Mittwoch, Oktober 21, 2020
Start Ablage Meldungen Arbeitsicherheit Juni 2008

Meldungen Arbeitsicherheit Juni 2008

Die Themen im Überblick:

30.06.2008  Vorregistrierung für REACH läuft an 
28.06.2008  Hohe Schutzart spart zusätzlich Wartungskosten 
28.06.2008  Gesetzliche Unfallversicherung: „Modernisierungsgesetz bringt insgesamt zukunftsweisende Veränderungen auf den Weg“ 
13.06.2008  Sicher im Tritt bleiben 
13.06.2008  Bilanz der gesetzlichen Unfallversicherung 2007: Unfallrisiko ist weiter gesunken 
13.06.2008  Helmut Blome neuer Leiter des Instituts für Arbeitsschutz (BGIA) 

 


Vorregistrierung für REACH läuft an

Umweltbundesamt unterstützt Unternehmen mit Tipps und Arbeitshilfen bei der REACH Umsetzung

REACH, die EU-Chemikalienverordnung, startet in die nächste Runde: Die Vorregistrierung hat begonnen. REACH führt für alle Chemikalien, die in der EU auf dem Markt sind, eine Registrierungspflicht ein. Hersteller und Importeure von Chemikalien müssen diese bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) melden und deren Risiken für Mensch und Umwelt bewerten. Die Vorregistrierung ist eine Bestandsaufnahme, die Behörden und Unternehmen einen Überblick verschafft, welche Stoffe derzeit in Europa auf dem Markt sind. Sie ist eine unverbindliche Interessenbekundung der Unternehmen, welche Chemikalien sie weiter vermarkten wollen und deshalb innerhalb der nächsten 10 Jahren registrieren lassen müssten. „Für vorregistrierte Stoffe gelten Übergangsregeln bei der Registrierung. Ich rate gerade kleineren Unternehmen dies in Anspruch zu nehmen“, so Dr. Klaus Günter Steinhäuser, Leiter des Fachbereichs Chemikaliensicherheit im Umweltbundesamt (UBA). Die Vorregistrierung vereinfacht es verantwortlichen Unternehmen, ihre Pflichten unter REACH zu erfüllen und gibt ihnen mehr Zeit für die endgültige Registrierung. „Wer die Vorregistrierung verpasst, muss sofort registrieren. Die Stoffe gelten dann als neue Stoffe, egal wie lange sie bereits hergestellt werden“, erklärt Steinhäuser. Darum rät das UBA den Herstellern und Importeuren von Chemikalien in einem neuen UBA-Hintergrundpapier, zu entscheiden, wie ihr Stoffportfolio künftig aussehen soll und bis Dezember dieses Jahres bei der ECHA vorzuregistrieren.

REACH fordert von den Herstellern und Importeuren, mit der Registrierung Informationen zu Wirkungen der Chemikalien auf Mensch und Umwelt einzureichen. Nach der Vorregistrierung wird die ECHA auswerten, welche Stoffe mehrere Unternehmen gleichzeitig herstellen und importieren. Ziel ist, die Unternehmen, die identische Chemikalien herstellen oder importieren, zu gemeinsamen Registrierungen zu motivieren und ähnliche Stoffe zu Gruppen zusammenzufassen. Das verhindert unnötige Tierversuche und spart Kosten, weil nicht mehrere Unternehmen Prüfungen parallel anstellen müssen. REACH eröffnet den Unternehmen somit die Chance, Prüfverfahren flexibler einzusetzen und effizienter zu gestalten.

Das UBA hilft den verantwortlichen Unternehmen, gezielt auf bestimmte kritische Aspekte zu achten und die Prüfungen auf diese zu konzentrieren. Es gibt beispielsweise Verfahren, die ermöglichen aus der chemischen Struktur eines Stoffes bestimmte Eigenschaften, zum Beispiel giftige Wirkungen vorherzusagen. So lassen sich experimentelle Prüfungen gezielt auf kritische Aspekte ausrichten und andere Bereiche mit geringem Prüfaufwand oder ohne Prüfungen erledigen. „Wir wollen keine Listen abhaken, wir wollen die wirklich kritischen Stoffe identifizieren und deren Freisetzung begrenzen“, so Steinhäuser.

