Dienstag, Oktober 27, 2020
Start Ablage Aus- und Weiterbildung September 2008

Aus- und Weiterbildung September 2008

September 2008
26.09.2008 Meister-BAföG wird attraktiver und flexibler 
26.09.2008 Zweiter Deutscher Weiterbildungstag findet am 26. September statt 
19.09.2008 Fortbildungen zum Projekt „ScienceKids“ starten im Schuljahr 2008/09 
19.09.2008 Unterwegs in Richtung Zukunft 
13.09.2008 Ausbau von Ganztagsschulen zeigt weitere Erfolge 
13.09.2008 Mehr Lehrer, mehr Ganztagsschulen, kleinere Klassen und mehr Chancen in der beruflichen Bildung Kultusminister Siegfried Schneider stellt Neuerungen für Bayerns Schulen zum Schuljahr 2008/2009 vor 
09.09.08 Deutschland kommt voran – Dynamik bei Bildung muss weiter wachsen 
05.09.2008 „Bayerische Unternehmen legen enormes Engagement für die Ausbildung an den Tag“ Kultusminister Siegfried Schneider zur Ausbildungssituation zum Ausbildungsjahr 2008/2009
05.09.2008 Pilotprojekt „Eurolevel“ startet an kaufmännischer Schule Göppingen und Richard-Fehrenbach-Gewerbeschule Freiburg 
05.09.2008 Schavan: „Bildungsbericht dokumentiert Erfolge und Aufgaben“ 

 


Meister-BAföG wird attraktiver und flexibler

Schavan: „Leistungsverbesserungen sind wichtiges Signal für den Aufstieg“

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch die Novellierung des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes (AFBG oder auch Meister-BAföG) beschlossen. Bundesbildungsministerin Annette Schavan erklärte dazu in Berlin: „Das Meister-BAföG ist ein Kernelement der Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung. Mit den geplanten Leistungsverbesserungen setzen wir nach der BAföG-Reform auch im Bereich der beruflichen Bildung ein deutliches Signal. Wir wollen berufliche Aufstiegsfortbildungen noch attraktiver machen und mehr Menschen als bisher für Fortbildungen gewinnen. Die Leistungsverbesserungen sind ein wichtiges Signal für den Aufstieg der Fachkräfte in Deutschland.“ Die Bundesregierung steigert ihre Ausgaben für das Meister-BAföG mittelfristig von derzeit rund 122 Millionen Euro um mehr als 60 Prozent auf über 200 Millionen Euro jährlich.

Das Meister-BAfög wird attraktiver und flexibler: So sollen Aufstiegsfortbildungen im Bereich der Altenpflege sowie Aufstiegsfortbildungen zum Erzieher oder zur Erzieherin förderfähig sein. Profitieren werden die Fortbildungswilligen insbesondere von der Umstellung der Förderung: So ist nicht wie bisher nur die erste Aufstiegsfortbildung förderungsfähig, sondern generell eine Aufstiegsmaßnahme. Gleichzeitig wird es einen zusätzlichen Anreiz geben, die Abschlussprüfung zu bestehen: Erfolgreiche Teilnehmer bekommen statt 30,5 Prozent künftig fast 50 Prozent der Kurs- und Prüfungsgebühren als Zuschuss vom Staat. Zusätzlich werden die Teilnehmer während ihrer Prüfungsvorbereitungsphase durch eine erweiterte Förderung entlastet. „Damit wollen wir einen Motivationsschub geben, eine berufliche Aufstiegsfortbildung zu absolvieren und erfolgreich abzuschließen“, betonte Schavan.

Auch Fortbildungswillige mit Kindern werden künftig noch stärker finanziell unterstützt, sagte Schavan. „Gerade junge Familien sind vielfältigen Belastungen während einer Fortbildungsmaßnahme ausgesetzt. Hier wollen wir gezielt helfen.“ Der Erhöhungsbetrag pro Kind wird von derzeit 179 Euro auf 210 Euro pro Monat angehoben und zu 50 Prozent bezuschusst, statt wie bisher nur als Darlehen gewährt. Zugleich wird es einen Kinderbetreuungszuschlag von 113 Euro pro Kind und Monat als Zuschuss für Alleinerziehende geben. Darüber hinaus sollen der Unterhaltsbeitrag und der Kinderbetreuungszuschlag auch während der neu eingeführten Prüfungsvorbereitungsphase für bis zu weitere drei Monate als Darlehen gewährt werden.

Die Novelle schafft auch Erleichterungen für Fortbildungswillige mit Migrationshintergrund: Voraussetzung wird künftig die dauerhafte Bleibeperspektive und nicht mehr die vorherige Mindesterwerbsdauer sein. „Wir wollen Menschen mit Migrationshintergrund noch stärker integrieren, weil wir in Deutschland auf kein Talent verzichten können und wollen“, sagte Schavan.

(Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung)

(nach oben)


Zweiter Deutscher Weiterbildungstag findet am 26. September statt

Kurzbeschreibung: In Baden-Württemberg werden 90 Veranstaltungen in 55 Orten durchgeführt / Kultusstaatssekretär Georg Wacker nimmt an mehreren Aktionen teil

„Lebenslanges Lernen ist die Basis einer kontinuierlichen Persönlichkeitsentwicklung und der Schlüssel für beruflichen Aufstieg“, erklärte der Weiterbildungsbeauftragte der Landesregierung, Kultusstaatssekretär Georg Wacker MdL, anlässlich des Zweiten Deutschen Weiterbildungstages, der am Freitag (26. September) bundesweit stattfindet. Getragen wird der Weiterbildungstag vom Bundesverband der Träger beruflicher Bildung (BBB) und dem Deutschen Volkshochschulverband (DVV). Im Südwesten finden rund 90 Veranstaltungen in 55 Orten statt, bundesweit sind es 500 Veranstaltungen in 350 Orten. Die Schirmherrschaft hat Bundespräsident Horst Köhler übernommen.

