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Meldungen zur Aus- und Fortbildung 2015

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Oktober 2015
Blockaden im Kopf – Studien zur Überwindung von Denkfallen in der Arbeitswelt 
März 2015
Viele Arbeitnehmer sind „planlos“ – DUW-Monitor Karriere 

 


Blockaden im Kopf – Studien zur Überwindung von Denkfallen in der Arbeitswelt

Denkfallen, im Fachjargon dysfunktionale Kognitionen genannt, können ein großer Hemmschuh sein beim Ausschöpfen der eigenen Potenziale. In der klinischen Psychologie kennt man sie als Begleitsymptome von Depression. Bislang waren dysfunktionale Denkmuster in der Arbeitswelt noch nicht thematisiert worden, obwohl diese Denkblockaden auch dort auftreten und weitreichende Auswirkungen haben können. Dr. Martin Sauerland, Wirtschaftspsychologe an der Universität Koblenz-Landau, hat diesen Ansatz erstmals systematisch erforscht. Gebündelt sind seine Studienergebnisse und Ansätze der Öffentlichkeit nun in seinem aktuell erschienenen Buch „Design your mind – Denkfallen entlarven und überwinden“ praxisnah zugänglich.

„Hätte ich doch einen anderen Job gewählt“ – Den meisten Arbeitnehmern wird dieser Gedanke hin und wieder schon durch den Kopf geschossen sein. Laut Sauerlands Studien hegen 60 Prozent der deutschen Arbeitnehmer diesen Gedanken und zwar im Schnitt zweimal die Woche. „Werden solche Denkschleifen nicht analysiert und lösen kein zielführendes Verhalten aus, etwa ein Jobwechsel oder eine Umschulung, können sie auf Dauer sehr demotivierend wirken“, bekräftigt Sauerland. Insgesamt 15 dysfunktionale Denkmuster in der Arbeitswelt hat Sauerland bislang festgestellt. Über 80 Prozent der arbeitenden Bevölkerung kennen solche Denkblockaden gar in hoher Ausprägung.

Hinter diesen Überzeugungen verbergen sich meist irrationale Gründe, weiß Sauerland. Verursacht werden dysfunktionale Denkmuster insbesondere durch drei Faktoren: durch Sozialisationsprozesse in Form von Leistungsimperativen, die durch Schulsozialisation und Erziehung auferlegt werden, durch eigene Motive wie die Furcht vor sozialer Rückweisung oder die Furcht vor anderen Personen sowie durch verzerrte soziale Vergleiche mit anderen, ohne die Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. „Diese Denkfallen führen dazu, dass Personen ihre Bedürfnisse nicht optimal befriedigen und ihr Leistungspotenzial nicht ausschöpfen“.

Besonders stark kommen dysfunktionale Kognitionen unter Leistungsdruck, bei Stress, in Change-Prozessen oder in Fällen von Absentismus zur Geltung, also wenn ein Arbeitnehmer aufgrund von Motivationsverlust erhöhte Fehlzeiten hat. Was Denkblockaden im Arbeitsleben bewirken können, hat Sauerland in zahlreichen Studien untersucht und unter anderem Zusammenhänge zu Entscheidungskompetenz, Karriereerfolg, Leistungsmotivation, Abiturnote oder Burnout-Gefährdung festgestellt. So tun sich Beschäftigte mit ausgeprägten dysfunktionalen Denkmustern schwer mit Entscheidungen, bleiben auf der Karriereleiter stecken und sind stärker gefährdet, auszubrennen.

Sauerland hat ein Diagnoseinstrument entwickelt, mit dem Personen dysfunktionale Kognitionen systematisch selbst aufspüren können. „Dysfunktionale Gedanken können in funktionale überführt werden“, so Sauerland. Dazu müssen andere Überzeugungen erlernt werden. Dabei helfen Ansätze, wie man sie auch aus der klinischen Psychologie kennt, um Ängsten oder Depressionen zu begegnen: Dinge objektiv zu überprüfen oder mit der Gegenhypothese zu arbeiten und zu schauen, welche Effekte dies hat. Derzeit entsteht ein Leitfaden für Führungskräfte, mit dem diese für Denkblockaden der Mitarbeiter sensibilisiert werden.

Das Buch:
Martin Sauerland: Design your mind! Denkfallen entlarven und überwinden. Wiesbaden, 2015

Die Studien:
Sauerland, M., Soyeaux, H. & Krajeweski, J. (2015). The influence of dysfunctional cognitions on job-related experiences and behaviour – a cognitive-behavioural perspective. International Journal of Human Resources Development and Management, 15 (1), 40-53.

