Samstag, September 18, 2021

Meldungen der DWA

DWA Meldungen 2009 DWA Meldungen 2010 DWA Meldungen 2011 DWA Meldungen 2012
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September 2021
Rheinland-Pfalz richtet Wiederaufbauorganisation ein
Rheinland-Pfalz fördert Wiederaufbau der Wasserver-und Abwasserentsorgung mit 20 Millionen Euro
UFZ: Fünf Prinzipien für klimasichere Kommunen und Städte
Neue Web-Plattform zur Planung der Hochwasservor­sorge in Städten
EU-Kommission: Leitlinien für Investitionen in Infrastruktu­ren infolge des Klimawandels
Visualisierung für Klimawandelrisiken in Deutschland entwickelt
BMBF startet Umsetzungsprojekte zur Stärkung der Klimaresilienz
Schulungsverbund Biogas gratuliert 10 000. Teilnehmer
THW-Kräfte setzen Abwassersysteme instand
Versicherte Hochwasserschäden in NRW und Rheinland-Pfalz im Bereich von 4,5 bis 5,5 Milliarden Euro
CEDIM-Analyse zur Hochwasserkatastrophe
Wissenschaftler sieht Wiederaufbau im Ahrtal vor Herausforderungen
August 2021
DFG-Förderung für Forschung zur Wasserwiederverwendung
Wasserforscher veröffentlichen Strategie-Rahmenpapier zur Wasserforschung
Europäischer Rechnungshof: Verursacherprinzip im Umweltbereich unzureichend angewendet
Verwaltungs-Dienstleistungen im Umweltbereich sollen bis Ende 2022 online möglich sein
Überdüngung verursacht Umweltkosten in Milliardenhöhe
DVGW und DWA adressieren Forschungsbedarf der Wasser­wirtschaft an die Politik
Gründächer für Müllverbren­nungsanlage in Oberhausen
Novelle des Klimaschutzgesetzes beschlossen
Nitrat und Phosphat: Schreiben der EU an die Bundesregierung
Versicherer erweitern Risikoeinschätzung von Naturgefahren
Starkregen und Hitze – neue Details zum Klimawandel
EU-Kommission schlägt Neuausrichtung von Wirtschaft und Gesellschaft in der EU vor, um Klimaziele zu erreichen
Größtes Kanalwärmetauscher- Projekt Berlins geht in Betrieb
Neue Klärschlammverwer­tungsanlage im MVV Industrie­park Gersthofen geplant
Bottrop: Weltweit größte solarthermische Klärschlamm­trocknungsanlage in Betrieb
Bundesweites Zentrum KlimaAnpassung für die Beratung von Kommunen eröffnet
Juli 2021
Bundesumweltministerin Schulze legt Nationale Wasserstrategie vor
Umweltfreundlich Heizen mit Wärme aus Abwasser
EU-Kommission strebt Null-Schadstoff-Ziel für Luft, Wasser und Boden an
Trifluoressigsäure aus fluorierten Kältemitteln belastet Regenwasser
Machbarkeitsstudie zu Klärschlammverwertung und Phosphorrecycling in Nord- und Osthessen abgeschlossen
Produktion in erster deutscher PHOS4green-Anlage für Recyclingdünger gestartet
Bundesumweltministerium startet neue Umsetzungsberatung für kommunalen Klimaschutz
IFAT 2022: Ausstellerinteresse auf Vor-Corona-Niveau
Göttingen: Förderung für einen Stadtwasser- und Hitzeplan
Neue Analyse zeigt Risiken der Erderhitzung für Deutschland
Regionales Phosphorrecycling im „Mitteldeutschen Dreiländereck“
Rheinland-Pfalz startet Corona-Monitoring über den Abwasserpfad
Berlin: Regen soll nicht mehr in Innenstadtkanäle
Juni 2021
Wiesbaden: Abwasseruntersuchung auf Corona-Viren
Neuer Treppenturm auf der Kläranlage Hannover-Herrenhausen
AZV Südholstein: Förderung für E-Fahrzeuge
Impfpriorisierung: Offener Brief an Ministerpräsident Laschet
Vorreiter der Nachhaltigkeit unter Deutschlands Kommu­nen gesucht
Kläranlage Landau: Entfernung von Mikroverunreinigungen mit Silikagel
11. KomS-Technologieforum Spurenstoffe
Konsultation der EU zur Kommunalabwasserrichtlinie
Bundesverfassungsgericht stärkt Klimaschutz
Photovoltaikanlage auf den Dächern der Kläranlage Kamen
Hessen: Förderung für Machbarkeitsstudien zur Phosphorrückgewinnung
Pilotprojekt zur Abwasseruntersuchung auf Coronaviren in Hannover
DWA gründet Fachausschuss Frauen in der Wasser-und Abfallwirtschaft
Bürgerinitiative „Begrünte Dachflächen“ von der EU registriert
Corona-Mutanten im Abwasser: Monitoring durch Sequenzierung
Pilotprojekt zur Pandemiebekämpfung im Berchtesgadener Land
Beelitz: Altes Klärwerk wird neues Festspielareal
AQUA-Hub − Markterschlie­ßung in Indien für Wassertech­nologien aus Deutschland
Mai 2021
Umweltzustand 2020: gemischte Bilanz
UN-Weltwasserbericht 2021 erschienen: Der Wert von Wasser
350 Millionen Euro für fünf Jahre: Bundesregierung legt Programm für Wasserforschung vor
Neue EU-Leitlinien erleichtern Klärung der Haftung für Umweltschäden
Neues Bundeszentrum für Spurenstoffe beim UBA nimmt Arbeit auf
EU-Kommission: Wechsel des Wasser- und Abwasserdienst­leisters in Rostock war keine staatliche Beihilfe
Wohin verschwindet der Reifenabrieb?
Aufruf zum IFWW-Förderpreis 2022
Schweiz: Abwassermonitoring auf Coronaviren wird erweitert
Drei-Punkte-Plan für Klimaanpassung in Kommunen vereinbart
Innovationsatlas Wasser online
Baden-Württemberg: 189 Millionen für Hochwasser­schutz, Gewässerökologisie­rung und Altlastensanierung
Berlin: Ab 2022 Gebühren statt Preise
WebSeminar: Frühwarnung durch Abwassermonitoring
Stadtwerke Fröndenberg Wickede testen Mitarbeiter wöchentlich
Emscher Ende 2021 abwasserfrei
EU empfiehlt Monitoring des Virus COVID-19 im Abwasser
Forschungsprojekt AMPHORE zum Phosphorrecycling startet in die Planungsphase
DWA-Landesverbandstagung Sachsen/Thüringen 2021 online
Bestens informiert trotz Pandemie
April 2021
Wegweiser zu Klimavorsorge­diensten in Deutschland
Neues UN-Berichtssystem macht Beitrag der Natur zur Wirtschaft sichtbar
EU-Kommission legt Leitfaden für Umweltziele in den nationalen Aufbauplänen vor
Umwelttechnikpreis Baden-Württemberg ausgeschrieben
Digitale 54. Essener Tagung für Wasserwirtschaft
Abwasserbetriebe können Point of Care (PoC)-Antigen-Schnelltests selbst beziehen
Bewerbungen für den Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt 2022 gesucht
Rheinland-Pfalz startet Corona-Messungen auf Kläranlagen
Förderung: Nachwuchsgruppe „MINT für die Umwelt“ gesucht
Erweiterung der Kläranlage von Merck um eine vierte Reinigungsstufe
Auszeichnung für „Medi-Müll-Boxen“
Neue EU-Strategie für die Anpassung an den Klimawandel angenommen
Niedersachsen: mehr Klärschlamm als Dünger verwertet
Kampfstoffe: Sanierung des Dethlinger Teichs
Hamburger Wohnquartier nutzt Wärme aus Abwasser
EU-Kommission legt Digitalziele für 2030 vor
BSI warnt: Kritische Schwach­stellen in Exchange-Servern
Berlin: Löschwasser aus Fabrikbrand beeinträchtigt Klärwerk
BIM-basierte Planungshilfen für Arbeitsstätten machbar?
Bauhauptgewerbe 2020: Umsatzsteigerung beim Bau von Kläranlagen
Schleswig-Holstein: Bagger stürzt in Klärschlammbecken
März 2021
Bundesregierung: Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie ist Herausforderung
EU-Kommission startet Konsultation zur Umweltkriminalität
20 Jahre Wasserrahmenrichtlinie: Empfehlungen des Umweltbundesamts
Bund der Steuerzahler NRW ruft zu Widerspruch gegen Abwassergebührenbescheide 2021 auf
Bayern: Neuer „Schwammstadt“-Leitfaden für Kommunen und Planer vorgestellt
Grüne und blaue Infrastruktur für das Ruhrgebiet
Baden-Württemberg: 22 Millionen für Projekte zur Gewinnung von Rohstoffen aus Abfall und Abwasser
Wettbewerb „Klimaaktive Kommune 2021“ gestartet
Kommunaler Klärschlamm zu 75 Prozent verbrannt
Bürger wollen hitzemindernde Maßnahmen
Frankreich stellt Abwasserdaten für Corona-Monitoring online
EIB stellt weiteres Darlehen für Emscher-Renaturierung bereit
DWA vernetzt internationale Forschung zum Corona-Moni­toring über den Abwasserpfad
BBSR sucht Projekte zur Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel
Beteiligungsverfahren bei Bauvorhaben können weiter digital erfolgen
Hackathon im Wassermanagement – ACHEMA innovation challenge
Februar 2021
Ostfalia startet Forschungsprojekt zur Frühwarnung vor Epidemien mithilfe von Abwasser-Monitoring
Brandenburg: aktualisierte Arbeitshilfe „Hochwasser­schutz und Bauplanungsrecht“ veröffentlicht
Bundesumweltministerium startet „Nationalen Bürger*innen Dialog Wasser“
4. Reinigungsstufe für Kläranlage Dortmund-Deusen
Hamburg: Weltweit erste Phosphor-Recyclinganlage fertiggestellt
Bundeskabinett beschließt Entwurf für IT-Sicherheitsgesetz 2.0
Zweckverband zur Kommuna­len Klärschlammverwertung Thüringen (KKT) gegründet
Staatenklage Tschechiens gegen Polen wegen Erweite­rung des Tagebau Turów vor dem Europäischen Gerichtshof
Baden-Württemberg: Landwirtschaftliche Klärschlamm­verwertung ist die Ausnahme
Probebetrieb der weltweit größten solarthemischen Klärschlammtrocknungsanlage gestartet
Thüringen: Förderrichtlinie für Kleinkläranlagen verlängert
Förderung für Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage Helmstedt
2,7 Millionen Euro für Phosphorrückgewinnung im Odenwaldkreis
Klärschlammverwertung OWL – Start frei für die Ausschreibung
Bayern: Erfolgsprojekt RZWas wird fortgesetzt
Umweltbundesamt legt neue Kostensätze für Umweltschäden vor
Umweltqualitätsnormen für Binnengewässer – Überprü­fung der Gefährlichkeit neuer bzw. prioritärer Substanzen
Neue WRRL-Bewirtschaftungs­pläne veröffentlicht
Öffentliche Konsultation der EU zum Zero Pollution Action Plan
Januar 2021
Weltwassertag 2021: Wert des Wassers
Neue Wege für den Wasserschutz in der Weser-Ems-Region
Wasser-Ressourcenpreis 2021 der Rüdiger Kurt Bode-Stiftung ausgeschrieben
Bonner Water Network
Öffentliche Konsultation zum Null-Schadstoff- Aktionsplan der EU
Umweltminister fordern Förderung der 4. Reinigungsstufe
Pflanzenkläranlage in ehemaliger Sprengstofffabrik in Betrieb
Molkereiabwasser zur Bewässerung von Ackerflächen?
Europaweite Auszeichnung für interaktiven Themenspielplatz der Stadtwerke Menden
Phosphorrückgewinnung in Kiel: Förderung aus dem EU-LIFE-Programm
Konsultation zu EU-Leitlinien für Umweltschutz- und Energiebeihilfen
Staffelübergabe von Essen nach Köln
Neue SBR-Kläranlage für Helgoland
Kläffizient: Klärwerke Akteure am Energiemarkt
Reststoffe auf Kläranlagen: Start des Verbundprojekts FLXsynErgy
DBU startet Auswahl für Deutschen Umweltpreis 2021
Bewerber für den Umweltcluster-Bayern- Leuchtturm gesucht
Erfolgreiche TSM-Überprüfung bei der Stadt Bonn
Bald alle Kläranlagen am Bodensee mit vierter Reinigungsstufe
Zukunft Biogas
Ankündigung einer Umfrage zur Wasserwiederverwendung

 


Rheinland-Pfalz richtet Wiederaufbauorganisation ein

Die Landesregierung von Rheinland- Pfalz hat eine Wiederaufbauorganisation eingerichtet, um die kommunale Infra­struktur im von der Hochwasserkatastro­phe heftig getroffenen Ahrtal voranzu­treiben. Die Wiederaufbauorganisation wird unter Leitung von Innenstaatssekre­tärin Nicole Steingaß arbeiten. Zudem ge­hören der Wiederaufbauorganisation die neu geschaffene Abteilung „Wiederauf­bau 2021“ im Innenministerium, die Ent­wicklungsagentur Rheinland-Pfalz und der Vor-Ort-Beauftragte der Landesregie­rung an. Für die Aufgabe des Vor-Ort-Be­auftragten wurde der ehemalige Landrat und Innenstaatssekretär a. D. Günter Kern vom Ministerrat berufen. Er wird in Sachen Wiederaufbau den engen Kon­takt zu den Kommunen halten.

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Rheinland-Pfalz fördert Wiederaufbau der Wasserver-und Abwasserentsorgung mit 20 Millionen Euro

Das Klimaschutzministerium Rheinland- Pfalz hat Ende Juli ein für Sonderförder­programm für Starkregen- und Hoch­wasserschäden gestartet. Das Programm erweitert bisherige Förderrichtlinie und unterstützt die Instandsetzung der Was­serversorgungs- und Abwasserbeseiti­gungsinfrastruktur mit einer Förderquo­te von bis zu 100 Prozent. Das Sonder­förderprogramm ist vorerst mit 20 Milli­onen Euro ausgestattet. Anträge für För­derung aus dem Sonderförderprogramm können Kommunale Wasserversorger und Kommunen ab sofort über das elek­tronische Förderverfahren MIP-Förde­rung einreichen. Die finanzielle Förde­rung der Wasserwirtschaft richtet sich grundsätzlich nach den Förderrichtlinien der Wasserwirtschaftsverwaltung. Durch das Sonderförderprogramm werden die entgeltabhängigen Regelfördersätze bei der Wasserversorgung und Abwasserbe­seitigung durch einen Sonderzuschuss von bis zu 35 Prozent ergänzt. In Kombi­nation mit einem zinslosen Sonder-Dar­lehen kann die Förderung auf bis zu 100 Prozent erhöht werden. Die Förderung für die Beseitigung von Extremwetter­schäden an Gewässern von 50 Prozent wird mit einem Sonderzuschuss von 20 Prozent ergänzt, sodass eine Förderung von bis zu 70 Prozent Zuschuss möglich ist. Für Maßnahmen zur unmittelbaren Gefahrenabwehr (zum Beispiel abgebro­chene Uferböschungen an Straßen oder Brücken, Beseitigung von Treibgut, Scha­densbeseitigung an Leitungen, Kanälen, Kläranlagen) im Zeitraum bis zum 31. Dezember 2021 gilt die Zustimmung zum vorzeitigen Vorhabenbeginn als er­teilt. Auch müssen keine förmlichen Ver­gabeverfahren durchgeführt werden und auch für öffentliche Aufträge oberhalb der EU-Schwellenwerte können Leistun­gen schnell und effizient insbesondere über das Verhandlungsverfahren ohne Teilnahmewettbewerb beschafft werden.

Link zur Förder-Website: http://www.gfa-news.de/gfa/webcode/20210723_003

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UFZ: Fünf Prinzipien für klimasichere Kommunen und Städte

Trockenheit 2018 und 2019, extremer Starkregen 2021 – für das UFZ Helm­holtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) deutliche Belege, dass sich das Kli­ma in Richtung Extremereignisse ändert. Städte und Gemeinden müssen sich darauf nach Ansicht des UFZ entsprechend vorbereiten, fünf Prinzipien haben bei der Klimaanpassung Priorität. So sollen die Frühwarnsysteme verbessert werden, um den Bevölkerungsschutz zu stärken. Neben der Entwicklung von robusten Vorhersage-Modellen ist für das UFZ die Etablierung einer dauerhaften und ver­lässlichen Kommunikation mit Städten und Gemeinden sowie den Bürger*innen vor Ort unerlässlich. Nur eine Warnung, die Menschen verstehen und der sie ver­trauen, wird zu den gewünschten Hand­lungen führen.

Zweiter Aspekt ist die Schwammfä­higkeit und Speicherfähigkeit. Neben eta­blierten Schutzlösungen wie Deichen, Mauern und Poldern gilt es vermehrt, Ge­meinden, Städte und Landschaften wie Schwämme zu konzipieren und den Was­serrückhalt in der Landschaft zu verbes­sern. Gerade für extreme Niederschläge sind zusätzliche Speicherräume und grü­ne Infrastrukturen so zu konzipieren, dass diese auch als Notwasserwege im Fall der Fälle vorbereitet sind. Ein hohes Speichervermögen für Wasser hilft nicht nur in Hochwasser-, sondern auch in Tro­ckenzeiten. Des Weiteren schlägt das UFZ für die kritische Infrastruktur eine Klima­prüfung vor. Dies schließt auch die Be­rücksichtigung von Kaskadeneffekten durch die Unterbrechung von Versor­gungsleistungen in Infrastruktursyste­men ein. Infrastrukturen (Versorgung mit Wasser, Strom etc.), das Rückgrat unserer modernen Gesellschaft, müssen so konzi­piert werden, dass sie auch in extremen Wetterlagen funktionieren oder entspre­chende Rückfalloptionen erlauben.

In die gleiche Richtung gehört Forde­rung Vier, die Klimasicherheit von Ge­bäuden. Beim Wiederaufbau, Neubau bzw. der Sanierung im Bestand gilt es, die Klimasicherheit von Gebäuden von Anfang an mitzudenken und den Schutz­standard zu erhöhen, insbesondere auch von Einrichtungen, die besonders vulne­rable Gruppen wie Kinder, Senioren oder behinderte Menschen beherbergen. Da­für bedarf es, ähnlich wie bei der ener­gieeffizienten Sanierung, finanzieller Förder- und Anreizinstrumente sowie der Etablierung vorsorgeorientierter Ver­sicherungsprämien. Auch bei Bauanträ­gen und Immobilienverkäufen sollten systematisch entsprechende Informatio­nen über Starkregen- oder Hochwasser­gefahren bereitgestellt und abgefragt werden. Um dies alles umzusetzen, ist ein Gestaltungs- und Durchsetzungswille ebenso notwendig wie Kooperation und Solidarität (Forderung Fünf). Für den Umbau bedarf es des Innovations- und Gestaltungswillens auf Seiten von Städ­ten, Gemeinden, Investoren und Privat­personen ebenso des Einsatzes von Fi­nanzierungs- und Anreizinstrumenten auf Seiten des Bundes bzw. der Länder. Es braucht durchsetzungsstarke Instru­mente in der Planung sowie kohärente und standardisierte Rahmenwerke und Vorgehensweisen.

Ausführliches Statement des UFZ: https://www.ufz.de/index.php?de=48382

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Neue Web-Plattform zur Planung der Hochwasservor­sorge in Städten

SaferPlaces, ein neuer Webservice zur Überflutungsvorsorge, soll Städte und Gemeinden künftig dabei unterstützen, gefährdete Bereiche zu identifizieren so­wie Schutz- und Vorsorgemaßnahmen systematisch und effizient zu planen, et­wa an Gebäuden, Deichen oder durch Schaffung von Versickerungsflächen. Mit SaferPlaces lassen sich Gefahren abbil­den und die Effekte von Schutz- und Vor­sorgemaßnahmen abschätzen. So kön­nen Szenarien bereits in Planungssitzun­gen online durchgespielt und diskutiert werden. Das interaktive Online-Tool wird im Rahmen der EU-Initiative Clima­te-KIC unter Mitwirkung des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ Potsdam entwickelt und ist bereits als Prototyp abrufbar. Es stützt sich auf offene Daten und basiert auf neuen klimatischen, hydrologischen und hydraulischen, topo­grafischen und ökonomischen Modellie­rungstechniken. Projekt-Website: http://www.saferplaces.co

Prototyp des Web-Service: http://platform.saferplaces.co

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EU-Kommission: Leitlinien für Investitionen in Infrastruktu­ren infolge des Klimawandels

Die Europäische Kommission hat Leitlini­en dazu veröffentlicht, wie die EU-Klima­ziele und die Auswirkungen des Klima­wandels bei künftigen Investitionen in Infrastrukturprojekte systematisch ein­fließen sollten. Es geht um Projekte vonGebäuden über Netzinfrastrukturen bis zu Systemen und Anlagen in der Finanz­periode 2021–2027. Der Leitfaden orien­tiert sich an dem Ziel, die Treibhausgas­emissionen bis 2030 um 55 Prozent zu senken und bis 2050 klimaneutral zu sein. Er erfüllt die Anforderungen, die in den Rechtsvorschriften für verschiedene EU-Fonds wie InvestEU, die Fazilität „Connecting Europe“ (CEF), den Europäischen Fonds für regionale Entwick­lung (EFRE), den Kohäsionsfonds (KF) und den Fonds für gerechten Übergang (JTF) festgelegt sind.

Link zum Leitfaden: http://www.gfa-news.de/gfa/webcode/20210803_002

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Visualisierung für Klimawandelrisiken in Deutschland entwickelt

Zahlreiche verschiedene Studien zeigen die Auswirkungen des Klimawandels. Ba­sierend auf den Informationen des Um­weltbundesamts hat Sebastian Meier, Gastprofessur an der HafenCity Universi­tät Hamburg, eine Anwendung entwi­ckelt, die die Informationen nach Post­leitzahlen darstellt. Die Anwendung un­terteilt unter anderem in folgende Her­ausforderungen: Steigende Temperatu­ren, vermehrte Extremwettereignisse und andere Veränderungen, die sich auf den fortschreitenden Klimawandel zu­rückführen lassen. Das Projekt wurde gemeinsam mit Fabian Dinklage entwickelt und ist Teil des vom Bundesmi­nisterium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsvorha­bens „LoCobSS“.

https://klima-risiken.vislab.io

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BMBF startet Umsetzungsprojekte zur Stärkung der Klimaresilienz

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) baut seine For­schungsförderung aus, mit der Kommu­nen und Städte widerstandsfähig gegen die Folgen des Klimawandels gemacht werden sollen. Mit RESI-extrem geht ein weiteres Umsetzungsprojekt an den Start, das vom BMBF mit insgesamt 1,9 Millionen Euro gefördert wird. Ziel ist es, Stadtplanung und Risikomanagement stärker zu verzahnen. Neben RESI-extrem startet für drei weitere Projekte aus dem Förderschwerpunkt „Klimaresilienz durch Handeln in Stadt und Region“ die abschließende Umsetzungs- und Versteti­gungsphase. Weitere Projekte folgen im Laufe des Jahres. Für die drei Phasen in­vestiert das BMBF insgesamt rund 42 Millionen Euro. Nach einer dreijährigen Forschungs­phase beginnt die reale Umsetzung der erarbeiteten Anpassungsmaßnahmen im Projekt RESI-extrem. In Schwäbisch Gmünd in Baden-Württemberg und Ol­fen in Nordrhein-Westfalen werden zum Beispiel zwei Stadtquartiere mithilfe von Gefahrenkarten für Starkregen und an­dere Risiken saniert und somit gegen zu­künftigen Starkregen widerstandsfähig gemacht, so das BMBF. Eine Besonder­heit ist hier, dass die Einwohnerinnen und Einwohner selbst die Chance haben, einen aktiven Beitrag zur Krisenfestigkeit ihrer Heimat zu leisten. Ein solcher inte­grative Ansatz trägt zur Risikoaufklärung der Menschen vor Ort bei, sodass sie sich auch selbst auf den Extremfall vorberei­ten können. Neben dem Projekt RESI-extrem in Olfen und Schwäbisch Gmünd forscht am Standort Bremen auch das Projekt BREsilient zu Starkregen- und Überflu­tungen. Aufgrund ihrer exponierten Lage ist die Hansestadt stark von den Auswir­kungen des Klimawandels betroffen und wird insbesondere durch den steigenden Meeresspiegel herausgefordert. Mit ei­nem Frühwarnsystem soll hier zukünftig auf kurzfristige Extremwetterereignisse schneller reagiert werden können. Unter dem Motto „Lebensqualität trotz Sommerhitze“ beschäftigt sich das Projekt HeatResilientCity mit der Frage, wie wirksame, sozial gerechte und nut­zerakzeptierte Klimaanpassung in unter­schiedlichen Siedlungsstrukturen gelin­gen kann. So werden beispielsweise in den Kommunalverwaltungen Dresden und Erfurt Gesundheitsnetzwerke sowie Handbücher für lokales Hitzemanage­ment erstellt und für andere Kommunen aufbereitet. Um die kommunale Klimaresilienz dauerhaft zu stärken, bedarf es außer­dem geeigneter Monitoringsysteme, die die Wirksamkeit von Anpassungsmaß­nahmen für die Resilienz bewerten. Hier setzt das Projekt MONARES an und ent­wickelt ein Monitoringsystem, das in den nächsten zwei Jahren für unterschiedlich große Kommunen nutzbar gemacht wird.

http://www.gfa-news.de/gfa/webcode/20210811_002

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Schulungsverbund Biogas gratuliert 10 000. Teilnehmer

Ende Juni konnte der Schulungsverbund Biogas dem 10 000. Teilnehmer zur be­standenen Prüfung gratulieren: Johannes Reitter aus dem südbadischen Ottenheim absolvierte erfolgreich die Grundschu­lung „Betreiberqualifikation – Anlagensi­cherheit von Biogasanlagen gemäß TRGS 529 und TRAS 120“. Seit 2013 schult der Verbund aus 15 anerkannten und qualitätsgesicherten Bildungseinrichtungen die für den Be­trieb und die Instandhaltung bzw. Errich­tung von Biogasanlagen verantwortli­chen Personen sowie die Mitarbeiter ge­mäß TRGS (Technische Regel für Gefahr­stoffe) 529 und TRAS (Technische Regel für Anlagensicherheit) 120. Seit 2015 definiert die TRGS 529 um­fangreiche Anforderungen an die Fach­kunde und Qualifikation des verantwort­lichen Betriebspersonals. Um dies zu ge­währleisten, hat der Fachverband Biogas e. V. in Kooperation mit dem DVGW und der DWA bereits 2013 den Schulungsver­bund Biogas gegründet. Um den im Laufe der Zeit gestiegenen Fachkundeanforderungen gerecht zu werden, hat der Verbund das Angebot im Jahr 2019 um die neuen Anforderungen der TRAS 120 ergänzt. Zusätzlich wurde speziell für die Mitarbeitenden auf Bio­gasanlagen die „Mitarbeiterqualifikati­on“ entwickelt und für Unternehmen zur Errichtung und Instandhaltung zusätz­lich das Schulungskonzept „Qualifikation – Fachkunde Sichere Instandhaltung ge­mäß TRAS 120“ entworfen.

http://www.biogas.org

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THW-Kräfte setzen Abwassersysteme instand

Seit Mitte Juli sind täglich rund 2700 Helferinnen und Helfer des THW in den Regionen im Süden und Westen Deutsch­lands im Einsatz, die durch den Starkre­gen nach Tief „Bernd“ verwüstet wurden. Die Spezialistinnen und Spezialisten des THW unterstützen dabei in verschie­densten Bereichen: „Unsere Einsatzkräf­te versorgen nicht nur die Bevölkerung mit Trinkwasser und stellen die Strom­versorgung sicher, sondern setzen aktuell auch die Abwasserentsorgung instand“, sagte THW-Präsident Gerd Friedsam. Die öffentliche Infrastruktur wurde in Folge des Starkregens großflächig stark beschädigt oder vollständig zerstört. Stellenweise fließt verunreinigtes Ab­wasser durch den Ausfall von Kläranla­gen oder defekte Abwasserrohre in die umliegenden Bäche und Flüsse. Um be­troffene Kläranlagen wieder instand zu setzen, müssen Klär- und Belebungsbe­cken zunächst leergepumpt werden. THW-Helferinnen und -Helfer setzen hierzu spezielle Schmutzwasserpumpen ein. Im Anschluss kann mit den anste­henden Reparaturen begonnen und ein normaler Betrieb wieder gewährleistet ·

werden. Besonders schwer betroffen ist die Kläranlage Sinzig, auch aufgrund ih­rer Lage direkt an der Ahr. Sie reinigt im Normalfall das Abwasser von rund 115 000 Bewohnerinnen und Bewohner in sechs Kommunen. Wie in vielen Orten sind in Sinzig, Bad Neuenahr-Ahrweiler und Altenahr zahlreiche Abwasserrohre gebrochen. „Aktuell prüfen Einheiten des THW, in­wieweit sich oberirdisch provisorische Rohrverbindungen schaffen lassen, da­mit das Abwasser wieder aufbereitet werden kann“, teilte THW-Präsident Gerd Friedsam mit. Erste Verbindungen hat das THW schon geschaffen. In Sinzig überquert die erste provisorische Abwas­serleitung bereits die Ahr. Wo die Leitun­gen noch intakt sind, sind sie durch an­gespülten Unrat häufig verstopft. Dies führt zu Rückstau im Abwassersystem. Dadurch fließt das Abwasser in die Keller der Anwohnerinnen und Anwohner zu­rück. THW-Helferinnen und -Helfer beräumen großflächig Leitungen und er­möglichen so einen geregelten Abfluss des Abwassers.

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Versicherte Hochwasserschäden in NRW und Rheinland-Pfalz im Bereich von 4,5 bis 5,5 Milliarden Euro

Die vom Tiefdruckgebiet „Bernd“ ausge­löste Flutkatastrophe Mitte Juli in Nord­rhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hat nach ersten vorläufigen Schätzungen Milliardenschäden verursacht. „Wir rech­nen momentan mit versicherten Schäden in Höhe von 4,5 bis 5,5 Milliarden Euro“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Ge­samtverbandes der Deutschen Versiche­rungswirtschaft (GDV), Jörg Asmussen. „Die Schäden dürften sogar noch über denen des August-Hochwassers im Jahr 2002 von 4,65 Milliarden Euro liegen. Tief ‚Bernd‘ gehört damit zu den verhee­rendsten Unwettern der jüngeren Ver­gangenheit“, so Asmussen. Die Schäden in Sachsen und Bayern sind in dieser ers­ten Schätzung noch nicht enthalten. „Insgesamt dürfte dieses Jahr mit Stürmen, Überschwemmung, Starkregen und Hagel zum schadenträchtigsten Jahr seit 2002 werden“, sagte Asmussen. Da­mals lag der versicherte Unwetterscha­den bei 10,9 Milliarden Euro. Bereits im Juni hatten Starkregen und Hagel einen geschätzten versicherten Schaden von 1,7 Milliarden Euro verursacht. Zurückhaltend äußerte sich Asmussen zur Debatte um eine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden. „Als einzelnes Instrument lehnen wir sie ab, weil sie den Anreiz nimmt, sich gegen Flut- und andere Extremwetterrisiken abzusi­chern“, so Asmussen. Eine Pflichtversi­cherung könne nicht die Kosten der feh­lenden Klimafolgenanpassung schultern. „Sie wäre allenfalls dann sinnvoll, wenn sie in ein neues Gesamtkonzept für Flächen- und Bauplanung sowie den Ka­tastrophenschutz eingebunden wäre.“

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CEDIM-Analyse zur Hochwasserkatastrophe

Um Hochwassergefahren besser ein­schätzen zu können, sollen Gefahrenkar­ten historische Daten einbeziehen. Dafür plädieren Forschende am CEDIM – Cen­ter for Disaster Management and Risk Reduction Technology des Karlsruher In­stituts für Technologie (KIT). Das CEDIM hat einen ersten Bericht zur Flutkatastro­phe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein- Westfalen vorgelegt. Klares Ergebnis: Die Kombination aus mehr verfügbarem Wasser in der Atmosphäre und einer zu­nehmenden Beständigkeit von Großwet­terlagen birgt ein steigendes Potenzial für extreme Niederschlagsereignisse. An der Ahr haben die Niederschlagsmengen die bisherigen Rekordpegel pulverisiert. Am Pegel Altenahr lag der bisherigen Höchststand bei 3,71 Meter, der Rekord­abfluss belief sich auf 236 m³/s (2016): Jetzt fiel die Messstation überflutungsbe­dingt bei einem Wert von 5,05 Metern (Abfluss: 332 m³/s) aus. Das Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz kalkulierte aus Modellrechnungen für die Katastrophennacht einen Pegel von bis zu sie­ben Metern, basierend darauf schätzten die Expertinnen und Experten einen Ab­fluss zwischen 400 bis 700 m³/s ab. Aus meteorologischer Perspektive führten verschiedene Faktoren zu den extrem hohen Niederschlagssummen. In­nerhalb von 48 Stunden fiel in Teilen von Nordrhein-Westfalen und Rheinland- Pfalz mehr Regen, als dort üblicherweise im gesamten Monat Juli niedergeht; der Hauptanteil ging sogar innerhalb von nur rund zehn Stunden nieder. Außer­dem verstärkte das stark gegliederte Ge­lände der betroffenen Regionen, beson­ders im Landkreis Ahrweiler, mit teils tief eingeschnittenen Flusstälern den Ober­flächenabfluss. Der bereits annähernd gesättigte Boden durch teils kräftige Nie­derschläge in den vorangegangenen Ta­gen verschärfte die Situation zusätzlich. Um die Überflutungsflächen in den am schwersten betroffenen Gebieten Kreis Ahrweiler und Rhein-Erft-Kreis ab­zuschätzen, kombinierte das For­schungsteam Satellitendaten mit Luft­aufnahmen von (Amateur-)Drohnen und Helikoptern sowie Fotos aus sozialen Me­dien. Nach diesen geschätzten Überflu­tungsflächen befinden sich in den betrof­fenen Gebieten knapp über 19 000 Ge­bäude mit einem Wert von rund neun Milliarden Euro. In Verbindung mit em­pirischen Daten vergangener Hochwas­serkatastrophen (Infrastrukturschäden, Elementarschäden und andere Schäden) schätzten die Forschenden einen Ge­samtschaden zwischen elf und 24 Milli­arden Euro (erste CEDIM-Schätzung: 21. Juli 2021). Dabei ist allerdings zu be­rücksichtigen, dass die Überflutungsflä­chen nur einen Teil der gesamten betrof­fenen Fläche ausmachen. Ob ein einzelnes Extremereignis oder die Abfolge mehrerer Extreme bereits auf den Klimawandel zurückzuführen sind, lässt sich nach Aussage der Karlsruher Katastrophenforschenden weder exakt belegen noch komplett verneinen, beson­ders wenn es um Ereignisse auf kurzen Zeit- und Raumskalen geht, die stark von lokalen Faktoren beeinflusst sind. Für die großräumigen Prozesse in der Atmo­sphäre, die zur Entstehung von Extremereignissen führen, gilt jedoch: Die Kom­bination aus mehr verfügbarem Wasser in der Atmosphäre infolge der Tempera­turzunahme und einer zunehmenden Be­ständigkeit von Großwetterlagen mit ei­nem sich tendenziell nach Norden verla­gerndem Jetstream, dem Starkwindband in der oberen Troposphäre, birgt ein ho­hes Gefahrenpotenzial. Da für diese drei Faktoren ein positiver Trend zu erwarten ist, wird auch das Potenzial für extreme Niederschlagsereignisse in Zukunft zu­nehmen. Im Ahrtal gab es bereits in der Ver­gangenheit zwei besonders bedeutende Hochwasserereignisse, nämlich 1804 und 1910. Ein Vergleich mit historischen Aufzeichnungen lässt annehmen, dass die diesjährigen Werte allerdings niedri­ger einzuordnen sind als die von 1804“, sagt der stellvertretende CEDIM-Spre­cher Dr. James Daniell. Für das Hochwas­serereignis von 1804 wurde der Abfluss von der Universität Bonn bereits auf ca. 1100 m³/s geschätzt. Das diesjährige Er­eignis könnte hydrologisch betrachtet ein ähnliches Ausmaß wie das von 1910 mit einem Abfluss von 500 m³/s gehabt haben. Die aktuellen Hochwasserkarten für das Ahrtal basieren derzeit auf einer Abflussstatistik mit Daten seit 1947, da seit diesem Zeitpunkt homogene Mess­reihen zur Verfügung stehen. Dadurch werden die beiden historischen Ereignis­se bei der Gefährdungsabschätzung bis­her jedoch nicht berücksichtigt. So liegt die aktuelle Schätzung eines hundert­jährlichen Hochwassers als Bemessungs­grundlage für den Hochwasserschutz für die Ahr bei 241 m³/s. Die FDA Group des CEDIM plädiert dringend dafür, in Hochwasser-Gefah­renkarten historische Daten einbeziehen, auch aus der Zeit vor der kontinuierli­chen Messaufzeichnung, um Hochwas­sergefahren besser abschätzen zu kön­nen. Zwar muss bei den Analysen und In­terpretationen der Daten grundsätzlich beachtet werden, dass sich sowohl Infra­strukturen als auch Hochwasserschutz­maßnahmen in den vergangenen Jahren verändert haben. Daher lassen sich die Messwerte direkt schwerer vergleichen. Die Pegelstände von 1804 und 1910 kön­nen aber als indirekte Anzeiger herange­zogen werden, um Hochwasserjahre zu identifizieren. Messwerte zum Abfluss, über die zeitliche Entwicklung und über die Niederschlagsummen sind für die In­terpretation jedoch wichtiger. Letztend­lich sollten aber beide historische Grö­ßen – Pegel und Abfluss – beim Erstellen von Gefahrenkarten einbezogen werden.