Georg Wacker nimmt an mehreren Aktionen und Veranstaltungen im Rahmen des Weiterbildungstages teil. Von 10.00 bis 11.00 Uhr stellt sich der Kultusstaatssekretär in einem Chat den Fragen rund um die Weiterbildung. Von 12.00 bis 13.00 Uhr besucht er die Veranstaltung „Mit altem Wissen zu neuer Bildung“ des VHS-Landesverbandes, der Kirchlichen Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (KILAG) und der Volkshochschule Stuttgart, die im Musikpavillon auf dem Stuttgarter Schlossplatz stattfindet.
Im Anschluss informiert sich Wacker von 14.00 bis 15:30 Uhr im „Haus der Familie“ in Reutlingen über die ersten Erfahrungen mit dem Programm STÄRKE zur Familien- und Elternbildung. Abschließend besucht er von 17.30 bis 18.30 Uhr in der Volkshochschule Schorndorf die Aktion „Fremde Nähe“ zur speziellen Thematik der Deutsch- und Integrationskurse.

(Quelle: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg)

(nach oben)


Fortbildungen zum Projekt „ScienceKids“ starten im Schuljahr 2008/09

Kurzbeschreibung: Kultusminister Rau: „Lehrkräfte erhalten wichtige Hilfestellungen, um bewegungsfreundliche und ernährungsbewusste Inhalte zu vermitteln“

Im Schuljahr 2008/09 werden für das Projekt „ScienceKids: Kinder entdecken Gesundheit“ regionale Lehrerfortbildungen angeboten. „Mit dieser Fortbildung erhalten die Lehrkräfte wichtige Hilfestellungen, um ihren Schülerinnen und Schüler bewegungsfreundliche und ernährungsbewusste Inhalte zu vermitteln“, sagte Kultusminister Helmut Rau MdL heute in Stuttgart. Das innovative Projekt von AOK Baden-Württemberg und Kultusministerium unterstütze die Gesundheitsbildung der Kinder.

Für die Fortbildungen wurden ScienceKids-Schulungs-Teams zusammengestellt, die aus Lehrkräften der Fächerverbünde „Mensch, Natur und Kultur“ und „Bewegung, Spiel und Sport“ bestehen. Die durch das Landesinstitut für Schulsport Baden-Württemberg koordinierten eintägigen Fortbildungen werden direkt an den Schulen oder bei den Unteren Schulaufsichtsbehörden an allen 24 Anlaufstellen für Fortbildung und Beratung angeboten. Lehrkräfte können in den Schulungen die „ScienceKids“-Materialien praktisch erproben. Informationen über die Einbindung des Projekts in den Bildungsplan sowie Tipps und Unterstützungsangebote der AOK ergänzen das Angebot.

„Die ScienceKids-Fortbildungen tragen entscheidend dazu bei, dass die Gesundheitserziehung dauerhaft in der Schulbildung unserer Kinder verankert und Gesundheitsthemen auf richtungsweisende Art und Weise in die Klassenzimmer getragen werden. Dadurch kann den Folgen von Bewegungsmangel und falscher Ernährung frühzeitig entgegengewirkt werden“, sagt der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg Dr. Rolf Hoberg.

Das Projekt „ScienceKids“ wird seit November 2007 erfolgreich an baden-württembergischen Grund- und Sonderschulen umgesetzt. Es fördert das Gesundheitsbewusstsein von Kindern und verbessert ihr Ernährungs- und Bewegungsverhalten. Dafür wurde „ScienceKids“ mit dem Gesundheitspreis der „Stiftung RUFZEICHEN GESUNDHEIT“, dem zweiten Platz beim „Deutschen Innovationspreis für nachhaltige Bildung 2007″ sowie im Wettbewerb „Deutschland – Land der Ideen“ ausgezeichnet.

Weitere Informationen gibt es unter www.sciencekids.de.

(Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung)

(nach oben)


Unterwegs in Richtung Zukunft

DASA-Jugendkongress: Chancen für mehr als 10.000 Jugendliche

„Suchen und Finden“ war das Motto des elften DASA-Jugendkongresses, der am 17. und 18. September 2008 in Dortmund stattfand. Die Formel der Veranstaltung ist einfach und Erfolg versprechend: Anregungen holen, Ideen finden und mit Jobexperten in Kontakt kommen. Über 10.000 Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren und Abgänger aller Schulformen nutzten daher die Chance, sich aus erster Hand über Berufsbilder und Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren. „Der Jugendkongress hilft, Wege zum Traumjob zu finden, ohne dabei Alternativen aus den Augen zu verlieren“, erläuterte DASA-Projektleiterin Karin Meßmer das Konzept.

Diese Aussage verdeutlichte auch die Einstiegstalkrunde unter Moderation von Stephanie Schmidt mit Christian Rauch, Bundesagentur für Arbeit, Spieleentwickler Stephan Reichart, Aruba Studios, sowie Staatssekretär Detlef Scheele, Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). Scheele appellierte an die Schüler, die Unterstützungsangebote zur Berufswahl an den Schulen zu nutzen. Zudem sollte der Kontakt zu Betrieben gesucht werden. Dabei seien Praktika die Mittel der Wahl. Diese sollten jedoch das Berufsbild vermitteln und nicht in unbezahlte Arbeit ausarten. Deshalb habe das BMAS einen Referentenentwurf auf den Weg gebracht, der den Missbrauch von Praktika unterbinden soll, erklärte der Staatssekretär.

Typisch für den DASA-Jugendkongress ist die Mischung aus Talkrunden, Gesprächsinseln und Unternehmenspräsentationen.

Dazu kamen Bewerbungstrainings, Kreativangebote und Kleinkunst in Deutschlands größtem Ausstellungshaus zum Thema Arbeitswelt. Auf dem Markt der Möglichkeiten und an vielen Stellen in der Ausstellung boten über 50 Betriebe und Institutionen Gespräche und Hilfestellungen für den Start ins Berufsleben an. Das Besondere: Engagierte Auszubildende informierten die Jugendlichen und gaben Tipps zum Berufseinstieg auf Augenhöhe. Ein Anziehungspunkt dabei war der neu entwickelte Parcours mit Stilberatung am Stand der Agentur für Arbeit Dortmund.

Fazit: Auch wenn sich durch Ausbildungspakt und Bevölkerungsentwicklung die Lage auf dem Ausbildungsmarkt verbessert hat, auf der Suche nach dem passenden Beruf ist weiterhin Initiative gefragt.

