Montag, Oktober 26, 2020
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Aus- und Weiterbildung Dezember 2007

 

Dezember 2007 
20.12.2007  Zu den neuesten Schülerstatistiken der Kultusministerkonferenz erklärt Bundesbildungsministerin Annette Schavan: 
20.12.2007  Neue Broschüre informiert über duale Ausbildung 
16.12.2007  Zahl der Ausbildungsverträge erreicht zweithöchsten Wert seit 1990 
10.12.2007  Statement von Bundesbildungs- und Forschungsministerin Annette Schavan zu den Forderungen von BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer zum IT-Fachkräftemangel 
07.12.2007 Schavan fordert Qualitätsstandards in der Bildungsberatung 
07.12.2007  Ministerin gratuliert Gewinnern des Zukunftspreises 
04.12.2007  Deutschlands Schülerinnen und Schüler haben sich bei PISA 2006 verbessert – positiver Trend setzt sich fort 

 


Zu den neuesten Schülerstatistiken der Kultusministerkonferenz erklärt Bundesbildungsministerin Annette Schavan:

„Die neuesten Zahlen weisen einen positiven Trend aus. Der Anstieg der Zahl der Absolventen mit Hochschul- und Fachhochschulreife um fast sechs Prozent ist ein gutes Signal. Wir wollen, dass 40 Prozent eines Jahrgangs ein Hochschulstudium beginnen. Der deutliche Anstieg ist ein wichtiger Schritt dahin. Gerade im Hinblick auf den Mangel an Spitzenkräften brauchen wir mehr junge Menschen, die ein Studium beginnen und es vor allem auch abschließen. Auch hier weisen die dieser Tage veröffentlichten Zahlen zu Studienanfängern schon einen Trend nach oben aus.“

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Neue Broschüre informiert über duale Ausbildung

Zahlen und Fakten zum Berufsbildungssystem in Deutschland

Wie funktioniert die duale Ausbildung eigentlich? Welche Institutionen tragen zu ihrem erfolgreichem Gelingen bei? Seit wann gibt es diese Form der Ausbildung? Was sind ihre rechtlichen Rahmenbedingungen? Auf diese und andere Fragen zur dualen Berufsausbildung gibt die neue Broschüre des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Form von Schaubildern und Erklärungen einen Überblick. Die Publikation informiert umfassend und detailliert über die Berufsausbildung in Deutschland und dient zugleich als Handreichung für Berufsbildungsexperten.

Rund 60 Prozent eines Altersjahrganges durchlaufen in Deutschland die duale Berufsausbildung. Die steigende Anzahl neuer Ausbildungsverträge sind ein Beweis für die Attraktivität dieser Ausbildung – für Jugendlichen wie für Betriebe. Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung in Deutschland und Europa und der damit verbundenen drohenden Knappheit an Fachkräften rückt das deutsche Berufsbildungssystem verstärkt in den Mittelpunkt des Interesses von Bildungsexperten aus dem In- und Ausland. Mit der neuen Broschüre bietet das BMBF eine informative und umfassende Broschüre rund um das Thema berufliche Bildung.

Die einzelnen Schaubilder sowie die Broschüre finden Sie in deutscher und englischer Sprache auf der Homepage des BMBF unter www.bmbf.de/publikationen/2711. Die Broschüre mit beigefügter CD-ROM (ebenfalls in deutscher oder englischer Sprache) kann kostenlos unter folgender Adresse bestellt werden:

Bundesministerium für Bildung und Forschung
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Postfach: 30 02 35
53182 Bonn
Telefon: 01805-262 302
Telefax: 01805-262 303
(0,14 Euro/Min. aus dem deutschen Festnetz)
E-mail: books@bmbf.bund.de

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Zahl der Ausbildungsverträge erreicht zweithöchsten Wert seit 1990