Download der Studie des CEDIM: http://www.gfa-news.de/gfa/webcode/20210723_004

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Wissenschaftler sieht Wiederaufbau im Ahrtal vor Herausforderungen

„Ohne gravierende bauliche Eingriffe zum Schutz vor Hochwasser halte ich ei­ne Wiederbesiedlung des Ahrtals für sehr schwer“. Das sagt Prof. Dr. Wolfgang Büchs, Biologe und Gastprofessor an der Universität Hildesheim, der seit den 1980er-Jahren im Mittleren Ahrtal forscht. Er ist Hauptautor einer dreibän­digen Monographie über die Region in Rheinland-Pfalz, die von der Hochwas­serkatastrophe im Juli 2021 mit am stärksten betroffen ist. Im Ahrtal kam einiges zusammen: Neben den geologischen und morpholo­gischen Gegebenheiten der von engen Kerbtälern durchzogenen Landschaft hat auch der menschliche Einfluss zum Aus­maß der jüngsten Hochwasserkatastro­phe beigetragen, fasst Büchs zusammen. Und nicht zuletzt spiele dabei der Klima­wandel eine entscheidende Rolle. „Hoch­wasser im Ahrtal hat es schon immer ge­geben, aber die rezente Flutkatastrophe schlägt alles, was wir aus den Geschichts­büchern kennen.“ Besiedlung, Versieglung, Flurbereini­gung und Flussbegradigungen haben die extremen Folgen des regionalen Starkregens begünstigt, urteilt der Wissen­schaftler, der sich mit der landschaftli­chen Historie des Ahrtals intensiv be­schäftigt hat. Zugleich fehlen technische und bauliche Schutzmaßnahmen, wie sie heute in anderen Regionen – beispiels­weise im Harz – üblich sind. „Den Bau von Regenwasserrückhaltebecken im Be­reich der Nebenbäche hatte man im Ahr­tal schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts geplant, hat sich dann aber entschlossen, stattdessen den Nürburgring zu bauen, um die regionale Wirtschaft zu stärken.“ Das Fazit des Biologen: Ein Wieder­aufbau und womöglich gar Ausbau der Besiedlung der Talsohlen im Ahrtal ist ohne gleichzeitige bauliche Maßnahmen zum Hochwasserschutz hochgradig ris­kant. Und auch in anderen Regionen in Deutschland müssen Bauvorhaben in Tä­lern und Flussniederungen vor dem Hin­tergrund des Klimawandels Baugebiete künftig anders bewertet werden: „Wir müssen uns darauf einstellen, bestimmte Siedlungsstandort in Deutschland aufzu­geben.“

Podcast-Gespräch mit Wolfgang Büchs: http://www.gfa-news.de/gfa/webcode/20210806_002

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DFG-Förderung für Forschung zur Wasserwiederverwendung

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet 13 neue Forschungsgrup­pen ein, darunter eine zur Verwendung von behandeltem Abwasser zur Bewässe­rung in der Landwirtschaft. In der For­schungsgruppe „Interaktionen von Schadstoffen, Antibiotikaresistenz und Pathogenen in einem sich ändernden Ab­wasserbewässerungssystem“ werden un­ter anderem die Interaktionen zwischen dem Verhalten unterschiedlicher Schad­stoffe und Bakterien untersucht, wobei es insbesondere auch um den weitge­hend unbekannten Zusammenhang zwi­schen Mobilität der Antibiotika und dem horizontalen Gentransfer in Böden geht. Sprecher ist Prof. Dr. Jan Siemens, Uni­versität Gießen.

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Wasserforscher veröffentlichen Strategie-Rahmenpapier zur Wasserforschung

Die Water Science Alliance hat im Juni ein Strategiepapier zur Wasserforschung mit dem Titel „Wassersysteme im Wandel – Herausforderungen und Forschungsbe­darfe für die deutsche Wasserforschung“ veröffentlicht. Darin werden vier zentra­le thematische Herausforderungen ge­nannt: 1. Hydrologische Extreme – nach­haltige Anpassungsoptionen zur Bewälti­gung immer häufiger und intensiver wer­dender Hitze-, Dürre-und Starkregenereignisse entwickeln, 2. Wasserqualität – die Qualität von Wasserressourcen und Gewässern unter zunehmenden Nut­zungsansprüchen dauerhaft sicherstel­len, 3. Biodiversität – die für eine multi­funktionale Gewässerbiodiversität nöti­gen ökologischen Strukturen und Prozes­se erhalten und wiederherstellen, 4. Wasserinfrastrukturen – Wasserinfra­struktur anpassen und ihre vernetzte Be­wirtschaftung optimieren, um ihre lang­fristige Leistungsfähigkeit sicherzustel­len. Die Water Science Alliance e. V. mit Geschäftsstelle in Dresden ist eine Initia­tive zur Stärkung sowie besseren Positio­nierung und Sichtbarkeit der Wasserfor­schung in Deutschland und internationa­len Kontext. Sie sieht sich nach eigener Beschreibung als Interessenvertretung der deutschen Wasserforschung. Download des Strategiepapiers: www.gfa-news.de/gfa/webcode/20210623_003

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Europäischer Rechnungshof: Verursacherprinzip im Umweltbereich unzureichend angewendet

Das Verursacherprinzip decke im Um­weltbereich in der Europäischen Union nicht alle Bereiche ab. Außerdem werde es in den einzelnen Bereichen und den einzelnen Mitgliedstaaten uneinheitlich angewandt. Deshalb müssten für Sanie­rungsmaßnahmen immer wieder die Steuerzahler und nicht die Verursacher der Schäden aufkommen. Das kritisierte der Europäische Rechnungshof im Juli.

Wie die EU-Prüfer feststellten, sind in der EU fast drei Millionen Standorte po­tenziell kontaminiert, vor allem durch in­dustrielles Gewerbe und durch Abfallbe­handlung und -entsorgung. Sechs von zehn Oberflächengewässern wie Flüsse und Seen seien in keinem guten chemi­schen und ökologischen Zustand. Zudem stelle die Luftverschmutzung nicht nur eines der größten Gesundheitsrisiken in der EU dar, sondern schädige auch die Vegetation und ganze Ökosysteme. All dies sei für die Bürgerinnen und Bürger mit erheblichen Kosten verbunden, ob­wohl nach dem Verursacherprinzip ei­gentlich diejenigen, die eine Verschmut­zung verursachten, für die entstandenen Umweltschäden haftbar seien. Die meis­ten Mitgliedstaaten würden Unterneh­men nach wie vor nicht für Umweltschä­den haftbar machen, die trotz Einhaltung der zulässigen Emissionsgrenzwerte ent­stünden. Auch die Kosten der Restver­schmutzung in Höhe von Hunderten Mil­liarden Euro gingen laut der Richtlinie nicht zulasten der Industrie.

Auch bei Wasserverschmutzung trü­gen die Verursacher nicht die vollen Kos­ten. Am meisten würden in der Regel noch die privaten Haushalte zahlen, ob­wohl sie nur 10 % des Wassers ver­brauchten. Bei Verschmutzungen aus so­genannten diffusen Quellen, besonders in der Landwirtschaft, sei das Verursa­cherprinzip nach wie vor nur schwer an­wendbar.

In sehr vielen Fällen liege die Ver­schmutzung eines Gebiets so lange zu­rück, dass die Umweltsünder nicht mehr identifiziert oder haftbar gemacht wer­den könnten. Auch wegen solcher Altlas­ten habe die EU Sanierungsprojekte fi­nanzieren müssen, deren Kosten eigent­lich von den Verursachern hätten getra­gen werden müssen. Schlimmer noch: Steuergelder seien auch unter Verstoß gegen das Verursacherprinzip ausgege­ben worden, zum Beispiel weil die Be­hörden in bestimmten EU-Ländern die Umweltvorschriften nicht durchgesetzt und die Verschmutzer nicht zur Kasse ge­beten hätten.

Der Sonderbericht Nr. 12/2021 „Das Verursacherprinzip: uneinheitliche An­wendung im Rahmen der umweltpoliti­schen Strategien und Maßnahmen der EU“ ist auf der Website des Hofes abruf­bar: www.eca.europa.eu

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Verwaltungs-Dienstleistungen im Umweltbereich sollen bis Ende 2022 online möglich sein

Das Bundesumweltministerium (BMU) unterstützt die Umweltverwaltungen des Bundes und der Länder beim Einrichten digitaler Serviceangebote, um zum Bei­spiel Antragsprozeduren und Genehmi­gungsverfahren vollständig online abwi­ckeln zu können. Dafür stehen über 140 Millionen Euro aus dem Konjunkturpa­ket der Bundesregierung zur Bewälti­gung der Corona-Folgen zur Verfügung. Damit soll die Umsetzung des Onlinezu­gangsgesetzes (OZG) beschleunigt wer­den. Das BMU hat zudem eine Geschäfts­stelle für das OZG gegründet. Das OZG verpflichtet Bund und Länder, bis Ende 2022 alle Verwaltungs-Dienstleistungen online zugänglich zu machen.

Insgesamt werden 26 Verwaltungs­dienstleistungen mit einem Online-Ser­vice ausgestattet. Die Projekte folgen da­bei dem Nachnutzungsprinzip „Einer für Alle“. Das bedeutet, ein Bundesland setzt eine Leistung für alle anderen Länder um, sodass andere Bundesländer diese einfach nachnutzen können und die Dienste nicht erneut entwickeln müssen.

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Überdüngung verursacht Umweltkosten in Milliardenhöhe

Durch die nicht EU-konforme Düngung in der Landwirtschaft entstehen jährlich Umweltschäden, die Kosten in Höhe von etwa drei Milliarden Euro pro Jahr ent­sprechen. Das zeigt ein Gutachten zum novellierten deutschen Düngerecht von Prof. Dr. Friedhelm Taube von der Christian-Albrechts-Universität Kiel im Auftrag des BDEW. Neben der Düngever­ordnung sind wichtige Teile des deut­schen Düngerechts in der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Ausweisung von mit Nitrat belasteten und eutrophier­ten Gebieten (AVV GeA) und der Stoff­strombilanzverordnung geregelt. Sowohl die Düngeverordnung als auch die Ver­waltungsvorschrift setzt laut dem Gutach­ten das europäische Recht nicht ausrei­chend um. Taube fordert daher die Aufhe­bung der AVV GeA. „Die in dieser Verwal­tungsvorschrift enthaltenen rechneri­schen Modellierungen sind unsicher und nur begrenzt im Detail nachvollziehbar. Sie beabsichtigen offensichtlich primär die Verkleinerung und nicht die tatsächli­che Ausweisung gefährdeter Gebiete.“

Download des Gutachtens: www.gfa-news.de/gfa/webcode/20210705_001

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DVGW und DWA adressieren Forschungsbedarf der Wasser­wirtschaft an die Politik

Die vom DVGW und der DWA getragene Innovationsplattform Water Innovation Circle (WIC) hat im Juni dem Bundesmi­nisterium für Forschung und Bildung (BMBF) den Forschungsbedarf der Was­serwirtschaft vorgestellt. Die „Strategi­sche Innovationsagenda“ (SIA) benennt Forschungsbedarfe für die nachhaltige Bewirtschaftung der Wasserressourcen, die Schaffung zukunftsfähiger Infra­strukturen sowie den Schutz der Gesund­heit von Menschen und Umwelt aus Sicht der Praxis. DVGW und DWA for­dern die Politik auf, die aufgezeigten Handlungsfelder bei der Forschungsför­derung in den Fokus zu rücken, um auch langfristig eine sichere Wasserwirtschaft in Deutschland zu gewährleisten. Die Wasserwirtschaft befindet sich im Spannungsfeld zwischen knapper wer­denden Ressourcen, hohen Nutzungsan­sprüchen und neuen chemischen und mi­krobiologischen Belastungen. Um diesen Herausforderungen zeitnah und sicher begegnen zu können, werden eine ziel­gerichtete Forschung und Technologie­entwicklung mit entsprechend ambitio­nierten Forschungs-und Entwicklungs­budgets gebraucht. Insbesondere die Dynamik des Klima­wandels erfordert eine ganzheitliche Be­trachtung und eine mit allen Stakehol­dern eng abgestimmte Herangehenswei­se an die Herausforderungen entlang des kompletten Wasserkreislaufes. Die Stra­tegische Innovationsagenda enthält eine positive Vision. Um diese zu erreichen, sind in den kommenden Jahren verstärk­te Anstrengungen aller maßgeblichen Akteure erforderlich, darunter Wasser­versorgungsunternehmen und Entsor­gungsbetriebe, Behörden, Hersteller, In­genieurbüros, Hochschulen und For­schungseinrichtungen. DVGW und DWA haben den Water In­novation Circle (WIC) 2014 gegründet. Im Fokus dieser Austausch-und Transfer­plattform stehen die Vernetzung und Ein­bindung aller an der Wasserforschung beteiligten Institutionen und Akteure. Ziel ist, den Forschungs-und Innovati­onsbedarf der Wasserwirtschaft gemein­sam zu identifizieren, an Forschungsmit­telgeber wie das Bundesministerium für Bildung und Forschung zu adressieren und die Forschung eng mit der wasser­wirtschaftlichen Praxis zu verzahnen.

https://de.dwa.de/de/water-innovation-circle.html

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Gründächer für Müllverbren­nungsanlage in Oberhausen

Auf den Dächern der Gemeinschaftsmüllverbrennungsanlage Niederrhein (GMVA) in Oberhausen gibt es viele „Fet­te Hennen“, eine Pflanzenart, die zur Be­grünung von Dachflächen eingesetzt wird. Seit einem Jahr wachsen sie dort oben und sollen so zur Verbesserung des Stadtklimas beitragen. Finanziert haben die Maßnahme das Land Nordrhein-Westfalen und die Emschergenossen­schaft. Insgesamt sind nun rund 3000 Quadratmeter Dachfläche, verteilt auf sechs Gebäuden, mit der Fetten Henne und anderen Sedum-Arten begrünt wor­den. Diese Pflanzengattung hat dickflei­schige Blätter, die besonders gut Wasser speichern können. Außerdem sollen sich an zwei Fassaden des Kleinen Kühlturms (Süd-und Westseite) die Ranken des Im­mergrünen Geißblatts (Lonicera henryi) emporwinden.

Rund 240 000 Euro hat die Maßnah­me an der GMVA gekostet, finanziert mit Fördermitteln der „Klimaresilienten Re­gion mit internationaler Strahlkraft“ (KRIS) des Landes Nordrhein-Westfalen und von der Emschergenossenschaft. Umgesetzt wird das Ruhrkonferenz-Pro­jekt KRIS unter dem Dach der Zukunfts­initiative „Wasser in der Stadt von mor­gen“, die Emschergenossenschaft und Kommunen 2014 ins Leben gerufen ha­ben. Im ersten Jahr der „Klimaresilienten Region“ wurden weitere Maßnahmen in anderen Städten umgesetzt: So zum Bei­spiel die Begrünung von Dachflächen der Stadtwerke Bochum auf deren Betriebs­hof in Hamme, der Bau einer Starkregen­überflutungsfläche an einer Straßenver­kehrskreuzung in Dinslaken oder die Fas­sadenbegrünung von Wohnhäusern in Essen. Für den klimafesten Umbau der Städte in den Grenzen des Regionalver­bandes Ruhr (RVR) stehen bis 2030 rund 250 Millionen Euro zur Verfügung.

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Novelle des Klimaschutzgesetzes beschlossen

Der Bundestag hat am 24. Juni 2021 den Gesetzentwurf zur Änderung des Bun­des-Klimaschutzgesetzes verabschiedet, und der Bundesrat hat am 25. Juni die vom Bundestag tags zuvor beschlossenen Änderungen am Bundes-Klimaschutzge­setz durch Verzicht auf ein Vermittlungs­verfahren gebilligt. Damit kann das Ge­setz in Kraft treten. Mit dem Gesetz wird das Ziel der Kli­maneutralität um fünf Jahre auf 2045 vorgezogen. Der Weg dahin wird mit ver­bindlichen Zielen für die 2020er-und 30er-Jahre festgelegt. Das Zwischenziel für 2030 wird von derzeit 55 auf 65 Pro­zent Treibhausgasminderung gegenüber 1990 erhöht. Für 2040 gilt ein neues Zwischenziel von 88 Prozent Minderung. Die Klimaschutzanstrengungen werden so bis 2045 fairer zwischen den jetzigen und künftigen Generationen verteilt, so das Bundesumweltministerium in einer Presseerklärung. Dazu hatte das Bundes­verfassungsgericht die Bundesregierung Ende April aufgefordert. Die Bundesre­gierung hatte in derselben Sitzung im Rahmen des Haushalts 2022 ein Klima­schutz-Investitionsprogramm beschlos­sen, das erste Weichenstellungen für die Umsetzung des neuen Ziels vornimmt. Neu ist eine Zielvorgabe für den Er­halt und den Ausbau der sogenannten natürlichen Senken wie Wälder und Moore. Der Senkenausbau benötigt ei­nen langen Vorlauf. Darum beginnt die Bundesregierung schon jetzt, in die Ver­nässung von Mooren und den notwendi­gen Waldum-und -ausbau zu intensivie­ren. Nach dem Jahr 2050 strebt die Bun­desregierung negative Emissionen an, dann soll Deutschland mehr Treibhaus­gase in natürlichen Senken einbinden, als es ausstößt. Download der vom Bundestag be­schlossenen Fassung: https://dserver.bundestag.de/btd/19/302/1930230.pdf

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Nitrat und Phosphat: Schreiben der EU an die Bundesregierung

EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevičius hat in einem Schreiben vom 24. Juni 2021 Bedenken hinsichtlich der Umsetzung der verstärkten Maßnahmen in mit Nitrat belasteten und durch Phos­phat eutrophierten Gebieten geäußert. Darüber informierte das Bundesland­wirtschaftsministerium (BMEL) im Juli. Dazu teilte das BMEL mit, für die Aus­weisung der mit Nitrat belasteten und durch Phosphat eutrophierten Gebiete seien die Länder verantwortlich. Zur Un­terstützung der Bundesländer habe das BMEL im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium und den Ländern eine Verwaltungsvorschrift zur Gebietsausweisung erarbeitet, um ei­ne bundeseinheitliche und verursacher­gerechte Ausweisung der belasteten Ge­biete durch die Länder sicherzustellen. Die Verwaltungsvorschrift ist am 11. No­vember 2020 in Kraft getreten. Die Bun­desländer hätten bis Ende 2020 Zeit, ih­re als belastet ausgewiesenen Gebiete zu überprüfen und gegebenenfalls Anpas­sungen vorzunehmen. Die Kritikpunkte der Europäischen Kommission, nämlich die Ausweisung der mit Nitrat und durch Phosphat belasteten Gebiete zu überprü­fen und fundierte Begründungen für die Fälle vorzulegen, in denen belastete Überwachungsstellen außerhalb der aus­gewiesenen Gebiete liegen, richten sich nach Auffassung des BMEL damit in ers­ter Linie an die Länder. Die Länder müss­ten bei der Aufklärung mitwirken, wie die von der Kommission aufgeworfenen Punkte zustande gekommen sind: „Da die Länder wesentlich für die Umsetzung der Vorgaben für die Gebietsausweisung verantwortlich sind, werden wir sie da­bei auch in die Pflicht nehmen.“ Und weiter: „Bei den geäußerten Bedenken handelt es sich um sehr technische Vor­gänge. Daher ist ein intensiver Austausch mit der Kommission erforderlich. Das BMEL wird daher gemeinsam mit dem BMU der Kommission vorschlagen, zeit­nah die angesprochenen Kritikpunkte zu erörtern und auch Ländervertreter an diesen Gesprächen beteiligen.“

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Versicherer erweitern Risikoeinschätzung von Naturgefahren

Die deutschen Versicherer wollen Klima­risiken künftig noch genauer in der Risi­koanalyse abbilden. Neben der Hochwas­sergefährdung wird im Geoinformations­system ZÜRS Geo auch das Risiko für Starkregen mitberücksichtigt. Die Unter­nehmen bekommen damit die Möglich­keit, extreme Niederschläge als separate Gefahr differenziert in ihrer Risikobe­wertung zu berücksichtigen.

Bislang wurde ZÜRS Geo zur Einstu­fung von Gebäuden und Inhaltsrisiken in Hochwassergefährdungsklassen genutzt. Das System hilft den Versicherern bei der Beurteilung, in welchem Ausmaß ein Ge­bäude hochwassergefährdet ist. In das System wurden insgesamt über 22 Milli­onen Adressen eingespeist. Die Zuord­nung in die Gefährdungsklassen wird jährlich aktualisiert. Darüber hinaus kön­nen in ZÜRS Geo Umwelthaftungsrisiken abgefragt werden.

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Starkregen und Hitze – neue Details zum Klimawandel

Forschende des Climate Service Center Germany (GERICS), einer Einrichtung des Helmholtz-Zentrums Hereon, haben „Klimaausblicke“ für Regionen und Land­kreise entwickelt. Damit stellen sie mög­liche Klimaänderungen für die kommen­den Jahrzehnte anhand von 17 Kennwer­ten bereit. Erstmals zeigen die Klimaaus­blicke des GERICS klimatische Änderun­gen in dieser regionalen Größenord­nung. Jeder der 401 Ausblicke ist auf Landkreis-, Kreis-, Regionalkreis-Ebene oder auf Ebene der kreisfreien Städte ge­bündelt und fasst die Ergebnisse für 17 Klimakenngrößen wie Temperatur, Hit­zetage, Trockentage, Windgeschwindig­keit oder Starkregentage auf mehreren Seiten zusammen. Die Ergebnisse zeigen die projizierten Entwicklungen der Kli­makenngrößen im Verlauf des 21. Jahr­hunderts: Für ein Szenario mit viel Kli­maschutz, ein Szenario mit mäßigem Kli­maschutz und ein Szenario ohne wirksa­men Klimaschutz. Der Nutzwert: Die Be­richte sind einheitlich aufgebaut und er­lauben damit einen übersichtlichen Ver­gleich. „Die Daten zeigen, wie sich das Klima in den einzelnen deutschen Regio­nen verändern kann. Das bietet nicht nurden Bürgern, sondern auch Entschei­dungsträgern in Wirtschaft und Politik eine Faktenbasis für langfristige Ent­scheidungen. Die Ergebnisse zeigen, wo sich der Klimawandel in Deutschland am stärksten bemerkbar machen könnte. Für jedes der 401 untersuchten Gebiete liegt ein eigener Klimaausblick vor. So zeigt etwa der Klimaausblick für den Land­kreis Nordfriesland, dass bei einem wei­terhin hohen Ausstoß von Emissionen bis zum Ende des Jahrhunderts verschiede­ne Klima-und Wetterphänomene zuneh­men können. Das gilt für schwüle Tem­peraturen, tropische Nächte, anhaltende Hitzeperioden und auch für Starkregen. In den Gebirgsregionen der Alpen oder des Schwarzwalds ist unter solchen Be­dingungen eine besonders starke Erwär­mung zu erwarten.

Die Datenanalyseverfahren der aktu­ellen Berichte beruhen auf einer eigens dafür im GERICS neu entwickelten Aus­werte-Software namens CLIMDEX. Zu­dem wird mittels statistischer Verfahren eine „Robustheit“ der Modellergebnisse berechnet, und damit die Belastbarkeit der projizierten Klimaänderungen be­wertet. Da die Analysen standardisiert und voll automatisiert sind, bieten sie auch in Zukunft eine gute Grundlage für qualitätsgeprüfte Auswertungen. Die Kli­maausblicke basieren auf Beobachtungs­daten aus dem HYRAS-Datensatz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und Zukunftsprojektionen regionaler Klima­modelle. Die insgesamt 85 Simulationen mit einer Auflösung von 12,5 Kilometern erstellten viele europäische Forschungs­institutionen, indem die Ergebnisse glo­baler Klimamodelle mit unterschiedli­chen regionalen Klimamodellen verfei­nert wurden.

Das Helmholtz-Zentrum Hereon ist an der Helmholtz-Klima-Initiative betei­ligt, in der Helmholtz-Wissenschaftlerin­nen und Wissenschaftler den Klimawan­del systemisch erforschen. Insgesamt 15 Helmholtz-Zentren bringen hier in 13 Forschungsprojekten ihre Klima-Experti­se zusammen. Das GERICS leitet den Cluster „Netto-Null – Pfade zur Kli­maneutralität 2050“.

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EU-Kommission schlägt Neuausrichtung von Wirtschaft und Gesellschaft in der EU vor, um Klimaziele zu erreichen

Die Europäische Kommission hat am 15. Juli ein Paket von Vorschlägen angenom­men, um die Politik der EU in den Berei­chen Klima, Energie, Landnutzung, Ver­kehr und Steuern so zu gestalten, dass die Netto-Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent gegen­über 1990 sinken. Das sei ein entschei­dender Schritt auf dem Weg Europas, bis 2050 zum ersten klimaneutralen Konti­nent der Welt zu werden und den Euro­päischen Grünen Deal zu verwirklichen. Damit präsentiert die Kommission die Rechtsinstrumente für die Verwirkli­chung der Klimaziele, auf die sich das Europäische Parlament und die EU-Staa­ten auf Vorschlag der Kommission im Eu­ropäischen Klimagesetz geeinigt hatte. Sie umfassen eine grundlegende Neuaus­richtung von Wirtschaft und Gesell­schaft.

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Größtes Kanalwärmetauscher- Projekt Berlins geht in Betrieb

E.ON, Signa Real Estate und die Berliner Wasserbetriebe haben am Berliner Ost­bahnhof die größte Anlage zum Wärme­austausch in der Kanalisation in Betrieb genommen. Aus einer ehemaligen „Gale­ria Kaufhof“-Filiale (Koppenstraße) ist ein modernes Bürogebäude (50 000 m²) entstanden, das jetzt nachhaltig mit Wär­me und Kälte aus Abwasser versorgt wird. Möglich macht dies ein 200 Meter langer Wärmetauscher im Abwasserka­nal neben dem Gebäude. So werden et­wa 50 Prozent des Wärme-und Kältebe­darfs des Gebäudes gedeckt.

In dem Vorhaben wird ein 100 Jahre alter Freispiegelkanal mit einem Durch­messer von zwei Metern genutzt. Dieser ermöglicht eine Entzugsleistung von mehr als 600 kW. Ein Edelstahlwärme­tauscher entzieht dem Abwasser die vor­handene Wärme. Über eine Großwärme­pumpe wird die Temperatur erhöht und das Gebäude beheizt. Im Sommer wird das Prinzip umgekehrt, und der Kanal kann als effiziente Kältequelle genutzt werden. Darüber hinaus werden ein Blockheizkraftwerk zur Versorgung mit Strom, eine Kälteanlage sowie ein Gas­brennwertkessel eingesetzt.

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Neue Klärschlammverwer­tungsanlage im MVV Industrie­park Gersthofen geplant

Die MVV Industriepark Gersthofen GmbH plant die Errichtung einer Klär­schlamm-Verwertungsanlage am Stand­ort Gersthofen. Hierfür läuft derzeit das Genehmigungsverfahren, die Anlage soll im Sommer 2024 den Betrieb aufneh­men. Im Rahmen der Klärschlamm-Aus­schreibung der Stadt Augsburg hat die MVV Umwelt GmbH in Mannheim jetzt den Zuschlag bekommen. Die MVV Um­welt GmbH ist der Teil des MVV-Kon­zerns, der die zentrale Beschaffung der Klärschlammmengen für den Anlagenbe­treiber übernimmt. Mit einer Gesamt­menge von etwa 30 000 Jahrestonnen Klärschlamm ist die Entsorgung für die Stadt Augsburg für die nächsten zehn Jahre sichergestellt. Gleichzeitig stellt diese Menge die Grundlast für die pro­jektierte Klärschlamm-Verwertungsanla­ge im Industriepark Gersthofen dar. Die MVV Industriepark Gersthofen GmbH ist Standortbetreiber des Industrieparks Gersthofen und Anbieter von Dienstleis­tungen für die Prozessindustrie.

www.mvv-igs.de/kva

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Bottrop: Weltweit größte solarthermische Klärschlamm­trocknungsanlage in Betrieb

Anfang Juli wurde am Standort der Klär­anlage Bottrop die weltweit größte So­larthermische Klärschlammtrocknungs­anlage (STT) in Betrieb genommen. Sie ist ein Bestandteil des Gesamtpakets „Hybridkraftwerk Emscher“ – Deutsch­lands erste energieautarke Großkläranla­ge. In 32 Trocknungshallen mit einer Netto-Trockenfläche von 40 000 Quadratmetern wird der Klärschlamm mit­tels Sonnen-und Abwärmeenergie ge­trocknet. Für eine gleichmäßige Trock­nung der Schlämme sorgen automati­sche Wendegeräte – die „elektrischen Schweine“. Der getrocknete Klärschlamm kann künftig ohne Zugabe von Kohle der thermischen Verwertung zugeführt wer­den, so die Emschergenossenschaft in ei­ner Pressemitteilung.

