Montag, Oktober 26, 2020
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Meldungen Arbeitsicherheit Februar 2008

Die Themen im Überblick:

Februar 2008
27.02.2008  Prävention verbessert Gesundheit und Gewinn 
26.02.2008  REACH: Vorregistrierungsphase beginnt am 1. Juni 2008 
21.02.2008 Bibliothek der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin bietet Filme an
21.02.2008 Aktuelle Statistik des Arbeitslebens veröffentlicht
21.02.2008 Langzeitkranke Mitarbeiter kosten Arbeitgeber 400 Euro am Tag
21.02.2008 Neues Lexikon für Elektrofachkräfte
21.02.2008 Plakatserie 2008: Arbeitsschutz – keine Kompromisse
21.02.2008 Die VBG informiert: Bei einem Arbeitsunfall zum D-Arzt!
21.02.2008 Film: Schutz- und Arbeitskleidung für elektrotechnische Anlagen
21.02.2008 Handlungshilfe zur Gefährdungsbeurteilung Gefahrstoffe
21.02.2008 Elektromagnetische Verträglichkeit von Leistungsantriebssystemen mit integrierten Sicherheitsfunktionen
21.02.2008 Mobil Arbeiten mit Informationstechnologie: Online-Umfrage zu Belastungen
21.02.2008 IGA-Barometer: Fehlzeiten machen nur einen kleinen Teil der Krankheitskosten in Unternehmen aus
16.02.2008 Ideen brauchen gute Arbeitsgestaltung
05.02.2008 Tageslicht und künstliche Beleuchtung
05.02.2008 Empfehlungen zur Hepatitis-A Prophylaxe

Prävention verbessert Gesundheit und Gewinn

Abschlussveranstaltung der Europäischen Woche 2007 in Bilbao

Mehr als 500 Teilnehmer – darunter Vertreter der Europäischen Union (EU), der Sozialpartner und führende Experten für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit – nahmen an der Abschlussveranstaltung der Europäischen Woche 2007 teil, die am 26. Februar 2008 im Konferenzzentrum Euskalduna in Bilbao, Spanien, stattfand. Unter dem Motto „Pack’s leichter an!“ warb die Europäische Woche 2007 für eine integrierte Bekämpfung von Muskel- und Skeletterkrankungen, die Prävention, Weiterbeschäftigung, Rehabilitation und Wiedereingliederung betroffener Arbeitnehmer einschließt. Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA), das Netzwerk ihrer nationalen Kontaktstellen und andere Organisationen hatten 2007 in ganz Europa mehrere hundert Veranstaltungen zum Thema organisiert. So wurde beispielsweise die erste deutsche Hauptveranstaltung zur europäischen Woche 2007 unter Federführung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin durchgeführt.

Immerhin sind Muskel- und Skeletterkrankungen (MSE) die häufigsten arbeitsbedingten Erkrankungen in Europa. Mehr als 24 Prozent aller Beschäftigten in der EU-25 leiden unter Rückenbeschwerden, und 22 Prozent klagen über Muskelschmerzen. Zu den Höhepunkten der Konferenz gehörte die Bekanntgabe der Sieger im diesjährigen Europäischen Wettbewerb. Dabei zeichnete die Europäische Agentur insgesamt neun Projekte aus. Weitere elf Projekte wurden als Beispiele guter Praxis empfohlen.

Zwei der neun ausgezeichneten Projekte stammen aus Deutschland. Sie zeigen, dass sich auch bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) Vorbeugung nachhaltig und wirtschaftlich betreiben lässt. So verbesserte das von der Keulahütte GmbH, Krauschwitz, gemeinsam mit der Maschinenbau- und Metall-Berufsgenossenschaft durchgeführte Projekt die allgemeinen Arbeitsbedingungen durch nachhaltige ergonomische Maßnahmen. In vierjähriger interdisziplinärer Zusammenarbeit entstand gemeinsam mit den betroffenen Beschäftigten ein Musterarbeitsplatz für Gussputzer, der sich seit rund einem Jahr bewährt hat. Der vorbildliche Arbeitsplatz lässt sich auf ähnliche Montage-, Schweißer- und Metallbearbeitungsarbeitsplätze in KMU aller Branchen übertragen. Mit rund 16.000 Euro liegen die Kosten der Umrüstung im Bereich des Machbaren für Klein- und Mittelbetriebe.

Das ebenfalls ausgezeichnete Familienunternehmen MEWA Textil-Service AG & Co. aus Wiesbaden rüstete alle konventionellen Näharbeitsplätze in neue, ergonomische Näharbeitsplätze um. Die Umrüstungen lehnten sich an die Empfehlungen der BGI 804-2 an, einer praxisnahen Handlungsanleitung zur ergonomischen Gestaltung von Näharbeitsplätzen. Durch die Maßnahme verringerte sich der Krankenstand um 16 Prozent, zugleich stieg die Produktivität um 15 Prozent. Die anderen ausgezeichneten Projekte stammen aus den Niederlanden, Zypern, Slowenien, Tschechien und Großbritannien.