Das UBA, die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und das Bundesinstitut für Risikobewertung unterstützen Unternehmen dabei, ihre Pflichten nach REACH zu erfüllen. Besondere Stolpersteine greift das UBA darüber hinaus in einem mehrjährigen Forschungsprojekt „REACH in der Praxis“ auf. Gemeinsam mit den anderen Behörden entwickelt das UBA besonders für kleine und mittlere Unternehmen pragmatische Musterlösungen. Informationen und Orientierungshilfe für die Anwendung von REACH liefert der REACH-Helpdesk. Er ist die deutsche Auskunftsstelle für Hersteller, Importeure und Anwender von Chemikalien. Der REACH-Helpdesk unterstützt bei Fragen zur Registrierung, Bewertung und Zulassung von Chemikalien. Er setzt sich aus einem Expertennetzwerk der Bundesbehörden zusammen:

www.reach-helpdesk.de.
Das Hintergrundpapier mit Informationen zu den wichtigsten Punkten der Vorregistrierung steht unter www.reach-info.de kostenlos zum Download bereit.
In diesem REACH-Informationsportal finden Sie auch weitere Informationen. Vorregistrieren können Unternehmen online unter www.echa.europa.eu.

 

http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/presseinfo-aktuell.htm

Pressesprecher: Martin Ittershagen
Mitarbeiter/innen: Anke Döpke, Dieter Leutert,
Fotini Mavromati, Theresa Pfeifer, Martin Stallmann
Adresse: Postfach 1406, 06813 Dessau-Roßlau
Telefon: 0340/21 03-2122, -2827, -2250, -2318, -3927, -2507
E-Mail: pressestelle@uba.de
Internet: www.umweltbundesamt.de

 

(nach oben)


Hohe Schutzart spart zusätzlich Wartungskosten

Neue Leuchten senken Energieverbrauch und Kosten

Wer geschlossene Leuchten höherer Schutzart als erforderlich einsetzt, kann bei den Wartungskosten zusätzlich sparen. Der Grund: Sie verschmutzen weniger schnell als Leuchten geringer Schutzart.

(licht.de) Das Sparkonzept gilt nicht nur für Industrie und Handwerk: Wer eine alte Beleuchtungsanlage durch eine moderne, dem Stand der Technik entsprechende Neuanlage ersetzt, spart nach kurzer Amortisationszeit Geld. Je mehr Jahre die Altanlage auf dem Buckel hat, umso höher fallen die Energie- und damit die CO2- und Kosteneinsparung aus. Gleichzeitig verbessert sich die Beleuchtungsqualität, zum Teil um ein Vielfaches: Das neue Licht ist bedarfsgerecht, erfüllt hohe Ansprüche an die visuelle Ergonomie, fördert das Wohlbefinden und erhält die Gesundheit.

Der Einspareffekt lässt sich laut der Brancheninitiative licht.de erhöhen, indem Leuchten mit einer höheren Schutzart installiert werden als sie eigentlich erforderlich ist. Denn dadurch verringern sich die Wartungskosten.

Über die Betriebszeit einer Beleuchtungsanlage nimmt ihr Lichtstrom ab, weil Lampen, Leuchten und Raumoberflächen altern und verschmutzen. Deshalb sind die von DIN EN 12464-1 „Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen“ normierten Werte für die mittlere Beleuchtungsstärke Wartungswerte, die nie unterschritten werden dürfen.

Staubgeschützt oder staubdicht
Leuchten geringer Schutzart – zum Beispiel IP 20 (geschützt gegen feste Fremdköper > 12 mm) – verschmutzen schneller als geschlossene Leuchten höherer Schutzart IP 50 (staubgeschützt) oder IP 60 (staubdicht). Sie müssen daher früher, die geschlossenen Leuchten entsprechend später gewartet werden. Das Wartungsintervall lässt sich um mindestens ein Jahr verlängern – ein Jahr, in dem die Kosten für die Wartungsarbeiten genauso wie für Lampenersatz und anderes Material gespart werden.

