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Meldungen Arbeitsicherheit Dezember 2007

Die Themen im Überblick:

Dezember 2007
21.12.2007  REACH-Info 3 zu Polymeren und Monomeren 
17.12.2007  Bibliothekskatalog der BAuA jetzt im Netz 
16.12.2007  Einsatz von Ultraschall-Störgeräusch-Sendern nicht ganz unbedenklich
14.12.2007  Fusionen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen in 2008 
14.12.2007  Ohne Disability Management sehen Betriebe bald alt aus 
08.12.2007  Persönliches Budget gilt ab 2008 auch in der Unfallversicherung 
08.12.2007  Heile Haut – ein Arbeitsleben lang  
01.12.2007  Professionelle Tipps zur Hautpflege im Winter

 


REACH-Info 3 zu Polymeren und Monomeren

Broschürenreihe zum neuem Chemikalienrecht fortgesetzt

Als nationale Auskunftsstelle (Helpdesk) für das neue europaweit geltende Chemikalienrecht unterstützt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) Unternehmen bei der Umsetzung der sogenannten REACH-Verordnung. Dabei werden bestimmte Themenbereiche vermehrt an den REACH-Helpdesk herangetragen. Antworten auf häufig gestellte Fragen geben die Broschüren der Reihe REACH-Info. Jetzt hat die BAuA „REACH-Info 3: Besonderheiten bei Polymeren und Monomeren“ veröffentlicht.

Die dritte Broschüre erläutert die besonderen Regelungen, die unter REACH für Polymere und Monomere gelten, bekannt sind Kunststoffe wie Nylon, PVC, oder Teflon. Zwar sind Polymere auch Stoffe im Sinne von REACH, aufgrund ihrer Zusammensetzung und Struktur werden sie in REACH besonders betrachtet. Im Gegensatz zum Chemikaliengesetz, das noch bis 31. Mai 2008 gültig ist, müssen Polymere unter REACH nicht registriert werden. Darüber hinaus muss für sie künftig auch keine Stoffbewertung durchgeführt werden. Die Herstellung oder der Import eines Polymers verursacht jedoch Registrierungspflichten in Bezug auf die Monomere oder sonstige Reaktanten. Unter Umständen kann dies eine zusätzliche Pflicht für Unternehmen mit sich bringen, die ein Polymer nach dem bisherigen Recht als Neustoff angemeldet haben. Unter REACH muss dann das Monomer registriert werden, wenn es nicht bereits als Neustoff nach Chemikaliengesetz angemeldet war.

Insgesamt bringt REACH Änderungen in Bezug auf die Behandlung von Polymeren und Monomeren mit sich. Deshalb geht REACH-Info 3 intensiv auf die Definition von Polymeren im neuen europäischen Chemikalienrecht ein. Zudem erläutert die Broschüre die Voraussetzungen, unter denen Monomere registriert werden müssen. Darüber hinaus stellt die Broschüre die Unterschiede in der Behandlung dieser Stoffe zwischen REACH und dem bisherigen Chemikalienrecht dar. Zusammen mit Themen wie die No-longer Polymere, Polymere und der Erzeugnisbegriff oder Polymere als Bestandteil von Zubereitungen beleuchtet die Broschüre ausführlich diese Besonderheiten unter REACH. Dabei verdeutlichen Beispiele die gesetzlichen Regelungen.

Die kostenlose Broschüre „REACH-Info 3: Besonderheiten bei Polymeren und Monomeren“ befindet sich als Download im PDF-Format auf der Webseite: http://www.reach-helpdesk.de oder kann voraussichtlich ab Mitte Januar 2008 bezogen werden über das Informationszentrum der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Postfach 17 02 02, 44061 Dortmund, Servicetelefon 0231 9071-2071, Service-Fax 0231 9071-2070, E-Mail: info-zentrum@baua.bund.de.

Mit der REACH-Verordnung trat am 1. Juni 2007 ein neues, europaweit geltendes Chemikalienrecht in Kraft. REACH steht für Registrierung, Bewertung und Zulassung von Chemikalien (Registration, Evaluation and Authorisation of Chemicals). Künftig werden rund 30.000 Stoffe, die sich auf dem europäischen Markt befinden, bei der neuen europäischen Chemikalienagentur (ECHA) in Helsinki registriert.

