Dienstag, Dezember 1, 2020
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Aus- und Weiterbildung Juni 2008

Juni 2008 
28.06.2008  Schavan startet Pakt für Frauen in Naturwissenschaft und Technik 
28.06.2008  Hobeln, Feilen, Rechnen – Schüler bekommen Einblick in die Praxis 
28.06.2008  Schavan: „Kindern von klein an die Chance zum Lernen geben“ 
01.06.2008  Rente mit 67? Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmerinnen fühlen sich fit genug! 

 


Schavan startet Pakt für Frauen in Naturwissenschaft und Technik

Ministerin: „Junge Frauen sollen hervorragende Berufschancen nutzen“ / Wirtschaft und Wissenschaft wollen mehr Frauen für Zukunftsberufe gewinnen

Fachkräfte mit Abschlüssen aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – kurz MINT – haben vielfältige Arbeitsmöglichkeiten und hervorragende Berufsaussichten. Doch gerade junge Frauen nutzen das Potenzial in diesen Zukunftsberufen bislang nur unzureichend. Ein breites Bündnis aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik hat sich nun zum Ziel gesetzt, dies zu ändern und deutlich mehr junge Frauen für MINT-Berufe zu gewinnen. Auf Initiative von Bundesbildungsministerin Annette Schavan wurde am Dienstag in Berlin der nationale Pakt für mehr Frauen in MINT-Berufen gestartet. Unter dem Motto „Komm, mach MINT!“ will die Bundesregierung mit mehr als 40 Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik das Engagement aller Beteiligten stärken und bündeln. Der Pakt ist Teil der Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung.

„Wir brauchen mehr sichtbare Rollenvorbilder, bessere Informationen über den Berufsalltag und Angebote, die bei jungen Mädchen frühzeitig das Interesse an Naturwissenschaft, Mathematik und Technik wecken und erhalten. Hier müssen wir ansetzen. Wir müssen zudem vermitteln, dass auch die MINT-Berufe mittelbar oder unmittelbar mit Menschen zu tun haben, denn dies ist ein wichtiges Kriterium bei der Berufswahl von Mädchen“, sagte Schavan bei der Auftaktveranstaltung des Paktes. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt den Pakt mit drei Millionen Euro im Jahr. Die Partner verpflichten sich, die Ziele durch eigene Maßnahmen zu unterstützen. Die Hochschulen etwa wollen ihre naturwissenschaftlichen und technischen Studiengänge attraktiver gestalten und die Studienorientierung für Frauen erleichtern. Unternehmen werden jungen Frauen verstärkt deutlich machen, dass in den MINT-Berufen attraktive Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. Durch Berufsorientierungsmaßnahmen sollen Frauen die guten Chancen in den MINT-Berufen vermittelt werden.

Die Paktpartner haben sich konkrete gemeinsame Ziele gesetzt: Der Anteil an Studienanfängerinnen in den naturwissenschaftlich-technischen Fächern soll um durchschnittlich fünf Prozentpunkte steigen, bei Neueinstellungen im MINT-Bereich sollen Frauen mindestens entsprechend ihres Anteils an den Absolventen berücksichtigt werden und ihr Anteil an Führungspositionen soll deutlich erhöht werden.

„Junge Frauen in Deutschland sind so gut ausgebildet wie noch nie. Sie haben die besten Voraussetzungen gerade für technische und naturwissenschaftliche Berufe. Jetzt müssen wir sie dazu motivieren, diese hervorragenden Chancen in ihrer Studien- und Berufswahl auch zu nutzen. Dafür müssen wir Paktpartner all unsere Kräfte bündeln“, so Schavan. Der Anteil junger Frauen an den Abiturienten beträgt 56 Prozent, ihr Anteil an Ausbildungs- und Studiengängen im MINT-Bereich ist jedoch deutlich niedriger. In Elektrotechnik beispielsweise fangen nur 9 Prozent Frauen ein Studium an, in Informatik 17 Prozent.

Pünktlich zum Start des Paktes ging das Internet-Portal www.komm-mach-mint.de online. Hier informiert eine Aktionslandkarte Schülerinnen und Studentinnen über die Vielzahl schon bestehender und geplanter Aktivitäten der Paktpartner.

