Mittwoch, Oktober 21, 2020
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Aus- und Weiterbildung April 2008

April 2008 
25.04.2008  7.000 zusätzliche Ausbildungsplätze für neue Länder und Berlin 
25.04.2008  Storm: „Wir wollen Jugendliche für Technik begeistern“ 
16.04.2008  Berufsbildung ist entscheidend für die Armutsbekämpfung 
15.04.2008  Storm: „Fernunterricht ist wichtig für das Lernen im Lebenslauf“ 
12.04.2008  Weiterbildung, quo vadis? 
12.04.2008  Trends der Weiterbildung in Deutschland: DIE Trendanalyse 2008 erschienen 
12.04.2008  Internet-Stellenbörse des DWA-Landesverbandes Baden-Württemberg 
12.04.2008  „Gute“ Fragen trainieren  
08.04.2008  Nachhaltiges Lernen ist unser Ziel – Schüler werden optimal auf Studium und Beruf vorbereitet 
03.04.2008 Schavan legt Berufsbildungsbericht 2008 vor 
03.04.2008  Konferenz „Job4000 – Zukunft Ausbildung“ in Köln 

 


7.000 zusätzliche Ausbildungsplätze für neue Länder und Berlin

Schavan: „Qualifizierungsinitiative bietet jedem Jugendlichen eine Chance“

Am Freitag haben Bund und neue Länder in Berlin das Ausbildungsplatzprogramm Ost 2008 unterzeichnet. Damit bekommen 7000 nicht vermittelte Bewerberinnen und Bewerber die Chance auf einen betriebsnahen oder außerbetrieblichen Ausbildungsplatz. „Mit dieser Förderung leisten Bund und Länder einen wichtigen Beitrag zur Schließung der Ausbildungslücke im Osten Deutschlands“, sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan am Freitag in Berlin. „Mit dem Programm erhöhen wir im Rahmen der Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung das Ausbildungsplatzangebot in den neuen Ländern und bieten der jungen Generation eine gute Zukunftsperspektive.“

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die beteiligten Länder finanzieren das Ausbildungsplatzprogramm Ost mit jeweils rund 47 Millionen Euro für eine Laufzeit von September 2008 bis Dezember 2011. Das Programm hat in den vergangenen Jahren rund 150.000 zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen. Schavan betonte: „Bildung und Qualifizierung sind der Schlüssel für die Zukunft unserer Gesellschaft. Wir wollen allen Jugendlichen die Chance auf einen Ausbildungsplatz geben.“

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Storm: „Wir wollen Jugendliche für Technik begeistern“

Festival of Technology auf der Hannover Messe eröffnet

Startschuss für das Festival of Technology: Auf der Hannover Messe hat der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesbildungsministerium Andreas Storm am Freitag das Festival of Technology eröffnet, den Höhepunkt der Nachwuchsinitiative TectoYou. „Die Initiative bietet Jugendlichen die Möglichkeit, die Faszination, die Chancen und die Perspektiven von Berufsbildern in der Technologiebranche zu erleben“, sagte Storm am Freitag in Hannover. Gleichzeitig warb er für Studiengänge in den Natur- und Technikwissenschaften: „Die Sicherung der Fachkräftebasis ist für unser Land von strategischer Bedeutung. Die Bundesregierung wird deshalb mit ihrer Qualifizierungsinitiative „Aufstieg durch Bildung“ den Technik- und Naturwissenschaften eine noch stärkere Bedeutung beimessen. Wir müssen mehr jungen Leuten die Chance eröffnen, diese attraktiven Zukunftsberufe direkt kennen zu lernen.“ Denn der Nachwuchs wird gebraucht. „Es fehlen in Europa in den nächsten Jahren rund 700.000 Forscherinnen und Forscher, darunter viele Ingenieure. Hier gezielte Abhilfe zu schaffen ist das Ziel des Festival of Technology“, betonte Storm.

Initiatoren von TectoYou sind die Deutsche Messe in Hannover und die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ vom Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. (BDI). Zahlreiche Verbände und Unternehmen haben sich bereits als Partner angeschlossen und unterstützen das Vorhaben mit eigenen Aktivitäten. Die Schirmherrschaft für TectoYou hat die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Annette Schavan, übernommen. Ziel der Nachwuchsinitiative ist es, Schülerinnen und Schülern sowie Studienanfängern bei der Wahl ihres Traumberufs Orientierung zu bieten und ihnen die vielfältigen Berufsmöglichkeiten in der Welt der Technik anschaulich nahe zu bringen. Die Initiative holt die Jugendlichen in der Phase ab, in der sie nach beruflichen Perspektiven suchen, und zeigt ihnen konkrete Berufsbilder und Zukunftschancen aus der Welt der Technik.

Weitere Informationen zum TectoYou-Programm finden Sie im Internet unter: http://www.tectoyou.de/

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Berufsbildung ist entscheidend für die Armutsbekämpfung

Weltkonferenz UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung 2009 in Bonn / Storm: „Wir wollen den Menschen die nötigen Kompetenzen vermitteln“

Zur Halbzeit der von 2005 bis 2014 laufenden UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ wird im März 2009 eine Weltkonferenz für nachhaltige Entwicklung in Bonn stattfinden. Dies kündigte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Andreas Storm bei einer Veranstaltung des UNESCO-Exekutivrates in Paris an. Die Weltkonferenz im kommenden Jahr wird von der UNESCO und dem BMBF in Kooperation mit der Deutschen UNESCO-Kommission veranstaltet.