Darüber hinaus beschäftigten sich die Teilnehmer der Gipfelkonferenz in drei parallelen Workshops, jeweils mit Statistiken zu Muskel- und Skeletterkrankungen, mit der Prävention am Arbeitsplatz sowie mit der Wiedereingliederung erkrankter Arbeitnehmer. Zudem stellte die Europäische Agentur einen neuen Bericht mit den aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen über Muskel- und Skeletterkrankungen vor.

Weitere Informationen über die ausgezeichneten Projekte enthält eine Broschüre, die sich unter der Adresse http://osha.europa.eu/GPB07.pdf (PDF-Datei, 1.3 MB) auf der Homepage der Europäischen Agentur befindet. Fotos der Preisverleihung sowie aller Preisträger stellt die Europäische Agentur zur Verfügung unter http://ew2007.osha.europa.eu/pressroom/pictures.

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REACH: Vorregistrierungsphase beginnt am 1. Juni 2008

BAuA stellt Registrierungssoftware IUCLID vor

Das neue europäische Chemikalienrecht REACH nimmt Fahrt auf. Am 1. Juni 2008 werden die Anforderungen für die Registrierung von Stoffen gültig. Wenn Stoffe die Jahrestonnagen überschreiten, müssen Hersteller und Einführer sie registrieren, bevor diese Stoffe importiert oder hergestellt werden. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) veranstaltete deshalb am Dienstag, 26. Februar 2008, das Seminar „Erste Schritte bei der IUCLID Anwendung unter REACH“.

Bei der Veranstaltung ging es insbesondere darum, den Teilnehmern die grundlegenden Schritte bei der am 1. Juni 2008 beginnenden Vorregistrierungsphase zu erläutern. Dazu stellt die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) die zu verwendenden Formate zur Verfügung. Die Vorregistrierung wird sowohl über ein Online-Webformular als auch mit der Software IUCLID 5 möglich sein, mit der später auch die Registrierung durchgeführt werden muss. IUCLID 5 lässt sich kostenlos unter www.iuclid.eu aus dem Internet herunterladen. Rund 230 Fachleute aus der Industrie und aus beratenden Firmen informierten sich in der BAuA in Dortmund über die Anwendung von IUCLID 5.

Die REACH-Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von chemischen Stoffen (REACH) trat am 1. Juni 2007 europaweit in Kraft. Unter anderem sieht die REACH-Verordnung vor, dass alle Chemikalien, die in einer Menge von mindestens einer Tonne pro Jahr in der europäischen Gemeinschaft hergestellt oder in die Gemeinschaft importiert werden, registriert werden müssen.

Eine Übergangsphase gibt es vor allem für solche Stoffe, die im Altstoffregister EINECS gelistet sind. Diese Stoffe werden nun als Phase-in-Stoffe bezeichnet. Die zuständigen europäischen und nationalen Behörden gehen davon aus, dass von den hier gelisteten 100.000 chemischen Stoffen etwa 30.000 mit einer jährlichen Produktions- oder Importmenge von einer Tonne und mehr zurzeit bereits auf dem europäischen Markt sind.

Da es schwer sein wird, alle diese Stoffe mit dem operationalen Beginn der REACH-Verordnung am 01.Juni 2008 zu registrieren, die Stoffe aber ohne Unterbrechung weiterhin hergestellt und importiert werden sollen, wird das besondere Verfahren der Vorregistrierung angewendet.

Hinsichtlich des Zeitpunktes bis wann ein Phase-in-Stoff zu registrieren ist, hängt von der Produktions- beziehungsweise Importmenge des einzelnen Herstellers ab. Bei erfolgter Vorregistrierung gelten folgende Registrierungstermine:

* Stoffe über 1000 Tonnen pro Jahr und besonders gefährliche Stoffe ab 1 Tonne pro Jahr bis zum 1. Dezember 2010
* Stoffe über 100 Tonnen pro Jahr bis zum 1. Juni 2013
* Stoffe über 1 Tonne pro Jahr bis zum 1. Juni 2018.

Die nationale Auskunftsstelle bei der BAuA weist in diesem Zusammenhang noch einmal darauf hin, dass alle Phase-in-Stoffe, wenn sie in Mengen von mehr als einer Tonne pro Jahr weiterhin ohne Unterbrechung importiert oder hergestellt werden sollen, zwischen dem 1. Juni 2008 und dem 1. Dezember 2008 vorregistriert werden müssen.

Die ECHA in Helsinki, die die Vorregistrierung wie auch die spätere Registrierung durchführt, erwartet in diesem Zeitraum bis zu 150.000 Dossiers.

Anfragen zu REACH beantwortet die Nationale Auskunftsstelle, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Friedrich-Henkel-Weg 1-25, 44149 Dortmund, E-Mail: reach-info@baua.bund.de, Internet: www.reach-helpdesk.de.

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Bibliothek der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin bietet Filme an

Bewegte Bilder zum Arbeits- und Gesundheitsschutz

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Deshalb gibt es auch eine steigende Anzahl von Filmen zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Die Bibliothek der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) verfügt über eine große Auswahl dieser Filme, die sie zur Ausleihe anbietet. Eine Übersicht befindet sich jetzt unter der Adresse www.baua.de/bibliothek auf der BAuA-Homepage.

