nicht gesehen. Hessen ist derzeit eines von nur drei Bundesländern, das bisher keinen „Wassercent“ erhebt. Der Zukunftsplan Wasser des Landes Hessen sieht vor, mittels einer Studie zu prüfen, welche Möglichkeiten es gibt, Umwelt und Ressourcenkosten im Zusammenhang mit Wasserentnahmen in Hessen zu berücksichtigen. Eine „Wassercent“Regelung in Hessen würde an die derzeit in 13 Bundesländern geltende Abgabepflicht für Wasserentnahmen anknüpfen, die das Bundesverfassungsgericht in seiner grundlegenden „Wasserpfennig“ Entscheidung von 1995 zur Abschöpfung von Sondervorteilen beim Zugriff auf den Wasserhaushalt als gerechtfertigt ansieht. Bayern plant zudem als 14. Bundesland die Einführung. Zugleich hat sich der Bund in seiner „Nationalen Wasserstrategie“ 2023 zu einem rechtspolitischen Vorhaben der „Harmonisierung und gegebenenfalls Bundesregelung“ eines „Wasserentnahmeentgeltes“ bekannt.

Zusammenfassung der Studie:
https://umwelt.hessen.de/wasser/grundwasser-und-wasserversorgung

(nach oben)


Vergaberecht: Neue EU-Schwellenwerte

Die EUKommission hat die Schwellenwerte für Auftragswerte veröffentlicht, ab deren Erreichen Beschaffungen von öffentlichen Auftraggebern, Sektorenauftraggebern und Konzessionsgebern in den Jahren 2024 und 2025 nach den Vorgaben des Europäischen Vergaberechts erfolgen müssen. In Deutschland sind diese Vorgaben insbesondere im Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB), in der Vergabeverordnung (VgV), der Sektorenverordnung (Sekt VO) und in der Konzessionsvergabever ordnung (KonzVgV) umgesetzt.
Für öffentliche Auftraggeber gelten aufgrund der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2495 der Kommission vom 15. November 2023 folgende Schwellenwerte:
● Bauaufträge: 5 538 000 € (5 382 000 €)
● Liefer und Dienstleistungsaufträge: 221 000 € (215 000 €).

Für Konzessionsgeber wird aufgrund der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2497 der Kommission vom 15. November 2023 für die Vergabe von Dienstleistungs und Baukonzessionen der Schwellenwert von 5 382 000 € auf 5 538 000 €angehoben.

Die Schwellenwerte für soziale und besondere Dienstleistungen betragen unverändert 750 000 € für öffentliche Auftraggeber und 1000 000 € für Sektorenauftraggeber. Die vorgenannten Angaben enthalten Netto Werte. In Klammern stehen die noch bis Ende 2023 geltenden Werte. Abweichende Schwellenwerte für Bundesbehörden sind nicht dargestellt.
Download der Verordnungen: www.gfa-news.de/gfa/webcode/20231117_001

(nach oben)


Straßenabflüsse: Weniger Überschwemmungen dank intelligentem Sensor

Am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik der FH Aachen wird derzeit ein Sensor für Laubfangkörbe in Straßenabflüssen entwickelt. Der Sensor soll die Daten an einen Webservice über mitteln, sodass die Anwender*innen je derzeit die Gefahr einer Verstopfung einschätzen können. So soll das Über schwemmungsrisiko gesenkt werden. Der Sensor misst den Füllstand des Korbs und überträgt die Daten mittels LoRaWAN, einer energieeffizienten Funktech nologie mit sehr hoher Reichweite, so dass die Daten in Echtzeit für Anwendungen zur Verfügung stehen, beispiels weise für Straßenreinigungsbetriebe. Im ersten Schritt soll der Sensor prototypisch entwickelt werden. Dabei stehen eine geeignete Sensorik sowie ein robuster Aufbau des Sensors im Vordergrund, um den rauen Umgebungsbedingungenim Laubfangkorb gerecht zu werden. Im zweiten Schritt erfolgt die Validierung von 20 Sensoren im Feldtest, die dabei durchgängig Echtzeitdaten erzeugen und über LoRaWAN übertragen. Parallel dazu wird ein Webservice entwickelt, der die Echtzeitdaten anwendungsgerecht aufbereitet und bereitstellt.
Das Projekt Intelligenter LaubfangkorbSensor (ILSe) wird von Prof . Dr. Fe-lix Hüning koordiniert und läuft seit September 2023 mit einer Laufzeit von zwölf Monaten. ILSe wird im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND mit insgesamt 160 000 Euro durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert.

(nach oben)


Emergency Support Instrument – Nachweis von SARSCoV 2 im Abwasser

Nachweis: Abwasser als Corona-Frühwarnsystem – von SARSCoV im Abwasser
Abschlussbericht: Der Projektverbund „ESICorA“ (Emergency Support Instrument – Nachweis von SARSCoV 2 im Abwasser) hat sei nen Abschlussbericht vorgelegt. Im Rahmen des Projekts wurde seit 2022 in einer bundesweiten Pilotphase das Potenzial eines abwasserbasierten Covid 19 Frühwarnsystems geprüft. Über die genaue Anzahl der Infizierten und die Krankheitsschwere gibt das Verfahren zwar keinen Aufschluss, jedoch unterstützt es die Entwicklung konkreter Vorsorge und Schutzmaßnahmen – sowohl auf lokaler als auch auf Landes und Bundesebene. Für „ESICorA“ hat die EU Fördergelder in Höhe von 3,7 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Koordiniert wurde das Projekt vom Projektträger Karlsruhe am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Partner waren die TU Universität Darmstadt, das Umweltbundesamt und das Robert KochInstitut.
https://www.ptka.kit.edu/AbschlussPilotbetrieb.html

