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Meldungen Arbeitsicherheit Oktober 2008

Oktober 2008
26.10.2008 Arbeitsstätten ins rechte Licht rücken 
26.10.2008 Vermögen der gesetzlichen Unfallversicherung sicher angelegt 
20.10.2008 Bei Schuppenflechte im Beruf ist guter Hautschutz wichtig 
18.10.2008 Informationen zur Arbeitswelt im Überblick 
18.10.2008 Deutscher Arbeitsschutzpreis 
18.10.2008 KAN-Broschüre: Die neue Maschinen-Richtlinie 
18.10.2008 In guten Händen – Ihre gesetzliche Unfallversicherung 
18.10.2008 Nachtarbeit ist um fast 60 Prozent anstrengender als Tagarbeit 
18.10.2008 Zahl der tödlichen Arbeits- und Wegeunfälle im ersten Halbjahr 2008 gesunken 
10.10.2008 Themeninseln und Vorträge zu aktueller Forschung 
10.10.2008 Aber sicher! Deutscher Arbeitsschutzpreis 2009 
06.10.2008 Bei Chemikalien sind Handschuhe Pflicht 
05.10.2008 Kreativer Dreiklang verbessert Arbeitsergebnisse 
05.10.2008 Biologische Arbeitsstoffe: Gefährdungen beurteilen 
05.10.2008 Staubbelastungen in Müllverbrennungsanlagen 

 


Arbeitsstätten ins rechte Licht rücken

Beleuchtung von Arbeitsstätten – Stand der Regelsetzung

Gutes Sehen nützt, gutes Sehen schützt. Doch um gut Sehen zu können, kommt es auf die richtige Beleuchtung an. Ist es zu dunkel, lassen sich Arbeiten nicht mehr sicher ausführen. Ist es zu hell, drohen Unsicherheiten durch Blendung. Zwar enthält die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) die grundlegenden Anforderungen für die Beleuchtung von Arbeitsstätten. Dabei formuliert sie jedoch flexible Grundvorschriften als Schutzziele und allgemein gehaltene Anforderungen in Form von unbestimmten Rechtsbegriffen. Als Hilfe für die Praxis stellte die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) jetzt Informationen zum Stand der Regelsetzung in einem Forschungsprojekt zusammen. Die Ergebnisse wurden als Bericht FP 1988 „Beleuchtung von Arbeitsstätten – Stand der Regelsetzung“ veröffentlicht.

Die Einflussfaktoren seitens der Beleuchtung auf den Menschen sind sehr vielfältig. So trägt eine gute Beleuchtung auch dazu bei, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden der Beschäftigten zu fördern. In Unfallberichten tauchen Faktoren wie mangelhafte Beleuchtung oder Blendung immer wieder auf. Hier gibt es jedoch bislang keine systematische Erfassung des Zusammenhangs zwischen Unfallhergang und Beleuchtung.

Angesicht der Vielzahl von Normen und Regeln zur Beleuchtung stellt der Bericht den gegenwärtigen Stand gesetzlicher und untergesetzlicher Regelungen sowie der Normung auf dem Gebiet der Beleuchtung beim Einrichten und Betreiben von Arbeitsstätten systematisch zusammen. Dazu stellt er die Anforderungen dar, die sich aus dem Arbeitsstättenrecht (ArbStättV sowie Arbeitsstätten-Richtlinien), den Regelungen der Unfallversicherungsträger (BGR, BGI) sowie den nationalen Normen für die Beleuchtung mit Tageslicht, die künstliche Beleuchtung und die Sicherheitsbeleuchtung ergeben. Zudem geht die Studie auf angrenzende Rechtsbereiche, zum Beispiel das Bauordnungsrecht, sowie auf zusätzliche Informationsquellen für die Praxis ein. Gegenwärtig wird vom Ausschuss für Arbeitsstätten (ASTA) eine Arbeitsstättenregel zur Beleuchtung erarbeitet.

Darüber hinaus führt der Bericht die Anforderungen an die wichtigsten Gütemerkmale der Beleuchtung, wie beispielsweise Beleuchtungsstärke, Leuchtdichteverteilung, Begrenzung der Blendung auf. Dabei zeigt sich, dass einfache praxisnahe Beurteilungsmöglichkeiten für diese Gütemerkmale kaum vorhanden sind. Hier wäre es sinnvoll, einfache Mess- und Bewertungsmöglichkeiten für die Gütemerkmale der Beleuchtung zur Verfügung zu stellen. Zudem sollten einfache Beurteilungskriterien entwickelt werden, die Untersuchungen zum Unfallgeschehen aufgrund unzureichender Beleuchtung ermöglichen.

Bericht FP 1988 der BAuA „Beleuchtung von Arbeitsstätten – Stand der Regelsetzung“; B. Görner, 47 Seiten.
http://www.baua.de/nn_5858/de/Publikationen/Fachbeitraege/F1988.html?__nnn=true

(Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)) 

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Vermögen der gesetzlichen Unfallversicherung sicher angelegt

Berufsgenossenschaften und Unfallkassen wählen für die Anlage ihrer Betriebsmittel und Rücklagen nur Anlageformen, die höchsten Sicherheitskriterien entsprechen. Darauf weisen die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung vor dem Hintergrund der aktuellen Berichterstattung zur Finanzkrise hin. „Spekulation war und ist nicht unsere Sache“, erklärt Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Das betrifft auch die Einlagen von Unfallversicherungsträgern, die bei der deutschen Tochter der US-Bank Lehmann Brothers bestehen. „Bei diesen Guthaben handelt es sich um Einlagen, die über den Einlagensicherungsfonds abgedeckt und somit vor Verlust geschützt sind.“

Wie andere Sozialversicherungsträger auch unterliegen Berufsgenossenschaften und Unfallkassen bei der Anlage von Beitragsmitteln den Regelungen des SGB IV. Danach sind nur Anlageformen zulässig, die gegen Wertverlust geschützt sind. Dazu zählen zum Beispiel Termin- und Spareinlagen, Schuldverschreibungen, die gesichert sind, und Darlehen an die öffentliche Hand.

(Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV))

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Bei Schuppenflechte im Beruf ist guter Hautschutz wichtig

Präventionskampagne Haut gibt Tipps zum Welt-Psoriasis-Tag am 29.10.2008

Wer an Schuppenflechte leidet, sollte sich vor der Berufswahl von einem Hautarzt beraten lassen. Denn mit dieser Hauterkrankung kann nicht jeder Beruf uneingeschränkt ausgeübt werden. Insbesondere Tätigkeiten, bei denen Druck auf die Haut ausgeübt wird oder der regelmäßige Kontakt zu Feuchtigkeit und Chemikalien unumgänglich ist, können zu Hautproblemen führen. Andererseits muss für Berufstätige eine Schuppenflechte nicht zur Berufsaufgabe führen, wenn einige Hinweise beachtet werden. Darauf weist die Präventionskampagne Haut der gesetzlichen Kranken- und Unfallversicherung anlässlich des Welt-Psoriasis-Tages am 29. Oktober 2008 hin.

In Deutschland sind etwa zwei Millionen Menschen von Schuppenflechte, der so genannten Psoriasis, betroffen. Dabei handelt es sich um eine chronische Hauterkrankung, bei der die Haut an verschiedenen Stellen rot, verdickt und schuppig ist. Sie verläuft meist in Schüben. „Bei der Schuppenflechte kommt es zu einer verstärkten und beschleunigten Verhornung der obersten Hautschicht, darüber hinaus kommt es zur Einwanderung von Entzündungszellen in die Haut“, erklärt Dr. Kristine Breuer, Privatdozentin und Leitende Oberärztin des Dermatologischen Zentrums am Berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhaus Hamburg. „Durch die Verdickung der Hornschicht entstehen silbrig-weiß glänzende Schuppen.“ Betroffene sollten sich vor extremen äußeren Einflüssen wie Feuchtarbeiten, Chemikalien, Verschmutzungen, Reiben und Scheuern sowie intensive Kälte- und Hitzeeinwirkung vorwiegend im Bereich der Hände gut schützen. Metallverarbeitende Berufe, Berufe im Straßenbau und im Baugewerbe z.B. können
bei Menschen mit Schuppenflechte ungünstige Auswirkungen auf die Haut haben. „All diese äußeren Einflüsse reizen die Haut und können zu Schüben im Bereich der Hände führen“ sagt die Expertin der Präventionskampagne Haut. „Lassen sie sich nicht vermeiden, sollte das Risiko durch Schutzhandschuhe oder hautfreundliche, gut schweißaufsaugende, weiche Gewebe unter der Berufskleidung minimiert werden. Hierbei hilft auch eine rückfettende Hautpflege, die den Säureschutzmantel der Haut erhält.“

Hautschutzplan ernst nehmen

„Wer an Schuppenflechte erkrankt ist, sollte im Beruf den Hautschutzplan sehr ernst nehmen“, sagt Privatdozentin Dr. Kristine Breuer. Ein Hautschutzplan gibt vor, welche Hautmittel für Hautschutz, Hautreinigung und Hautpflege für den jeweiligen Arbeitsplatz notwendig sind. Die Hautmittel stellt der Arbeitgeber kostenlos zur Verfügung. „Betroffene sollten sich zudem an den Betriebsarzt oder den Präventionsdienst der gesetzlichen Unfallversicherung wenden.“ Verschlechtert sich die Schuppenflechte durch den Beruf, können sie die Schulungs- und Beratungsmaßnahmen der gesetzlichen Unfallversicherung nutzen, um den erlernten Beruf trotz Schuppenflechte auch weiterhin ausüben zu können.

Hautpflege besonders im Winter wichtig

Die Neigung zu Schuppenflechte wird vererbt. Psoriasis ist bisher nicht heilbar. „Durch verschiedene Therapien lassen sich die Erkrankungsschübe aber gut behandeln und abmildern“, sagt Privatdozentin Dr. Kristine Breuer. Wichtig sei vor allem eine regelmäßige und sorgfältige Hautpflege – besonders im Winter. „Dann trocknen Kälte und Heizungsluft die Haut noch schneller aus.“ Mit Ölbädern oder speziellen Salben können die Schuppen aufgeweicht und abgelöst werden. Anschließend sollte die Haut gut eingecremt werden. Vielen Betroffenen hilft auch eine Behandlung mit UV-Licht und medizinischen Bädern. Diese so genannte Balneophototherapie ist seit 1. Juli 2008 eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen.

Die Präventionskampagne Haut

Die Präventionskampagne Haut ist eine gemeinsame Aktion von gesetzlicher Kranken- und Unfallversicherung. Insgesamt werben rund 100 Krankenkassen und Unfallversicherungsträger unter dem Motto „Deine Haut. Die wichtigsten 2m² Deines Lebens.“ dafür, das größte Organ des Menschen zu schützen. Das Ziel der Kampagne lautet: „Gesunde Haut, weniger Hauterkrankungen!“

Weitere Informationen unter: www.2m2-haut.de

(Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV))

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Informationen zur Arbeitswelt im Überblick

Arbeitswelt im Wandel: Zahlen – Daten – Fakten 2008

Rund 45 Prozent der Bevölkerung in Deutschland war 2006 erwerbstätig. Durch Arbeitsunfähigkeit verlor die deutsche Volkswirtschaft etwa 65 Milliarden Euro an Bruttowertschöpfung. 941 Beschäftigte erlitten 2006 einen tödlichen Arbeitsunfall. Dies sind nur einige Zahlen aus der Broschüre „Arbeitswelt im Wandel“, die die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) jetzt herausgegeben hat. Mit Zahlen, Daten und Fakten informiert die aktuelle Ausgabe 2008 kompakt und prägnant über wichtige Aspekte der heutigen Arbeitswelt.

