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Meldungen Arbeitsicherheit September 2008

September 2008
26.09.2008 Visionen künftiger Arbeitswelten 
26.09.2008 Teilhabe am Erwerbsleben zentrale Herausforderung für älter werdende Gesellschaft 4. Internationales Forum Disability Management in Berlin 
19.09.2008 Faltblatt REACH und Arbeitsschutz 
19.09.2008 Leitfaden für betriebsärztliche Beratung bei der Gefährdungsbeurteilung 
19.09.2008 Unfallursache: Gabelstapler 
19.09.2008 GHS-Verordnung: Neue Kennzeichnung von Chemikalien 
19.09.2008 Fachmesse „Arbeitsschutz aktuell“ in Hamburg  
19.09.2008 Anschlussreform zur BGV A2 um zwei Jahre verschoben 
19.09.2008 Modellprojekte zeigten drei Wege zum Ziel auf 
19.09.2008 Übersetzung des Leitfadens Stoffidentität im Netz 
13.09.2008 Depressionen durch Arbeitsgestaltung vermeiden? 
05.09.2008 Wirksamerer Schutz vor Risiken durch chemische Produkte 

 

 


Visionen künftiger Arbeitswelten

Symposium „Constructing the future of work“ in Dortmund

Visionen künftiger Arbeitswelten stehen im Mittelpunkt des Symposiums „Constructing the future of work – wie wollen wir leben und arbeiten“, das am 4. und 5. November 2008 in der DASA (Deutsche Arbeitsschutzausstellung) in Dortmund stattfindet. Das prominent und interdisziplinär besetzte Symposium bildet den Auftakt einer Veranstaltungsreihe der DASA zum Thema „Zukunft der Arbeit“.

Bereits heute lassen sich Trends und Entwicklungen erkennen, die die Arbeitswelt und Lebenswirklichkeit von morgen bestimmen. Beim Symposium „Constructing the future of work“ beleuchten zwölf anerkannte Wissenschaftler die Arbeitswelt von morgen unter verschiedenen Gesichtspunkten. Im Anschluss an die Vorträge verteidigen die Referenten ihre Standpunkte im konstruktiven Streitgespräch mit Journalisten, Künstlern und Wissenschaftlern. Für die Moderation konnte die Wirtschaftspublizistin Ursula Weidenfeld, Chefredakteurin impulse, gewonnen werden.

So trifft beispielsweise der Unternehmer und Wissenschaftler Professor Götz Werner, dm-markt, nach seinem Beitrag „Bedingungsloses Grundeinkommen und Konsumsteuer“ auf PD Dr. Hilmar Schneider vom „Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit“ in Bonn. Eine umfassende nachhaltige Gestaltung der Arbeitswelt fordert die Arbeitswissenschaftlerin Professor Dr. Eva Senghaas-Knobloch, Universität Bremen, und diskutiert anschließend mit der Organisationspsychologin PD Dr. Petia Genkova, Universität Passau. Choreograph Marcus Grolle kommentiert einen Beitrag von Jakob von Weizsäcker, Brussels European and Global Economic Laboratory, zum Einwanderungsland Deutschland. Zukunftsforscher und Science-Fiction Autor Dr. Karlheinz Steinmüller, Z_Punkt: The Foresight Company, streitet über „Artisanen, Cyberteams und Prekarier“ mit Dr. Gerhard Kilger, Leiter der DASA.

Unter den Impuls gebenden Referenten befinden sich auch der Nestor der katholischen Sozialethik Professor Dr. Friedhelm Hengsbach SJ, Professor Dr. Klaus Dörre, Universität Jena, und Professor Dr. Peter Kern, Fraunhoferinstitut IAO. Durch die Vielfalt der Beiträge eröffnet sich den Teilnehmenden eine Übersicht über die unterschiedlichen Forschungsansätze zum Thema „Zukunft der Arbeit“.