(nach oben)


Bundeskabinett: Fünf-Punkte Plan zum Schutz vor hormonell schädigenden Stoffen beschlossen

Das Bundeskabinett hat einen Fünf PunktePlan zum weiteren Schutz vor hormonell schädigenden Stoffen beschlossen. Der Plan zielt darauf ab, die Regulierung zu verbessern, Informationen bereitzustellen, gemeinsames Handeln zu fördern, den Wissensstand wei terzuentwickeln und die internationale Zusammenarbeit zu stärken.
Download des Fünf-Punkte Plans: www.gfa-news.de/gfa/webcode/20231122_007

(nach oben)


Klimaschutz-Projekte für Bayerischen Klimaschutzpreis Bayerischen Klimaschutzpreis

Die Vorschlagsrunde für den vierten Bayerischen Klimaschutzpreis ist gestartet. Projekte können bis einschließlich 28. Februar 2024 eingereicht werden. DerBayerische Klimaschutzpreis ist mit ins gesamt 15 000 Euro dotiert. Der Betrag kann auf mehrere Preisträger aufgeteilt werden. Neben dem Preisgeld wird ein Imagefilm über die ausgezeichnete Initiative gedreht, den die Preisträger für sich nutzen können. Vorgeschlagen werden können so wohl Privatpersonen und private Initiativen als auch Vereine, Verbände, Kommunen und Unternehmen mit Bezug zu Bayern. Entweder haben die Vorgeschlagenen ihren dauerhaften Hauptwohnsitz oder Firmensitz im Freistaat oder sie engagieren sich in Bayern für den Klimaschutz oder die Klimaanpassung. Die Initiative sollte bereits laufen und sichtbare Ergebnisse zeigen oder – wenn sie bereits abgeschlossen ist – in die Gegenwart wirken.
https://www.lenk.bayern.de/themen/projekte/klimaschutzpreis/index.html

(nach oben)


KlimAR.Werk-App: „Augmented Reality“-Anwendung für Bürger*innen und Fachplaner*innen

Wie kann ich mein Haus klimafest machen? Welche Rolle spielt dabei Regenwasser? Warum sollten in meinem Garten bestimmte Pflanzen wachsen? Und was ist eine Baumrigole? Mit der neuen App KlimAR. Werk können Bürger*innen ihre Immobilie virtuell an die Folgen des Klimawandels anpassen. Das digitale InfoAngebot haben die Stadt Bochum und die Emschergenossenschaft als Teil der Zukunftsinitiative Klima.Werk entwickelt. Das Land Nordrhein Westfalen hat die Anwendung für mobile Endgeräte mit 161 000 Euro gefördert. Durch die App wird die reale Welt um virtuelle Elemente auf dem Display ergänzt. Beide Aspekte greift die KlimAR.WerkApp auf und nutzt dafür die Technik der Augmented Reality (AR). Die digitale Anwendung für mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets hat zwei Module: „Klimaanpassung.Stadt“ und „Klimaanpassung.Privat“.
www.klima-werk.de/gruendachfoerderung
www.klima-werk.de/starkregenberatung

(nach oben)


Klärschlammentsorgung: Kooperation zwischen Niersverband und Emschergenossenschaft

Der Niersverband und die Emschergenossenschaft haben einen Kooperationsvertrag über die gemeinsame Nutzung der Monoverbrennungsanlage der Emschergenossenschaft in Bottrop für dievollständige Verwertung der Klärschlämme des Niersverbands ab dem Jahr 2029 geschlossen. Die Emschergenossenschaft, die erfolgreich ihre Verbrennungsanlage in Bottrop betreibt, bietet dem Niersverband damit eine langfristige Kooperation an.

(nach oben)


Landkreis Lüneburg ordnet Rückbau des Brunnens von Coca-Cola an

Die als MineralwasserBrunnen geplante Grundwasser Entnahmestelle in der Samtgemeinde Gellersen wird zurückgebaut. Am 24. November 2023 ließ das Unternehmen CocaCola bzw . die Apollinaris Brands GmbH als Eigentümerin der Bohrung die Baustelle einrichten, in der Woche danach begannen die Bauarbeiten. Angeordnet hat den Rückbau die Untere Wasserbehörde des Landkreises Lüneburg, die auch das Antragsverfahren beLandkreis Lüneburg ordnet Rückbau des Brunnens von Coca-Cola an.
Rund um den Brunnen hatte sich vor rund vier Jahren eine deutschlandweite Diskussion zum Thema Grundwasserschutz entwickelt. Ziel ist es, den Brunnen wieder komplett abzuschließen, sodass weder Wasser entnommen noch Stoffe über das rund 260 Meter tiefe Bohrloch ins Grundwasser gelangen können. Dazu wird das Bohrloch fachgerecht verfüllt und verpresst. Dadurch wird auch gewährleistet, dass keine Verbindungen zwischen verschiedenen Grundwasser Stockwerken entstehen können.
www.landkreis-lueneburg.de/grundwasser

(nach oben)