Damit erhalten Akteure im Arbeits- und Gesundheitsschutz einen schnellen Überblick über Trends und Entwicklungen, die auch für den eigenen Betrieb relevant sein können. Zugleich finden sich in der Broschüre überzeugende Argumente für Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes im Betrieb. Doch nicht nur Fachleuten bietet diese Broschüre Wissenswertes über das weite Feld des Arbeitsschutzes. Auch die interessierte Öffentlichkeit erfährt vieles über die Zusammenhänge zwischen den Arbeitsbedingungen und der modernen Technik. Auf 92 Seiten greift die Broschüre im Kitteltaschenformat auch Aspekte des sozialen Zusammenlebens der Menschen im Betrieb oder die ökonomische Seite sicherer Arbeit auf.

Neben Basisdaten wie zur Erwerbstätigkeit, dem Unfallgeschehen oder den Arbeitsbedingengen in Deutschland widmet sich „Arbeitswelt im Wandel“ auch Trends und stellt neue Entwicklungen vor. So präsentiert die Ausgabe 2008 Fakten zum demografischen Wandel und zu den Arbeitsbedingungen in der Zeitarbeit. Zudem wirft sie einen vertiefenden Blick auf die Arbeitsbedingungen in der Pflege, auf dem Bau und im Büro.

Die kostenlose Broschüre „Arbeitswelt im Wandel – Ausgabe 2008“ kann bezogen werden über das Informationszentrum der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Postfach 17 02 02, 44061 Dortmund, Telefon 0231 9071-2071, Fax 0231 9071-2070, E-Mail: info-zentrum@baua.bund.de. Auf der BAuA-Homepage befindet sich eine Version im PDF-Format (1,4 MB) zum Herunterladen im Bereich Publikationen.

(Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)) 

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Deutscher Arbeitsschutzpreis

Der Wettbewerb zum Deutschen Arbeitsschutzpreis 2009 findet in diesem Jahr zum dritten Mal statt. Er ist Teil der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) von Bund, Ländern und Sozialpartnern. Mit dem Wettbewerb zum Deutschen Arbeitsschutzpreis möchten die Ausrichter besonders wirksame und innovative Arbeitsschutzmaßnahmen bekannt machen und als gute Beispiele herausstellen.

Was unternehmen Sie für die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? Welche besonderen Innovationen haben Sie auf den Weg gebracht? Was unterscheidet Sie von anderen Unternehmen in Ihrer Branche?

Haben Sie zum Beispiel ein innovatives Produkt entwickelt, von dem auch Andere profitieren können? Oder orientieren sich Ihre Arbeitsabläufe an der langfristigen Erhaltung der Gesundheit Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? Oder haben Sie sich mit starken Partnern in einem Netzwerk oder einem Verbund zusammengeschlossen, um betriebsübergreifende Lösungen zu entwickeln?

Wenn Sie Ihr Engagement für die Gesundheit und Sicherheit Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Arbeitsplatz bekannt machen möchten, laden wir Sie ein, sich zu beteiligen. Zeigen Sie, wie Sie Arbeit sicher, gesund und motivierend gestalten!

Weitere Informationen finden Sie auf den folgenden Seiten.

Bewerbung
www.dguv.de/inhalt/praevention/praev_lohnt_sich/dt_arbeitschutz/bewerbung/index.jsp
Wettbewerbsunterlagen
www.dguv.de/inhalt/praevention/praev_lohnt_sich/dt_arbeitschutz/wettbewerbsunterlagen/index.jsp
Initiatoren
www.dguv.de/inhalt/praevention/praev_lohnt_sich/dt_arbeitschutz/initiatoren/index.jsp
Pressekontakt und Aktuelles
www.dguv.de/inhalt/praevention/praev_lohnt_sich/dt_arbeitschutz/pressekontakt/index.jsp

(Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV))

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KAN-Broschüre: Die neue Maschinen-Richtlinie

Die Änderung der Maschinenrichtlinie ist Thema einer Broschüre der Kommission
Arbeitsschutz und Normung (KAN) und des European Trade Union Institute (ETUI).
Neben einer kommentierten Gegenüberstellung des alten und neuen Anhang I
(grundlegende Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen) enthält sie
Betrachtungen zu den Artikeln und Anhängen der neuen Richtlinie 2006/42/EG.
Die Broschüre ist auf Deutsch und Englisch erhältlich und wird in Kürze auch auf
Französisch erscheinen. Sie kann heruntergeladen oder über info@kan.de kostenlos bestellt werden.
Zur Broschüre:
http://www.kan.de/uploads/tx_kekandocs/Beri40.pdf

(Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV))

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In guten Händen – Ihre gesetzliche Unfallversicherung

Fast jeder ist versichert, kaum einer weiß es. Die Aufgaben, Leistungen
und Organisation der gesetzlichen Unfallversicherung, die mehr als 70 Millionen
Menschen für alle Folgen von Arbeits-, Kita- und Schulunfällen, Wegeunfällen
und Berufskrankheiten schützt, sind vielen unbekannt. Die Broschüre „In guten
Händen“ informiert über die wichtigsten Fakten rund um das Thema
Unfallversicherung. Die BGI/GUV-I 506 kann in deutsch und englisch
(„In good hands“) beim zuständigen Unfallversicherungsträger oder
über info@dguv.de kostenlos bestellt werden.
Zur Broschüre:
http://regelwerk.unfallkassen.de/regelwerk/index.jsp
http://regelwerk.unfallkassen.de/regelwerk/data/regelwerk/inform/I_506.pdf

(Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV))

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Nachtarbeit ist um fast 60 Prozent anstrengender als Tagarbeit

BGW: An Schichtdienst kann man sich nicht gewöhnen, Gesundheitsbelastungen lassen sich jedoch reduzieren

Die innere Uhr des Menschen lässt sich nicht verstellen. Häufige Nachtarbeit bringt erhebliche gesundheitliche Risiken mit sich, so die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). In vielen Branchen geht es jedoch nicht ohne Nachschichten. Umso wichtiger ist es, dass sowohl Unternehmen als auch Beschäftigte bestimmte Grundsätze beachten, die die Belastungen durch die nächtliche Arbeit mildern.