Die Filme liegen als DVD oder Video vor und sind systematisch verschiedenen Gruppen zugeordnet. Dabei reicht das Spektrum von allgemeinen Filmen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz über Gefährdungs- und Belastungsfaktoren bis hin zu Branchen und besonderen Berufsgruppen. Damit lassen sich Sicherheitsunterweisungen, Schulungen aber auch Aktionstage im betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz interessant und abwechslungsreich gestalten. Die Ausleihe ist entgeltfrei. Der Entleiher trägt lediglich die Kosten für die Rücksendung der Filme.

Die gewünschten Filme können bei der BAuA-Bibliothek per Fax, 0231 9071-2435, oder per E-Mail, ausleihe_do@baua.bund.de, angefordert werden. Ein Bestellformular zum Herunterladen befindet sich ebenfalls auf den Internetseiten der Bibliothek.

Mit rund 200.000 Bänden und rund 1.000 Periodika gehört die BAuA-Bibliothek zu den größten Bibliotheken zum Thema Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz in Deutschland.

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Aktuelle Statistik des Arbeitslebens veröffentlicht

Bericht zum Stand von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

Rund 39,1 Millionen Erwerbstätige arbeiteten im Jahr 2006 in Deutschland. Während des Jahres ereigneten sich mehr als eine Million (1.047.516) Arbeitsunfälle, von denen 941 tödlich verliefen. Nach Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) fielen 2006 durch Arbeitsunfähigkeit insgesamt 1,1 Millionen Erwerbsjahre aus. Dies führte zu einem Produktionsausfall anhand der Lohnkosten von etwa 36 Milliarden Euro. Durch den Verlust an Arbeitsproduktivität gingen damit der deutschen Volkswirtschaft rund 65 Milliarden Euro an Bruttowertschöpfung verloren.

Diese Zahlen nennt der statistische Bericht zum Stand von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (SUGA, früher Unfallverhütungsbericht Arbeit), den die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) jährlich im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) erstellt. Der jetzt veröffentlichte Bericht enthält detaillierte statistische Informationen zu den verschiedenen Aspekten des Arbeitslebens. Hier sind die Unfallentwicklung und die Anzahl der Berufserkrankungen die klassischen Indikatoren für die Güte von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Zudem geben das Erkrankungsgeschehen in spezifischen Branchen- oder Berufsbereichen und die Beschreibung der Arbeitsbelastungen vor Ort Hinweise auf „kritische“ Entwicklungen auf der betrieblichen Ebene.

In absoluten Zahlen stiegen die Arbeitsunfälle 2006 um knapp 18.000 Fälle oder 1,7 Prozent. Angesichts der steigenden Zahl der Erwerbstätigen blieb die Unfallquote pro 1.000 Vollarbeiter stabil (2005: 28,4; 2006: 28,3). Dabei zeichnet sich jedoch kein einheitliches Bild ab. Während einige Bereiche wie beispielsweise die Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand (2005: 26,2 vs. 2006: 23,0) oder die Hütten- und Walzwerks-Berufsgenossenschaft (26,6 vs. 21,7) rückläufige Unfallquoten verzeichnen, weisen andere Bereiche stagnierende oder steigende Quoten aus.

Sinkende Zahlen lassen sich bei der Anzahl der Anerkennungen einer Berufskrankheit und den Neuverrentungen beobachten. Demgegenüber stieg die Zahl der Verdachtsanzeigen auf Berufskrankheit im Jahr 2006 um 2,6 Prozent an. Auch der leichte Rückgang der Todesfälle aufgrund einer anerkannten Berufserkrankung (-1,0 %) ist nach dem starken Anstieg im Vorjahr kaum nennenswert.

Mit 11,6 Tagen sank die durchschnittliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit noch einmal. 2005 lag sie noch bei durchschnittlich 12,2 Tagen. Dabei fällt insbesondere der erheblich geringere Anteil an Krankheiten des Atmungssystems ins Auge. Jeder zehnte Arbeitsunfähigkeitstag geht auf psychische und Verhaltensstörungen zurück. Während sich die Zahl der Arbeitsunfähigkeitsfälle in den einzelnen Altersgruppen kaum unterscheidet, steigt die durchschnittliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit mit dem Alter an.

Darüber hinaus greift der SUGA 2006 noch einmal die Ergebnisse der aktuellen BIBB-BAuA-Erwerbstätigenbefragung auf. Die repräsentative Befragung von 20.000 Erwerbstätigen gibt einen Einblick in die physischen und psychischen Arbeitsbedingungen und die damit verbundenen subjektiv empfundenen Belastungen. Der SUGA 2006 präsentiert eine Auswertung der Befragung nach Berufsbereichen.

Schwerpunktthema des diesjährigen Berichts ist die Zeitarbeitsbranche, die in den letzten Jahren besonders stark gewachsen ist. 2006 waren etwa 580.000 Personen in dieser Branche beschäftigt. Der Bericht gibt eine Übersicht über die rechtlichen Entwicklungen anhand der Veränderungen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG). Das Arbeitsunfallgeschehen sowie die Arbeitssituation und die Belastungen in der Zeitarbeit werden dargestellt.

Ergänzt werden diese Informationen durch Daten zu Kosten, Tätigkeiten und Personal der Unfallversicherungsträger und der Gewerbeaufsicht. Zudem enthält der Bericht einen Überblick über das Schülerunfallgeschehen.