„Ziel der UN-Dekade ist es, das Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung weltweit in Bildungssystemen zu verankern. Wir wollen den Menschen dadurch die Kompetenzen, Werte und Fertigkeiten vermitteln, die angesichts der großen globalen Herausforderungen für die Gestaltung einer menschenwürdigen und nachhaltigen Entwicklung notwendig sind. Für dieses Ziel setzen wir uns mit Nachdruck ein“, sagte Storm. Die UNESCO koordiniert die UN-Dekade weltweit. In Deutschland ist das BMBF federführend dafür zuständig. In seinem Auftrag koordiniert die Deutsche UNESCO-Kommission die Umsetzung der Dekade in Deutschland.

Auf breite Unterstützung im UNESCO-Exekutivrat traf zudem ein von Deutschland initiierter Antrag zum Thema Berufsbildung. Die Berufsbildung wird darin als ein entscheidender Faktor in der weltweiten Armutsbekämpfung und Entwicklung benannt. Die UNESCO befürwortetet den deutschen Antrag, eine UNESCO-Berufsbildungsstrategie zu erarbeiten. Sie soll den Bedarf der Mitgliedstaaten feststellen, Arbeitsfelder für die UNESCO identifizieren und erwartete Ergebnisse festschreiben.

Weitere Informationen zur UN-Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ finden Sie im Internet unter: www.dekade.org

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Storm: „Fernunterricht ist wichtig für das Lernen im Lebenslauf“

Studienpreise DistancE-Learning 2008 in Berlin verliehen

Ein Studium neben der Berufstätigkeit oder Fortbildungskurse trotz Job und Familie: In Deutschland nutzen viele Bürgerinnen und Bürger den Fernunterricht, um sich weiterzubilden. Mit dem Studienpreis DistancE-Learning werden jährlich die erfolgreichsten Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgezeichnet. „Fernunterricht ist wichtig für das Lernen im Lebenslauf. Diese Art der Weiterbildung wollen wir auch in Zukunft attraktiv gestalten, sagte Andreas Storm, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbildungsministerium anlässlich der Verleihung des Studienpreises DistancE-Learning am Dienstag in Berlin. „Bestimmte Lebensumstände brauchen entsprechende Bildungsangebote. Fernunterricht ist hiefür ein geeignetes Instrument, um sich unabhängig von Zeit und Ort weiterzubilden“, betonte Storm in seiner Rede. In der Bundesrepublik Deutschland haben nach einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes 2006 rund 200.000 Personen am Fernunterricht teilgenommen. Am Fernstudium beteiligten sich mehr als 63.000 Studentinnen und Studenten.

Folgende Preisträgerinnen und Preisträger wurden von einer unabhängigen Jury des Verbandes „Forum DistancE-Learning“ ausgewählt:

In der Kategorie „Fernlernerin des Jahres“ wird Larysa Shynkarenko-Huy (42) aus Schöningen bei Braunschweig ausgezeichnet. Die gebürtige Ukrainerin, die seit neun Jahren in Deutschland lebt, vertiefte im Fernlehrgang „Rechtswesen“ beim Institut für Lernsysteme (ILS) ihr Fachwissen als Dolmetscherin und Übersetzerin. Sie übersetzte die Studieninhalte eigenständig ins Russische und Ukrainische. Diese Investition hat sich ausgezeichnet: Seit einem Jahr führt sie ihr eigenes Unternehmen für Beratungs- und Sprachdienstleistungen.

Manfred Haas (45) aus Schleiden in der Eifel schaffte mit Hilfe des Fernlehrgangs „Technischer Betriebswirt IHK“ den Aufstieg. Die erworbenen Kenntnisse nutzte der „Fernlerner des Jahres“, um sich von der berufsbegleitend nachgeholten Fachhochschulreife bis zum IHK-geprüften Technischen Betriebswirt fortzubilden.

Mit Hilfe des Diplomstudiengangs „Informatik“ gelang Ute Brandenburg (44) aus Monschau ein Hochschulabschluss im technischen Bereich. Sie schaffte so neben ihrer Berufstätigkeit und dem Alltag als Mutter von drei Kindern den Einstieg in die IT-Branche als Testingenieurin im Qualitätsmanagement. Für ihr Engagement erhält sie die diesjährige Auszeichnung zur „Fernstudentin des Jahres“.

„Fernstudent des Jahres“ ist Herr David Oing (37) aus Südlohn. In weniger als drei Jahren hat er parallel zu seiner Berufstätigkeit im Studiengang Europäische Betriebswirtschaftslehre als erster Absolvent sowohl den Bachelor of Arts als auch den Diplomabschluss gemacht. Das Fernstudium ermöglichte ihm zudem die Aufnahme zum Doktoranden an der Universität Leipzig.

Regina Mühlich (41) ist Preisträgerin in der Kategorie „Lebenslanges Lernen“. Seit 1994 belegte sie Fortbildungskurse unterschiedlicher Fachrichtungen von der Finanzbuchhaltung und Betriebswirtschaftslehre bis hin zu Seminaren in Qualitätsmanagement. Sie hat bewiesen, dass man sich auch als alleinerziehende Mutter mit Full-time Job kontinuierlich mit hervorragenden Ergebnissen weiterbilden kann.

Den „Studienpreis Lebenslanges Lernen“ erhält Dr. Karl-Heinz Walper (73) aus Leer, der auch im Alter beweist, dass man noch lernen kann. Mit Hilfe des Studiengangs „Psychotherapie“ konnte er sich eine neue Beschäftigung als ehrenamtlich Tätiger aufbauen. Die Konsequenz und Intensität, mit der er sich dieser Herausforderung gestellt hat, verdient hohe Anerkennung.