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Bundesweites Zentrum KlimaAnpassung für die Beratung von Kommunen eröffnet

Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat im Juli den Startschuss für ein neues Zentrum KlimaAnpassung gegeben. Von zentraler Stelle erhalten nun Städte, Landkreise und Gemeinden kompetente Beratung für ihre eigenen Anstrengun­gen zur Klimaanpassung. Das Zentrum bündelt einschlägige Kompetenzen, Er­fahrungen und Wissen, um mit lokalen Entscheidungsträgern und Entschei­dungsträgerinnen individuelle Anpas­sungskonzepte zu entwickeln, breite öf­fentliche Aufmerksamkeit für das Thema zu schaffen und alle betroffenen Akteure zu vernetzen sowie maßgeschneiderte Fortbildungsmöglichkeiten anzubieten. Das Zentrum KlimaAnpassung ist Teil des Drei-Punkte-Plans des Bundesumweltmi­nisteriums und der kommunalen Spit­zenverbände zur Anpassung an den Kli­mawandel.

www.zentrum-klimaanpassung.de

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Bundesumweltministerin Schulze legt Nationale Wasserstrategie vor

Im Rahmen des 3. BMU-Wasserforums hat Bundesumweltministerin Svenja Schulze am 8. Juni 2021 ihren Entwurf für eine Nationale Wasserstrategie vorgelegt. Mit der Strategie will das Bundesumweltministerium die natürlichen Wasserreserven Deutschlands sichern, Vorsorge gegen Wasserknappheit leisten, Nutzungskonflikten vorbeugen sowie den Zustand der Gewässer und die Wasserqualität verbessern. Mit dem zugehörigen Aktionsprogramm nimmt die Bundesumweltministerin alle beteiligten Akteure in die Pflicht, bis 2050 für einen nachhaltigen Umgang mit Wasser zu sorgen. Die Nationale Wasserstrategie des BMU analysiert die Herausforderungen der Wasserwirtschaft in Deutschland bis zum Jahr 2050. Sie gliedert sich in zehn strategische Themenbereiche, die die nötigen Ziele und Maßnahmen umreißen. Im Kern des Entwurfs steht die Daseinsvorsorge. Alle Bürgerinnen und Bürger sollen auch in Zukunft auf sichere, bezahlbare und leistungsfähige Wasserversorgung und Abwasserentsorgung zählen können. Der Fokus liegt aber auch auf der Vorsorge für Tiere und Pflanzen. Gesunde Gewässer und ein funktionsfähiger Wasserhaushalt sind zentrale Voraussetzungen für den Erhalt einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt. Der Strategieentwurf betont überdies die Bedeutung einer sicheren Versorgung mit Wasser und einer hohen Qualität unser Gewässer als Wirtschaftsfaktor. Ein umfassendes Aktionsprogramm ergänzt den Entwurf der Nationale Wasserstrategie des BMU. Die 57 Maßnahmen sollen bis 2030 schrittweise umgesetzt werden. In einer Pressemitteilung nennt das BMU an Maßnahmen unter anderem: „Das BMU wird die Abwasserabgabe so neugestalten, dass sie stärkere Anreize für eine weitere Verringerung der Gewässerverschmutzung durch kommunales und industrielles Abwasser setzt. Die Einnahmen können unter anderem genutzt werden, um Kläranlagen mit einer vierten Reinigungsstufe auszustatten.“ „Spuren von Viren können mittlerweile im Abwasser gut nachgewiesen werden. An ihrer Konzentration kann man erkennen, ob die Infektionszahlen an einem Ort anziehen oder abflachen, und zwar früher als über Tests beim Menschen. Wie ein bundesweites Monitoring aussehen könnte, untersucht die Bundesregierung gerade in einem Pilotprojekt.“ „Gemeinsam mit den Kommunen und den Fachverbänden entwickelt das BMU ein Konzept für eine gewässer-sensible Stadtentwicklung (‚Schwammstadt‘). Die bestehenden technischen Regeln werden daraufhin überprüft, ob sie zum Erhalt des natürlichen Wasserhaushalts, Klimaanpassung und Stadtnatur beitragen, und wo nötig überarbeitet. Grundlage des BMU-Entwurfs für eine „Nationale Wasserstrategie“ sind die Ergebnisse eines zweijährigen Nationalen Wasserdialogs. Mehr als 200 Teilnehmende aus Wasserwirtschaft, Landwirtschaft und Forschung, aus Verbänden, Ländern und Kommunen haben in diesem Rahmen zusammen mit dem BMU die wichtigsten Herausforderungen und Ziele für die Entwicklung der Wasserwirtschaft zusammengetragen. Der Nationale Bürger*innen-Dialog „Wasser“ hat weitere Ideen beigesteuert und die Forderungen der Bevölkerung an die Politik gesammelt. „Die DWA unterstützt die Kerninhalte und Forderungen für die Vision einer nachhaltigen und sicheren Wasserwirtschaft bis zum Jahr 2050 nachdrücklich“, betont DWA-Präsident Uli Paetzel. „In Zeiten des Klimawandels müssen wir ein neues gesamtgesellschaftliches Bewusst-sein für die Bedeutung der Ressource Wasser entwickeln. Wasser wird nicht mehr wie selbstverständlich einfach so verfügbar sein. Die Nationale Wasserstrategie benennt viele wichtige Themen, die wir in den kommenden Jahren gemeinsam bearbeiten müssen . Die Finanzierung der Maßnahmen muss auf breiten Schultern verteilt werden. Wasserpolitik lässt sich nur ganzheitlich und integrativ gestalten. Die Ziele des Bundesumweltministeriums können nur in einer von allen getragenen Nationalen Wasser-strategie erreicht werden, die Umsetzung ist nur in Kooperation mit allen Ministerien möglich. Die DWA steht für diese Gespräche sehr gerne bereit“, so Paetzel. Weiterführende Informationen: http://www.gfa-news.de/gfa/webcode/20210608_001

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Umweltfreundlich Heizen mit Wärme aus Abwasser

Die neue Ministerin für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, Thekla Walker hat  am 21. Mai 2021 in Stuttgart betont. „Deswegen haben wir im neuen Koalitionsvertrag die Nutzung von Wärme aus Kläranlagen auch explizit als wichtigen Baustein der Wärmewende aufgeführt.“ Theoretisch könnte der aus Kläranlagen gewonnene Abwasserstrom mit effizienter Wärmepumpentechnologie und Wärmenetzen zwischen fünf und zehn Prozent aller Gebäude in Baden-Württemberg umweltfreundlich und kostengünstig beheizen. Um die Kommunen bei der Planung und beim Bau von entsprechenden Anlagen zu unterstützen, hat das Umweltministerium das Projekt zur Wärmenutzung aus dem Kläranlagenauslauf mit den Projektpartnern ifeu-Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg, IBS Ingenieurgesellschaft sowie dem DWA-Landesverband Baden-Württemberg, der auch die Projektleitung übernimmt, auf den Weg gebracht. Die Ergebnisse sollen bis zum Sommer 2022 vorliegen. Zunächst beginnt das Projekt mit der Suche nach fünf bis zehn geeigneten Standorten für eine Nutzung von Abwasserwärme im Land. Um diese zu ermitteln, bündeln die Projektpartner ihre vorhandenen Kenntnisse und Daten . Mithilfe der Kläranlagen-Datenbank des DWA-Landesverbands, die rund 900 Kläranlagen in Baden-Württemberg umfasst, erfolgt die Vorauswahl geeigneter Kläranlagen. Diese werden dann in den Wärmeatlas des ifeu-Instituts übernommen, um so potenzielle Wärmeangebote und -bedarfe ermitteln zu können .Sind die Standorte gefunden, kann im nächsten Schritt die Projektumsezung – die konkrete Planung und Installation einer Anlage zur Abwasserwärme-nutzung – angestoßen werden. „Besonders wichtig ist mir, dass wir vom Wissen zum Handeln kommen“, so die Umwelt-ministerin. „Deswegen erhalten Betreiber und Kommunen vor Ort eine Initial-beratung und werden bis zum konkreten Maßnahmenbeginn begleitet. “Die im Projekt gewonnenen Daten können auch genutzt werden, um die Potenziale von Kläranlagen für eine Abwasserwärmenutzung im gesamten Land zu bewerten. Damit liefert das Projekt wichtige Erkenntnisse, die die großen Kreis-städte und Stadtkreise bei der Erstellung ihrer kommunalen Wärmeplanung bis zum Ende des Jahres 2023 nutzen können. Zudem sind Handlungsempfehlungen sowie weitere Publikationen geplant, die die Ergebnisse des Projekts zusammenfassen und allen Kommunen zugänglich gemacht werden sollen. Das Klima und die Umwelt durch Wärmegewinnung aus dem Abwasser zu schonen – darum geht es in dem nun gestarteten Projekt „Lokalisierung von Standorten für den Einsatz von Abwasserwärmenutzung aus dem Auslauf von Kläranlagen in Baden-Württemberg“, das das Umweltministerium mit rund 170000 Euro fördert . Im Fokus stehen dabei die Potenziale und Möglichkeiten, um in Baden-Württemberg Abwärme aus dem Auslauf von Kläranlagen zu nutzen. „Die Technologie der Abwasserwämenutzung ist zwar bekannt, aber sie kommt bisher nur vereinzelt zum Einsatz. Das soll sich ändern, denn so kann Wärme effizient und CO2-arm gewonnen.

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EU-Kommission strebt Null-Schadstoff-Ziel für Luft, Wasser und Boden an

Die Europäische Kommission hat denen-Aktionsplan zur Schadstofffreiheit von Luft, Wasser und Boden verabschiedet – ein wichtiges Ziel des europäischen Grünen Deals. In dem Aktionsplan wird eine integrierte Vision für 2050 umrissen, von einer Welt, in der die Verschmutzung so gering ist, dass sie für die menschliche Gesundheit und die natürlichen Ökosysteme keine Gefahr mehr darstellt. Ferner werden die Schritte bis zu diesem Ziel dargelegt. Der Aktions-plan bindet alle einschlägigen EU-Politikfelder bei der Verschmutzungsbekämpfung und -prävention mit ein, und ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Einsatz digitaler Lösungen. Vorgesehen sind auch Überprüfungen der einschlägigen EU-Rechtsvorschriften, damit noch verbliebene Lücken aufgespürt werden und festgestellt wird, wo eine bessere Umsetzung erforderlich ist, um diesen rechtlichen Verpflichtungen nachzukommen. Um die EU auf Kurs zu einem gesunden Planeten für gesunde Menschen im Jahr 2050 zu bringen, sieht der Aktionsplan Etappenziele für die Verringerung der Umweltverschmutzung an der Quelle bis 2030 vor. Dazu zählen die Verbesserung der Wasserqualität, indem dafür gesorgt wird, dass weniger Kunststoffabfälle ins Meer (50%) und weniger Mikroplastik in die Umwelt (30%) gelangen sowie die Verbesserung der Bodenqualität, indem Nährstoffverluste und der Einsatz chemischer Pestizide um 50% reduziert werden. Im Aktionsplan sind unter anderem eine Überprüfung der Normen für die Wasserqualität, auch von Flüssen und Meeren in der EU, die Reduzierung der Schadstoffbelastung im Boden und Förderung der Wiederherstellung sowie die Einrichtung von „Living Labs“ für grüne digitale und intelligente Null-Schadstoff-Lösungen vorgesehen.

Weitere Informationen: http://www.gfa-news.de/gfa/webcode/20210531_00

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Trifluoressigsäure aus fluorierten Kältemitteln belastet Regenwasser

Die Konzentrationen an Trifluoressigsäure (TFA) im Regenwasser haben seit den 1990er-Jahren stark zugenommen. Das zeigen aktuelle Messungen, die im Auftrag des Umweltbundesamts (UBA) durchgeführt wurden. Als Grund nennt das UBA, dass klimaschädliche fluorierte Kälte- und Treibmittel laut F-Gas-Verordnung in der Europäischen Union bis 2030 deutlich abnehmen müssen und Stoffe mit niedrigerem Treibhauspotenzial ersetzt werden. Diese bilden jedoch als Abbauprodukt TFA. TFA ist hochmobil, gilt als wassergefährdend und gelangt bis ins Grund- und Trinkwasser. Derzeit ist keine Methode bekannt, mit der TFA mit verhältnismäßigen Mitteln aus dem Wasserkreislauf entfernt werden könnte – auch nicht bei der Trink-wasseraufbereitung. Das UBA empfiehlt daher, natürliche Kältemittel wie Kohlendioxid oder Kohlenwasserstoffe zu verwenden. Zur Einschätzung des TFA-Eintrages durch den Niederschlag wurden in der UBA-Studie erstmals über zwei Jahre Proben von acht Messstellen des Deutschen Wetterdienstes analysiert. Die mittleren monatlichen TFA-Niederschlagkonzentrationen erreichten bis zu 4,87 Mikrogramm pro Liter. Die TFA-Einträge über ein Jahr beliefen sich für den Messzeitraum 2018/19 auf 190 g/km² und 2019/20 auf 276 g/km². Das ist ein mindestens drei- bis vierfacher Anstieg im Vergleich zum Zeitraum 1995/96 mit 54 bis 69 g/km². Im Jahr 2050 sind nach der Modellrechnung alleine durch das Kältemittel R1234yf TFA-Einträge über die Niederschläge von 2,5 kg/km2 für Europa und bis zu 4 kg/km2 jährlich für Deutschland zu erwarten, was einer Verzehnfachung der heutigen TFA-Einträge entspräche.

Download der Studie: http://www.gfa-news.de/gfa/webcode/20210526_004

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Machbarkeitsstudie zu Klärschlammverwertung und Phosphorrecycling in Nord- und Osthessen abgeschlossen

Die rechtlich vorgegebene Rückgewinnung des im Klärschlamm enthaltenen Phosphors ist technologisch und wirtschaftlich auch in Nord- und Osthessen machbar. Damit stehen Alternativen zur bislang vielfach praktizierten Klärschlammverwertung in der Landwirtschaft zur Verfügung. Dies ist die Kernaussage einer durch das hessische Umweltministerium, durch Kasselwasser und weitere 38 Partner aus Nord- und Osthessen finanzierten Machbarkeitsstudie. Mit der Studie beauftragt wurde nach öffentlicher Ausschreibung die TransMIT GmbH, Gießen, eine Transfer-gesellschaft der mittelhessischen Hochschulen. Projektleiter waren Profes. Ulf Theilen und Harald Weigand von der Technischen Hochschule Mittelhessen sowie Prof .Diedrich Steffens von der Justus-Liebig-Universität in Gießen. In Kassel wird seit 2018 Klärschlamm in einem Fernwärmekraftwerk mitverbrannt. Die Verbrennung von Klär-schlamm im Fernwärmekraftwerk Kassel sei ein entscheidender Baustein zur Decarbonisierung der Fernwärmeerzeugung und zum Ausstieg aus der Kohleverbrennung in Kassel, so die Stadt einer Pressemitteilung. Aktuell würden in dem Kraftwerk jährlich 100000 Tonnen Kohle in ressourcenschonender Kraft-Wärme-Kopplung verbrannt. Bis zum Jahr 2025 soll allerdings vollständig auf Altholz und vor allem auch Klärschlamm umgestellt werde.

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Produktion in erster deutscher PHOS4green-Anlage für Recyclingdünger gestartet

Nach 20-monatiger Bauzeit wurde am 31 . Mai 2021 die nach Angaben der Seraplant GmbH erste Produktionsanlage für phosphathaltige Einzel- und Mehrnährstoffdünger aus recycelter Klärschlammasche in Deutschland in Betrieb genommen. Das Unternehmen betreibt die neue Anlage an seinem Hauptsitz in Haldensleben, Sachsen-Anhalt. Für die Prozessentwicklung und den Bau der Wirbelschichtanlage war der Anlagenbauer Glatt Ingenieurtechnik zuständig. In die Realisierung der neuen Produktionsstätte investierte Seraplant mit Unterstützung des Landes Sachsen-Anhalt mehr als 20 Millionen Euro. Über 20 neue Arbeitsplätze sind im Südhafen von Haldensleben entstanden. Pro Jahr sollen 60000 Tonnen Phosphatdünger produziert werden – gebrauchsfertig, handelsüblich und konform zur Düngemittelverordnung, so das Unternehmen. Endkunden sind Agrarbetriebe der konventionellen und ökologischen Landwirtschaft, der Agrar- und Gartenbaugroßhandel sowie die Düngemittelindustrie duziert werden – gebrauchsfertig, handelsüblich und konform zur Düngemit-telverordnung, so das Unternehmen. Endkunden sind Agrarbetriebe der konventionellen und ökologischen Landwirtschaft, der Agrar- und Gartenbaugroßhandel sowie die Düngemittelindustrie.

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Bundesumweltministerium startet neue Umsetzungsberatung für kommunalen Klimaschutz

Das Bundesumweltministerium (BMU) baut sein Beratungsangebot zum kommunalen Klimaschutz aus. Dadurch kön-nen Klimaschutzmaßnahmen reibungsloser umgesetzt und schneller Erfolge erzielt werden. Bei der Umsetzungsberatung erhalten Kommunen und weitere Akteure Hilfestellung und individuelle Beratung bei Fragen rund um die Themen Projektmanagement, Vergabe und Verwaltungsorganisation. Im Rahmen des Förderprogramms „Kommunalrichtlinie“ der Nationalen Klimaschutzinitiati-ve berät das BMU seit vielen Jahren intensiv zu Fördermöglichkeiten und zu Fragestellungen im Antragsprozess.

https://www.klimaschutz.de/

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IFAT 2022: Ausstellerinteresse auf Vor-Corona-Niveau

Für die nächste IFAT, die vom 30 . Mai bis 3 . Juni 2022 in München stattfindet, verzeichnet die Messe München bereits jetzt einen hohen Anmeldestand und ein Interesse seitens der Aussteller wie vor der Covid-19-Pandemie. Klima- und Umweltschutz drängen trotz der Pandemie wieder ganz nach oben auf die Agenda der gesellschaftlichen Diskussion, so die Messe in einer Mitteilung Ende Mai 2021. Die IFAT 2022 wird eine der ersten Großmessen nach der Pandemie-beding-ten Messepause sein – und „wir sind auf einem guten Weg, das Vor-Corona-Niveau der IFAT zu erreichen“, erklärt Stefan Rummel, Geschäftsführer der Messe München. „Der aktuelle Anmelde-stand entspricht dem der Messe im Jahr 2018. Aussteller aus aller Welt wollen ihre Technologien und Lösungen endlich wieder vor Ort präsentieren. Wir spüren dieses Interesse über alle Angebotsbereiche hinweg .“Die IFAT setzt drei Schwerpunkte.E rstens: Kreislaufwirtschaft. Es geht darum, im Schulterschluss mit der Industrie Rohstoffkreisläufe zu schließen, begonnen beim Produktdesign über das Recycling bis hin zum Einsatz von Rezyklaten.

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Göttingen: Förderung für einen Stadtwasser- und Hitzeplan

Die Stadt Göttingen erstellt ihren ersten Stadtwasser- und Hitzeplan . Dafür erhält sie Fördermittel des Bundes in Höhe von 225000 Euro aus dem Programm „Anpassung urbaner Räume an den Klima-wandel“ und steuert einen Eigenanteil von 25000 Euro bei. Ziel ist es, bis Ende 2023 ein umfangreiches Konzept zu entwickeln, das Wege für ein klimaange-passtes Göttingen aufzeigt. Dabei sollen beispielhafte Maßnahmen verdeutlichen, wie auch andere dringliche Handlungs-felder – etwa der Verlust der Artenvielfalt, die Luftverschmutzung oder die Flächenknappheit – mitberücksichtigt werden können .„Die Förderung ermöglicht, Daten über künftige Hitzewellen, Trockenperioden und Starkregenereignisse im ge-samten Stadtgebiet zu erheben und konkrete Vorsorgemaßnahmen für beson-ders betroffene Standorte zu entwickeln“, unterstreicht Dinah Epperleinvom Referat für Nachhaltige Stadtent-wicklung der Stadt Göttingen. Sie und ihr Team werden das Projekt betreuen. Im neuen Projekt werden Maßnahmen der Stadtplanung, Wasserwirtschaft und Freiraumgestaltung gezielt vereint. Exemplarisch sollen an besonders gefährdeten Standorten Lösungen gefun-den werden, wie künftig Regenwasser gespeichert werden kann, sodass es wäh-rend Hitze und Trockenheit ausreichend vorhanden ist. Dreh- und Angelpunkt sind dabei die städtischen Oberflächen wie Grünflächen, Fassaden oder Dächer. Im neuen Projekt steht die wassersensible Stadtentwicklung deswegen im Mittelpunkt. Ein weiterer Baustein sind naturbasierte Lösungen .

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Neue Analyse zeigt Risiken der Erderhitzung für Deutschland

Bei einem ungebremsten Klimawandel würden die Risiken durch Hitze, Tro-ckenheit und Starkregen im gesamten Bundesgebiet künftig stark ansteigen. Das zeigen die Ergebnisse der Klimawirkungs- und Risikoanalyse (KWRA) des Bundes, die Mitte Juni von Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt vorgestellt wurde. Die Schäden wirken sich dabei wie bei einem Dominoeffekt von bereits heute stark belasteten Ökosystemen wie Böden, Wäldern und Ge-wässern hin zum Menschen und seiner Gesundheit aus .In der Klimawirkungs- und Risikoanalyse 2021 (KWRA) für Deutschland wur-den über 100 Wirkungen des Klimawandels und deren Wechselwirkungen untersucht und bei rund 30 davon sehr dringender Handlungsbedarf festgestellt. Dazu gehören tödliche Hitzebelastungen, besonders in Städten, Wassermangel im Boden und häufigere Niedrigwasser, mit schwerwiegenden Folgen für alle Ökosysteme, die Land- und Forstwirtschaft sowie den Warentransport. Es wurden auch ökonomische Schäden durch Starkregen, Sturzfluten und Hochwasser an Bauwerken untersucht sowie der durch den graduellen Temperaturanstieg verursachte Artenwandel, einschließlich der Ausbreitung von Krankheitsüberträgern und Schädlingen. Die Studie wurde im Auftrag der Bundesregierung durch ein wissenschaftliches Konsortium und unter Einbindung von Expertinnen und Experten aus 25 Bundesbehörden und -institutionen aus neun Ressorts im Behördennetzwerk „Klimawandel und Anpassung“ erarbeitet . Die Ergebnisse der Studie sind eine wesentliche Grundlage für die Weiterentwicklung der Deutschen Strategie zur Anpassung an den Klimawandel (DAS).

Download der mehrteiligen Studie: http://www.gfa-news.de/gfa/webcode/20210616_004

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Regionales Phosphorrecycling im „Mitteldeutschen Dreiländereck“

Eine innovative, wirtschaftlich und tech-nisch tragfähige Prozesskette zur thermi-schen Klärschlammverwertung mit Phos-phorrecycling und Produktverwertung für die Modellregion „Mitteldeutsches Dreiländereck“ zu erproben und zu demonstrieren, das ist das Ziel des Verbundprojekts DreiSATS. Im technisch re-levanten Maßstab soll dabei gezeigt wer-den, dass marktfähige Düngerprodukte aus Klärschlämmen in gleichbleibend gu-ter Qualität und Menge erzeugt und sowohl regional als auch überregional verwertet werden können. Kernelement der Verwertungsstrategie ist die regionale thermische Verwertung. Zur Vermeidung der bei zentralen großen Anlagen oftmals vorhandenen Probleme wie hohes Transportaufkommen und fehlende Wärmelieferanten wird in DreiSATS perspek-tivisch ein Ansatz mit dezentralen Klärschlamm-Verbrennungsanlagen mit geringerer Leistung und vorgeschalteter Trocknung verfolgt .Ein wichtiger Ansatz des Forschungsprojekts ist die Abtrennung/Reduktion von Schwermetallen direkt während der Verbrennung sowie im aschebasierten P-Recycling-Prozess. Dadurch entsteht eine hohe Produktsicherheit unabhängig von den Eigenschaften der Input-Schlämme, und dies erlaubt gleichzeitig Flexibilität in der Einstellung des technischen und betriebswirtschaftlichen Optimums der Prozessführung.

Das Projekt wird vom Bundesministe-rium für Bildung und Forschung in der Fördermaßnahme „Regionales Phosphor-Recycling“ (RePhoR)“ unterstützt und von Veolia koordiniert . Veolia arbeitet hierbei mit den Projektpartnern Carbo-technik GmbH, LTC Lufttechnik Crimmit-schau GmbH, Pontes Pabuli GmbH sowie den Forschungseinrichtungen Fraunho-fer IKTS und MFPA Materialforschungs- und -Prüfanstalt an der Bauhaus-Univer-sität Weimar zusammen.

http://www.dreisats.de

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Rheinland-Pfalz startet Corona-Monitoring über den Abwasserpfad

Rheinland-Pfalz hat Mitte Juni mit der Durchführung von SARS-CoV-2-Analysen im Zu- und Ablauf der Kläranlage Mainz und dem Hauptklärwerk Trier begonnen. Das Monitoring soll mithilfe der über einen längeren Zeitraum durchgeführten Abwasseranalysen einen Beitrag zur Weiterentwicklung des Früh- und Entwarn-systems des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung auch zur Nutzung bei neuen, zukünftigen Pandemien zu leisten. Das Pilotprojekt soll bis Ende des Jahres laufen. Die Proben werden von ei-nem beauftragten Analyselabor zunächst dahingehend getestet, ob sie positiv oder negativ auf SARS-CoV-2 sind. Falls eine Probe ein positives Ergebnis zeigt, wird zusätzlich die Viruskonzentration ermittelt. Es wird dabei mit der PCR-Technologie gearbeitet. Mithilfe von Langzeit-Daten sollen so Erkenntnisse erlangt werden, die zur Entwicklung eines Warnsys-tems verwendet werden können.

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Berlin: Regen soll nicht mehr in Innenstadtkanäle

Regenwasser soll auf den Grundstücken bewirtschaftet oder genutzt und grundsätzlich nicht mehr in die innerstädtische Mischkanalisation eingeleitet werden. Die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz hat ergänzend zu bestehenden Regelungen eine wasserrechtliche Anordnung zur Bewirtschaftung der Mischwasserkanalisation erlassen, die die landespolitischen Ziele zum neuen Umgang mit Regenwasser weiter untersetzt und einer zunehmenden Belastung der Gewässer durch Mischwasserüberläufe infolge der wachsenden Stadt entgegenwirkt. Ein neuer Prüf- und Zustimmungsprozess bei den Berliner Wasserbetrieben für Regenwassereinleitungen bei Bauvorhaben soll das gewährleisten. Künftig erhalten Bauende in Berlin frühzeitig – also noch vor dem Einreichen der Bauanträge – von den Wasserbetrieben sowie von den Bezirksämtern, Hinweise und Informationen zur Regenwasserbewirtschaftung sowie zu den Einleitbeschränkungen. Im Kern besagen sie, dass das Regenwasser auf dem jeweiligen Grundstück verbleiben muss. Wie die Berliner Wasserbetriebe mitteiltionen in der Industrie wie in kommunalen Strukturen notwendig . Drittens: Alternative Antriebsformen in der Kommunaltechnik, unter anderem Wasserstoff und Elektromobilität bei kommunalen Fahrzeugen. Vor-Ort Erlebnis und digitaler Zugang – die IFAT 2022 wird hybrid . Digitale Angebote werden das Messegeschehen in München ergänzen, sodass jeder Interes-sierte vom IFAT-Netzwerk profitieren kann, selbst wenn eine Anreise nicht möglich sein sollte. Highlights des Konferenzprogramms werden online zugänglich sein, Produkte und Innovationen vor Ort und digital präsentiert – und die Teil-nehmer aus aller Welt können sich online vernetzenFür Messen gilt ein ausgefeiltes Schutz- und Hygienekonzept, das gemeinsam mit den zuständigen Behörden laufend an die aktuelle Situation ange-passt und auch auf die IFAT zugeschnitten wird.

http://www.ifat.de

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Wiesbaden: Abwasseruntersuchung auf Corona-Viren

Seit Ende April wird das Wiesbadener Abwasser sieben Wochen lang auf SARS-CoV-2-Viren und deren Varianten über­prüft; das hat der Magistrat am 13. April beschlossen. Ziel ist es, zusätzlich zu den regulären Corona-Testungen ein weiteres Monitoring-System anzuwenden.

Die wöchentlich entnommenen Pro­ben der städtischen Kläranlagen werden auf die Anzahl vorhandener SARS-CoV-2-Viren überprüft und Virusvarianten se­quenziert. „Durch regelmäßige Abwasser­proben können wir das Infektionsgesche­hen unabhängig von Testangeboten und der Testbereitschaft der Bevölkerung gut einschätzen. Zusätzlich erhalten wir wei­tere Erkenntnisse über die tatsächliche Verbreitung der kritischen Virusvarianten im Stadtgebiet“, so Bürgermeister und Gesundheitsdezernent Dr. Oliver Franz.

Vorteil der Abwasserproben ist, dass auch Virusreste von asymptomatischen Personen mit einbezogen werden, die sich gegebenenfalls während der uner­kannten Infektion nicht haben testen las­sen. In den täglichen Fallzahlen werden diese Fälle nicht erfasst, da die Statistik auf PCR-Testergebnissen basiert. Zusätz­lich werden die Ergebnisse der Wasser­proben nicht durch Testverfügbarkeiten beeinflusst, sodass auch nach Feiertagen, an denen die Testungen erfahrungsge­mäß zurückgehen, verwertbare Daten geliefert werden. Die entnommenen Pro­ben können entsprechend als Warnsys­tem dienen und einen Anstieg der Coro­na-Infektionen, sowie der Virusvarianten in der Bevölkerung, frühzeitig erkennen.

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Neuer Treppenturm auf der Kläranlage Hannover-Herrenhausen

Auf der Kläranlage Hannover-Herren­hausen entsteht ein Treppenturm von rund 43 Metern Höhe aus Stahlbeton, der dem Betrieb und der Wartung der beiden neuen, eiförmigen Faulbehälter dienen wird. Das Betonieren muss in ei­nem Zug erfolgen und wurde vom 3. bis 9. Mai durchgeführt. Dabei wird mit Hil­fe eines Spezialverfahrens, der soge­nannten Gleitschalung, im 24-Stunden-Schichtbetrieb ununterbrochen Beton in die Schalung gegossen. Der Beton härtet aus, während die Schalung kontinuier­lich nach oben gezogen wird. Der Turm wächst dabei pro Tag etwa sechs Meter in die Höhe. Für den Bau werden knapp 500 Kubikmeter Beton benötigt. Zusätz­lich kommen für die Bewehrung des Bau­werks circa 50 Tonnen Stabstahl zum Einsatz.

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AZV Südholstein: Förderung für E-Fahrzeuge

Drei E-Autos, drei Pedelecs und zwei elektrisch unterstützte Lastenanhänger: So beginnt die Mobilitätswende beim Ab­wasser-Zweckverband (AZV) Südhol­stein. Der Verband hat sich im vergange­nen Jahr erfolgreich um die Teilnahme am Förderprojekt „mobil gewinnt“ vom Bundeministerium für Verkehr und digi­tale Infrastruktur beworben. Unter dem Motto „AZV – kommt gut an! Gemeinsam für eine nachhaltige Mobilität“ arbeitet das Verband seitdem an zahlreichen An­geboten und Aktionen für eine nachhal­tigere Fortbewegung. Das Ziel des Ge­samtprojekts ist ein integratives Mobili­tätskonzept für den Verband. Das Projekt „mobil gewinnt“ läuft beim AZV Südhol­stein noch bis Ende September. Im Som­merhalbjahr wird es sich unter anderem stärker auf die Arbeitswege der Mitarbei­tenden und damit auch auf Radfahren und öffentlichen Nahverkehr in der Regi­on fokussieren. Dabei arbeitet der Ver­band mit zahlreichen Partnern zusam­men, zum Beispiel mit Kommunen im Verbandsgebiet und mit dem Hamburger Verkehrsverbund (HVV).

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Impfpriorisierung: Offener Brief an Ministerpräsident Laschet

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen soll dafür sorgen, dass die Be­schäftigten der Ver-und Entsorgungsbe­triebe in dem Bundesland bei den Imp­fungen gegen das Coronavirus vorgezo­gen werden und, der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) fol­gend, in die Priorisierungsgruppe 3 ein­gestuft werden. Das fordert die Arbeits­gemeinschaft der Wasserwirtschaftsver­bände in Nordrhein-Westfalen (agw) in einem Brief vom 6. Mai 2021 an Minis­terpräsident Armin Laschet. Die agw kri­tisiert, dass Nordrhein-Westfalen erst später als andere Bundesländer auch Tei­len der Priorisierungsgruppe 3 die Mög­lichkeit zur Vereinbarung von Impftermi­nen eingeräumt hat und die Ver-und Entsorgungsbranche dabei nicht berück­sichtigt. Dies sei „ein herber Schlag“. Die von der Landesregierung gewählte Impf­reihenfolge, die von der Empfehlung der STIKO abweicht, offenbare einen ekla­tanten Mangel an Wertschätzung gegen­über den systemrelevanten Beschäftigten der kritischen Infrastruktur. Die Landes­regierung solle „umgehend zu der wis­senschaftlich begründeten und von der STIKO vorgegebenen Impfpriorisierung zurückkehren“, heißt es in dem Brief. Dies schütze nicht nur die Beschäftigten in den Ver-und Entsorgungsbetrieben, sondern sichere auch das weitere rei­bungslose Funktionieren des Gemeinwe­sens.

Download des Offenen Briefs:
http://www.gfa-news.de/gfa/webcode/20210507_001

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Vorreiter der Nachhaltigkeit unter Deutschlands Kommu­nen gesucht

Städte und Gemeinden können sich bis zum 20. Juni 2021 um den 14. Deut­schen Nachhaltigkeitspreis (DNP) bewer­ben. Prämiert werden Kommunen jeder Größe, die eine umfassende, nachhaltige Stadtentwicklung betreiben. Die Aus­zeichnungen werden im Dezember in Düsseldorf übergeben, sind mit insge­samt 60 000 Euro dotiert und werden vergeben von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereini­gungen, zivilgesellschaftlichen Organisa­tionen und Forschungseinrichtungen.

http://www.nachhaltigkeitspreis.de/kommunen

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Kläranlage Landau: Entfernung von Mikroverunreinigungen mit Silikagel

Der Entsorgungs-und Wirtschaftsbetrieb Landau (EWL) testet in der Kläranlage Landau-Mörlheim, wie Silikagel – auch Kieselgel genannt – dazu genutzt werden kann, die Belastung des Wassers mit Mi­kroschadstoffen und Mikroplastik zu re­duzieren. Das Silikagel wird in dem Pro­jekt für die weitergehende Reinigung eingesetzt, nachdem das Wasser in der Kläranlage bereits in drei Stufen gerei­nigt wurde. Dabei ist das Ziel, dass Mikroschadstoffe an das Silikagel gebun­den werden. Mikroplastik hingegen ver­klumpt durch das Silikagel, sodass die Teilchen danach herausgefiltert werden können. Der EWL war bereits zuvor Ko­operationspartner für Pilotversuche mit Kieselgel, allerdings in kleinerem Maß­stab. Das Umweltministerium Rhein­land-Pfalz hat für das Projekt Fördermit­tel in einer Höhe von 193 000 Euro be­willigt.

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11. KomS-Technologieforum Spurenstoffe

Am 1./2. Juli 2021 in Friedrichshafen das 11. KomS-Technologieforum Spuren­stoffe statt, als Präsenz-und Online-Ver­anstaltung.

Rückstände von Arzneimittelwirkstof­fen, Pflanzenschutzmitteln, Bioziden, In­dustrie-und Haushaltschemikalien, syn­thetischen Süßstoffen und Körperpflege­mitteln können trotz flächendeckend vorhandener und gut ausgebauter Klär­anlagen nicht restlos aus dem Abwasser entfernt werden und gelangen so in die Gewässer. Einige dieser Spurenstoffe können bereits in sehr geringen Konzen­trationen von wenigen Mikro-oder Na­nogramm pro Liter nachteilige Wirkun­gen auf die aquatische Umwelt haben.

Bei der Vielzahl der Stoffe, die sich in den Gewässern finden, ist es daher sinn­voll, die Belastung durch Techniken mit einer Breitbandwirkung vorsorgend zu reduzieren. Baden-Württemberg verfolgt daher bereits seit vielen Jahren das Ziel, Gewässerbelastungen durch abwasser­bürtige organische Spurenstoffe aus Vor­sorgegründen zu verringern. Ein wichti­ger Baustein zur Reduzierung der Spu­renstoffe in besonders sensiblen oder stark abwasserbelasteten Gewässern ist eine weitergehende (vierte) Reinigungs­stufe auf kommunalen Kläranlagen. Ak­tuell sind in Baden-Württemberg 21 An­lagen zur gezielten Spurenstoffeliminati­on in Betrieb, weitere 23 Anlagen sind in Bau oder Planung. Damit ist Baden-Württemberg bundesweit Vorreiter.

Experten aus Wissenschaft, Behör­den, Betrieb und Ingenieurbüros stellen im Technologieforum die aktuellen Ent­wicklungen zur Spurenstoffelimination – auch für kleinere Kläranlagen – und die vielfältigen Erfahrungen aus Planung, Bau und Betrieb vor. Eine begleitende Fachausstellung rundet das Forum ab. Am 1. Juli 2021 ist eine Fachexkursion mit Besichtigung der Ozonanlage auf der Kläranlage Friedrichshafen geplant.

Im KomS-Technologieforum am 2. Juli 2021 in Friedrichshafen werden schwer­punktmäßig die Spurenstoffstrategie für Baden-Württemberg, Synergieeffekte so­wie Nachhaltigkeitsaspekte behandelt. Die vielfältigen Erfahrungen aus den Bau­projekten und Inbetriebnahmen von Ex­perten aus der Wissenschaft sowie Betrei­bern und Planern, runden das Forum ab.

Weitere Informationen:
http://www.koms-bw.de

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Konsultation der EU zur Kommunalabwasserrichtlinie

Die EU-Kommission hat eine Konsultati­on zur Kommunalabwasserrichtlinie be­gonnen. Bis zum 21. Juli 2021 können Stellungnahmen abgegeben werden. Die Richtlinie über die Behandlung von kom­munalem Abwasser wurde vor 30 Jahren verabschiedet mit dem Ziel, die Umwelt vor den schädlichen Auswirkungen der Ableitung von unbehandeltem Abwasser zu schützen. Die 2019 veröffentlichte Evaluierung der Richtlinie ergab, dass diese insgesamt gut funktioniert, in eini­gen Bereichen aber Verbesserungen er­forderlich sind. Auch vor dem Hinter­grund des europäischen Grünen Deals muss die Richtlinie mit den neuen Um­welt-und Klimazielen in Einklang ge­bracht werden. Die Kommission bittet nun um Meinung darüber, wie die festge­stellten Probleme am besten angegangen werden sollten, damit die Richtlinie in den kommenden Jahrzehnten ihren Zweck erfüllen kann. Abgegebene Mei­nungen werden in die Folgenabschät­zung einfließen, die die Faktengrundlage für etwaige Änderungen der Richtlinie bilden wird, so die EU-Kommission in ih­rer Begründung für Konsultation.