Schavan: „Der positive Trend hat sich 2007 noch weiter verstärkt“

Nach der Ausbildungsplatzbilanz 2007 des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) hat sich die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge stark erhöht. Nach den am Donnerstag veröffentlichten Daten wurden zwischen dem 1. Oktober 2006 und dem 30. September 2007 bundesweit 625.914 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Dies sind rund 50.000 Verträge oder 8,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

„Dies ist bei den neu abgeschlossen Ausbildungsverträgen das zweitbeste Ergebnis seit der Wiedervereinigung“, sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan am Donnerstag in Berlin. Der deutliche Zuwachs gegenüber dem Vorjahr bestätige die erfolgreiche Politik der Bundesregierung. „Die gute wirtschaftliche Entwicklung und der damit einher gehende Beschäftigungszuwachs haben dazu geführt, dass Unternehmen, Betriebe und Praxen wieder verstärkt Ausbildungsverträge abschließen. Der Aufschwung hat den Ausbildungsmarkt längst erreicht. Der positive Trend hat sich 2007 noch weiter verstärkt.“

„Damit haben sich die Ausbildungschancen der Jugendlichen in diesem Jahr deutlich verbessert“, sagte die Ministerin. Insbesondere die diesjährigen Schulabgänger profitieren von dem größeren Ausbildungsplatzangebot. Es gelte daher nun, die Dynamik des Ausbildungsstellenmarktes auch dafür zu nutzen, um den so genannten Altbewerberinnen und Altbewerbern, die die allgemein bildenden Schulen bereits vor einem oder mehreren Jahren verlassen haben, neue Ausbildungschancen zu eröffnen.

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Statement von Bundesbildungs- und Forschungsministerin Annette Schavan zu den Forderungen von BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer zum IT-Fachkräftemangel

„Ich unterstütze die Forderungen von BITKOM-Präsident Scheer nach besseren Möglichkeiten, IT-Fachkräfte auch aus dem Ausland zu holen. Klar ist, dass Qualifizierung und Rekrutierung in Deutschland Vorrang hat. Dabei müssen wir erreichen, dass mehr junge Menschen ein IT-Studium beginnen und vor allem auch zu Ende bringen. Die Abbrecherquoten in den IT-Fächern müssen deutlich reduziert werden. Wenn aber der Bedarf nicht mit deutschen Fachkräften gedeckt werden kann, müssen Modifizierungen im Zuwanderungsrecht Wege eröffnen, um ausländischen IT-Fachkräften attraktive Arbeitsmöglichkeiten in Deutschland zu schaffen.“

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Schavan fordert Qualitätsstandards in der Bildungsberatung

Studie zeigt: Bildungs- und Berufsberatung in Deutschland ist heterogen

Um Bildungsangebote besser nutzen zu können, bedarf es einer umfassenden und gezielten Beratung. Eine im Auftrag des Bundesbildungsministeriums erschienene Studie zeigt, dass Beratung in Deutschland zumeist sektoral und regional spezifisch erfolgt. „Um die Leistungsfähigkeit unseres Bildungssystems zu verbessern und lebenslanges Lernen effektiv zu fördern, brauchen wir einheitliche Qualitätsstandards in der Beratung“, sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan am Freitag in Berlin. „Unabhängig von regionalen Unterschieden oder der Art der Beratung sind deutschlandweite Beratungsstandards wichtig. Diese gilt es, zu formulieren und gezielt umzusetzen.“

Die von Ramboell Management für das Bundesministerium für Bildung und Forschung durchgeführte Untersuchung gibt erstmals Auskunft darüber, wer in Deutschland für welche Bevölkerungsgruppen, mit welchen Ressourcen und Konzeptionen Beratung anbietet. Bildungs- und Berufsberatung wird in Deutschland von einer Vielzahl von Institutionen angeboten, dabei oft begrenzt auf einen speziellen Kreis von Beratungssuchenden. „Die Studie zeigt, dass wir neben mehr Transparenz vor allem eine Professionalisierung der Beraterinnen und Berater brauchen“, so Schavan. Beratung wird in Deutschland fast ausschließlich mit öffentlichen Mitteln finanziert. „Die Weiterentwicklung der Qualität in der Beratung ist eine aktuelle Aufgabe, der sich alle EU-Staaten verschrieben haben. Die Studie bietet hier Anbietern, Financiers und Nutzern wichtige Hinweise“, so die Ministerin.