Quelle: licht.de

(nach oben)


Gesetzliche Unfallversicherung: „Modernisierungsgesetz bringt insgesamt zukunftsweisende Veränderungen auf den Weg“

Berufsgenossenschaften und Unfallkassen bedauern jedoch bürokratische Mehrbelastung der Arbeitgeber

Berufsgenossenschaften und Unfallkassen begrüßen die Verabschiedung des Gesetzes zur Modernisierung der gesetzlichen Unfallversicherung (UVMG). „Insgesamt betrachtet bringt das Gesetz einige für uns wichtige und zukunftsweisende Veränderungen auf den Weg“, erklärte Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Positiv hervorzuheben sei insbesondere, dass der Gesetzgeber das Konzept der Selbstverwaltung für die zukünftige Zahl der Unfallversicherungsträger und für die Neugestaltung der Lastenverteilung zwischen den Berufsgenossenschaften aufgegriffen habe.

Das Gesetz sieht vor, die Zahl der Berufsgenossenschaften bis Ende 2009 auf neun zu reduzieren. Die Zahl der Unfallkassen soll auf insgesamt 17 sinken. „Wir bedauern allerdings, dass der Gesetzgeber bei dieser engen Zeitvorgabe geblieben ist“, so Breuer. „Fusionen brauchen eine gewisse Vorbereitung. Es wäre besser gewesen, hier keinen übermäßigen Zeitdruck aufzubauen.“

Bei den gewerblichen Berufsgenossenschaften wird ein so genannter Überaltlastausgleich eingeführt. Zukünftig soll jede Berufsgenossenschaft zunächst die Lasten selbst tragen, die aktuell durch Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten in ihren Branchen verursacht werden. Der Rest, die so genannte Überaltlast, wird von der Solidargemeinschaft aller Berufsgenossenschaften getragen. „Es freut uns, dass der Gesetzgeber das Konzept der Selbstverwaltung aufgegriffen hat“, sagte DGUV-Hauptgeschäftsführer Breuer. „Die neue Lastenverteilung bringt der Mehrzahl der Unternehmen eine Entlastung, ohne Branchen mit hohen Risiken pauschal zu subventionieren.“

Voraussichtlich steigen werden die Beiträge für Unternehmen im Dienstleistungsgewerbe. Für die Umstellung auf die neue Lastenverteilung sieht das UVMG jedoch eine Frist von sechs Jahren vor. Be- und Entlastung werden sich also in Schritten vollziehen und nicht auf einmal.

Ein Aspekt trübte jedoch die insgesamt positive Einschätzung des UVMG. Breuer: „Das Gesetz ersetzt das bisherige Meldeverfahren zur Unfallversicherung, den Lohnnachweis, durch eine Reihe neuer Informationspflichten.“ Für die Arbeitgeber bedeute dies eine zusätzliche Belastung mit neuer Bürokratie. „Eine an sich begrüßenswerte Initiative zur Entbürokratisierung hat sich damit ins genaue Gegenteil verkehrt.“

Quelle: DGUV – Pressestelle

(nach oben


Sicher im Tritt bleiben

Vermeiden von Unfällen durch Stolpern, Umknicken und Fehltreten

Der aufrechte Gang ist ein besonderes Merkmal des Menschen. Doch diese Art der Fortbewegung gehört zu den unsichersten in der Natur. Von Kindesbeinen an geübt, verzichten wir bei den komplexen Bewegungsvorgängen des Gehens auf eine bewusste Steuerung. Dadurch können uns bereits geringfügige unerwartete Veränderungen der Umgebung aus dem Tritt bringen. Etwa jeder vierte Unfall in Heim und Freizeit hat einen Sturz in der Ebene als Ursache. Ähnliche Anteile finden sich auch im beruflichen Bereich. Mit dem Bericht „Vermeiden von Unfällen durch Stolpern, Umknicken und Fehltreten“ hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) ein Kompendium zum aktuellen Erkenntnisstand veröffentlicht.