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Bibliothekskatalog der BAuA jetzt im Netz

Fachliteratur des Arbeits- und Gesundheitsschutzes schnell finden

Ab sofort bietet die Bibliothek der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) ihren Bibliothekskatalog online an. Der neue Service in Form eines WEB-OPAC (Online Public Access Catalogue) befindet sich im Bereich Bibliothek auf der BAuA-Homepage http://www.baua.de/bibliothek.

Damit lässt sich im Großteil der rund 200.000 Medien aus dem Themenbereich „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“ bequem vom Rechner aus recherchieren. Beim Angebot handelt es sich vorrangig um Monographien, Zeitschriften und Serien einschließlich grauer Literatur. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Fachliteratur der vergangenen zehn Jahre.

Bis auf Zeitschriften stehen alle Medien zur entgeltlosen Ausleihe auch auf dem Postweg zur Verfügung. Bei Ausleihe per Post trägt der Entleiher lediglich die Kosten der Rücksendung.

Die Fachbibliothek der BAuA unterhält den umfangreichsten Bestand zum Thema „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“ in Deutschland. Zu den Schwerpunktthemen gehören beispielsweise Altersgerechte Arbeit, Arbeitsschutzmanagement, Bildschirmarbeit, Berufskrankheiten, Brand- und Explosionsschutz, Ergonomie, Gefahrstoffe, Geräte- und Produktsicherheit sowie Psychische Arbeitsbelastungen.

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Einsatz von Ultraschall-Störgeräusch-Sendern nicht ganz unbedenklich

BAuA bewertet Ultraschall-Störgeräusch-Sender

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) begutachtete im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit einen Störgeräusch-Sender, der darauf abzielt, Jugendliche mittels Ultraschall von Plätzen zu vertreiben. Die Ergebnisse der Prüfung liegen jetzt vor. Die Prüfer konnten dem vorliegenden Gerät keine völlige gesundheitliche Unbedenklichkeit bescheinigen.

Das Gerät produziert ein pulsierendes Geräusch, dessen lautester Schallpegel bei einer Frequenz von 18,5 Kilohertz (kHz) liegt. Damit liegt das Geräusch außerhalb des normalen Hörfrequenzbereiches, der von 16 Hz bis 16 kHz reicht. Junge Menschen können jedoch diese Frequenzen, die im Ultraschallbereich sind, wahrnehmen. Diese Fähigkeit geht aufgrund einer im Alter wachsenden Hochtonschwerhörigkeit verloren, sodass nur sehr wenige Personen über 25 Jahren das vom Gerät erzeugte Geräusch hören. Jugendliche empfinden jedoch das Geräusch als sehr unangenehm und entziehen sich dieser Belastung, indem sie sich von der Schallquelle entfernen.

Zwar reklamiert der Hersteller eine gesundheitliche Unbedenklichkeit seines Produktes, da das Gerät aber im öffentlichen Raum eingesetzt wird, leitete das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit eine Prüfung nach dem Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (GPSG) ein. Als die im GPSG mit der Durchführung von Risikobewertungen an technischen Produkten beauftragte Stelle nahm die BAuA die Prüfung vor.

Nach Messungen in den Laboren und aufgrund der vorhandenen wissenschaftlichen Erkenntnisse kommt die BAuA zu dem Schluss, dass eine gesundheitliche Schädigung des Hörvermögens nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann.

Der im Labor gemessene maximale Schalldruckpegel liegt mit 104 Dezibel (dB) erheblich über der Herstellerangabe von maximal 95 dB. Hohe Schallpegel im Frequenzbereich des Gerätes können jedoch bei längerer Einwirkung zu bleibenden Hörschäden im hochfrequenten Bereich des Hörvermögens ab 10 kHz führen. Dabei ist das Risiko für die Zielgruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen relativ gering. Sie können sich aus dem Beschallungsbereich entfernen, wenn sie den unangenehmen Ton hören. Demgegenüber könnten insbesondere Kleinkinder und Säuglinge gefährdet sein, wenn sie der Beschallung lange ausgesetzt sind, weil die begleitenden Erwachsenen das Geräusch selbst nicht wahrnehmen. Darüber hinaus wirkt der Ultraschall nicht nur auf das Gehör. Störungen des Gleichgewichtssinns sowie andere extraaurale Wirkungen sind bekannt. Mit dem Auftreten von Schwindel, Kopfschmerzen und Beeinträchtigungen des Befindens kann bei den vom Gerät erreichten Schalldruckpegeln gerechnet werden. Insgesamt lassen sich Risiken für die Sicherheit und Gesundheit nicht ausschließen.