Die Deutsche Telekom Stiftung und die Fraunhofer-Gesellschaft beteiligen sich mit einem gemeinsamen Angebot aus Ingenieur-Akademien und Talent Schools an dem Pakt, der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) hat ein Projekt entwickelt, über das junge Mädchen gezielt durch Rollenvorbilder aus dem MINT-Bereich angesprochen werden. Die Bundesagentur für Arbeit verstärkt ihre Berufsorientierungsmaßnahmen speziell für junge Frauen. Zudem bieten Paktmitglieder neue Formen des Mentoring und neue Formate der Begegnung zwischen erfahrenen Frauen aus dem MINT-Bereich und Schülerinnen an. Ein weiteres Projekt will über die Zusammenarbeit von Drehbuchautoren und MINT-Fachleuten für ein realistisches Bild der MINT-Berufe in Filmen und Fernsehserien sorgen.

Das Internet-Portal zum Pakt: www.komm-mach-mint.de

Quelle: BMFT

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Hobeln, Feilen, Rechnen – Schüler bekommen Einblick in die Praxis

Schavan: „Junge Leute bei der Wahl eines passenden Berufes unterstützen“ / 15 Millionen Euro im Jahr für neues Programm zur besseren Berufsorientierung

Was will ich werden? Welche Berufe gibt es und was muss ich dafür können? Damit Jugendliche diese entscheidenden Fragen künftig besser und fundierter beantworten können, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ein neues Programm zur Berufsorientierung gestartet. Es bietet insbesondere Schülerinnen und Schülern an Hauptschulen ab Klasse 8 die Möglichkeit, einen Einblick in die Praxis zu bekommen. Das BMBF stellt dafür bis 2010 pro Jahr 15 Millionen Euro zur Verfügung.

Am Sonnabend überreichte Bundesbildungsministerin Annette Schavan der Bildungsakademie Ulm die finanzielle Unterstützung des Bundes für die ersten hundert Hauptschüler, die an dem Programm teilnehmen. „Die jungen Leute können ihre Potenziale wesentlich besser nutzen, wenn wir sie in der Wahl eines passenden Berufes unterstützen, der ihren Fähigkeiten und Begabungen entspricht. Wir wollen mit diesem Programm den Übergang zwischen Schule und Ausbildung erleichtern und die Zahl der Ausbildungsabbrecher deutlich senken“, sagte Schavan in Ulm. Am kommenden Dienstag wird bei der Handwerkskammer Köln, die sämtliche 37 Kölner Hauptschulen in das Programm einbezieht, das Startsignal für weitere 920 Hauptschüler gegeben. Dann kann das Hobeln, Mauern, Feilen losgehen und die Jugendlichen können feststellen, ob sie handwerkliche Begabungen haben und an welchem Beruf sie Freude haben könnten. Am Ende des insgesamt 80 Stunden umfassenden Praktikums bekommen sie eine schriftliche Beurteilung. Darin steht, welche Fähigkeiten sie bewiesen haben und in welchen Bereichen die Ausbilder besondere Qualifikationen feststellten, aber auch – und das ist für die Lehrer wichtig – auf welchen Gebieten sie noch förderbedürftig sind. Ein weiterer Effekt des Programms: Betriebe können später – bei der Auswahl von geeigneten Bewerbern für freie Ausbildungsplätze – nicht nur Zeugnisnoten, sondern auch persönliche Einschätzungen und Beurteilungen von Ausbildern nutzen.

Das BMBF-Programm ist Teil der Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung und hat zum Ziel, die Zahl der Ausbildungsabbrecher deutlich zu senken. Im Handwerk liegt die Abbrecherquote bei rund 20 Prozent. Auch die Motivation, einen Schulabschluss zu erreichen oder sich in bestimmten Fächern zu verbessern, soll durch den Einblick in die Praxis gestärkt werden. Beispielsweise kann den Jugendlichen durch die Ausbilder ganz konkret vermittelt werden, dass sie gerade auch für handwerkliche Berufe, wie Tischler oder Metallbauer, gut rechnen können müssen. Insgesamt soll durch diese Form der Berufsorientierung der Übergang von der Schule in den Beruf erleichtert werden.