Veranstalter des DASA-Jugendkongresses sind die DASA, das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit in Kooperation mit der Landesvereinigung Kulturelle Jugendarbeit (LKJ). Der Jugendkongress wird mit Mitteln der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) sowie des Europäischen Sozialfonds gefördert. Schirmherr ist Bundesminister Olaf Scholz.

Weiteres Informationsmaterial und Eindrücke vom Jugendkongress gibt es unter www.dasa-jugendkongress.de sowie unter www.dasa-dortmund.de im Pressebereich Rubrik Pressematerialien.

(Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA))

(nach oben)


Ausbau von Ganztagsschulen zeigt weitere Erfolge

Fünfter bundesweiter Ganztagsschulkongress in Berlin eröffnet

Ganztagsschulen werden immer wichtiger für die Bildung in Deutschland. Das ist einer der zent-ralen Befunde des fünften bundesweiten Ganztagsschulkongresses, der mit mehr als 1300 Teil-nehmern am Freitag in Berlin startete. Ganztagsschulen sind demnach aus dem deutschen Bil-dungssystem nicht mehr wegzudenken, ihre Zahl steigt kontinuierlich an. Im Rahmen des Investi-tionsprogramms „Zukunft, Bildung und Betreuung“ (IZBB) werden mittlerweile 6.918 Schulen ge-fördert. Damit erhält bald jede fünfte allgemein bildende Schule in Deutschland Mittel aus dem Investitionsprogramm. Mit ihrem Auf- und Ausbau verbunden ist das Ziel einer möglichst hohen Qualität von ganztägiger Bildung und Betreuung.

Gefördert werden vor allem Grundschulen, aber auch Hauptschulen, Gymnasien und Förderschu-len. Von den zur Verfügung stehenden vier Milliarden Euro Bundesmitteln sind bereits 3,16 Milli-arden Euro ausgegeben. Die Förderung startete im Jahr 2003 und wird bis zum Jahr 2009 weiter-laufen. Flankiert wird das IZBB vom Begleitprogramm „Ideen für mehr! Ganztägig lernen.“, inner-halb dessen Schulen individuelle Beratung und Unterstützung bei ihrer qualitativen Weiterent-wicklung erfahren. Der jährlich stattfindende Kongress ist fester Bestandteil dieses Begleitpro-gramms. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder (KMK) und die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) hatten zu der zweitägigen Veranstaltung eingeladen – ihr gemeinsames Motto: „Schule gemeinsam gestal-ten – Partizipation an Ganztagsschulen“.

Beteiligungsstrukturen gelten als ein guter Indikator für die Qualität der jeweiligen Schule. Schu-len, an denen neben der Schulleitung und dem Lehrpersonal auch die Schülerinnen und Schüler, ihre Eltern sowie außerschulische Partner aktiv eingebunden sind und Einfluss auf die Ausgestal-tung des Schulalltags haben, werden zu Orten, an denen nicht nur besser gelernt und gelebt wird, sondern auch wichtige demokratische Kompetenzen erworben werden. Ganztagsschulen bieten hierfür zeitlich und konzeptionell die besten Voraussetzungen.

So ist Eva Luise Köhler, Schirmherrin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, überzeugt: „Mitbestimmung in der Schule ist eine Investition in unsere Gesellschaft. Wer in jungen Jahren erfährt, dass er gefragt und gehört wird; Wer mit Freude erlebt, dass er auch für andere Verant-wortung trägt, hat die Grundzüge von Demokratie verinnerlicht. Ganztagsschulen sind Orte, an denen demokratische Beteiligungsprozesse ein Zuhause haben.“

„Bildung und Qualifizierung sind die Voraussetzung für individuelle Lebenschancen und gesell-schaftliche Teilhabe“, sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan. „Bildung geht jeden an. Jeder kann seinen Teil zu mehr Bildung in Deutschland beitragen. Es ist wichtig, dass die Bun-desregierung und die Länder gemeinsam einen Weg finden, die Bildung in Deutschland weiter zu stärken. Die Erfolge bei den Ganztagsschulen zeigen, dass dies möglich ist.“ Ganztagsschulen verbessern nach den Worten der Ministerin die Möglichkeiten, Kinder individuell zu fördern. Sie steigern damit die Chancengerechtigkeit in der Bildung.

„Ganztagsschulangebote sind zu einem wichtigen Bestandteil der deutschen Schullandschaft geworden. Mit Einfallsreichtum und Engagement haben die Schulleitungen und Kollegien maßge-schneiderte Programme für die Lern- und Lebensbedürfnisse ihrer Schülerinnen und Schüler etabliert. Hier ist Schulentwicklungsarbeit in überzeugender Qualität und beeindruckender Vielfalt geleistet worden“, erklärte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer.

Zum 5. bundesweiten Ganztagsschulkongress:
Um das Thema „Schule gemeinsam gestalten – Partizipation an Ganztagsschulen“ geht es am 12. und 13.09.2008 im Berliner Congress Center. Der Kongress bietet den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine Vielzahl an Foren, Vorträgen nationaler und internationaler Experten, Diskussi-onsrunden sowie aktuelle Filmbeiträge und zeigt gelungene Beispiele für Beteiligung. Zusätzlich gibt es eine Ausstellung, innerhalb derer sich zentrale Akteure des Bildungsbereiches und alle Bundesländer mit ausgewählten Partizipationsprojekten präsentieren. In diesem Jahr sind insbe-sondere Eltern und Schulleiter angesprochen sowie rund 250 Schülerinnen und Schüler, die aktiv das Kongressgeschehen mit gestalten. Die Schauspieler Corinna Harfouch und Ulrich Matthes unterstützen den Kongress mit einer Lesung ausgewählter Texte zum Thema.

Zum Programm „Ideen für mehr! Ganztägig lernen.“:
„Ideen für mehr! Ganztägig lernen.“ ist ein Programm der DKJS, gefördert durch das Bundesmi-nisterium für Bildung und Forschung und den Europäischen Sozialfonds. Es dient der Beratung und Begleitung von Ganztagsschulen. Im Zentrum stehen Regionale Serviceagenturen in derzeit 14 Bundesländern. Sie betreuen Ganztagsschulen vor Ort und tragen den länderspezifischen Schwerpunkten und Fragestellungen bei der Ganztagsschulentwicklung Rechnung. Zum Begleit-programm gehören ferner eine umfassende Publikationsreihe, Werkstätten, die zu besonderen Themen arbeiten, ein jährlicher Wettbewerb sowie ein ausführliches Internetportal.