Eine Stellungnahme zum Gutachten hat das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit vorbereitet.
Kontakt:

Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit
Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platz 2
30159 Hannover
Pressestelle
Telefon: 0511 120-4058
Fax: 0511 120-4298
E-Mail: pressestelle@ms.niedersachsen.de

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Fusionen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen in 2008

Am 1. Januar 2008 reduziert sich die Zahl der gewerblichen Berufsgenossenschaften von derzeit 25 auf 23. Die Großhandels- und Lagerei-BG (GroLa BG) fusioniert am 1. Januar mit der BG für den Einzelhandel (BGE) zur neuen Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution (BGHW).

Die BG der Feinmechanik und Elektrotechnik (BGFE) und die Textil- und Bekleidungs-BG (TBBG) schließen sich am 1. Januar zur Berufsgenossenschaft Elektro Textil Feinmechanik zusammen.

Die vier Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand in Nordrhein-Westfalen (Landesunfallkasse NRW, Gemeindeunfallversicherungsverband Westfalen-Lippe, Rheinischer Gemeindeunfallversicherungsverband, Feuerwehrunfallkasse NRW) werden zum 1. Januar 2008 zu einer Unfallkasse Nordrhein-Westfalen (NRW) fusionieren.

Die Landesunfallkasse Hamburg fusioniert mit der Unfallkasse Schleswig-Holstein am 1. Januar 2008 zur Unfallkasse Nord.

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Ohne Disability Management sehen Betriebe bald alt aus

Wo der Nachwuchs fehlt, muss die Gesundheit älterer Mitarbeiter erhalten werden – Neues Berufsbild: Disability Manager

In Deutschland sind nur 45 Prozent der über 55-Jährigen noch in Lohn und Brot. Das muss sich ändern, weil durch den demographischen Wandel der berufliche Nachwuchs ausbleibt. Damit ältere Arbeitnehmer im Beruf bleiben und bis 67 arbeiten können, müssen Arbeitgeber handeln. Aus diesem Bedürfnis heraus entsteht zurzeit ein ganz neues Berufsfeld: Disability Management.

„Früher war der Weg vorgezeichnet, wenn ein Beschäftigter, der über 50 war, gesundheitliche Probleme bekam: längerer Arbeitsausfall, Jobverlust, Frührente“, weiß Dr. Friedrich Mehrhoff von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). „Das können wir uns jedoch nicht mehr leisten. Seit 2004 sind Arbeitgeber deshalb gesetzlich verpflichtet, für ein betriebliches Eingliederungsmanagement zu sorgen, mit dem Beschäftigte, die häufig oder über längere Zeit erkrankt sind, wieder zurück ins Arbeitsleben geholt werden können.“
Ziel des Eingliederungsmanagements: zu ermöglichen, dass ältere und von Krankheit bedrohte Arbeitnehmer möglichst bis zum Rentenalter im Beruf bleiben können.

Disability Manager: Spezialisten für Früherkennung, Prävention und Rehabilitation
Der Gesetzgeber hat allerdings nicht festgelegt, wie Arbeitgeber das Eingliederungsmanagement organisieren sollen. Die DGUV hat daher die Initiative ergriffen und das international anerkannte und standardisierte „Disability Management“ in Deutschland eingeführt. Sie bildet zusammen mit anderen Bildungspartnern Disability Manager aus und verleiht geprüften Managern die Zulassung. Informationen dazu gibt es auf der Internetseite www.disability-manager.de. „Disability Manager fungieren als Bindeglied zwischen allen Beteiligten“, so Mehrhoff. „Sie organisieren die Zusammenarbeit zwischen den erkrankten Arbeitnehmern, den Arbeitgebern, der Personalvertretung, Sozialversicherungen und behördlichen Stellen, Ärzten, Reha-Einrichtungen und anderen.“
Inzwischen gibt es etwa 500 Disability Manager in Deutschland. Petra Zink zum Beispiel. Für die Ford-Werke GmbH hat die Ingenieurin ein System aufgebaut, um gesundheitliche Probleme von Mitarbeitern früh zu erkennen und diese mit entsprechenden Maßnahmen einzugliedern. „Es geht darum zu bestimmen, wie wir bei gesundheitlichen Problemen die Anforderungen am Arbeitsplatz und die Fähigkeiten des Mitarbeiters so aufeinander abstimmen können, dass seine Leistungsfähigkeit erhalten bleibt.“ Zu diesem Zweck binden die einzelnen Fallmanager bei Ford in regelmäßig stattfindenden Teamsitzungen unterschiedliche Fachleute ein – zum Beispiel den Vorgesetzten, Arbeitsmediziner und den Betriebsrat.
Noch ist es schwer, die Vorteile von Disability Management auch in Zahlen zu belegen. Angaben des Bundesarbeitsministeriums zufolge kostet ein Ausfalltag einen Betrieb im Schnitt 400 Euro – wer Ausfallzeiten senkt, spart also Geld. „Zukünftig werden Unternehmen, die ein Eingliederungsmanagement nachweisen können, außerdem davon profitieren, dass sie von Rehabilitationsträgern und Integrationsämtern eine Prämie oder einen Bonus erhalten können“, ergänzt Zink.