Die Studie basiert auf einer bundesweiten Umfrage, an der sich fast 9.500 Beratungsanbieter beteiligt haben. Sie liefert eine Bestandsaufnahme der bestehenden Angebote der Bildungs-, Berufs- und Beschäftigungsberatung und ermittelt zudem die dabei verfolgten Qualitätsstandards.

Die Studie finden Sie im Internet unter http://www.bmbf.de/pub/berufsbildungsforschung.pdf

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Ministerin gratuliert Gewinnern des Zukunftspreises

Schavan: „Dieser schöne Erfolg für die Forscher zeigt, dass wir mit unserer Förderung von Zukunftstechnologien genau richtig liegen“

Bundesforschungsministerin Annette Schavan gratulierte am Freitag den frisch gekürten Gewinnern des Zukunftspreises 2007, des Preises für Technik und Innovation des Bundespräsidenten. „Der Preis ist ein sehr schöner Erfolg für die ausgezeichneten Forscher, und er zeigt, dass wir mit unserer Förderung für Zukunftstechnologien genau richtig liegen. Die Bundesregierung hat mit der Hightech-Strategie einen erfolgreichen Weg zur Stärkung zukunftsweisender Forschung und Entwicklung in Deutschland eingeschlagen“, sagte Schavan. Die Gewinner des Preises -ein Forscherteam aus Regensburg und Jena – erhielten die mit 250 000 Euro dotierte Auszeichnung für das Projekt „Licht aus Kristallen – Leuchtdioden erobern unseren Alltag“. Dr. Klaus Streubel, Dr. Andreas Bräuer und Dr. Stefan Illek arbeiten für die Osram Opto Semiconductors (OS) GmbH in Regensburg und das Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik (IOF) in Jena. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hatte die Forschungsarbeiten von Dr. Klaus Streubel bei der Osram OS mit Projektfördermitteln unterstützt und wird dies auch in Zukunft tun.

Mit dem Zukunftspreis werden herausragende Projekte aus Wissenschaft und Forschung gewürdigt. Den Wissenschaftlern aus Jena und Regensburg ist es gelungen, die Lichtstärke von Leuchtdioden deutlich zu erhöhen. Leuchtdioden wandeln Strom effizienter in Licht um als herkömmliche Glühbirnen. Durch den geringeren Stromverbrauch können sie erheblich zur Reduktion von Kohlendioxid beitragen, und sind dadurch auch ein weitaus klimafreundlicheres Beleuchtungsmittel.

Wie bereits im vergangenen Jahr waren drei der vier für den Zukunftspreis Nominierten vom BMBF für Forschungsvorhaben gefördert worden, die im Zusammenhang mit dem Preisvorschlag stehen. Die BMBF-Förderung der Nominierten erfolgte im Rahmen der Forschungsförderprogramme mit den Schwerpunkten optische Technologien, Nanobiotechnologie sowie Informations- und Kommunikationstechnologien. So wurden die Arbeiten zu „ultrapräzisen optischen Systemen für die Chipherstellung der Zukunft“, für die Dr. Peter Kürz (Carl Zeiss SMT AG) und sein Team nominiert waren, vom BMBF gefördert. Auch das Start-up-Unternehmen Nanion Technologies (München) von Dr. Niels Fertig erhielt eine Förderung des BMBF: Mehr als eine Million Euro ging hier in die Entwicklung hochwirksamer Medikamente mit Hilfe der Nanotechnologie.