Das detaillierte Kongressprogramm und weitere Informationen finden Sie unter:
www.ganztaegig-lernen.de oder unter www.ganztagsschulen.org.

Kontakt Deutsche Kinder- und Jugendstiftung
Inga Cordes, Tempelhofer Ufer 11, 10963 Berlin, Tel.: 030 25 76 76-68 /
0177-78 53 347, inga.cordes@dkjs.de / www.dkjs.de / www.ganztaegig-lernen.de

Kontakt Bundesministerium für Bildung und Forschung
Christian Herbst, Hannoversche Straße 28-30, 10115 Berlin, Tel.: 030 18 57-5175, christian.herbst@bmbf.bund.de / www.bmbf.de / www.ganztagsschulen.org

Kontakt Kultusministerkonferenz
Sylvia Schill, Markgrafenstraße 37, 10117 Berlin, Tel.: 030 25 418-401, schill@berlin.kmk.org

(Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung)

(nach oben)


Mehr Lehrer, mehr Ganztagsschulen, kleinere Klassen und mehr Chancen in der beruflichen Bildung Kultusminister Siegfried Schneider stellt Neuerungen für Bayerns Schulen zum Schuljahr 2008/2009 vor

Mehr Lehrer, mehr Ganztagsschulen, kleinere Klassen und mehr Chancen in der beruflichen Bildung

Kultusminister Siegfried Schneider stellt Neuerungen für Bayerns Schulen zum Schuljahr 2008/2009 vor

MÜNCHEN. Der Freistaat stellt Stellen und Mittel für 2245 zusätzliche Lehrkräfte zur Verfügung. An Hauptschulen sind 177 neue Ganztagszüge und an Förderzentren 30 Ganztagszüge im Aufbau. Die Obergrenze der Klassen an weiterführenden Schulen wird abgesenkt und die Berufliche Oberschule als zweiter Weg zum Abitur wird flächendeckend ausgebaut. Heute präsentierte Bayerns Kultusminister Siegfried Schneider die Neuerungen zum Schuljahr 2008/2009.
„Das Bayerische Schulwesen ist leistungsfähig, es bietet unseren Kindern dazu eine sehr hohe Chancengerechtigkeit“, so beschrieb der Minister die Lage und ergänzte sein Kernanliegen: „Beide Säulen des Schulwesens, nämlich die Leistungsfähigkeit und die Chancengerechtigkeit, will ich weiter verstärken und damit alle Kinder mit ihren unterschiedlichen Talenten bestmöglich fördern.“
Rund 1,85 Millionen Schülerinnen und Schüler besuchen im Schuljahr 2008/2009 allgemeinbildende und berufliche Schulen, davon rund 1,44 Millionen die allgemeinbildenden.

3554 Lehrkräfte, 230 Fach- und 40 Förderlehrer eingestellt

Um den Unterricht zu sichern und die individuelle Förderung weiter auszubauen, hat das Bayerische Kultusministerium für das Schuljahr 2008/2009 insgesamt 3554 Lehrkräfte, 230 Fach- und 40 Förderlehrer eingestellt. 915 Lehrkräfte werden an den Grundschulen, 373 an den Hauptschulen, 417 an Förderschulen, 703 an Realschulen, 765 an Gymnasien und 381 an Beruflichen Schulen neu eingesetzt. Dazu kommen 124 Fachlehrer und 40 Förderlehrer an Volksschulen, 38 Fachlehrer an Realschulen und 68 gewerbliche Fachlehrer an Beruflichen Schulen.
„Mit der im Frühjahr beschlossenen Dienstrechtsreform gestalten wir das Lehramt für Studierende noch attraktiver“, wies Siegfried Schneider auf die damit verbundenen neuen Beförderungsmöglichkeiten für Lehrkräfte an Grund-, Haupt- und Realschulen hin.

Um die individuelle Förderung weiter auszubauen, richtet der Freistaat ab diesem Schuljahr in Freising ein zweites Staatsinstitut zur Ausbildung von Förderlehrern ein, pro Schuljahr werden 30 Studierende aufgenommen.

Obergrenze der Klassen weiter abgesenkt

„Wir haben die großen Klassen an den weiterführenden Schularten Realschule und Gymnasium weiter reduziert“, unterstrich Kultusminister Schneider. Lag die Höchstgrenze an Schülern pro Klasse im Schuljahr 2007/2008 bei 34 Schülern, so wurde sie nun auf 33 abgesenkt.
Auch die durchschnittliche Schülerzahl nimmt im neuen Schuljahr weiter ab. Sie liegt an Grundschulen bei 22,9, an Hauptschulen bei 21, an Realschulen bei 28,2 und bei Gymnasien bei 27,4 Schülern.
„Die Bayerische Staatsregierung wird in den kommenden fünf Jahren die Höchstgrenze an weiterführenden Schulen schrittweise auf 30 und an Grundschulen auf 25 Schüler absenken“, so Kultusminister Schneider.

Um den Unterricht sicherzustellen, beschreiten Kultusministerium und Schulen vielfältige und sich ergänzende Wege. 2180 mobile Reserven werden den Volksschulen z.B. zur Verfügung stehen. Darüber hinaus hat das Ministerium den Schulen Mittel zugewiesen, damit diese Aushilfskräfte beschäftigen.

Zweiter Weg zum Abitur flächendeckend eingeführt

„Einen zweiten gleichwertigen Weg zum Abitur eröffnen wir Schülerinnen und Schülern mit dem flächendeckenden Ausbau der Beruflichen Oberschule“, betonte Minister Schneider. An der Beruflichen Oberschule mit ihren beiden selbständigen Schularten Berufsoberschule und Fachoberschule können künftig Schülerinnen und Schüler mit den entsprechenden Voraussetzungen in zwei oder drei Jahren die fachgebundene un sogar die allgemeine Hochschulreife erwerben.
Um die Erfolgschancen für die Schüler weiter zu erhöhen, werden ab dem Schuljahr 2008/2009 flächendeckend „Brückenangebote“ eingerichtet. Dazu gehört Zusatzunterricht für Schülerinnen und Schüler des M-Zweiges von Hauptschulen oder des H-Zweiges von Wirtschaftsschulen, um sie für die Anforderungen der Beruflichen Oberschule fit zu machen, und Förderunterricht im ersten Halbjahr an der Beruflichen Oberschule.