Das Stolpern, Umknicken und Fehltreten bildet – neben dem Ausrutschen – einen Schwerpunkt der Ursachen für Stürze. Die Prävention muss davon ausgehen, dass es sich nicht um Unfallhergänge mit nur einer Ursache handelt, sondern dass eine ganze Reihe von Personen- und Umgebungsfaktoren beteiligt sind. Verschiedene Fachgruppen der BAuA beleuchteten deshalb die Sturzunfälle aus den unterschiedlichen Blickwinkeln ihrer Fachrichtungen. Durch die ganzheitliche Betrachtung aller Faktoren entstanden Lösungen und Gestaltungsvorschläge, mit denen sich Stolperstellen und Fehltritte vermeiden lassen.

Auf der Grundlage einer umfangreichen Literaturrecherche fasst der Bericht die verschiedenen Einflussfaktoren auf das Stolpern, Umknicken und Fehltreten systematisiert zusammen. Da Unebenheiten auf Trittflächen häufig zum Stolpern und Umknicken führen, leiten die Autoren aus ihren Recherchen Vorschläge für Richtwerte zur sicheren Gestaltung von Trittflächen ab. Diese sollen in die Erarbeitung der Arbeitsstättenregeln „Fußböden“ und „Verkehrswege“ einfließen.

Darüber hinaus beschäftigt sich der Bericht mit der Mechanik und Psychologie des Gehens. Damit geht er ausführlich auf personenbezogene Faktoren beim Unfallgeschehen ein. Hier spielen eine unzureichende Wahrnehmung der Gefahr, Unaufmerksamkeit aber auch altersspezifische Einflüsse auf die Bewegungsregulation eine Rolle. Durch eine gute Beleuchtung und Sicherheitskennzeichnung lassen sich Gefahrstellen jedoch weitgehend entschärfen. Dazu präsentiert der Bericht Gestaltungsvorschläge. Im Rahmen einer ganzheitlichen Betrachtung darf auch der Aspekt des sicheren Schuhdesigns und der Auswahl geeigneter Schuhe nicht fehlen.

Eine umfangreiche Literatursammlung, sowie eine Übersicht über das aktuelle, nationale und internationale Vorschriften- und Regelwerk ergänzen den Bericht, der sich als PDF-Datei (3,6 MB) im Bereich Fachbeiträge der Rubrik Publikationen von der BAuA-Homepage herunterladen lässt.

Bericht FP 1641 der BAuA „Vermeiden von Unfällen durch Stolpern, Umknicken und Fehltreten“; H. Fischer, B. Görner, M. Karl, Th. Mössner, H. Reyhl, M. Schatte, E. Tschöcke, B. Weißgerber; ISBN: 978-3-88261-071-0, 65 Seiten.

Quelle: DGUV – Pressestelle

(nach oben


 

Bilanz der gesetzlichen Unfallversicherung 2007: Unfallrisiko ist weiter gesunken

Kritik an geplantem Reformgesetz: „Wirtschaft nicht auch noch Bürokratie-Schock zumuten“ – durchschnittlicher Beitragssatz zur Berufsgenossenschaft auf historischem Tiefstand – Zahl der Schulunfälle geht weiter zurück

 

Das Unfallrisiko am Arbeitsplatz ist im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen. Das geht aus aktuellen Zahlen der Berufsgenossenschaften und der Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand hervor, die die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) heute in Berlin vorgestellt hat. Danach gab es 2007 pro 1.000 Vollarbeiter 26,8 Unfälle, verglichen mit 27,0 Unfällen im Jahr zuvor. Auch der Schulbesuch ist 2007 sicherer geworden: Vor allem die Zahl der schweren Unfälle in Schulen, Universitäten und Kindertagesstätten sowie auf dem Weg dorthin ging deutlich zurück.

Trotz des geringeren Unfallrisikos ist die absolute Zahl der Arbeitsunfälle insgesamt um 1,2 Prozent auf 959.714 gestiegen. „Das klingt paradox, ist es aber nicht“, sagte DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Breuer bei der Vorstellung der Zahlen. Denn gleichzeitig sei dank der guten Konjunktur auch die Beschäftigung gewachsen. „Im vergangenen Jahr hat die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden um 2,5 Prozent auf 57 Milliarden Stunden zugenommen. Wenn so viel mehr gearbeitet wird, passiert absolut gesehen auch mehr, obwohl das Risiko abnimmt.“ Ursache für das geringere Unfallrisiko sei das anhaltende Engagement von Arbeitgebern und Arbeitnehmern für die Prävention.