Deutschland hat Nachholbedarf bei der Beschäftigung Älterer
Nicht ohne Grund. Auf volkswirtschaftlicher Ebene bietet Disability Management ein noch viel größeres Potenzial: Die Zahl der erwerbsgeminderten Personen in Deutschland liegt bei fast zwei Millionen Menschen – rund 2,5 Prozent der Bevölkerung. Sie verursachen im Vergleich zu Arbeitnehmern, die im Erwerbsleben geblieben sind, Mehrkosten in Höhe von zehn Milliarden Euro pro Jahr an Krankenbehandlung sowie Rentenzahlungen in einer Größenordnung von über 20 Milliarden Euro. Da sich die Zahl der Erwerbspersonen bis 2040 um rund ein Viertel reduzieren wird, altert die Erwerbsbevölkerung spürbar. „Wir werden in Deutschland daher mehr ältere Menschen beschäftigen müssen“, sagt Mehrhoff. Im europäischen Vergleich bestehe hier echter Nachholbedarf: In Schweden zum Beispiel arbeiteten 70 Prozent der über 55-Jährigen. „Die Gesundheit der eigenen Belegschaft lange zu erhalten, ist vor diesem Hintergrund enorm wichtig. Ohne Disability Management sehen wir sonst tatsächlich bald alt aus.“

Weitere Informationen
Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) ist der Spitzenverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften und der Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand. Ihre Mitglieder versichern über 70 Millionen Menschen gegen die Folgen von Arbeits-, Wege- und Schulunfällen sowie Berufskrankheiten. Als Unfallversicherungsträger verfügen Berufsgenossenschaften und Unfallkassen über umfassende Kompetenzen in der medizinischen und beruflichen Rehabilitation nach Arbeitsunfällen und bei Berufskrankheiten.

Weitere Informationen zum Thema: www.disability-manager.de
Wir bieten Ihnen an, mehr über Disability Management zu erfahren. Wir vermitteln gern:
– Interviews mit Disability Managern und Reportagemöglichkeiten in Unternehmen, die qualifiziertes Disability Management durchführen und über Erfahrungen und Erfolge berichten können
– Interviews und Hintergrundgespräche mit Experten der DGUV und der Weiterbildungseinrichtungen
Bitte setzen Sie sich mit uns in Verbindung, wenn Sie Interesse an einem Termin haben. Wir arrangieren gern alles Notwendige für Sie.

Auch in anderen Ländern ist Disability Management inzwischen ein Thema. Vom 22. bis 24. September 2008 findet daher das 4. Internationale Forum zum Disability Management in Berlin statt. Ziel ist es, Experten grenzüberschreitend zu vernetzen und Erfahrungen auszutauschen. Weitere Informationen: www.ifdm2008.de.

Pressekontakt:

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)
Pressestelle
Stefan Boltz
Tel.: 030 288763-768
Fax: 030 288763-771
E-Mail: presse@dguv.de

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Persönliches Budget gilt ab 2008 auch in der Unfallversicherung

Betroffene können statt Sachleistungen Geld erhalten – Ermutigung zur Selbstständigkeit

Das Persönliche Budget wird zum 1. Januar 2008 auch in der gesetzlichen Unfallversicherung eingeführt. Auf Antrag können Versicherte dann statt einer Sachleistung zur Rehabilitation eine Geldleistung erhalten, mit der sie ihre Unterstützung selbst bezahlen. Darauf weist die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) in Berlin hin. „Die Betroffenen können damit mehr als bisher die Auswahl von Hilfsmitteln, Pflegediensten und anderen Dienstleistern beeinflussen“, erklärt Doris Habekost, Expertin für Leistungsrecht bei der DGUV.