Anträge für das Berufsorientierungs-Programm des BMBF können von überbetrieblichen Berufsbildungsstätten oder vergleichbaren Einrichtungen in Kooperation mit allgemein bildenden Schulen beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gestellt werden.

Nähere Informationen finden Sie unter www.bibb.de.

Quelle: BMFT

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Schavan: „Kindern von klein an die Chance zum Lernen geben“

Ministerin kommentiert Ergebnisse des zweiten nationalen Bildungsberichts

Die Bundesregierung setzt in der Bildungspolitik verstärkt auf das Prinzip der Vorsorge. „Wir müssen den Kindern von klein an die Chance zum Lernen und zum sozialen Aufstieg geben“, sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan am Donnerstag in Berlin anlässlich der Veröffentlichung des nationalen Bildungsberichts. „Unser Ziel ist Prävention statt Reparatur. Der Bericht gibt uns wichtige Informationen, wie das zu schaffen ist.“ Die Ministerin forderte eine strategische Partnerschaft von Bund, Ländern und Gemeinden – das wichtigste Ziel dieser Partnerschaft ist ein massiver Ausbau der Investitionen in die Bildung. Priorität habe die Stärkung der frühkindlichen Bildung. „Ein drängendes Problem sind auch die Schulabbrecher“, sagte Schavan. „Wir arbeiten daran, die Zahl der Schulabbrecher in den nächsten Jahren zu halbieren.“ Außerdem sollten nach den Worten der Ministerin die Übergänge von einem Schultyp zum nächsten sowie in Ausbildungen oder in Hochschulstudien verbessert werden.

Damit ist der Bericht eine wichtige Grundlage für die von der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefs der Länder vereinbarte Qualifizierungsinitiative. Diese ist Thema eines Gipfels der Regierungschefs von Bund und Ländern im Herbst 2008. „Zentrales Ziel der Qualifizierungsinitiative ist es, Übergänge zwischen den Bildungsbereichen zu erleichtern und Aufstieg durch Bildung zu ermöglichen“, sagte Ministerin Schavan. „Wir brauchen ein Bildungssystem, in dem jeder Jugendliche spürt, dass er gebraucht wird. Wir können nicht akzeptieren, dass Jahr für Jahr 80 000 Jugendliche die Schule ohne Abschluss verlassen.“

„Für jeden Jugendlichen muss es nach der Schule weiter gehen – sei es mit einem Studium oder mit einer Ausbildung“, sagte Schavan. „Die Ausbildungssituation hat sich in den vergangenen Jahren verbessert, aber auch hier müssen wir weiter kommen. Der Aufschwung auf dem Ausbildungsmarkt sowie gezielte Initiativen und Strukturreformen im Berufsbildungssystem bieten die Chance, den Übergang in eine Ausbildung spürbar zu verbessern. Dabei wird es nicht zuletzt auf eine Verbesserung der schulischen Vorbildung der Jugendlichen ankommen.“ Menschen, die in Ausbildung und Beruf ihr besonderes Talent bewiesen haben, sollen zudem nach den Plänen des Ministeriums durch nicht rückzahlungspflichtige Aufstiegsstipendien einen weiteren Anreiz für ein Studium bekommen.

Der Bericht zeigt auch, dass sich Bund und Länder in der Hochschulpolitik den zentralen Herausforderungen stellen. So konnten sie zum Beispiel mit dem Hochschulpakt 2020 im Jahr 2007 erstmals wieder eine Steigerung der Studienanfängerzahlen erreichen. Und mit dem 22. BAföG-Änderungsgesetz sorgt die Bundesregierung für eine verbesserte Ausbildungsfinanzierung für Kinder aus einkommensschwächeren Familien – ab Herbst steigen die Bedarfssätze um zehn Prozent und die Einkommensfreibeträge um acht Prozent.

Der nationale Bildungsbericht bietet nach dem Jahr 2006 zum zweiten Mal einen Überblick über das Bildungssystem – von der frühkindlichen Bildung über die Schulen, die berufliche Bildung und die Hochschule bis hin zur Weiterbildung im Erwachsenenalter. Schwerpunkt ist dieses Mal die Frage, wie die Wechsel von der Schule in die berufliche Ausbildung oder Hochschule und von dort in den Arbeitsmarkt verlaufen. Den Bericht hat eine unabhängige Wissenschaftlergruppe unter Leitung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) erarbeitet. Beteiligt sind das Deutsche Jugendinstitut (DJI), das Hochschul-Informations-System (HIS), das Soziologische Forschungsinstitut an der Universität Göttingen (SOFI) sowie das Statistische Bundesamt und die Statistischen Ämter der Länder.