Link zur Konsultation:
http://www.gfa-news.de/gfa/webcode/20210429_001

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Bundesverfassungsgericht stärkt Klimaschutz

Das Grundgesetz (Artikel 20) verpflich­tet den Staat zum Klimaschutz. Dies zielt auch auf die Herstellung von Klimaneutralität. Das stellt das Bundesverfas­sungsgericht in den Leitsätzen zu seinem Ende April veröffentlichten Beschluss zu einer Reihe von Verfassungsbeschwerden gegen das Klimaschutzgesetz fest. Darin bestätigt es, dass das Klimaschutzgesetz grundsätzlich ein geeignetes Instrument ist, den Herausforderungen des Klima­wandels zu begegnen. Für die Zeit nach 2030 wird es nun weitere konkrete Vor­gaben geben, allerdings wird Deutsch­land infolge des neuen EU-Klimaziels schon in den 2020er-Jahren seine bisher geplanten Klimaschutz-Anstrengungen erhöhen. Das kündigte Bundesumwelt­ministerin Svenja Schulze an, die den Be­schluss als Bestätigung des Klimaschutz­gesetzes und als Stärkung für den Klima­schutz begrüßt: „Das Verfassungsgericht gibt dem Gesetzgeber einen klaren Auf­trag, auch über das Jahr 2030 hinaus klare gesetzliche Vorgaben für den Weg zur Klimaneutralität zu schaffen. Damit wir keine Zeit verlieren, werde ich noch im Sommer Eckpunkte für ein in diesem Sinne weiterentwickeltes Klimaschutzge­setz vorlegen, das langfristige Planungs­sicherheit schafft.“

Einen anderen Punkt betont der Sach­verständigenrat für Umweltfragen: „Das Bundesverfassungsgericht hat entschie­den, dass das Klimaschutzgesetz die Rechte junger Menschen und künftiger Generationen unzureichend schützt, weil es die gebotenen Klimaschutzverpflich­tungen nur bis 2030 festschreibt und für die Folgezeit nur unzureichende Festle­gungen trifft. Das Urteil wird auch Aus­wirkungen auf den Umgang mit anderen langfristigen Umweltrisiken haben.“

Download des Beschlusses:
http://www.gfa-news.de/gfa/webcode/20210429_005

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Photovoltaikanlage auf den Dächern der Kläranlage Kamen

Auf der Kläranlage in Kamen hat der Lip­peverband eine Photovoltaikanlage installiert, um Sonnenlicht in elektrische Energie umzuwandeln. Für den Wasser­wirtschaftsverband beginnt damit die Umrüstung des ersten von zunächst 13 Standorten im Verbandsgebiet. Die Pho­tovoltaikanlage in Kamen soll rund 285 000 kWh Strom pro Jahr erzeugen und spart so jährlich 165 Tonnen Kohlen­dioxid ein. 1050 Module setzen sich auf den Dächern der Kläranlage zu einer Ge­samtflächengröße von circa 1750 Quadratmetern zusammen – die Installation dauerte vier Wochen lang. Die Kosten in­klusive aller Nebenkosten beziffert der Lippeverband auf rund 400 000 Euro.

Der Verband möchte künftig nicht nur aus Klärgas, sondern auch aus Sonnen­energie direkt auf der Anlage Strom pro­duzieren, um den enormen Eigenbedarf zu decken. Die Photovoltaikanlage und das Blockheizkraftwerk für die Gasver­stromung am Standort produzieren dann gemeinsam so viel Strom, dass 70 Pro­zent des Jahresgesamtbedarfs der Klär­anlage Kamen damit gedeckt werden können.

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Hessen: Förderung für Machbarkeitsstudien zur Phosphorrückgewinnung

Die hessische Stadt Schlitz will gemein­sam mit benachbarten Gemeinden ein regionales Konzept zur Phosphorrückge­winnung aus Klärschlamm entwickeln. Eine erste Machbarkeitsstudie zur Phos­phorrückgewinnung in Schlitz kam zu dem Ergebnis, dass das Vorhaben wirt­schaftlich darstellbar ist. Diese ersten Untersuchungen haben aber auch ge­zeigt, dass es in der Region Vogelsberg eine auf natürliche Weise in der Erde ent­standene Vorbelastung mit Nickel gibt, die sich im Klärschlamm wiederfindet. Eine herkömmliche thermische Behand­lung der Klärschlämme wird deshalb vo­raussichtlich nicht ausreichen, um den Schwermetallgehalt zu verringern. Um aus diesen Klärschlämmen Düngemittel herzustellen, bedarf es einer besonderen Anlagentechnik. Das Hessische Umwelt­ministerium fördert nun einen großtech­nischen Versuch, um zu klären ob die Drehrohr-Technologie dafür in Frage kommt.

Ein weiteres Vorhaben wird im Land­kreis Fulda gefördert. Hier wird im Rah­men einer Machbarkeitsstudie, die 54 Kläranlagen umfasst, ein regionales Kon­zept zur Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm für die Kommunen und kreisangehörigen Städte erarbeitet.

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Pilotprojekt zur Abwasseruntersuchung auf Coronaviren in Hannover

Die Stadtentwässerung Hannover plant mit Unterstützung des niedersächsischen Umweltministeriums ein Pilotprojekt zur Abwasseruntersuchung auf Coronaviren, kombiniert mit einer Abbildung in einem Monitoringsystem zur Pandemiebekämp­fung. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt durch Prof. Thomas Schulz, Di­rektor des Instituts für Virologie der Me­dizinischen Hochschule Hannover. Der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies kündigte hierzu an, das Niedersach­sen beabsichtige „kurzfristig die Förde­rung durch das Land zu ermöglichen.“ Man erhoffe sich Erkenntnisse, die bei der mittelfristigen Pandemiebekämpfung von großem Nutzen sein könnten. Sollte die Analyse von Abwasser tatsächlich wesentlich früher als die RKI-Zahlen Hinweise auf Hotspots und lokale Aus­brüche liefern, sei der Schritt zu einem intelligenten Frühwarnsystem nicht mehr weit.

Noch am 20. April 2021 hatte das nie­dersächsische Gesundheitsministerium in seiner Antwort auf eine Kleine Anfra­ge der Grünen im niedersächsischen Landtag geschrieben, man könne derzeit keinen infektiologischen Zusatznutzen der Abwasseruntersuchungen erkennen. Zudem verweist das Land auf offene Fra­gen, zum Beispiel, wie die Proben opti­mal genommen werden können, wie hoch die Kosten sind und wie gesichert der Nutzen. Zur Empfehlung der EU, bis zum 1. Oktober 2021 ein nationales Ab­wasserüberwachungssystem einzurich­ten, meint die niedersächsische Regie­rung, Adressat der Empfehlung der EU sei die Bundesrepublik Deutschland, die im Wasserrecht die volle Gesetzgebungs­kompetenz besitze: „Derzeit ist nicht be­kannt, wann und wie sich die Bundesre­gierung der Empfehlung der Europäi­schen Kommission annehmen wird.“ (Landtags-Drucksache 18/9095).

Download der Landtags-Drucksache:
http://www.gfa-news.de/gfa/webcode/20210504_003

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DWA gründet Fachausschuss Frauen in der Wasser-und Abfallwirtschaft

Frauen in der Wasser-und Abfallwirt­schaft suchen eine gute Vernetzung und streben eine bessere Lobby an. Obwohl die Zahl der gut ausgebildeten Frauen in der Branche steigt, ist die wasserwirt­schaftliche Arbeitswelt immer noch deut­lich männlich geprägt. Ein Wandel hat allerdings begonnen. Die DWA möchte diesen Prozess fördern, indem sie Belan­ge von Frauen in der Branche unter­stützt.

Im August 2020 hat die DWA den Fachausschuss BIZ-14 „Frauen in der Wasser-und Abfallwirtschaft“ gegründet, der sich nun konstituiert hat. Obfrau des Fachausschusses ist Bernadette Godart, im Hauptberuf Bereichsleiterin Manage­mentsysteme beim Wupperverband. Ihre Stellvertretung übernimmt Margit Heinz, Leiterin der Abteilung Digitalisierung und Kommunikation beim Niersverband. Bereits im Februar 2020 hatten sich rund 40 Frauen der Branche aus ganz Deutsch­land zu einem gemeinsamen Workshop getroffen. Sie haben vier Schwerpunkte herausgearbeitet, die nun in Arbeitsgrup­pen des Fachausschusses konkretisiert werden sollen.

Die Arbeitsgruppe BIZ-14.1 „Sicht­barkeit von Frauen“ wird sich darum kümmern, dass Frauen der Branche deutlicher wahrgenommen werden. Da­durch bekommen sie eine größere Prä­senz in der Fachwelt, sodass sie stärker als bisher gemeinsam mit ihren männli­chen Kollegen die inhaltlichen Heraus­forderungen, Strukturen und Prozesse gestalten können. Sprecherin soll Jutta Lenz werden, Referentin des Vorstands und Koordinierungsstelle Nachhaltigkeit bei den Stadtentwässerungsbetrieben Köln.

Mit der „Ermutigung von Frauen“ wird sich die Arbeitsgruppe BIZ-14.2 be­schäftigen. Ziel der Arbeitsgruppe soll es sein, Frauen der Wasser-und Abfallwirt­schaft durch Netzwerkarbeit, Mentoring und Bildungsarbeit so zu unterstützen, dass sie sich in ihrem beruflichen Werde­gang gezielt weiterentwickeln können. So können sich die Fachfrauen je nach Kompetenz und Erfahrung gegenseitig unterstützen und fördern. Daria Merkens, Projektingenieurin beim Wasserverband Eifel-Rur, ist als Sprecherin der Gruppe vorgesehen.

Die Arbeitsgruppe BIZ-14.3 „Diskri­minierung entgegenwirken“ soll daran arbeiten, Nachteile offenzulegen, die Frauen im Berufsleben erfahren, und ih­nen entgegenzuwirken. Anzusprechen sind hier beispielsweise Stellenbesetzun­gen sowie mangelnde berufliche Weiter­entwicklungsmöglichkeiten bei Familien­arbeit und Teilzeit. Zudem soll das The­ma Mikroaggressionen gegen Frauen aufgegriffen und publik gemacht wer­den. Als Sprecherin der Arbeitsgruppe stellt sich Eva Jordan zur Verfügung, Pro­jektleiterin Contracting und Betriebsfüh­rung bei der Enviplan Ingenieurgesell­schaft.

Um Mädchen und Frauen für die Wasser-und Abfallwirtschaft zu begeis­tern, wird es in der Arbeitsgruppe BIZ-14.4 „Frauen in die Branche“ gehen. Hier gilt es, zielgruppengerechte Konzepte zu erarbeiten, die Anreize für Frauen schaf­fen, eine Beschäftigung in der Branche aufzunehmen. Dem zunehmenden Fach­kräftemangel kann so entgegengewirkt werden. Jeanette Ehmke, Sekretärin der Betriebsleitung Abwasser Süd und Gleichstellungsbeauftragte beim Niers­verband, soll die Sprecherinnen-Funkti­on übernehmen.

Der Fachausschuss und die Arbeits­gruppen werden Angebote, Aktivitäten und Publikationen erarbeiten, die Frauen dabei unterstützen, die Wasser-und Ab­fallwirtschaft mit-und auszugestalten. Die Zukunft der Wasser-und Abfallwirt­schaft liegt in einem gemeinsamen und sich gegenseitig bereichernden Miteinan­der von Expertinnen und Experten mit unterschiedlichen Kompetenzen.

Kontakt in der DWA-Bundesgeschäfts­stelle:
Elke Uhe, Tel. 0 22 42/872-138 E-Mail: uhe@dwa.de http://www.dwa.de/frauen

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Bürgerinitiative „Begrünte Dachflächen“ von der EU registriert

Die Europäische Kommission hat be­schlossen, die Europäische Bürgerinitia­tiven „Begrünte Dachflächen“ zu registrieren. Die Organisatoren der Initiative fordern die Kommission auf, die Anlage von Grüngarten auf den Dächern von Unternehmen zu fördern. Auf diese Wei­se könnten die nicht genutzten Dächer zum Umweltschutz beitragen. Die Kom­mission ist der Auffassung, dass die Bür­gerinitiative die erforderlichen Voraus­setzungen erfüllt und deshalb rechtlich zulässig ist, und hat daher beschlossen, sie zu registrieren. Eine inhaltliche Prü­fung der Bürgerinitiative hat die Kom­mission zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht vorgenommen. Die Organisator*innen der Bürgerinitiative können nun damit beginnen, Unterschriften zur Unterstützung ihres Vorschlags zu sam­meln. Sollte die Bürgerinitiative inner­halb eines Jahres eine Million Unterstüt­zungsbekundungen aus mindestens sie­ben verschiedenen Mitgliedstaaten er­halten, muss die Kommission reagieren. Die Kommission kann selbst entscheiden, ob sie der Aufforderung nachkommen will oder nicht, sie muss ihre Entschei­dung aber in jedem Fall begründen.

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Corona-Mutanten im Abwasser: Monitoring durch Sequenzierung

Abwasser enthält viele Informationen über die Entwicklung der Corona-Pande­mie im Einzugsgebiet der jeweiligen Kläranlagen. Im neuen Projekt „SARS-CoV-2 Genom im Abwasser – Monitoring der Pandemieentwicklung mittels Se­quenzierung“ arbeiten Forschende an der TU Darmstadt jetzt daran, Mutanten des Coronavirus durch Genomanalyse zu identifizieren und deren Verbreitungswe­ge zu verfolgen. In Zusammenarbeit mit der Emschergenossenschaft entwickelt im Fachgebiet für Abwasserwirtschaft der TU Darmstadt ein Team um Prof. Susanne Lackner Messverfahren und Konzepte, um über die nächsten Monate und Jahre Mutationen oder Varianten und deren Ausbreitung möglichst groß­flächig über Abwasseranalytik zu erfas­sen.

Das Projekt erforscht das Potenzial von Abwasser als Informationsquelle für die Verfolgung des epidemiologischen Geschehens über den gezielten Nachweis von Mutationen und Virusvarianten (Ge­nomsequenzierung). Die Ziele des Pro­jekts liegen darin, Probennahme, Pro­benaufbereitung und die Sequenzierme­thoden weiter auf die Matrix Abwasser anzupassen, um damit einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie liefern zu können.

Unterstützt wird das Projekt zusätz­lich von zwei assoziierten Partnern aus der Industrie, Endress & Hauser Conduc­ta als globalem Anbieter von Prozess­mess-und -leittechnik mit Kompetenzen zur automatisierten Probenahme und -aufbereitung und Thermo Fisher Scien­tific, einem weltweit operierenden Kon­zern unter anderem im Bereich klinische Diagnostik mit viel Erfahrung beim Nachweis von SARS-CoV-2, der das Pro­jekt sowohl mit neuen Test-Kits als auch beratend bei der Auswertung von Se­quenzierergebnissen unterstützen wird. Das Projekt „SARS-CoV-2 Genom im Ab­wasser – Monitoring der Pandemieent­wicklung mittels Sequenzierung“ ist auf eine Laufzeit von einem Jahr ausgelegt und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung innerhalb der Strategie „Forschung für Nachhaltigkeit“ FONA mit rund 720 000 Euro gefördert.

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Pilotprojekt zur Pandemiebekämpfung im Berchtesgadener Land

Die Technische Universität München (Prof. Dr.-Ing. Jörg Drewes), der Sanitäts­dienst der Bundeswehr (Oberstveterinär Dr. Katalyn Roßmann) sowie die Kommu­nen und der Landkreis Berchtesgadener Land arbeiten gemeinsam in einem For­schungsprojekt, um einen möglichen Bei­trag zur Bewältigung der Corona-Pande­mie zu leisten. Durch die Analyse von Corona-Viren im Abwasser soll ein Früh­warnsystem zum Schutz der Bevölke­rung entwickelt werden. Insgesamt wer­den Proben an aktuell zwölf Messstellen im Landkreis ausgewertet.

Viele infizierte Personen entwickeln zwar wenig oder kaum Symptome, kön­nen das Virus jedoch – oftmals unbe­merkt – an Risikogruppen weitergeben. Um die Infektionsketten bereits frühzei­tig zu durchbrechen, suchen Wissen­schaftler – neben dem strukturierten Tes­ten von Risikopatienten – geeignete Frühwarnsysteme zum Schutz der Bevöl­kerung. An einem solchen Frühwarnsys­tem forscht die TU München in Koopera­tion mit dem Technologiezentrum Was­ser (TZW) in Karlsruhe gemeinsam mit Epidemiologen der Bundeswehr im Landkreis Berchtesgadener Land. Flä­chendeckend werden Abwasserproben analysiert, die durch die Korrelation mit angeschlossenen Einwohnerzahlen sowie positiv bestätigten COVID-19 Fällen Auf­schluss über das Infektionsgeschehen vor Ort geben.

Die Kommunen im Berchtesgadener Land, das Landratsamt und die Forscher ziehen hier gemeinsam an einem Strang. Finanziell wird das Projekt durch die Berchtesgadener Landesstiftung unter­stützt, die 60 Prozent der anfallenden Kosten für die Probenahmen im Abwas­sersystem übernimmt, sowie durch das vom Bundesforschungsministerium ge­förderte Verbundvorhaben Biomarker CoV-2.

Analysiert werden die Proben am Lehrstuhl für Siedlungswasserwirtschaft der TU München. „Durch diese annä­hernd flächendeckende Beprobung eines ganzen Landkreises erfassen wir fast die gesamte Bevölkerung und damit auch die Infizierten und können durch die Be­stimmung der viralen RNA der Coronavi­ren den Verlauf des Infektionsgeschehens unmittelbar abschätzen. Damit sind wir deutlich schneller, als auf die offiziellen Ergebnisse der Testungen zu warten“, so Jörg Drewes. Trotzdem sind die Corona-Tests von Einzelpersonen, insbesondere der PCR-Test im kommunalen Testzentrum oder bei den Hausärzten, weiterhin absolut wichtig und notwendig. Denn das Abwasser-Monitoring kann das In­fektionsgeschehen nur für größere Sied­lungsbereiche anzeigen.

Ein weiteres Projekt, bei dem der Landkreis aktuell Vorreiter ist, ist die Zu­sammenfassung der aktuellen Corona-Lage im Landkreis mithilfe innovativer und digitaler Werkzeuge. Durch den Ein­satz von Geoinformatik wurde ein eige­nes Dashboard für den Landkreis Berch­tesgadener Land entwickelt, in dem die aktuellen Daten zum Infektionsgesche­hen im Landkreis – im Gegensatz zum Dashboard des Robert-Koch-Instituts – auf Gemeindeebene ausgelesen werden können. Dieses Dashboard versteht sich als internes Werkzeug für das Gesund­heitsamt und den Krisenstab und ist nicht öffentlich zugänglich. Angezeigt werden hierbei etwa die Verläufe des In­fektionsgeschehens in den einzelnen Ge­meinden, die Situation in den Kranken­häusern oder die Verteilung der Fälle in den Einrichtungen. Durch die geografi­sche Verortung von SARS-CoV-2-Fällen, können örtliche Cluster punktgenau ana­lysiert werden. Auch das Abwasser-Mo­nitoring ist direkt in das Dashboard ein­gebunden und liefert dem Gesundheits­amt damit einen gemeindescharfen Überblick über das Infektionsgeschehen.

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Beelitz: Altes Klärwerk wird neues Festspielareal

In Beelitz (Landkreis Potsdam-Mittel­mark) wird ein altes Klärwerk für die Landesgartenschau 2022 zu einem mo­dernen Open-Air-Veranstaltungsort um­gestaltet. Das Klärwerk ist stillgelegt, das Gelände liegt seit mehr als 20 Jahren brach. Das Landwirtschaftsministerium stellt für den Umbau aus der LEADER-Richtlinie zur Förderung der ländlichen Entwicklung Mittel in Höhe von rund 2,6 Millionen Euro zur Verfügung. Der neue Veranstaltungsort soll auch nach der Landesgartenschau erhalten bleiben und unter anderem als Open-Air-Spielort ge­nutzt werden.

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AQUA-Hub − Markterschlie­ßung in Indien für Wassertech­nologien aus Deutschland

Das Fraunhofer-Institut für Grenzflä­chen-und Bioverfahrenstechnologie (IGB, Stuttgart), richtet das Innovations­netzwerk „AQUA-Hub“ ein. Ziel ist es, die umfangreichen Erfahrungen des Instituts in Indien zu nutzen, um deut­schen Unternehmen den Marktzugang auf dem wasserwirtschaftlichen Boom-Markt Indien zu erleichtern. Indiens Städte wachsen rasant und benötigen ei­ne leistungsfähige Infrastruktur für die Versorgung mit Wasser und die Entsor­gung von Abwasser. Deutsche Unterneh­men bieten in diesem Bereich innovative Lösungen, finden aber oft keinen Zugang zum indischen Markt. Das erste AQUA-Hub-Projekt wird im südindischen Coim­batore gemeinsam mit dem ISOE – Insti­tut für sozial-ökologische Forschung in Frankfurt am Main durchgeführt. Beide Partner setzen damit an den Ergebnissen und Bedarfen an, die im vorangehenden Projekt Smart Water Future India zusam­men mit Stakeholdern vor Ort erarbeitet wurden. In Coimbatore stehen die Stadt­planer vor dem Problem, dass die lokalen Gewässer durch die städtischen Abwäs­ser stark belastet sind. Die Seen im Stadt­gebiet stellen jedoch einen wichtigen na­türlichen Regenwasserspeicher für die Stadt dar und leisten als Naherholungs­gebiet auch einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität der Bevölkerung. AQUA-Hub wird im Rahmen der Exportinitiati­ve Umwelttechnologien des Bundesmi­nisteriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) mit knapp 300 000 Euro gefördert.

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Umweltzustand 2020: gemischte Bilanz

Nur wenige Indikatoren werden im „Um­weltmonitor 2020“ des Umweltbundes­amts (UBA) positiv bewertet. Der im März 2021 veröffentlichte Bericht zeich­net ein gemischtes Bild zum Zustand der Umwelt in Deutschland. Der Umweltmo­nitor bildet zehn zentrale Themenfelder von Klima, Wasser, Luft bis hin zu Flä­chenverbrauch und Lärm mit jeweils drei Schlüsselindikatoren ab. Gab es bei der Luftqualität oder den Treibhausgasen zu­letzt Verbesserungen, stehen andere In­dikatoren schlecht da. Im Themenfeld Wasser zeigt der Umweltmonitor in allen drei Indikatoren „rot“ an. Nur sieben Prozent der Flüsse sind dem Bericht zufolge in einem guten öko­logischen Zustand, das Ziel der Wasser­rahmenrichtlinie werde damit weit ver­fehlt. An knapp 16 Prozent der Messstel­len werde der Grenzwert zur Nitratbelas­tung des Grundwassers überschritten, und das seit Jahren. Grund sei vor allem die immer noch zu hohe Nährstoffbelas­tung der Gewässer, vor allem verursacht durch die Landwirtschaft. In welchem Umfang die seit Mai 2020 geltende neue Düngeverordnung die Belastung verrin­gern wird, werde sich im Rahmen des vorgesehenen Wirkungsmonitorings zei­gen. Das Umweltbundesamt empfiehlt, statt pauschaler Flächenprämien über die EU-Agrarförderung ökologische Leis­tungen, wie Gewässserrandstreifen und ökologische Bewirtschaftung zu honorie­ren. Auch die Ausweitung des Ökoland­baus hätte positive Wirkungen auf die Gewässerqualität. Derzeit wird das Ziel eines 20- %-Anteils an der gesamten Landwirtschaft noch weit verfehlt. Wich­tiger Ansatzpunkt für weniger Stickstoffeinträge aus der Landwirtschaft wäre auch ein geringerer Fleischkonsum.
https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/daten-zur-umwelt

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UN-Weltwasserbericht 2021 erschienen: Der Wert von Wasser

Wasser wird weltweit viel zu oft als selbstverständlich angesehen, privati­siert, verschmutzt und verschwendet. Wasser muss einen höheren Stellenwert bekommen. Das fordert der Weltwasser­bericht 2021 „Wasser bewerten und wertschätzen“, den die UNESCO im Auf­trag der Vereinten Nationen erstellt hat. Der Bericht zeigt, dass zwar ein weltwei­ter Konsens bestehe, dass Wasser überle­benswichtig und ein Menschenrecht sei, dass aber die praktische Umsetzung bei weitem nicht ausreiche. Der aktuelle Weltwasserbericht wurde am 22. März 2021, dem Weltwassertag, veröffentlicht.

„Man kann die Bedeutung von Wasser eben nicht mit dem Preis der Bereitstel­lung für Industrie, Landwirtschaft und Haushalte gleichsetzen. Vor allem muss auch berücksichtigt werden, welchen Wert Wasser für Ökosysteme und damit als menschliche Lebensgrundlage hat. Auch werden große Wasserinfrastruktur­projekte wie Staudämme ebenfalls zu selten nach Kosten und Nutzen bewertet. Eine echte Transformation ist erforder­lich.“ So kommentierte Ulla Burchardt, Vorstandsmitglied der Deutschen UNESCO-Kommission, den neuen Welt­wasserbericht.

Weltweit haben aktuell 2,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser. 4,2 Milliarden Menschen – also mehr als 55 Prozent der Weltbevöl­kerung – haben keine sicheren Sanitär­anlagen. Etwa vier Milliarden Menschen leben in Regionen, die in mindestens ei­nem Monat pro Jahr von hoher Wasser­knappheit betroffen sind. Die Pro-Kopf-Kapazität von Stauseen nimmt ab, einer­seits aufgrund von Bevölkerungswachs­tum und andererseits wegen der Ablage­rung von Sedimenten. Bevölkerungs­wachstum, Wirtschaftswachstum und veränderte Konsumgewohnheiten führen dazu, dass der globale Wasserverbrauch weiter um etwa ein Prozent pro Jahr an­steigt. Im weltweiten Mittel verbraucht die Landwirtschaft 69 Prozent der Was­servorräte aus Flüssen, Seen und Grund­wasserleitern. In Deutschland ist die La­ge anders, hier machen Energieversor­gung, Bergbau und verarbeitendes Ge­werbe 77 Prozent aus. Da die Weltbevöl­kerung weiter wächst, bräuchte es bei unveränderten Trends 50 Prozent mehr Bewässerung in der Landwirtschaft bis 2050.

Download: http://www.gfa-news.de/gfa/webcode/20210322_004

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350 Millionen Euro für fünf Jahre: Bundesregierung legt Programm für Wasserforschung vor

350 Millionen Euro stehen für das res­sortübergreifende Programm „Wasser: N – Forschung und Innovation für Nachhal­tigkeit“ zur Verfügung. Das erklärte Bun­desforschungsministerin Anja Karliczek am 22. März 2021, dem Weltwassertag. Das Programm soll über fünf Jahre lau­fen. Zu den Schwerpunkthemen von „Wasser: N“ gehören sauberes Wasser, in­takte Ökosysteme, urbane Wasserinfra­strukturen, ressourceneffiziente Wasser­kreisläufe, Wasserextremereignisse so­wie optimiertes Wassermanagement. Im Programm „Wasser: N“, das Teil der FO­NA-Strategie „Forschung für Nachhaltig­keit“ ist, werden alle Forschungs-und Entwicklungsaktivitäten systematisch ge­bündelt und abgestimmt. Dabei sind na­tionale Belange wie die Spurenstoffstra­tegie des Bundes, europäische und inter­nationale Fragestellungen – zum Beispiel die Erreichung der UN-Nachhaltigkeits­ziele – gleichermaßen von Bedeutung. Es soll ein interdisziplinärer und sektorübergreifender Austausch zwischen Ak­teuren aus Wissenschaft, Wirtschaft, Ge­sellschaft und Politik initiiert werden.

Das vom Bundesministerium für Bil­dung und Forschung (BMBF) initiierte Regierungsprogramm ist Teil der Strate­gie „Forschung für Nachhaltigkeit (FONA)“ und bildet für die kommenden Jahre das Rahmenkonzept für die Förde­rung einer zukunftsfähigen Wasserfor­schung. Am Programm „Wasser: N – For­schung und Innovation für Nachhaltig­keit“ sind neben dem federführenden BMBF das Auswärtige Amt (AA) sowie die Bundesministerien für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), für Gesund­heit (BMG), für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), für Ver­kehr und digitale Infrastruktur (BMVI), für Wirtschaft und Energie (BMWi) und für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) beteiligt. Es baut auf dem BMBF-Förderschwerpunkt „Nach­haltiges Wassermanagement“ (NaWaM) auf.

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Neue EU-Leitlinien erleichtern Klärung der Haftung für Umweltschäden

Die Europäische Kommission hat Leitlini­en angenommen, die den Umfang des Begriffs „Umweltschaden“ in der Richtli­nie über Umwelthaftung klären. Dadurch können die Mitgliedstaaten besser beur­teilen, inwiefern Schäden an Gewässern, Böden, geschützten Arten und natürli­chen Lebensräumen vermieden oder be­hoben werden müssen. Die Leitlinien sorgen damit für mehr Rechtsklarheit und harmonisieren die Auslegung und Anwendung, so die EU in einer Mittei­lung.

Download der Leitlinien: http://www.gfa-news./de/gfa/webcode/20210325_001

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Neues Bundeszentrum für Spurenstoffe beim UBA nimmt Arbeit auf

Das beim Umweltbundesamt angesiedel­te neue „Spurenstoffzentrum des Bun­des“ mit Sitz in Leipzig nimmt in den kommenden Monaten sukzessive seine Arbeit auf und wird gemeinsam mit ei­nem Expertengremium weitere relevante Spurenstoffe identifizieren. Unter Ein­bindung von Herstellern und der Wasser­wirtschaft sollen an Runden Tischen wei­tere Maßnahmen zur Eintragsminderung entwickelt und die Länder bei der Ein­führung der 4. Reinigungsstufe in Klär­anlagen beraten werden. Zum Aufgaben­portfolio des Spurenstoffzentrums ge­hört auch, die Forschung im Bereich der Spurenstoffe weiter voranzutreiben und einen strukturierten Informationsaus­tausch zwischen Ländern, Kommunen, Kompetenzzentren und Hochschulen hinsichtlich quellenorientierter und nachgeschalteter Minderungsmaßnah­men zu entwickeln.

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EU-Kommission: Wechsel des Wasser- und Abwasserdienst­leisters in Rostock war keine staatliche Beihilfe

Die Übertragung der Wasser-und Abwas­serversorgung durch die Stadt Rostock und ihre umliegenden Gemeinden an ei­nen öffentlichen Betreiber beinhaltet kei­ne staatliche Beihilfe. Die gewählte Struktur für die Errichtung und den Be­trieb des neuen Wasser-und Abwasser­dienstleisters war ein rechtlich gültiges Monopol. Das stellte die Europäische Kommission im März 2021 fest. Auf­grund einer Beschwerde hatten die EU-Wettbewerbshüter untersucht, ob dieVergütung des neuen öffentlichen Dienst­leisters und die Gewinnbeteiligungsver­einbarung zwischen seinen beiden An­teilseignern eine staatliche Beihilfe dar­stellen.

Die Kommission stellte fest, dass die Stadt Rostock und ihre umliegenden Ge­meinden eine rechtliche Struktur für die Errichtung und den Betrieb des neuen Wasser-und Abwasserdienstleisters ge­wählt haben, die den Wettbewerb so­wohl auf dem Markt als auch auf dem Markt für diese öffentlichen Dienstleis­tungen ausschließt. Die Kommission kam zu dem Schluss, dass diese Struktur ein gültiges rechtliches Monopol darstellt, das im Einklang mit den Kriterien der Mitteilung der Kommission über den Be­griff der staatlichen Beihilfe geschaffen wurde. Da bei Bestehen eines gültigen gesetzlichen Monopols eine Wettbe­werbsverzerrung ausgeschlossen werden kann, liegt keine staatliche Beihilfe vor.

Was die Gewinnbeteiligungsvereinba­rung zwischen den beiden öffentlichen Anteilseignern des Dienstleisters betrifft, so haben die zuständigen deutschen Be­hörden die Zuweisung der Gewinne des neuen Dienstleisters an die entsprechen­den Anteile der beiden Anteilseigner an­gepasst. Dies entsprach den Untersu­chungsergebnissen zufolge einem Me­chanismus zur Gewinnzuweisung, der normalerweise zwischen unabhängigen Marktteilnehmern Anwendung finden würde. Daher kam die Kommission zu dem Schluss, dass keine der beiden Maß­nahmen eine staatliche Beihilfe im Sinne der EU-Beihilfevorschriften darstellt.

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Wohin verschwindet der Reifenabrieb?

Der Frage nach dem Verbleib von Rei­fenabrieb gingen die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) und die Bundes­anstalt für Straßenwesen (BASt) gemein­sam in einem Forschungsprojekt des BMVI-Expertennetzwerks nach. Die Er­gebnisse zeigen: Der Großteil des Ab­riebs verbleibt im Boden, circa 12 bis 20 Prozent können in Oberflächengewässer gelangen.

Allein im Jahr 2020 wurden in Deutschland rund 48,5 Millionen Pkw-Reifen abgesetzt – so die aktuelle Schät­zung des Branchenverbands Reifenhan­del. Fahrzeugreifen bestehen etwa zur Hälfte aus vulkanisiertem Naturkaut­schuk oder synthetischem Gummi und enthalten darüber hinaus eine Vielzahl von Füllmitteln und anderen chemischen Zusatzstoffen. Der Abrieb von Autoreifen ist damit eine der größten Mikroplastik­quellen – deutlich vor Faserabrieb, der beim Waschen von Kleidung aus Kunstfa­sern entsteht. Bereits bekannt war, dass ein kleiner Anteil des Reifenabriebs von der Straße in die Luft gelangt (5 bis 10 Prozent), wo er zur Feinstaubbelastung beiträgt. Der Weg des weit größeren An­teils von rund 90 Prozent des Reifenab­riebes war bisher aber nicht im Detail ge­klärt.

Nach Berechnungen von BASt und BfG gelangen jährlich 60 000 bis 70 000 Tonnen Reifenabrieb in den Boden und 8700 bis 20 000 Tonnen in Oberflächen­gewässer. Die Forschungsarbeiten zei­gen, dass es maßgeblich darauf an­kommt, wo der Reifenabrieb entsteht: Auf Straßen in Ortschaften und Städten spült Regen den Reifenabrieb über kurz oder lang in die Kanalisation. Handelt es sich um ein Mischwassersystem mit Klär­anlage, werden dann mehr als 95 Pro­zent des Reifenabriebs zurückgehalten. An Straßen außerorts findet die Versicke­rung der Straßenabflüsse in der Regel über Bankett und Böschung statt. Der größte Teil des Reifenabriebs wird so in den straßennahen Boden eingetragen und von der oberen bewachsenen Bo­denzone zurückgehalten. Circa 12 bis 20 Prozent des Reifenabriebs können in Oberflächengewässern landen. Dort wird ein Teil der Partikel abgebaut bezie­hungsweise lagert sich im Sediment ab – die genauen Anteile sind allerdings noch nicht bestimmbar. In einer Modellstudie für das Einzugsgebiet der Seine und der Schelde fanden andere Autoren heraus, dass etwa 2 Prozent der ursprünglich freigesetzten Reifenabriebmenge in das Meer transportiert wird. Für Flüsse in Deutschland liegen noch keine Modell­rechnungen vor.