Bisher erhielten Versicherte zum Beispiel einen Rollstuhl direkt als Sachleistung von ihrer Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse. „Beim Persönlichen Budget zahlen die Unfallversicherungsträger dem Versicherten stattdessen einen Geldbetrag, mit dem er die entsprechende Leistung eigenverantwortlich kaufen kann“, so Habekost. „Das Budget ist also keine neue Leistung, sondern ein Weg, um dem Versicherten mehr Selbstbestimmung zu ermöglichen.“

Voraussetzung für das Persönliche Budget ist: Der Versicherte muss es für eine bestimmte Leistung oder ein Bündel von Leistungen beantragen und diese Leistungen müssen budgetfähig sein. „Das betrifft zunächst einmal alle Leistungen zur Teilhabe. Das kann zum Beispiel eine Umschulung sein – oder auch nur die Fahrtkosten zur Reha“, so Habekost. Zum Einstieg empfiehlt die Expertin, das Persönliche Budget nur für eine einzelne Leistung zu beantragen. „Wenn das gut klappt, kann man darüber nachdenken, weitere Leistungen hinzuzunehmen.“ Zudem sollten Versicherte sich vor der Entscheidung ausführlich beraten lassen. Denn nicht immer ist das Persönliche Budget von Vorteil für den Versicherten. Ist zum Beispiel der Erfolg der Rehabilitation gefährdet, kann die Unfallversicherung kein Persönliches Budget zahlen. Der Grund dafür ist, dass die Unfallversicherung auch beim Persönlichen Budget weiterhin den Bedarf feststellt, die Rehabilitation steuert und für die Qualität der Leistung ver
antwortlich bleibt.

Auch wenn die Unfallversicherung eine Leistung aufgrund von Rabattverträgen kostengünstiger kaufen kann als der Versicherte, ist das Persönliche Budget keine gute Lösung. Der Grund: Die Unfallversicherung kann nur den Betrag an den Versicherten auszahlen, den sie selbst für die Leistung aufwenden müsste. Der Versicherte wäre in diesem Fall mit dem Budget also finanziell schlechter gestellt als vorher. „Im Zweifelsfall kann der Unfallversicherungsträger mit dem Versicherten sprechen und ihm ein Alternativangebot machen, das seine Bedürfnisse berücksichtigt“, so Habekost. „Der Versicherte ist mit dem Budget auch nicht auf sich allein gestellt. Er kann jederzeit wieder aussteigen.“

Wenn der Versicherte Leistungen in Form eines Persönlichen Budgets möchte und alle Voraussetzungen erfüllt sind, schließen Unfallversicherungsträger und Versicherter eine Vereinbarung. Diese enthält die Ziele des Persönlichen Budgets, dessen Höhe, den Zahlungsrhythmus, die Bestimmungen darüber, wie der Versicherte die Ausgaben nachweisen muss, und wie die Qualität gesichert wird.

Doris Habekost, Expertin für Leistungsrecht der DGUV, beantwortet in einem Interview unter http://www.dguv.de/inhalt/presse/hintergrund/persoenliches_budget/index.html weitere Fragen zum Persönlichen Budget.

Pressekontakt:

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)
Pressestelle
Stefan Boltz
Tel.: 030 288763-768
Fax: 030 288763-771
E-Mail: presse@dguv.de

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Heile Haut – ein Arbeitsleben lang

Säuren, Laugen, Kühlschmierstoffe, Fette, Reinigungsmittel und der häufige Kontakt mit Wasser – der Haut drohen am Arbeitsplatz viele Risiken. Darauf weist die Präventionskampagne Haut von gesetzlicher Kranken- und Unfallversicherung hin.