Sabine Mühlhaus-Liebich (36) aus Gelsenkirchen erhält den Preis „Lernen mit Handicap“. Die Unternehmerin hat trotz ihrer Diagnose Multiple Sklerose (MS) einen Personal-Coach-Lehrgang absolviert und belegt zur Zeit den Fernkurs „Psychotherapie“. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie eine Unternehmensberatung und unterstützt zudem Menschen mit Krankheit und Behinderung im Berufsleben durch gezieltes Coaching.

Weiter Informationen zum Fernunterricht finden Sie unter www.zfu.de.

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Weiterbildung, quo vadis?

Erklärtes Ziel der EU und der Bundesrepublik ist es, die Weiterbildungsbeteiligung zu erhöhen.
Sind die Weichen dafür gestellt? Zeichnen sich bereits positive Entwicklungen ab? Wo steuert die Weiterbildung hin?

Das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE) stellt in seiner neuesten Publikation „Trends der Weiterbildung“ mehr als 20 markante Entwicklungen heraus. Die Trendanalyse ist das Resultat einer einjährigen Untersuchung in Zusammenarbeit mit hochrangigen Experten aus Hochschule, Politik und Praxis.
Deutlich wird:

o Wie auch in den sozialen Sicherungssystemen wird die Finanzierung zunehmend Privatsache.

o Frauen haben bei der Weiterbildungsbeteiligung in den letzten Jahren aufgeholt und ziehen mit den Männern fast gleich. Aber: Erheblich öfter nehmen Frauen an Bildungsangeboten teil, wenn sie keine Kinder haben, Männer dagegen insbesondere, wenn sie mit einer Partnerin und zwei und mehr Kindern zusammen leben. Frauen stellen auch den überwiegenden Teil der Teilnehmenden am Fernunterricht dar, eine Weiterbildungsform, die langfristig gesehen ebenfalls zunimmt.

o Personen über 50 Jahre und Migranten beteiligen sich im höheren Maße als früher. Die Einstellung zu Weiterbildung allgemein hat sich verändert.

o Tiefe Einschnitte gab es bei der Förderung durch die Arbeitsverwaltung: waren 2003 noch über 56.000 Teilnehmenden in SGB-geförderten Maßnahmen, so waren es 2005 nur noch 11.000. Doch die Talsohle in diesem Bereich der Weiterbildung scheint durchschritten.

o Zugleich zeigt sich: Auch Weiterbildungsunternehmen äußern sich wieder optimistischer zu ihren Geschäftserwartungen. Viele Bildungsanbieter haben jedoch ihr Profil verändert und sind in die Weiterbildung für Unternehmen eingestiegen. Hier dominiert das Thema Coaching.

Welche Trends sich abzeichnen, wo die Weiterbildung in Deutschland hinsteuert und welche gesellschaftlichen Folgen zu erwarten sind – darüber möchten wir gerne mit Ihnen in unserem Hause bei einem Pressegespräch am 8.4.2008 um 11:00 diskutieren und Ihnen unsere Trendanalyse vorstellen.

Ihre Ansprechpartnerin für Öffentlichkeitsarbeit beim DIE
Daniela Jung
Daniela Jung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Institut für Erwachsenenbildung
03.04.2008
Friedrich-Ebert-Allee 38
53113 Bonn
Germany
T +49 (0)228 3294-181
F +49 (0)228 3294-4181
daniela.jung@die-bonn.de
www.die-bonn.de

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Trends der Weiterbildung in Deutschland: DIE Trendanalyse 2008 erschienen

Daniela Jung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Institut für Erwachsenenbildung

Erklärtes Ziel der EU und der BRD ist es, die Weiterbildungsbeteiligung zu erhöhen. Sind die Weichen dafür gestellt? Wo lassen sich Entwicklungen ablesen und wo steuern wir hin?
Das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung e. V. (DIE) stellt in seiner neusten Publikation „Trends der Weiterbildung“ mehr als 20 markante Entwicklungen vor. Sie ist das Resultat einer einjährigen Untersuchung in Zusammenarbeit mit hochrangigen Experten aus Hochschule, Politik und Praxis.

Die Trendanalyse zeigt:
Es sind Aufwärtstrends zu erkennen. Die Weiterbildungsbeteiligung nimmt nach dem Einbruch der letzten Jahre zu, liegt aber weiterhin unter EU-Durchschnitt.
Trotz bildungspolitisch beteuerter Wichtigkeit stagniert die öffentliche Gestaltung der Weiterbildung in Deutschland.

Rahmenbedingungen
Die EU besitzt zwar keine rechtliche Gestaltungskompetenz, doch durch Programme und die Vergabe von Fördergeldern nimmt sie zunehmend mehr Einfluss darauf, was in den einzelnen Mitgliedstaaten in Bereich der Weiterbildung passiert.
Es ist festzustellen, dass sich mittlerweile durch die Lenkung von Finanzströmen ein beträchtlicher Teil der nationalen Förderpolitik an den Lissabon-Zielen Wachstum, Beschäftigung und sozialer Zusammenhalt orientiert.

Die öffentliche Hand dagegen zieht sich finanziell aus vielen Bereichen zurück und legt es auch im Bereich der Weiterbildung zunehmend in die Verantwortung des Einzelnen, sich um seine Zukunft selbst zu kümmern. Obwohl es politisch erklärtes Ziel ist, die Weiterbildungsbeteiligung zu erhöhen, ist die staatliche Finanzierung seit Jahren rückläufig, während der Anteil privat finanzierter Weiterbildung wächst. Die größten Finanziers von Weiterbildung in Deutschland sind in den letzten 10 Jahren kontinuierlich die Unternehmen gewesen. Wenn aber die Finanzierung Privatsache ist – darauf weist die Analyse hin – werden Wachstums-, Qualifikations- und Partizipationschancen eingeschränkt.