„Das Symposium verfolgt das Ziel, einen Diskurs zu ermöglichen, der in seiner Interdisziplinarität sonst nicht stattfindet“, erklärt DASA-Projektleiterin Dr. Karin Kaudelka. Dabei will das Symposium vor dem Hintergrund komplexer werdender ökonomischer und gesellschaftlicher Verhältnisse Handlungsmaximen für eine menschengerechte, innovative und leistungsfähige Arbeitswelt formulieren.

Ein attraktives Abendprogramm ergänzt den wissenschaftlichen Diskurs. In einer Theater-Führung durch die Ausstellung entführen Schauspieler die Teilnehmer in die Arbeitswelt des Jahres 2026. Der Choreograph Marcus Grolle tanzt eine eigens zum Thema entwickelte Performance zum ersten Mal vor Publikum. Außerdem laufen elf Kurzfilme zum Wandel der Arbeit aus einem Kurzfilmwettbewerb der Kulturstiftung des Bundes.

Das gesamte Programm befindet sich unter www.dasa-dortmund.de/tagung auf der DASA-Homepage. Die Teilnahmegebühr beträgt 80 Euro, darin sind Abendbuffet und Rahmenprogramm enthalten.

Anmeldung bei Angelika Frachisse M.A., Tel.: 0231 9071-2278, Fax: 0231 9071-2546, E-Mail: frachisse.angelika@baua.bund.de.

Die DASA als Ausstellungshaus der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin thematisiert auf einer Größe von 13.000 Quadratmetern den Lebensraum Arbeitswelt in künstlerischer Szenografie. DASA-Besucher erfahren mit allen Sinnen Arbeitswelten in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und ihre Auswirkungen auf die arbeitenden Menschen.

(Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV))

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Teilhabe am Erwerbsleben zentrale Herausforderung für älter werdende Gesellschaft  4. Internationales Forum Disability Management in Berlin

Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder Behinderungen Chancen auf Arbeit zu geben, wird zu einer zentralen Herausforderung. Mit dieser Botschaft startete im Beisein des Bundesministers für Arbeit und Soziales, Olaf Scholz und des Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Klaus Hinne, das 4. Internationale Forum zum Disability Management in Berlin. Vom 22. bis 24. September diskutieren Fachleute aus allen Teilen der Welt über Strategien, um Hindernisse für die Beschäftigung von kranken und behinderten Menschen zu überwinden und die Prävention am Arbeitsplatz zu verbessern. Gastgeber des Forums sind das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV).

„Disabiltiy Management ist Programm und als Dienstleistung ein Instrument zur Erhaltung der Beschäftigungsfähigkeit von Arbeitnehmern in einer älter werdenden Gesellschaft“, erklärte der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Arbeit und Soziales und Tagungspräsident des Forums, Franz Thönnes. „Der demographische Wandel und die Veränderungen in der Arbeitswelt erfordern mehr Anstrengungen für gute und gesunde Arbeit. Wer dennoch krank wird, dem soll kompetent und schnell geholfen werden, wieder in das Arbeitsleben zurückkehren zu können.“ Deshalb habe der Gesetzgeber schon 2004 das betriebliche Eingliederungsmanagement eingeführt. Es ermöglicht allen Beschäftigten, die im Jahr länger als sechs Wochen arbeitsunfähig sind, professionelle Hilfen vom Unternehmen in Anspruch zu nehmen, ja einzufordern.

DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Breuer – zweiter Tagungspräsident des Forums – machte auf die guten Erfahrungen der Berufsgenossenschaften und Un-fallkassen bei der Wiedereingliederung von Versicherten nach Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten aufmerksam. Hier gelang es im vergangenen Jahr – auch dank der guten Arbeitsmarktlage – in gut 90 Prozent der Fälle, in denen der Arbeitsplatz durch Unfall oder Krankheit in Gefahr war, den Arbeitsplatz zu erhalten oder Versicherte wieder in Arbeit zu bringen. „Diese Erfahrungen zeigen, welches Potenzial das frühzeitige und professionelle Management von Erkrankungen bietet.“

Dass noch viel zu tun ist, zeigen aktuelle Daten der Rentenversicherung: Danach wurden im vergangenen Jahr rund 160.000 Menschen frühverrentet. Aktuelle Daten der Betriebskrankenkassen legen nahe, dass allein die Kosten für arbeitsbedingte Frühberentung etwa zehn Milliarden Euro im Jahr betragen.