Der eine ist ein Morgenmensch, der andere eine Nachteule. Doch auch wem es scheinbar leicht fällt, in den Nachtstunden zu arbeiten, der muss wissen: Der Mensch ist ein tagaktives Wesen und von seiner Chronobiologie her auf den Wechsel von Helligkeit und Dunkelheit gepolt. „Wer nachts im Einsatz ist, arbeitet gegen seinen inneren Rhythmus“, stellt Dr. Heike Schambortski von der BGW, der zweitgrößten deutschen gesetzlichen Unfallversicherung, fest. „Die gleichen Tätigkeiten strengen dann um fast 60 Prozent mehr an als tagsüber.“ Hinzu kommt, dass die Schlafqualität am Tag wegen der Helligkeit und der lauteren Umgebungsgeräusche schlechter ist. Der Schlafzyklus von Nachtarbeitern ist durchschnittlich zwei bis vier Stunden kürzer als der von Tagarbeitern. Bis zu 55 Prozent leiden unter Schlafstörungen.

Auf Dauer führt ein chronisches Schlafdefizit zu Leistungsminderung, Gereiztheit, Appetitlosigkeit und erhöhtem Unfallrisiko. Verstärkt werden die Erscheinungen durch veränderte Essenszeiten und -gewohnheiten, durch nächtliches Kaffeetrinken zum Wachbleiben sowie durch Alkohol- oder Tablettenkonsum, um einschlafen zu können. Suchtgefährdung, Nervosität, Angstzustände und Depressionen sind in dieser Situation nicht selten. Familiäre und soziale Kontakte gehen manchmal zurück bis hin zur Isolation.

Arbeitgeber sollten daher nach Empfehlung der BGW keine dauerhaften Nachtarbeitsplätze schaffen. „Mehr als vier Nachtdienste hintereinander sollten es nicht sein“, so die BGW-Expertin. „Zwischen zwei Schichten sollten wenigstens elf Stunden liegen, und einer Nachtdienstphase muss unbedingt eine mindestens 24-stündige Ruhephase folgen. Geblockte ganze freie Wochenenden sind außerdem günstiger als einzelne freie Tage zwischendurch.“

Empfehlenswert sind vorwärts rotierende Schichtsysteme (Früh-Spät-Nacht) und schnell rotierende, zum Beispiel nur zweimal hintereinander der gleiche Schichttyp. Auch während der Nachtdienste muss es klar definierte Pausen geben, und zwischen zwei und drei Uhr sollten keine aufmerksamkeitsintensiven Tätigkeiten eingeplant werden. Ältere Arbeitnehmer sollten weniger oder gar keine Nachtdienste leisten müssen. Wichtig ist es, die Mitarbeiter an betriebsinternen Lösungen und Kompromissen zu beteiligen, da sich meist nicht alle Maßnahmen gleichzeitig umsetzen lassen.

Auch die Nachtdienstler selbst können durch gesunde Lebensführung und Schlafhygiene dazu beitragen, negative gesundheitliche Folgen in Grenzen zu halten. Dazu gehören vor allem eine vor Lärm und Licht geschützte Schlafumgebung, Einschlafrituale wie ein kurzer Spaziergang oder die Lektüre eines Buches vor dem Zubettgehen, außerdem viel Bewegung an der frischen Luft während der Freizeit. Soziale und familiäre Kontakte sollten trotz Schicht- oder Nachtarbeit gepflegt werden, etwa, sooft es geht, mit gemeinsamen Mahlzeiten in der Familie. Gerade die Ernährung spielt eine wichtige Rolle: Wer wegen des Dienstes nachts isst, sollte besonders leichte und gesunde Kost wählen.

(Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV))

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Zahl der tödlichen Arbeits- und Wegeunfälle im ersten Halbjahr 2008 gesunken

Unfallgeschehen entwickelt sich insgesamt uneinheitlich

Die Zahl der schweren und tödlichen Arbeits- und Wegeunfälle ist im ersten Halbjahr 2008 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum weiter gesunken. Das zeigen vorläufige Zahlen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, die ihr Spitzenverband, die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, heute in Berlin veröffentlicht hat. Die Zahl der meldepflichtigen Arbeits- und Wegeunfälle insgesamt stieg aber. In der Schüler-Unfallversicherung verzeichneten die Unfallkassen ebenfalls eine Zunahme der Unfälle.

Insgesamt ereigneten sich im ersten Halbjahr 2008 241 tödliche Arbeitsunfälle. Das waren 73 weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der tödlichen Wegeunfälle sank um 11 auf 211. Die Zahl der Unfälle, die eine bleibende Minderung der Erwerbsfähigkeit zur Folge hatten, verringerte sich ebenfalls. Insgesamt wurde in 10.926 Fällen erstmals eine Rente aufgrund eines Arbeits- oder Wegeunfalls gezahlt, was einem Minus von 301 Fällen entspricht.

Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle stieg dagegen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um rund 10.000 auf 484.432. Auf dem Weg von und zur Arbeit ereigneten sich rund 6.000 Unfälle mehr. Vorläufig beläuft sich die Zahl der meldepflichtigen Wegeunfälle damit auf 88.226. Meldepflichtig sind Unfälle in der gesetzlichen Unfallversicherung, wenn sie zu einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen oder zum Tod führen.