Der Bildungsurlaub als bildungspolitisches Instrument greift wie aufgezeigt nicht. Positive Signale kommen neuerdings durch tarifvertragliche Regelungen.

Weiterbildungsbeteiligung
Frauen haben bei der Weiterbildungsbeteiligung in den letzten Jahren aufgeholt und ziehen mit den Männern fast gleich. Erheblich öfter nehmen Frauen an Bildungsangeboten teil, wenn sie keine Kinder haben, Männer dagegen insbesondere, wenn sie mit einer Partnerin und zwei und mehr Kindern zusammenleben.

Frauen stellen auch den überwiegenden Teil der Teilnehmenden am Fernunterricht dar, eine Weiterbildungsform, die langfristig gesehen ebenfalls zunimmt.

Gerade die schulisch besser Gebildeten sehen für sich den größten Weiterbildungsbedarf, während die Gruppe ohne oder mit niedriger Berufs- oder Schulbildung weniger Bedarf sieht. Es wird deutlich: entscheidend für die Einschätzung dieser Frage ist, ob man einen persönlichen Nutzen darin erkennt, sich weiter zu bilden.

Personen ab 50 Jahre nehmen öfter als früher Lernangebote wahr. Allerdings zeigt sich auch hier: Die Wahrscheinlichkeit, dass eine erwerbstätige Person dieses Alters an einer Weiterbildung teilnimmt ist sechsmal höher als bei nicht Erwerbstätigen.

Auch die Weiterbildungsbeteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund steigt. So belegt die Volkshochschul-Statistik eine Zunahme der Unterrichtsstunden für „Deutsch als Fremdsprache“ zwischen 2005 und 2006 um 15,4%.

Drastisch reduziert hat sich die Zahl der Teilnehmenden im Bereich SGB-Förderung. So sank zum Beispiel die Zahl der Eintritte in Maßnahmen zur Erlangung eines Berufsabschlusses von über 500.000 im Jahr 2000 auf rund 130.000 im Jahr 2005. Allerdings scheint hier die Talsohle wohl durchschritten zu sein, denn 2006 war wieder ein Anstieg auf knapp 245.000 zu beobachten.

Trotzdem wird im Rahmen der Studie darauf hingewiesen, dass im Vergleich zu europäischen Ländern die Weiterbildungsbeteiligung im unteren Bereich rangiert, auch wenn eine leichte Zunahme der Teilnahmequoten auszumachen ist.

Angebot
Weiterbildungsangebote werden zunehmend individualisiert und für geschlossene Teilnehmergruppen durchgeführt. Dies sind die zentralen Befunde im Untersuchungsbereich „Angebot“. Unterricht in Gruppen dominiert zwar immer noch, wird aber in wachsendem Umfang durch beratungsnahe Dienstleistungen abgelöst. Insbesondere das Thema Coaching liegt mittlerweile ganz weit vorne. Maßgeschneiderte Angebote für Personen und Betriebe treten gerade in der beruflichen Weiterbildung in den Vordergrund. Hier sind nur mehr ein Viertel der Angebote „offene Seminare“.

Einrichtungen
Durch den existenzbedrohenden Wegfall von öffentlichen Fördergeldern haben sich viele der mehr als 17.000 Bildungsanbieter in Deutschland ein neues Profil gegeben und sind vermehrt in der Beratung und Schulung für Unternehmen tätig geworden. Zunehmend stehen Einrichtungen in einem erhöhten Wettbewerb um Projekte, Aufträge und Lernende. Insgesamt beurteilt die Branche nach den Einschnitten der letzten Jahre die Zukunftsaussichten positiv.

Fazit
Der Weiterbildungsbereich scheint im Übergang zu einer Dienstleistungsbranche zu sein – für Lernende, Betriebe und den Staat. Das Feld ist nicht mehr angebots-, sondern nachfrage-orientiert aufgestellt. Zunehmend entfällt die inhaltliche und finanzielle Steuerung durch den Staat. In der Konsequenz könnten Teile der Bevölkerung beim Lebenslangen Lernen auf der Strecke bleiben.
Inhaltliche Anreize, gekoppelt mit finanzieller Förderung, kommen aus der EU.

Die Trendanalyse zieht verfügbare Daten aus verschiedenen Untersuchungen heran, um Entwicklungslinien aufzuzeigen und zu interpretieren. Dabei wird jeweils ein Zeitraum von 10 Jahren betrachtet. Die nächste Trendanalyse wird in 2 Jahren vorgelegt.

Trends der Weiterbildung
DIE-Trendanalyse 2008
139 Seiten, 34,90€
W. Bertelsmann Verlag, Bielefeld 2008
ISBN 978-3-7639-1958-1

Das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE) ist ein unabhängiges wissenschaftliches Serviceinstitut für den gesamten Bereich der Weiterbildung. Das DIE hat sich seit seiner Gründung bundesweit als zentrales Forum für Wissenschaft und Praxis der Weiterbildung etabliert.
Als wissenschaftliches Serviceinstitut liefert das DIE Daten und Informationen, Beratungen, fachöffentliche Foren, Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis, Feldexplorationen sowie Entwicklung und Erprobung von innovativen Konzepten. Auch bietet das Institut eine Reihe zentraler Dienstleistungen, die Bibliothek (mit rund 81.000 Titeln größte deutsche Fachbibliothek für Erwachsenenbildung) und den Internetservice, der die Fachöffentlichkeit über verschiedene Online-Dienste und Literaturrecherchemöglichkeiten mit aktuellen Informationen aus dem Feld der Weiterbildung versorgt. Für große Bereiche der öffentlich geförderten Weiterbildung erhebt das DIE jährlich statistische Daten und wertet sie aus.