Meister können künftig studieren

Ab dem Schuljahr 2008/2009 können sich Auszubildende bei dem Schulversuch „Berufsschule Plus“ an Berufsschulstandorten parallel zu ihrer dualen Ausbildung auf die Fachhochschulreife vorbereiten. Alle Absolventen der höheren beruflichen Schulen, Fachschulen und Fachakademien, also z.B. Meister, erhalten zugleich eine fachgebundene Fachhochschulreife.

Ganztagsschulen werden zügig ausgebaut

„Wir bauen die Ganztagsschulen zügig aus, um die Schülerinnen und Schüler besser fördern zu können und die Eltern zu unterstützen, dass sie Beruf und Familie vereinbaren können“, begründete Minister Schneider den zügigen Ausbau der Ganztagsschulen.
Zum neuen Schuljahr baut der Freistaat Bayern die Ganztagszüge an den Schulen massiv aus, sie werden von 223 im vergangenen Schuljahr zum neuen auf 411 fast verdoppelt.

Schuljahr 2008/2009 Schuljahr 2007/2008
Grundschulen 40 40
Hauptschulen 320 161
Realschulen 9 9
Gymnasien 12 12
Förderschulen 30 –
Gesamt 411 223

Auch die offenen Ganztagsangebote werden um 152 Gruppen, d. h. fast ein Sechstel, deutlich ausgeweitet.

Schuljahr 2008/2009 Schuljahr 2007/2008
Hauptschulen 507 430
Realschulen 162 136
Gymnasien 204 156
Förderschulen 61 60
Gesamt 934 782

In der kommenden Legislaturperiode werden vorrangig Ganztagsklassen an Haupt-, Förder- und Grundschulen ausgebaut, aber auch in den Jahrgangsstufen 5 und 6 der Realschulen und Gymnasien.

Mittagsbetreuung zeitlich ausgeweitet

An mehr als 40 Prozent aller Gruppen, nämlich 1.837, wird die Mittagsbetreuung an Grundschulen im Schuljahr 2008/2009 von derzeit 14 Uhr auf 15.30 bzw. 16 Uhr spürbar ausgeweitet. Für die verlängerte Mittagsbetreuung wendet der Freistaat pro Gruppe jährlich rund 7.000 € auf. Insgesamt bestehen an Grundschulen knapp 4.200 Gruppen der Mittagsbetreuung.

Hauptschule zu berufsorientierter Schule weiter entwickelt

Das Kultusministerium setzt die Hauptschulinitiative, die Kultusminister Siegfried Schneider 2006 gestartet hat, fort. „Ich will, dass künftig alle Schülerinnen und Schüler die Hauptschule mit der Ausbildungsreife verlassen und mehr Hauptschülerinnen und Hauptschüler als bisher den mittleren Bildungsabschluss erwerben“, so der Minister zu seiner Zielsetzung. Im Schuljahr 2008/2009 werden die Schüler stärker als bisher auf mögliche Berufsfelder in der Technik, im Sozialen und in der Wirtschaft vorbereitet. Partner aus der Wirtschaft begleiten vielerorts die Schüler als Paten in Projekten zur Berufspraxis. Die Lehrkräfte bilden sich fort, um die Ansätze der Hauptschulinitiative wie die intensivere individuelle Förderung z.B. durch Lernbausteine und Module, in geeigneter Form umzusetzen. Die Zusammenarbeit von Hauptschule und Beruflichen Schulen wird ausgeweitet.

Vorkurse deutlich ausgeweitet – Integrationsmaßnahmen intensiviert

„Die Kinder mit Migrationshintergrund sollen noch bessere Chancen in der Schule, am Ausbildungsstellenmarkt und im Beruf haben“, begründet Minister Schneider die deutliche Ausweitung der Sprachförderung. Ab diesem Schuljahr wird die Anzahl der Stunden, mit denen Kinder aus Migrantenfamilien in Deutsch unterrichtet werden, um 50 Prozent von 160 auf 240 aufgestockt. Über die sprachliche Förderung, die auch Deutschförderklassen und -gruppen umfasst, hinaus bietet das Kultusministerium mit dem neuen Schulversuch „KommMIT“ zusätzliche Hilfen, um Kinder aus Migrantenfamilien bei der Integration zu begleiten.
Der Modellversuch Islamunterricht wird auf nun fünf Standorte, nämlich Erlangen, Nürnberg, Fürth, Bayreuth und München ausgeweitet.

Neues Gymnasium bereitet auf Studium und Beruf vor

Zum Schuljahr 2008/2009 greift das Gesamtpaket, das Kultusminister Schneider im Konsens mit Elternvertretern, Lehrerverbänden und den Direktoren zur Weiterentwicklung des achtjährigen Gymnasiums geschnürt hat. „Wir wollen damit die Schüler ein Stück weit entlasten, aber gleichzeitig die Qualität der Ausbildung erhalten“, so der Minister. Das Paket umfasst eine maßvolle Kürzung der verpflichtenden Stunden, eine Reduzierung des Lehrplans sowie klare Vorgaben für den Nachmittagsunterricht. So soll in der 5. Jahrgangsstufe nachmittags kein Pflichtunterricht stattfinden. In den Jahrgangsstufen 6 bis 8 sollen mittwochs und freitags die Nachmittage frei gehalten werden.
Rund 37.000 Gymnasiasten erreichen mit der Jahrgangsstufe 10 die Einführungsphase der neuen Oberstufe, die für die 11. und 12. Klassen zahlreiche Wahlmöglichkeiten eröffnet. Sie legen in fünf Fächern ihr Abitur ab, unter denen Deutsch, Mathematik und eine Fremdsprache verpflichtend sind. „Eine Besonderheit auf dem Weg zum Abitur sind zwei Seminare, die die Schüler gezielt auf Studium und Beruf vorbereiten“, erläutert der Minister.