„Diese Stoffe können den natürlichen Eigenschutz der Haut zerstören und langfristig zu schweren Hautschäden führen“, so Dr. Hans-Georg Englitz, Hautschutz-Experte der Berufsgenossenschaft Metall Nord Süd. Ohne Schutz wird die Haut oft rau und trocken, bekommt Risse und schuppt. So geschädigt ist sie anfällig für Reizungen und Ekzeme. Eine Heilung ist mitunter schwierig. Eine lebenslange, abgestimmte Pflege der Haut ist dann unumgänglich.

Ist der direkte Kontakt mit den Schadstoffen nicht zu vermeiden, empfiehlt die Präventionskampagne Haut einen Hautschutz nach Plan. Eine Möglichkeit, sich zu schützen, besteht im Tragen von geeigneten Handschuhen – der Handschuhtyp sollte dabei auf die ausgeübte Tätigkeit abgestimmt sein.

Ist das Tragen von Schutzhandschuhen nicht möglich, kann die Haut auch durch geeignete Hautschutzpräparate, schonende Reinigung und nachhaltige Pflege zum Beispiel aus der Tube vor Schaden bewahrt werden. Wie das im Einzelnen funktioniert, zeigt der so genannte Hautschutzplan. Es ist sinnvoll, einen solchen Plan zu erstellen, wenn eine Gefährdungsbeurteilung eine Hautbelastung an bestimmten Arbeitsplätzen angezeigt hat. „Eine repräsentative Umfrage der Präventionskampagne Haut hat ergeben, dass zwei Drittel aller Beschäftigten diese wertvolle Informationsquelle nicht kennen“, ergänzt Englitz. „Das ist ein Problem. Schließlich machen Hauterkrankungen mit fast 40 Prozent den größten Teil aller Berufskrankheiten aus.“

Das richtige Schutzprodukt
Der Hautschutz sollte noch vor Arbeitsbeginn mit dem Auftragen des vorgesehenen Hautschutzmittels beginnen. Schutzprodukte gibt es wahlweise gegen Hauterweichung, UV-Strahlen, wasserunlösliche und wasserlösliche Stoffe. Wichtig ist, dass die jeweils passenden Schutzprodukte gemäß Hautschutzplan zur Verfügung gestellt werden.

Hautreinigung
Oberstes Gebot der Hautreinigung: So wirksam wie nötig, so schonend wie möglich. Dabei ist jeweils das mildeste Mittel zu wählen, das die Verschmutzung entfernen kann. „Wichtig ist, dass der Betrieb verschiedene Hautreiniger anbietet, unter denen die Mitarbeiter je nach Verschmutzungsgrad wählen können“, so Englitz. Bei leichten Verschmutzungen genügt es, eine Waschlotion anzuwenden. Bei starker, fest anhaftender Verschmutzung können Mitarbeiter reibemittelhaltige Präparate sparsam einsetzen – zum Teil ist auch der Einsatz von lösemittelhaltigen Hautreinigern erforderlich. Sie sollten vorsichtig eingesetzt werden, da sie die Haut stärker entfetten als eine normale Waschlotion. Bei starker Verschmutzung ist aber immer auch die Qualität des Hautschutzes zu überprüfen.

Pflegemittel
Pflegemittel helfen, die beanspruchte Haut zu regenerieren und ihre Widerstandskraft zu erhöhen. Je nach Hauttyp und Ausmaß der Hautentfettung wird ein fettärmeres oder fettreicheres Produkt benötigt. Einrissen und Entzündungen der Haut kann so gut vorgebeugt werden. Risse werden dabei günstig, Entzündungen nur zum Teil günstig durch Pflegemittel beeinflusst. Die Pflegeprodukte sollten Fette enthalten, die den natürlichen Hornschichtfetten entsprechen.

Hintergrund:

Die Präventionskampagne Haut ist eine gemeinsame Aktion von gesetzlicher Kranken- und Unfallversicherung. Insgesamt werben rund 120 Krankenkassen und Unfallversicherungsträger unter dem Motto „Deine Haut. Die wichtigsten 2m2 Deines Lebens.“ dafür, das größte Organ des Menschen zu schützen. Nicht nur am Arbeitsplatz, auch bei Freizeit und Sport. Das erklärte Ziel der Kampagne lautet: „Gesunde Haut, weniger Hauterkrankungen!“

Weitere Informationen zur Präventionskampagne Haut: www.2m2-haut.de

Pressekontakt:
Gregor Doepke
DGUV Kommunikation
Tel.: 030 / 288 763 – 760
Fax.: 030 / 288 763 – 771
E-Mail: presse@dguv.de

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Professionelle Tipps zur Hautpflege im Winter

Niedrige Temperaturen, eisige Winde und trockene Heizungsluft können die Haut im Winter leicht überfordern. In der kalten Jahreszeit ist es daher besonders wichtig, die rund zwei Quadratmeter Haut eines Menschen zu pflegen. Darauf weist die Präventionskampagne Haut von gesetzlicher Kranken- und Unfallversicherung hin.