Das DIE ist national und international mit Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Institutionen der Weiterbildungspraxis vernetzt. Mit dem „Preis für Innovation in der Erwachsenenbildung“ verleiht das DIE den in Deutschland renommiertesten Preis für innovative Entwicklungen in der Weiterbildung.

Daniela Jung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Deutsches Institut für Erwachsenenbildung
German Institute for Adult Education
Friedrich-Ebert-Allee 38
53113 Bonn
Germany
www.die-bonn.de

Öffentlichkeitsarbeit
Daniela Jung
T +49 (0)228 3294-181
daniela.jung@die-bonn.de

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Internet-Stellenbörse des DWA-Landesverbandes Baden-Württemberg

Umwelttechnische Berufe: Fachkraft für Abwassertechnik

Im Sommer dieses Jahres werden wieder zahlreiche Berufsschüler des neuen Ausbildungsberufes UT-Fachkraft für Abwassertechnik ihre Ausbildung erfolgreich beenden können.
Aufgrund der bisher nicht aussichtsreichen Übernahmemöglichkeiten startet der DWA-Landesverband in Zusammenarbeit mit der Kerschensteinerschule in Stuttgart eine Abfrage zu Stellenangeboten für Facharbeiter im Abwasserbereich in Baden-Württemberg. Wir denken an den Bedarf, der in Folge neuer Umweltaufgaben oder auf Grund einer Ruhestandsregelung entstanden ist.
Wir möchten Sie daher bitten, Ihren geplanten Personalbedarf für qualifizierte und ausgebildete Fachkräfte der UT-Fachrichtung für Abwassertechnik auf der Homepage des DWA-Landesverbandes Baden-Württemberg einzustellen.
Parallel hierzu werden auch Stellengesuche von Absolventen der UT-Berufe veröffentlicht.
Dieser Service ist für Betreiber abwassertechnischer Anlagen aus Baden-Württemberg und persönliche DWA-Mitglieder kostenlos. Alle Einträge werden für die Dauer von 6 Wochen mit einer weiteren Verlängerungsoption eingestellt.
http://www.dwa.de/news/news-ref.asp?ID=3789

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„Gute“ Fragen trainieren 

Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert Uni-Projekt zum computerbasierten Training von Lerntechniken

Das Fragenstellen ist eine wichtige Lerntechnik. „Schüler, die in Lehr-Lern-Situationen sinnvolle Fragen stellen, erzielen in der Regel bessere Lernergebnisse“, ist Prof. Dr. Helmut Niegemann überzeugt. Dennoch seien „gute“ Fragen im Unterricht eher seltene Ereignisse. Trainingsansätze dafür lernten Lehrer leider bislang nicht. Der Professor für Lernen und neue Medien an der Universität Erfurt hat deshalb ein Forschungsprojekt entworfen, bei dem ein computerbasiertes Training zum Fragestellen erprobt werden soll. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat dafür eine Förderung von insgesamt rund 100.000 EUR bewilligt. Daraus können zwei Jahre lang eine halbe Forscherstelle, Hilfskräfte und Programmierkosten für das Vorhaben finanziert werden.

„Wie es scheint, ist die Annahme, dass Schüler, wenn sie etwas nicht verstanden haben, Fragen stellen, naiv und unzutreffend„, stellt Niegemann fest. „Obwohl auch sozial-emotionale Fragehemmungen eine Rolle spielen, haben Schüler offenbar erhebliche Schwierigkeiten ‚gute‘ Fragen zu stellen, d.h. solche die geeignet sind, ein aktuelles Verständigungsdefizit aufzuheben. Die bislang vorliegenden Trainingsstudien weisen Lücken auf“, so Niegemann, der mit einem Vergleich der unterschiedlichen Trainingsformen und Befunde ansetzen will. Mehr Beachtung müsste die Qualität der Fragen bzw. das Frageniveau des jeweiligen Trainings finden, sowie das „Vorwissen“ für die Fragestellungen. Ziel des Forschungsvorhabens sei es daher, zu empirisch fundierten Aussagen zu gelangen, welche Form des Fragetrainings unter welchen Bedingungen (insbesondere das Vorwissen des Adressaten) effektiv sei. Dazu will er ein computerbasiertes Fragetraining in zwei methodischen Varianten entwickeln. Eine Trainingsform verwendet sogenannte „Fragestämme“, die andere basiert auf vorformulierten Fragen, aus denen die Lernenden jeweils eine Auswahl treffen. Beide für ein effektives Training des Fragestellens geeigneten Formen sollen verglichen werden. Das Feldexperiment soll mit Schülern der 8. und 9. Klasse anhand von Inhalten des Fachs Geschichte durchgeführt werden. Dafür sucht Niegemann noch Gymnasien, die Interesse an einer Mitwirkung haben und über eine gute Computerausstattung verfügen.

Weitere Informationen/Kontakt:
Prof. Dr. Helmut Niegemann Tel.: 0361-737-2031
Email: helmut.niegemann@uni-erfurt.de
Jens Panse, Pressestelle
Universität Erfurt

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Nachhaltiges Lernen ist unser Ziel – Schüler werden optimal auf Studium und Beruf vorbereitet

PRESSEMITTEILUNG 74/2008 08. 04. 2008

„Nachhaltiges Lernen ist unser Ziel – Schüler werden optimal auf Studium und Beruf vorbereitet“

Kultusminister Siegfried Schneider stellt Gesamtpaket vor, um bayerisches Gymnasium weiter zu entwickeln

MÜNCHEN. Ein Gesamtpaket zur Weiterentwicklung des bayerischen Gymnasiums stellte heute Bayerns Kultusminister Siegfried Schneider im Bayerischen Kabinett vor. Es sieht Kürzungen im Lehrplan, eine maßvolle Kürzung der vorgegebenen Pflichtstunden und mehrere schulorganisatorischer Maßnahmen vor. Die Intensivierungsstunden bleiben vollständig erhalten. Durch 938 Lehrerstellen sowie durchschnittlich 10.000 € zusätzlich pro Schule für pädagogisches Personal werden die Rahmenbedingungen an den Gymnasien erheblich verbessert.