Talentklassen und Begabtenzüge

Neue Wege beschreitet das Kultusministerium, um besonders begabte Schüler mit ihren Talenten zu fördern, zum Beispiel in Talentklassen an Realschulen in Rosenheim und Nürnberg sowie durch den geplanten Aufbau von Hochbegabtenzügen an Gymnasien in jedem Regierungsbezirk. Ein gymnasialer Oberstufenzug von Gymnasien der Region München und der Technischen Universität soll ebenso wie Modellversuche das Interesse der Schüler an Mathematik und Naturwissenschaften fördern.

Gute gesunde Schule

„Zum neuen Schuljahr habe ich das ‚Landesprogramm für die gute gesunde Schule Bayerns‘ gestartet“, so der Minister. Damit reagiert das Kultusministerium auf die Folgen des Lebensstils, durch den sich viele Menschen zu wenig bewegen und sich wenig gesund ernähren. Das Programm bündelt Einzelaktionen und Projekte, mit denen an Bayerns Schulen die Gesundheit von Schülern und Lehrkräften gefördert wird. Eine Initiative ist das Programm „Voll in Form“, das nun auf alle 2300 Grundschulen ausgeweitet wird.

Abschließend wünschte der Minister allen Schülerinnen und Schülern und allen Lehrkräften sowie den Eltern ein erfolgreiches Schuljahr 2008/2009.

Dr. Ludwig Unger Dr. Gisela Stückl
Tel. 089-2186-2105 Tel. 089-2186-2107

Dr. Ludwig Unger, Pressesprecher des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus

(Quelle: Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus)

(nach oben)


Deutschland kommt voran – Dynamik bei Bildung muss weiter wachsen

OECD stellt Studie „Bildung auf einen Blick 2008“ vor

Die Direktorin für Bildung bei der OECD, Frau Prof. Dr. Barbara Ischinger, stellte zusammen mit der Präsidentin der Kultusministerkonferenz, der saarländischen Ministerin für Bildung, Familie, Frauen und Kultur, Annegret Kramp-Karrenbauer, und dem Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Michael Thielen, am Dienstag in Berlin die neue Ausgabe des OECD-Berichts „Bildung auf einen Blick“ vor.

Die jährlich erscheinende Veröffentlichung der OECD „Education at a Glance / Bildung auf einen Blick“ beleuchtet bildungspolitische Fragen aus einer internationalen Perspektive. Sie basiert überwiegend auf Daten der Jahre 2005 und 2006. Die Ergebnisse liefern eine Orientierungshilfe, um die Entwicklung des deutschen Bildungssystems zu bewerten und Reformstrategien weiterzuentwickeln.

Wie in den Vorjahren werden internationale Vergleichskennzahlen zu den Bildungsergebnissen, zu den Investitionen in Bildung, zur Bildungsbeteiligung und nach Bildungsstufen und -bereichen und zum Lernumfeld von Schulen dargestellt. Auch Indikatoren zu Bildung und Beschäftigung haben mittlerweile einen festen Platz in Bildung auf einen Blick.

„Bildung auf einen Blick bestätigt, dass wir mit den Bildungsreformen in Deutschland auf einem guten Weg, aber noch nicht am Ziel sind“, erklärte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Ministerin Kramp-Karrenbauer. „Deshalb werden wir in den nächsten Jahren selbstverständlich weiter die notwendigen Anstrengungen unternehmen, um den Bildungs-, Ausbildungs- und Qualifizierungsstand der Bevölkerung in Deutschland zu sichern und auszubauen.“

„Um die Potenziale in Deutschland durch Bildung und Ausbildung noch besser zu nutzen, ist das Ziel von Bund und Ländern eine gemeinsame Qualifizierungsinitiative „Aufstieg durch Bildung“, so Staatssekretär Michael Thielen (BMBF). Aktuell stimmt die Bundesregierung mit den Ländern ein gemeinsames Vorgehen ab, das am 22. Oktober 2008 beim Bildungsgipfel vorgestellt werden soll. Zentrales Ziel ist, die Chancen auf Einstieg und Aufstieg weiter zu erhöhen. Dafür sind bessere Übergänge zwischen den einzelnen Bildungsbereichen entscheidend“, betonte Thielen.

Hoher Bildungsstand ist die Basis für Erfolg am Arbeitsmarkt
Ein Abschluss des Sekundarbereichs II ist mittlerweile die Voraussetzung für eine erfolgreiche Bildungs- und Berufsbiografie. Dies gilt für allgemein bildende Abschlüsse des Sekundarbereichs II, die in der Regel die Aufnahme eines Hochschulstudiums ermöglichen, wie für die beruflichen Abschlüsse, die zu einer qualifizierten Berufstätigkeit führen.

Deutschland nimmt traditionell eine Spitzenstellung beim Anteil der Bevölkerung mit mindestens einem Abschluss der Sekundarstufe II ein. Dieser lag für die Bevölkerungsgruppe der 25- bis 64jährigen in Deutschland im Jahr 2006 mit 83% deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 68%. Dies ist unter anderem ein Erfolg unseres ausgezeichneten dualen Systems der beruflichen Bildung.

Zahl der Hochschulabsolventen steigt, weiter Bedarf in den MINT-Fächern
Die Leistungsfähigkeit und die hohe Qualifikation der Beschäftigten sind Schlüsselfaktoren für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung eines Landes. Am Arbeitsmarkt gibt es einen wachsenden Bedarf an Hochschulabsolventen, der auch in Zukunft steigen wird. Der Anteil junger Menschen, die einen Abschluss im Tertiärbereich erwerben, ist sowohl in Deutschland als auch international gestiegen. Hatten 1995 erst 14% eines Altersjahrgangs ein Universitäts- oder Fachhochschulstudium abgeschlossen, waren es im Jahr 2000 bereits 18% und im Jahr 2006 21%. Allerdings liegt Deutschland damit, auch bedingt durch die starke Rolle der dualen Berufsausbildung, deutlich unter dem OECD-Mittel von 37% (1995: 20%). Aufgrund der positiven Entwicklung bei den Studienanfängern ab dem Wintersemester 2007/2008 wird die Zahl der Hochschulabsolventen in den nächsten Jahren weiter steigen und sich in einer höheren Absolventenquote niederschlagen. Der Hochschulpakt von Bund und Ländern, der u.a. das Ziel hat, die Zahl der Studienanfänger zu steigern, ist dafür ein wichtiges Instrument.

