Mittwoch, Oktober 28, 2020
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Baden-Württemberg: 46. Leistungsvergleich der kommunalen Kläranlagen

Der DWA-Landesverband Baden-Württemberg hat im Zuge der Kläranlagen- Nachbarschaftsarbeit zum 46.Mal den Leistungsvergleich der kommunalen Kläranlagen in Baden-Württemberg durchgeführt.

Die jährliche Erhebung garantiert die wertvolle Zusammenführung und einheitliche Auswertung der im Rahmen der Eigenkontrolle erfassten Betriebsdaten.Der Leistungsvergleich ist ein bedeutsames Kernelement der DWA-Nachbarschaftsarbeit und dient als Grundlage Anlagen beurteilen, Trends rechtzeitig erkennen sowie Optimierungsmaßnahmen erarbeiten zu können.

Die Wichtigkeit der DWA-Nachbarschaftsarbeit wird uns aktuell mehr als deutlich vor Augen geführt.Die Nachbarschaften fungieren als etabliertes und effektives Netzwerk bei der Umsetzung von geeigneten Notfallmaßnahmen vor dem Hintergrund der Pandemie und Ausbreitung des Coronavirus (SARS-CoV-2).
Die Ergebnisse der Erhebung konnten diesmal aufgrund der Corona-Pandemie nicht wie üblich als Präsenzveranstaltung an der Tagung der Lehrer*innen und Obleute der Kanal- und Kläranlagen- Nachbarschaften des DWA-Landesverbandes vorgestellt werden.Aus diesem Anlass wurde der Leistungsvergleich in der 4.Web-Konferenz „Corona-Spezial“ präsentiert und steht auf der Homepage des DWA-Landesverbandes als Videomitschnitt kostenlos zur Verfügung.
Für den 46.Leistungsvergleich der kommunalen Kläranlagen in Baden- Württemberg wurden insgesamt 896 Kläranlagen erfasst.Von 887 Kläranlagen mit einer Ausbaugröße von 21,5 Mio.EW konnten plausible und vollständige Datensätze in die Auswertungen einbezogen werden.Das entspricht annähernd einer 100%igen Erfassungsquote.
In den kommunalen Kläranlagen in Baden-Württemberg wurden im Jahr 2019 insgesamt rund 1562 Mio.m³ Abwasser behandelt.Der mitbehandelte Regenwasserabfluss liegt bei 602 Mio.m³.Der Schmutzwasserabfluss liegt bei rund 593 Mio.m³.Das Fremdwasser ist mit 367 Mio.m³ gegenüber dem Vorjahr konstant.Der Fremdwasseranteil ergibt sich damit zu 38 % und liegt auf einem niedrigen Niveau wie im Vorjahr.Die Landeskennwerte im Ablauf sind gegenüber dem Vorjahr bei leicht verbesserter Reinigungsleistung nochmals geringfügig gesunken.

Überraschend ist, dass Anlagen mit Filtrationsverfahren im Mittel nur eine um 0,10 mg/L geringere Pges-Ablaufkonzentration gegenüber Anlagen ohne Filtrationsverfahren aufweisen.Trotz der bereits guten Ergebnisse wären vom weiteren Reduzierungsbedarf der landesweit eingetragenen Phosphorfrachten aus Punktquellen noch rund 460 baden württembergische Kläranlagen der Größenklasse 2 bis 5 betroffen.

Der Stromverbrauch der erfassten Kläranlagen beträgt insgesamt 512,9 Mio. kWh bzw. 33,3 kWH/(E∙a). Auf 267 der erfassten Anlagen wird Eigenstrom in Höhe von 205,9 Mio.kWh/a erzeugt, der rd.40 % des Strombedarfes aller Kläranlagen abdeckt.

Die sehr guten Ergebnisse des diesjährigen Leistungsvergleiches sind auch das Ergebnis einer qualifizierten und kontinuierlichen Fortbildung des Betriebspersonals in den Kläranlagen-Nachbarschaften.Allen Beteiligten, den Betreibern und Behörden sowie den Lehrer*innen und Obleuten der DWA-Kläranlagen-Nachbarschaften und der DWA Geschäftsstelle sei herzlich gedankt für ihr unermüdliches Engagement und ihre wertvolle Unterstützung.
Die vollständigen Auswertungen des 46.Leistungsvergleiches der kommunalen Kläranlagen in Baden-Württemberg sind auf der Homepage des DWA-Landesverbandes Baden Württemberg abrufbar (www.dwa-bw.de).

Dr.-Ing. Tobias Morck und Dipl.-Ing. Gert Schwentner (Leiter der Kläranlagen- Nachbarschaften DWA-Landesverband Baden-Württemberg) sowie Lisa Banek (Projektleiterin Kläranlagen- und Kanalbetrieb DWA-Landesverband Baden-Württemberg)

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