Auch bei der Beschäftigung schwerbehinderter Menschen gibt es Nachholbedarf. So gab es kapp 170.000 schwerbehinderte Arbeitslose im August 2008. Damit profitierte auch diese Gruppe von der gesunkenen Arbeitslosigkeit (gegenüber August 2007 lag der Wert um 8,8 Prozent niedriger), jedoch nicht so sehr wie der Durchschnitt der Arbeitslosen (minus 13,8 Prozent für denselben Zeitraum).

Die Frage, wie die betriebliche Eingliederung verbessert werden kann, ist ebenso Gegenstand des Forums wie die Erkenntnis, dass Eingliederungsmanagement zwar in Großunternehmen inzwischen gängige Praxis ist, kleine und mittelgroße Unternehmen aber zurückhaltend sind. Im Mittelstand fehlen oft Know-how und personelle Ressourcen. Deshalb verstärken Staat, Sozialversicherungsträger und Sozialpartner in Deutschland hier ihr Engagement, schaffen Voraussetzungen für mehr Beratung und passgenaue Angebote – vom Gesprächsleitfäden bis zu Musterbetriebsvereinbarungen. Mit der Initiative „Neue Qualität der Arbeit“ (INQA) ist in Deutschland darüber hinaus eine Partnerschaft etabliert, die gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen mit den wirtschaftlichen Interessen der Unternehmen verbindet. Auch das Programm zur Humanisierung der Arbeit soll helfen, auf diesem Feld weiterzukommen und den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz fortlaufend zu verbessern.

(Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV))

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Faltblatt REACH und Arbeitsschutz

Zum Schutz der Beschäftigten bei der beruflichen Verwendung von
Chemikalien verlangt die EU-Chemikalienverordnung REACH vom Hersteller,
für jede Anwendung seines Stoffes Expositionsabschätzungen und
Empfehlungen zu Schutzmaßnahmen anzugeben. Ein vom BGIA – Institut
für Arbeitsschutz entwickelter Selbstcheck für kleine und mittlere Unternehmen,
die mit Chemikalien umgehen, hilft festzustellen, in wie weit der eigene
Betrieb von REACH betroffen ist. Das Faltblatt steht in einer Neuauflage
zur Verfügung und kann über bgia-info@hvbg.de kostenlos bestellt werden.

(Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV))

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Leitfaden für betriebsärztliche Beratung bei der Gefährdungsbeurteilung

Das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet jeden Arbeitgeber zur Durchführung
einer Gefährdungsbeurteilung. Der neue „Leitfaden für Betriebsärzte
zur Beratung des Arbeitgebers bei der Gefährdungsbeurteilung“ der DGUV
gibt Betriebsärzten eine Hilfestellung für die betriebsärztliche Beratung des
Arbeitgebers. Er zeigt verschiedene Möglichkeiten der Planung und
Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung auf und berücksichtigt insbesondere
die Bedingungen in Kleinbetrieben. Die Broschüre kann heruntergeladen
und über info@dguv.de kostenlos bestellt werden.
Zur Broschüre:
http://www.hvbg.de/code.php?link=573721

(Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV))

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Unfallursache: Gabelstapler

Bei der Arbeit mit dem Gabelstapler wirkt nicht nur die Last auf den Stapler.
Durch bestimmte Fahrweisen oder Lastverhältnisse entstehen auch
Seitenkräfte. Die BG Nahrungsmittel und Gaststätten (BGN) informiert,
was Gabelstapler aus dem Gleichgewicht bringen kann, beschreibt
die Vorteile von Fahrerrückhaltesystemen und nennt Schutzmaßnahmen im Betrieb.
Zur Meldung der BGN:
http://www.bgn.de/webcom/show_facharticle.php/_c-6291/_nr-14/i.html

(Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV))

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GHS-Verordnung: Neue Kennzeichnung von Chemikalien

Das Europäische Parlament hat eine neue europäische Verordnung zur
Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung chemischer
Produkte, GHS, verabschiedet. „GHS“ steht dabei für „Globally Harmonised
System of Classification and Labelling of Chemicals“. Dabei sind
Übergangsfristen für Stoffe voraussichtlich bis Dezember 2010 und für
Zubereitungen (Gemische) bis zum Juni 2015 vorgesehen. Sechs Plakate
der IVSS – Internationalen Vereinigung für Soziale Sicherheit (Sektion Chemie)
sollen den Betrieben, die täglich mit Gefahrstoffen umgehen, helfen, sich schon
jetzt mit GHS vertraut zu machen.
Weitere Informationen:
http://www.bg-chemie.de/webcom/show_article.php/_c-445/_nr-24/i.html
Der Vertrieb der Plakate erfolgt über die Berufsgenossenschaft Chemie:
http://bgc.shop.jedermann.de/shop/plakate/ghs

(Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV))

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Fachmesse „Arbeitsschutz aktuell“ in Hamburg

Unter dem Motto „Gesundheit schützen – Zukunft sichern – Erfolge zeigen“
präsentiert sich die DGUV auf der „Arbeitsschutz aktuell“ vom 8.-10. Oktober
in Halle A4 der Hamburger Messe. 22 Berufsgenossenschaften, Unfallkassen
und angeschlossene Institutionen informieren auf 850 Quadratmetern
Ausstellungsfläche über gute Beispiele aus der Praxis zur Verbesserung
von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz.
Bei der Eröffnungsveranstaltung verleiht die Fachvereinigung Arbeitssicherheit
(Fasi) den Jugend-Arbeitsschutz-Preis an junge Leute, die mit innovativen,
praxisnahen Ideen für mehr Sicherheit und Gesundheit an ihren Arbeitsplätzen
gesorgt haben.
Zur Messe:
http://www.arbeitsschutz-aktuell.de
Weitere Informationen zum Jugend-Arbeitsschutz-Preis:
http://www.jugend-arbeitsschutz-preis.de

(Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV))

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Anschlussreform zur BGV A2 um zwei Jahre verschoben

Die zum 01.Januar 2009 vorgesehene Anschlussreform der Unfallverhütungsvorschrift „Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit“ mit dem Ziel der Neuordnung der betriebsärztlichen und sicherheitstechnischen Regelbetreuung für Betriebe mit mehr als zehn Beschäftigten (BGV A2, Anlage 2) wird um zwei Jahre bis zum 1. Januar 2011 verschoben. Damit reagieren das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, die Länder und die Unfallversicherungsträger auf die Notwendigkeit, die bisher erarbeiteten Reformansätze vor dem Hintergrund weiterer Fusionen bei den Unfallversicherungsträgern noch stärker zu harmonisieren, um letztlich für alle Betriebe konsistente Regelungen erzielen zu können.

Vorstand und Mitgliederversammlung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) haben sich vor diesem Hintergrund darauf verständigt, bei der anstehenden Novellierung der Anlage 2 zur BGV A2 die Regelungen im öffentlichen Bereich mit einzubeziehen und somit für Berufsgenossenschaften und Unfallkassen eine einheitliche UVV zur Umsetzung des Arbeitssicherheitsgesetzes zu erarbeiten. Gleichzeitig haben Vorstand und Mitgliederversammlung der DGUV die Berufsgenossenschaften und die Eisenbahn-Unfallkasse gebeten, die Befristung der Anlage 2 zur BGV A2/GUV-V A2 per Nachtrag um zwei Jahre bis zum 31.12.2010 zu verlängern.

(Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV))

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Modellprojekte zeigten drei Wege zum Ziel auf

Zeitgemäße betriebsärztliche und sicherheitstechnische Unterstützung von kleinen Betrieben

„Kleine Betriebe zeitgemäß betriebsärztlich und sicherheitstechnisch unterstützen – Wege in die Zukunft“ lautete der Förderschwerpunkt 2005 des Modellprogramms zur Bekämpfung arbeitsbedingter Erkrankungen. An der Abschlussveranstaltung unter dem Motto „Drei Wege – ein Ziel“, die am 18. September 2008 in der Heilig-Kreuz-Kirche in Berlin stattfand, beteiligten sich über 100 Teilnehmer. Im Mittelpunkt standen die Ergebnisse dreier Modellprojekte, die durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert und durch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) fachlich begleitet wurden.

Hintergrund für den Förderschwerpunkt ist die besondere Situation der rund 1,65 Millionen Klein- und Kleinstbetriebe in Deutschland. Diese Betriebe mit bis zu neun sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten stellen rund 80 Prozent aller Betriebe in Deutschland und beschäftigen fast jeden fünften Erwerbstätigen. Die Anzahl meldepflichtiger Arbeitsunfälle liegt hier zwar im Durchschnitt, bei den Arbeitsunfallrenten stehen Betriebe dieser Größe jedoch an der Spitze. Vor diesem Hintergrund ist die Umsetzung der neuen berufsgenossenschaftliche Vorschrift BGV A2 und damit die Integration des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in den Betriebsalltag von Kleinunternehmen von besonderer Bedeutung. Diese neue berufsgenossenschaftliche Vorschrift bietet Unternehmern die Chance, in großer Eigenverantwortung für Sicherheit und Gesundheit in ihrer Firma zu sorgen. Es fehlt den Betrieben aber häufig an Unterstützung und Instrumenten, ihre Chance zu erkennen, optimal zu nutzen und rechtssicher zu handeln.

Hier setzten die Modellprojekte amadeus, basik-net und GUSIK an. Dabei wurden mit drei unterschiedlichen Herangehensweisen praktikable und wirksame Wege einer optimalen betriebsärztlichen und sicherheitstechnischen Betreuung für Kleinunternehmen erschlossen und in der Praxis modellhaft erprobt.
Auf die Regelbetreuung in Kombination von persönlicher Beratung des Unternehmers durch Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit sowie auf branchenspezifische Internetunterstützung setzte das Projekt basik-net. Hingegen bauten die Projekte amadeus und GUSIK auf das Pooling-Modell. Hier sollen die Angebote zum Arbeits- und Gesundheitsschutz von Organisationen wie Innungen, Kreishandwerkerschaften, Handwerkskammern und Fachverbänden ausgehen. Durch den Zusammenschluss mehrerer Betriebe (Pool) einer Branche oder eines Gewerkes können so tätigkeitsbezogene Probleme gebündelt und übergeordnete und optimale branchenspezifische Lösungen gefunden werden.

Im Einzelnen entstand das Internetportal www.basik-net.de mit spezifischen Informationen für die Gewerke der Maler und Lackierer, Dachdecker und Gerüstbauer. Es enthält ein Online-Tool, um Gefährdungsbeurteilungen zu erstellen sowie ein gewerkspezifisches Gefahrstoffverzeichnis.

Mit dem Handbuch „Werkzeuge einer erfolgreichen Poolbetreuung“ wird unter www.gusik.info Handwerksorganisationen aufgezeigt, wie sich ein Dienstleistungsangebot erstellen lässt, mit dem sich die Betreuung von Kleinbetrieben sichern lässt. Dazu werden alle notwendigen Instrumente einschließlich Vertragsentwürfe zur Verfügung gestellt.