„Bereits in den vergangenen zwei Jahren konnten wir diese Entwicklung beobachten“, kommentiert Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, die Zahlen. Danach sei der Anstieg der absoluten Unfallzahlen regelmäßig konjunkturell bedingt, die Sicherheit am Arbeitsplatz sei aber unverändert sehr hoch. „Das ist auch ein Erfolg für Berufsgenossenschaften und Unfallkassen.“ Die parallel laufenden Fusionen und Umstrukturierungen hätten der Qualität der Präventionsangebote nicht geschadet, die Unfallversicherung zeige sich weiter als „verlässlicher Partner der Arbeitgeber und Versicherten“ im Arbeitsschutz.

Zahl der BK-Anzeigen und Renten bleibt nahezu unverändert
Nur geringfügig ging die Zahl der Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit (BK) und die Zahl der neuen BK-Renten zurück. Im ersten Halbjahr 2008 wurde in 32.708 Fällen Verdacht auf eine Berufskrankheit gemeldet – das sind 346 Verdachtsanzeigen weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der neuen BK-Renten beläuft sich bislang auf 1.979 – also 53 weniger als im Vorjahreszeitraum.

Zahl der Schul- und Schulwegunfälle steigt
Mehr Unfälle in der Schüler-Unfallversicherung verzeichneten die dafür zuständigen Unfallkassen und Gemeindeunfallversicherungsverbände. Die Zahl der meldepflichtigen Schulunfälle stieg von 677.945 im ersten Halbjahr 2007 auf 704.713 – ein Plus von 26.768. Breuer: „Wir vermuten, dass dies damit zusammenhängt, dass die Kinder mehr Zeit in Schulen verbringen – zum Beispiel in Ganztagsschulen – aber das muss noch geklärt werden!“

Auf dem Schulweg ereigneten sich 61.666 meldepflichtige Unfälle, 2.646 mehr als in den ersten sechs Monaten 2007.

Die Zahl der neuen Unfallrenten in der Schüler-Unfallversicherung ging um 38 auf 547 zurück. Die Zahl der tödlichen Unfälle stieg um 2 auf 37. Davon ereigneten sich 6 Unfälle in der Schule, 31 auf dem Schulweg. Meldepflichtig ist ein Unfall in der Schüler-Unfallversicherung, wenn in der Folge eine ärztliche Behandlung nötig ist oder der Unfall zum Tod führt.

(Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV))

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Themeninseln und Vorträge zu aktueller Forschung

Arbeitsschutz aktuell 2008 in Hamburg

Mit einem gemeinsamen Stand im „Treffpunkt Arbeitsschutz“ präsentieren sich die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) auf der „Arbeitsschutz aktuell“ in Hamburg. Die international führende Fachmesse für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz mit Kongress findet vom 8. bis 10. Oktober in der Messe Hamburg der Hansestadt statt. Dabei erwartet die Besucher ein bunter Mix aus Forschungsergebnissen, Beispielen guter Praxis und Vorträgen am Stand von BAuA und INQA in Halle A4, Standnummer 101.

Neben Broschüren, Faltblättern und Displays informieren Experten die Besucher über aktuelle Arbeitsergebnisse aus dem Arbeits- und Gesundheitsschutz. Insgesamt sieben Themeninseln greifen konkrete Ergebnisse auf. Unter dem Motto „Forschung für die Praxis“ präsentiert die BAuA die Themen „Gefahrstoffe“, „Arbeitszeitmodelle“ sowie „Arbeitsschutz in Klein- und Mittelbetrieben“. Für INQA verdeutlichen die Thematischen Initiativkreise INQA-Pflege, INQA-Bauen sowie INQA-Produktion, dass das Motto „Wertschöpfung durch Wertschätzung“ kein Lippenbekenntnis ist. Insbesondere in der INQA-Datenbank Gute Praxis, die eine eigene Themeninsel hat, finden sich zahlreiche Beispiele für eine gelebte menschengerechte Unternehmenskultur.

Jeden Messetag läuft ein umfangreiches Vortragsprogramm im „Kompetenzpool Qualifizierung“ am BAuA-Stand in Halle A4. Im Halbstundentakt widmen sich Referenten und Moderatoren aktuellen Themen aus dem Arbeits- und Gesundheitsschutz. Bei den fast 50 Präsentationen kommen Aspekte wie „Arbeits- und Gesundheitsschutz im Internet“, „Fit in Führung“, „Rückengerechter Patiententransfer“ oder „Steh-Sitz-Dynamik“ zur Sprache.

Doch auch Nachwuchswissenschaftler erhalten am Stand von BAuA und INQA ein Forum. Wegweisende Ideen aus dem Fachgebiet Arbeitswelt erläutern die prämierten Teilnehmer des Bundeswettbewerbs „Jugend forscht“. Dabei ist beispielsweise ein innovativer Steckschlüsseleinsatz zum Schneiden von Außengewinden zu sehen, den die Auszubildenden Dominik Rupp und Bernhard Strobl entwickelt haben. Damit sicherten sich die Bayern den Sieg im Fachgebiet Arbeitswelt.

Vortragsprogramm am Stand der BAuA (PDF-Datei, 153 KB)
www.baua.de/nn_5858/de/Aktuelles-und-Termine/Veranstaltungen/pdf/baua-aplusa.pdf?

(Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)) 

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Aber sicher! Deutscher Arbeitsschutzpreis 2009

Engagement für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit wird prämiert

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), der Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI) und die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) haben heute gemeinsam den Wettbewerb zum Deutschen Arbeitsschutzpreis 2009 ausgerufen. Die Wettbewerbspartner prämieren Unternehmen, die sich durch innovative Produkte oder Prozesse in besonderer Weise für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz engagieren. In diesen Bereichen aktive und innovative Unternehmen und Unternehmensverbünde sowie Berater und Forscher aus dem gesamten Bundesgebiet sind aufgerufen, sich am Wettbewerb zum Deutschen Arbeitsschutzpreis 2009 zu beteiligen. Der Wettbewerb ist mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt 40.000 Euro dotiert.