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Aufruf zum IFWW-Förderpreis 2022

Das Institut zur Förderung der Wassergü­te-und Wassermengenwirtschaft e. V. (IFWW) lobt auch für 2022 wieder einen Preis zur Förderung des wissenschaftli­chen Nachwuchses aus. Dabei werden Arbeiten ausgezeichnet, die sich mit in­novativen Methoden oder Verfahren bzw. neuen Erkenntnissen in den Bereichen Trinkwasser, Grundwasser, Gewässer­schutz, Flussgebietsmanagement, Ab­wasser und Abfall/ Altlasten befassen. Der Förderpreis wird für zwei Kategorien ausgeschrieben:
Promotionen
Diplom-oder Masterarbeiten.

Die Bewerberinnen und Bewerber kön­nen die Arbeiten an Universitäten/Hoch­schulen, Fachhochschulen oder anderen Forschungseinrichtungen in Deutschland angefertigt haben. Zugelassen sind auch Gemeinschaftsarbeiten. Die Arbeiten dürfen nicht älter als zwei Jahre sein und müssen abgeschlossen sein. Der Förder­preis ist mit insgesamt 4000 Euro dotiert und wird im Rahmen der 55. Essener Ta­gung verliehen.

Einsendeschluss für die Bewerbung ist der 30. September 2021. Die Bewer­bungsunterlagen sind über das Internet und die IFWW-Geschäftsstelle zu bezie­hen:
IFWW, c/o Niersverband Am Niersverband 10, 41747 Viersen
E-Mail: wilfried.manheller@ifww-nrw.de
http://www.ifww-nrw.de

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Schweiz: Abwassermonitoring auf Coronaviren wird erweitert

In der Schweiz wird das schon laufende Forschungsprojekt zum Monitoring von Abwasserproben auf Coronaviren mit Unterstützung des Bundesamts für Ge­sundheit von zwei auf sechs Kläranlagen erweitert. Auf den Kläranlagen in Zürich und Lausanne werden seit dem Sommer 2020 regelmäßig Abwasserproben ge­nommen und inzwischen täglich auf das neue Coronavirus untersucht. Das Pro­jekt ist eine Zusammenarbeit zwischen Eawag und der Eidgenössischen Techni­schen Hochschule Lausanne. In der ETH Zürich wird das Virengut einzelner Pro­ben auch auf die Varianten sequenziert. Nun wurde das Projekt erweitert. Seit Anfang Februar und noch bis im Juli 2021 wird das Abwasser von vier weite­ren Kläranlagen beprobt: in Altenrhein, Chur, Laupen und Lugano. Die Wahl er­folgte nach der geographischen Lage und der Struktur des Einzugsgebiets der An­lagen. Um möglichst viel Erfahrungen sammeln zu können sollen sowohl eher ländlich, aber auch städtisch geprägte Räume untersucht werden.

https://www.eawag.ch/de/abteilung/sww/projekte/sars-cov2-im-abwasser

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Drei-Punkte-Plan für Klimaanpassung in Kommunen vereinbart

Die Bundesumweltministerin und die Präsidenten der kommunalen Spitzen­verbände haben am 22. März 2021 einen laut Pressemitteilung der Beteiligten „schnell wirksamen“ Drei-Punkte-Plan zur Anpassung an den Klimawandel ver­einbart. Die wesentlichen Elemente sind erstens ein bundesweites Beratungszentrum für Städte, Landkreise und Gemein­den, das bis zum Sommer 2021 seine Ar­beit aufnehmen wird. Kommunen aus ganz Deutschland sollen in diesem Zentrum Informationen und Anregungen für Strategien und Projekte zur Klimaanpas­sung erhalten. Zweitens fördert der Bund den Einsatz von lokalen Anpassungsmanager*innen. So wird sichergestellt, dass die Strategien auch in der Praxis an­kommen. Drittens werden besonders in­novative Lösungen von Kommunen über den Wettbewerb „Blauer Kompass“ prä­miert. Alle drei Punkte sollen noch vor der Sommerpause umgesetzt werden.

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Innovationsatlas Wasser online

Zum diesjährigen Weltwassertag am 22. März ist die neue Homepage „Innovati­onsatlas Wasser“ an den Start gegangen. Das frei zugängliche Angebot bietet eine Übersicht zu Produkten und Ergebnissen aus vom Bundesforschungsministerium (BMBF) geförderten Maßnahmen zum Thema Wasser. Dies umfasst neben Tech­nologien und Verfahren auch weitere Produkttypen wie Managementkonzep­te, Software-Tools und Bildungsmateria­lien. Des Weiteren sind Informationen zu den entsprechenden Fördermaßnahmen gezielt abrufbar. Die Suche ist auf ver­schiedene Arten möglich. So kann nach Art der Wasserressource – etwa Grund­wasser, Abwasser, Trinkwasser –, nach dem Produkttyp oder nach den verschie­denen Anwendungssektoren wie zum Beispiel Industrie, Landwirtschaft oder Wasserwirtschaft, gesucht werden. Alle Informationen können als PDF-Datei he­runtergeladen werden. Der Innovations­atlas wird ständig aktualisiert und um re­levante Ergebnisse aus aktuellen Förder­maßnahmen erweitert.

https://www.innovationsatlas-wasser.de/de

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Baden-Württemberg: 189 Millionen für Hochwasser­schutz, Gewässerökologisie­rung und Altlastensanierung

Das Umweltministerium Baden-Würt­temberg vergibt in diesem Jahr im Rah­men des Förderprogramms „Wasserwirt­schaft und Altlasten“ Zuschüsse in Höhe von rund 189 Millionen Euro an Gemein­den und Städte. Über 88 Millionen Euro fließen dieses Jahr in Maßnahmen im Abwasserbereich. Für den Bereich Hoch­wasserschutz und Gewässerökologie stellt das Umweltministerium fast 51 Millionen Euro zur Verfügung. Rund 42 Millionen Euro sind für die Wasserver­sorgung und den Ausbau der Infrastruk­tur vorgesehen; etwas über sieben Millionen Euro für die Altlastensanierung. Das teilte das Umweltweltministerium Ende März mit.

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Berlin: Ab 2022 Gebühren statt Preise

Ab dem 1. Januar 2022 steigen die Berli­ner Wasserbetriebe (BWB) von privat­rechtlichen Preisen und Tarifen auf ein öffentlich-rechtliches Gebührensystem für Trink-und Abwasser um. Das kündig­te der Vorstandsvorsitzende der BWB, Jörg Simon, auf der Jahrespressekonfe­renz des Unternehmens im April 2021 an. So könne man im Interesse aller Kund*innen eine Umsatzsteuerpflicht auf Schmutz-und Regenwasser vermei­den, die sonst infolge neuer rechtlicher Regelungen fällig wäre. Für Kund*innen ändere sich praktisch nichts, die Umstel­lung geschehe automatisch.

https://www.bwb.de/de/gebuehren.php

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WebSeminar: Frühwarnung durch Abwassermonitoring

Eine Studie aus dem Berchtesgadener Land zeigt: Änderungen im Infektionsgeschehen können durch Abwassermonitoring bereits rund fünf Tage vor den offiziellen Fallzahlen belegt werden. Bei Analysen der Kläranlage Karlsruhe konnte das Abwassersignal circa eine Woche vor dem Anstieg der Fallzahlen gemessen werden, es gab eine gute Übereinstimmung der gemessenen RNA-Konzentrationen im Abwasser mit den gemeldeten Fallzahlen. Die DWA greift dieses sehr aktuelle Thema im WebSeminar „Etablierung eines Frühwarn- und Entwarnungssystems mittels Abwassermonitoring“ auf. Die Professoren Dr.-Ing. Jörg E. Drewes (Technische Universität München) und Dr. Andreas Tiehm, (Karlsruher Institut für Technologie) erläutern, wie ein abwasserbasiertes Überwachungs- und Frühwarnsystem in ein sehr effizientes, pro-aktives Krisenmanagement münden und eine Blaupause für andere Kommunen in Deutschland abgeben kann.

Das Webseminar findet am 26. Mai 2021 von 10 bis 12 Uhr statt. Die Teilnahmegebühr beträgt 150 Euro, DWA-Mitglieder zahlen 130 Euro. – Infos: https://de.dwa.de/de/corona-im-abwasser.html – Kontakt: Himani Karjala, Telefon: 02242 872-244, E-Mail: karjala@dwa.de

Weiterführende Links
https://de.dwa.de/de/corona-im-abwasser.html

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Stadtwerke Fröndenberg Wickede testen Mitarbeiter wöchentlich

Die Stadtwerke Fröndenberg Wickede (Nordrhein-Westfalen) bieten seit Mitte März allen Mitarbeitern die Möglichkeit, sich wöchentlich auf das Coronavirus testen zu lassen. Möglich wurde dies durch eine Kooperation mit einem Frön­denberger Allgemeinarzt. Die Finanzie­rung der so gewonnenen zusätzlichen Sicherheit übernimmt das Land. Eingela­den werden alle Mitarbeiter der Stadt­werke, ein Testzwang besteht nicht. Ge­testet wurde in den Räumlichkeiten der Stadtwerke. Die Stadtwerke Frönden­berg Wickede GmbH haben über 100 Mitarbeiter*innen.

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Emscher Ende 2021 abwasserfrei

Bis zum Ende dieses Jahres soll die Em­scher, ein zentraler Fluss im Ruhrgebiet, komplett von ihrer Schmutzwasserfracht befreit sein. Das gab die Emschergenos­senschaft zum Tag des Wassers bekannt. Seit circa 1850 prägten offene Schmutz­wasserläufe das Bild des Ruhrgebiets. Im Zuge des Strukturwandels im Revier nahm seit 1992 ein symbolträchtiges Vorhaben Fahrt auf: das Generationen­projekt Emscher-Umbau. 30 Jahre, ver­sprach die Emschergenossenschaft beim Beschluss des Vorhabens Ende 1991, würde diese Mammutaufgabe in An­spruch nehmen.

Die künftige abwassertechnische Hauptschlagader der Region ist der un­terirdische Abwasserkanal Emscher (AKE), der 51 Kilometer weit von Dort­mund bis Dinslaken reicht. Er ist bereits auf ganzer Länge verlegt. Im 35 Kilome­ter langen Abschnitt zwischen Dortmund und Bottrop ist der AKE seit September 2018 bereits in Betrieb. Stück für Stück sind seitdem bereits große Nebenläufe an den unterirdischen Sammler ange­schlossen worden. Damit die „abwasser­technische Hauptschlagader“ auf der Ge­samtstrecke bis Dinslaken geflutet wer­den kann, ist ein sprichwörtliches Herz­stück notwendig: das Pumpwerk Ober­hausen. Deutschlands künftig größtes Schmutzwasserpumpwerk befindet sich in der Fertigstellung. Die vollständige In­betriebnahme des Pumpwerks Oberhau­sen plant die Emschergenossenschaft für August 2021. Dann sollen zehn Pumpen das Abwasser aus einer Tiefe von rund 40 Metern zu heben – mit einer Maxi­malleistung von 16 500 Litern pro Se­kunde. Sobald das Pumpwerk läuft, kön­nen sukzessive bis Ende 2021 alle noch verbliebenen Abwassereinleitungen in die Emscher an den unterirdischen AKE angebunden werden.

Der 51 Kilometer lange Abwasserka­nal Emscher besteht aus Stahlbeton-Roh­ren mit Innendurchmessern zwischen 1,60 und 2,80 Meter. In acht bis 40 Me­tern Tiefe fließt das Abwasser mit einer Geschwindigkeit von vier Kilometern in der Stunde. Dafür ist ein Gefälle von 1,5 Promille notwendig. Würde der Kanal mit diesem Gefälle in einer Linie verlau­fen, würde er Dinslaken in 80 Metern Tiefe erreichen. Das Gefälle wird künftig stattdessen durch drei Pumpwerke aus­geglichen: in Gelsenkirchen, Bottrop und in Oberhausen. Die Anlagen in Gelsen­kirchen und Bottrop sind bereits im Sep­tember 2018 an den Start gegangen.

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EU empfiehlt Monitoring des Virus COVID-19 im Abwasser

Die EU-Kommission hat eine Empfehlung angenommen, in der die Mitgliedstaaten aufgefordert werden, das COVID-19-Virus und Varianten davon anhand von Abwasseruntersuchungen aufzuspüren, die Daten an die zuständigen Gesund­heitsbehörden zwecks Früherkennung eines Auftretens des Virus weiterzugeben und Cluster zu ermitteln. Gefördert wer­den soll die Anwendung gemeinsamer Probenahme-, Test-und Datenanalyse­methoden, unterstützt von einer europäischen Austauschplattform und mit ent­sprechender finanzieller Unterstützung.

Download der Empfehlung der EU-Kommission: http://www.gfa-news

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Forschungsprojekt AMPHORE zum Phosphorrecycling startet in die Planungsphase

Das Forschungsprojekt „Regionales Klär­schlamm-und Aschen-Management zum Phosphorrecycling für einen Ballungs­raum“ (AMPHORE) geht nach Grundla­genarbeiten nun in die Planungsphase. Bereits seit Juli 2020 arbeiten die Pro­jektbeteiligten – darunter fünf Wasser­wirtschaftsverbände aus Nordrhein-Westfalen sowie Forschungsinstitute, In­genieurgesellschaften und weitere Insti­tutionen – an der Entwicklung neuer, tragfähiger Konzepte zur künftig gesetz­lich geforderten Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlammaschen. Im Rahmen des Projekts soll auf dem Gelän­de der Kläranlage Bottrop eine großtech­nische Anlage zur Rückgewinnung des in den Klärschlammaschen gebundenen Phosphors entstehen und in Demonstra­tionsbetrieb gehen.

Als Ergebnis eines mehrstufigen Aus­wahlverfahrens haben sich die Projektbe­teiligten nun auf das anzuwendende Ver­fahren verständigt. Die Wahl fiel auf ei­nen auf der patentierten PARFORCE-Technologie basierenden nasschemi­schen Prozess der PARFORCE Enginee­ring & Consulting GmbH (Freiberg). Ziel ist die Erzeugung von Phosphorsäure aus Klärschlammaschen. Nach Abschluss der Vorplanung im Dezember 2020 laufen derzeit die Vorbereitungen für die nächs­ten Planungsphasen und den Antrag auf Bewilligung von Bau und Betrieb. Bau­herrin der Anlage ist die PhosRec Phos­phor-Recycling GmbH, eine Tochterge­sellschaft der beteiligten Wasserverbän­de, die eigens für die Forschungsarbeiten gegründet wurde. Die Anlage soll Mitte 2023 in Betrieb gehen.

Bereits Ende 2020 ist ein verbände­übergreifendes Analyseprogramm für Klärschlamm und Klärschlammaschen gestartet. Die erhobenen Messdaten flie­ßen in eine gemeinsame Datenbank ein und werden so unter anderem dem Auf­bau eines Klärschlamm-und Klärschlammaschemanagements dienen. Ab Frühjahr 2021 werden gemeinsam mit den assoziierten Unternehmen mögliche Verwertungspfade für die erzeugten Pro­dukte weiter konkretisiert. Im Austausch mit weiteren Forschungsprojekten der Fördermaßnahme „Regionales Phosphor-Recycling“ (RePhoR) des Bundesministe­riums für Bildung und Forschung (BMBF) werden zusätzlich die Themen „Nachhal­tigkeitsbewertung“ und „Rechtliche Randbedingungen“ in den Fokus gestellt.

Das Verbundprojekt AMPHORE wird vom BMBF innerhalb der Fördermaß­nahme RePhoR unterstützt. RePhoR ist Teil des BMBF-Rahmenprogramms „For­schung für Nachhaltige Entwicklung“ (FONA3). Bewilligt wurden zunächst BMBF-Mittel von rund einer Million Euro für die erste zweijährige Projektphase zur Verdichtung von Grundlagendaten, Konzept-und Methodenentwicklung so­wie die Planung und Genehmigung der großtechnischen Demonstrationsanlage. Für das Gesamtvorhaben ist ein Förder­volumen von rund sieben Millionen Euro geplant.

https://www.ruhrverband.de/wissen/projekt-amphore
https://www.bmbf-rephor.de

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DWA-Landesverbandstagung Sachsen/Thüringen 2021 online

Weil dem veranstaltenden Landesverband die Gesundheit der Teilnehmer und Mit­glieder wichtig ist, findet die Tagung auf­grund der hohen Inzidenzwerte in Thürin­gen in diesem Jahr online statt.

Als Ersatz für die ausgefallene Präsenzver­anstaltung wird es am 6. September 2022 eine außerordentliche Landesverbandsta­gung in Weimar geben.

Am 6.Mai 2021 findet die diesjährige Landesverbandstagung Sachsen/Thürin­gen online statt.Die Veranstaltung um­fasst auch im digitalen Format eine Fach­tagung mit virtueller Industrieausstel­lung, Innovationsforum, Absolventenfo­rum und Mitgliederversammlung.Das Motto der Tagung lautet „Das Kima wan­delt sich – was können wir tun?“

Mit Prof.Dr.Dr.h. c.Hans Joachim Schellnhuber ist es gelungen, einen der wohl weltweit renommiertesten Wissen­schaftler zur Klimaänderung für den Plenarvortrag auf der Landesverbandsta­gung zu gewinnen.Von 1992–2018 bau­te Schellnhuber das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK) auf.Er beriet in Klimafragen nicht nur die Bundesregierung und Bundeskanzlerin Angela Merkel, sondern unter anderem auch EU-Kommissionspräsident Baroso, den amerikanischen Präsidenten G.W.Bush und nicht zuletzt Papst Franziskus bei der Abfassung seiner Umweltenzykli­ka.Er ist Mitglied zahlreicher wissen­schaftlicher Organisationen, wie der deutschen Nationalakademie Leopoldina, der US Academy of Sciences und der Päpstlichen Akademie der Wissenschaf­ten.Das 2°-Ziel, die internationalen No­belpreisträgersymposien zum globalenWandel und viele andere Initiativen zum Schutz des Erdklimas gehen auf seine Aktivitäten zurück.

Das Kima wandelt sich – was können wir als Wasserwirtschaftler in Sachsen und Thüringen tun, Herr Prof. Schellnhuber?

Programm

Begrüßung
Prof.Dr.-Ing.Hubertus Milke, Vorsitzen­der des DWA-Landesverbandes Sachsen/ Thüringen

Grußwort
Prof.Dr.Uli Paetzel, DWA-Präsident

Eröffnung der Tagung
Ministerin Anja Siegesmund, Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Plenarvortrag
Herausforderung Klimawandel
Prof.Dr.Dr.h. c.Hans Joachim Schelln­huber, Direktor Emeritus des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Pots­dam

Innovationsforum
Innovative Ideen und aktuelle Projekte aus Forschung, Hochschulen, Industrie und Betrieb werden in Kurzvorträgen veranschaulicht und ermöglichen einen Einstieg in das Thema für weitere Dis­kussionen.

Absolventenforum
Abschlussarbeiten aus dem Landesver­band werden in Form von Kurzvorträgen präsentiert.Kommen Sie im Anschluss gern mit den Absolventen zu den Fachthemen und potenziellen Weiterentwick­lungen in unserer digitalen Diskussions­runde ins Gespräch.
Block „Wasserwirtschaft/Wasserbau“
Wie kann Copernicus die Wasserwirt­schaft unterstützen?
Wetter und Starkregen – wie ist die Vorhersage?
Niedrigwasser und Trockenheit in Thüringen
Trockenheit – mehr als nur Niedrig­wasser?
Hochwasserschutz und Gewässerent­wicklung stärken – Aufbau der Ge­wässerunterhaltungsverbände in Thüringen

Block „Abwasser“
Grundsätze zur Bewirtschaftung und Behandlung von Regenwetterabflüs­sen zur Einleitung in Oberflächenge­wässer – Auswirkungen des DWA-A 102 in der Anwendungspraxis
Herausforderungen an die Grundla­genermittlung im Kontext des DWA-A 102 am Beispiel eines Pilotprojek­tes in Leipzig
Radarregendaten in der Stadtentwäs­serung
Vertikale KlimaKlärAnlage zur Steige­rung der Ressourceneffizienz und Le­bensqualität in urbanen Räumen
Das Abwasser als Informationsquelle – Schätzung des SARS-CoV-2 Infekti­onsgrades mittels Analysen des Klär­anlagenzulaufs

Industrieausstellung
Unternehmen der Branchen Abwasser-und Abfalltechnik sowie des Wasserbaus und der Gewässerunterhaltung präsen­tieren auch im digitalen Tagungsformat ihre Produkte, Leistungen und Neuent­wicklungen.Der Landesverbandsvorsit­zende Prof.Dr.-Ing.Hubertus Milke eröff­net die digitale Fachausstellung um 8 Uhr.Es schließt sich ein virtueller Rund­gang an.

DWA-Landesverband Sachsen/Thüringen Niedersedlitzer Platz 13, 01259 Dresden Tel. 03 51/33 94 80 80 Fax 03 51/33 94 80 88 E-Mail: moeller@dwa-st.de

Programm und Anmeldung:
https://www.dwa-st.de/de/lvt.html

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Bestens informiert trotz Pandemie

Der DWA-Landesverband Hessen/Rhein­land-Pfalz/Saarland etabliert ein Online-Konzept für das „Best Practice“-Seminar.Damit wird ein kontaktloser Austausch über aktuelle Themen trotz der Corona-Pandemie möglich gemacht.

Der persönliche, zwischenmenschli­che Austausch ist die Grundlage der Lan­desverbandsarbeit in der DWA – und seit Beginn der Corona-Pandemie von Ange­sicht zu Angesicht beinahe unmöglich geworden.In Zeiten, in denen vielerorts Betriebe heruntergefahren oder Arbeits­plätze ins Home-Office verlegt werden, zeigt sich jedoch auch noch viel deutli­cher als vorher die Wichtigkeit der Klär­anlagen und deren reibungslose Funkti­on.

Vortrag und Diskussion
Um auch in Pandemiezeiten auf dem neusten Stand der Abwassertechnik und des Betriebs der Anlage zu bleiben, hat sich der Landesverband Hessen/Rhein­land-Pfalz/Saarland ein neues Format überlegt, das die Grenzen von Corona und die örtliche Begrenzung sprengen soll: Der „Best Practice“-Austausch der Kläranlagen-Nachbarschaften wurde kurzerhand zum „Online-Best Practice“ und findet nun digital statt.Grundlage des einmal im Monat stattfindenden Treffens sind immer Schwerpunktthe­men, die den Zuhörer*innen aus vielen Nachbarschaften des Landesverbands durch einen Vortrag über die Online-Plattform „Webex“ digital nähergebracht werden.An den Input anschließend fin­det eine Diskussionsrunde statt.

Von Winterdienst bis Virenlast
Die Themenauswahl ist dabei stets aktu­ell und praxisrelevant: Ging es bei den ersten Terminen im späten Herbst letzten Jahres um die kurze Abschaltung einer Kläranlage für den Einbau eines neuen Trafos sowie um die ordentliche Winter­räumung, so schloss im Dezember ein Themenvormittag zur Alleinarbeit auf der Anlage an.Die Inputreferate wurden dabei ausschließlich von DWA-Mitglie­dern und Mitarbeiter*innen der Anlagen gehalten und kamen so aus der Praxis für die Praxis.Nicht weniger interessant sollte sich die Themenwahl des neuen Jahres gestalten.Die Veröffentlichung der Entwürfe der Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme der Wasser­rahmenrichtlinie im Zyklus 2022–2027 Ende des letzten Jahres gab Veranlas­sung zur genauen Betrachtung.Die Fol­gen für und Anforderungen an die Klär­anlagen war so Thema des „Online-Best Practice“ im Januar.

Universitäre Unterstützung bekam das Format im Februar durch Prof.Dr.Susanne Lackner von der TU Darmstadt.Die Expertin für Abwasserwirtschaft stellte in ihrer spannenden Präsentation dar, wie Corona-Infektionshotspots durch eine analytische Untersuchung des Abwassers und der Virenlast bestimmt werden können – und zwar schneller als durch eine nachträgliche Infektionsmel­dung.Flächendeckend etabliert ist solch ein Nachweissystem bereits in den Nie­derlanden, und dies könnte auch für Deutschland Vorbild sein.

Flexibel und unkompliziert
Ein großer Vorteil des Onlineformats ist seine örtli­che Ungebun­denheit.So können im flä­chenmäßig re­lativ großen Landesverband auch Vertreter*innen aus Nordhessen ohne lange Anfahrt bei Ver­anstaltungen in der Pfalz teilnehmen.Das schont die Umwelt, die Nerven und den Geldbeutel.Weiter wird die unkom­plizierte Übertragung auf die jeweiligen Endgeräte der Nutzer*innen dem Infek­tionsschutz gerecht, da auch bequem von Zuhause im Home-Office oder alleine im Büro zugehört und mitdiskutiert werden kann.Der neu erprobte Rahmen erhält dabei nicht nur viele positive Rückmel­dungen, auch die Anmeldezahlen spre­chen für sich.So konnten beim letzten Vortrag fast 50 Zuhörer*innen begrüßt werden.

An dem neuen Format Interessierte finden weitere Informationen auf der Homepage des Landesverbands:
https://www.dwa-hrps.de/de
oder per E-Mail: info@dwa-hrps.de

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Wegweiser zu Klimavorsorge­diensten in Deutschland

Gebündelten Daten, Informationen und Werkzeuge zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels – das liefert das Deut­sche Klimavorsorgeportal KLiVO der Bundesregierung: Hilfsmittel sowohl für Praxiserfahrene – Vertreterinnen und Vertreter von Schutzorganisationen wie dem Technischen Hilfswerk sowie zu­ständigen Behörden –, aber auch für Bür­gerinnen und Bürger. Auf einer interakti­ven Deutschlandkarte ist tagesaktuell zu erkennen, an welchen Flüssen es Hoch­wasser gibt. Hier werden die Wasserstän­de an über 1300 Pegeln angezeigt und Warnungen ausgesprochen. Neben den Hochwasserdiensten sind auf dem KLi­VO-Portal viele weitere Angebote zu fin­den – von Arbeitshilfen zu Starkregen­vorsorge über Sturmschutzmanagement und Hitzewarnungen bis zu Strategieent­wicklungen zur Klimaanpassung. Die Funktionsweise des Portals ist denkbar einfach: Mit Such- und Filterfunktionen werden Leitfäden, Webtools, Karten oder Daten abrufbar, die im Umgang mit den unvermeidbaren Folgen des Klimawan­dels unterstützen. Informationsdienste liefern dafür aktuelle und zukünftige me­teorologische sowie klimatologische Da­ten unter anderem zu Temperatur, Nie­derschlag, Wind und Meerestemperatur. Das KLiVO-Portal wird im Auftrag der Bundesregierung vom Umweltbundes­amt und Deutschen Wetterdienst betrie­ben.

http://www.klivoportal.de

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Neues UN-Berichtssystem macht Beitrag der Natur zur Wirtschaft sichtbar

Die Vereinten Nationen haben sich auf einen neuen statistischen Rahmen geei­nigt, der die Leistungen der Natur, also die Beiträge von Feuchtgebieten, Wäl­dern, Ozeanen und anderen Ökosyste­men, bei der Berechnung der Wirt­schaftsleistung besser berücksichtigen wird. Die Europäische Kommission hatte die UN bei der Entwicklung des neuen Systems mit Beiträgen aus Wissenschaft, Statistik und Politik unterstützt. Die Eu­ropäische Kommission wird nun vor­schlagen, die Verordnung über die Euro­päischen Umweltökonomischen Gesamt­rechnungen zu ändern, um ihren Erfas­sungsbereich um ein neues Modul zur Bi­lanzierung von Naturkapital zu erwei­tern, das vollständig mit dem UN-Rah­menwerk übereinstimmt.

https://seea.un.org

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EU-Kommission legt Leitfaden für Umweltziele in den nationalen Aufbauplänen vor

Die Europäische Kommission hat ihre Leitlinien für die Umsetzung der Um­weltziele im EU-Aufbauprogramm Next­Generation EU vorgelegt. Sämtliche In­vestitionen und Reformen der Mitglied­staaten müssen sich am Grundsatz der „Vermeidung erheblicher Beeinträchti­gungen“ (do no significant harm) orien­tieren. Die Regierungen müssen also si­cherstellen, dass ihre Aufbaupläne die Verwirklichung von Umweltzielen nicht behindern. Dabei soll sie dieser Leitfaden unterstützen.

Die Aufbau- und Resilienzfazilität, die das Europäische Parlament Anfang Feb­ruar 2021 gebilligt hat, wird 672,5 Milli­arden Euro an Darlehen und Zuschüssen zur Unterstützung von Reformen und In­vestitionen in den Mitgliedstaaten bereit­stellen. Der neue Leitfaden soll die Mit­gliedstaaten dabei unterstützen, sicher­zustellen, dass alle Investitionen und Re­formen, die sie zur Finanzierung durch den EU-Aufbaufonds vorschlagen, die Umweltziele der EU im Sinne der Taxo­nomie-Verordnung nicht wesentlich be­einträchtigen.

Download des Leitfadens:
http://www.gfa-news.de/gfa/web­code/20210212_003

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Umwelttechnikpreis Baden-Württemberg ausgeschrieben

Bis zum 23.April 2021 können sich Un­ternehmen um den 7.Umwelttechnik­preis Baden-Württemberg bewerben. Der Preis unterstützt Unternehmen dabei, ih­re innovativen, umwelt- und klimascho­nenden Verfahren und Produkte bekann­ter zu machen. Er ist mit insgesamt 100 000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre vergeben. Bewerben können sich Unternehmen mit Sitz oder Niederlas­sung in Baden-Württemberg mit neuarti­gen Produkten oder Verfahren in folgen­den Kategorien: Energieeffizienz, Mate­rialeffizienz, Emissionsminderung, Auf­bereitung und Abtrennung sowie Mess-, Steuer- und Regeltechnik, Industrie 4.0.Die Jury vergibt außerdem einen Son­derpreis.

http://www.umwelttechnikpreis.de

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Digitale 54. Essener Tagung für Wasserwirtschaft

Wasser in einer veränderten Welt
Wann: 09.06.2021 – 10.06.2021

Die 54. ESSENER TAGUNG wird aufgrund der auch weiterhin nicht vorhersehbaren Entwicklungen erstmals als komplett digitale Veranstaltung am 09. und 10. Juni 2021 durchgeführt.

Der virtuelle Kongress wird in einem neuen zeitlichen Format angeboten: das Live-Programm erstreckt sich über zwei Tage und eine Auswahl weiterer virtueller Räume steht Ihnen jederzeit zur Verfügung, so dass keine Überschneidungen mehr stattfinden müssen. Bis auf die Live-Tagung können alle anderen Räume jederzeit abgerufen werden.

Im Mittelpunkt stehen Live-Vorträge von namhaften Fachleuten zu den wichtigsten Themen der Wasserwirtschaft. Es liegt auf der Hand, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie dabei in mehreren Vorträgen behandelt werden. Aber auch andere wichtige Fragestellungen wie die Anpassung an die Folgen des Klimawandels, der Umgang mit Antibiotikaresistenzen und Spurenstoffen im Wasserkreislauf oder die Digitalisierung haben weiterhin einen hohen Stellenwert. Erstmals findet in diesem Jahr eine Podiumsdiskussion zum Leitthema der Tagung statt, prominent eingeleitet durch einen Vortrag aus dem Bundesumweltministerium.

Auch die weiteren, unsere Tagung prägenden Elemente wie die Fachausstellung, die Vorträge von Young Scientists, die Exkursionen und die zwanglosen Pausengespräche werden in die digitale Welt überführt.

Weitere Infos und Anmeldung zur digitalen Essener Tagung 2021 auf https://essenertagung.de

https://www.fiw.rwth-aachen.de/aktuelles-veranstaltungen/veranstaltungen?tx_govevent_kalender%5Baction%5D=detail&tx_govevent_kalender%5Bcontroller%5D=Kalender&tx_govevent_kalender%5Bevent%5D=19&cHash=fda9916c2c47d16e3d15c88d6993c316

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Abwasserbetriebe können Point of Care (PoC)-Antigen-Schnelltests selbst beziehen

Unternehmen und Einrichtungen der öf­fentlichen Trinkwasserversorgung und der öffentlichen Abwasserentsorgung dürfen seit dem 2.Februar 2021 Anti­gen-Schnelltests zum Nachweis des Co­ronavirus SARS-CoV-2 beziehen und nut­zen.Das geht aus einer Änderung der Medizinprodukte-Abgabeverordnung (MPAV) hervor.Die genannten wasser­wirtschaftlichen Unternehmen dürfen [Point of Care (PoC)]-Schnelltests direkt vom Hersteller, beim entsprechenden Großhandel oder bei Apotheken selbst beziehen und durch geschultes Personal (das nicht medizinisches Personal sein muss) anwenden (lassen).Bundesge­sundheitsminister Jens Spahn führt hier­zu in einem Rundschreiben vom 16.Februar 2021 aus: „Das heißt konkret, dass diese Unternehmen und Einrichtun­gen regelmäßige Testungen für ihre Be­schäftigten und Besucherinnen und Be­sucher anbieten können und diese Tests zum Bestandteil ihres Hygiene-und Schutzkonzeptes machen können, idea­lerweise unter Beratung durch den je­weiligen betriebsärztlichen Dienst oder die Berufsgenossenschaft.“

Download des Schreibens des Bundesgesundheitsministers:
http://www.gfa-news.de/gfa/webcode/20210216_005

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Bewerbungen für den Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt 2022 gesucht

Die Bewerbungsphase für den Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt (IKU) ist gestartet. Bis zum 21.Juni 2021 können sich deutsche Unternehmen und Forschungseinrichtungen um den bereits zum achten Mal ausgeschriebenen Preis bewerben. Gesucht werden nachhaltige Lösungen in sieben Kategorien:

Prozessinnovationen für den Klima­schutz
Produkt-und Dienstleistungsinnova­tionen für den Klimaschutz
Umweltfreundliche Technologien
Umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen
Kooperation mit Entwicklungs-und Schwellenländern bei technischen oder sozialen Innovationen für Um­welt-und Klimaschutz
Innovation und biologische Vielfalt
Nutzung des digitalen Wandels für klima- und umweltfreundliche Inno­vationen.