Nach Drucklegung kann der SUGA 2006 kostenlos über das Informationszentrum der BAuA angefordert werden. Zum Herunterladen wird er als PDF-Datei auf der BAuA-Homepage www.baua.de/suga angeboten. Derzeit steht er schon unter www.osha.de zur Verfügung.

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Langzeitkranke Mitarbeiter kosten Arbeitgeber 400 Euro am Tag

Wiedereingliederung ist Pflicht, spart aber auch Kosten – „Disability Management“ hat große wirtschaftliche Vorteile

Für Unternehmen lohnt es sich, Beschäftigte, die längere Zeit oder häufig wegen Krankheit ausfallen, mit Hilfe eines Eingliederungsmanagements wieder in den Arbeitsprozess zu integrieren. Denn die verdeckten Kosten solcher Personalausfälle sind höher als allgemein angenommen – rund 400 Euro pro Tag. Firmen können durch professionelles „Disability Management“ beträchtliche Kosten einsparen.

Seit 2004 sind alle Unternehmen – unabhängig von ihrer Größe – gesetzlich verpflichtet, für ein betriebliches Eingliederungsmanagement zu sorgen. „Das hat sich allerdings noch nicht überall herumgesprochen“, sagt Dr. Friedrich Mehrhoff von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). „Noch weniger bekannt ist der betriebswirtschaftliche Nutzen einer solchen Maßnahme.“ So hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales errechnet, dass ein Fehlzeitentag ein Unternehmen im Schnitt mit rund 400 Euro belastet. Außer den direkt feststellbaren Kosten wie Entgeltfortzahlung, Entlohnung von Aushilfen und Bezahlung von Überstunden entstehen verdeckte Kosten etwa für Personalsuche, Vorstellungsgespräche, die Ausbildung und Einarbeitung neuer Kräfte sowie zusätzliche Personalverwaltung.

Demographischer Wandel verschärft das Problem
„Dies alles kann jedoch noch durch die immateriellen Verluste übertroffen werden, die ein langfristig oder dauerhaft ausfallender Mitarbeiter verursacht“, weiß Dr. Mehrhoff. „Gerade für mittelständische und kleinere Unternehmen kann der Verlust einer bewährten und erfahrenen Kraft, die intensive Kundenkontakte hat und alle Abläufe kennt, existenzgefährdend werden.“ Denn der Betrieb verliert damit auch Kompetenz und Know-how, möglicherweise erhebliche Investitionen in Aus- und Weiterbildung und in manchen Fällen auch Aufträge und Kunden. Diese Problematik wird sich unweigerlich verschärfen, wenn auf dem Arbeitsmarkt der alternden deutschen Gesellschaft immer weniger Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. „Wiedereingliederungsmanagement ist daher eine hochaktuelle Herausforderung für jedes deutsche Unternehmen und ein Instrument der Zukunftssicherung“, so Dr. Mehrhoff.

Disability Management – international anerkannt und standardisiert
Vor diesem Szenario hat der Gesetzgeber zwar festgelegt, dass Betriebe ein Eingliederungsmanagement aufbauen müssen, aber nicht, wie. Die DGUV hat daher die Initiative ergriffen und das international anerkannte und standardisierte „Disability Management“ in Deutschland eingeführt. Sie bildet mit weiteren Partnern Disability Manager aus und verleiht geprüften Managern die Zulassung; nähere Informationen dazu bietet die Internetseite www.disability-manager.de. Inzwischen gibt es rund 500 so genannte „Certified Disability Management Professionals“ (CDMP) – meist Betriebsärzte, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Betriebsräte, Personalverantwortliche und Führungskräfte von Unternehmen, Experten von Versicherungen sowie Ärzte und Therapeuten, die die Weiterbildung absolviert und die Zusatzqualifikation erhalten haben.

Frühzeitiges Eingreifen enorm wichtig
Ein Beispiel ist Petra Zink. Als eine der ersten Spezialistinnen hierzulande hat sie das Disability Management bei den Ford-Werken aufgebaut. Inzwischen steuert sie 13 so genannte Integrationsteams an zwei Standorten mit knapp 24.000 Mitarbeitern. „Die eigentliche Integrationsarbeit findet vor Ort statt“, sagt Zink. Jedes Team bestehe aus einem Spezialisten für Disability Management, dem betrieblichen Vorgesetzten, einem Vertreter des Betriebsrats und der Personalabteilung, einem Arbeitsmediziner sowie bei Bedarf dem Schwerbehindertenvertreter und nicht zuletzt dem Betroffenen selbst.
„Die Teams vergleichen die Anforderungen des Arbeitsplatzes mit den Fähigkeiten des Betroffenen“, so Zink. „Sie prüfen dann, ob die Anforderungen verändert werden können – zum Beispiel durch technische Maßnahmen – oder ob die Fähigkeiten des Mitarbeiters angepasst werden können – beispielsweise mit Hilfe berufsspezifischer Rehabilitationsmaßnahmen.“ 1.085 Fälle haben die Teams im vergangenen Jahr bearbeitet. Aktiv werden sie, wenn Fehlzeiten auf ein Problem hindeuten. „Aber nicht nur dann“, sagt die Disability Managerin. „Frühzeitiges Eingreifen ist für uns sehr wichtig. Wir schalten uns auch dann ein, wenn ein Mitarbeiter ein grundsätzliches gesundheitliches Problem, aber noch keine Ausfalltage hat.“