Bis zum 28. Februar 2009 können sich Unternehmen aller Größen, Branchen und Rechtsformen sowie Einzelpersonen um den Arbeitsschutzpreis bewerben. Eine Jury, besetzt mit fachkundigen Juroren aus Wirtschaft, Politik und Verbänden, bewertet die eingehenden Beiträge anhand von Kriterien wie Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit, Innovation und Übertragbarkeit in den betrieblichen Alltag. Die besten Konzepte und Ideen werden auf dem europaweit größten Fachkongress für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin mit angeschlossener Fachmesse, der A+A 2009, im November 2009 in Düsseldorf prämiert. „Unternehmerische Initiativen und Innovationen für Sicherheit und Gesundheit sind Investitionen in die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und damit Investitionen in die Zukunft eines Unternehmens. Gesunde, leistungsfähige und leistungsbereite Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhöhen nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Unternehmen, sondern unterstützen zugleich eine moderne, exportorientierte
Volkswirtschaft“, so die Initiatoren.

Mit dem Deutschen Arbeitsschutzpreis 2009 sollen besonders wirksame und innovative Arbeitsschutzmaßnahmen bekannt gemacht und als gute Beispiele herausgestellt werden. Der Arbeitsschutzpreis ist Teil der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) von Bund, Ländern und Unfallversicherungsträgern. Für den Zeitraum 2008 bis 2012 haben sich die Träger der GDA zum Ziel gesetzt, die Zahl und Schwere von Arbeitsunfällen in den Betrieben zu verringern, Muskel-Skeletterkrankungen zu reduzieren und Hauterkrankungen zu vermeiden.

Mehr Informationen zum Wettbewerb: www.dguv.de/arbeitsschutzpreis

Pressekontakt:

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)
Pressestelle
Stefan Boltz
Tel.: 030 288763-768
Fax: 030 288763-771
E-Mail: presse@dguv.de

(Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV))

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Bei Chemikalien sind Handschuhe Pflicht

Präventionskampagne Haut gibt Tipps zur Wahl des richtigen Schutzhandschuhs

Handschuhe schützen die Haut am besten vor Chemikalien. In vielen Berufen sind sie daher Pflicht. Die Auswahl an Schutzhandschuhen ist jedoch groß. Optimaler Schutz ist dann gewährleistet, wenn der Handschuh auf die Tätigkeit und die Chemikalien am Arbeitsplatz speziell abgestimmt ist. Aktuellen Erkenntnissen aus der Arbeitsschutzforschung zufolge sollten Schutzhandschuhe zudem deutlich häufiger gewechselt werden, als nach Herstellerangaben notwendig. Darauf weisen die gesetzliche Kranken- und Unfallversicherung im Rahmen ihrer Präventionskampagne Haut hin.

Im vergangenen Jahr erkrankten 10.305 Menschen an einer beruflich bedingten Hauterkrankung. Mit einem Anteil von 42 Prozent sind diese die häufigste bestätigte Berufskrankheit. Nicht selten werden Hauterkrankungen von Chemikalien ausgelöst, zum Beispiel von Konservierungs- und Desinfektionsmitteln, Kühlschmierstoffen, Reinigungs- oder Lösemitteln. „Schutz vor Chemikalien ist nicht nur ein Thema für das Chemielabor“, sagt Dr. Peter Paszkiewicz, Experte am Institut für Arbeitsschutz (BGIA) in Sankt Augustin. „Chemikalien finden sich heute in nahezu allen Berufen wieder – vom Bausektor über das Metall- oder Druckgewerbe bis hin zum Gesundheitswesen.“ Viele chemische Substanzen seien aggressiv und schädigten bei Hautkontakt die natürliche Schutzbarriere des Menschen. Krankheitserreger könnten so eindringen und schmerzhafte Entzündungen hervorrufen. „Manche Stoffe können die Haut passieren und sogar Krebs verursachen“, sagt der Experte der Präventionskampagne Haut.

„Der beste Schutz ist natürlich, wenn die Chemikalie mit der Haut gar nicht erst in Berührung kommen kann“, sagt Paszkiewicz. Da dies jedoch nicht immer möglich ist, gehören Schutzhandschuhe in vielen Berufen zur Tagesordnung. Zwar bietet der Markt eine große Auswahl, doch nicht jeder Handschuh ist für jede Tätigkeit tauglich. „Entscheidend ist, mit welchen Stoffen der Arbeitnehmer in Berührung kommt. Jede Chemikalie reagiert anders. Material und Beschaffenheit des Handschuhs müssen darauf abgestimmt sein“, sagt Paszkiewicz. Bei der Wahl des richtigen Schutzhandschuhs helfe bereits ein Blick auf das Sicherheitsdatenblatt der Chemikalie oder Online-Datenbanken wie Wingis, Gisbau oder Gestis. Aber auch die Präventions-Experten der Berufsgenossenschaft oder der Unfallkasse stehen Arbeitgebern und Beschäftigten beratend zur Seite.

Angabe der Tragedauer häufig falsch
Alte Schutzhandschuhe sollten regelmäßig gegen neue ausgetauscht werden: „Kein Handschuh hält ewig“, sagt Dr. Paszkiewicz. „Chemikalien fressen sich fast immer durch das Material hindurch. Nach einer gewissen Zeit bietet der Handschuh dann keinen ausreichenden Schutz mehr.“ Jeder Hersteller sei daher verpflichtet, anzugeben, wie lange der Handschuh getragen werden dürfe. Messungen im Institut für Arbeitsschutz (BGIA) haben jedoch ergeben, dass häufig eine zu lange Tragedauer angegeben wird. „Die meisten Hersteller messen die Materialien bei Zimmertemperatur. Die wenigsten beachten jedoch dabei, dass sich die Handschuhe bei Handtemperatur erwärmen. Die Durchbruchzeiten verkürzen sich in vielen Fällen um mehr als die Hälfte der angegebenen Zeit. Es ist daher grundsätzlich empfehlenswert, dass Handschuhe häufig gewechselt werden – lange bevor eine sichtbare Schädigung des Materials eintritt“, sagt der Experte.