Die Preisträger werden insgesamt 175 000 Euro für innovative klima- und umweltfreundliche Prozesse, Produkte und Dienstleistungen sowie Technologie­transferlösungen für Schwellen- und Ent­wicklungsländer erhalten. Die IKU-Mittel stammen aus der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesum­weltministeriums (BMU).Am Wettbe­werb teilnehmen können alle in Deutsch­land ansässigen Unternehmen, For­schungseinrichtungen und Einzelperso­nen.

http://www.iku-innovationspreis.de
https://www.klimaschutz.de

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Rheinland-Pfalz startet Corona-Messungen auf Kläranlagen

Rheinland-Pfalz plant die Durchführung von SARS-CoV-2-Analysen im Zu-und Ablauf von zwei Kläranlagen. Welche Kläranlagen konkret beprobt werden sol­len, gibt das zuständige Umweltministe­rium noch nicht bekannt. Die Messungen im Abwasser sollen begleitend zu den In­fektionszahlen der Gesundheitsämter durchgeführt werden und so weitere Aufschlüsse über das Infektionsgesche­hen liefern. Langfristig hält das Umwelt­ministerium die Weiterentwicklung zu einem Frühwarnsystem auch für andere Krankheitserregern für denkbar.

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Förderung: Nachwuchsgruppe „MINT für die Umwelt“ gesucht

Mit bis zu einer Million Euro fördert die Vector Stiftung den Forschungsnach­wuchs in Baden-Württemberg. Exzellen­te Nachwuchswissenschaftler*innen können sich bis zum 15.Juli 2021 um Fördermittel für den Aufbau einer eige­nen Nachwuchsgruppe zum Thema „MINT für die Umwelt“ bewerben. Vor­gesehen ist eine Förderung über vier Jah­re. Nach erfolgreicher Endevaluierung wird eine mögliche Verlängerung für zwei weitere Jahre geprüft.

https://vector-stiftung.de/foerderbereiche/#ausschreibungen
http://www.umwelttechnikpreis.de

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Erweiterung der Kläranlage von Merck um eine vierte Reinigungsstufe

Als erstes Industrieunternehmen in Süd­hessen will der Darmstädter Wissen­schafts-und Technologiekonzerns Merck seine Industriekläranlage um eine vierte Reinigungsstufe erweitern. Die zusätzliche Behandlungsstufe soll aus einer Aktivkohleeinheit mit vorgeschalteter optionaler Tuchfiltration bestehen. Ziel ist eine deutlich höhere Reduktion der organischen Fracht durch die Abwasser­behandlung und somit eine Verbesserung der Gewässerqualität im Darmbach   und Landgraben. Aus der Kläranlage von Merck werden bis zu 10 000 Kubikmeter Abwasser pro Tag in den  Darmbach ein­geleitet. Mit der Genehmigung der Anla­ge rechnet das Regierungspräsidium Darmstadt im ersten Halbjahr 2021.Merck möchte mit den Bauarbeiten im Sommer 2021 beginnen; die Inbetrieb­nahme ist für das Jahr 2023 geplant.

Der Ausbau erfolgt im Rahmen der Spurenstoffstrategie Hessisches Ried. Das Ried hat einen besonderen Stellen­wert durch seine Rolle in der Wasserver­sorgung im Rhein-Main-Gebiet und seine hohe Besiedlungsdichte. Da ein Aus­tausch zwischen den Oberflächengewäs­sern und dem Grundwasser im Hessi­schen Ried stattfindet, können über das Abwasser von kommunalen sowie indus­triellen Einleitungen auch Spurenstoffe in Form von Arzneimittelrückständen, Haushalts-und Industriechemikalien, Pflanzenschutzmittel und Biozide, die durch den Boden nur zum Teil zurückge­halten werden, in das Grundwasser ein­dringen.

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Auszeichnung für „Medi-Müll-Boxen“

Für „Medi-Müll“-Boxen zur sicheren Ent­sorgung alter Arzneimittel sind die Berli­ner Wasserbetriebe am 10.März 2021 mit dem Deutschen Ideenmanagement­preis 2021 des Deutsches Instituts für Ideen- und Innovationsmanagement ge­würdigt worden. Die praktische Sammel­box geht auf einen innerbetrieblichen Verbesserungsvorschlag zurück. Die Me­di-Müll-Boxen etwa im Foyer der Wasser­betriebe-Zentrale in Berlin-Mitte ge­währleiste eine sichere Entsorgung bei einfachster Handhabung und biete durch ihre Gestaltung und Platzierung Kommu­nikationsanlässe für das wichtige Thema der Entsorgung von Arzneimittelresten.

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Neue EU-Strategie für die Anpassung an den Klimawandel angenommen

Die Europäische Kommission hat eine neue EU-Strategie für die Anpassung an den Klimawandel angenommen.Die Strategie soll den Weg zur Vorbereitung auf die unvermeidbaren Auswirkungen des Klimawandels weisen.Aufbauend auf die Strategie zur Anpassung an den Klimawandel von 2013 zielen die neuen Vorschläge darauf ab, den Schwerpunkt vom Verständnis des Problems auf die Entwicklung von Lösungen zu verlagern und von der Planung zur Umsetzung überzugehen.

Die Anpassungsmaßnahmen müssen, so die EU-Kommission, „sich auf solide Daten und Risikobewertungsinstrumente stützen, die allen zur Verfügung stehen – von Familien, die Wohnungen oder Häu­ser kaufen, bauen oder renovieren, bis hin zu Unternehmen in Küstenregionen oder Landwirten bei der Anbauplanung.Um das zu erreichen, werden in der Stra­tegie Maßnahmen vorgeschlagen, mit denen die Grenzen des Wissens über die Anpassung an den Klimawandel verscho­ben werden sollen, um mehr und besse­re Daten zu klimabezogenen Risiken und Verlusten zu erheben und allen zur Ver­fügung zu stellen.Die Europäische Wis­sensplattform für Klimaanpassung Cli­mate-ADAPT wird verbessert und erwei­tert, und es wird eine spezielle Beobach­tungsstelle für Gesundheit geben, die der besseren Nachverfolgung, Analyse und Vorbeugung der Auswirkungen des Kli­mawandels auf die Gesundheit dienen soll.“ Die Kommission werde weiterhin in allen relevanten Politikbereichen Klima­resilienzaspekten Rechnung tragen.

http://www.gfa-news.de/gfa/webcode/20210224_005

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Niedersachsen: mehr Klärschlamm als Dünger verwertet

In Niedersachsen wurden im Jahr 2019 im Rahmen der öffentlichen Abwasserentsorgung rund 161 000 Tonnen Trockenmasse Klärschlamm aus kommu­nalen Abwasserbehandlungsanlagen di­rekt und ohne Zwischenlagerung ent­sorgt.Wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) mitteilt, ging da­von mehr als die Hälfte (rund 86 600 Tonnen) in die stoffliche Verwertung.Da­bei war die Landwirtschaft der größte Abnehmer und brachte etwa 62 800 Ton­nen als Dünger aus, rund 1,5 % mehr als im Vorjahr.Davon wurden rund 48 100 Tonnen in Niedersachsen aufgebracht und knapp 14 700 Tonnen in anderen Ländern in Deutschland.Der Rest (rund 23 800 Tonnen) diente anderen stofflichen Verwendungen wie Kompostie­rung, Vererdung oder Verregnung.

Weitere 64 400 Tonnen des im Jahr 2019 angefallenen Klärschlamms wur­den thermisch verwertet.Das durch Ver­brennung entsorgte Aufkommen fiel im Vergleich zu 2018 um 7,0 % geringer aus.Der Klärschlamm wurde überwie­gend in Abfallverbrennungsanlagen und in Energieversorgungsunternehmen mit­verbrannt (knapp 58 000 Tonnen).Die­ses Aufkommen ging um 9,6 % zurück.In Monoverbrennungsanlagen wurden mit knapp 5000 Tonnen dagegen 8,6 % mehr Klärschlammtrockenmasse als 2018 verwertet.

Sonstige direkte Entsorgungswege, zum Beispiel die Abgabe an Trocknungs­anlagen, wurden 2019 in einem Umfang von knapp 9800 Tonnen genutzt.

Tabellarische Übersicht:
http://www.statistik.niedersachsen.de/download/165092

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Kampfstoffe: Sanierung des Dethlinger Teichs

Das niedersächsische Umweltministeri­um hat eine Vereinbarung mit dem Hei­dekreis unterzeichnet und stellt damit weitere 38,4 Millionen Euro für die voll­ständige Sanierung des Dethlinger Teichs bereit. Der zehn bis zwölf Meter tiefe Dethlinger Teich ist eine ehemalige Kie­selgur-Grube bei Munster, in die wäh­rend und nach dem zweiten Weltkrieg mehr als 100 000 Stück chemische Kampfmittel entsorgt wurden. Laut Me­dienberichten wird er von manchen Fachleuten als „giftigster Ort der Welt“ bezeichnet.

Eine Untersuchung eines benachbar­ten Grundgewässers anhand von 150 Messstellen hatte eine massive Belastung mit Kampfstoff-Abbauprodukten erge­ben. Bei der anschließenden Erkundung des Dethlinger Teichs zwischen Septem­ber 2019 und April 2020 an drei Teilflä­chen wurden insgesamt 2552 Stücke Kampfstoffmunition geborgen. Die Sa­nierung soll im Herbst dieses Jahres star­ten und ist für fünf Jahre angesetzt. In vergangenen Jahren hatte das Umwelt­ministerium bereits 10,3 Millionen Euro bereitgestellt, an denen der Heidekreis mit 1,1 Millionen Euro beteiligt war. Der Bund beteiligt sich im Rahmen der Staatspraxis ebenfalls an den Kosten der Sanierungsmaßnahme.

Hintergrundinformationen:
http://www.gfa-news.de/gfa

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Hamburger Wohnquartier nutzt Wärme aus Abwasser

In einem Neubauquartier im Hamburger Stadtteil Barmbek soll Abwasserwärme aus dem Siel (wie die Kanalisation in der Hansestadt genannt wird) als Energie für Heizungen und Warmwasser verwendet werden.Es sollen 149 Miet-und Eigen­tumswohnungen angeschlossen werden.„Wir haben die Versorgung in unserem Neubauquartier so geplant, dass die Mie­ter und Eigentümer weitestgehend ener­gieautark wohnen können“, erklärt Maren Grohs, Energieberaterin beim Immobilienunternehmen Frank.Neben einer Photovoltaik-Anlage auf den Dächern, die den Bewohnern Strom lie­fert, liegt das zentrale Element der Wär­meversorgung, die Wärmeaustauscher, unter dem Asphalt der Straße: Im Siel in­stalliert Hamburg Energie im Auftrag von Frank auf einer Strecke von 106 Me­tern 53 Wärmetauscher-Module.Durch den Einsatz der Abwasserwärme sollen jährlich 45 Tonnen Kohlendioxid im Ver­gleich zur herkömmlichen fossilen Fern­wärme eingespart werden.Die Bewoh­ner des Quartiers werden dadurch aber nicht finanziell stärker belastet.Sie be­ziehen die Wärme zu einem Preis, der dem der Fernwärme gleicht.Die Wohn­anlage im KfW-40-Effizienzstandard ist seit Ende 2020 im Bau.Etwa zum Jahres­wechsel 2022/2023 sollen die Bewohner die Wohnungen beziehen können.

Projektsteckbrief:
http://www.gfa-news.de/gfa/webcode/20210209_002

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EU-Kommission legt Digitalziele für 2030 vor

Wie die EU-Mitgliedstaaten den digitalen Wandel bis 2030 gemeinsam meistern können, hat die EU-Kommission am 9.März 2021 in einem Strategiepapier aus­geführt.Bis 2030 sollten mindestens 80 Prozent aller Erwachsenen über grundlegende digitale Kompetenzen ver­fügen, alle Haushalte in der EU eine Gi­gabit-Anbindung haben, alle wichtigen öffentlichen Dienste online verfügbar sein und drei von vier Unternehmen Cloud-Computing-Dienste, Big Data und künstliche Intelligenz nutzen.

Die Kommission schlägt einen digita­len Kompass vor, um die Digitalziele der EU für 2030 konkret umzusetzen.Der Kompass sieht eine gemeinsame Gover­nance-Struktur mit den Mitgliedstaaten vor, die auf einem Überwachungssystem mit jährlichen Berichten in Form von „Ampeln“ beruht.Die Ziele werden in ei­nem mit dem Europäischen Parlament und dem Rat zu vereinbarenden Maß­nahmenprogramm verankert.Zur Finan­zierung heißt es, für jeden nationalen Plan wurde ein Ausgabenziel von 20 Pro­zent für digitale Zwecke zusätzlich zur digitalen Komponente des EU-Haushalts 2021–2027 festgelegt.

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BSI warnt: Kritische Schwach­stellen in Exchange-Servern

Zehntausende Exchange-Server in Deutschland sind nach Informationen des IT-Dienstleisters Shodan über das In­ternet angreifbar und mit hoher Wahr­scheinlichkeit bereits mit Schadsoftware infiziert. Betroffen sind Organisationen jeder Größe. Das Bundesamt für Sicher­heit in der Informationstechnik (BSI) teilte am 5.März 2021 mit, es habe be­gonnen, potenziell Betroffene zu infor­mieren. Es empfiehlt allen Betreibern von betroffenen Exchange-Servern, so­fort die von Microsoft bereitgestellten Patches einzuspielen. Anfällige Ex­change-Systeme sollten aufgrund des sehr hohen Angriffsrisikos dringend auf entsprechende Auffälligkeiten geprüft werden. Erschwerend komme aktuell hinzu, dass tausende Systeme noch Schwachstellen aufweisen, die seit über einem Jahr bekannt sind und noch nicht gepatched wurden. Insbesondere Kleine und Mittelständische Unternehmen (KMU) könnten hiervon betroffen sein. Neben dem Zugriff auf die E-Mail-Kom­munikation der jeweiligen Unternehmen lässt sich von Angreifern über solche ver­wundbaren Server-Systeme oftmals auch der Zugriff auf das komplette Unterneh­mensnetzwerk erlangen.

Aktuelle Warnung des BSI:
http://www.gfa-news.de/

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Berlin: Löschwasser aus Fabrikbrand beeinträchtigt Klärwerk

Nach dem Großbrand in einem Galvanik-Betrieb in Berlin-Marienfelde in der Nacht zum 12.Februar 2021 sind mit dem Löschwasser auch Stoffe ins Klär­werk Waßmannsdorf der Berliner Was­serbetriebe gelangt, die die Reinigung des Abwassers beeinträchtigen. Dazu ge­hören auch Cyanide. Diese haben einige der Mikroorganismen im Klärwerk stark beeinträchtigt. Damit kam es unter ande­rem auch durch nicht vollständig abge­baute Stoffe in den beiden offen fließen­den Ableitern des Klärwerks zu einer starken Sauerstoffzehrung, in den Ablei­tern sind Fische gestorben. Im Rahmen der Beseitigung der Störung brachten mehr als 20 schwere Tankwagen frischen belebten Schlamm aus dem Klärwerk Ruhleben nach Waßmannsdorf.

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BIM-basierte Planungshilfen für Arbeitsstätten machbar?

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat den Bericht „Machbarkeitsstudie für BIM-basierte Planungshilfen für Arbeitsstätten“ veröf­fentlicht. Die Studie fasst die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie zusammen, die die BAuA in Auftrag gegeben hatte, um zu prüfen, ob sich die Vorgaben des Ar­beitsstättenrechts in digitale Planungs­hilfen wie das Building Information Mo­deling (BIM) integrieren lassen. Der Be­richt Studie bestätigt den Bedarf an un­terstützenden Assistenzsystemen und konkretisiert Einsatzmöglichkeiten aus unterschiedlichen Anwenderperspekti­ven und zeigt notwendige Handlungs­schritte auf. In Deutschland werden jähr­lich schätzungsweise etwa 25 000 Nicht­wohngebäude errichtet. In den meisten Fällen wird es sich um Arbeitsstätten handeln, die gut und sicher gestaltet sein müssen. Dazu macht das Arbeitsstätten­recht Vorgaben. Hier setzt die Idee von BIM-basierten Planungshilfen für Ar­beitsstätten an.

Kostenloser Download:
http://www.baua.de/dok/8855390

Zusammenfassender Bericht:
http://www.baua.de/dok/8855560

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Bauhauptgewerbe 2020: Umsatzsteigerung beim Bau von Kläranlagen

Der Jahresumsatz im Bauhauptgewerbe ist 2020 um 4,9 % gegenüber dem Jahr 2019 gestiegen. Damit erzielte das Bau­hauptgewerbe trotz der Corona-Krise im achten Jahr in Folge einen Umsatzan stieg. Das teilt das Statistische Bundes­amt (Destatis) nach vorläufigen Ergeb­nissen mit. Die Zahl der Beschäftigten stieg um 1,5 % gegenüber dem Vorjahr. Unter den umsatzstärksten Wirtschafts­zweigen innerhalb des gesamten Bau­hauptgewerbes konnten die Zimmerei mit +13,6 % und der Leitungstiefbau und Kläranlagenbau mit +12,8 % die größten Umsatzsteigerungen im Jahr 2020 verzeichnen. Mit Ausnahme des Baus von Straßen und Bahnverkehrsstre­cken konnten alle Wirtschaftszweige des Bauhauptgewerbes im Vorjahresver­gleich Umsatzzuwächse verzeichnen.

Im Dezember 2020 fiel der Umsatz im Bauhauptgewerbe 18,0 % höher aus als im Dezember 2019.Im gleichen Zeit­raum stieg die Zahl der Beschäftigten um 1,7 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Umsätze der Zimmereibetriebe stie­gen im Dezember 2020 mit 41,9 % und beim Leitungstiefbau und Kläranlagen­bau mit 35,8 % gegenüber dem Vorjah­resmonat am stärksten. Den geringsten Umsatzzuwachs verzeichnete der „Sons­tige Tiefbau“ (zum Beispiel Wasserbau) mit 1,1 %.

Daten und Grafiken:
http://www.gfa-news.de/gfa/webcode/20210310_001

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Schleswig-Holstein: Bagger stürzt in Klärschlammbecken

Bei Reinigungsarbeiten an einem Klär­schlammbecken in Bredstedt (Landkreis Nordfriesland, Schleswig-Holstein) stürzte am 15.Februar 2021 ein Bagger­fahrer mit seinem Bagger seitlich in das mindestens 1,50 m tiefe Becken und ver­sank zum Teil in diesem. Die Kabinentür befand sich in Richtung Beckengrund, sodass der Baggerfahrer die Kabine nicht verlassen konnte. Die Kabine füllte sich rasch mit Klärschlamm, und nur dem aufmerksamen und beherzten Handeln zweier Mitarbeiter, die auf dem Gelände des Klärwerks arbeiteten, war es zu ver­danken, dass der Baggerfahrer gerettet wurde: Als der Bagger plötzlich aus dem Blickfeld der Männer verschwunden war, liefen die beiden zu dem Klärschlamm­becken, setzten einen Notruf ab, holten eine Leiter, die sie über den Schlamm in Richtung Fahrerkabine legten, überquer­ten diese, schlugen eine Seitenscheibe ein und befreiten den bereits bis zur Hüf­te im Schlamm steckenden Fahrer. Nur kurze Zeit später wäre eine Rettung ver­mutlich nicht mehr möglich gewesen. Als die Rettungskräfte und die Polizei am Einsatzort eintrafen, war die Fahrerkabi­ne bereits vollständig mit Schlamm ge­füllt. Der Baggerfahrer erlitt leichte Ver­letzungen und einen Schock.

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Bundesregierung: Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie ist Herausforderung

Die Bundesregierung hält an den Zielen der EU-Wasserrahmenrichtlinie fest und will diese nicht aufweichen. Dies geht aus der Antwort (Bundestags-Drucksache 19/26097) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hervor. Die Wasserrahmenrichtlinie fordert, dass in den Mitgliedstaaten der EU bis Ende 2027 die Gewässerschutzziele erreicht werden sollen. Die Erreichung der Be­wirtschaftungsziele der Wasserrahmen­richtlinie liege vorrangig in der Zustän­digkeit der Länder, betont die Bundesre­gierung. Die Bewirtschaftungspläne müssen demnach bis spätestens 22.März 2022 an die Europäische Kommission be­richtet werden.Es sei eine Herausforde­rung nicht nur für Deutschland, die Be­wirtschaftungsziele in allen Wasserkör­pern bis zum Jahr 2027 zu erreichen, er­klärt die Bundesregierung weiter.

Download der Bundestags-Drucksache:
http://www.gfa-news.de/gfa/webcode/20210128_001

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EU-Kommission startet Konsultation zur Umweltkriminalität

Die Europäische Kommission will die EU-Regeln zur Umweltkriminalität überar­beiten und befragt mit einer Konsultati­on im Vorfeld die interessierte Öffent­lichkeit.Die Ergebnisse werden in die Überarbeitung der EU-Vorschriften zur Umweltkriminalität einfließen.Ein Vor­schlag für eine überarbeitete EU-Gesetz­gebung wird bis Ende 2021 erwartet.Ei­ne Bewertung der Richtlinie, die 2019– 2020 durchgeführt wurde, kam zu dem Schluss, dass es noch Raum für Verbesse­rungen gibt, wenn es um die Reduzie­rung von Umweltkriminalität und die Verfolgung von Straftätern geht.Die Überarbeitung geht auf diese Probleme ein, indem sie die gestärkte Kompetenz der EU im Bereich des Strafrechts nutzt und eine bessere Koordinierung der Vor­schriften mit anderen grünen Initiativen sicherstellt.Die Teilnahme an der öffent­lichen Konsultation ist bis zum 4.Mai 2021 möglich.

Link zur Konsultation:
http://www.gfa-news.de/gfa/webcode/20210208_005

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20 Jahre Wasserrahmenrichtlinie: Empfehlungen des Umweltbundesamts

„Neun Empfehlungen für den guten Zu­stand unserer Gewässer“ enthält ein Po­sitionspapier des Umweltbundesamts an­lässlich des 20.Jahrestags der Veröffent­lichung der europäischen Wasserrah­menrichtlinie.Seit 20 Jahren sei die Was­serrahmenrichtlinie eine Säule des Ge­wässerschutzes.Es wurde viel erreicht – das Ziel „guter Zustand“ werde aber oft verfehlt.Das Papier des UBA ist ein Plä­doyer für eine ambitionierte Wasserpoli­tik an alle beteiligten Akteure.– Down­load:

https://www.umweltbundesamt.de/ publikationen/20-jahre-wasserrahmen­richtlinie-empfehlungen

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Bund der Steuerzahler NRW ruft zu Widerspruch gegen Abwassergebührenbescheide 2021 auf

Der Bund der Steuerzahlen NRW ruft al­le Gebührenzahler in Nordrhein-Westfa­len dazu auf, sich gegen ihren Abwasser­gebührenbescheid 2021 zu wehren.Der Bund der Steuerzahler kritisiert zweier­lei: Bei der Kalkulation der Abwasserge­bühren werde von den meisten Kommu­nen ein zu hoher Zinssatz zugrunde ge­legt.Und bei der Abschreibung werde nach Wiederbeschaffungszeitwerten statt nach den niedrigeren Anschaffungs­werten gerechnet.Ein diesbezüglicher Musterprozess sei beim Oberverwal­tungsgericht in Münster anhängig (Az.9 A 1019/20).Der Steuerzahlerbund er­wartet eine Entscheidung noch im Jahr 2021.

Der Hauptgeschäftsführer des Städte-und Gemeindebunds Nordrhein-Westfa­len weist die Kritik zurück: „Die Entsor­gung des Abwassers zählt zu den zentra­len Elementen der kommunalen Daseins­vorsorge.Vorwürfe, die Städte und Ge­meinden würden bei der Berechnung der Gebühren auf Gewinne aus sein, entbeh­ren jeder Grundlage.Bau und Betrieb von Kanalnetzen sind aufwendig.Ihre Fi­nanzierung muss verlässlich und mit lan­gem Horizont geplant sein.Darum orien­tieren sich Städte und Gemeinden bei der Kalkulation von Abwassergebühren an gemittelten Zinswerten, die den Durchschnitt der vorangegangenen 50 Jahre abbilden.Dieses Verfahren vermei­det kurzfristige Schwankungen und er­möglicht Planungssicherheit für Bürge­rinnen und Bürger wie auch für Städte und Gemeinden.Die Rechtsprechung hat durchgehend bestätigt, dass die Berech­nungsmethoden der Kommunen mit den Vorgaben des Kommunalabgabengeset­zes im Einklang stehen, wonach das Ge­bührenaufkommen die Kosten für Be­trieb und Bau der Anlage nicht über­schreiten darf.“

http://www.steuerzahler.de/nrw/abwasser

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Bayern: Neuer „Schwammstadt“-Leitfaden für Kommunen und Planer vorgestellt

Der Klimawandel ist in den Städten stär­ker spürbar als auf dem Land.Dieser Ef­fekt soll mit dem Generationenthema „Schwammstadt“ minimiert werden.Das betonte Bayerns Umweltminister Thors­ten Glauber am 27.Januar 2021 in Mün­chen anlässlich der Vorstellung eines neuen Leitfadens für Kommunen und Planer: „Der Klimawandel verändert auch das Leben in unseren Siedlungen.Die Sommer werden heißer, die Nieder­schläge nehmen ab.… Auf der anderen Seite drohen häufigere extreme Hoch­wasser und Starkregen.Deshalb brau­chen wir ein Konzept für die Städte und Gemeinden der Zukunft.Unsere Lösung heißt Schwammstädte.Wir müssen das Wasser in unseren Städten halten wie in einem Schwamm.Dafür dürfen Städte nicht weiter zubetoniert werden.“ Studi­en zeigen, dass die Temperatur vor Ort um bis zu 3 °C sinken könnte, wenn Städte wieder grüner werden.

Der Leitfaden enthält eine Reihe von Lösungsansätzen und Umsetzungsbei­spielen, wie mit den aktuellen Heraus­forderungen durch den Klimawandel beider Siedlungsentwicklung umgegangen werden kann.Konkret wird beispielswie­se vorgeschlagen, schon bei der Bauleit­planung Flächen für den Rückhalt und die Versickerung von Regenwasser fest­zusetzen oder eine Gebäudebegrünung zu fordern.Auch bei der Stadterneue­rung kann durch neu angelegte abge­senkte Grünflächen Regen gespeichert und damit die Hitze- und Starkregenvor­sorge verbessert werden.Gleichzeitig werden damit Aufenthaltsqualität und Artenvielfalt erhöht.

Der Leitfaden wurde gemeinsam ent­wickelt von Umweltministerium, Landes­amt für Umwelt, DWA-Landesverband Bayern, Bayerischer Architektenkammer, Bayerischer Ingenieurekammer Bau, Bayerischem Städtetag und Bayerischem Gemeindetag.

Download des Leitfadens:
http://www.stmuv.bayern.de/niedrigwasser.htm

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Grüne und blaue Infrastruktur für das Ruhrgebiet

In den kommenden zehn Jahren investie­ren das Land Nordrhein-Westfalen und die Wasserverbände rund 250 Millionen Euro in den Ausbau der grünen und blauen Infrastruktur im Ruhrgebiet, um die Lebensqualität der Städte zu erhalten und Schäden im Klimawandel zu vermei­den.Auf Beschluss der Landesregierung werden die Projekte „Klimaresiliente Re­gion mit internationaler Strahlkraft“ und „Offensive Grüne Infrastruktur 2030“ im Rahmen der Ruhrkonferenz mit über 145 Millionen Euro gefördert.Anfang Febru­ar zogen Landesumweltministerin Ursula Heinen-Esser und Prof.Dr.Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emscherge­nossenschaft, und weitere Partner ein erstes positives Fazit zu den bereits um­gesetzten und gestarteten Projekten und blickten nach vorne.„Klimaschutz und Klimaanpassung sind zentrale Daseins­vorsorge.Weniger Hitzestau, dafür mehr grüne Lebens- und Erholungsräume, we­niger Versiegelung, dafür mehr natürli­che Versickerungsbereiche, weniger Überflutungen von Straßen, dafür klima­feste Infrastruktur.Mit zahlreichen Maß­nahmen und Ideen trägt das Projekt be­reits ganz konkret zu einer klimasicheren Zukunft und damit auch zur Lebensqua­lität der Menschen in der Metropolregion Ruhr bei“, so Heinen-Esser.

Zur Koordinierung und Unterstüt­zung der Ideen und Maßnahmen zur Kli­maanpassung hat die Emschergenossen­schaft vor einem Jahr eine Service-Orga­nisation in Essen eingerichtet.Als zentra­le Anlaufstelle koordiniert sie die Zusam­menarbeit der Kommunen und Wasser­verbände und ermöglicht mit den För­dermitteln des Landes die Maßnahmen vor Ort.„Ein funktionierendes Modell, das in den vergangenen Monaten im Schatten von Corona bereits viel für die Klimafolgenanpassung in der Region an­gestoßen und umgesetzt hat.Mit dem Projekt ‚Klimaresiliente Region mit inter­nationaler Strahlkraft‘ konnten Emscher­genossenschaft und Städte ihre Initiati­ven für eine klimafeste Zukunft deutlich ausbauen“, erklärte Uli Paetzel bei der Jahrespressekonferenz.

Im ersten Jahr haben zahlreiche Kom­munen mit Unterstützung der Service- Organisation Dächer und Fassaden be­grünt, Bäume gepflanzt, Flächen entsie­gelt und Regenwasser abgekoppelt.An 111 Projekten hat die Zukunftsinitiative 2020 gearbeitet, 55 Maßnahmen haben einen Zuwendungsbescheid erhalten.Die Mittel stehen bereit beziehungsweise sind ausgegeben.Rund 5500 Quadrat­meter sind bereits bepflanzt und rund 10 000 Quadratmeter sind abgekoppelt oder entsiegelt worden.So kann Regen­wasser verdunsten, im Boden versickern oder in ein Gewässer abfließen.Bis 2040 sollen mindestens 25 Prozent der befes­tigten Flächen vom Kanalnetz abgekop­pelt und der Verdunstungsgrad um zehn Prozent in der Region erhöht werden.Weitere Maßnahmen sind bereits für 2021 in der Planung.So prüft eine Mach­barkeitsstudie die Begrünung der Fassa­de des Kohlenbunkers (Green Tower) im Nordsternpark in Gelsenkirchen und des Amphitheater-Parkplatzes in dem Areal.Mit der Baumaßnahme könnte nachhal­tige Regenwasserbewirtschaftung umge­setzt werden.Die Stadtwerke Bochum nutzen eine anstehende Sanierung zwei­er Dachflächen auf ihrem Betriebshof in Bochum-Hamme, um sich mit einer Dachbegrünung für Klimaschutz und Ar­tenvielfalt einzusetzen.

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Baden-Württemberg: 22 Millionen für Projekte zur Gewinnung von Rohstoffen aus Abfall und Abwasser

Das Umweltministerium Baden-Würt­temberg startet das neue Förderpro­gramms „EFRE Bioökonomie – Bioraffi­nerien zur Gewinnung von Rohstoffen aus Abfall und Abwasser – Bio-Ab-Cyc­ling“.Damit sollen innovative Verfahren in Demonstrations- oder Pilotanlagen miteinander verknüpft sowie erforscht und technisch vorangetrieben werden.Insbesondere die Kombination verschie­dener Verfahren und biointelligente An­sätze soll erprobt werden.Die Anlagen seien ein Modell für die spätere Anwendung an urbanen und industriellen Standorten.Für das Förderprogramm stehen bis zu 22 Millionen Euro bereit.Davon stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) voraussichtlich zehn Millionen Euro, die mit bis zu zwölf Millionen Euro an Lan­desmitteln ergänzt werden sollen.So können etwa vier bis sechs Projekte ge­fördert werden, beispielsweise auf Klär­anlagen, in Unternehmen oder in Abfall­behandlungsanlagen sowie in kommuna­len Entsorgungsbetrieben.

Weitere Informationen:
http://www.gfa-news.de/gfa/webcode/20210120_002

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Wettbewerb „Klimaaktive Kommune 2021“ gestartet

Bis zum 20.April 2021 können Kommu­nen am Wettbewerb „Klimaaktive Kom­mune 2021“ des Bundesumweltministe­riums und des Deutschen Instituts für Ur­banistik (Difu) teilnehmen und je 25 000 Euro für vorbildliche Klimaaktivitäten gewinnen.Teilnahmeberechtigt sind Städte, Landkreise und Gemeinden.Aus­drücklich gewünscht sind dabei auch Ko­operationsprojekte, bei denen die kom­munale Verwaltung mit weiteren Akteu­ren und/oder mit anderen Kommunen sowie mit kommunalen Unternehmen zusammenarbeitet.

Bewerbungen sind in folgenden Kate­gorien möglich: Ressourcen- und Ener­gieeffizienz; klimafreundliche Mobilität; Klimaaktivitäten zum Mitmachen; Son­derpreis: Klimaschutz durch Digitalisie­rung.Die Gewinner werden im Rahmen einer öffentlichen Preisverleihung auf der Kommunalen Klimakonferenz vor­aussichtlich im November 2021 bekannt gegeben und ausgezeichnet.

https://www.klimaschutz.de/wettbewerb2021

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Kommunaler Klärschlamm zu 75 Prozent verbrannt

Die Menge des entsorgten Klärschlamms aus kommunalen Kläranlagen in Deutschland ist im Jahr 2019 gegenüber dem Vorjahr mit 1,74 Millionen Tonnen Trockenmasse fast gleichgeblieben. Sie lag um 0,4 % unter dem Wert von 2018. Das teilt das Statistische Bundesamt (De­statis) mit. Ebenso wie im Vorjahr wur­den 74 % des entsorgten Klärschlamms verbrannt (1,29 Millionen Tonnen). In der Landwirtschaft, beim Landschaftsbau oder in sonstiger stofflicher Verwertung wurden rund 25 % der kommunalen Klärschlammmenge eingesetzt (0,43 Mil­lionen Tonnen). Sonstige direkte Entsor­gungswege wurden selten genutzt. Im Jahr 2019 wurde auf diese Art wie schon in den Vorjahren weniger als 1 % der Klärschlammmenge entsorgt.

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Bürger wollen hitzemindernde Maßnahmen

Bei Bürgern besteht eine extrem große Zustimmung zu hitzemindernden Maß­nahmen in der Innenstadt.Dies zeigt ei­neim Rahmen des BMBF-Forschungspro­jektes „HeatResilientCity“ durchgeführte Bürgerbefragung in Erfurt.Unter dem Motto „Platz nehmen – auch bei Hitze“ wurden im August 2020 Maßnahmen zur hitze-angepassten Umgestaltung des Leipziger Platzes erprobt und aktiv durch die Erfurterinnen und Erfurter getestet.Nun hat das Institut für Stadtforschung der Fachhochschule Erfurt (ISP) gemein­sam mit dem Umweltamt der Landes­hauptstadt Erfurt die Ergebnisse der ins­gesamt 900 an der Befragung beteiligten Bewohnerinnen und Bewohner vorgelegt – mit einem mehr als eindeutigen Ergeb­nis: Die Erfurterinnen und Erfurter wün­schen sich mit über 99 % positiven Be­wertungen beispielsweise Baumneu­pflanzungen auf dem Leipziger Platz.Be­sonders gut wurden zusätzlich Maßnah­men, wie die Pflanzung von Blumen und Gräsern und die Schaffung von beschat­teten Sitzplätzen und -gruppen einge­schätzt.95 % der Befragten würden eine Umgestaltung des Leipziger Platzes un­terstützen.