Vor diesem Hintergrund kritisierte Breuer das Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Unfallversicherung (UVMG) , über das der Bundestag derzeit berät: „Die neuen Meldepflichten, die das UVMG den Arbeitgebern auferlegen wird, verursachen enorme zusätzliche Kosten. Der Wirtschaft nach dem Ölpreis- auch noch den Bürokratie-Schock zuzumuten, ist alles andere als konjunkturfreundlich.“ Dabei gebe es effiziente Alternativen: „Es gibt gute Lösungsansätze, die wir derzeit weiterentwickeln. Es braucht jetzt nur den politischen Willen, eine fatale Fehlentscheidung im letzten Moment abzuwenden.“

Beitrag zur Berufsgenossenschaft erreicht Rekordtief
Die gute Konjunktur spiegelt sich auch in den Finanzen der Unfallversicherung wider. So sank der durchschnittliche Beitragssatz zu den Berufsgenossenschaften auf den historischen Tiefststand von 1,28 Prozent (2006: 1,32 Prozent). Das Umlagesoll der Berufsgenossenschaften, die sich allein aus Beiträgen der Arbeitgeber finanzieren, lag bei rund 9 Milliarden Euro. Die öffentlichen Haushalte mussten insgesamt 1,2 Milliarden Euro für die Versicherung ihrer Arbeitnehmer sowie von Schülern und ehrenamtlich Tätigen aufwenden.

Weniger neue Unfallrenten und tödliche Unfälle
17.171 Versicherte erhielten 2007 erstmals eine Rente für die Folgen eines Arbeitsunfalls, im Jahr zuvor waren es noch 18.639. Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle sank deutlich: Insgesamt starben im Jahr 2007 621 Menschen in Folge eines Arbeitsunfalls, im Jahr 2006 waren es noch 711.

Die Berufsgenossenschaften und Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand registrierten 167.067 meldepflichtige Wegeunfälle, 24.119 Unfälle weniger als im Jahr 2006. Auch die Zahl der neuen Wegeunfallrenten ging 2007 zurück. Sie lag bei 6.170, im Jahr zuvor waren es noch 7.142. Die Zahl der tödlichen Wegeunfälle sank von 535 im Vorjahr auf 504 im Jahr 2007.

Weniger Todesfälle aufgrund von Berufskrankheiten
Insgesamt gingen 2007 60.988 Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit bei den Berufsgenossenschaften und Unfallversicherungsträgern der öffentlichen Hand ein, 248 weniger als 2006. Der Verdacht bestätigte sich in 23.622 Fällen, eine Zunahme von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2006: 22.995). In diesen Fällen erbrachte die Unfallversicherung Leistungen zur Heilbehandlung und zur Rehabilitation. Bei 13.363 Versicherten waren die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Anerkennung gegeben. Zu diesen Voraussetzungen zählen: schwere, wiederholte Krankheitsschübe und die Aufgabe der Tätigkeit. 4.123 Versicherte erhielten erstmals eine BK-Rente (2006: 4.776). 2.315 Menschen starben 2007 infolge einer Berufskrankheit (2006: 2.543).

Schüler-Unfallversicherung: Unfallrisiken sinken weiter
Die Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand registrierten im Jahr 2007 insgesamt 1.265.368 meldepflichtige Schulunfälle – also Unfälle beim Besuch der Schule, Kindertagesstätte oder Universität. Das sind 1,1 Prozent weniger als im Vorjahr (1.279.771). Meldepflichtig sind Schulunfälle, sobald sie von einem Arzt behandelt werden müssen. Die Unfallquote lag damit bei 73,3 Unfällen pro 1.000 Schüler (2006: 73,6). In 799 Fällen wurde erstmals eine Rente nach einem Unfall gezahlt. Gegenüber dem Vorjahr ging die Zahl der neuen Renten damit um mehr als ein Fünftel zurück (2006: 1.021).