Das Internetportal www.amadeus-handwerk.de öffnet den Weg zu verschiedenen Branchenportalen wie Kraftfahrzeug-Gewerbe, Holzbearbeitungsberufe, Friseurgewerbe, Elektrohandwerk, Sanitär-Heizung-Klima-Installationsgewerbe und Metallhandwerk. Es enthält spezifische Informationen angefangen bei Betriebsanweisungen bis hin zu Unterweisungshilfen, die auch als animierte Filme vorliegen.
Die Teilnehmer der Abschlussveranstaltung erhielten eine CD mit den drei vorgestellten Handlungsanleitungen. Insgesamt stießen die Ergebnisse auf großes Interesse. Das Plenum, darunter Vertreter aus Kammern, Innungen und Verbänden, diskutierte die Ansätze der verschiedenen Zugangswege zu Kleinbetrieben angeregt und teilweise kontrovers. Insgesamt waren sich die Teilnehmer jedoch darüber einig, dass die Projekte gangbare Wege aufzeigen, um den Arbeits- und Gesundheitsschutz in den betrieblichen Alltag von Kleinbetrieben nachhaltig zu verankern.

Informationen zu den auf der Abschlussveranstaltung vorgestellten Handlungsleitfäden können unter modellprogramm@baua.bund.de angefordert werden. Weitere Informationen zum Modellprogramm und zur Veranstaltung befinden sich unter www.baua.de/modellprogramm im Internet.

(Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA))

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Übersetzung des Leitfadens Stoffidentität im Netz

Bundesstelle für Chemikalien unterstützt bei REACH-Umsetzung

Das neue europäische Chemikaliengesetz REACH befindet sich in der Vorregistrierungsphase. Um die Umsetzung der REACH-Verordnung zu unterstützen, hat die Europäische Union Leitlinien mit ergänzenden Informationen zur Verordnung veröffentlicht. Die Leitlinien lagen bislang nur in englischer Sprache vor. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen wünschten sich jedoch eine Übersetzung ins Deutsche.

Jetzt hat die Bundesstelle für Chemikalien bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) mit der Übersetzung des Leitfadens „Guidance for identification and naming of substances under REACH“ einen Anfang gemacht. Das Dokument befindet sich als „Leitfaden zur Identifizierung und Bezeichnung von Stoffen unter REACH“ auf der Homepage der Nationalen Auskunftsstelle www.reach-helpdesk.de im Bereich „Themen von A-Z“ in der Rubrik Stoffidentität.

Der Leitfaden gibt Unternehmen, die von der Registrierungspflicht unter REACH betroffen sind, Regeln an die Hand, um Stoffe zu bezeichnen und zu identifizieren. Die richtige Bezeichnung von Stoffen hat eine große Bedeutung für die Unternehmen. In der zurzeit stattfindenden Vorregistrierungsphase gehen einige Hunderttausend Dossiers bei der Chemikalienagentur in Helsinki elektronisch ein. Dabei ist das zentrale Element dieser Dossiers die chemische Identität der Stoffe. Über sie sollen sich Hersteller und Importeure von identischen Stoffen finden, um dann in einem zweiten Schritt gemeinsame Daten einzureichen. Zum einen sparen die Betriebe durch dieses Vorgehen Kosten. Zum anderen spielt der Tierschutzgedanke an dieser Stelle eine ganz entscheidende Rolle. Hersteller oder Importeure von identischen Stoffen dürfen Versuche an Wirbeltieren nur einmal durchführen.

(Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA))

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Depressionen durch Arbeitsgestaltung vermeiden?

Informationsveranstaltung am 14. Oktober 2008 in Berlin

Erhöht schlecht gestaltete Arbeit das Risiko von Depressionen oder nehmen Depressive ihre Arbeit „nur“ schlechter wahr? Antworten auf diese Frage gibt die gleichnamige Informationsveranstaltung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Sie findet am Dienstag, 14. Oktober 2008, zwischen 11.00 und 13.00 Uhr in der BAuA Berlin statt. Dabei stellt Professor Renate Rau, Fachbereich Psychologie der Philipps-Universität Marburg, neue Ergebnisse aus dem Projekt „Untersuchung arbeitsbedingter Ursachen für das Auftreten depressiver Störungen“ vor, das sie im Auftrag der BAuA durchführt.