Motivation und Loyalität der Mitarbeiter entscheidend gestärkt
Das Disability Management bei Ford sorgt dafür, dass die langzeiterkrankten Mitarbeiter einen auf ihre gesundheitliche Situation abgestimmten Arbeitsplatz angeboten bekommen. Natürlich ist hierfür viel Vertrauensbildung und menschliches Einfühlungsvermögen nötig. Disability Management soll von den Betroffenen nicht als Zwang oder Bedrohung empfunden, sondern als Chance begriffen werden. Viele sind sehr froh, dank der Bemühungen von Petra Zink und ihren Kollegen wieder am Arbeits- und sozialen Leben teilnehmen zu können. Auf die Motivation und Loyalität dieser Mitarbeiter hat dies Auswirkungen, die gar nicht hoch genug eingeschätzt werden können und von denen das Unternehmen enorm profitiert.

Weitere Informationen:
Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) ist der Spitzenverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften und der Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand. Ihre Mitglieder versichern über 70 Millionen Menschen gegen die Folgen von Arbeits-, Wege- und Schulunfällen sowie Berufskrankheiten. Als Unfallversicherungsträger verfügen Berufsgenossenschaften und Unfallkassen über umfassende Kompetenzen in der medizinischen und beruflichen Rehabilitation nach Arbeitsunfällen und bei Berufskrankheiten.

Weitere Informationen zum Thema: www.disability-manager.de

Wir bieten Ihnen an, mehr über Disability Management zu erfahren. Wir vermitteln gern:
– Interviews mit Disability Managern und Reportagemöglichkeiten in Unternehmen, die qualifiziertes Disability Management durchführen und über Erfahrungen und Erfolge berichten können
– Interviews und Hintergrundgespräche mit Experten der DGUV und der Weiterbildungseinrichtungen
Bitte setzen Sie sich mit uns in Verbindung, wenn Sie Interesse an einem Termin haben. Wir arrangieren gern alles Notwendige für Sie.

Auch in anderen Ländern ist Disability Management inzwischen ein Thema. Vom 22. bis 24. September 2008 findet daher das 4. Internationale Forum zum Disability Management in Berlin statt. Ziel ist es, Experten grenzüberschreitend zu vernetzen und Erfahrungen auszutauschen. Weitere Informationen: www.ifdm2008.de.

Pressekontakt:

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)
Pressestelle
Stefan Boltz
Tel.: 030 288763-768
Fax: 030 288763-771
E-Mail: presse@dguv.de

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Neues Lexikon für Elektrofachkräfte

Für Elektrofachkräfte und in der Elektrotechnik tätige Profis bietet das Lexikon der Berufsgenossenschaft Elektro Textil Feinmechanik „Sicherheit zum Nachschlagen“. Zur Verdeutlichung der Sachverhalte der über 300 alphabetisch sortierter Begriffe ist häufig eine Grafik oder Tabelle beigefügt. Querverweise auf andere Definitionen im Lexikon, Hinweise auf Quellen (Gesetze, Vorschriften, Normen) und andere weiterführende Informationen ergänzen die Ausführungen. Das Lexikon (MB 032) kann unter http://www.bgetf.de/htdocs/r30/vc_shop/bilder/firma53/mb_32_a01-2008.pdf heruntergeladen und über versand@bgetf.de bestellt werden. Mitgliedsbetriebe der BGETF erhalten das Lexikon für 2,50 Euro, andere Interessierte zahlen sechs Euro plus Versandkostenpauschale.

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Plakatserie 2008: Arbeitsschutz – keine Kompromisse

Unter dem Motto „Arbeitsschutz: keine Kompromisse“ weckt die Berufsgenossenschaft Elektro Textil Feinmechanik (BGETF) mit einer neuen Plakatserie das Interesse für mehr Sicherheit am Arbeitsplatz. Zwölf Poster (A3-Hochformat) zu Themen wie Erste-Hilfe-Kenntnisse auffrischen, Gehörschutz, rauchfreie Arbeitsplätze und persönliche Schutzausrüstung bringen mit ausdrucksstarken Bildmotiven und kurzen Texten Präventionsbotschaften auf den Punkt. Ausführlichere Hinweise zu Hautschutz, Nichtraucherschutz oder zum richtigen Umgang mit Strom bieten sieben Infoplakate im A3-Querformat. Die Plakate können unter http://www.bgetf.de/medien (Bereich Plakate und Aushänge) angesehen und bestellt werden. Für Mitgliedsbetriebe der BGETF sind die Plakate kostenlos; andere Interessierte zahlen etwa zwei Euro je Plakat plus Versandkostenpauschale.

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Die VBG informiert: Bei einem Arbeitsunfall zum D-Arzt!