Die Präventionskampagne Haut
Die Präventionskampagne Haut ist eine gemeinsame Aktion von gesetzlicher Kranken- und Unfallversicherung. Insgesamt werben rund 100 Krankenkassen und Unfallversicherungsträger unter dem Motto „Deine Haut. Die wichtigsten 2m² Deines Lebens.“ dafür, das größte Organ des Menschen zu schützen. Das Ziel der Kampagne lautet: „Gesunde Haut, weniger Hauterkrankungen!“

Weitere Informationen zur Präventionskampagne: www.2m2-haut.de

Wie finde ich den geeigneten Chemikalien-Schutzhandschuh? Das BGIA erarbeitet derzeit eine Anleitung zur Selbsthilfe. Weitere Informationen unter www.dguv.de/bgia

(Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV))

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Kreativer Dreiklang verbessert Arbeitsergebnisse

Neue Broschüre „Kreativität und Gesundheit im Arbeitsprozess“

Kreativität und Gesundheit bei der Arbeit gehören zu den erstrebenswerten Zielgrößen für Unternehmen. Deshalb hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) jetzt die Quartbroschüre „Create Health! Arbeit kreativ, gesund und erfolgreich gestalten“ veröffentlicht. Sie enthält die in allgemeinverständlicher Form aufbereiteten Forschungsergebnisse des Projektes „Kreativität und Gesundheit im Arbeitsprozess – Bedingungen für eine kreativitätsförderliche Arbeitsgestaltung im Wirtschaftsleben“.

Das von der Technischen Universität München, Lehrstuhl für Psychologie, durchgeführte Projekt identifizierte gestaltungsrelevante Merkmale der Arbeit, die in vielen arbeits- und organisationspsychologischen Konzepten im Mittelpunkt stehen. Dazu zählen vor allem Autonomie und Anforderungsvielfalt ebenso wie unterstützende Bedingungen in den Strukturen und Prozessen der Organisation und Führung. Dies bedeutet beispielsweise regelmäßiges, objektives Feedback von der Führungskraft an die Mitarbeiter und Kommunikation über die geleistete Arbeit, damit kreative Ideen weiterentwickelt werden können.

Allerdings kann sich ein Übermaß an Kreativanforderungen und Freiräumen auch ungünstig auf das Wohlbefinden und die Gesundheit der Mitarbeiter auswirken. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn weitestgehend unstrukturierte Anforderungen und Arbeitsprozesse Handlungsunsicherheiten hervorrufen, die sich zur erlebten Überforderung entwickeln.

Die Broschüre geht auf die wesentlichen Aspekte des so genannten kreativen Dreiklangs vor, bei dem sich die Ebenen bezüglich der Person, der Arbeitsaufgabe und der Organisation miteinander verzahnen. Auf der persönlichen Ebene kann der Beschäftigte seine individuellen Voraussetzungen und Kompetenzen einbringen. Auf der Ebene der Arbeitsaufgabe schaffen Arbeitsplatzmerkmale beziehungsweise die konkreten Bedingungen am Arbeitsplatz Raum für Kreativität. Letztlich bestimmt der Organisationsrahmen die strukturellen und kulturellen Bedingungen im Unternehmen.

Wie sich dieser Dreiklang praktisch umsetzen lässt, verdeutlichen „Beispiele guter Praxis“ in zwei Unternehmen. Die abschließenden Empfehlungen für die „kreative Praxis“ können jedoch keine starre Bauanleitung sein. Schließlich ist jedes Unternehmen anders, sodass sich ein Königsweg ausschließt. Dennoch lassen sich vier entscheidende Bereiche erkennen, durch deren bewusste Gestaltung sich sowohl die Kreativität als auch die Gesundheit fördern lässt. Dabei handelt es sich um die Autonomie in der Arbeit, die Anforderungsvielfalt der Arbeitsaufgaben, kreative Selbstwirksamkeit, die sich in der Überzeugung ausdrückt, Ergebnisse erzielen zu können, sowie ein gemischter Komplex, der Teamklima, Kooperation und Kommunikation umfasst.

Die kostenlose Broschüre „Create Health! Arbeit kreativ, gesund und erfolgreich gestalten“ kann bezogen werden über das Informationszentrum der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Postfach 17 02 02, 44061 Dortmund, Telefon 0231 9071-2071, Fax 0231 9071-2070, E-Mail: info-zentrum@baua.bund.de. Auf der BAuA-Homepage befindet sich eine Version im PDF-Format (1,3 MB) zum Herunterladen.

(Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)) 

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Biologische Arbeitsstoffe: Gefährdungen beurteilen

Europäische Woche 2008 zur Gefährdungsbeurteilung

Im Rahmen der diesjährigen „Europäischen Woche für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit“ bietet die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) einen zweitägigen Workshop mit Trainingsmaßnahmen zur Gefährdungsbeurteilung bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen an. Er findet am 23. und 24. Oktober 2008 in der BAuA – Berlin statt.

Bereits seit 1999 konkretisiert die Biostoffverordnung das Arbeitsschutzgesetz bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen (Krankheitserregern). Anfragen und Erfahrungen aus Projekten zeigen, dass die darin geforderte Gefährdungsbeurteilung in der betrieblichen Praxis immer wieder Probleme aufwirft. Bei der Beantwortung der manchmal sehr komplexen Fragen kommt es auf ein enges Zusammenspiel aller Akteure des Arbeitsschutzes an.

Vor diesem Hintergrund wurde der Workshop „Gefährdungsbeurteilung bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen“ konzipiert. Die BAuA leistet damit gemeinsam mit den Referenten aus anderen Bereichen des Arbeitsschutzes einen Beitrag zur Qualitätssicherung auf dem Gebiet der Gefährdungsbeurteilung.