Deutschland bleibt eine Technik-Nation. Maschinenbau gehört mit den Wirtschaftswissenschaften und den Lehramtsstudiengängen zu den am häufigsten gewählten Studienfächern. Dennoch zeigt der aktuelle Fachkräftebedarf der Wirtschaft, dass weitere Anstrengungen nötig sind.

Besonderer Handlungsbedarf besteht in den MINT-Fächern. Deutschland hat mit 22% einen hohen Anteil an Absolventen mit ingenieurwissenschaftlichem Abschluss in der Gesamtbevölkerung mit Hochschulabschluss, der OECD-Durchschnitt liegt lediglich bei 15%. Gleichzeitig werden in den nächsten Jahren beispielsweise sehr viel mehr Ingenieure aus dem Erwerbsleben ausscheiden als jüngere nachrücken. Deshalb ist es auch wichtig, mehr junge Frauen für ein MINT-Studium zu motivieren.

Frauen mit naturwissenschaftlich und technisch ausgerichteten Abschlüssen sind in Deutschland weniger stark vertreten als im OECD-Schnitt. Pro 100.000 Beschäftigte in diesem Bereich haben in Deutschland 850 Frauen einen naturwissenschaftlichen oder technischen Abschluss, OECD-weit sind es fast 1.000. Im Rahmen der Qualifizierungsinitiative „Aufstieg durch Bildung“ hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung ein breites Bündnis für Frauen in MINT-Berufen gemeinsam mit mehr als 40 Partnern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft geschlossen, um mehr Frauen für diese Berufe zu gewinnen.

Internationalisierung des Hochschulstudiums in Deutschland weit fortgeschritten
Im internationalen Wettbewerb um die besten Studierenden und Nachwuchswissenschaftler befindet sich Deutschland in einer sehr guten Position: Nur in den Vereinigten Staaten und in Großbritannien sind mehr ausländische Studierende eingeschrieben als an deutschen Hochschulen. Auch bei der Bereitschaft der Studierenden, im Ausland Erfahrungen zu sammeln, ist Deutschland vorne. Dies ist auch ein Erfolg der bildungspolitischen Maßnahmen von Bund und Ländern zur Stärkung des Studienstandorts Deutschland und zur Förderung der Internationalisierung der deutschen Hochschullandschaft.

Eine Politik, die zu einem höheren Bildungsniveau beiträgt, leistet durch die Erhöhung der Erwerbsbeteiligung über alle Altergruppen hinweg auch einen nachhaltigen Beitrag zur Stabilisierung der sozialen Sicherungssysteme. Hier setzt die Qualifizierungsinitiative an. Einerseits werden die Zukunftsperspektiven junger Erwachsener ohne Ausbildung durch Förderung der Berufsausbildung verbessert. Andererseits wird durch die Fortentwicklung des Meister-BAFöGs der berufliche Aufstieg vieler Menschen mit Berufsausbildung erleichtert.

Eine Zusammenfassung der wesentlichen Aussagen der Studie ist im Internet auf der
Homepage des BMBF sowie der KMK abrufbar: www.bmbf.de und www.kmk.org

Bildung auf einen Blick kann zum Preis von 65€ (53€ im Abonnement) erworben werden
über www.wbv.de,
Email: service@wbv.de
Tel. 0521/91101-11,
Fax 0521/91101-19
sowie über den Buchhandel

(Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung)

(nach oben)


„Bayerische Unternehmen legen enormes Engagement für die Ausbildung an den Tag“ Kultusminister Siegfried Schneider zur Ausbildungssituation zum Ausbildungsjahr 2008/2009

Pressetermin mit Kultusminister Schneider und Handwerkstagspräsident Traublinger am 4. September bei Münchner Unternehmen Blomberger

MÜNCHEN. Den positiven Trend, dass Bayerns Betriebe für das Ausbildungsjahr 2008/2009 mehr Lehrstellen zur Verfügung stellen konnten als im Vorjahr, begrüßt Bayerns Staatsminister Siegfried Schneider nachdrücklich. Nach ersten Berechnungen stellen allein die Betriebe, die in der Industrie- und Handelskammer organisiert sind, 10,3 Prozent mehr Ausbildungsstellen zur Verfügung als im Vorjahr. Auch die Handwerksbetriebe, die bereits in den vergangenen Jahren zusätzliche Ausbildungsplätze schaffen konnten, engagieren sich 2008 in hohem Maße. „Ich danke den Unternehmern für ihr Engagement zugunsten der Ausbildung junger Menschen, aber auch für diese weitsichtigen Entscheidungen, die sie für eine positive Entwicklung der eigenen Unternehmen gefällt haben. Nur mit gut ausgebildeten Fachkräften kann ein Betrieb die Anforderungen der Zukunft meistern“, so der Minister.
Der Kultusminister wünscht den jungen Leuten, die heute ihre Ausbildung aufnehmen, alles Gute, viel Freude und auch den Willen, sich gut zu qualifizieren.
Für Donnerstag, 4. September, um 10:30 Uhr haben Kultusminister Siegfried Schneider und Handwerkstagspräsident Heinrich Traublinger gemeinsam mit dem Firmengründer Hermann Blomberger zu einem Pressetermin in das Unternehmen in der Schleißheimer Straße 395 eingeladen. Sie legen dort aktuelle Zahlen vor und stellen Chancen dar, wie sich junge Menschen parallel zur Berufsausbildung und im Anschluss an die duale Ausbildung auch schulisch weiter qualifizieren können.

Dr. Ludwig Unger
Pressesprecher
Tel. 089 2186-2105

Marion Vogt
Sprecherin
Tel. 089 2186-2108

(Quelle: Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus)

(nach oben)


Pilotprojekt „Eurolevel“ startet an kaufmännischer Schule Göppingen und Richard-Fehrenbach-Gewerbeschule Freiburg

Kurzbeschreibung: Leistungspunktesystem zur Anrechnung von Lernergebnissen in Ausbildungsberufen wird entwickelt und erprobt

Das Projekt „Eurolevel“ startet im Schuljahr 2008/09 als eines von zehn bundesweiten Pilotprojekten an der kaufmännischen Schule Göppingen und an der Richard-Fehrenbach-Gewerbeschule Freiburg. Ziel ist es, an den Schulen ein Leistungspunktesystem zur Anrechnung von Lernergebnissen in Ausbildungsberufen zu entwickeln und zu erproben. Lernleistungen können mit diesem System zwischen den einzelnen Bereichen der Berufsbildung besser übertragen und angerechnet werden. Träger sind das Kultusministerium, der Industrie- und Handelskammertag Baden-Württemberg und der Handwerkskammertag Baden-Württemberg. An den Schulen wird „Eurolevel“ anhand der Ausbildungsberufe Kauffrau/Kaufmann im Groß- und Außenhandel sowie Anlagenmechanikerin/Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik erprobt.