Auch die Nominierung des vierten Teams unter der Leitung von Dr. Andreas Gutsch (Degussa, Marl) unterstreicht die politische Ausrichtung der Hightech-Strategie der Bundesregierung und die Schwerpunktsetzung Klimaforschung. Das Marler Team wurde für Forschungsarbeiten im Zusammenhang mit dem Einsatz großer Lithiumionenbatterien nominiert. Projektfördermittel wurden hier primär von der Deutschen Forschungsgemeinschaft bereitgestellt, die selbst zu einem wesentlichen Teil vom Bundesforschungsministerium finanziert wird.

Zu den prominenten Gewinnern des Deutschen Zukunftspreises gehört auch der diesjährige Nobelpreisträger für Physik: Der Jülicher Forscher Peter Grünberg wurde 1998 mit dem Zukunftspreis des Bundespräsidenten ausgezeichnet; Grünberg forscht seit 1972 am Forschungszentrum Jülich, das vom BMBF als Hauptgeldgeber allein in diesem Jahr mit 258 Millionen Euro unterstützt wird. Die industrielle Umsetzung des von Grünberg entdeckten Magneteffekts hat das BMBF bereits mit rund 20 Millionen Euro gefördert.

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Deutschlands Schülerinnen und Schüler haben sich bei PISA 2006 verbessert – positiver Trend setzt sich fort.

KMK-Präsident Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner und Bundesbildungsministerin Dr. Annette Schavan zu den internationalen PISA-Ergebnissen: „Wir sind auf einem guten Weg, aber es gibt keinen Anlass, mit den Anstrengungen nachzulassen.“

Erstmals erreichen deutsche Schülerinnen und Schüler in einem der drei regelmäßig getesteten Leistungsbereiche, den Naturwissenschaften, ein Leistungsniveau über dem OECD-Durchschnitt; das bedeutet Rang acht unter den OECD-Staaten.
Für die Lesekompetenz und die mathematische Kompetenz liegen die Leistungen im OECD-Mittel, aber auch hier gewinnt Deutschland gegen den OECD-Trend leicht dazu.
Die in allen Testbereichen positive Entwicklung seit PISA 2000 zeigt sich sowohl bei den leistungsschwächeren wie bei den leistungsstärkeren Schülerinnen und Schülern.
Deutschland ist es als einem der wenigen OECD-Staaten gelungen, seinen Rangplatz kontinuierlich zu verbessern.
Auch bei den erfassten Einstellungen der Schülerinnen und Schüler sind Verbesserungen erkennbar: Der Anteil der 15-jährigen, die angeben, täglich zum Vergnügen zu lesen, ist gestiegen; der Anteil derer, die nicht zum Vergnügen lesen, ist gesunken.
Trotz dieser Verbesserungen zeigen sich nach wie vor erhebliche Probleme beim großen Leistungsabstand zwischen den Jugendlichen sowie beim Einfluss der sozialen Herkunft auf die Leistungsentwicklung und die Bildungsbeteiligung. Dies gilt in besonderer Weise für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund.

KMK-Präsident Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner:
„PISA 2006 zeigt wie schon IGLU 2006, dass die in den Ländern eingeleiteten Reformen greifen. Dazu trägt sicherlich auch die gestiegene Wertschätzung für die Bedeutung von Bildung in der Gesellschaft bei. Trotz der Erfolge dürfen wir aber die Augen nicht vor den nach wie vor bestehenden Herausforderungen beim Abbau der sozialen und migrationsbedingten Unterschiede verschließen.“

Bundesbildungsministerin Dr. Annette Schavan:
„Die Ergebnisse der PISA-Studie sind ermutigend für alle, die sich für die Verbesserung unseres Bildungssystems engagieren. Wir sind mitten in den tiefgreifendsten Bildungsreformen seit 30 Jahren. Das zeigt inzwischen Wirkung: Die deutschen Schülerinnen und Schüler haben einen Platz im oberen Viertel der PISA-Länder erreicht. Allerdings dürfen wir uns auf dieser positiven Entwicklung nicht ausruhen.“

Die wichtigsten Ergebnisse von PISA 2006 im Überblick:

Leistungen in den Naturwissenschaften
In Deutschland ist es möglich, durch die vom deutschen PISA-Konsortium in allen drei PISA-Erhebungen zusätzlich eingesetzten Testaufgaben Entwicklungen in den Naturwissenschaften im zeitlichen Verlauf seit PISA 2000 zu beschreiben.