Informationen zum D-Arzt-Verfahren der gesetzlichen Unfallversicherung

Wenn die Verletzung nach einem Arbeits- oder Wegeunfall zu einer Arbeitsunfähigkeit führt oder die Behandlung länger als eine Woche dauert, müssen Arbeitnehmer in Deutschland einen Durchgangsarzt aufsuchen. Dieser legt die weitere Behandlung fest. Darauf weist die gesetzliche Unfallversicherung VBG hin. Bundesweit sind 3.500 niedergelassene sowie an Krankenhäusern und Kliniken tätige Ärzte als Durchgangsärzte durch die gesetzliche Unfallversicherung zugelassen. Durchgangsärzte sind Fachärzte für „Chirurgie“ oder „Orthopädie und Unfallchirurgie“ mit besonderen Qualifikationen und Erfahrung auf dem Gebiet der Unfallchirurgie. Ihre Praxen und die Unfallkliniken sind mit Fachpersonal und durch spezielle technische Voraussetzungen besonders gut auf Unfälle vorbereitet.

Unternehmer haben innerhalb von drei Tagen jeden Arbeits- oder Wegeunfall, der eine mehr als dreitägige Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat, der zuständigen Berufsgenossenschaft anzuzeigen. Diese Dokumentation ist insbesondere für eventuelle Folgeerkrankungen sehr wichtig.

Fragen Sie Ihren Hausarzt nach dem nächstgelegenen D-Arzt. Über die Website www.vbg.de (Stichwort: D-Arzt) gelangt man zur Durchgangsärzte-Suchmaschine.

 

Die VBG ist eine gesetzliche Unfallversicherung mit etwa 28 Mio. Versicherungsverhältnissen in der Bundesrepublik. Versicherte der VBG sind Arbeitnehmer, freiwillig versicherte Unternehmer, Patienten in stationärer Behandlung und Rehabilitanden, Lernende in berufsbildenden Einrichtungen und bürgerschaftlich Engagierte. Zu den über 570.000 Mitgliedsunternehmen zählen Dienstleistungsunternehmen aus über 100 Branchen, wie z.B. Banken und Versicherungen, Zeitarbeitsunternehmen, Unternehmen der IT-Branche sowie Sportvereine.
Weitere Informationen zur VBG finden Sie unter www.vbg.de

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Film: Schutz- und Arbeitskleidung für elektrotechnische Anlagen

In einem kurzen Unterweisungsfilm zeigt die BG der Gas-, Fernwärme- und Wasserwirtschaft (BGFW) elektrotechnische Arbeiten und stellt die dabei erforderliche Arbeitskleidung und persönliche Schutzausrüstung vor. Der Film kann unter http://bgfw.net/informationen/medien/dvd/psa_strom.html angesehen und bestellt werden. Mitglieder der BGFW erhalten die DVD kostenlos, Nichtmitglieder bezahlen 15 Euro.

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Handlungshilfe zur Gefährdungsbeurteilung Gefahrstoffe

Zur Unterstützung der Betriebe hat das BGIA – Institut für Arbeitsschutz der DGUV eine Handlungshilfe für die Beurteilung von Gefährdungen bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen erarbeitet. Die Information steht in einer Neuauflage unter http://www.dguv.de/bgia/de/pra/handlungshilfe/index.html zum Download zur Verfügung und kann kostenlos über bgia-info@dguv.de bezogen werden.

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Elektromagnetische Verträglichkeit von Leistungsantriebssystemen mit integrierten Sicherheitsfunktionen

Wie die elektromagnetische Verträglichkeit von Antriebssystemen mit integrierten Sicherheitsfunktionen geprüft werden kann, beschreibt das BGIA – Institut für Arbeitsschutz der DGUV in einer Veröffentlichung unter http://www.dguv.de/bgia/de/pra/emv/richter.pdf. Um Maschinenbewegungen zu steuern, werden häufig elektronische Systeme eingesetzt, die durch elektromagnetische Phänomene leicht zu beeinflussen sind. Die aktuelle Normung verlangt deshalb eine erhöhte elektromagnetische Verträglichkeit.

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Mobil Arbeiten mit Informationstechnologie: Online-Umfrage zu Belastungen

Immer mehr Beschäftigte sind regelmäßig unterwegs. Viele der mobil Arbeitenden nutzen unterwegs Informationstechnologien wie Laptop, Handy oder PDA (Personal Digital Assistant). Dies stellt den Gesundheitsschutz vor neue Herausforderungen. Klassische Gefährdungsbeurteilungen, die auf ortsgebundene Arbeitsplätze angelegt sind, greifen hier nicht mehr.

Das BGAG – Institut Arbeit und Gesundheit der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung hat gemeinsam mit dem BGIA – Institut für Arbeitsschutz einen kurzen Fragebogen zusammengestellt, um mehr über die möglichen Risiken derjenigen zu erfahren, die regelmäßig mobil mit Informationstechnologie arbeiten.

Die Bearbeitung des Fragebogens dauert 20 Minuten. Die Daten werden anonym ausgewertet. Wer möchte, erhält eine Rückmeldung zu den Ergebnissen.