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Frankreich stellt Abwasserdaten für Corona-Monitoring online

In Frankreich stellen seit Ende Januar rund 40 Kläranlagen ihre Daten zur Überwachung von SARS-CoV-2 online zur Verfügung. Die Probenahme an den Kläranlagen erfolgt nach einem einheitli­chen Protokoll im Einlaufbereich. Die Daten des Obépine-Netzwerks sollen ei­nen genauen und unvoreingenommenen Blick auf die Verbreitung des Virus in der Bevölkerung ermöglichen. Die Veröffent­lichung der Daten soll schrittweise auf alle 150 von Obépine überwachten Klär­anlagen ausgedehnt werden. Geplant ist, Indikatoren für etwa 30 Gemeinden zu veröffentlichen, die in Form von Kurven dargestellt werden sollen. Mit den Daten soll vor allem der Infektionsgrad der Be­völkerung besser abgebildet werden, da bei der normalen Testung der Großteil der asymptomatischen Fälle nicht in die Statistik eingeht. Mit seiner nahezu in Echtzeit erfolgenden Erfassung der Vi­ruszirkulation soll der Indikator im Ge­gensatz zu Tests und Krankenhausauf­enthalten eine frühzeitige Erkennung der Entwicklung der Epidemie ermöglichen.

https://www.reseau-obepine.fr

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EIB stellt weiteres Darlehen für Emscher-Renaturierung bereit

Die Europäische Investitionsbank (EIB) stellt der Emschergenossenschaft einen weiteren Darlehensrahmen in Höhe von 500 Millionen Euro für die umfangreiche Neugestaltung des Flusssystems zur Ver­fügung.Mit dem Darlehensrahmen ko-fi­nanziert die EIB das Investitionspro­gramm der Emschergenossenschaft für die Jahre 2020 bis 2024.Es ist nach 2011, 2013 und 2017 bereits die vierte Finanzierung von Seiten der EIB für das umfassende Entwicklungsvorhaben.Ins­gesamt stellt die EU-Bank für das Gene­rationenprojekt Emscher-Umbau damit 1,8 Milliarden Euro zur Verfügung.Die Darlehen haben eine Laufzeit von bis zu 45 Jahren und können trotz des langen Zeitraums festverzinst werden.Wegen der Absenkungen durch den Kohleabbau ließ sich im Bereich der Emscher kein un­terirdisches Abwasserkanalsystem ein­richten, sodass die Emscher und ihre Ne­benläufe fast ein Jahrhundert lang als of­fenes Abwassersystem dienen mussten.Erst die Nordwanderung des Bergbaus Ende der 1980er-Jahre ermöglichte den Emscher-Umbau, das heißt Renaturie­rung des Flusses und Bau einer Abwas­serkanalisation.

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DWA vernetzt internationale Forschung zum Corona-Moni­toring über den Abwasserpfad

Kann das Corona-Monitoring über den Abwasserpfad zu einem die Pandemie begleitendenden Früh- und Entwarnsys­tem entwickelt werden? Können mit ei­nem solchen System Virusmutationen frühzeitig aufgespürt werden? Kann mit Abwassermonitoring die Dunkelziffer über belastbare Modellberechnungen er­mittelt werden? Zur Beantwortung die­ser bei der Bekämpfung der Corona-Pan­demie überaus wichtigen Fragen hat das Bundesministerium für Bildung und For­schung (BMBF) die DWA mit der Vernet­zung der nationalen und internationalen Forschung zu dieser Thematik beauf­tragt. Ende dieses Jahres sollen konkrete Antworten vorliegen. „Bis zur Praxistauglichkeit eines solchen Abwassermo­nitoringsystems ist es noch ein sehr lan­ger Weg. Durch die Vernetzung der For­schergruppen und durch den frühzeiti­gen Austausch der Erkenntnisse hoffen wir jedoch, viel schneller ans Ziel zu kommen“, hebt Johannes Lohaus, Spre­cher der DWA-Bundesgeschäftsführung, die Bedeutung des Projekts hervor.

Am 25. Januar 2021 hat die DWA das Projekt CoroMoni „Aufbau einer Kom­munikationsplattform zum Thema Ab­wassermonitoring zur Bestimmung des SARS-CoV-2-Infektionsgrades der Bevöl­kerung“ mit einer digitalen Auftaktver­anstaltung offiziell gestartet. Neben Wis­senschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden nahmen Vertreter des Robert-Koch-Instituts, des Umwelt­bundesamtes und der Europäischen Kommission teil. Insbesondere von der EU wird das Projekt sehr begrüßt. „Diese Initiative war überfällig!“, so Bernd Manfred Gawlik, DG Joint Research Centre der Europäischen Kommission, der eine europäische Umbrella-Studie zum gleichen Thema koordiniert. „Die Kommission richtet ihren Fokus derzeit auf den Nachweis der UK-Mutation über Abwasser-Monitoring“, betont Gawlik.

Forschungsprojekte zum Nachweis von Corona-Infektionen über den Abwas­serpfad laufen bereits seit dem Frühjahr des letzten Jahres sowohl in Deutschland als auch in vielen anderen Staaten. Die DWA arbeitet beispielsweise seit April 2020 gemeinsam mit dem UFZ Helm­holtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig sowie der TU Dresden intensiv diesbezüglich zusammen. Klare Erkennt­nis der Projekte: Das Virus ist im Abwas­ser nicht lebensfähig, eine Infektionsge­fahr über den Abwasserpfad besteht nicht. Die Erbinformationen des Virus können im Abwasser aber definitiv an verbliebenen RNA-Fragmenten nachge­wiesen werden, über den Abwasserpfad lassen sich Infektionen im Einzugsgebiet bereits vor dem Ausbruch einer Infekti­onswelle feststellen. Dem Virus einen Schritt voraus zu sein bedeutet, Hotspot- Regionen frühzeitig zu identifizieren, Vi­rus-Mutationen vor einer massiven Aus­breitung aufzuspüren und die Wirkung von Lockdown-Maßnahmen schneller bewerten zu können. Corona-Monitoring über den Abwasserpfad fungiert dann als Pandemie begleitendes System, von der Früherkennung über die Mutationsauf­spürung bis zur Entwarnung. Dabei auch im Fokus: Kann das System aufwendige und kostspielige Massentestungen mit hohem Anteil negativer Ergebnisse er­gänzen oder sogar ersetzen?

Besonders interessant ist die Einbin­dung der Wissenschaftlerinnen und Wis­senschaftler aus Österreich, der Schweiz und den Niederlanden mit deren jeweili­gen besonderen Wissen. In den Nieder­landen bestanden beispielsweise bereits vor der Corona-Pandemie Erfahrungen mit dem Nachweis von Erregern wie En­teroviren bezüglich des Epidemie-Poten­zials über Abwasser. Die Niederlande ha­ben daher bereits notwendige Strukturen im Land aufgebaut, um das System flä­chendeckend zu nutzen. Und auch für die aktuellen Projekte gilt, dass die der­zeitigen Forschungsaktivitäten sich nicht allein auf Corona beschränken dürfen und werden. Die Erkenntnisse dienen auch als wertvolle Grundlage für mögli­che zukünftige Epidemien bzw. Pandemi­en.

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BBSR sucht Projekte zur Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) ruft Städte und Gemeinden zur Einreichung beispielge­bender Projekte zur „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ auf.För­derfähig sind sowohl investive wie auch investitionsvorbereitende, begleitende und konzeptionelle Maßnahmen zur Stärkung der Vitalität und Funktionsviel­falt von städtischen Grün- und Freiräu­men.Voraussetzung für eine Förderungist eine hohe fachliche Qualität, ein über­durchschnittliches Investitionsvolumen oder ein hohes Innovationspotenzial der Maßnahmen.„Parks, Gärten und andere Grünanlagen sind den Folgen des Klima­wandels ausgesetzt, beispielsweise som­merlicher Trockenheit.Gleichzeitig ver­ringern sie im Sommer die Hitze in der Stadt und sorgen dafür, dass Wasser bei extremem Regen schnell versickert“, sagt der Leiter des BBSR, Dr.Markus Eltges.„Die Corona-Pandemie hat uns vor Au­gen geführt, dass Grünräume sehr wich­tig für gesunde, lebendige und lebens­werte Wohnorte sind.Ihre vielen Funkti­onen gilt es in den Projekten mitzuden­ken.“ Das Programm wird aus dem Ener­gie- und Klimafonds des Bundes finan­ziert.Bundesmittel stehen in den Jahren 2021 bis 2024 bereit.Kommunen sind aufgerufen, bis zum 15.März 2021 Pro­jektvorschläge beim BBSR einzureichen.Alle Informationen zur Förderung und zum Bewerbungsverfahren können Inte­ressierte online hier abrufen:

http://www.bbsr.bund.de/klima-raeume

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Beteiligungsverfahren bei Bauvorhaben können weiter digital erfolgen

Die öffentliche Beteiligung bei Infra­strukturvorhaben kann weiterhin ohne physische Treffen und digital erfolgen.Die dafür nötigen Regelungen des Pla­nungssicherstellungsgesetzes (PlanSiG) werden bis Ende 2022 verlängert.Dies hat das Bundeskabinett Mitte Januar 2021 beschlossen.Das Planungssicher­stellungsgesetz wurde im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Pandemie er­lassen.

Für viele Planungs- und Genehmi­gungsverfahren ist normalerweise die körperliche Anwesenheit von Personen erforderlich, zum Beispiel bei der Ein­sichtnahme in Unterlagen oder bei der Durchführung von Erörterungs- und An­hörungsterminen.Aus Gründen des In­fektionsschutzes können diese Verfah­rensschritte nun schon seit längerer Zeit nicht wie gewohnt durchgeführt werden.Mit dem Planungssicherstellungsgesetz wurden daher vorübergehende Ersatz­möglichkeiten, zum Beispiel Internetver­öffentlichungen oder die Durchführung von Online-Konsultationen, geschaffen.Um niemanden von Beteiligungsmöglichkeiten auszuschließen, soll für Bau-und Investitionsvorhaben weiterhin eine Veröffentlichung der wesentlichen Unter­lagen und Entscheidungen sowie die Wahrnehmung von Verfahrensrechten im klassischen, analogen Sinn erhalten blei­ben.

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Hackathon im Wassermanagement – ACHEMA innovation challenge

Die DECHEMA organisiert im März einen Hackathon zur „predictive maintenance“ in der Industriewasserwirtschaft.Ge­sucht sind findige und kreative Teams, die innovative und unkonventionelle Lö­sungsvorschläge erarbeiten.Die Lö­sungsansätze sollen sich an konkreten Fragestellungen aus der (Ab-)Wasserbe­handlung, aber auch der Überwachung von Anlagenkomponenten orientieren.So sollen beispielsweise mithilfe von akustischen und optischen Sensoren Ver­fahrensschritte der (Ab-)Wasserbehand­lung optimiert bzw.Systemstörungen beim Transport flüssiger Medien schnel­ler ermittelt werden.Ausgehend von be­reits am Markt verfügbaren Sensoren bzw.Baugruppen soll eine Lösung entwi­ckelt werden, die eine Problemstellung ideal erfasst und in bestehende Daten­netze von Unternehmen und Kläranlagen integriert werden kann.Viele potenzielle Einsatzorte sind nicht ohne weiteres zu­gänglich bzw.verfügen aktuell über kei­ne Schnittstelle zu vorhandenen Daten­netzen – Lösungen müssen daher auch den Datentransfer sicherstellen.Der Ha­ckathon wird als Online-Event über ei­nen Zeitraum von zwölf Wochen stattfin­den.Die Organisation und Betreuung der einzelnen Teilnehmerteams über­nimmt die DECHEMA.In der Fachjury sind Industrieunternehmen wie Covest­ro, Evonik und EnviroChemie sowie die Hessen Trade & Invest vertreten.Den Ge­winnern winkt neben Sachpreisen unter anderem die Möglichkeit, ihre Konzepte einem internationalen Fachpublikum so­wie Experten aus der Industriewasser­wirtschaft vorzustellen.Die Vorstellung der einzelnen Ideen erfolgt im Rahmen der ACHEMA Pulse in Frankfurt und wird online gestreamt.

https://www.achema.de/de/die-achema/innovation-challenge

Dr. Daniel Frank E-Mail: Daniel.Frank@dechema.de Tel. 069/75 64 -665

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Ostfalia startet Forschungsprojekt zur Frühwarnung vor Epidemien mithilfe von Abwasser-Monitoring

Ein Forschungsteam der Ostfalia Hoch­schule für angewandte Wissenschaften am Standort Suderburg will im Projekt „SCREENING – Frühwarnsystem Kanal­netz am Beispiel SARS-CoV-2“ in den kommenden zwei Jahren die Möglichkei­ten eines gezielten Abwasser-Monito­rings näher untersuchen. Dahinter ste­hen Ansätze der abwasserbasierten Epi­demiologie: Da infizierte Personen über ihren Stuhl genetisches Material von Vi­ren ausscheiden können, untersuchen Forscher, wie dadurch Rückschlüsse auf das Infektionsgeschehen in den am Ka­nalnetz angeschlossenen Siedlungsgebie­ten ermöglicht werden.

Die Erarbeitung der Methoden im SCREENING-Projekt planen Prof. Dr.-Ing. Markus Wallner und Prof. Dr.-Ing. Artur Mennerich anhand der drei nieder­sächsischen Städte Uelzen, Celle und Hil­desheim. Ziel ist die Erstellung eines Leitfadens für Kommunen und Gesund­heitsämter, der aufzeigen soll, wie das vorhandene Abwasserkanalnetz im Fall von zukünftigen Epidemien optimal als Frühwarnsystem für lokale Infektions­herde genutzt werden könnte. In dem Forschungsvorhaben soll in Zusammen­arbeit mit kooperierenden Abwasserbe­trieben unter anderem der Prozess der Probenentnahme im Kanalnetz analy­siert werden. Dabei geht es zum Beispiel um die Frage, an welchen Stellen im Ka­nalnetz die Proben am besten entnom­men werden, um mit möglichst wenig Aufwand den höchsten Informationsge­halt über das regionale Infektionsgesche­hen in einem Siedlungsgebiet zu erhal­ten. Ein weiterer Schwerpunkt des For­schungsvorhabens widmet sich vornehm­lich der Probenaufbereitung und der mi­krobiologischen Analyse von SARS-CoV-2 im Abwasser. Hierzu arbeitet das Ostfalia-Team mit Forschenden der Leib­niz-Universität Hannover zusammen.

Das Projekt mit einem Gesamtvolu­men von 735 000 Euro für zwei Jahre wird gefördert durch den Strukturfonds EFRE (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung), einer Ko-Finanzierung des Landes und durch Eigenmittel der Ostfa­lia Hochschule für angewandte Wissen­schaften sowie der Leibniz Universität Hannover. Partner im Forschungsvorha­ben sind der Abwasserzweckverband Uelzen, der Eigenbetrieb Stadtentwässe­rung Celle, die Stadtentwässerung Hil­desheim, das Gesundheitsamt Landkreis Hildesheim sowie der DWA-Landesver­band Nord.

Prof. Dr.-Ing. Markus Wallner E-Mail: m.wallner@ostfalia.de

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Brandenburg: aktualisierte Arbeitshilfe „Hochwasser­schutz und Bauplanungsrecht“ veröffentlicht

Das Umweltministerium Brandenburg hat die Arbeitshilfe „Hochwasserschutz und Bauplanungsrecht“ aktualisiert. Das Papier richtet sich insbesondere an die Wasserbehörden und Bauaufsichtsbehör­den und erläutert Anforderungen des Hochwasserschutzes, die bei der Bauleit­planung und auch bei einzelnen Bauvor­haben zu beachten sind. Die Arbeitshilfe ersetzt die gleichnamige Version vom November 2009. Die durch die Rechtsan­wältepartnerschaft Götze & Müller-Wie­senhaken erstellte Arbeitsgrundlage wur­de unterstützt durch die Arbeitsgruppe „Vollzug in Überschwemmungsgebie­ten“, der neben dem Umwelt-und dem Infrastrukturministerium auch ausge­wählte untere Wasserbehörden und das Landesumweltamt angehören.

Die Arbeitshilfe steht im Internet zum Download bereit:
https://mluk.brandenburg.de/info/ueberschwemmungsgebiete

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Bundesumweltministerium startet „Nationalen Bürger*innen Dialog Wasser“

Das Bundesumweltministerium setzt bei der Gestaltung der zukünftigen Wasser­politik weiter auf eine breite Einbezie­hung aller Interessierten. Nach der Betei­ligung der Fachwelt sind nun die Mei­nungen und Perspektiven von interes­sierten Bürgerinnen und Bürgern ge­fragt. Ende Februar 2021 werden an vier unterschiedlichen Standorten in Deutsch­land per Zufall ausgeloste Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit erhalten, ih­re Ansichten zu ausgewählten Themen der Wasserwirtschaft zu äußern. Es geht darum, über mögliche Handlungsoptio­nen für die Wasserwirtschaft und den wasserbezogenen Umweltschutz zu dis­kutieren sowie Vorschläge, Ideen und Empfehlungen auszutauschen und zu entwickeln. Die Bürger*innenwerkstätten sollen gemeinsam mit einem Jugend­workshop und einem Online-Dialog die Grundlage für einen „Bürger*innenratschlag“ bilden. Weitere Informationen zum „Nationalen Bürger*innen Dialog Wasser“ findet man auf der Dialog-Platt­form des BMU. Diese Dialog-Plattform ist für alle interessierten Akteurinnen und Akteure zugänglich und bietet zudem im Zeitraum vom 27. Januar bis 10. Februar 2021 Möglichkeiten der aktiven Beteili­gung in Form einer Ideen-Werkstatt und einer Umfrage.

https://dialog.bmu.de

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4. Reinigungsstufe für Kläranlage Dortmund-Deusen

Um die Gewässerqualität der Emscher weiter zu verbessern, stellt das Umwelt­ministerium Nordrhein-Westfalen der Emschergenossenschaft 31,4 Millionen Euro für eine Nachrüstung und Optimie­rung der Kläranlage in Dortmund-Deu­sen zur Verfügung. Mit den Fördermit­teln wird eine vierte Reinigungsstufe zur Spurenstoffelimination realisiert, eine Pulveraktivkohlefiltration mit nachge­schaltetem Tuchfilter und Belüftung. Darüber hinaus erfolgt eine energetische Verbesserung der Anlage. Am 18. De­zember 2020 überreichte Umweltminis­terin Ursula Heinen-Esser die Förderbe­scheide an Prof. Dr. Uli Paetzel, Vor­standsvorsitzender der Emschergenos­senschaft, und Dr.-Ing. Emanuel Grün, Vorstand für Wassermanagement und Technik. Der Gewässerabschnitt bei Dort­mund-Deusen gilt als Musterbeispiel der Emscher-Renaturierung. In Trockenzei­ten trägt die Kläranlage zu bis zu 90 Pro­zent der Gesamtwassermenge bei.

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Hamburg: Weltweit erste Phosphor-Recyclinganlage fertiggestellt

Hamburg Wasser und Remondis haben auf dem Hamburger Klärwerk angekün­digt, ab Januar 2021 den Betrieb der neu errichteten Anlage mit einer gut dreimo­natigen Einfahrphase zu starten. Das Projekt mit Vorzeigecharakter sei bislang weltweit einzigartig: In Hamburg werde Phosphor mit dem von Remondis entwi­ckelten TetraPhos®-Verfahren erstmals wirtschaftlich effizient und im großtech­nischen Maßstab aus Abwasser zurück­gewonnen. Jährlich soll die Anlage rund 20 000 Tonnen Klärschlammasche ver­werten und daraus rund 7000 Tonnen hochreine Phosphorsäure gewinnen. Beim TetraPhos®-Verfahren werden gleich mehrere marktfähige Sekundär­rohstoffe in gleichbleibender Qualität und Verfügbarkeit zurückgewonnen, so ll die Betreiber: Phosphor, Eisen-und Alu­miniumsalze und Gips.

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Bundeskabinett beschließt Entwurf für IT-Sicherheitsgesetz 2.0

Die Bundesregierung hat im Dezember 2020 den Entwurf eines Zweiten Geset­zes zur Erhöhung der Sicherheit informa­tionstechnischer Systeme (IT-Sicherheits­gesetz 2.0) beschlossen. Damit unter­streicht sie die hohe Bedeutung der In­formations-und Cybersicherheit in Deutschland. Das Gesetz regelt unter anderem den Schutz der Bundesverwaltung, kritischer Infrastrukturen (KRITIS), von Unternehmen im besonde­ren öffentlichen Interesse und den Ver­braucherschutz.

Zum Bereich „kritische Infrastruktu­ren“ enthält das IT-Sicherheitsgesetzes 2.0 unter anderem folgende Regelungen: Betreiber Kritischer Infrastrukturen wer­den verpflichtet, Systeme zur Angriffser­kennung einzusetzen. Über eine Ände­rung im Gesetz über die Elektrizitäts-und Gasversorgung gilt diese Pflicht auch für Betreiber von Energieversor­gungsnetzen und Energieanlagen. Die bereits für Betreiber Kritischer Infra­strukturen geltenden Meldepflichten gel­ten künftig auch für Unternehmen, die von besonderem öffentlichen Interesse sind.

Download des Gesetzesentwurfs:
http://www.gfa-news.de/gfa/webcode/20210108_005

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Zweckverband zur Kommuna­len Klärschlammverwertung Thüringen (KKT) gegründet

Insgesamt 17 kommunale Aufgabenträ­ger der Abwasserentsorgung in Thürin­gen haben sich in den vergangenen Jah­ren intensiv mit Fragen der Klärschlamm­beseitigung auseinandergesetzt und im Ergebnis dazu entschlossen, zukünftig die Herausforderungen der deutlich ge­stiegenen Anforderungen an die Klär­schlammverwertung durch Bündelung ihrer Kräfte im Zweckverband zur Kom­munalen Klärschlammverwertung Thü­ringen (KKT) zu meistern. Ziel des Zu­sammenschlusses ist es, durch die ge­meinsame Aufgabenerfüllung der Teilaufgabe Klärschlammbeseitigung die ge­bührenseitigen Auswirkungen der neuen gesetzlichen Vorgaben so gering wie möglich zu halten, eine langfristig kalku­lierbare, wirtschaftliche und auch nach­haltige Strategie zur Umsetzung der Auf­gabe zu entwickeln und gemeinsam um­zusetzen. Die Gründungsmitglieder des Zweckverbandes sind der Auffassung, dass die interkommunale Zusammenar­beit auf dem hohen Niveau eines ge­meinsamen öffentlich-rechtlich organi­sierten Unternehmens ohne Gewinner­zielungsabsicht am besten geeignet ist, dieses Ziel zu erreichen.

Die Errichtung einer eigenen Verwer­tungsanlage des neuen Zweckverbands ist eine der zu untersuchenden Hand­lungsoptionen. Auch eine mögliche Ko­operation mit benachbarten ähnlich or­ganisierten kommunalen Netzwerken in benachbarten Bundesländern wird Ge­genstand der Strategieentwicklung sein, genauso wie die Bewertung der Entwick­lung des Verwertungsmarkts.

Die Gründungsmitglieder des Zweck­verbands zur Kommunalen Klärschlamm­verwertung Thüringen realisieren die Abwasserentsorgung für rund 810 000 Einwohner sowie ortsansässigen Betrie­be und Einrichtungen. Dabei fallen rund 63 000 Tonnen entwässerter Klär­schlamm (circa 35 % des Thüringer Lan­desaufkommens) an.

Mit der Unterzeichnung der Ver­bandssatzung durch die Gründungsmit­glieder am 1. Oktober 2020 und der Ver­öffentlichung der Genehmigung der Ver­bandssatzung durch die Rechtsaufsicht – das Thüringer Landesverwaltungsamt – am 4. Januar 2021 ist der Verband zum 5. Januar 2021 entstanden. Der Verband ist für den Beitritt weiterer Thüringer Aufgabenträger offen.

E-Mail: Andreas.stausberg@zwa-slf-ru.de Tel. 0173/3 79 13 00

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Staatenklage Tschechiens gegen Polen wegen Erweite­rung des Tagebau Turów vor dem Europäischen Gerichtshof

Tschechien hat in seinem Vorgehen ge­gen einen weiteren Ausbau des Braun­kohletagebaus Turów Rückenwind von der Europäischen Union erhalten. Die Europäische Kommission stellte am 17. Dezember 2020 im Vertragsverletzungs­verfahren der Tschechischen Republik gegen die Republik Polen zum Stopp der Erweiterung und Verlängerung des Koh­letagebaus Turów am Dreiländereck bei Zittau fest, dass Polen die Richtlinie über die Umweltverträglichkeitsprüfung und die Richtlinie über den Zugang der Öf­fentlichkeit zu Umweltinformationen nicht europarechtskonform umgesetzt hat.

Der Betrieb des erweiterten Tagebaus könnte laut einem Gutachten den Boden eines großen Gebietes der Stadt Zittau weiter um bis zu 1,2 Meter absinken las­sen. Neben schweren Schäden an Gebäu­den im Stadtgebiet würden demnach au­ßerdem große Mengen an durch den Ta­gebau entstehendem saurem Gruben­wasser das ökologische Gleichgewicht der Lausitzer Neiße bedrohen und die umliegenden Schutzgebiete gefährden.

Dem Freistaat Sachsen ist es aus rechtlichen Gründen nicht möglich, dem Verfahren als Streithelfer beizutreten. Die Bundesrepublik Deutschland dage­gen könnte die Tschechischen Republik als Streithelfer unterstützen.

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Baden-Württemberg: Landwirtschaftliche Klärschlamm­verwertung ist die Ausnahme

Im Jahr 2019 gingen in Baden-Württem­berg rund 99 % des insgesamt im Land erzeugten Klärschlamms in die Mit-oder Monoverbrennung. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes entfielen da­von drei Viertel auf die Verwendung als Ersatzbrennstoff – zum Beispiel in Ze­mentwerken oder Kohlekraftwerken – und rund ein Viertel auf die Monover­brennung an Standorten kommunaler Kläranlagen und industrieller Klär­schlamm-Verbrennungsanlagen. Dage­gen waren bis Anfang der 2000er-Jahre die stoffliche Verwertung in der Land­wirtschaft und im Landschaftsbau sowie die Deponierung die dominierenden Ent­sorgungswege.

Die Quote für die stoffliche Verwer­tung betrug 2019 rund 1 % der erzeug­ten Schlammmenge und erreichte damit in eine ähnliche Größenordnung wie 2018. In zehn der insgesamt 44 baden-württembergischen Stadt-und Landkrei­se fand eine Abgabe von Klärschlamm zur stofflichen Verwertung auf landwirt­schaftlichen Flächen oder im Land­schaftsbau statt; sie lag ausnahmslos un­ter 10 % der jeweiligen Schlammmenge im Kreis. In 31 Kreisen wurde der gesam­te Klärschlamm verbrannt. In drei Stadt­kreisen wird das Abwasser im Nachbar­kreis gereinigt.

Knapp ein Drittel des im Land erzeug­ten Klärschlamms wurde 2019 außer­halb Baden-Württembergs entsorgt. Da­von wurde der überwiegende Teil – gut26 % – an Industrieanlagen und Kraft­werke in anderen Bundesländern und ein kleinerer Teil – rund 1 % – ins Aus­land abgegeben. Wie das Statistische Landesamt Baden-Württemberg weiter feststellt, wurde in zwölf Stadt-und Landkreisen mehr als die Hälfte des Klär­schlamms in anderen Bundesländern oder im Ausland entsorgt. Gut 4 % des Klärschlamms aus sieben Landkreisen, insbesondere der gesamte im Landkreis Biberach und der größte Teil des im Alb-Donau-Kreis erzeugten Schlamms, ging an kommunale Kläranlagen in Bayern. Der Anteil des außerhalb der Landes­grenzen entsorgten Klärschlamms be­wegte sich 2019 in ähnlicher Größenord­nung wie in den Vorjahren.

In den Kläranlagen des Landes wur­den 2019 rund 220 000 Tonnen Klär­schlamm-Trockenmasse (Tsd. t TM) er­zeugt und innerhalb oder außerhalb der Landesgrenzen entsorgt. Hinzu kommen knapp 10 Tsd. t TM Klärschlamm, die insbesondere von Kläranlagen im Land­kreis Biberach und im Alb-Donau-Kreis an kommunale Kläranlagen in Bayern abgegeben wurden. In den kommunalen Kläranlagen Baden-Württembergs wur­den damit 2019 insgesamt rund 230 Tsd. t TM Klärschlamm erzeugt.

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Probebetrieb der weltweit größten solarthemischen Klärschlammtrocknungsanlage gestartet

Die Emschergenossenschaft hat den Pro­bebetrieb ihrer neuen solarthermischen Klärschlammtrocknungsanlage am Standort der Kläranlage Bottrop aufge­nommen. Mit einer Fläche von zirka 61 000 m² ist es die weltweit größte An­lage ihrer Art. Im Frühjahr 2019 hatte die Emschergenossenschaft mit der Er­richtung der neuen solarthermischen Klärschlammtrocknungsanlage (STT) in Bottrop begonnen. Nach nur eineinhalb Jahren Bauzeit konnte dann der Testbe­trieb in der STT starten.

In den ersten Hallen der Anlage wur­de der erste entwässerte Klärschlamm eingebracht. In diesen Hallen wird der Schlamm durch die Wendetechnik („elektrische Schweine“) regelmäßig ge­wendet und somit getrocknet. Gleichzei­tig gingen die ersten Abluftbehandlungs­anlagen in Betrieb, um eine Beeinträchti­gung des Umfelds durch den startenden Betrieb auszuschließen. In den kommen­den Wochen und Monaten werden dann Schritt für Schritt weitere Anlagenteile in Betrieb genommen, sodass die Emscher­genossenschaft etwa bis Mitte 2021 den Betrieb der STT bis zur vollen Auslastung hochfahren wird.

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Thüringen: Förderrichtlinie für Kleinkläranlagen verlängert

Die Förderrichtlinie für Kleinkläranlagen in Thüringen wird für weitere drei Jahre (bis Ende 2023) verlängert. Grund­stückseigentümer erhalten damit weiter­hin den erhöhten Zuschuss für den Er­satz-Neubau oder die Nachrüstung einer bestehenden Kleinkläranlage. Die Förderung ist für die Grundstückseigentü­mer möglich, deren Grundstück nach dem Abwasserbeseitigungskonzept des Zweckverbands oder der eigenentsor­genden Gemeinde dauerhaft nicht an ei­ne kommunale Abwasserentsorgung an­geschlossen werden soll. Anträge für die Förderung von Kleinkläranlagen sind ausschließlich an die Abwasserzweckver­bände bzw. eigenentsorgenden Gemein­den zu richten.

Weitere Informationen:
http://www.gfa-news.de/gfa/webcode/20210107_004

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Förderung für Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage Helmstedt

Das Projekt Klärschlamm-Monoverbren­nungsanlage (KVA) der EEW Energy from Waste Helmstedt GmbH (EEW) wird mit 1,5 Millionen Euro vom Land Niedersachsen gefördert. Geplant ist, dass die Anlage im Herbst 2021 den kommerziellen Betrieb aufnimmt. Die Fördermittel stammen aus der Gemein­schaftsaufgabe „Verbesserung der regio­nalen Wirtschaftsstruktur (GRW)“. Mit dem Programm stärkt das Wirtschaftsmi­nisterium des Landes die Wettbewerbs-und Anpassungsfähigkeit der Wirtschaft in strukturschwachen Regionen. Wie EEW mitteilt, könne der Standort bei passenden Rahmenbedingungen mit ei­nem Partner um eine Phosphorrecycling­anlage erweitert werden. Ferner sei es aufbauend auf der Wasserstoffstrategie des Landes Niedersachsen denkbar, dass die Helmstedter Unternehmen Avacon und EEW die Energiezukunft des Stand­ortes fortschreiben und grünen Wasser­stoff mit elektrischer Energie aus Wind­kraft, Sonne und energetischer Abfallver­wertung gewinnen.

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2,7 Millionen Euro für Phosphorrückgewinnung im Odenwaldkreis

Mit 2,7 Millionen Euro unterstützt das hessische Umweltministerium das inter­kommunale Phosphor-Recycling-Projekt (InterPhOs) des Odenwaldkreises und der Stadt Heppenheim an der Bergstra­ße. Dort beteiligen sich zehn kommuna­le Kläranlagen an der Phosphorrückge­winnung für die Region. Nach derzeiti­gem Projektstand soll die Klärschlamm­verwertung am Standort Michelstadt im Jahr 2022 beginnen. Insgesamt stellt das Land Hessen im Jahr 2021 zwölf Millio­nen Euro für Demonstrationsvorhaben und Machbarkeitsstudien zur Phosphor­rückgewinnung aus Klärschlamm und Klärschlammasche zur Verfügung.

https://upho.gmbh

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Klärschlammverwertung OWL – Start frei für die Ausschreibung

Die 47 Gesellschafter der Klärschlamm­verwertung OWL GmbH (KSV OWL; OWL: Region Ostwestfalen – Lippe) ha­ben die Vergabeverfahrensunterlagen freigegeben. Die Veröffentlichung auf dem Vergabeportal erfolgte am 16. De­zember 2020. Damit wird einer der größ­ten Aufträge der kommunalen Entsor­gung in dreistelliger Millionenhöhe in den Markt gegeben. In der KSV OWL ha­ben sich über die Gesellschafter 78 Ge­meinden, Städte, Kreise sowie Wasser-und Zweckverbände aus den Regierungs­bezirken Detmold und Arnsberg sowie Niedersachsen zusammengeschlossen, um gemeinsam langfristig, nachhaltig und wirtschaftlich ihre Klärschlämme zu entsorgen.

Die KSV OWL sucht über ein Verhand­lungsverfahren mit vorgeschaltetem Teil­nahmewettbewerb einen strategischen Partner, der mit ihr zusammen über ein gemeinsames Tochterunternehmen ab 2024 die Klärschlämme bis 2043 ent­sorgt. Das zukünftige Unternehmen wird eine Klärschlammverbrennungsanlage (KVA) planen, bauen und betreiben.

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Bayern: Erfolgsprojekt RZWas wird fortgesetzt

Die Förderung nach den RZWas (Richtli­nien für Zuwendungen zu wasserwirt­schaftlichen Vorhaben) in Bayern wird mit den neuen „RZWas 2021“ um weite­re vier Jahre bis Ende 2024 verlängert. Das Land Bayern hat seine Kommunen beim Bau und bei der Sanierung von Trink-und Abwasseranlagen in den ver­gangenen Jahrzehnten mit insgesamt 12,5 Milliarden Euro an Zuwendungen unterstützt. Die Förderung nach den RZ­Was wird nun mit den neuen RZWas 2021 um weitere vier Jahre bis Ende 2024 verlängert. Die neue Richtlinie tritt am 1. April 2021 in Kraft. Sie setzt die bewährte Härtefall-Förderung zur Sanie­rung der kommunalen Anlagen fort.

Die neuen Zuwendungsbescheide werden künftig – unabhängig von der Laufzeit der Förderrichtlinie – eine Gel­tungsdauer von vier Jahren haben. Bis 15. Oktober 2021 können die Kommu­nen eine Umstellung der Förderung von der RZWas 2018 auf die RZWas 2021 be­antragen. Die bisherigen Zuwendungsbe­scheide nach RZWas 2018 gelten ohne Einschränkungen weiter bis 31. Dezem­ber 2021.