Sauerland, M., Müller, G.-F. & Krajewski, J. (2014). It’s just the way you think. Der Einfluss dysfunktionaler Gedanken auf basale Facetten arbeitsbezogenen Erlebens und Verhaltens – eine kognitiv-behaviorale Perspektive. Wirtschaftspsychologie, 13-17.

Kontakt:
Universität Koblenz-Landau, Campus Landau
Sozial- und Wirtschaftspsychologie
Dr. Martin Sauerland
Tel.: 06341 280-31237
E-Mail: sauerland@uni-landau.de

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Viele Arbeitnehmer sind „planlos“ – DUW-Monitor Karriere

Bundesweite Umfrage zeigt: Nicht einmal die Hälfte der Erwerbstätigen plant ihre berufliche Karriere. Business-Plattformen werden fürs berufliche Weiterkommen bislang kaum genutzt

Nur 43 Prozent der deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer planen konkret, wie sie im Job weiter kommen. Ihnen gegenüber stehen „planlose“ 56 Prozent. Dies zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage unter 1.009 Erwerbstätigen im Auftrag der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW).* Gefragt nach ihren Gründen sagen 24 Prozent der „Nicht-Planer“, dass sie keine Karriereambitionen haben. Weitere 24 Prozent glauben nicht an die Planbarkeit von Karriere. Fast die Hälfte (46 Prozent) sagt, dass sie ihre persönlichen Karriereziele bereits erreicht habe. Fehlende Unterstützung vom Arbeitgeber beklagen immerhin noch 14 Prozent derjenigen, die ihre Karriere nicht konkret vorantreiben.

„Der Karrierebegriff wandelt sich: Es geht dabei längst nicht mehr nur um den beruflichen Aufstieg, um Status und Macht. Arbeitnehmer sehen Karriere zunehmend ganzheitlich, und damit steigen auch die Ansprüche: Der Job muss zum Leben passen“, sagt Prof. Dr. Ada Pellert, Präsidentin der DUW. „Gerade deshalb wird es immer wichtiger, das eigene Berufsleben zu planen und eine Vorstellung davon zu haben, wohin man sich entwickeln möchte. Doch viele Potenziale der Karriereplanung bleiben noch ungenutzt.“

Karriere pushen über Xing und Co.: Vor allem für Jüngere kein Thema
Trotz steigender Userzahlen bei digitalen Plattformen wie Xing und LinkedIn nutzen nur 25 Prozent der Erwerbstätigen diese Form sozialer Netzwerke für ihre Karriereplanung. Die meisten Befragten nennen hier eher Gespräche mit der Familie, dem Partner oder Freunden (79 Prozent), Weiterbildungsangebote (66 Prozent), Personalgespräche mit dem Vorgesetzten (59 Prozent) oder sie sprechen mit Kollegen darüber (58 Prozent). Überraschend: Je jünger die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, desto seltener nutzen sie Soziale Netzwerke für die Karriereplanung. Nur 17 Prozent der 18- bis 29-Jährigen treiben ihre Karriere über berufliche Web-Plattformen voran. Bei den 30- bis 39-Jähigen sind es 28 Prozent, und 30 Prozent der Erwerbstätigen zwischen 40 und 50 Jahren nutzen diese Möglichkeit zur Karriereplanung.

„Business-Plattformen wie Xing bieten Arbeitnehmern spannende Möglichkeiten: vom Einstellen des eigenen Jobprofils über das Diskutieren und Posten in Fachgruppen bis zum Netzwerken bei Offline-Events“, sagt Ada Pellert. „Vor allem die jüngeren Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen – die ja mit Social Media oft besonders vertraut sind – sollten ihre Scheu gegenüber den Online-Berufsplattformen überwinden. Netzwerken gehört zu den wichtigsten beruflichen Kompetenzen, und auf den Plattformen können sie genau das täglich üben.“

Starke Sehnsucht nach Work-Life-Balance und Sinn
Die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ist für die Arbeitnehmerinnen und Arbeit-nehmer nach wie vor ein großes Thema: Genau die Hälfte der Befragten strebt in den nächsten zwei Jahren eine bessere Work-Life-Balance an – von den Männern sagen dies sogar 51 Prozent. Trotz aller Debatten scheitern viele Erwerbstätige also nach wie vor bei dem Versuch, Berufliches und Privates miteinander zu vereinbaren. Außerdem wünschen sich 40 Prozent der Befragten „mehr sinnvolle Arbeitsinhalte als Herausforderung“.