Den Bericht und weitere Informationen finden Sie auch unter www.bildungsbericht.de.

Quelle: BMFT

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Rente mit 67? Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmerinnen fühlen sich fit genug!

58 Prozent der Arbeitnehmerinnen in Deutschland glauben, Ihrer Arbeit auch mit 67 Jahren noch gewachsen sein zu können, 42 Prozent sehen dabei Schwierigkeiten – das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie des Instituts für Gerontologie an der Technischen Universität Dortmund im Auftrag von INQA. Befragt wurden insgesamt 1.800 weibliche Arbeitskräfte der Jahrgänge 1947 bis 1964. Das Ziel der Studie „Rente mit 67 – Voraussetzungen zur Weiterarbeitsfähigkeit älterer Arbeitnehmerinnen“: Frühzeitig mögliche Problembereiche zu identifizieren, um Personal-verantwortlichen aber auch den Beschäftigten selbst Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
Dass die Studie nur die weiblichen Beschäftigten in den Mittelpunkt stellt, kommt nicht von ungefähr: Frauen haben nach wie vor geringere Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten als Männer, sie verdienen weniger und sind vielfach in der Situation, Kindererziehung bzw. Pflegearbeit und Beruf zu vereinbaren. Frauen arbeiten außerdem eher in Teilzeit oder in zeitlich begrenzten Arbeitsverhältnissen und sind in der Regel schlechter gegen soziale Risiken abgesichert. „Gelingt es nicht, Frauen ausreichend beim Erreichen der neuen Altersgrenze von 67 Jahren zu unterstützen, droht nicht nur ein unzureichendes Alterseinkommen für die Betroffenen, auch der Wirtschaft insgesamt gehen dringend benötigte Arbeitskräfte verloren“, erläuterte INQA-Sprecher Dr. Rainer Thiehoff am Montag bei der Vorstellung der Studie, deren Idee und Projektbegleitung auf den INQA-Initiativkreis „30, 40, 50plus – Älterwerden in Beschäftigung“ zurückgeht.
Als besondere Hindernisse bei der Rente mit 67 sehen die Befragten ihre gesundheitlichen Voraussetzungen, vorherrschende Arbeits-bedingungen, die persönliche bzw. familiäre Situation sowie die Qualifikation. Auch wenn sich die Beschäftigten selbst in der Pflicht sehen, aktiv zu werden: von den Unternehmen erwarten sie vor allem Maßnahmen im Bereich der Gesundheitsförderung und Qualifizierung. Weitere interessante Ergebnisse der Studie beziehen sich auf die Aktivitäten, denen Arbeitnehmerinnen schon heute nachkommen, um ihre Arbeitsfähigkeit zu erhalten sowie Unterschiede zwischen Branchen und Statusgruppen. „INQA wird die Studie zum Anlass nehmen, den Wissenstransfer im Bereich der Beschäftigungsfähigkeit zu forcieren und passgenaue Informationsangebote zu machen“, so Thiehoff.

INQA ist ein Zusammenschluss von allen, die in Deutschland für eine neue Qualität der Arbeit eintreten. Beteiligt sind zahlreiche Organisationen – vom Bund und den Ländern bis hin zu Unternehmen, Gewerkschaften, Stiftungen und Sozialversicherungsträgern. Das Motto von INQA lautet: „Wertschöpfung durch Wertschätzung“. Dahinter steckt der Gedanke, dass Deutschland nur dann im globalen Wettbewerb bestehen kann, wenn es effizientes und effektives Wirtschaften mit einer mitarbeiterorientierten Unternehmenskultur verbindet. INQA wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales initiiert und wird operativ von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) begleitet.
Ole Lünnemann, Referat für Öffentlichkeitsarbeit
Technische Universität Dortmund

Kontakt:
Prof. Dr. Gerhard Naegele, Ruf: 755-2870/-2826

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