Von 62 tödlichen Unfällen im Jahr 2007 geschahen die meisten auf dem Schulweg: 57 tödliche Schulwegunfälle wurden den Unfallversicherungsträgern der öffentlichen Hand gemeldet, drei mehr als im Jahr davor. Fünf tödliche Unfälle ereigneten sich beim Schulbesuch. Die meldepflichtigen Schulwegunfälle beliefen sich 2007 insgesamt auf 112.959 – ein deutlicher Rückgang um 9,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2006: 124.824). Eine starke Abnahme verzeichneten die Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand auch bei den neuen Wegeunfallrenten: Ihre Zahl sank um 13,1 Prozent von 390 im Jahr 2006 auf 339 im Jahr 2007.

Insgesamt gingen im Bereich der Schüler-Unfallversicherung 163 Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit ein. In 41 Fällen bestätigte sich dieser Verdacht.

Quelle: DGUV – Pressestelle

(nach oben)


Helmut Blome neuer Leiter des Instituts für Arbeitsschutz (BGIA)

Das Institut für Arbeitsschutz (BGIA) hat heute seinen Direktor, Dr. Karlheinz Meffert, in den Ruhestand verabschiedet. Neuer Leiter wird der bisherige stellvertretende Direktor, Professor Dr. Helmut Blome. Sein Stellvertreter wird Professor Dr. Dietmar Reinert, seit vielen Jahren Mitglied im Führungsstab des BGIA.

„Karlheinz Meffert ist ein Mann, der es immer verstanden hat, die Zeichen der Zeit früh zu erkennen, richtige Prioritäten früh zu setzen und das Institut und seine Belegschaft bestmöglich auf bevorstehende Veränderungen vorzubereiten“, sagte Dr. Walter Eichendorf, stv. Hauptgeschäftsführer der DGUV, in seiner Abschiedsrede. „Dafür schulden wir ihm Dank und Anerkennung.“ Meffert leitete das Forschungsinstitut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung seit 1993. Er habe, so Eichendorf, ganz wesentlich dazu beigetragen, dass das Forschungsflaggschiff der DGUV die politisch bewegte See in den vergangenen Jahren sicher und unbeschadet durchkreuzt hat.

Begonnen hatte der promovierte Ingenieur Meffert seine Laufbahn 1977 als Leiter des Fachbereichs Maschinenschutz im damaligen Berufsgenossenschaftlichen Institut für Arbeitssicherheit. 1990 wechselte er in die Institutsleitung, zunächst in stellvertretender Position, seit 1993 als Institutsleiter. Zusätzlich koordinierte Meffert die Forschungsaktivitäten der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), die neben dem BGIA zwei weitere Forschungsinstitute in Bochum und Dresden unterhält und Fördermittel für externe Forschungsnehmer vergibt.

Professor Dr. Helmut Blome ist dem Institut seit 1980 verbunden, zunächst in der Position des Referenten, dann des Fachbereichsleiters und seit 1993 als stellvertretender Institutsleiter mit dem fachlichen Schwerpunkt „Chemisch-biologische Einwirkungen“. Der promovierte Chemiker ist außerdem seit 2004 Honorarprofessor für Gefahrstoffrecht und Sicherheitstechnik an der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg. Als ausgewiesener Kenner des deutschen Gefahrstoffrechts und als Experte der Arbeitsschutzpraxis wurde Blome in viele nationale Beratergremien und Ausschüsse für Gefahrstofffragen berufen.

Professor Dr. Dietmar Reinert trat 1988 seine erste Position im BGIA an. Im Fachbereich Maschinenschutz leitete der promovierte Physiker zunächst das Referat „Elektronik“, 1998 folgte die Fachbereichsleitung und 2000 der Wechsel in die Leitung des Zentralbereichs, wo Reinert für das Institut die Schwerpunkte Forschung, Prüfung und Maschinenschutz koordinierte. Seit 2003 ist der neue stellvertretende Direktor außerdem Honorarprofessor an der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg. Dort lehrt er im Fachbereich Informatik.

Quelle: DGUV – Pressestelle

(nach oben)