Ergebnisse des DUW-Monitors Karriere im Überblick
Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben keinen Karriereplan
• Während 43 Prozent konkret planen, wie sie im Job weiter kommen, sind 56 Prozent „planlos“.

Soziale Businessplattformen selten für die Karriereplanung genutzt
• 25 Prozent der Erwerbstätigen nutzen soziale Netzwerke wie Xing und LinkedIn für ihre Karriereplanung.
• Je jünger, desto weniger Nutzung: Nur 17 Prozent der 18- bis 29-Jährigen treiben ihre Karriere auch über berufliche Web-Plattformen voran (30- bis 39-Jährige: 28 Prozent, 40- bis 50-Jährige: 30 Prozent).

Gewünscht: Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben und sinnvolle Arbeit
• 50 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer streben in den kommenden zwei Jahren eine bessere Vereinbarkeit von Privat- und Arbeits-leben an.
• 40 Prozent der Befragten wollen mehr sinnvolle Arbeitsinhalte.

Auch „planlose“ Arbeitnehmer haben Ziele
• Immerhin noch 60 Prozent der Befragten, die ihre Karriere nicht planen, streben eine Gehaltserhöhung an, und 27 Prozent von ihnen wollen in den kommenden 24 Mona-ten beruflich aufsteigen.

Drei von vier Karriereplanern haben keine Etappenziele
• Von den Befragten, die ihre Karriere planen, setzen sich nur 24 Prozent konkrete Etappenziele.

Weiterbildung als Karrieremotor
• 66 Prozent der Befragten nutzen Weiterbildungen gezielt, um ihre Karriere voranzu-treiben. Im Westen (67 Prozent) öfter als im Osten (57 Prozent) der Bundesrepublik, Frauen (71 Prozent) mehr als ihre männlichen Kollegen (63 Prozent), Erwerbstätige im mittleren Alter (73 Prozent) stärker als ihre jüngeren (59 Prozent) und älteren (64 Prozent) Kolleginnen und Kollegen.
• Fast die Hälfte der deutschen Erwerbstätigen (45 Prozent) will in den nächsten zwei Jahren mehr Weiterbildungsmaßnahmen wahrnehmen.
Keine Jobwechselstimmung bei den Arbeitnehmern
• Ein Jobwechsel steht bei den wenigsten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auf der Wunschliste: Nur 18 Prozent sagen, dass sie in den nächsten zwei Jahren eine hö-here Position bei einem neuen Arbeitgeber anstreben.

Wichtiges Karriereziel: Gehalt
• Danach gefragt, was sie in zwei Jahren erreichen möchten, nennen die meisten Er-werbstätigen ein höheres Gehalt (67 Prozent). Männer sagen dies mit 70 Prozent noch öfter als Frauen (64 Prozent).

Karriereplanung: Diese Fragen sollten Sie sich stellen

Tipps für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von Prof. Dr. Ada Pellert, Präsidentin der DUW finden Sie hier: http://www.duw-berlin.de/uploads/media/DUW_Tipps_Karriereplanung.pdf

*Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte im Januar und Februar 2015 im Auftrag der DUW 1.009 Erwerbstätige im Alter von 18 bis 50 Jahren.

Die Deutsche Universität für Weiterbildung (DUW)
Die Deutsche Universität für Weiterbildung (DUW) mit Sitz in Berlin bietet akkreditierte Masterstu-diengänge sowie weiterbildende Zertifikatsprogramme zu Management‐Themen für Berufstätige an. Das flexible Blended‐Learning‐Studiensystem und die individuelle Betreuung ermöglichen es DUW‐Studierenden, das Studium mit Privatleben und Beruf zu vereinbaren. Die DUW ist Partnerin der betrieblichen Personalentwicklung und unterstützt Unternehmen und Organisationen unter anderem bei der wissenschaftlich fundierten Entwicklung, Durchführung und Evaluation von Perso-nalentwicklungsprogrammen und Führungskräftetrainings. Die Deutsche Universität für Weiterbildung gehört zum Verbund der Steinbeis-Hochschule Berlin, die international für erfolgreichen Wissens‐ und Technologietransfer steht.

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Bitte wenden Sie sich bei Rückfragen an:
Julia Seimel
Mann beißt Hund – Agentur für Kommunikation
Tel. 040-89 06 96-14
E-Mail: js@mann-beisst-hund.de

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