Mittwoch, Dezember 2, 2020
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Arbeitsschutz bei Schachtbauwerken – Der sichere Schachteinstieg

Abwasserschächte dienen unter anderem dem Betriebspersonal als Zugang zur Kanalisation. Beim Einstieg in den Schacht sind die geltenden Sicherungsmaßnahmen gegen einen Absturz zu berücksichtigen (zum Beispiel Rettungs- und Höhensicherung). Diese Sicherungsmaßnahmen dürfen aber nicht dazu führen, dass die eingebaute Steigtechnik vernachlässigt wird und dadurch für das Betriebspersonal eine Gefahr entsteht .Im Zuge von Schachtsanierungen ist es oft notwendig, auch schadhafte oder korrodierte Steigbügel gegen neue zu er- setzen. Dabei müssen die neu eingebauten Steigbügel fest in der Schachtwandung verankert werden, um einen siche- ren Einstieg zu gewährleisten. Dies sollte eigentlich selbstverständlich sein. Doch stichprobenhafte Kontrollen durch das IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur (Gelsenkirchen/Deutschland) haben ergeben, dass es in der Praxis tatsächlich Steigbügel gibt, die keine ausreichende Verankerungskraft aufweisen, wohl umfangreiche Renovierungsarbeiten an den Schächten vorgenommen wurden. Dieser Zustand kann für den erstmalig Einsteigenden zu fatalen Folgen führen, da er sich ja vermeintlich auf die erneuerten Steigbügel verlassen kann.

Verankerung der Steigbügel
Um sicher zu sein, dass die Steigbügel auch fest sitzen und den Anforderungen genügen, sollte dieser Bereich eines sanierten Schachtbauwerks in Anlehnung an die DIN EN 13101 „Steigeisen für Steigeisengänge in Schächten – Anforderungen, Kennzeichnung, Prüfung und Beurteilung der Konformität“ überprüft werden. Dabei empfiehlt es sich, die Verankerungskraft von neu eingesetzten Steigbügeln vor der Bauabnahme zu prüfen (Abbildung 3). Baustellenuntersuchungen des IKT in den letzten Jahren zeigten, wie notwendig es ist, eine Überprüfung der Steigbügel vorzunehmen. Denn die stichprobenhaften Kontrollen ergaben, dass rund 16 Prozent der überprüften Steigbügel keine ausreichende Verankerungskraft aufwiesen.

Für werksseitig eingebaute Steigbügel wird gemäß DIN EN 13101 eine horizontale Verankerungskraft von mindestens 5 kN gefordert. Diese wurde in Einzelfällen jedoch deutlich – bis zu 70 Prozent – unterschritten. Nach der Prüfung der Verankerungskraft an diesen Bügeln zeigte sich, dass die Bohrlöcher für die Aufnahme der Steigbügel offensichtlich zu groß ausgeführt worden waren. Während des vorsichtigen, erstmaligen Einstiegs in den Schacht nach der Sanierung konnte dieses jedoch nicht erkannt werden, da die (zu groß gebohrten) Einbindestellen der Steigbügel nachträglich mit Mörtel verputzt worden waren. Von einer guten und insbesondere sicheren Sanierung kann in diesem Fall nicht die Rede sein.

Auftrittstiefe
Wichtig für eine ausreichende Sicherheit beim Einstieg in Schachtbauwerke sind auch eine ausreichende Auftrittsbreite und -tiefe von alten und neuen …mehr:

Den ganzen Artikel lesen Sie in:
Betriebsinfo Informationen für das Betriebspersonal von Abwasseranlagen Heft 1-2011

Autor:
Dipl.-Ing. Markus Gillar IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur gGmbH 45886 Gelsenkirchen