„Im Mittelpunkt unserer Entscheidung stehen die Schülerinnen und Schüler“

„Im Mittelpunkt unserer Entscheidungen stehen die Schülerinnen und Schüler, die bestmöglich auf Studium und Beruf vorbereitet werden und während ihrer Schulzeit auch ihre Persönlichkeit entfalten sollen“, betonte der Minister. Die nun beschlossenen Maßnahmen tragen zur Entlastung der Schüler und Eltern bei und eröffnen zudem mehr Kindern, die für das Gymnasium geeignet sind, diese Schule erfolgreich zu besuchen – unabhängig von ihrem sozialen Hintergrund.

Schüler werden entlastet – Ausbildung bleibt hochwertig

„Das bayerische Gymnasium verbindet den Leistungsanspruch mit Angeboten, die die Kinder und Jugendlichen altersgerecht fördern,“ ergänzte der Kultusminister die Zielrichtung. Dabei stehen Grundwissen und Methodenkompetenz, also das nachhaltige Lernen, im Mittelpunkt.

Weniger Pflichtstunden – begabungsgerechte und individuelle Förderung wird erweitert

Das Paket von Minister Schneider sieht u. a. folgende Maßnahmen vor:

1. Künftig sind für die Schülerinnen und Schüler 260 Stunden verpflichtend in der Stundentafel ausgewiesen, darunter fünf Intensivierungsstunden (zwei in der Klasse 5, zwei in der Klasse 6 und eine in Klasse 7). Weitere fünf Stunden sollen sie – entsprechend den Vorgaben der Kultusministerkonferenz – frei auswählen.

2. Der Lehrplan wurde in den vergangenen Monaten von einer Arbeitsgruppe unter Leitung von Kultusstaatssekretär Bernd Sibler sorgfältig überarbeitet und reduziert. Die Ergebnisse liegen für viele Fächer wie z.B. Geographie, Geschichte, Griechisch, Latein sowie Physik und Biologie schon vor. Das Institut der KMK zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen in Berlin wird die neuen Lehrpläne in den Fächern begutachten, in denen es Standards gibt. Der Lehrplan für das bayerische Gymnasium wird bereits ab dem kommenden Schuljahr gelten.

3. Schulorganisatorische Maßnahmen: Die Anzahl der Nachmittage mit Pflichtunterricht wird künftig begrenzt. In den Jahrgangsstufen 5 bis 8 sollen der Mittwoch- und Freitagnachmittag frei von Pflichtunterricht sein. Lange Schultage sollen rhythmisiert organisiert werden und auch Doppelstunden umfassen. An Tagen mit Nachmittagsunterricht darf den Schülerinnen und Schülern der Unter- und Mittelstufe keine schriftliche Hausaufgabe bis zum nächsten Tag aufgegeben werden.

„Wir können mit den vielfältigen Maßnahmen die Schülerinnen und Schüler entlasten, ohne auf den Qualitätsanspruch zu verzichten“, so Minister Schneider und Staatssekretär Sibler zur Wirkung der Beschlüsse.

Minister Schneider: Alle Intensivierungsstunden bleiben erhalten

„Wir weisen den Schulen auch künftig alle Intensivierungsstunden zu, damit sie den Schülerinnen und Schülern über die Pflichtstunden hinaus ein attraktives und begabungsgerechtes Förderangebot unterbreiten können“, weist Minister Schneider Falschmeldungen zurück, die in die Öffentlichkeit gebracht worden waren.
„Die Intensivierungsstunden werden nicht gekürzt“, konkretisierte der Minister. Vielmehr können die Schulen die zusätzlichen Intensivierungsstunden noch besser auf den Förderbedarf einzelner Klassen oder Schüler hin ausrichten. Die Entscheidung über das Konzept treffen die Schulleiter im Einvernehmen mit Lehrerkonferenz und Elternbeirat. Dies wird auch in der Gymnasialen Schulordnung festgeschrieben.

Zusätzliche Lehrerstellen und Mittel im Schuljahr 2008/2009

Die 938 für das kommende Schuljahr im Nachtragshaushalt 2008 ausgewiesenen Lehrerstellen ermöglichen es, kleinere Klasse zu bilden und die Kinder intensiver zu fördern. Dazu dienen auch zusätzliche Mittel in Höhe von durchschnittlich 10.000 Euro für jedes Gymnasium, mit denen der Aushilfspool verstärkt und weiteres pädagogisches Personal eingestellt werden kann.

Rückmeldungen der Eltern ernst genommen

Die Rückmeldungen habe ich ernst genommen und Evaluationen in Auftrag gegeben. Diese und die Vereinbarungen der KMK vom 8. März 2008 bildeten die Grundlage, das bayerische Gymnasium pädagogisch und organisatorisch weiter zu entwickeln.