Berufschüler erhalten durch das Leistungspunktesystem die Möglichkeit, einfacher im europäischen Ausland leben und arbeiten zu können. Damit soll die berufliche Bildung für junge Menschen und für die Wirtschaft noch attraktiver werden. Das Projekt „Eurolevel“ geht aus dem 2007 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgeschriebenen Pilotprojekt zur „Einführung eines Leistungspunktesystems für die Berufsbildung“ (ECVET) hervor und wird aus Bundesmitteln in Höhe von 264 000 Euro finanziert.

(Quelle: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg)

(nach oben)


Schavan: „Bildungsbericht dokumentiert Erfolge und Aufgaben“

Bundesregierung nimmt Stellung zum zweiten nationalen Bildungsbericht

Das Kabinett hat heute den zweiten nationalen Bildungsbericht beraten. Er wurde von einer unabhängigen wissenschaftlichen Autorengruppe im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland erstellt. „Der Bericht dokumentiert den aktuellen Status quo unseres Bildungssystems und zeigt dabei erfreuliche Entwicklungen – wie den Ausbau der Angebote bei der frühkindlichen Bildung und Betreuung, die Erhöhung des Ausbildungsplatzangebotes und den neuen Höchststand bei den Hochschulabsolventinnen und -absolventen“, sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan am Mittwoch in Berlin. Der Bericht zeigt zudem, dass insgesamt der Bildungsstand in der Bevölkerung steigt.
Der Bericht weist aber auch auf zukünftige Herausforderungen hin. „Es wird insbesondere darauf ankommen, die Durchlässigkeit des Bildungssystems zu erweitern, Übergänge zu verbessern und Aufstiegswege weiter auszubauen“, betonte Schavan. „Gleichzeitig sind die Bildungschancen in allen Bildungsbereichen insbesondere auch für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund weiter zu verbessern.“

Die Bundesregierung hat in ihrer Stellungnahme zum nationalen Bildungsbericht folgende Maßnahmen hervorgehoben:

1. Verbesserung der Bildungsvoraussetzungen
Die Beherrschung der deutschen Sprache ist Voraussetzung einer erfolgreichen Bildungslaufbahn. Ziel ist, dass jedes Kind vor Beginn der Schule über ausreichende Deutschkenntnisse verfügt. Dazu sind mehr Förderangebote sowie flächendeckende und verbindliche Sprachstandsfeststellungen im frühkindlichen Bereich erforderlich.

2. Mehr schulische Bildungsaufstiege und Stärkung der Ausbildungsfähigkeit
Die Anzahl der Schulabgänger ohne Abschluss bzw. ohne zureichende Basiskompetenzen ist nach wie vor zu hoch. Das erschwert den erfolgreichen Übergang in eine Ausbildung. Die Bundesregierung hält eine Halbierung der Anzahl der Schulabbrecher binnen fünf Jahren für möglich. Das erfordert entsprechende Maßnahmen an den Schulen, die durch den Ausbau der vertieften Berufsorientierung und den modellhaften Einsatz von Berufseinstiegsbegleiterinnen und -begleitern an 1.000 Schulen durch die Bundesagentur für Arbeit flankiert werden können.

3. Umbau des Übergangssystems zu einem Ausbildungseinstieg
Ziel der Bundesregierung ist, möglichst jedem jungen Menschen eine qualifizierte Berufsausbildung zu ermöglichen. Für junge Menschen, die nach der Schule noch nicht ausbildungsreif sind oder keinen Ausbildungsplatz finden, müssen wirksame Einstiegsmaßnahmen zur Verfügung stehen, die sich nicht als „Warteschleifen“ herausstellen, sondern als Brücken in die Berufsausbildung. Die Bundesregierung wird dafür Ausbildungsbausteine in 14 Berufen erproben und damit direkte Anschlüsse an die duale Ausbildung herstellen.

4. Ausbau der Aufstiegswege
Die Chance zum Aufstieg durch Bildung gehört zum Kern eines leistungsfähigen und gerechten Bildungssystems. Deshalb wird die Bundesregierung Aufstiegswege ausbauen, u. a. durch ein verbessertes Meister-BAföG und die Vergabe von Aufstiegsstipendien. Wichtig sind daher eine deutliche Verbesserung des Hochschulzugangs für beruflich Qualifizierte durch die Länder sowie erweiterte Fördermöglichkeiten u. a. zum nachträglichen Erwerb von Schulabschlüssen.

5. Erweiterung der Studienchancen
Zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses in Deutschland strebt die Bundesregierung eine Zielmarke von 40 Prozent Studienanfängern pro Jahrgang an. Deshalb sind eine Fortsetzung des Hochschulpaktes und eine Modernisierung der Studienplatzvermittlung erforderlich. Besonders wichtig sind zusätzliche Studienanfängerinnen und -anfänger in Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaften. Daher sind verstärkte Bemühungen um diese Fächer in allen Bereichen des Bildungswesens nötig.

Um diese Ziele zu erreichen, hat die Bundesregierung eine Qualifizierungsinitiative für Deutschland vereinbart und stimmt aktuell mit den Ländern ein gemeinsames Vorgehen ab, das am 22. Oktober 2008 beim Bildungsgipfel vorgestellt werden soll. „Zentrales Ziel der Qualifizierungsinitiative ist es, Chancen zu erhöhen, Übergänge zwischen den Bildungsbereichen zu erleichtern und Aufstieg durch Bildung zu ermöglichen“, betonte Ministerin Schavan.

Den Bericht finden Sie unter www.bildungsbericht.de

Weitere Informationen zur Qualifizierungsinitiative finden Sie unter www.aufstieg-durch-bildung.info

(Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung)

(nach oben)