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IGA-Barometer: Fehlzeiten machen nur einen kleinen Teil der Krankheitskosten in Unternehmen aus

– betriebliche Gesundheitsförderung steigert Produktivität von Kranken und Gesunden

Arbeitgeber sollten sich mit einem niedrigen Krankenstand nicht zufrieden geben. Darauf deuten Ergebnisse des IGA-Barometers 2007 hin, einer repräsentativen Telefonbefragung der Initiative Gesundheit und Arbeit (IGA) unter 2.000 Beschäftigten. Danach machen Fehlzeiten nur einen Teil der krankheitsbedingten Produktivitätsverluste aus. Denn viele Arbeitnehmer gehen auch dann zur Arbeit, wenn sie krank sind, sehen sich aber in ihrer Leistung eingeschränkt. Ein niedriger Krankenstand könne Unternehmen daher in falscher Sicherheit wiegen, so Präventionsexperten der gesetzlichen Kranken- und Unfallversicherung. Sie empfehlen, die Prävention und betriebliche Gesundheitsförderung auch bei geringen Fehlzeiten auszubauen, da deren Wirksamkeit nachgewiesen und die Akzeptanz bei Mitarbeitern – ein weiteres Ergebnis des IGA-Barometers – sehr hoch sei.

Nach eigener Aussage hatten 27 Prozent der von der IGA Befragten zum Zeitpunkt des Interviews gesundheitliche Probleme. Jedoch gaben nur rund vier Prozent der Befragten an, in der jüngeren Vergangenheit deswegen bei der Arbeit gefehlt zu haben. Rund 16 Prozent der Befragten antworteten, dass sie trotz einer bestehenden Erkrankung zur Arbeit gehen, dort aber weniger leisten, als wenn sie gesund wären. Das ist rund jeder sechste Befragte. Nicht erhoben wurde, ob diese Einschränkungen dauerhafter oder vorübergehender Natur sind.

Pauschale Präventionsempfehlungen lassen sich nach Ansicht von Fachleuten aus diesen Erkenntnissen nicht ableiten. Während es bei Infektionskrankheiten wie Grippe am besten sei, zu Hause zu bleiben, sei dieser Rat bei vielen psychischen Erkrankungen und Rückenleiden nicht grundsätzlich richtig. Denn hier bestehen bessere Heilungschancen, wenn kranke Mitarbeiter mit fachlicher Begleitung wieder an die Arbeit herangeführt werden. Betriebliche Gesundheitsförderung und ein betrieblicher Gesundheitsschutz, der auf Früherkennung von Erkrankungen ausgerichtet ist, seien der beste Weg, um krankheitsbedingten Produktivitätsverlusten vorzubeugen.

Hohe Akzeptanz für betriebliche Gesundheitsförderung

Zwar bieten immer mehr Unternehmen ihren Beschäftigten Gesundheitsmaßnahmen wie Rückenschulen oder Programme zur Raucherentwöhnung an. In einem Drittel aller Großunternehmen und zwei Dritteln aller Kleinbetriebe spielt betriebliche Gesundheitsförderung laut IGA-Barometer jedoch keine Rolle. Fast die Hälfte der Befragten findet, ihr Unternehmen kümmere sich nicht um ihre Gesundheit.

Nach Ansicht von Experten gibt es in der Prävention am Arbeitsplatz noch ungenutzte Potenziale – gerade für Kleinunternehmen. Denn hier geben besonders viele Beschäftigte an, Gesundheitsangebote auch zu nutzen. Gleichzeitig beeinflussen solche Angebote auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter. So äußern Angestellte von Unternehmen mit betrieblicher Gesundheitsförderung wesentlich häufiger, dass sie bei ihrem Arbeitgeber bleiben wollen, als Angestellte aus Betrieben ohne Gesundheitsförderung.

Das IGA-Barometer liefert auch Hinweise, welche Maßnahmen zur Gesundheitsförderung bei Arbeitnehmern besonders gefragt sind: Als Angebote, die sie gern in Anspruch nehmen würden, aber derzeit (offensichtlich immer noch häufig) vermissen, geben die meisten Befragten eine Rückenschule an, gefolgt von Betriebssport und Kursen zur Stressbewältigung.

In der Initiative Gesundheit und Arbeit (IGA) kooperieren gesetzliche Kranken- und Unfallversicherung. Ziel ist, arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren durch Arbeitsschutz und betriebliche Gesundheitsförderung vorzubeugen. Die Kooperation wird getragen vom BKK Bundesverband, der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, dem AOK-Bundesverband und dem Arbeiter-Ersatzkassen-Verband. Mehr Informationen unter www.iga-info.de.

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Ideen brauchen gute Arbeitsgestaltung

Forschungsbericht „Kreativität und Gesundheit im Arbeitsprozess“

Nicht die altbewährte standardisierte Produktionstechnologie, sondern die Fähigkeit zur Innovation sichert den Unternehmenserfolg in der heutigen Arbeitswelt. Ohne Kreativität lassen sich jedoch keine neuen Wege beschreiten. Dabei sind Unternehmen auf das „Köpfchen“ der Beschäftigten angewiesen. Doch welche Arbeitsbedingungen fördern den Ideenreichtum und die Gesundheit der Mitarbeiter?

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) gab deshalb das Projekt „Kreativität und Gesundheit im Arbeitsprozess – Bedingungen für eine kreativitätsförderliche Arbeitsgestaltung im Wirtschaftsleben“ in Auftrag, das vom Lehrstuhl für Psychologie an der Technischen Universität München bearbeitet wurde. Es zielte darauf ab, den Forschungsstand zu bilanzieren. Darüber hinaus identifizierten die Psychologen fördernde und hemmende Faktoren für Kreativität und Gesundheit im Arbeitskontext. Daraus leiteten sie praxisorientierte Schlussfolgerungen für die Arbeitsgestaltung ab. Der Forschungsbericht ist jetzt auf der Homepage der BAuA veröffentlicht worden.