Der Workshop vermittelt nicht nur die theoretischen Grundlagen der Gefährdungsbeurteilung, sondern ermöglicht es den Teilnehmern, erworbenes Wissen praktisch anzuwenden. Dazu finden Übungen statt, deren Ergebnisse gemeinsam ausgewertet und diskutiert werden. Bei Begehungen von Arbeitsplätzen am zweiten Tag sollen beispielhaft Gefährdungen durch biologische Arbeitsstoffe aufgezeigt werden.

Die Ärztekammer Berlin zertifizierte den Workshop als Fortbildungsveranstaltung. Für die Teilnahme gibt es 20 Fortbildungspunkte.

Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung jedoch erforderlich.

Ausführliche Informationen zum Workshop befinden sich im Bereich Aktuelles und Termine in der Rubrik Veranstaltungen auf der BAuA-Homepage www.baua.de

Kontakt und Anmeldung: Mareike Schlüter, Media Consulta Event GmbH, Tel. 030 65000-129, Fax: 030 65000-190; E-Mail: workshop_biostoffe@media-consulta.com

Die „Europäische Woche für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit“ ist eine Kampagne, die von der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) in Bilbao, Spanien, angestoßen wurde und an der sich alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union beteiligen. In diesem Jahr lautet das Motto „Gesunde Arbeitsplätze. Ein Gewinn für alle – Eine Europäische Kampagne zur Gefährdungsbeurteilung“. Die zweijährige Kampagne zur Gefährdungsbeurteilung zielt darauf ab, die Zahl der Arbeitsunfälle und arbeitsbedingten Erkrankungen durch eine bessere Gefährdungsbeurteilung deutlich zu senken.

(Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)) 

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Staubbelastungen in Müllverbrennungsanlagen

Untersuchungen klären Situation an Arbeitsplätzen in Müllverbrennungsanlagen

In Deutschland belastet Staub mehrere Millionen Beschäftigte an ihren Arbeitsplätzen. Bereits im Jahre 2001 legte der Ausschuss für Gefahrstoffe deshalb den Allgemeinen Staubgrenzwert für die alveolengängige Staubfraktion mit 3 mg/m³ für Arbeitsplätze fest. Ab 2004 gelten für die einatembare Staubfraktion 10 mg/m³. Eine der Branchen, die als Ausnahmen aufgenommen wurden, waren Kraftwerke. Seitens der Betreiber von Müllverbrennungsanlagen (MVA) bestand von Anfang an großes Interesse an einer Klärung dieser Situation und einer branchenübergreifenden Beschreibung der Staubbelastungen. Deshalb untersuchten die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und das Ingenieurbüro Probiotec, Düren, die Belastungssituation durch Staub in diesen Unternehmen. Die BAuA hat die Ergebnisse jetzt als Bericht „Staubbelastungen an Arbeitsplätzen in Müllverbrennungsanlagen“ veröffentlicht.

In zwölf Müllverbrennungsanlagen führte die Forschergruppe Arbeitsplatzmessungen durch, um Belastungen durch die einatembare und die alveolengängige Staubfraktion zu ermitteln. Die Messungen erfolgten in allen Arbeitsbereichen mit möglicher Staubbelastung. Dabei zeigte sich, dass sowohl Arbeitsbereiche und Tätigkeiten mit Belastungen unterhalb der Arbeitsplatzgrenzwerte als auch Problembereiche mit deutlichen Grenzwertüberschreitungen existieren.

Alle Messungen zeigten, dass sich die Belastungen in erster Linie durch die einatembare Staubfraktion charakterisieren lassen. Wird deren Arbeitsplatzgrenzwert von 10 mg/m³ eingehalten, ist keine Überschreitung des Arbeitsplatzgrenzwertes von 3 mg/m³ für die alveolengängige Staubfraktion zu erwarten. Bei Arbeitsplatzmessungen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung in den Arbeitsbereichen einer MVA sollten deshalb die Belastungen durch die einatembare Staubfraktion gemessen werden.

Im Normalbetrieb erweisen sich die Krankabinen und die Kesselhäuser als Bereiche mit unkritischen Staubbelastungen. Zudem kann bei Rundgängen unter störungsfreien Bedingungen davon ausgegangen werden, dass die Arbeitsplatzgrenzwerte eingehalten werden. Dafür ergibt sich bei der Anlieferung ein geteiltes Bild. Hier kann von einer Grenzwerteinhaltung ausgegangen werden, wenn sich die Beschäftigten und auch die Mitarbeiter der anliefernden Firmen möglichst selten in unmittelbarer Nähe der Abkippstellen aufhalten. Im Müllbunker treten durchgehend Staubbelastungen auf, die sich oberhalb der Arbeitsplatzgrenzwerte befinden. Hier sind entsprechende Zugangsregelungen zu treffen und persönliche Schutzausrüstung zu verwenden. Aufgrund der in den Stäuben enthaltenen Inhaltsstoffe ist bei der Reststoffverladung grundsätzlich Atemschutz zu tragen.

Erste Untersuchungsergebnisse weisen bei der jährlich durch Fremdfirmen durchgeführten Revision auf deutlich erhöhte Belastungen und Überschreitungen der Arbeitsplatzgrenzwerte hin. Hier setzt deshalb ein weiteres Forschungsprojekt der BAuA an.

Bericht FP 1504 der BAuA Staubbelastungen an Arbeitsplätzen in Müllverbrennungsanlagen; R. Hebisch, N. Fröhlich, M. Keischgens, ISBN: 978-3-88261-088-8, 40 Seiten. Der gesamte Bericht befindet sich als PDF-Datei (789 KB) im Bereich Publikationen in der Rubrik Fachbeiträge auf der BAuA-Homepage www.baua.de.

(Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)) 

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