Weniger Wiederholer und mehr Übertritte

Die öffentlich geführte Diskussion über die Belastung von Schülern im Gymnasium habe die positiven Erfahrungen mit diesem zu sehr in den Hintergrund treten lassen, z.B.:
– Die Übertrittsquote zum Gymnasium ist von 2000 von 31,6 Prozent auf 36,7 Prozent im Jahr 2007 angestiegen
– Gleichzeitig ist der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die eine Jahrgangsstufe wiederholen müssen, von 3,1 Prozent im Jahr 2000 (damals im G9) auf 1,7 Prozent im Jahr 2007 zurückgegangen.

Bayerns Schüler bleiben vorn

Mit den heute beschlossenen Änderungen und der verbesserten Ausstattung der Schulen haben wir die Voraussetzungen geschaffen, dass Bayerns Schüler weiterhin an der Spitze der Schüler in Deutschland bleiben werden.

„Ich setze bei der Umsetzung gymnasialer Bildung auf eine enge und vertrauensvolle Kooperation der gesamten Schulfamilie“, so der Minister. Abschließend dankte Kultusminister Siegfried Schneider auch der Landeselternvereinigung der Gymnasien, dem Philologenverband und der Direktorenvereinigung sowie dem Landesschülerrat. Sie haben die Erarbeitung des Konzepts konstruktiv-kritisch begleitet und ihm zugestimmt.

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Schavan legt Berufsbildungsbericht 2008 vor

Positive Bilanz: Über 600.000 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge / Berufsbildungs-PISA geplant

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch dem Berufsbildungsbericht 2008 zugestimmt.
Bundesbildungsministerin Annette Schavan erklärte dazu: „Die Bilanz des Ausbildungsstellenmarktes 2007 ist erfreulich. Mit rund 625.900 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen zum 30. September 2007 haben wir erstmals seit 2001 die Marke von 600.000 überschritten und damit die zweithöchste Vertragszahl seit der Wiedervereinigung erreicht. Unser Ziel ist es, jedem ausbildungsfähigen und – willigen Jugendlichen einen Ausbildungsplatz zur Verfügung zu stellen.“ Ein Schwerpunkt in diesem Jahr ist die Vermittlung so genannter Altbewerber. Zu diesem Zweck hat die Bundesregierung im Rahmen ihrer Qualifizierungsinitiative unter anderem den Ausbildungsbonus für bis zu 100.000 Altbewerber beschlossen. Schavan forderte Betriebe und Sozialpartner auf, von diesem neuen Angebot Gebrauch zu machen und zusätzliche Ausbildungskapazitäten bereitzustellen.

Weitere Schritte sind im Kontext des für Herbst 2008 zwischen Bund und Ländern geplanten Qualifizierungsgipfels in Vorbereitung. „Gemeinsam mit den Ländern werden wir neue Maßnahmen in der Berufsbildung vereinbaren, die insbesondere den Übergang zwischen allgemeinbildender Schule und Berufsausbildung strukturierter und verlässlicher gestalten“, betonte Schavan. Ein wesentlicher Aspekt ist auch die verbesserte Durchlässigkeit zwischen Berufsbildung und Hochschulbereich. Dafür wird das Bundesbildungsministerium 3000 Aufstiegsstipendien vergeben, damit künftig deutlich mehr junge Menschen mit beruflichen Abschlüssen den Weg an die Hochschulen finden.

Gleichzeitig unterstützt die Bundesbildungsministerin einen europäischen Leistungsvergleich in der Berufsausbildung. Unter dem Stichwort „Berufsbildungs-PISA“ soll es Studien in der beruflichen Bildung geben, die einen Vergleich der verschiedenen Ausbildungssysteme ermöglichen und gleichzeitig als Instrumente zur Qualitätssicherung und zur Stärkung gegenseitigen Vertrauens dienen. „Das deutsche Berufsbildungssystem steht im internationalen Wettbewerb, es kann und muss sich mit seinen Leistungen messen lassen. Ich habe daher die Initiative ergriffen, einen europäischen Leistungsvergleich in der beruflichen Bildung („Berufsbildungs-PISA“) mit anderen europäischen Staaten abzustimmen.“

Der Berufsbildungsbericht 2008 befasst sich mit der Analyse des Ausbildungsstellenmarkts und berichtet über Angebot und Nachfrage nach Ausbildungsplätzen. Ab 2009 soll der Berufsbildungsbericht eine neue Form bekommen: Im Fokus sollen die wichtigsten Daten und Trends sowie deren politische Bewertung stehen. Detaillierte fachspezifische Informationen sollen in einer den Berufsbildungsbericht ergänzenden Publikation des Bundesinstituts für Berufliche Bildung (BIBB) veröffentlicht werden.

Der Berufsbildungsbericht 2008 steht im Internet unter: http://www.bmbf.de/pub/bbb_08.pdf zum Download bereit.

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Konferenz „Job4000 – Zukunft Ausbildung“ in Köln

„Job4000“ verbessert Ausbildungschancen Jugendlicher mit Handicap

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat das Programm „Job4000“ – Programm zur besseren beruflichen Integration besonders betroffener schwerbehinderter Menschen – aufgelegt.Mit dem Programm sollen mindestens 500 zusätzliche betriebliche Ausbildungsplätze für Jugendliche mit schwerer Behinderung geschaffen werden. Gleichzeitig wird der Übergang von der Schule ins Arbeitsleben gefördert. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen und der Landschaftsverband Rheinland (LVR) haben am heutigen Mittwoch in Kooperation mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales die Konferenz „Job4000 – Zukunft Ausbildung“ ausgerichtet. Die Veranstaltung in Köln zeigte Beispiele guter Praxis und brachte außerdem Jugendliche mit Handicap und Arbeitgeber direkt zusammen.