Die Ergebnisse beruhen sowohl auf umfassenden nationalen und internationalen Literaturrecherchen (rund 40 empirische Studien wurden dokumentiert), als auch auf empirischen Fallstudien in elf Unternehmen sowie Beispielen guter Praxis.

Für die Arbeitsgestaltung kristallisieren sich im Kern solche gestaltungsrelevanten Merkmale der Arbeit heraus, die in vielen arbeits- und organisationspsychologischen Konzepten im Mittelpunkt stehen. Dazu zählen vor allem Autonomie und Anforderungsvielfalt ebenso wie unterstützende Bedingungen in den Strukturen und Prozessen der Organisation und Führung. Dies bedeutet beispielsweise regelmäßiges, objektives Feedback von der Führungskraft an die Mitarbeiter und Kommunikation über die geleistete Arbeit, damit kreative Ideen weiterentwickelt werden können.

Allerdings kann sich ein Übermaß an Kreativanforderungen und Freiräumen auch ungünstig auf das Wohlbefinden und die Gesundheit der Mitarbeiter auswirken. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn weitestgehend unstrukturierte Anforderungen und Arbeitsprozesse Handlungsunsicherheiten hervorrufen, die sich zur erlebten Überforderung entwickeln.

Die Autoren machen deutlich, dass eine kreativitäts- und gesundheitsförderliche Aufgabengestaltung eine nachhaltigere Strategie ist als eine kurzfristige und kurzsichtige Selektion kreativer und besonders belastbarer Mitarbeiter für das Unternehmen. Auch angesichts der demographischen Veränderung des Arbeitsmarktes dürfte eine solche Strategie für unter Innovationsdruck stehende Branchen heute unabdingbar sein.

Der Forschungsbericht „Kreativität und Gesundheit im Arbeitsprozess – Bedingungen für eine kreativitätsförderliche Arbeitsgestaltung im Wirtschaftsleben“ (http://www.baua.de/nn_5858/de/Publikationen/Fachbeitraege/F1961.html__nnn=truebe) findet sich auf der Homepage der BAuA. Zusätzlich kann für interessierte Leser das Literaturkompendium im Internet noch einmal getrennt vom Bericht eingesehen werden. Die Druckversion ist über das Informationszentrum der BAuA, Tel.: 0231 9071-2071, Fax 0231 9071-2070, E-Mail info-zentrum@baua.bund.de zu beziehen.

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Tageslicht und künstliche Beleuchtung

licht.forum 53 erklärt die Energie sparende Kombination

Das neue licht.forum 53 „Tageslicht und künstliche Beleuchtung“ von licht.de.

(licht.de) Tageslicht und künstliches Licht ergänzen einander, sie sind bei der Innenraumbeleuchtung keine Konkurrenten. Von dieser anerkannten Partnerschaft ausgehend, beschreibt
das neue licht.forum 53 (http://www.licht.de/de/publikationen/lichtforum/product/lichtforum_53_tageslicht_und_kuenstliche_beleuchtung/bp/395/) der Brancheninitiative licht.de, worauf es bei der Kombination ankommt. Es weist besonders darauf hin, dass beide die Gütemerkmale der Beleuchtung einhalten müssen. Diese licht.forum-Ausgabe wurde in Kooperation mit dem FVLR Fachverband Tageslicht und Rauchschutz e.V., (http://www.fvlr.de/)Detmold, erarbeitet.

Zentraler Aspekt des Themas ist die Energieeinsparung, die „intelligente“ Beleuchtung im Zusammenspiel mit Tageslicht erzielt. Erklärt werden in diesem Zusammenhang auch die Prinzipien des Tageslichteinfalls durch Fenster und Oberlichter. Eine Beispielrechnung nach DIN V 18599-4 zeigt für ein Einzelbüro, wie durch Fenster einfallendes Tageslicht den Energieaufwand für die künstliche Beleuchtung um über 35 Prozent, zusammen mit Präsenzkontrolle sogar um fast 50 Prozent senkt.

licht.forum 53 „Tageslicht und künstliche Beleuchtung“ (12 Seiten, DIN A4) ist kostenlos. Bestellung: im Internet unter www.licht.de (dort auch als PDF-Datei zum Download) oder bei licht.de, Lyoner Straße 9, 60528 Frankfurt am Main, Bestell-Fax 069 98955-198.

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Hinweise zur Hepatitis-A Vorsorge bei Tätigkeiten in Kläranlagen und Kanalisation

Die BGI Information „Empfehlungen zur Hepatitis-A Prophylaxe bei Tätigkeiten mit Kontakt zu Abwasser“ gibt Hinweise zur arbeitsmedizinischen Vorsorge bei Tätigkeiten in Kläranlagen und Kanalisationen. In der Vorschrift ist nachzulesen für welche Personen der Arbeitgeber nach der Biostoffverordnung ein Impfangebot machen muss.

Download der BGI-Information 586 unter:
http://www.arbeitssicherheit.de/servlet/PB/show/1224750/bgi586.pdf 

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