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Umweltbundesamt legt neue Kostensätze für Umweltschäden vor

Für viele Umweltbelastungen und -schä­den gibt es etablierte wissenschaftliche Methoden, um sie in Geldwerten auszu­drücken. Das Umweltbundesamt (UBA) hat im Dezember 2020 in der neu veröf­fentlichten Methodenkonvention 3.1 die Kostensätze von Umweltbelastungen ak­tualisiert und um Kostensätze für Stick­stoff-und Phosphoremissionen, Treibhausgase in der landwirtschaftlichen Lie­ferkette und Baustoffe erweitert.

Ein Beispiel, das das UBA in einer Pressemitteilung nennt: Mit den erwei­terten Kostensätzen der „Methodenkon­vention 3.1“ ergeben sich für die Aus­bringung von einem Kilo Stickstoff in der landwirtschaftlichen Praxis konservativ geschätzt Umweltschadenskosten von 6,30 Euro, die Ausbringung von einem Kilo Phosphor 4,44 Euro. Bei einem durchschnittlichen Stickstoffüberschuss von 94 kg/ha und einer landwirtschaft­lich genutzten Fläche von ca. 16,5 Mio. ha entspricht das jährlichen Gesamtkos­ten von ca. 11,5 Milliarden Euro allein in Deutschland.

Download der Methodenkonvention 3.1 zur Ermittlung von Umweltkosten – Kostensätze:
http://www.gfa-news.de/gfa/webcode/20201222_009

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Umweltqualitätsnormen für Binnengewässer – Überprü­fung der Gefährlichkeit neuer bzw. prioritärer Substanzen

Zur Umsetzung der Wasserrahmenricht­linie sind in der Oberflächengewässer-Verordnung (OGewV) für Schadstoffe Umweltqualitätsnormen (UQN) festzule­gen. Für viele Spurenstoffe ist eine reali­tätsnahe UQN-Ableitung nicht möglich, da valide Testergebnisse fehlen. In einem Projekt im Auftrag des Umweltbundes­amts wurden Daten für umweltrelevante Schadstoffe anhand ökotoxikologischen Standardtests (Algen-, Daphnien-, Fisch­eitest) erhoben und Vorschläge für Um­weltqualitätsnormen (UQN-V) abgelei­tet. Weiter wurden Untersuchungen zu chronischen, subletalen Wirkungen des Antidiabetikums Metformin sowie Gua­nylurea an Regenbogenforellen (On­corhynchus mykiss) über 28 Tage durch­geführt und UQN-V abgeleitet. Die Er­gebnisse hat das Umweltbundesamt in der Reihe Texte (233/2020) veröffent­licht:

https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/umweltqualitaetsnormen-fuer-binnengewaesser

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Neue WRRL-Bewirtschaftungs­pläne veröffentlicht

Im Rahmen der Umsetzung der Wasser­rahmenrichtlinie (WRRL) haben die Lan­desumweltministerien fristgemäß am 22. Dezember 2020 die Entwürfe zum WRRL-Bewirtschaftungsplan 2022–2027 (3. Bewirtschaftungsplan) veröffentlicht und damit das Beteiligungsverfahren er­öffnet. Die Unterlagen zum 3. Bewirt­schaftungsplan sind im Internet verfüg­bar, werden aber nicht unter einzigen Webadresse gesammelt. Stellungnahmen sind in allen Bundesländern bis zum 22. Juni 2021 möglich.

Ansprechpartner bei der DWA:
Ass. jur. Christoph Leptien E-Mail: leptien@dwa.de

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Öffentliche Konsultation der EU zum Zero Pollution Action Plan

Die Europäische Kommission hat eine öf­fentliche Konsultation zum EU-Aktions­plan „Towards a Zero Pollution Ambition for Air, Water and Soil – Building a Healthier Planet for Healthier People“ gestartet. Dieser Plan ist eine der wich­tigsten Säulen im Europäischen Green Deal. Die Konsultation läuft bis zum 10. Februar 2021.

http://www.gfa-news.de/gfa/webcode/20201222_013

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Weltwassertag 2021: Wert des Wassers

Um den Wert des Wassers geht es beim Weltwassertag am 22. März 2021; das von den Vereinten Nationen ausgerufene Motto lautet in diesem Jahr „Valuing Wa­ter“. Der Weltwassertag findet seit 1993 jedes Jahr am 22. März statt und wird seit 2003 von UN Water organisiert. Ziel ist es, dem global bedeutsamen Thema Wasser Bedeutung und Aufmerksamkeit zu widmen.

https://www.worldwaterday.org

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Neue Wege für den Wasserschutz in der Weser-Ems-Region

Die Universität Osnabrück und der Ol­denburgisch-Ostfriesische Wasserver­band (OOWV) liefern im Rahmen des Forschungsprojektes STEER (Erhöhung der STEuerungskompetenz zur ERrei­chung der Ziele eines integrierten Was­sermanagements) eine Analyse der sek­torenübergreifenden Herausforderungen im Grundwasserschutz in der Weser- Ems-Region, die nun als „Analyse und Stellungnahme“ beim Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE) veröffent­licht wurde. Der Grundwasserschutz in der Weser-Ems-Region steht seit zwei Jahrzehnten gleichbleibend im Span­nungsfeld kaum abgestimmter Politiken aus den Sektoren Wasser, (Bio-)Energie und Landwirtschaft. Für eine langfristige Verringerung der Nitratbelastung des Grundwassers geben die Autorinnen und Autoren Empfehlungen für Politik und Praxis. Neben einer besser abgestimmten Gesetzgebung in den Sektoren Wasser, Energie und Landwirtschaft fordern sie die Ausweitung und Förderung erfolgrei­cher Projekte wie zum Beispiel des ge­samtbetrieblichen Ansatzes sowie eine Transformation der intensiven Landwirt­schaft hin zu Geschäftsmodellen, die Wirtschaftlichkeit mit ökologischer Ver­träglichkeit verbinden. Die Entwicklung neuer Politikinstrumente sollte begleitet werden durch die Einbindung von Pra­xiswissen sowie die Stärkung von Gewäs­serschutzthemen in der landwirtschaftli­chen Ausbildung. Die vollständige Veröf­fentlichung kann auf der Internetseite des DIE kostenfrei heruntergeladen wer­den:

https://doi.org/10.23661/as13.2020

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Wasser-Ressourcenpreis 2021 der Rüdiger Kurt Bode-Stiftung ausgeschrieben

Der Wasser-Ressourcenpreis der Rüdiger Kurt Bode-Stiftung geht in eine neue Runde. Der mit 100 000 Euro dotierte Preis wird an Wissenschaftler aus dem Bereich der Lebens-, Natur-, und Ingenieurwissenschaften vergeben, die in in­terdisziplinärer, praxisorientierter For­schungsarbeit an der Schnittstelle von Wissenschaft und Gesellschaft herausra­gende Strategien und Konzepte für eine nachhaltige Nutzung der globalen Was­serressourcen entwickelt haben. Die Aus­zeichnung soll dazu dienen, die For­schungsmöglichkeiten der Preisträger/ innen zu erweitern, die Beschäftigung von Nachwuchswissenschaftlern/innen zu erleichtern und weitere Forschungsin­itiativen zu starten. Sowohl Selbstbewer­bungen als auch Vorschläge Dritter sind möglich. Bewerbungsschluss ist der 15. Januar 2021.

https://www.deutsches-stiftungszentrum.de/stiftungen/rüdiger-kurt-bode-stiftung

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Bonner Water Network

Die Stärkung der Kompetenzen für nach­haltige Lösungen der weltweiten Wasser­probleme, dies ist das Ziel des neuen Bonner Water Networks. Hinter dem Netzwerk stehen sieben in Bonn ansässi­ge international tätige Organisationen und die Universität Bonn, das Internatio­nale Konversionszentrum Bonn (BICC), das German Development Institute/ Deutsches Institut für Entwicklungspoli­tik (DIE), das Geographische Institut der Universität Bonn (GIUB), des Zentrums für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn, das International Wa­ter Management Institute (IWMI), das Institut der Vereinten Nationen für Um­welt und menschliche Sicherheit (UNU-EHS) und das Sekretariat der Kon­vention der Vereinten Nationen zur Be­kämpfung der Wüstenbildung (UNCCD). Die Mitglieder des Netzwerks befassen sich weltweit mit unterschiedlichen Her­ausforderungen zum Thema Wasser und tragen gemeinsam mit Partnern in Wis­senschaft und Praxis dazu bei, umwelt­freundliche und sozial angemessene Lö­sungen zu finden.

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Öffentliche Konsultation zum Null-Schadstoff- Aktionsplan der EU

Die EU-Kommission will verhindern, dass Luft, Wasser und Boden weiter ver­schmutzt werden und bittet in Vorberei­tung ihres „Null-Schadstoff“-Aktions­plans Bürgerinnen und Bürgerinnen und Interessenvertreter bis zum 10. Februar 2021 um ihre Beiträge.

Link zur Website der Konsultation: www.gfa-news.de/gfa/webcode/20201112_006

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Umweltminister fordern Förderung der 4. Reinigungsstufe

Wenn die Nachrüstung von Kläranlagen mit einer 4. Reinigungsstufe sinnvoll ist, soll diese finanziell gefördert werden. Auf diese Position haben sich die Um­weltminister der Länder Mitte November auf der 95. Umweltministerkonferenz (UMK) verständigt. Die Umweltminister fordern den Bund auf, zu prüfen, mit welchen Mitteln und in welcher Form ein „Nationales Gewässerschutzprogramm“ zur finanziellen Förderung durch die EU oder durch den Bund ermöglicht werden kann. Gleichzeitig betonen die Umwelt­minister, dass eine 4. Reinigungsstufe nicht die ausschließliche Lösung sein kann. Die UMK bittet den Bund, die im Spurenstoffdialog abgeleiteten Maßnah­men zur Vermeidung des Eintrages von Mikroschadstoffen in die Umwelt an der Quelle zu intensivieren. Beispielhaft führt die UMK die Zulassung, Herstel­lung, Anwendung von Arzneimitteln so­wie die fachgerechte Entsorgung von Alt­medikamenten an. Auch die Hersteller von Stoffen sollen gebeten werden, ihren Beitrag zu leisten. Aber auch die Wasser­wirtschaft ist gefordert. Bei der Ausge­staltung eines Nationalen Gewässer­schutzprogrammes soll auch berücksich­tigt werden, inwieweit hydromorpholo­gische Maßnahmen die Resilienz der Ge­wässer verbessern können. Eine Auswei­tung auf alle Maßnahmen der Wasser­rahmenrichtlinie wäre sehr zu begrüßen, heißt es dazu abschließend im UMK-Be­schluss.

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Pflanzenkläranlage in ehemaliger Sprengstofffabrik in Betrieb

Nach rund 16-monatiger Bauzeit haben Mitte November 2020 das erste Regen­rückhaltebecken und die erste Pflanzen­kläranlage auf dem Gelände der ehema­ligen Sprengstofffabrik „Werk Tanne“ bei Clausthal-Zellerfeld den Betrieb aufge­nommen. Nach Angaben der Unteren Bo­denschutzbehörde beim Landkreis Gos­lar handelt es sich um die bisher größte Anlage zur Beseitigung sprengstofftypi­scher Verbindungen in Deutschland. Ins­gesamt wurden 28 000 Schilfgewächse eingepflanzt. Dies erfolgte ähnlich wie in der Landwirtschaft mit einer halbauto­matischen Pflanzmaschine. Die Kosten für die Errichtung von Regenrückhalte­becken und Pflanzenkläranlage inklusive Vorbereitungsarbeiten belaufen sich auf rund 4,5 Millionen Euro. Diese Summe entspricht rund 50 Prozent der Gesamt­kosten für die Sanierung des Werksge­ländes. Der Probebetrieb wird mindes­tens ein Jahr andauern. Nach erfolgrei­chem Abschluss ist geplant ein zweites Regenrückhaltebecken und eine zweite Pflanzenkläranlage zu errichten. Im Werk Tanne wurden zwischen 1939 und 1945 rund 100 000 Tonnen des Spreng­stoffs Trinitrotoluol produziert. Das Werk zählte zu den fünf großen Sprengstofffa­briken im ehemaligen Deutschen Reich; das Gelände ist bis heute eine Rüstungs­altlast.

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Molkereiabwasser zur Bewässerung von Ackerflächen?

Für die künstliche Beregnung von Fel­dern hat die Hochwald Foods GmbH den Landwirten in der Zülpicher Börde (Nordeifel, Nordrhein-Westfalen) rund 2500 Kubikmeter gereinigtes Molkerei­abwasser täglich angeboten. Das Abwas­ser würde aus der noch im Bau befindli­chen Großmolkerei in der Stadt Mecher­nich kommen und solle Trinkwasserqua­lität haben. Der Mechernicher Bürger­meister Hans-Peter Schick, selbst promo­vierter Agraringenieur, begrüßt das An­gebot des Unternehmens. Die Zülpicher Börde ist sehr sonnig und ein äußerst er­tragreiches Anbaugebiet für die Land­wirtschaft. Sie im Lee der Nordeifel aller­dings sehr niederschlagsarm.

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Europaweite Auszeichnung für interaktiven Themenspielplatz der Stadtwerke Menden

Bei den diesjährigen European Excel­lence Awards konnten die Stadtwerke Menden (Nordrhein-Westfalen) mit ih­rem innovativen und nachhaltigen Kon­zept „Interaktiver Themenspielplatz Trinkwasser“ auf europaweiter Ebene überzeugen. Das ganzheitliche Spiel­platzkonzept, basierend auf Augmented- Reality-Abenteuern und echtem Spiel­platzerlebnis, wurde von der Jury als ei­nes der fünf besten Projekte in der Kate­gorie „Digitale Umsetzung 2020“ prä­miert. Der interaktive Erlebnis-Spielplatz, der auf Augmented-Reality (AR) beruht, wurde am 4. August 2020 an der kleinen Hönne-Insel in Menden offiziell eröffnet. Das europaweit einzigartige Spielplatz­konzept verbindet reales Spielen mit vir­tuellen Erlebnissen und digitalem Ler­nen. Mit der kostenlosen App ARvin für Smartphone oder Tablet können Kinder auf dem Spielplatz Abenteuer mit Willi, dem Wassertropfen, erleben. AR-Funktionen mit einer interaktiven Spielfläche und anklickbaren Symbolen sollen ihre Fantasie anregen, eigene Geschichten zu entwickeln und zu spielen. Ziel ist es, Kindern einen nachhaltigen Umgang mit Trinkwasser zu vermitteln. Grundidee und Konzeption lassen sich mit wenig Aufwand auf weitere Themen und Stand­orte übertragen. Beim Konzept „Interaktiver Themen­spielplatz Trinkwasser“ handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt­werke Menden GmbH mit dem däni­schen Spielplatzhersteller KOMPAN GmbH, der Dortmunder Agentur für 3D-und Bewegtbildproduktion PUPPETEERS GmbH, dem Soester Büro B.S.L. Land­schaftsarchitekten und der Stadt Men­den. Die Grundlage für das Konzept bil­dete die Bachelorarbeit der Mendenerin Julia Bach, die sie 2019 an der FH Nord­hessen mit Unterstützung der Stadtwer­ke Menden verfasste. Begleitend zur Er­öffnung realisierte die Zilla Medienagen­tur GmbH aus Dortmund im Auftrag der Stadtwerke Menden eine bundesweite PR-Kampagne. Die European Excellence Awards würdigen jedes Jahr europaweit heraus­ragende PR- und Kommunikationspro­jekte.
Ausrichter des Preises ist die Qua­driga Media Berlin GmbH.

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Phosphorrückgewinnung in Kiel: Förderung aus dem EU-LIFE-Programm

Das Projekt Sludge2resource der Müll­verbrennung Kiel (MVK) und der Firma Remondis wird im Rahmen des EU-LIFE-Programms gefördert. Das teilte die EU-Kommission mit. Schon vor einigen Jah­ren hatte die MVK angekündigt, eine neue Verbrennungslinie zur thermischen Behandlung von Klärschlämmen (statio­näre Wirbelschichtfeuerung) in Kombi­nation mit einer Anlage zur Phosphor­rückgewinnung aus der Klärschlammasche bauen zu wollen. Die Kapazität der neuen Linie soll 32 000 Tonnen Trocken­substanz (130 000 Tonnen Originalsubstanz) betragen; sie soll 2023 oder 2024 in Betrieb gehen. Die neue Anlage soll Phosphor zu über 85 % aus der Asche zu­rückgewinnen. Neben der Phosphorrück­gewinnung und der Erzeugung von Fern­wärme ist ein weiterer willkommener Bonus für die Umwelt die künftige Ge­winnung von jährlich 35 000 Kubikme­tern Betriebswasser aus den angeliefer­ten Klärschlämmen. Das Wasser soll zu­künftig bei der Müllverbrennung einge­setzt werden und dort den Einsatz von Trinkwasser reduzieren. Nach Einschät­zung der EU-Kommission wird das Pro­jektteam in Kiel neue europäische Stan­dards für das Recycling von Klärschlamm setzen.

Wie die Europäische Kommission mit­teilte, hat sie ein Investitionspaket in Hö­he von mehr als 280 Millionen Euro aus dem EU-Haushalt für über 120 neue Pro­jekte des LIFE-Programms genehmigt, darunter elf aus Deutschland, aus dem Bereich Siedlungswasser- und Abfall­wirtschaft einzig das oben genannte. Diese EU-Mittel werden nach Angaben der Kommission Investitionen in Höhe von insgesamt fast 590 Millionen Euro mobilisieren. Gegenüber dem im Vorjahr bereitgestellten Betrag entspricht dies einem Anstieg um 37 %. Die Projekte werden dazu beitragen, die Ziele des europäischen Grünen Deals zu erreichen, in dem unter anderem die EU-Biodiversi­tätsstrategie, der Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft, der grüne Wieder­aufbau nach der Coronavirus-Pandemie und die Verwirklichung des Ziels, Europa bis 2050 zu einem klimaneutralen Konti­nent zu machen, unterstützt werden. Viele der neuen Projekte sind länderübergreifende Projekte, an denen mehre­re Mitgliedstaaten beteiligt sind.

Projekt-Website:
www.gfa-news.de/gfa/webcode/20201116_002

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Konsultation zu EU-Leitlinien für Umweltschutz- und Energiebeihilfen

Vor der geplanten Überarbeitung der EU-Leitlinien für Umweltschutz- und Ener­giebeihilfen bittet die Europäische Kom­mission die Öffentlichkeit um ihre Kom­mentare. Die Leitlinien ermöglichen es den Mitgliedstaaten, Umweltschutz- und Energieprojekte unter bestimmten Be­dingungen staatlich zu unterstützten. Sie sollen sicherstellen, dass öffentliche Bei­hilfen zu gemeinsamen europäischen Zielen wie der Dekarbonisierung beitra­gen, ohne den Wettbewerb im Binnen­markt zu verzerren. Interessierte Kreise können bis zum 7. Januar 2021 an der Konsultation teilnehmen.

Link zur Website der Konsultation: www.gfa-news.de/gfa/webcode/20201112_005

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Staffelübergabe von Essen nach Köln

Startschuss für die Initiative „Ganz klar Köln“ Der Staffelstab der Initiative „Essen macht’s klar – Weniger Medikamente im Abwasser“ ist an die neue Initiative „Ganz klar Köln“ übergegangen. Ziel der Initiative ist es, die Bürgerinnen und Bür­ger für einen verantwortungsvollen Um­gang mit Medikamentenresten zu sensi­bilisieren. Aufgrund der Corona-Situati­on überreichten die beteiligten Institutionen den Staffelstab in einer virtuellen Aktion von Essen nach Köln. Das vom Umweltministerium geför­derte Projekt „Essen macht’s klar“ wurde von 2017 bis 2019 von den Wasserwirt­schaftsunternehmen Emschergenossen­schaft und Ruhrverband sowie der Stadt Essen durchgeführt und wird seitdem mit weiteren Aktionen für die Bevölke­rung fortgesetzt. Im Zeitraum des Pro­jekts wurden gezielte Kommunikations-und Bildungsmaßnahmen für die Sensi­bilisierung der Bevölkerung sowie für al­le weiteren relevanten Akteure zur Min­derung von Medikamentenrückständen im Wasserkreislauf entwickelt. Hieran knüpfen auch die Stadtentwässerungsbe­triebe Köln, AöR (StEB Köln) mit der neuen Initiative „Ganz klar Köln“ an. Mit Hilfe von „Oma Klara“ und einem Augen­zwinkern soll die Kampagne Verbrauche­rinnen und Verbraucher aufklären und sensibilisieren. Die Erfahrungen aus Es­sen sollen dabei in eine auf Köln zuge­schnittene Kampagne einfließen.

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Neue SBR-Kläranlage für Helgoland

Auf Helgoland wurde eine neue Kläran­lage in Betrieb genommen. Dazu wurde die Anlage Ende November 2020 mit be­lebtem Schlamm aus dem Klärwerk Het­lingen des AZV Südholstein an der Un­terelbe angeimpft. Das Helgoländer Abwasser wird nun in einer SBR-Anlage ge­reinigt, die über zwei Becken verfügt. In mehreren Tests während der Planungs­phase hatte sich das SBR-Verfahren für die Insel als am besten geeignet erwie­sen. Es wird zudem der Besonderheit ge­recht, dass auf Helgoland wegen des Tourismus’ im Sommer viel und im Win­ter nur wenig Abwasser anfällt. Die prak­tischen Vorbereitungen für den Bau der neuen Kläranlage waren bereits 2016 an­gelaufen. Für das Projekt galt es zahlrei­che Hindernisse zu bewältigen. Dazu zählen logistische Herausforderungen – auf die Insel müssen Baumaterial, Gerät­schaften und Mitarbeitende stets per Schiff oder Flugzeug gebracht werden – zudem Wind und Wetter, eine aufwendi­ge Kampfmittelräumung und zuletzt die Corona-Pandemie, wegen der es für Hel­goland strenge Einreisebeschränkungen gibt. Nach Inbetriebnahme der Abwas­serreinigung wird voraussichtlich noch bis zum kommenden Frühjahr an der Schlammaufbereitung der neuen Kläran­lage gearbeitet. Dafür wird das Altgebäu­de saniert. Die bisherige Kläranlage konnte den hohen Anforderungen an die Abwasser­reinigung zuletzt nicht mehr gerecht werden. Die Durchlaufanlage, bei der die Reinigungsstufen nacheinander in ver­schiedenen Becken abliefen, wurde re­gelmäßig von Krebstierchen befallen, die die nützlichen Bakterien aus der biologi­schen Reinigungsstufe auffraßen. Das führte zu schlechten Ergebnissen, vor al­lem bei der Stickstoffentfernung. Der AZV Südholstein hat im Jahr 2014 die Verantwortung für die Abwas­serentsorgung auf Helgoland übernom­men. Vor Ort arbeitet der Verband dafür mit der Karl Meyer Inselentsorgung GmbH zusammen.

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Kläffizient: Klärwerke Akteure am Energiemarkt

Der Lehrstuhl für Energieverfahrenstech­nik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) koordiniert das Projekt „Kläffizient“, mit dem das Po­tenzial von Klärwerken als Strom- und Gasanbieter auf dem Energiemarkt simu­liert und experimentell erforscht wird. Das dreijährige Projekt, an dem die Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg (SUN) und die eta Energiebe­ratung GmbH beteiligt sind, startete im Oktober 2020. Es wird vom Bundesmi­nisterium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit etwa 400 000 Euro geför­dert. Im Fokus des Projekts steht die Me­thanisierung des bei der Klärgasverbren­nung entstehenden Kohlendioxids. Der benötigte Wasserstoff stammt idealer­weise aus der Elektrolyse von Wasser, die mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben wird. Bei der Elektrolyse ent­steht Sauerstoff, den die Kläranlagen zur biologischen Reinigung des Schmutzwas­sers nutzen können. Der Methanisie­rungsmodellanlage im Klärwerk Nürn­berg wird allerdings keine Elektrolyse vorgeschaltet, der Wasserstoff kommt für den Versuchsbetrieb noch aus Flaschen. Bei der Simulation des Energiesystems der Kläranlage im Modell werde die Elektrolyse jedoch berücksichtigt. Der „digitale Zwilling“ ist neben der Modell­anlage die zweite tragende Säule des Projektes. Mit seiner Hilfe soll simuliert werden, wie sich eine Kläranlage flexibel auf die wechselnden Strom- und Gas­preise einstellen kann. Wenn der Strom­preis im Winter steigt, weil die Photovol­taikanlagen weniger liefern, könnte die Kläranlage ihre Stromproduktion erhö­hen. Im Sommer bietet sie dann Bio­methan bzw. Bioerdgas an, das direkt zum Endverbraucher geleitet oder ge­speichert wird.

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Reststoffe auf Kläranlagen: Start des Verbundprojekts FLXsynErgy

Im Oktober 2020 hat das Verbundprojekt FLXsynErgy (Flexible und vollenergeti­sche Nutzung biogener Rest- und Abfall­stoffe: Faulungen und Biogasanlagen als Energieverbraucher, -speicher und -er­zeuger) begonnen. Ziel des Projekts ist ein anwenderbezogener Leitfaden zur Flexibilisierung der Biogaserzeugung auf Kläranlagen. Dafür werden Bemessungs­größen und Steuerungsmechanismen entwickelt und bereitgestellt. Im Fokus steht dabei die vollenergetische Nutzung (Strom und Wärme) von Klärschlämmen sowie biogenen Rest- und Abfallstoffen. Somit kann die Kläranlage als Energie­speicher, flexibler Energieverbraucher und -erzeuger einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten.

FLXsynErgy verknüpft hierfür Betrei­ber und Planer von repräsentativen Klär­anlagen unterschiedlicher Ausbaugröße mit der Wissenschaft unter Berücksichti­gung der regulativen Rahmenbedingun­gen aus dem Bereich Energie und Klär­schlammentsorgung. Zusätzlich wird der noch kaum vorhandene Wissensaus­tausch zwischen land-/abfallwirtschaftli­chen Biogasanlagen und Faulungen auf Kläranlagen gefördert. FLXsynErgy iden­tifiziert rechtliche sowie umwelt- und so­zialethische Konfliktpotenziale bereits während der technischen Entwicklungs­phase. Durch diesen ganzheitlichen An­satz soll die Akzeptanz erhöht und die Implementierung erleichtert werden.

Am Projekt FLXsynErgy sind – neben der Universität der Bundeswehr Mün­chen, die das Vorhaben koordiniert – die Deutsches Biomassenforschungszentrum gemeinnützige GmbH, die Hochschule für Philosophie München sowie die Dr.- Ing. Steinle Ingenieurgesellschaft für Ab­wassertechnik mbH und die Wolter Hop­penberg Rechtsanwälte Partnerschaft mbB beteiligt. Das Forschungskonsorti­um wird zusätzlich von acht assoziierten Partnern unterstützt, die vor allem im Bereich der Abwasserbehandlung tätig sind. Das dreijährige Forschungsvorha­ben wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des 7. Energieforschungsprogramms im The­menfeld „Energetische Nutzung biogener Rest- und Abfallstoffe“ gefördert.

Universität der Bundeswehr München Professur für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik E-Mail: swa@unibw.de

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DBU startet Auswahl für Deutschen Umweltpreis 2021

Zum 29. Mal vergibt die Deutsche Bun­desstiftung Umwelt (DBU) 2021 den Deutschen Umweltpreis. Das Auswahl­verfahren für den mit 500 000 € dotier­ten Umweltpreis ist jetzt gestartet. Bis zum 1. Februar 2021 können Vorschläge eingereicht werden. Vorschlagsberechtigt sind mehr als 200 Persönlichkeiten und Institutionen, darunter die DWA. Mit dem Deutschen Umweltpreis würdigt die DBU seit 1993 Leistungen von Persön­lichkeiten, die vorbildlich zum Schutz der Umwelt beitragen oder beigetragen haben. Die festliche Verleihung findet im kommenden Herbst in Darmstadt statt. https://www.dbu.de/2420.html

Kontakt bei der DWA: Anne Aschenbrenner E-Mail: aschenbrenner@dwa.de

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Bewerber für den Umweltcluster-Bayern- Leuchtturm gesucht

Der Umweltcluster Bayern sucht wieder Projekte mit Visionen, innovativen neuen Ideen und Produkte mit Potenzial, die ei­nen vorbildlichen Beitrag zur Entwick­lung der Umwelttechnologie leisten. Bis zum 31. Januar 2021 können sich baye­rische Umwelttechnologie-Projekte mit Signalwirkung beim Cluster bewerben. Teilnahmeberechtigt sind Unternehmen, Planer, Kommunen und Konsortien (zum Beispiel Kommunen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen), welche die Entwicklung des Projekts leiten und or­ganisieren.

https://www.umweltcluster.net/de/projekte/leuchtturmprojekt/leuchtturm-bewerbung.html

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Erfolgreiche TSM-Überprüfung bei der Stadt Bonn

Der Bereich Stadtentwässerung des Tief­bauamts der Bundesstadt Bonn hat an ei­ner Prüfung seines technischen Sicher­heitsmanagements (TSM) teilgenommen und erfüllt die Vorgaben des Merkblatts DWA-M 1000 „Anforderungen an die Qualifikation und die Organisation von Betreibern von Abwasseranlagen“. Die geplante offizielle Überreichung der TSM-Bestätigung Mitte November 2020 durch den Sprecher der DWA-Bundesge­schäftsführung, Johannes Lohaus, an den Leiter des Tiefbauamts, Peter Esch, im Rahmen einer kleinen Feier musste auf­grund der Corona-Pandemie abgesagt werden. Die TSM-Bestätigung bescheinigt dem rund 950 Kilometer langen Kanal­netz und den vier Kläranlagen der Stadt Bonn die sichere, wirtschaftliche, nach­haltige und umweltfreundliche Entsor­gung von rund 17 Millionen Kubikmeter Abwasser pro Jahr. Dazu musste sich die Bonner Stadtentwässerung im Dezember 2019 einer zweitägigen, freiwilligen Überprüfung durch ein unabhängiges DWA-Expertenteam stellen. Die Bonner Stadtentwässerung stellte sich der Überprüfung zum ersten Mal. Geprüft wurden die Fachkompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die organisatorischen Strukturen. Die DWA-Experten kontrollierten zudem den technischen Zustand der Anlagen, das Störungsmanagement und die Beach­tung der Sicherheitsbestimmungen. Da­zu mussten rund 230 Fragen zur Organi­sation der technischen und betrieblichen Abläufe, zur technischen Ausstattung, zu den Qualifikationen des technischen Per­sonals sowie zu Planung, Betrieb und In­standhaltung der Anlagen beantwortet werden. Außerdem fand eine Begehung der Anlagen statt.

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Bald alle Kläranlagen am Bodensee mit vierter Reinigungsstufe

Das Land Baden-Württemberg fördert den Bau einer vierten Reinigungsstufe im Verbandsklärwerk Uhldingen mit 1,4 Millionen Euro. Die Gesamtkosten liegen bei rund 6,8 Millionen Euro. Damit ver­fügen alle Kläranlagen im Regierungsbe­zirk Tübingen, die direkt in den Boden­see einleiten, in absehbarer Zeit über ei­ne Stufe zur Entfernung von Spurenstof­fen: Bei den Kläranlagen in Kressbronn- Langenargen und Eriskirch ist die vierte Reinigungsstufe bereits in Betrieb, in Friedrichshafen im Bau und in Immen­staad wie jetzt auch in Uhldingen in der Planung. Auf der Kläranlage in Uhldin­gen wird zur Spurenstoffelimination eineVerfahrenskombination mit Ozonierung und Aktivkohlefiltration angewendet, die bisher in Baden-Württemberg in dieser technischen Größenordnung noch nicht realisiert worden ist. Damit sollen künf­tig rund 80 Prozent der Spurenstoffe aus dem Abwasser der Kläranlagen, die im Bodenseekreis direkt in den Bodensee einleiten, entfernt werden.

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Zukunft Biogas

Die DWA stellt den diesjährigen BiogasTag unter das Motto „Faulgas auf Kläranlagen, Biogas aus der Vergärung biogener Abfälle und NawaRo“ und gibt damit zugleich die Themen der Veranstaltung am 16. März 2021 in Würzburg vor. Der BiogasTag wird in Kooperation mit dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) und dem Fachverband Biogas ausgerichtet. Im Fokus der Veranstaltung stehen energierechtliche Entwicklungen, der aktuelle Stand der Anlagensicherheit und Emissionsminderung wird vorgestellt. Nach Überarbeitung zahlreicher technischer Regeln werden Inhalte der aktuellen DWA-Merkblätter präsentiert. Das Programm befasst sich zudem mit innovativen Projekten im Bereich von Faulbehältern und Biogas-Speichersystemen. Gastechnische Prüfungen und Emissionen auf Biogas- und Faulgasanlagen werden beleuchtet. Der Biogas richtet sich an Betreiber von Biogas- und Kläranlagen, Ingenieure, Planer, Kommunen sowie an Firmen und Organisationen, die sich mit Energiethemen in der Wasser- und Abfallwirtschaft befassen.

Der BiogasTag soll im Burkhardushaus, Tagungszentrum am Dom, Am Bruderhof 1, 97070 Würzburg, stattfinden. Je nach Entwicklung der Corona-Pandemie ist es möglich, dass die Veranstaltung in einem digitalen Format als Hybrid- oder Online-Tagung zu gegebenenfalls abweichenden Preisenumgesetzt wird. Die DWA wird hierzu informieren. – Die Teilnahmegebühr beträgt 490 Euro, DWA-Mitglieder zahlen 410 Euro. – Kontakt: Milena Seidel, Telefon: 02242 872-181, E-Mail: seidel@dwa.de oder unter www.dwa.de/biogastag
seidel@dwa.de

Weiterführende Links
www.dwa.de/biogastag

https://www.gfa-news.de/webcode.html?wc=20201216_004

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Ankündigung einer Umfrage zur Wasserwiederverwendung

Im Dezember 2020 startet die DWA ge­meinsam mit der inter 3 GmbH Institut für Ressourcenmanagement eine kurze Online-Umfrage unter Klärwerksbetrei­bern zum Thema Wasserwiederverwen­dung. Mitte 2020 verabschiedete die Eu­ropäische Union eine neue Verordnung (2020/741), in der sie unter anderem einheitliche Mindestanforderungen für die Wasserwiederverwendung festlegte. In die Zukunft gedacht, ermöglicht dies die Entstehung eines neuen Marktes für aufbereitetes Abwasser, wobei Klär­werksbetreibern eine Schlüsselrolle zu­kommt. Die DWA nimmt dies zum An­lass, ein deutschlandweites Stimmungs­bild zu dieser Entwicklung aus Sicht der Betreiber zu zeichnen. Dazu bitten wir Sie um Ihre Einschätzung zu verschiede­nen Aspekten der Wasserwiederverwen­dung, technischen Maßnahmen sowie organisatorischen und finanziellen Ge­sichtspunkten. Die Betreiber werden sei­tens der DWA zur Teilnahme an der Um­frage per E-Mail eingeladen. Wir, die DWA, freuen uns auf eine hohe Beteili­gung.

Die Betreiber werden seitens der DWA zur Teilnahme an der Umfrage per E-Mail eingeladen. Gerne können Sie aber auch direkt diesen Link: www.dwa.de/reuse-umfrage verwenden, um zur Umfrage zu gelangen. Wir, die DWA, freuen uns auf eine hohe Betiligung.

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