Für Deutschland zeigt sich ein klarer Trend ansteigender Kompetenzen zwischen 2000 und 2006 (PISA 2000 487 Punkte, PISA 2003 502 Punkte, PISA 2006 516 Punkte). Die Größenordnung entspricht dem Leistungszuwachs eines halben Schuljahres und betrifft das gesamte Spektrum der Schülerschaft.
Die deutschen Schülerinnen und Schüler erreichen im Durchschnitt 516 Punkte (Rang 8 der OECD-Staaten, Rang 13 aller teilnehmenden Staaten) und liegen damit erstmals über dem Mittelwert der OECD. Neben Finnland erreicht nur eine kleine Gruppe weiterer OECD-Staaten höhere Punktwerte als Deutschland: Kanada (534), Japan (531), Neuseeland (530) und die Niederlande (525). Sowohl die leistungsschwächeren als auch die leistungsstärkeren Schülerinnen und Schüler konnten ihre Leistungen verbessern und heben sich jeweils positiv vom OECD-Durchschnitt ab.
Allerdings zeigt sich, dass Deutschland weiterhin zu den Ländern gehört, die bei einem relativ hohen Leistungsniveau gleichzeitig eine große Leistungsheterogenität aufweisen.
Insgesamt ergeben sich in Deutschland wie im OECD-Durchschnitt keine nennenswerten Leistungsunterschiede zwischen Jungen und Mädchen, allerdings sind im oberen Leistungsbereich deutlich mehr Jungen als Mädchen anzutreffen.
Erfreulich ist, dass im internationalen Vergleich das Interesse der deutschen Schülerinnen und Schüler an Naturwissenschaften weder vom Geschlecht noch von der sozialen Herkunft abhängt. Allerdings ist der Anteil hochkompetenter Schülerinnen und Schüler, die sich wenig für die Naturwissenschaften interessieren (44%), in Deutschland relativ hoch.
Wie in den vergangenen PISA-Studien zeigen sich zwischen den Schulformen sehr große Leistungsunterschiede zwischen den Schülerinnen und Schülern mit erheblichen Überschneidungen zwischen den einzelnen Schulformen.
In der Tendenz erhalten deutsche Jugendliche etwas weniger Naturwissenschaftsunterricht als im OECD-Durchschnitt, allerdings gibt es zwischen den Schulformen erhebliche Unterschiede bei der Anzahl der Unterrichtsstunden. Schülerinnen und Schüler, die mindestens vier Wochenstunden Naturwissenschaftsunterricht erhalten, liegen im Mittel 73 Punkte über denen, die weniger als zwei Wochenstunden erhalten.
Der in Deutschland vorherrschende Unterricht, bei dem das Schlussfolgern, das Entwickeln eigener Ideen und das Übertragen von Konzepten auf den Alltag im Vordergrund stehen, erweist sich im internationalen Vergleich als erfolgreich.

Lesekompetenzen im internationalen Vergleich
13 der 24 OECD-Staaten, für die Daten in 2000 und 2006 vorliegen, stagnieren in ihren Leistungen, sieben Staaten haben sich in dem Zeitraum sogar signifikant verschlechtert.
Die deutschen Schülerinnen und Schüler konnten ihre Leseleistungen auf 495 Punkte (PISA 2000 484 Punkte, PISA 2003 491 Punkte) verbessern und damit zum OECD-Durchschnitt (492 Punkte) aufschließen. Dies gilt sowohl für die leistungsschwächeren als auch die leistungsstärkeren Schülerinnen und Schüler, deren Anteile sich vom jeweiligen OECD-Durchschnitt positiv abheben.
Allerdings zeigt sich auch im Bereich der Lesekompetenz, dass Deutschland zur Gruppe von Staaten mit den größten Unterschieden zwischen schwachen und starken Schülerinnen und Schülern gehört.
Wie in allen OECD-Staaten schneiden auch in Deutschland Mädchen deutlich besser ab als Jungen.