„Die großen Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen, bedingt durch den häufigen Wechsel zwischen beheizten Räumen und kaltem Winterwetter, stellen große Anforderungen an das sensible Regulationssystem der Haut“, sagt Dr. med. Christoph Skudlik, Facharzt für Dermatologie und Experte der Präventionskampagne Haut. „Ihr natürlicher Feuchtigkeitsfilm, der vor Bakterien und anderen Krankheitseinflüssen schützen soll, wird stark beansprucht. Die Haut reagiert darauf stellenweise gereizt“

Folgende Tipps helfen, Hautschäden im Winter vorzubeugen:

Lippenstifte auch für Männer
Die Lippen werden bei kaltem Wetter häufig spröde und rissig. Grund dafür sind fehlende Talg- und Schweißdrüsen. Hier können Lippenpflegestifte helfen, den entstandenen Feuchtigkeitsverlust auszugleichen. Und weil der Winter keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen macht, sind auch beim „starken Geschlecht“ Lippenpflegestifte mehr als nur ein Geheimtipp.

Extra-Pflege für geschmeidige Hände
Auch die Haut an den Händen besitzt nur wenige Talgdrüsen und kann schnell austrocknen. Da die Hände darüber hinaus den ganzen Tag in Aktion und meist ungeschützt sind, können sie eine Extra-Portion Pflege in Form eines zusätzlichen, pflegenden Fettfilms gut gebrauchen. Es empfiehlt sich deshalb, am Waschbecken immer eine Tube Handcreme stehen zu haben, um die Hände nach dem Waschen einzucremen und so vor dem Austrocknen zu bewahren.

Kleine Tricks für die Hautpflege
„Wer eine empfindliche Haut hat, sollte in der kalten Jahreszeit das Händewaschen und sonstige Wasserkontakte auf das notwendige Maß beschränken“, rät Skudlik. Als Alternative zu Vollbädern eignen sich kalt-warme Wechselduschen oder Saunagänge. Sie fördern die Durchblutung der Haut. Anstelle von Badeschaum können Ölbäder auf mineralischer oder pflanzlicher Basis verwendet werden. Diese versorgen die Haut mit Pflegestoffen und wirken gleichzeitig rückfettend. Zusätzlich sollte die Haut mehrmals wöchentlich eingecremt werden. Viele Hersteller bieten hierfür Hautpflegecremes an, die einen erhöhten Fettanteil besitzen und somit eine reizlindernde und beruhigende Wirkung haben.

Hautpflege von innen
Besonders wichtig im Winter ist eine gesunde Ernährung mit frischem Obst und Gemüse sowie viel Flüssigkeit. „Damit die Barriere funktionieren kann, muss die Haut über das Blut mit genügend Eiweiß, Fett, Vitaminen und Mineralstoffen versorgt werden“, erklärt Präventionsexperte Skudlik. Kräutertees oder Mineralwasser füllen den Feuchtigkeitsspeicher der Haut wieder auf. Frisches Obst und Gemüse sind darüber hinaus besonders gute Energielieferanten. Sie bringen das Immunsystem in Schwung und wirken sich positiv auf die Haut aus. Den Konsum von Alkohol oder Kaffee sollte man hingegen eher einschränken.

Hintergrund: Die Präventionskampagne Haut
Die Präventionskampagne Haut ist eine gemeinsame Aktion von gesetzlicher Kranken- und Unfallversicherung. Insgesamt werben rund 120 Krankenkassen und Unfallversicherungsträger unter dem Motto „Deine Haut. Die wichtigsten 2m2 Deines Lebens.“ dafür, das größte Organ des Menschen zu schützen. Nicht nur am Arbeitsplatz, auch bei Freizeit und Sport. Das erklärte Ziel der Kampagne lautet: „Gesunde Haut, weniger Hauterkrankungen!“

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