Dienstag, Dezember 7, 2021
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Projekt MikroModell gibt Impulse für die Nationale Wasserstrategie

Im Januar 2016 startete das sächsische Verbundprojekt MikroModell. Mit umfangreichen Ergebnissen wurde es nun abgeschlossen. Unter Federführung der Technischen Universität Dresden wurden vier Produkte entwickelt, die folgende Zielstellungen verfolgen:

Im Januar 2016 startete das sächsische Verbundprojekt MikroModell. Mit umfangreichen Ergebnissen wurde es nun abgeschlossen. Unter Federführung der Technischen Universität Dresden wurden vier Produkte entwickelt, die folgende Zielstellungen verfolgen:
– die Entwicklung eines Stoffflussmodells zur Beschreibung des Eintrags von Mikroschadstoffen in die Gewässer,
– die Erarbeitung eines Leitfadens mit Empfehlungen zur lokalen und regionalen Minderung von Mikroschadstoffen,
– eine Bestandsaufnahme rechtlicher Rahmenbedingungen und Darstellung ihrer Handlungsspielräume sowie
– eine transparente, zielgruppenorientierte Öffentlichkeitsarbeit, um Bürger, Verwaltung und Politik für das Thema zu sensibilisieren.

Maßnahmen sind abhängig von lokalen Gegebenheiten
Es konnte gezeigt werden, dass die Effektivität einer Maßnahme stark abhängig von lokalen Gegebenheiten ist – pauschale Lösungen wie der Ausbau aller großen Kläranlagen stellt keineswegs zwingend die effektivste Lösung dar. Das Stoffflussmodell wurde beispielhaft auf zwei pharmazeutische Stoffe kalibriert (Carbamazepin und Gabapentin). Denkbar ist jedoch bei entsprechender Datenbasis auch eine Ausrichtung auf andere Stoffe. Das Stoffflussmodell kann auch in anderen Regionen zur Bewertung der sinnvollsten Schutzmaßnahmen für Oberflächengewässer genutzt werden.

Hierzu erklärt Alexander Bonde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU): „Mit dem digitalen Werkzeug MikroModell und entsprechender Daten können Klärwerksbetreiber entscheiden, ob das Klärwerk angesichts der spezifischen ökologischen Empfindlichkeit des Vorfluters eine vierte Reinigungsstufe benötigt oder nicht.“

Öffentlichkeitsarbeit hilft Medikamenteneintrag zu mindern
Auch im Bereich der projektbegleitenden Öffentlichkeitsarbeit wurden im Dialog mit unterschiedlichen Akteuren gute Möglichkeiten zur Reduktion von Mikroschadstoffen identifiziert, die zudem noch einen synergetischen Nutzen für alle Beteiligten und natürlich auch den Gewässerschutz schaffen. So lieferte der Dialog mit Mediziner*innen aus dem Universitätsklinikum Dresden die Erkenntnis, dass eine patientenindividuelle Medikamentenkommissionierung (Unit Dose-Konzept), aber vor allem die Beratung durch Stationsapotheker*innen eine Einsparung der verabreichten Medikamentenmengen von rund 20 Prozent erzielen konnte. Das spart nicht nur Kosten und kommt der Gesundheit der Patient*innen zugute, sondern reduziert auch den Eintrag von pharmazeutischen Stoffen in die Gewässer. Ein Ansatz, der den Gewässern im gesamten Bundesgebiet zugutekommen könnte…mehr:

https://gwf-wasser.de/forschung-und-entwicklung/projekt-mikromodell-gibt-impulse-fuer-die-nationale-wasserstrategie/

Autor:
Sina Ruhwedel