Mathematische Kompetenzen im internationalen Vergleich
Nur in zwei OECD-Staaten haben sich zwischen 2003 und 2006 die Leistungen in Mathematik signifikant verbessert, in vier Staaten deutlich verschlechtert.
In Mathematik liegt Deutschland mit 504 Punkten (PISA 2000 490 Punkte, PISA 2003 503 Punkte) im Bereich des OECD-Durchschnitts und stabilisiert damit seine Position gegenüber dem OECD-Mittelwert, der leicht abgenommen hat (von 500 auf 498 Punkte).
Auch in Mathematik gehört Deutschland zur Gruppe von Staaten mit den größten Unterschieden zwischen schwachen und starken Schülerinnen und Schülern.
In Deutschland schneiden die Jungen besser ab als Mädchen, dabei sind die Unterschiede mit 20 Punkten im internationalen Vergleich relativ groß.

Soziale Herkunft, Kompetenzerwerb und Bildungsbeteiligung
Das deutsche PISA-Konsortium hat zusätzliche Indikatoren zur Ermittlung des sozialen Hintergrunds der Schülerinnen und Schüler verwendet, die einen Vergleich zwischen 2000, 2003 und 2006 ermöglichen.
Bei der Lesekompetenz zeigt sich eine leichte Entspannung beim Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Kompetenzerwerb. Deutschland gehört damit zu den wenigen Ländern, in denen sich die Abhängigkeit der Leseleistungen von der sozialen Herkunft der Schülerinnen und Schüler kontinuierlich verringert hat, aber er ist immer noch zu hoch.
Zwischen 2000 und 2006 haben vor allem Kinder aus den unteren sozialen Schichten ihre Lesekompetenzen gesteigert. Diese positive Entwicklung gilt jedoch nicht für Mathematik und Naturwissenschaften.
Beim Gymnasialbesuch ist eine leichte Zunahme von 2000 (28%) und 2006 (31%) festzustellen, insbesondere von Schülerinnen und Schülern aus den mittleren und unteren sozialen Schichten.
Insgesamt bestehen aber auch weiterhin beim Besuch des Gymnasiums erhebliche soziale Unterschiede. Jugendliche aus Familien der oberen sozialen Schichten haben eine 2,7-mal höhere Chance ein Gymnasium zu besuchen als Kinder eines Facharbeiters. Bei PISA 2000 waren die Chancen noch 4,2-mal größer.
Es zeigen sich in allen drei Testbereichen große Leistungsunterschiede zwischen den Schulformen. Dabei kommt es zu erheblichen Überschneidungen.

Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund
Deutschland ist mit einer Differenz von 73 Punkten zwischen Schülerinnen und Schülern mit und ohne Migrationshintergrund weiterhin das OECD-Land mit den stärksten migrationsbedingten Unterschieden, die sich insbesondere bei den Jugendlichen der sogenannten zweiten Generation zeigen. Obwohl in Deutschland geboren, erzielen diese Jugendlichen schlechtere Leistungen als ihre aus dem Ausland zugewanderten Mitschülerinnen und Mitschüler.
Die hohe Differenz ist in einem erheblichem Maße auf soziale Unterschiede und sprachliche Defizite zurückzuführen.