Franz Thönnes, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Arbeit und Soziales:

Wir haben in den vergangenen Jahren große Fortschritte bei der Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben gemacht. Ziel bleibt aber weiterhin, das mehr und mehr behinderte Jugendliche ihre Chance auf berufliche Integration, auch schon bei einer Ausbildung auf dem ersten Arbeitsmarkt erhalten. Die dazu erforderliche zusätzliche Unterstützung wollen wir mit dem Programm Job4000 geben, das gemeinsam mit den Ländern und der Bundesagentur für Arbeit neue und zusätzliche Ausbildungs- und Arbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen mit besonderen Schwierigkeiten ermöglichen soll.

Konkret können Betriebe, die einen zusätzlichen Ausbildungsplatz für Jugendliche mit einer schweren Behinderung schaffen, bis zu 3.000 Euro vom zuständigen Integrationsamt, im Rheinland also vom Integrationsamt des LVR, erhalten. Nach Abschluss der Ausbildung und der Übernahme in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis ist eine weitere Prämie von bis zu 5.000 Euro möglich. Hintergrund ist, dass behinderte Jugendliche im Konkurrenzkampf um die knappen Ausbildungs- und Arbeitsplätze bisher oftmals einem doppelten Handicap ausgesetzt sind: Einmal der Einschränkung durch ihre Behinderung, zum anderen aber durch Vorbehalte und Vorurteile bei Personalverantwortlichen in den Betrieben. Noch allzu oft führt der Weg für behinderte Jugendliche daher von der (Förder-) Schule geradezu „automatisch“ in die Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM).

„Doch“, so der Minister für Arbeit Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Karl-Josef Laumann,

Ausbildung, das Erlernen eines anerkannten Berufes ist der Königsweg zur erfolgreichen Teilhabe am Arbeitsleben. Mir liegt die Unterstützung Jugendlicher und junger Erwachsener mit Handicap besonders am Herzen. Denn eine sozial gerechte Gesellschaft ist gerade für die Mitglieder verantwortlich, die durch persönliche Handicaps gehindert sind, eine erfüllende berufliche Tätigkeit auszuüben. Als Arbeitsminister in Nordrhein-Westfalen begrüße ich natürlich ausdrücklich die Bundesinitiative „Job4000“, die in NRW durch die Integrationsämter der Landschaftsverbände umgesetzt wird.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit bekamen im Ausbildungsjahr 2007 nur rd. 65 Prozent der behinderten Bewerberinnen und Bewerber die Chance auf eine betriebliche Ausbildung. Ergebnisse der Erhebungen des Schulträgers LVR über die berufliche Situation der Abgängerinnen und Abgänger aus den LVR-Förderschulen nennen geringere Größenordnungen. Daher kommt der Vernetzung der relevanten Akteure – Unternehmen, Schulen, Schülerinnen und Schüler sowie Institutionen – eine besondere Bedeutung zu. Denn um aus guter Praxis lernen zu können müssen die handelnden Akteure zu Partnern werden.

Der Direktor des LVR, Udo Molsberger:

Durch Vernetzung Erfolge erreichen – das ist nicht nur der Grundgedanke dieser Tagung. Es ist auch eine der wesentlichen Leitlinien des LVR. Denn unserer Organisation ist die Vernetzung geradezu immanent: Als Träger von Förderschulen, des Integrationsamtes und als überörtlicher Träger der Sozialhilfe bündeln wir viele der wesentlichen Aufgaben zum Themas ‚Ausbildung und berufliche Teilhabe behinderter Menschen‘ unter dem Dach des kommunalen Regionalverbands LVR.

Um diese Vernetzung weiterzuentwickeln waren zur Konferenz Vertreterinnen und Vertreter von kleinen wie auch großen Unternehmen, Förderschulen, Schülerinnen und Schüler sowie Vertretungen der verschiedenen Unterstützungsangeboten gekommen. Unter dem Motto „Wir bilden aus“ wurden Beispiele betrieblicher Praxis vorgestellt. In den Fachforen „Wirtschaft trifft Schule“, „Unterstützungsangebote zur betrieblichen Ausbildung junger Menschen mit Behinderung“ und „Fördermöglichkeiten in der Praxis“, bestand die Möglichkeit zum Austausch und der Entwicklung von Ideen.

Die beiden weiteren Säulen des Programms Job4000 bestehen in der Förderung von Beschäftigung und der Finanzierung von Begleitung und Unterstützung durch die vom Integrationsamt beauftragten Integrationsfachdienste Das Programms Job4000 wird zu rd, 31 Millionen Euro aus Mitteln des Ausgleichsfonds finanziert, die Länder stellen weitere 20 Millionen Euro für Ausbildung- und Arbeitsplätze des Programms bereit. Finanziert werden im Rahmen des Programms sowohl Förderungen als auch Prämien und Unterstützungsleistungen für schwerbehinderte Menschen.
Weitere Informationen

* Konferenz „Unternehmen in Verantwortung – Ein Gewinn für alle.“
(www.bmas.de/coremedia/generator/25222/2008__04__02__ankuendigung__csr__konferenz.html)
* Zahlen, die Mut machen
(www.bmas.de/coremedia/generator/25204/2008__04__01__arbeitsmarktzahlen.html)
* Mindestlohn durch Entsendegesetz
(www.bmas.de/coremedia/generator/25178/2008__03__31__mindestlohn__durch__entsendegesetz.html)
* JobPerspektive: Grünes Licht der EU
(www.bmas.de/coremedia/generator/25170/2008__03__28__jobperspektive__gruenes__licht__der__eu.html)
* Bericht zur Umsetzung des Projekts EIBE
(www.bmas.de/coremedia/generator/25022/f372__forschungsbericht.html)

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