Psychische Störungen verursachten im Jahre 2006 jeden zwölften Arbeitsunfähigkeitstag in Deutschland. Damit lagen sie noch vor den Krankheiten des Kreislaufsystems. Als Ursache für Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit nehmen psychische Störungen die erste Stelle ein. Doch während arbeitsbedingte Ursachen für Herz-Kreislauferkrankungen seit Jahren untersucht werden, besteht hinsichtlich des Zusammenhangs zwischen Arbeitsbedingungen und psychischen Störungen noch ein erheblicher Forschungsbedarf.

Das seit 2005 laufende Forschungsprojekt in Marburg erforscht das Auftreten depressiver Störungen als Folge psychischer Fehlbelastungen und chronischem Stress bei der Arbeit. Dabei untersuchte die Gruppe um Professor Rau mehr als 500 Berufstätige aus verschiedenen Branchen und deren Arbeitsbedingungen. Die bei der Veranstaltung vorgestellten Ergebnisse geben wichtige Hinweise darauf, wie gute Arbeitsgestaltung psychische Fehlbelastungen verhindern kann.

Die Teilnahme an der Veranstaltung „Erhöht schlecht gestaltete Arbeit das Risiko von Depressionen oder nehmen Depressive ihre Arbeit „nur“ schlechter wahr?“ ist kostenlos, eine Anmeldung jedoch erforderlich. Kontakt: Heidemarie Teubner, Telefon: 030 51548-4292, E-Mail: teubner.heidemarie@baua.bund.de.

Das BAuA-Projekt „Untersuchung arbeitsbedingter Ursachen für das Auftreten depressiver Störungen“ läuft noch bis April 2009.

(Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA))

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Wirksamerer Schutz vor Risiken durch chemische Produkte

Das Europäische Parlament hat in seiner Sitzung am Mittwoch eine neue europäische Verordnung zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung chemischer Produkte, GHS, verabschiedet. Dazu erklärt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales:

Arbeitnehmer und Verbraucher in Deutschland sollen zukünftig noch besser über Risiken und nötige Sicherheitsmaßnahmen bei der Verwendung chemischer Produkte informiert werden. Dazu werden auf Chemikaliengebinden neue Kennzeichnungselemente eingeführt – insbesondere neue Warnsymbole, Gefahrensätze und Sicherheitshinweise. Die neuen Regeln werden in der Europäischen Union durch die GHS-Verordnung eingeführt und gelten in jedem Mitgliedsland unmittelbar.

„GHS“ steht dabei für „Globally Harmonised System of Classification and La­belling of Chemicals“. Es handelt sich um ein auf UN-Ebene erarbeitetes System zur einheitli­chen Bewertung und Kennzeichnung von Chemikalien. Nicht alles wird sich ändern ¿ Warnzeichen wie zum Beispiel der Toten­kopf oder das Flammensymbol werden, wenn auch in neuer Aufmachung, erhalten bleiben. Jedoch wird es verschiedene weitere Gefahrenklassen, wie z. B. die „Aspirationsgefahr“, im neuen System geben.

Das GHS-System wird zu weltweit einheitlich hohen Standards im Bereich des Arbeits-, Verbraucher- und Umweltschutzes beitragen. Profitieren werden in dieser Hinsicht vor allen Dingen Entwicklungs- und Schwellenländer. Jedoch soll durch diese international einheitlichen Vermarktungsregeln auch der weltweite Handel erleichtert werden.

Die GHS-Verordnung ist neben der bereits in Kraft befindli­chen REACH-Verordnung das zweite große europäische Rechtsetzungsprojekt zur Regelung des europäischen Binnenmarkts für Chemikalien. Nach der Zustimmung des Europäischen Parlaments bedarf es nun nur noch der Verabschiedung durch den Europäischen Rat, die noch in diesem Jahr erfol­gen soll.
Infos und Materialien zum Thema

* Informationen zur EG-GHS-Verordnung – Neue Kennzeichnungen für Chemieprodukte
www.bmas.de/coremedia/generator/27460/2008__09__03__gefahrstoffe__infos__zur__ghs__vo.html

(Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales)

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