KMK-Präsident Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner:
„Wir können feststellen, dass es im Gegensatz zum OECD-Trend in Deutschland gelungen ist, in den sechs Jahren seit PISA 2000 eine kontinuierliche positive Entwicklung anzustoßen. Diesen Aufwärtstrend gilt es abzusichern und auszubauen, vor allem müssen wir die nach wie vor bestehenden Benachteiligungen für Schülerinnen und Schüler aus bildungsfernen Elternhäusern und mit Migrationshintergrund noch entschiedener angehen. Bei der durchgehenden Sprachförderung vom Kindergarten bis in die Sekundarstufe I müssen wir unsere Anstrengungen weiter verstärken, um die Leistungsabstände zwischen leistungsschwachen und leistungsstärkeren Schülerinnen und Schülern zu reduzieren, das Niveau insgesamt zu heben und zu besseren Bildungschancen beizutragen.“

Bundesbildungsministerin Dr. Annette Schavan:
„Wir müssen jetzt alles daran setzen, die Voraussetzungen für Chancengerechtigkeit in der Bildung zu schaffen. Bildungserfolg darf nicht länger von der sozialen Herkunft abhängen. Hier müssen wir unsere Anstrengungen bei unserer konsequenten Bildungsoffensive noch weiter verstärken: Dazu gehört eine starke frühkindliche Bildung und eine gut funktionierende Ganztagsschule. Außerdem muss der Übergang zwischen den einzelnen Schulformen einfacher werden. Jedes Kind in diesem Land muss die Chance auf die bestmögliche Bildung bekommen.“

Anlage der Studie
PISA wird seit 2000 von der OECD durchgeführt, um die Kompetenzen 15-Jähriger in den wesentlichen Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften zu ermitteln. Bei PISA 2000 stand die Erfassung des Leseverständnisses im Zentrum, bei PISA 2003 Mathematik, im vergangenen Jahr die Naturwissenschaften. Für Deutschland ist es in allen drei Testbereichen möglich, zwischen 2000 und 2006 Leistungsentwicklungen im Zeitverlauf darzustellen.

Teilnehmerstaaten
An PISA 2006 haben neben den 30 OECD-Staaten 27 Partnerstaaten teilgenommen. Im Gegensatz zu IGLU werden vom deutschen Konsortium in PISA 2006 nicht mehrere Vergleichsgruppen gebildet, vielmehr bilden allein die OECD-Staaten den Referenzrahmen. Nur in Einzelfällen werden die Ergebnisse aus den Partnerstaaten berichtet.
In Deutschland wurden für den internationalen Vergleich 4891 Schülerinnen und Schüler aus 225 Schulen getestet.
Um die Stellungnahmen von KMK und BMBF zu den Ergebnissen internationaler Schulleistungsuntersuchungen (PISA, IGLU, TIMSS) im Rahmen der neuen Gemeinschaftsaufgabe im Bildungsbereich auf eine inhaltlich tragfähige Basis zu stellen, haben Bund und Länder ein zweistufiges Veröffentlichungsverfahren verabredet:
Zeitgleich mit der Veröffentlichung der Berichte nehmen BMBF und KMK zukünftig in einer gemeinsamen Erklärung eine erste fachliche Einordnung und bildungspolitische Bewertung der wichtigsten Befunde vor. Eine zweite, inhaltlich vertiefte Stellungnahme mit zentralen bildungspolitischen Folgerungen, konkreten Handlungsempfehlungen und verabredeten Maßnahmen wird nach gründlicher Auswertung der Befunde im Rahmen eines Treffens auf Ministerebene zu einem späteren Zeitpunkt (nach einigen Wochen) der Öffentlichkeit vorgestellt.

Durch die unmittelbare terminliche Nähe der Veröffentlichung von IGLU 2006-International (28.11.2007) und PISA-2006 International (04.12.2007) besteht darüber hinaus die Möglichkeit, in einer zweiten, vertieften Stellungnahme zwischen beiden Berichten inhaltliche Verbindungen herauszustellen und die Befunde von Grundschule und Sekundarstufe I miteinander zu verknüpfen. KMK und BMBF werden diese zweite Erklärung voraussichtlich im März 2008 auf Ministerebene der Öffentlichkeit vorstellen.

Eine ausführliche Zusammenfassung der Ergebnisse und mehr Informationen finden Sie im Internet: http://pisa.ipn.uni-kiel.de und http://www.pisa.oecd.org.

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